Christoph Pennig

youprO: Das war WeRunTheWorld

Beim Spendenlauf am 23. Juli 2018 des Städt. Bertold-Brecht-Gymnasiums in München warb jede Klasse für ein SDG. Alle 407 Schülerinnen der Mädchenschule waren involviert – jede sollte und konnte und durfte dabei sein, Gemeinschaftsgefühl inklusive. Ein T-Shirt mit passendem Slogan, z. B. „Wir laufen für Hochwertige Bildung“, zeigte dabei, für welches SDG die Klasse wirbt.

Was sind denn die SDGs?

Ein paar Wochen vorher kommen für das youprO  „WeRunTheWorld“ die Jugendlichen von Green City und Munich for SDGs mit einem Referenten an die Schule. Dort erklären sie, was die „Sustainable Development Goals“ sind. Durch Fragen wie „Wer wird schnell sauer, wenn er hungrig ist?“ oder „Wer bringt seine eigene, wiederverwendbare Trinkflasche mit in die Schule?“ können die Schülerinnen ihren Alltag und ihre Erfahrungen mit den SDGs verknüpfen. Gespannt verfolgen die Mädchen, für welches SDG ihre Klasse im Juli laufen wird. Am Ende der Schulstunde gibt es sehr gute und tiefgehende Fragen, die die Schülerinnen an die Vortragenden stellen. Ein gelungener Auftakt!

Laufen für die SDGs

Am Tag des Laufes liegt eine positive Anspannung in der Luft. Treffpunkt ist um 7.45 Uhr. Man hat nicht viel Zeit, um alles vorzubereiten. Eine kleine Gruppe rammt die Absperrleinenhalter („Teufelshaken“) in den Boden und steckt die Laufstrecke ab. Drei Leute verteilen die T-Shirts in die jeweiligen Klassenzimmer, die Restlichen bauen Tische für die Zählstation auf und sortieren Laufzettel nach Alphabet. Um 9.00 Uhr steht die erste Klasse im Pausenhof, das T-Shirt mit rotem Icon, das alle tragen, verrät: Die Klasse 5a läuft heute für „Keine Armut“. Startschuss, und los geht’s!
Die Klassen starten versetzt, die Laufstrecke wird immer bunter, bis alle 17 Farben der SDGs auf den Rücken der Mädchen durcheinander laufen. Das Wetter spielt mit, nach kurzem Regen am Morgen bleibt der Himmel bedeckt. Die angenehmen Temperaturen erlauben den Läuferinnen, sich richtig ins Zeug legen zu können. Für jede gelaufene Runde (900 Meter) bekommt man einen Stempel. Manche haben am Ende ihren ganzen Arm voll mit kleinen bunten Bildern.

Lauscht man den Gesprächen der Schülerinnen, merkt man, dass bereits ein Denkprozess angestoßen worden ist. Ganz handfest wird die Wirkung des Projekts dann noch durch die erzielten Spendengelder: Sponsoren zahlen pro gelaufene Runde einen Betrag, der am Ende an den Marie-Schlei-Verein gespendet wird. Der kümmert sich um Bildung und Stärkung von Mädchen und Frauen in Entwicklungsländern. Das ist der Mädchenschule ein besonderes Anliegen – und Ziel 5 „Geschlechtergleichstellung“ wird auch damit bedient.

7.200 Euro für die Bildung für Frauen in Entwicklungsländern

Zwei Tage nach dem Lauf geht Tammy für die Sportlerehrung nochmal an die Schule. Auf die Frage „Habt ihr Muskelkater vom Lauf?“ kommt im Chor ein lautes „Ja!“ zurück – Stolz schwingt in der Stimme mit. Als die großartige Summe von 7.200€ verkündet wird, geht ein unglaubliches Raunen durch die Menge. Das ist mehr als doppelt so viel wie bei den beiden vorherigen Spendenläufen der Schule. Das zeigt: Gibt man den Schülerinnen einen Rahmen – Laufen für die SDGs – wird der Ehrgeiz geweckt. Alle freuen sich, dass junge und engagierte Menschen den Schulalltag aufgemischt haben.

Die Idee hinter „WeRunTheWorld“: Die symbolische Botschaft der Sustainable Development Goals findet über das Laufen einen Weg in die Schulgemeinschaft und regt zum Nachdenken an.

Übrigens: Wenn ihr möchtet könnt ihr euch die T-Shirts bei der youboX ausleihen, um das Projekt nachzumachen.

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