Der ökologische Fußabdruck – wie ist ökologisch Leben überhaupt noch möglich?

Ökologisch fair leben ist ein wichtiges Thema unter den Teilnehmenden der youcoN 2018. Im Veranstaltungsort, der Autostadt Wolfsburg, kann man in der Ausstellung „Level Green“ den eigenen ökologischen Fußabdruck messen. Dabei gibt es einige überraschende Ergebnisse.

Ein in Deutschland lebender Mensch hat durchschnittlich einen ökologischen Fußabdruck von der Größe von 6,6 Fußballfeldern. Wenn jeder Mensch diesen Lebensstandard erreichen wollte, bräuchten wir 2,6 Erden – das sagt die digitale Installation in der Ausstellung „Level Green“ in der Autostadt Wolfsburg. Dort kann man mit Schiebereglern verschiedene Kriterien eintragen. Von der Länge des Duschens am Morgen über die Wohnungsgröße, -wärme und Mitbewohnerzahl bis hin zu Reisen mit Auto, Bahn und Flugzeug werden insgesamt 16 Kriterien miteinbezogen. Bei vielen Teilnehmenden der youcoN stand am Ende eine Zahl von 1,3 bis 1,6 Erden auf dem Bildschirm. Deutlich unter dem Durchschnitt, aber leider trotzdem noch zu viel.

Wie viele Erden braucht der Mensch?

Das Ganze könnte man natürlich auf die Spitze treiben: 9,3 Fußballfelder oder 3,7 Erden, weiter lässt sich der Computer nicht ausreizen. Was aber müssten wir tun, damit unsere Füße klein genug werden, um nebeneinander auf einer einzigen Erde stehen zu können? Also alle Einstellungen am Computer nach und nach mal runter gedreht. Und tatsächlich: Auf dem Bildschirm steht „0,9 Erden“.
Die eingegebenen Kriterien: Eine Wohnung mit 10 m2 Wohnfläche für zehn Personen, keine Duschen, Fahrten mit dem Auto, Bus oder Bahn, keine neue Kleidung oder Technik, 12° Celsius in der Wohnung im Winter. Insgesamt recht kläglich und nicht real umsetzbar. Wie kommt man zum Beispiel zur Arbeit, wenn man nicht gerade in einem Radius von einer Fahrradstunde wohnt?

Aus dieser Simulation, so ungenau sie auch sein möge, ergibt sich eine interessante Diskussionsfrage für die Teilnehmenden der youcoN 2018. Was auf der Welt, abgesehen von unserem eigenen Umgang mit der Umwelt, muss sich noch ändern, wenn wir unsere Erde erhalten wollen? Und wie können wir das gemeinsam erreichen? Auf dem Besuchertag am youcoN-Samstag kann mit Menschen aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft darüber diskutiert werden.

Dieser Artikel wurde geschrieben von Pascal Bucksteeg von der Jugendredaktion der Jungen Presse e.V., die live von der youcoN auf ihrem Magazin www.youthmag.de berichtet und uns diesen Beitrag freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat. Seit über 65 Jahren setzt sich die Junge Presse ehrenamtlich für medieninteressierte Jugendliche ein und ist einer der größten bundesweit aktiven Jugendmedienverbände.

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