Positionspapier: Aktionsplan ,,Queer leben“ sichern

19.02.2026 – Positionspapier: Das youpan spricht sich für die Fortführung des Nationalen Aktionsplans ,,Queer leben“ aus.

Das youpan, Jugendforum in der Nationalen Plattform BNE, angegliedert an das BMBFSFJ, spricht sich klar für die Notwendigkeit des Aktionsplans „Queer leben“ aus. Es ist unabdingbar, queeres Leben zu schützen und in der breiten Gesellschaft Aufklärungsarbeit zu leisten.

In den vergangenen Jahren gab es in Deutschland einen Anstieg an queerfeindlichen Straftaten, sodass betroffene Menschen sich in ihrem Alltag und in der Schule nicht mehr sicher fühlen können (EU FRA 2020).


Die Bundesregierung wird den Aktionsplan „Queer leben“ nicht fortsetzen. Dies geht aus einer Antwort der Parlamentarischen Staatssekretärin Mareike Lotte Wulf vom 8. Januar 2026 hervor (BT-Drucksache 21/3520). Ende Januar bestätigte Bundesministerin Karin Prien diese Entscheidung, indem sie den Aktionsplan als Vorhaben der letzten Legislaturperiode einordnete.

Die Zahl der Straftaten im Bereich „Sexuelle Orientierung“ und „Geschlechtsbezogene Diversität“ hat sich seit 2010 nahezu verzehnfacht (Stand 2025). Allein von 2022 bis 2023 stellte das Bundeskriminalamt (BKA) einen Anstieg an queerfeindlichen Taten von knapp 50% fest (BKA 2025).

Zugleich breiten sich queerfeindliche, insbesondere rechte bis rechtsextreme Ideologien zunehmend in jugendnahen Räumen und im schulischen Umfeld aus. Diese Entwicklungen verstärken Ausgrenzung und Unsicherheit für queere junge Menschen. Präventions-, Schutz- und Aufklärungsarbeit sind deshalb keine optionalen Zusatzangebote, sondern ein zentraler Bestandteil demokratischer Bildung. Genau hier setzt der Aktionsplan „Queer leben“ an.

Queere Sichtbarkeit und Aufklärung verstehen wir als Bestandteil von Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) und gelungener Bildung. Im Sinne der 17 Nachhaltigkeitsziele und als Grundlage für erfolgreiche Jugendbeteiligung ist es wichtig, dass für alle jungen Menschen ein möglichst sicherer Raum geschaffen wird. Um das zu erreichen und langfristig eine gemeinsame, wertschätzende und sichere Gesellschaft zu bauen, sind Projekte wie der Nationale Aktionsplan „Queer leben“ absolut essenziell.


Wir fordern deshalb die Bundesregierung und insbesondere Bundesministerin
Karin Prien auf, sich für die Weiterführung des Nationalen Aktionsplan „Queer leben“ einzusetzen. In diesem Zuge rufen wir dazu auf, die Petition „Aktionsplan ‚Queer leben‘ zurückholen“ mitzuzeichnen und zu unterstützen, denn die Sicherheit queeren Lebens muss zu einer Priorität politischer und zivilgesellschaftlicher Akteure werden.

Petition unterzeichnen

Unterzeichne die Petition Aktionsplan “Queer leben” zurückholen! von Nadine Primo und Luna Möbius.

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