Feinstaubsensoren selber bauen

Die Diskussion um Autoabgase steht gerade in Politik und Gesellschaft hoch im Kurs. Zurzeit stehen zwar speziell die Stickstoffdioxide der Dieselfahrzeuge in der Kritik, es wird aber davor gewarnt dabei den Feinstaub nicht zu vergessen. Das Projekt „Citizen Science“ gibt Bürgern die Möglichkeit an die Hand, vor ihrer eigenen Haustür zu messen und zusätzlich zu einem großen Datensammelprojekt beizutragen. Auf der youcoN konnte man einen solchen Feinstaubsensor selber bauen.

„Du und Tausende von Paten weltweit installieren selbst gebaute Messgeräte an der Außenwand ihres Hauses. Aus den übermittelten Daten generiert luftdaten.info eine sich ständig aktualisierende Feinstaub-Karte. So wird Feinstaub sichtbar…“ – luftdaten.info

Weltweit messen mittlerweile über 5.000 private Messgeräte die Feinstaubkonzentration in der Luft. In Hamburg gibt es neben elf offiziellen Messstationen über 200 private Geräte. Auch Du kannst deinen Teil dazu beitragen, ein eigenes Messgerät zusammen bauen und es zu Hause aufhängen. Die Kosten dafür liegen bei etwa 26 Euro. Wenn du technisch nicht so versiert bist, such dir ein Team und dann baut die Messstationen zusammen, dann fällt das Verstehen leichter. Und so geht´s:

1. Auf der Internetseite luftdaten.info findet sich eine Einkaufsliste, einfach auf die Links bei den Teilen klicken und man wird auf die entsprechende Internetseite weitergeleitet.
2. Nun muss die Software auf dem Gerät installiert werden. Die Macher von Luftdaten.info haben auch dafür eine Anleitung auf ihrer Website bereitgestellt. Hierfür müsst Ihr Zeit einplanen und bereit sein, euch damit auseinander zu setzten. Aber keine Angst, wenn Ihr Fragen habt, findet Ihr Kontakte auf der Website.

Abbildung: luftdaten.info

3. Der Zusammenbau ist dann ganz einfach. Sieben Kabel müssen mit den drei einzelnen Bauteilen verbunden werden. Dabei ist ein wenig Fingerspitzengefühl nötig, aber wenn Ihr einmal drin seid, ist dieser Schritt kein Problem.
4. Wenn Ihr das Aufspielen der Software hinbekommen habt, ist die Konfiguration kein Problem mehr. Einfach per Laptop oder Smartphone mit dem Wlan der Messstation verbinden, die Internetseite 192.168.4.1 aufrufen und die Daten des Heimwlans eingeben, bestätigen und fertig. Bis euer Sensor auf Luftdaten.info erscheint, kann es einige Zeit dauern. Wenn es so weit ist, könnt Ihr die Feinstaubmessungen eures Sensors dann einsehen.

„Die OK-Lab-Werte [liefern] eine wichtige zusätzliche Information. Die Skala µg/m3 [Mikrogramm pro Kubikmeter] ist bei solchen Lagen jedoch nicht unmittelbar anwendbar, sondern kann nur als Orientierung dienen.“ – luftdaten.info

Es gibt aber bei diesen Messstationen einige Dinge zu beachten. Der eingebaute Sensor, den Ihr bestellt, misst die Feinstaubmenge des PM2,5 , also des kleineren, gefährlicheren Feinstaubs. Der Wert des größeren Feinstaubs PM10 wird dabei nur geschätzt. Außerdem können Fremdstoffe den Messwert mit beeinflussen. Dazu gehören unter anderem auch Pollen. Überlegt also bei der Auswertung der Messungen vor eurer Haustüre genau, welche Umweltfaktoren um euch herum zusätzlich eine Rolle spielen könnten. Und nun: Viel Spaß beim selber bauen!

Dieser Artikel wurde geschrieben von Pascal Bucksteeg von der Jugendredaktion der Jungen Presse e.V., die live von der youcoN auf ihrem Magazin www.youthmag.de berichtet und uns diesen Beitrag freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat. Seit über 65 Jahren setzt sich die Junge Presse ehrenamtlich für medieninteressierte Jugendliche ein und ist einer der größten bundesweit aktiven Jugendmedienverbände.

10 Dinge, die du auf der youcoN gemacht haben musst

Wir lieben Listen! Daher haben wir hier 10 Dinge zusammengestellt, die zu einer echten youcoN-Erfahrung einfach dazu gehören.

1. Sich in der Autostadt verlaufen

Sie ist unübersichtlich, groß und grün: Die Autostadt lädt nur so zum Verlaufen ein. Es ist kein Problem, wenn du nicht weißt wo der „Freiraum 1“ ist oder wo zum Teufel das nächste Klo rumsteht. Wir haben uns hier alle schon mindestens einmal verlaufen. Und das schöne ist: Selbst die Betreuer wissen nicht unbedingt, wo die nächste Diskussion stattfindet. Wenn Hopfen und Malz verloren ist, begebe dich ins Panoramakino und hoffe darauf vor Mitternacht abgeholt zu werden.

2. Über den Markt der Möglichkeiten schlendern

Die youcoN ist großartig, um sich zu vernetzen und neue Initiativen kennen zulernen. Nutze die Gelegenheiten und komme ins Gespräch beim Markt der Möglichkeiten. Dort kannst du dich über nachhaltige Adventskalender oder ein alternatives Wirtschaftssystem der Gemeinwohlökonomie informieren. Lass dich inspirieren!

3. In seiner eigenen Glasflasche ein leckeres Getränk mixen

Der Meeresgrund liegt voller Plastikflaschen, die niemand braucht. Großartigerweise wurdest du mit einer hippen Glasflasche ausgestattet und kannst so dem plastikfreien Leben ein Stück näher kommen. Mixe dir einen leckeren Ratiodrink an einen der vielen Getränkestationen. Probier dich durch die Geschmacksrichtungen. Welcher ist dein Favorit: Orange, Birne, Kirsche, Himbeere oder doch klarer Apfel?

4. Das „Schüttelspiel“ über sich ergehen lassen

Wenn du den Ohrwurm aus dem Warm-up des Tages nicht los werden kannst und innerlich immer noch oben, links, rechts und unten schütteln möchtest: Lass es raus und schüttel gemeinsam mit deinen neuen Freunden was das Zeug hält. Auch wenn du vielleicht keine Lust hast, man verlässt mit besserer Laune das Plenum, versprochen.

5. Den Zug nach Braunschweig verpassen

Nicht alle können in Wolfsburg schlafen. Aber was passiert eigentlich, wenn ich den letzten Zug nach Braunschweig verpasse?

6. Essensmarken für das Eis verschenken

Ja, es gibt einen Nachtischmagen. Aber manchmal stopft das leckere Essen des Hauptganges so sehr, dass tatsächlich doch kein Platz mehr ist die eine Kugel Eis unter zu bringen. Sei dir sicher: Der Nebentisch wird sich gut um deine Essensmarke für das Eis kümmern.

7. Ein Feinstaubmessgerät mitten im VW-Konzern selber bauen

Manchmal schreibt das Leben selbst die besten Geschichten. Du solltest es also auf keinen Fall verpassen, wenn du die einmalige Gelegenheit bekommst ein Feinstaubmessgerät selber zusammen zu bauen; und das mitten im VW-Konzern! Wir können nicht unbedingt empfehlen das Messgerät mit nach Hause zu nehmen. Die Ergebnisse könnten Teile der Bevölkerung beunruhigen…

8. Im youthmag erscheinen

Die Artikel im youthmag lesen kann jeder, aber darin selbst zu erscheinen ist schon eine Stufe weiter. Mama und Papa sind sehr stolz auf dich, wenn sie dieses Wochenende noch einen Link zu einem Artikel über dich zugeschickt bekommen. Ein absolutes Must-do für die komplette youcoN-Erfahrung also. So kannst du auch noch einen Enkeln zeigen, dass du hier warst.

9. Die Möglichkeiten des Konzernforums und des Mobiversums entdecken

Einmal in den Kletterspielplatz eintauchen, eine Dose als Teelicht durch Prickeln gestalten oder ganz entspannt auf einem Berg aus Kissen einschlafen: Das Konzernforum steckt voller Möglichkeiten, die entdeckt werden wollen. So auch auf dem „Level-Green“. An dieser Stelle können wir sagen, dass dich die Berechnung deines ökologischen Fußabdruckes nur antreiben kann, weiter motiviert dein Leben auf Nachhaltigkeit umzustellen. Also ab auf die Etage des „Level-Green“ und nie wieder eine Fernreise antreten. Zuhause ist es ja eh am schönsten.

10. Bei jeder Gelegenheit Essen abgreifen

Diskussionen, neue Initiativen und Vorträge anhören oder halten. Das kann ganz schön an den Kräften zehren. Daher der klare Hinweis, dass das Leben doch eigentlich nur aus Mahlzeiten und dem Warten auf den nächsten Snack besteht. Greife bei jeder Gelegenheit Essen ab und stell dich bitte nicht direkt auf die Waage, wenn du wieder zuhause bist.

Wir wünschen dir eine unvergessliche youcoN 2018 Erfahrung!

Dieser Artikel wurde geschrieben von Jana Jansen von der Jugendredaktion der Jungen Presse e.V., die live von der youcoN auf ihrem Magazin www.youthmag.de berichtet und uns diesen Beitrag freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat. Seit über 65 Jahren setzt sich die Junge Presse ehrenamtlich für medieninteressierte Jugendliche ein und ist einer der größten bundesweit aktiven Jugendmedienverbände.

 

Tine ohne Worte im Interview

Die Moderatorin der youcoN, Tine Bargstedt, hat unsere Fragen beantwortet – ganz still.

Wie sahst du heute Morgen nach dem Aufstehen aus?
Was hältst du von der Autostadt als Veranstaltungsort?
BNE ist für mich…
Dein bisheriges Highlight der youcoN?
Wie engagierst du dich für Nachhaltigkeit in deiner Freizeit?
Morgen geht es zurück nach Hause – wie findest du das?

Dieser Artikel wurde geschrieben von Palina Tkachonak von der Jugendredaktion der Jungen Presse e.V., die live von der youcoN auf ihrem Magazin www.youthmag.de berichtet und uns diesen Beitrag freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat. Seit über 65 Jahren setzt sich die Junge Presse ehrenamtlich für medieninteressierte Jugendliche ein und ist einer der größten bundesweit aktiven Jugendmedienverbände.

Was ist schon zu wenig? Vom Mangel und Überfluss

Hattest du schon mal Hunger? Sehr wahrscheinlich, denn Hunger ist menschlich. Globaler Hunger nicht. Oke Anyanwu leitet das Panel „Vom Mangel und Überfluss“ und spricht mit den Teilnehmern über das globale Thema Hunger, also den Hunger, der für Menschen bedrohlich ist. Oke ist Mitglied des Ernährungsrates in Berlin. Das ist eine zivilgesellschaftliche Organisation, die sich auf den Weg gemacht hat, das Ernährungssystem in der eigenen Stadt und Kommune mitzugestalten. Sie fordern ein Mitspracherecht ein, das System umzuorganisieren, um die Macht von Supermärkten über die Lebensmittelversorgung zurückzugewinnen. Das Stichworte „essbare Stadt“ oder „Urban gardening“ ist ein gelebter Teil der Bewegung, um Eigenständigkeit in der Lebensmittelversorgung zurückzugewinnen.

„Frauen sind die Welternährer: 70% der Nahrung wird von Frauen hergestellt“

Gleich zu Beginn fragt Oke die Teilnehmerinnen, was für sie Hunger bedeutet: Ungerechtigkeit, Lebensmittelspekulation, Mangelernährung, keine ausgewogene Ernährung, Armut und Krisen. Kira merkt aber an: „In jedem Land gibt es Hunger, auch in reichen Ländern wie Deutschland.“ Alle Beiträge beschreiben das Richtige. Die Vereinten Nationen haben sich auf eine allgemeine Definition von Hunger geeinigt:

„Hunger ist, wenn über einen längeren Zeitraum die tägliche Energiezufuhr unfreiwillig unter dem Bedarfsminimum liegt.“

Dieses so genannte Bedarfsminimum liegt bei 1800 Kilokalorien pro Tag. Der in Deutschland täglich verzehrte Durchschnitt liegt bei rund 3600 Kalorien. Das ist nicht unbemerkt an der deutschen Bevölkerung vorbei gegangen. Die Folgen sind eine einseitige Ernährung, die zu Krankheiten führen kann. Diabetes, Übergewicht oder Herzkreislaufkrankheiten bilden da nur die Spitze des Eisberges. Hinzu kommt ein gelebter Überfluss, der in der Verschwendung nicht gewollter Lebensmittel mündet. Hauptverantwortliche dafür sind die privaten Haushalte, die Verbraucher, schlicht: Wir. Der eine Aufstrich im Kühlschrank wird so lange nach Hinten geschoben, bis er sich am Ende doch einen Pelz zugelegt hat und endgültig in die Tonne darf. Das ist verschwenderisch und ist Symptom eines größeren Problems.

Unser Vorurteil: Afrika hungert.

Der sorglose Umgang mit vorhandenen Ressourcen und Lebensmitteln täuscht über den Fakt hinweg, dass auch in Industrienationen Personen Hunger leiden. Mangel und Überfluss stehen sich auch innerhalb eines Landes konträr wie direkt gegenüber. Klar ist, der Hunger innerhalb einer Industrienation ist nicht so extrem wie im globalen Süden. Oke merkt an, dass in Afrika rund zwölf Prozent an Mangelernährung leiden. Demgegenüber stehen beispielhaft die Industriestaaten (EU, USA, Canada, Japan) die weniger als fünf Prozent ihrer Bevölkerung nicht ausgewogen ernähren können. Es ist zusammenfassend nicht ein Phänomen der südlichen Himmelsrichtung.

Warum hungern Menschen?

Doch worin liegen Gründe für den Hunger? Wassermangel, eingeschränkter Zugang zu Bildung oder Förderung marktkonformer Produkte. Das Thema ist vielschichtig. Für den globalen Süden liegen vor allem strukturelle Probleme vor, die eng miteinander zusammenhängen und sich gegenseitig bedingen. Hier vier kurze Beispiele aus dem Workshop:

  • Landgrabbing. Private und staatliche Investoren kaufen oder pachten große Landfläche, um dort Agrarprodukte an- oder abzubauen. Das Ziel ist der Export dieser Produkte. Vor allem wirtschaftlich schwache Regionen sind betroffen. Kleinbauern leiden unter nicht verbrieften Landrechten, was zu unklaren Rechtsverhältnissen führt. Das Einkaufen großer Landflächen findet aber auch vor der eigenen Haustür statt: In Brandenburg ist Landgrabbing gelebte Praxis.
  • Kolonialismus ist eine Politik vergangener Tage, die ihren Höhepunkt Ende des 19. Jahrhunderts erlebte. Westliche Imperien kolonialisierten rohstoffreiche Regionen. Die dort gewonnenen Rohstoffe wurden in die imperialistischen Zentren transportiert und gewinnbringend verkauft, für die Kolonialisten. Diese wirtschaftlichen Strukturen gehören leider nicht der Vergangenheit an. Zahlreiche ehemalige Kolonien leben noch immer in einer starken Abhängigkeit, da sie Primärgüter wie Grundnahrungsmittel oder unverarbeitete Rohstoffe exportieren.
  • Wasser. Wenn es fehlt, ist kein Leben möglich. Der von Regen gesegnete Norden leidet unter dem globalen Wassermangel bei weitem nicht so stark wie trockene Regionen der Welt. Doch die Landwirtschaft gilt als größter Wasserverbraucher in allen Kulturen. Virtuelles Wasser stellt diesen Verbrauch, der für die Produktion aufgewendet wird, in verbrauchten Litern dar. Die Produktion von einem Kilo Reis braucht im Schnitt rund 2552 Liter pro Kilo. Dazu zählt Regenwasser, durch die Produktion verunreinigtes Wasser, und Wasser, das abfließt und nicht in den lokalen Wasserkreislauf zurückgeführt wird. Hauptproblem ist, dass die Menge des Trinkwassers abnimmt oder, dass dieses verunreinigt wird.
  • Klimawandel ist mit eine Hauptbedrohung der weltweiten Ernährungssicherheit. Die Landwirtschaft bildet dabei einen der größten Verursacher des Klimawandels durch die Rodung von Regenwälder, die Schaffung von Monokulturen und Bodenerosionen. Der Ausstoß klimaschädlicher Gase wird erhöht und zeitgleich wird die Aufnahmefähigkeit der ökologischen Senken reduziert. Senken ist ein umstrittener Begriff, der im Groben aber gesunde Wälder, Ozeane oder die Atmosphäre umfasst.

Alle Probleme sind nicht auf einmal zu lösen. Doch Hunger gehört in das allgemeine Bewusstsein, vor allem innerhalb der Nachhaltigkeitsdebatte. Niemand muss Hunger leiden.

Dieser Artikel wurde geschrieben von Jana Jansen von der Jugendredaktion der Jungen Presse e.V., die live von der youcoN auf ihrem Magazin www.youthmag.de berichtet und uns diesen Beitrag freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat. Seit über 65 Jahren setzt sich die Junge Presse ehrenamtlich für medieninteressierte Jugendliche ein und ist einer der größten bundesweit aktiven Jugendmedienverbände.

Nicht lang schnacken, selbst anpacken!

Unter dem Motto „Gemeinsam für Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE)“ trat Thomas Hohn am heutigen Samstag der youcoN auf die Bühne. Als Kampaigner für Umwelt- und Bildungspolitik bei Greenpeace und durch privates Engagement hat er einige Erfahrungen gesammelt, die er so gut wie möglich versuchte, im Rahmen seines Vortrages an die Jugendlichen weiterzugeben. Für ihn sowie die youcoN-Teilnehmer war die Fragestellung „Wie werde ich politisch wirksam?“ zentral.

Politisch wirksam – aber wie?

Um einen Einblick in seine Arbeit für Greenpeace und Konzeptionierung und Umsetzung ihrer Projekte zu geben, stellte er gleich zu Beginn ein allgemeines Schema vor, das einen Einstieg in die Entwicklung eines Projekts vereinfachen soll. Zunächst sei es dafür besonders wichtig, sich seines Problems und seiner Zielsetzung bewusst zu sein. Dafür sei natürlich eine enge Zusammenarbeit mit der Wissenschaft erforderlich, damit man mit überprüften Fakten eine Grundlage für erste Thesen schaffen könne.

Genauso wichtig sei es allerdings, sich ein Netzwerk von Mitstreitern aufzubauen. Aus dem einfachen Grund, dass eine größere Gruppe viel mehr Aufmerksamkeit auf sich zieht und öffentlich mehr Druck erzeugen kann, ist es sinnvoll, sich mit anderen zusammenzuschließen. Außerdem bietet eine Gruppe sehr viel Platz für kreativen und konstruktiven Austausch. Durch die Unterteilung in Aufgabenbereiche können Projekte, Aktionen oder Initiativen zudem effektiver geplant und umgesetzt werden.

Ganz so einfach?

„So schön das auch klingt, so einfach ist es nicht, seine Meinung einzubringen. Meist erreicht man schnell einen Punkt, an dem man hängen bleibt und nicht weiter arbeiten kann“, meint eine Teilnehmerin aus dem Publikum im Anschluss an den Vortrag. Doch Thomas Hohn reagierte gelassen. Dass Probleme im Prozess auftreten, wäre ganz normal. Das Wichtigste sei, sich nicht entmutigen zu lassen, sondern immer wieder Wege zu suchen, sich selbst eine Stimme zu geben.

Es geht darum, sich mit Menschen, die die selben Ziele haben, zu vernetzen und gemeinsam anzupacken.

Dieser Artikel wurde geschrieben von Johanna Dörrie von der Jugendredaktion der Jungen Presse e.V., die live von der youcoN auf ihrem Magazin www.youthmag.de berichtet und uns diesen Beitrag freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat. Seit über 65 Jahren setzt sich die Junge Presse ehrenamtlich für medieninteressierte Jugendliche ein und ist einer der größten bundesweit aktiven Jugendmedienverbände.

Frische Früchte und harte Kerne – Kochworkshop in der Autostadt

Es dampft, brutzelt und riecht schon herrlich gut: In der Kochwerkstatt im Herzen der Autostadt sind seit 12 Uhr zehn youcoN Teilnehmer am Herd, um im Rahmen des Workshops „Früchte Geschichten“ für den gemeinsamen Galaabend etwas Besonderes zum Buffet beizutragen: Holunderbeerencreme mit Apfelmus und Buchweizengalettes.

Zwei der Teilnehmer, Moritz und Christian, stehen hinter den Pfannen und backen Galettes, „also flache Buchweizenpfannkuchen“, erklären sie. Eine Kelle nach der anderen wird in die heiße Pfanne gestrichen, von einer Seite gebacken und dann bedächtig umgedreht. Die Buchweizengalettes sind, so wie das ganze geplante Dessert, komplett vegan. „Für den Teig haben wir Buchweizenmehl, Zucker, Salz, Wasser und etwas Ei-Ersatz aus Pflanzenproteinen verwendet“, erzählt Moritz.

Vielfalt statt Verzicht

Beide kochen auch in ihrer Freizeit gerne: Christian experimentiert selbst gerne mit veganen Rezepten und testet sich durch die kulinarische Vielfalt. Statt Einschränkungen durch den Verzicht auf Fleisch eröffnen sich ihm viel mehr ständig neue Möglichkeiten, wie er verschiedene Lebensmittel miteinander kombinieren kann. Moritz hingegen engagiert sich beim Klimaschutz Kochmobil und gibt regelmäßig Kochworkshops für Kinder, in denen er gemeinsam mit ihnen gesunde Gerichte kocht, zum Teil aus selbst angebautem Gemüse.

Während die beiden weiter den Teig für die Galettes ausbacken wird an anderer Stelle fleißig gerührt: Die Holunderbeerencreme wird gerade fertig gestellt und die ersten beginnen damit, die Creme in kleine Dessertgläschen zu dressieren. Die ganze Arbeitsfläche steht voll mit den Gläschen und eins nach dem anderen wird hochkonzentriert mit der süßen Creme gefüllt. Aber nur bis zur Hälfte: Oben drauf portionieren die nächsten Beiden das zuvor hergestellte und fein passierte Apfelmus aus alten Apfelsorten.

„Die Jugendlichen lernen bei uns, wie man klimafreundlich kochen kann“, erzählt Enza, die den Workshop gemeinsam mit zwei Kollegen betreut. Die Teilnehmer sollen dabei selber kreativ werden, die Produkte im Prozess immer wieder probieren, verfeinern, wieder probieren. Es soll ja schließlich den Anderen später auch schmecken.

In der Zwischenzeit haben Moritz und Christian den Rest des unspektakulär aussehenden Buchweizenteiges in herrlich duftende Galettes verwandelt und beginnen damit, diese für die Gläschen kleinzuschneiden. Die letzten Handgriffe werden gemacht, ein Blatt Minze wird als Garnitur auf die Creme gesetzt. Die ersten Gläschen für den Abend sind fertig. Das Fazit der Teilnehmer? Klare Sache, meint Julia: „Ein tolles Erlebnis!“

Dieser Artikel wurde geschrieben von Marie Haase von der Jugendredaktion der Jungen Presse e.V., die live von der youcoN auf ihrem Magazin www.youthmag.de berichtet und uns diesen Beitrag freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat. Seit über 65 Jahren setzt sich die Junge Presse ehrenamtlich für medieninteressierte Jugendliche ein und ist einer der größten bundesweit aktiven Jugendmedienverbände.

Auf dem Markt der Möglichkeiten mit der Gemeinwohlökonomie

Zur Nachhaltigkeit gehört auch die Wirtschaft. Eine Alternative zum kapitalistischen System bietet die Gemeinwohlökonomie. Jens vertritt auf dem Markt der Möglichkeiten den Stand der Bewegung. Wir haben ihm ein paar Fragen gestellt.

youthmag: Was machst Du hier?

Jens: Ich sitze hier für den Akteurinnen-Kreis Jugend der Gemeinwohlökonomie. Bei der youcoN haben wir unseren ersten Messestand. Wir halten hier Ausschau nach Personen, die Interesse an nachhaltiger Entwicklung haben. Wir sind davon überzeugt, dass sie sich für die Gemeinwohlökonomie begeistern lassen, da sie perfekt zu uns passen.

Wer seid ihr und wie kann man bei euch mitmachen?

Die Gemeinwohlökonomie ist ein Wirtschaftsmodell, dass sich zum höchsten Ziel setzt, ein gutes Leben für alle zu ermöglichen. Basis dafür ist eine Stärkung demokratischer Prozesse und ein menschenwürdiges, solidarisches Miteinander. Einbringen kann man sich bei uns auf allen Ebenen. Wir sind in Akteurinnenkreise (AK) gegliedert, die sich in Regionalgruppen organisieren. Dort kann sich jeder einklinken und mitarbeiten. Die AK erarbeiten verschiedene Themen innerhalb der Gemeinwohlbewegung. So zum Beispiel der AK Bildung, der verschiedene Bildungskonzepte für eine alternative Wirtschaftsbildung in den Schulen entwickelt. Der AK Jugend ist eine Plattform für junge Menschen um sich auszutauschen und Treffen wie Diskussionsrunden zu organisieren. Ein großes Projekt ist für den Sommer 2019 geplant: Eine Aktionswoche nach dem Vorbild der Klimacamps, die wir im Rahmen der Braunkohleproteste kennengelernt haben. Workshops, Konzerte und Vorträge, um international für ein nachhaltiges Wirtschaftssystem zu arbeiten.

Was ist euer Beitrag zur nachhaltigen Bildung?

Unsere Programme aus dem AK Bildung sind ein wichtiger Beitrag. Wir etablieren ein nachhaltiges Wirtschaftssystem, nicht nur ökonomisch, sondern auch ökologisch und schaffen dafür ein Bewusstsein. Wir setzen uns dafür ein, dass nicht nur der Gewinn als Erfolgsdefinition für Unternehmen gilt, sondern der Nutzen für die Gemeinschaft: Denn wenn das die Maxime ist, kann man nur nachhaltig wirtschaften.

Was gefällt dir an der youcoN?

Ich hab noch nicht so viel gesehen, aber die Leute hier sind super interessiert und nett. Interessant ist, dass die youcoN in der Autostadt stattfindet. Ich habe dann aber mit Julian aus dem Organisationsteam gesprochen und den Ansatz, verschiedene Welten aufeinander treffen zu lassen, finde ich sehr spannend.

Welche drei Dinge wünschst du dir für eine nachhaltige Zukunft?

Mehr demokratische Mitbestimmung, eine Gemeinwohlökonomie natürlich, und kürzere Arbeitszeiten für die Menschen um das Leben mehr zu genießen.

Vielen Dank für das Gespräch!

Dieser Artikel wurde geschrieben von Jana Jansen von der Jugendredaktion der Jungen Presse e.V., die live von der youcoN auf ihrem Magazin www.youthmag.de berichtet und uns diesen Beitrag freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat. Seit über 65 Jahren setzt sich die Junge Presse ehrenamtlich für medieninteressierte Jugendliche ein und ist einer der größten bundesweit aktiven Jugendmedienverbände.

Auf dem Markt der Möglichkeiten mit der Deutschen UNESCO-Kommission

Auf dem Markt der Möglichkeiten stellt sich unter anderem die Deutsche UNESCO-Kommission vor. Der Stand wird von Juliane betreut, die für den internationalen Jugendfreiwilligendienst „Kulturweit“ der Deutschen UNESCO Kommission in Berlin arbeitet. Wir haben ein kurzes Interview mit ihr geführt.

youthmag: Was machst Du hier?

Juliane: „Ich bringe den Marktbesuchern den Freiwilligendienst der Deutschen UNESCO-Kommission näher. Mein persönliches Hauptinteresse ist es, zu sehen, wie die youcoN organisiert ist und über welche Themen die Leute im youpaN diskutieren.“

Wie kann man Teil des Freiwilligendienstes werden?

„Grundsätzlich fängt alles mit einer Bewerbung an. Die Freiwilligendienste laufen über sechs oder 12 Monate und finden im Ausland statt. Aktuell kann man sich bis Ende Oktober für den Natur-Freiwilligendienst bewerben und für den Kulturweit-Dienst bis Anfang Dezember. Kommt man vom Auslandsdienst zurück geht unsere Arbeit im aktiven Almuninetzwerk weiter. Im Ausland arbeitet man an Schulen und unterstützt dort beispielsweise den Deutschunterricht, leitet Arbeitsgemeinschaften, macht Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Nationalvertretung, organisiert Kulturveranstaltungen des Goethe-Instituts und so weiter. Wir bieten also ein breites Kulturangebot an, in dem man sich vielfältig einbringen kann. In der Zeit des Dienstes befindet man sich an einem Ort in einer festen Stelle. Uns ist der Fokus auf die Teilnehmenden wichtig: Jeder und jede bringt sich und die eigenen Fähigkeiten ein.“

Was ist euer Beitrag zur nachhaltigen Bildung?

„Nachhaltige Bildung verstehen wir als lebenslanges Lernen. Ja, wir haben einen zeitlich begrenzten Freiwilligendienst. Freiwilliger sein hört aber nicht in Deutschland auf. Kommt man aus dem Ausland zurück, wird man Teil des Alumninetzwerks und der damit verbundenen Arbeit. Unser Beitrag zum BNE sieht darüber hinaus so aus, dass die Freiwilligen vor ihrem Dienst 10 Seminartage bei uns durchführen müssen. In dieser Vorbereitung ist BNE ein großes Thema, vor allem der Umgang mit BNE im Ausland.

Wenn ich Kritik an uns selbst äußern darf, möchte ich anbringen, dass unser ökologischer Fußabdruck deutlich zu groß ist. Wir schicken jährlich 400 Freiwillige ins Ausland, die meistens Langstrecken fliegen. Das ist fatal. Das können wir nicht ändern, das liegt in der Natur des Freiwilligendienstes. Im Alumninetzwerk haben wir eine Arbeitsgemeinschaft gegründet, die an Lösungen arbeitet – beispielsweise Bus und Bahn bevorzugen, wenn es möglich ist. Wir können leider keinen CO2-Ausgleich bezahlen, da wir öffentlich finanziert sind und die Gelder dafür nicht verwendet werden dürfen.“

Was gefällt dir an der youcoN?

„Mir gefällt auch, dass hier ein kritischer Weg in der Autostadt gegangen wird. Im ersten Augenblick widerspricht es sich, die youcoN hier stattfinden zu lassen. Aber die Diskussion wird so auf beiden Seiten angeregt. Ich finde positiv, dass sehr viele junge Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen versammelt sind. Leider findet die BNE auf einer kognitiv-abstrakten Ebene statt. Da ist es wichtig Personen einzubinden mit Deutsch als Zweitsprache sprechen oder kein Abitur haben. Es wird versucht, alle Personen einzubeziehen – das ist schwer, aber ein interessanter Ansatz. Wir müssen es schaffen, die Komplexität runter zu brechen. Hier wird der inklusive Umgang gelebt.“

Welche drei Dinge wünschst du dir für eine nachhaltige Zukunft?

„Ich wünsche mir erstens, dass Nachhaltigkeit ganzheitlich in allen Dimensionen, und nicht nur aus einer ökologischen Perspektive gesehen wird. Zweitens wünsche ich mir privat persönlich, dass alle Vegetarier werden und drittens, dass der Fahrradverkehr in Berlin gestärkt wird.“

Vielen Dank für das Interview und einen erfolgreichen Messestand.

Dieser Artikel wurde geschrieben von Jana Jansen von der Jugendredaktion der Jungen Presse e.V., die live von der youcoN auf ihrem Magazin www.youthmag.de berichtet und uns diesen Beitrag freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat. Seit über 65 Jahren setzt sich die Junge Presse ehrenamtlich für medieninteressierte Jugendliche ein und ist einer der größten bundesweit aktiven Jugendmedienverbände.

Auf dem Markt der Möglichkeiten mit dem SV-Bildungswerk

Zu einer nachhaltigen Bildung gehört Mitbestimmung an Schulen: Lukas vom SV-Bildungswerk vertritt den Verein auf dem Markt der Möglichkeiten. Wir haben ihm ein paar Fragen gestellt.

Was machst du hier?

Aktuell sitze ich hier, betreue unseren Stand für das SV-Bildungswerk und informiere alle Interessenten über unsere Arbeit. Wir setzen uns dafür ein, Beteiligungsstrukturen an Schulen zu stärken, damit Jugendliche ihre Ideen besser umsetzen können und gehört werden.

Wie bringt ihr euch für nachhaltige Entwicklung ein?

Eines unser Kernprojekte ist „Schule-Klima-Wandel“, mit diesem versuchen wir, gemeinsam mit Jugendlichen Strategien zu entwickeln, wie wir dem Klimawandel begegnen können. Dazu besuchen eigens von uns ausgebildete Klimabotschafter Schulen oder Veranstaltungen und geben dort Klimaworkshops. Gemeinsam sprechen wir dann über unsere Rolle und unseren Einfluss auf den Klimawandel und suchen nach Lösungsansätzen.

Wie kann man euch denn unterstützen oder bei euch mitmachen?

Wer Interesse hat, bei uns mitzumachen, hat mehrere Möglichkeiten: Wir bilden junge Menschen zu SV-Beratern und zu Klimabotschaftern aus. Als SV-Berater hilft man Schülervertretungen bei ihrer Arbeit und arbeitet mit ihnen zusammen: Wir beantworten dann Fragen wie „Welche Rechte haben Schülervertretungen?“ oder „Wie können Schülervertretungen ihre Forderungen einbringen?“. Als Klimabotschafter gibt man Workshops für Jugendliche, so wie ich zum Beispiel hier auf der youcoN. Natürlich kann man auch einfach Mitglied bei uns werden und in unseren Strukturen mitwirken.

Was gefällt dir an der youcoN?

Die youcoN ist ein sehr intensiver Kongress. Mir gefällt vor allem, dass die youcoN von jungen Menschen für junge Menschen organisiert wird, das spiegelt sich in sehr vielen Situationen positiv wieder. Einen großen Vorteil sehe ich zudem in der Möglichkeit, kostenfrei an der youcoN teilzunehmen, sodass niemand aus finanziellen Gründen von der Teilnahme ausgeschlossen wird.

Welche drei Dinge wünscht du dir für eine nachhaltige Zukunft?

Auf gesellschaftlicher Ebene wünsche ich mir ein breites Bewusstsein für die Dringlichkeit des Themas – Klimawandel geht uns alle an! Von der Politik erhoffe ich mir Aufmerksamkeit für die Folgen des Wandels, die sich zum Beispiel in Form von Klimaflüchtlingen in den nächsten Jahrzehnten deutlich zeigen werden. Für mich persönlich wünsche ich mir, dass wir alle gemeinsam handeln und zusammen arbeiten, um gegen den Wandel anzugehen.

Lukas, vielen Dank für das Gespräch!

Dieser Artikel wurde geschrieben von Marie Haase von der Jugendredaktion der Jungen Presse e.V., die live von der youcoN auf ihrem Magazin www.youthmag.de berichtet und uns diesen Beitrag freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat. Seit über 65 Jahren setzt sich die Junge Presse ehrenamtlich für medieninteressierte Jugendliche ein und ist einer der größten bundesweit aktiven Jugendmedienverbände.