Feinstaubsensoren selber bauen

Die Diskussion um Autoabgase steht gerade in Politik und Gesellschaft hoch im Kurs. Zurzeit stehen zwar speziell die Stickstoffdioxide der Dieselfahrzeuge in der Kritik, es wird aber davor gewarnt dabei den Feinstaub nicht zu vergessen. Das Projekt „Citizen Science“ gibt Bürgern die Möglichkeit an die Hand, vor ihrer eigenen Haustür zu messen und zusätzlich zu einem großen Datensammelprojekt beizutragen. Auf der youcoN konnte man einen solchen Feinstaubsensor selber bauen.

„Du und Tausende von Paten weltweit installieren selbst gebaute Messgeräte an der Außenwand ihres Hauses. Aus den übermittelten Daten generiert luftdaten.info eine sich ständig aktualisierende Feinstaub-Karte. So wird Feinstaub sichtbar…“ – luftdaten.info

Weltweit messen mittlerweile über 5.000 private Messgeräte die Feinstaubkonzentration in der Luft. In Hamburg gibt es neben elf offiziellen Messstationen über 200 private Geräte. Auch Du kannst deinen Teil dazu beitragen, ein eigenes Messgerät zusammen bauen und es zu Hause aufhängen. Die Kosten dafür liegen bei etwa 26 Euro. Wenn du technisch nicht so versiert bist, such dir ein Team und dann baut die Messstationen zusammen, dann fällt das Verstehen leichter. Und so geht´s:

1. Auf der Internetseite luftdaten.info findet sich eine Einkaufsliste, einfach auf die Links bei den Teilen klicken und man wird auf die entsprechende Internetseite weitergeleitet.
2. Nun muss die Software auf dem Gerät installiert werden. Die Macher von Luftdaten.info haben auch dafür eine Anleitung auf ihrer Website bereitgestellt. Hierfür müsst Ihr Zeit einplanen und bereit sein, euch damit auseinander zu setzten. Aber keine Angst, wenn Ihr Fragen habt, findet Ihr Kontakte auf der Website.

Abbildung: luftdaten.info

3. Der Zusammenbau ist dann ganz einfach. Sieben Kabel müssen mit den drei einzelnen Bauteilen verbunden werden. Dabei ist ein wenig Fingerspitzengefühl nötig, aber wenn Ihr einmal drin seid, ist dieser Schritt kein Problem.
4. Wenn Ihr das Aufspielen der Software hinbekommen habt, ist die Konfiguration kein Problem mehr. Einfach per Laptop oder Smartphone mit dem Wlan der Messstation verbinden, die Internetseite 192.168.4.1 aufrufen und die Daten des Heimwlans eingeben, bestätigen und fertig. Bis euer Sensor auf Luftdaten.info erscheint, kann es einige Zeit dauern. Wenn es so weit ist, könnt Ihr die Feinstaubmessungen eures Sensors dann einsehen.

„Die OK-Lab-Werte [liefern] eine wichtige zusätzliche Information. Die Skala µg/m3 [Mikrogramm pro Kubikmeter] ist bei solchen Lagen jedoch nicht unmittelbar anwendbar, sondern kann nur als Orientierung dienen.“ – luftdaten.info

Es gibt aber bei diesen Messstationen einige Dinge zu beachten. Der eingebaute Sensor, den Ihr bestellt, misst die Feinstaubmenge des PM2,5 , also des kleineren, gefährlicheren Feinstaubs. Der Wert des größeren Feinstaubs PM10 wird dabei nur geschätzt. Außerdem können Fremdstoffe den Messwert mit beeinflussen. Dazu gehören unter anderem auch Pollen. Überlegt also bei der Auswertung der Messungen vor eurer Haustüre genau, welche Umweltfaktoren um euch herum zusätzlich eine Rolle spielen könnten. Und nun: Viel Spaß beim selber bauen!

Dieser Artikel wurde geschrieben von Pascal Bucksteeg von der Jugendredaktion der Jungen Presse e.V., die live von der youcoN auf ihrem Magazin www.youthmag.de berichtet und uns diesen Beitrag freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat. Seit über 65 Jahren setzt sich die Junge Presse ehrenamtlich für medieninteressierte Jugendliche ein und ist einer der größten bundesweit aktiven Jugendmedienverbände.

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