Unsere Forderungen

Wie wir die Zukunft sehen

Das youpaN fordert: Junge Menschen müssen die Zukunft mitgestalten! Denn die Jugend ist die Gesellschaft von morgen. Sie muss also heute schon mitbestimmen und ihre Jugendperspektive einbringen. Für eine gute Zukunft macht das youpaN unsere Bildung besser, gerechter und nachhaltiger – wir nennen das Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE).

Wir sind die erste Generation, die soziale Ungerechtigkeit beenden kann und wohl die letzte Generation, welche die Klimakatastrophe stoppen kann.

UN-Generalsekretär Ban Ki-moon

Bildung mit 8 Forderungen nachhaltig machen

Das youpaN mischt die Welt mit seinen acht Forderungen auf. Es gibt damit wichtige Ideen, wie wir die 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen (SDGs) erreichen können. Und es zeigt, wie wir Bildung für nachhaltige Entwicklung bekannt machen können. Denn als nachhaltige Bildung muss sie in der Gesellschaft und Politik, Lernorten wie Kindergärten und Schulen, aber auch Unternehmen und Organisationen eine große Rolle spielen.

Das youpaN fordert deshalb:

  • Jugendbeteiligung muss erleichtert werden. Dafür braucht es mehr Wertschätzung für das Ehrenamt junger Menschen. Und es braucht viel  mehr und neue Beteiligungsmöglichkeiten wie Jugendzukunftsräte in allen Bundesländern und Städten.
  • Alle Menschen, Organisationen, Unternehmen und die Politik sollen wissen, was eine nachhaltige Bildung ist. Sie sollen das weiter erzählen und wissen, was sie machen können, um die 17 SDGs zu erreichen.
  • Wir müssen unsere Institutionen und Systemen, gerade auch das Wirtschaftssystem, angucken und so weiterentwickeln, dass sie uns helfen, die 17 SDGs zu erreichen.

Hier kannst du alle unsere Forderungen nachlesen

1. Jugendbeteiligung besser machen – jede*r hat die Moeglichkeit, sich zu beteiligen.

1.1 Schueler*innenvertretungen staerken

Wir fordern, dass die Bildung und Befähigung von Kindern und Jugendlichen zu gesellschaftlicher Teilhabe ein gelebtes Ziel von Bildungsinstitutionen wird. So wollen wir Raum für informelle Lernprozesse durch Beteiligung schaffen. Kinder und Jugendliche sollen in Bildungsinstitutionen unterstützt werden, beständig an der Gestaltung und Weiterentwicklung ihrer Lebens- und Lernräume mitzuwirken, z. B. durch selbstverwaltete Arbeitsgemeinschaften. Dadurch erfahren sie Selbstwirksamkeit, sie lernen, ihren eigenen Standpunkt zu finden und zu vertreten und sie sammeln wertvolle Erfahrungen in der Gestaltung demokratischer Prozesse. Außerdem ist die junge Perspektive auf die Welt eine wichtige Bereicherung bei der Bewältigung gesellschaftlicher Herausforderungen.

Schulen und Länder sollen die Schüler*innenvertretungen in allen Ausführungen (auf Schulebene, kommunaler Ebene/Bezirksebene, Landesebene, Bundesebene) v. a. finanziell mehr unterstützen und junge Menschen zur Beteiligung an Schüler*innenvertretungen ermutigen. Dafür muss ihre Bedeutung im Unterricht verstärkt thematisiert werden, nach Möglichkeit unter Nutzung des Peer-to-Peer-Prinzips, sodass bereits engagierte Schüler*innen die Aufklärung über Rechte und Möglichkeiten übernehmen. So können Schüler*innen dazu angeregt werden, die Schüler*innenvertretungen zu nutzen, um ihre Interessen durchzusetzen. Zudem sollen Schulversammlungen ermöglicht werden, auf denen alle Mitglieder der Schulgemeinschaft gleichermaßen stimmberechtigt sind. Sowohl Jugendbeteiligung besser machen – jede*r hat die Möglichkeit, sich zu beteiligen.der Bedeutung und den Anliegen als auch der Finanzierung von Schüler*innenvertretungen muss mehr Raum und Priorität eingeräumt werden.

Ferner sollen Schulen Informationsveranstaltungen anbieten, bei denen sich lokale Jugendverbände und -initiativen (bspw. Mitglieder der Stadt- und Landesjugendringe), die frei von diskriminierenden oder menschenfeindlichen Orientierungen sind, vorstellen können, um den Schüler*innen Möglichkeiten des außerschulischen Engagements aufzuzeigen.

Von den Bildungsministerien und Schulleitungen fordern wir eine Selbstverpflichtung, gemeinsam mit den Landesschüler*innenvertretungen auf die Erfüllung der geschilderten Forderungen hinzuarbeiten und Schule sowie das Schulsystem selbst demokratischer zu machen.

1.2 Jugendzukunftsraete in allen Bundeslaendern und Kommunen

Junge Menschen sollen die Transformationsprozesse, die eine nachhaltige Entwicklung erfordert, mitgestalten. Ihre Perspektiven, wie wir uns den 17 Zielen für eine nachhaltige Entwicklung (SDGs) auf landesweiter und kommunaler Ebene annähern können, sollen eine Stimme und Handlungsraum bekommen. Dazu fordern wir die Errichtung von landesweiten und kommunalen Jugendgremien, die jeweils zum Thema BNE und Zukunftsgestaltung arbeiten. Diese sollten durch ein Beteiligungsbüro unterstützt werden. Die landesweiten Gremien sollen an die Nachhaltigkeitsstrategie ihres Bundeslandes anknüpfen. In Kommunen, wo bereits kommunale Jugendgremien existieren, soll es diesen ermöglicht werden, BNE und Nachhaltigkeit in ihrer Kommune zu bearbeiten.

Als Anknüpfungspunkte für das Errichten kommunaler Jugendgremien bieten sich die 50 Modellregionen an, die in Zukunft durch das BNE-Kompetenzzentrum für Prozessbegleitung und Prozessevaluation (BiNaKom) ausgewählt werden sollen.

Die Bundesländer gestalten diese Gremien, bei deren Besetzung auf Diversität geachtet werden muss, insbesondere bezüglich der verschiedenen Schulformen, des Bildungshintergrunds, des Vorhandenseins eines Migrationshintergrunds, des Wohnens im städtischen oder ländlichen Raum und des Geschlechts.

2. youpaN bis mindestens 2030

Der Prozess für eine gelungene Verankerung von BNE wird vor dem Hintergrund der Agenda 2030 eine Herausforderung bleiben. Wir fordern, dass junge Menschen auch zukünftig strukturell an diesem Prozess beteiligt werden, da dieser nur gemeinsam erfolgreich sein kann. Hierzu bedarf es einer sicheren Finanzierung, fachlicher Unterstützung und gemeinsamer Anstrengung.

Das kann gewährleistet werden, indem das Projekt youpaN als Format gelebter struktureller Jugendbeteiligung durch ein Ministerium auch in Zukunft gefördert wird. Weiterhin soll das youpaN auf nationaler Ebene in die Entscheidungsprozesse des Programms „ESD for 2030” eingebunden werden. Insbesondere das Jugendbeteiligungsbüro youboX soll finanziell mehr Ressourcen erhalten, um die Arbeit des youpaN angemessen unterstützen und begleiten zu können.

Nur so kann die Jugendperspektive in nationale Entscheidungsprozesse eingebunden bleiben und Jugendpartizipation fortwährend gewährleistet werden.

3. BNE als Leitbild

Die jungen Menschen von heute sind die Gesellschaft von morgen. Deswegen ist es von zentraler Wichtigkeit, Lernende optimal auf ein Leben für und in einer nachhaltigen Zukunft vorzubereiten. BNE soll ihnen die Werkzeuge an die Hand geben, diese nachhaltige Zukunft zu gestalten und zu gewährleisten. Weil noch nicht klar ist, wie eine nachhaltige Zukunft gestaltet werden könnte, müssen möglichst viele Menschen ihr Handeln reflektieren und Wissen und Gestaltungskompetenzen erwerben, um zur Lösung von Herausforderungen wie der Klimakrise oder sozialer Ungerechtigkeit beizutragen.

3.1 BNE in alle Curricula

Deswegen fordern wir, dass BNE fächerübergreifend in alle Lehrpläne integriert werden muss und man sich kritisch mit den SDGs auseinandersetzt (siehe Forderung 5: SDGs als Bildungsanlässe).

BNE umfasst dabei Lehrplaneinheiten wie Menschenrechts- und Demokratiebildung, Umwelt- und Klimaschutz, Grundlagen der politischen Partizipation, die Beschäftigung mit nachhaltigen Wirtschafts- und Lebenskonzepten sowie Global Citizenship Education (globale Problemlösungsan-sätze). Im Hinblick auf den Berufseinstieg und den starken Wandel der Berufswelt, in der zukünftige Berufe noch unbekannt sind, sollen v. a. Gestaltungskompetenzen anstatt reinem Wissen vermittelt werden, etwa die Befähigung zum autodidaktischen und lebenslangen Lernen sowie berufs- und lebenspraktisches Wissen wie ein Grundverständnis von Rechten und Pflichten.

3.2 BNE als Methode

Wichtig ist auch, dass nicht nur die Curricula angepasst werden, sondern die Art und Weise, wie gelernt wird sich verändern muss. Lehrpläne sollen auf ein lebenslanges, nachhaltiges Lernen und Lehren ausgerichtet sein und überfachliche Kompetenzen stärken. Beispielhaft hierfür ist das Stärken von selbstbestimmtem und erlebtem/projektorientiertem Lernen.

3.3 BNE als Vorbild

Lernorte sollen eine Umgebung bereitstellen, die zu nachhaltigem Leben inspiriert. Dies bezieht sich u. a. auf Klima- und Umweltfragen, etwa eine effiziente Energienutzung, sowie das Erwerben von Produkten aus nachhaltiger und fairer Produktion. Auch das Anbieten von vegetarischem/veganem, saisonalem und regionalem Essen ist wichtig. Darüber hinaus bezieht sich Nachhaltigkeit an Lernorten auf soziale Aspekte wie Barriere- und Diskriminierungsfreiheit, Lehrende-Lernende-Beziehungen auf Augenhöhe und demokratische Strukturen mit starker Mitbestimmung der Lernenden. An allen Lernorten muss Solidarität gefördert und Konkurrenzdenken abgebaut werden. Inklusion betrachten wir als ein besonders wichtiges Thema bei der Umsetzung von BNE. Menschen mit Behinderung müssen in alle Bereiche des Lebens inkludiert werden, angefangen mit den Lernorten. Wir fordern eine Schule für alle! Die aktuelle Politik der Ausgrenzung muss beendet werden, Inklusion ist ein Menschenrecht. Eine nachhaltige Gesellschaft kann nicht entstehen, wenn man Kinder in jungem Alter separiert und ihnen somit de facto einen unterschiedlichen Wert zuordnet.

Als Möglichkeit der Umsetzung bzw. Implementierung verweist das youpaN auf die Studie „Warum redet niemand über Geld?” des Bündnis Zukunftsbildung, dessen Maßnahmen das youpaN unterstützt. Um BNE als Leitbild erfolgreich umzusetzen, fordern wir, dass wissenschaftliche Erkenntnisse zur Erstellung von BNE-Indikatoren herangezogen werden, um die Wirksamkeit der Maßnahmen zu prüfen.

4. BNE-Weiterbildungen fuer Entscheidungstraeger*innen und Bildungsakteur*innen

Das Thema Bildung für nachhaltige Entwicklung geht uns alle an. Besonders wichtig ist es jedoch, Führungskräfte und Akteur*innen in Wirtschaft, Politik und Bildung in BNE zu schulen, um diese Perspektiven in ihre Entscheidungen einbeziehen zu können und in ihrer Vorbildfunktion zukunftweisend voranzugehen. Diese Menschen treffen in ihrer Position wichtige Entscheidungen, tragen Verantwortung für sich wie auch andere (junge) Menschen und fungieren als Multiplikator*innen.

Wir fordern daher verpflichtende Weiterbildungen zum Thema BNE für Entscheidungsträger*innen aus der Wirtschaft und für Pädagog*innen und Lehrpersonal an allen Lernorten. Das schließt Hochschuldirektor*innen, Führungskräfte aller Lernorte und in Unternehmen sowie Ausbilder*innen der Ausbildungsberufe ein.

Für Entscheidungsträger*innen aus der Politik wie Kommunalpolitiker*innen, Landtags- und Bundestagsabgeordnete fordern wir niedrigschwellige Angebote für BNE-Weiterbildungen. Wir sehen politische Entscheidungsträger*innen in der Pflicht, sich mit Zukunftsfragen und einer nachhaltigen Gestaltung unserer Gesellschaft auseinanderzusetzen. Hierfür ist BNE essenziell.

Wir betrachten es als Kernaufgabe von Entscheidungsträger*innen, insbesondere in Wirtschaft und Politik sowie im Bildungssystem, verantwortungsvoll mit der eigenen Entscheidungsgewalt umzugehen und Bildungsarbeit verantwortungsbewusst zu gestalten.

Wir sehen den Kerninhalt der BNE für Menschen mit Verantwortung darin, junge Menschen zu befähigen, Gestaltungskompetenzen für die Zukunft zu erwerben, um selbst nachhaltige Entscheidungen treffen zu können. Dafür müssen Führung und Lehre bzw. Lernen neu gedacht und partizipativ gestaltet werden, da Selbstwirksamkeit die Motivation zur Mitarbeit erhöht und demokratische Partizipation ein Grundpfeiler der BNE ist (siehe 3. BNE als Leitbild).

5. SDGs als Bildungsanlaesse

Die 17 Ziele für Nachhaltige Entwicklung sind ein wichtiger Schritt bei der Auseinandersetzung mit einer nachhaltigen Zukunft. Gleichzeitig sind sie jedoch nur ein globaler Kompromiss und kein bestmöglich verfügbares Wissen. So sollten sie auch gesehen werden. Die SDGs enthalten in Teilen Aspekte, die wir als nicht vereinbar mit einer nachhaltigen Entwicklung erachten, z. B. der starke Fokus auf Wirtschaftswachstum in SDGs 8 (Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum) oder das Nicht-Erwähnen von LGBT-Q+-Personen in SDGs 5 (Geschlechtergleichheit) und 10 (Weniger Ungleichheiten). Deswegen fordern wir einen kritischen Diskurs darüber.

Die 17 Ziele für Nachhaltige Entwicklung erleichtern aufgrund ihrer Greifbarkeit dennoch ungemein die Auseinandersetzung mit den Herausforderungen einer nachhaltigen Entwicklung. Sie dienen als Anhaltspunkte, sich lösungs- und zukunftsorientiert mit den Problemen der Gegenwart auseinanderzusetzen sowie Gestaltungs- und Handlungsmöglichkeiten für Lernende eröffnen.

Wir fordern, dass die 17 Ziele für Nachhaltige Entwicklung als Bildungsanlässe genommen werden. Dies beinhaltet ihre fächerübergreifende Integrierung in die Lehrpläne aller Lernorte und ermöglicht einen mündigen Diskurs über die Gestaltung einer zukunftsfähigen Gesellschaft.

6. Forschung fuer nachhaltige Entwicklung (FONA): fuer eine nachhaltige Wissenschaft!

Wenn man über nachhaltige Bildung spricht, kommt man nicht umhin, auch über nachhaltige Forschung zu sprechen. Eine nachhaltige Wissenschaft ist eines der Kernelemente, die es benötigt, um Nachhaltigkeit und BNE in unserer Gesellschaft umzusetzen. In der aktuellen Forschungslandschaft gibt es aber einige Probleme, die dies verhindern.

Die Forschung sollte deutlich mehr Gelder, auch zweckungebunden, bekommen. Dies muss aus mehreren Gründen geschehen: Eine freie Forschung ist essentiell für nachhaltige Forschung, in der Realität gibt es jedoch hier Einschränkungen. So sind Forscher*innen auf Drittmittel angewiesen, die oft aus fragwürdigen Quellen kommen, z. B. von Unternehmen, die keine ergebnisoff ene Wissenschaft betreiben. Dabei ist Ergebnisoff enheit einer der wichtigsten Aspekte von Wissenschaft. Diese muss auch die Möglichkeit haben, nicht „erfolgreich“ zu sein, also Hypothesen nicht bestätigen zu können. Nur so kann Forschung wirklich unabhängig sein. Zweckgebundene Gelder zielen jedoch oft auf den „Erfolg“ des Forschungsprojekts ab, die Ergebnisoff enheit bleibt auf der Strecke. Dieser Erfolgszwang setzt Wissenschaftler*innen unter starken Druck, da von diesem oft der Job und somit die wirtschaftliche Existenz abhängt. Solch ein Druck ist nicht förderlich für eine nachhaltige Forschung, weswegen wir dies stark ablehnen. Forschung für nachhaltige Entwicklung (FONA): für eine nachhaltige Wissenschaft!

Besonders in den Wirtschaftswissenschaften müssen Denkversuche und ergebnisoff ene Forschung besser unterstützt werden. Dort wird zum größten Teil davon ausgegangen, dass das aktuelle Wirtschaftssystem das richtige ist, es wird nur selten hinterfragt. Dabei ist unsere aktuelle Wirtschaftsweise erwiesenermaßen nicht nachhaltig und man muss sich Gedanken machen, wie wir ein nachhaltiges Wirtschaftssystem erreichen können. Deswegen fordern wir, bestehende Theorien wie den Neoliberalismus, kritisch zu hinterfragen, Wirtschaft neu zu denken und sich mit Alternativen zu beschäftigen, wie sich die Menschheit zukunftsfähig organisieren kann.

Forschung muss sich aber auch in allen anderen Aspekten an Nachhaltigkeit orientieren. Wir setzen uns für eine nachhaltige und zivile Forschung ein. Wissenschaftler*innen sollten nicht auf die Mittel von Geldgeber*innen angewiesen sein, die beispielsweise im Bereich der Rüstung arbeiten. Eine nachhaltige Wissenschaft muss erforschen, wie unsere Welt verbessert werden kann.

7. Lernraeume als Schutzraeume – Abbau von Diskriminierung in Bildungseinrichtungen

Menschen haben aufgrund ihrer Herkunft oder ihres Aussehens, einer Behinderung, ihrer sexuellen Orientierung, ihres Geschlechts oder ihrer Geschlechtsidentität, aber auch durch ihre Religion oder ihren sozialen Hintergrund nicht die gleichen Chancen – weder im Berufsleben und Alltag noch in schulischer oder außerschulischer Bildung. Insbesondere Menschen, bei denen sich verschiedene dieser Faktoren intersektional überschneiden (Mehrfachdiskriminierung), sind häufig von Ausgrenzung und Benachteiligung betroffen. Dieser Tatsache muss sich auch BNE lösungsorientiert stellen und als Vorbild wirken.

Kinder und Jugendliche verbringen den Großteil ihrer Zeit in verschiedenen Bildungseinrichtungen. Während der Schulzeit durchlaufen sie wesentliche Entwicklungsprozesse der eigenen Persönlichkeits- und Identitätsfindung, die nur dann angemessen stattfinden können, wenn Lerninhalte und -methoden die gesellschaftliche Diversität abbilden und verschiedene Lebensentwürfe wertfrei aufzeigen. Tiefergehend soll die Diversität der einzelnen Individuen als bedeutungsvoll für die nachhaltige Entwicklung unserer Gesellschaft anerkannt und thematisiert werden, um gesellschaftliche Tabus aufzubrechen und struktureller Diskriminierung gezielt entgegenzuwirken. Dafür müssen Bildungseinrichtungen diskriminierungsfreie Schutzräume werden, in denen sich alle frei entfalten können. Es braucht einen bedürfnisorientierten Unterricht und Lehrer*innen, die stark gemacht werden, um gegen Diskriminierung einzutreten.

BNE muss sich für den Abbau von Diskriminierung und für chancengerechtes Lernen für alle einsetzen und so für eine vielfältige Gesellschaft einstehen, in der jeder Mensch seinen Platz findet.

8. Investitionen in die Zukunft – 10 % des BIP fuer Bildung

Wir sind davon überzeugt, dass Bildungsausgaben eine nachhaltige Investition sind. Gute und hochwertige Bildung ist das Fundament unserer Gesellschaft. Doch heute bestimmen immer noch Faktoren wie die soziale Herkunft einer Person ihre Chancen im Bildungssystem. Durch eine Erhöhung des Bildungsbudgets können wir Benachteiligungen auflösen und ein chancengerechtes Bildungssystem schaffen.

Ganzheitliche Veränderungen der Gesellschaft können nur gelingen, wenn sie durch erfolgreiche Bildung flankiert werden. Dazu bedarf es Investitionen in unser Bildungssystem. Gerade den Schulen sprechen wir dabei eine herausragende Rolle zu, weil sie flächendeckend für die Bildung der Gesellschaft verantwortlich sind.

Darum unterstützen wir die Forderungen des Dresdner Bildungsgipfels und wollen an Angela Merkels Zugeständnisse erinnern. Wir fordern, dass mindestens 10 % des deutschen Bruttoinlandsprodukts (BIP) in das Bildungssystem investiert werden.