Christoph Pennig

youprO: Das war NaMo

Der Nachhaltige Monat (NaMo) in Erfurt – Ein vielfältiges youprO!

Bienen, Postwachstum und Partizipation an Hochschulen – Wir, eine Gruppe von Studierenden der Uni und der FH in Erfurt haben im Mai einen Monat im Namen der Nachhaltigkeit organisiert, mit 36 Veranstaltungen von über 25 beteiligten Gruppen !

Was haben wir uns dabei gedacht? Der Begriff Nachhaltigkeit wird zwar in vielen Kontexten gebraucht, jedoch fehlt oft die Erklärung und das Verständnis, was in verschiedenen Bereichen (z.B. Soziales) Nachhaltigkeit wirklich bedeutet: Dies steht in offensichtlicher Diskrepanz zu der breiten Benutzung dieses Begriffs. Deshalb waren unsere Projektwoche auf vier thematische Wochen aufgeteilt: Soziales, Ökologie, Ökonomie und Partizipation. Der Nachhaltige Monat sollte den Blick der Studierenden und der Öffentlichkeit für die aktuellen Herausforderungen schärfen und zur kritischen Hinterfragung, Partizipation und Vernetzung anregen.

Dabei war es uns wichtig, so viele unterschiedliche AkteurInnen wie möglich am Prozess und der Ausgestaltung zu beteiligen: Alle teilnehmenden Gruppen sollten ihr spezielles Wissen und ihren Wirkungsbereich nutzen, um die Relevanz und Wichtigkeit von Nachhaltigkeit aus ihrer Perspektive darzustellen.

Die teilnehmenden AkteurInnen, die Veranstaltungen anboten, waren verschiedene Hochschulgruppen wie Amnesty International. Zusätzlich haben sich auch viele nicht-hochschulgebundene Vereine und Initiativen aus Erfurt am Programm beteiligt, wie z.B. die Fuchsfarm, UmSoAktiver e.V. oder Greenpeace.

Die Veranstaltungen waren für alle interessierten Menschen in Erfurt gedacht, dementsprechend haben wir auch in der ganzen Stadt Flyer und Plakate verteilt.

„Ein Highlight war ein einstündiges Interview das wir bei Radio Frei geben durften, um Werbung für die Veranstaltungen zu machen.“

Da wir nur die Gesamtbewerbung des NaMos leisten konnten, hing die Teilnehmerzahl auch stark von der Eigenwerbung der AkteurInnen oder von Terminüberschneidungen ab. Die meisten Veranstaltungen waren sehr gut besucht.

Aber was wenn alles vorbereitet ist und gar keine Kinder kommen zum Workshop? (Sorge der Musikstudierenden)

Dann geht man eben kurzerhand zum Kindergarten der Universität und begeistert die Kleinen und Großen dort mit Musikinstrumenten-Upcycling! Selbst bei monatelanger Planung darf man nicht die Fähigkeit verlieren, spontan zu sein.

Ob Foodsharing, Gewaltfreie Kommunikation, Improvisationstheater, Kräuteranbau, Nachhaltiger Stadtrundgang, Filmvorführungen und Diskussionen, Upcycling, Kleidertauschparty oder eine so nachhaltig wie möglich gestaltete Party… Am Ende waren wir OrganisatorInnen fast selbst überrascht, wie viele Angebote zustande kamen.

Unvergessen bleibt der Vortrag eines Wissenschaftlers der Universität Groningen (Niederlanden), der sehr anschaulich und leidenschaftlich von seiner Zeit in arktischen Gebieten erzählt hat und der uns die Notwendigkeit, eine radikalen Wandel einzuleiten, um den Klimawandel einzudämmen einmal mehr anhand von Schicksalen von Menschen und Tierkolonien vor Augen geführt hat.

Abgesehen davon, dass wir Menschen in Erfurt für unsere Themen begeistern konnten, freuen wir uns außerdem darüber, dass durch den NaMo unsere beiden Gruppen von Uni und FH zusammengewachsen sind. Zwar haben wir verschiedene Hochschulleitungen, aber immer noch die selbe Stadtverwaltung und das selbe Studierendenwerk mit denen wir Veränderungen erreichen möchten. Die personellen Ressourcen, die uns hierfür bisher gefehlt haben, sind jetzt kein Problem mehr, da sich unsere Gruppe vergrößert hat, weil interessierte und engagierte junge Menschen durch den NaMo auf uns aufmerksam geworden sind.

Nachmachen erwünscht! – Wir freuen uns sehr, wenn es in Zukunft ähnliche Formate wie den Nachhaltigen Monat in anderen Städten oder Regionen geben wird! Bei Bedarf können wir unsere interne Auswertung gerne zur Verfügung stellen.

Von uns wird es im nächsten Jahr natürlich auch wieder eine Veranstaltungsreihe geben, dieses Mal aber etwas tiefergehender zu einem ganz bestimmten Thema. Insgesamt freuen wir uns jetzt aber auch darauf, unsere Fokus mehr von Veranstaltungsmanagement zu Hochschulpolitik zu verschieben.

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