Die Zukunft feiern – auf dem „Fest der Zukunft“

Foto: Marie Haase

Nach drei Tagen voller Workshops, Diskussionen und Seminaren zum Thema „Bildung für Nachhaltige Entwicklung“ präsentiert sich der Samstag als „Fest der Zukunft“: Auf dem großen Freigelände vor und rund um die Jugendherberge können sowohl Teilnehmende der youcoN als auch externe Gäste die Zukunft feiern und in verschiedenen Mitmach-Angeboten erleben. Einige Highlights des Tages haben wir euch hier zusammengestellt:

1 Bienenwachstücher als Ersatz für Frischhaltefolie in Eigenregie anfertigen

Frischhaltefolie kommt jeden Tag in zahlreichen Haushalten zum Einsatz und wird dabei aber oft nur wenige Stunden verwendet, um kurz eine zubereitete Speise oder angeschnittene Lebensmittel im Kühlschrank abgedeckt aufzubewahren. Anschließend landet die Folie im Müll.

Am Stand des SV Bildungswerk e.V. können die Besucher eine nachhaltige Alternative dazu selber herstellen: Bienenwachstücher. Zugeschnittene Stoffe werden mit geriebenem Bienenwachs bestreut und anschließend zwischen zwei Seiten Backpapier gebügelt. Das dabei schmelzende Wachs dringt in die Stofffasern ein und macht aus dem weichen Stoff eine beschichtete, elastische Folie, welche sich ganz unkompliziert an abzudeckende Gegenstände anschmiegt. Nach Gebrauch wird das Tuch einfach mit kaltem Wasser abgewaschen. Sollte die Wachsschicht porös werden, kann diese durch erneutes Bügeln wieder aufgefrischt werden.

Foto: Marie Haase
Foto: Marie Haase

2 Regional-vegane Shakes und Smoothies mixen

Am Stand der Stiftung Bildung können Gäste und Teilnehmende ihren eigenen Smoothie aus biologisch hergestellten, veganen und zum Teil regionalen Zutaten kreieren. Ob ein gemüsiger Shake mit Rote Beete, Gurke, Rucola und Hafermilch, ein fruchtiger mit Sanddorn, Rhabarber, Erdbeeren und Joghurt oder eine Kombination aus beidem: Der Kreativität sind hier keine Grenzen gesetzt. Gemixt werden die vorbereiteten Zutaten anschließend, ohne dass dafür Strom benötigt wird: Der Mixer wird von umgewandelter Energie durch ein feststehendes Fahrrad angetrieben. Erst wenn jemand ordentlich in die Pedale tritt, drehen sich die rotierenden Messer schnell genug, um die Zutaten zu pürieren.

Foto: Marie Haase

3 Kleidung tauschen statt neu kaufen

Ungeliebte, nicht mehr passende oder einfach selten getragene Kleidungsstücke können am Stand von Greenpeace gegen neue Kleidung eingetauscht werden. Einzige Voraussetzung: Die Kleidung sollte gut erhalten sein. Da sich viele der Gäste und Teilnehmenden an dem Stand tummeln, ist eine große Auswahl an möglichen Tauschobjekten vorhanden und es finden viele T-Shirts, Hosen oder Schals einen neuen, glücklichen Besitzer.

Am Stand können sich die youcoN-Besucher zudem über fair fashion (fair gehandelte Kleidung) und Öko-Label für Textilien informieren oder herausfinden, welche Optionen es abseits von Kleidertausch gibt, um Textilien ein zweites Leben zu schenken. Möglichkeiten dafür sind zum Beispiel Up-Cycling oder Kleiderspenden an Sozialkaufhäuser oder gemeinnützige Kleiderkammern.

Foto: Nele Kälberloh

4 History-Tour durch das Dokumentationszentrum

Der Veranstaltungsort der youcoN, Prora, hat geschichtlich einiges zu bieten: Geplant als „Kraft durch Freude“-Seebad für bis zu 20.000 Urlauber wurden die angefangenen Bauarbeiten mit Beginn des 2. Weltkrieges eingestellt. Nach dem Krieg wurde aus Prora erst als Flüchtlingslager genutzt, später als Kaserne der „Nationalen Volksarmee“ (NVA) der DDR. Anfang der 90er ging das Gebäude in das Eigentum des Bundes über, nach und nach wurden die Blöcke 1, 2, 3 und 4 an private Investoren verkauft. Der Block 5 gehört dem Landkreis Rügen, 2011 entstand dort die Jugendherberge Prora.

Über diese und viele weitere spannenden, geschichtlichen Hintergründe können sich interessierte Teilnehmende und Gäste während der History-Tour durch das Dokumentationszentrum von Prora informieren und Geschichte so hautnah erleben.

Foto: Nele Kälberloh

5 Nistkästen für heimische Singvögel bauen

Am Stand der Jugendherberge Prora bietet sich für alle Gäste und Teilnehmende die Gelegenheit, aus vorgefertigten Bauteilen ein Nistkasten für die gefiederten Freunde zusammenzubauen. Innerhalb weniger Minuten werden die Holzstücke mit wahlweise Schrauben oder Nägeln zusammengesetzt. Anschließend können die fertigen Nistkästen noch farbig oder klar lackiert werden. Durch den Lack wird die Haltbarkeit des Holzes erhöht, um möglichst lange Freude an dem selbstgebauten Werk zu haben.

Foto: Marie Haase

Wir hoffen, euch hat das Fest der Zukunft ebenso gut gefallen wie uns!

Dieser Artikel wurde geschrieben von Marie Haase von der Jugendredaktion der Jungen Presse e.V., die live von der youcoN auf ihrem Magazin www.youthmag.de berichtet und uns diesen Beitrag freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat. Seit über 65 Jahren setzt sich die Junge Presse ehrenamtlich für medieninteressierte Jugendliche ein und ist einer der größten bundesweit aktiven Jugendmedienverbände.

Was verändert die youcoN eigentlich?

Foto: Carolin Schnelle

Das youpaN und die Stiftung Bildung fördern jedes Jahr einige Projekte von engagierten Jugendlichen.

Mit an die hundert geförderten Projekten hat die Stiftung Bildung bisher viele kreative Köpfe unterstützt, von denen bisher 27  youpaN oder youcoN Teilnehmern sind. Sie stellt das Budget, mit dem die youprO-Projekte der Jugendlichen gefördert werden. Die Förderung liegt zwischen 1€ und 5000€. Doch nicht nur das youpaN bzw. die Stiftung Bildung unterstützen die Projekte. Auch vor Ort gibt es Organisationen wie Schulen oder Vereine, die die jungen Leute fördern.

Von der Idee zum Projekt:

Hat man eine konkrete Idee, wie man etwas zur Bildung für Nachhaltige Entwicklung in seiner Stadt beitragen kann und ist ein junger Mensch zwischen 14 und 27 Jahren, so kann man das youpaN kontaktieren und seine Idee einreichen. Wichtig ist hierbei nur, dass die Idee auch wirklich etwas mit Bildung für Nachhaltige Entwicklung zu tun hat. Das youpaN entscheidet dann, ob diese im Rahmen des youprO gefördert wird. Es ist auch möglich, Ideen, die schon anderswo umgesetzt wurden, in der eigenen Stadt nachzuahmen. Das youpaN betreut dabei die Projekte und kümmert sich um eine gute und erfolgreiche Umsetzung. Ein Beispiel für ein solches Projekt, das von der Stiftung Bildung unterstützt wurde, ist die Nachhaltigkeits-App der 19-jährigen Clara Lauer. Nachdem Clara schon bei der letzten youcoN einen Workshop zum Thema Umweltschutz organisiert und geleitet hat, entwickelte sie nun mithilfe des youprO und der youcoN eine App. Diese befasst sich mit dem Thema Nachhaltigkeit und Bildung für nachhaltige Entwicklung. Man kann sich dort über Wege informieren, wie man seinen Alltag aktiv nachhaltiger gestalten kann.

Dieser Artikel wurde geschrieben von Florian Ring von der Jugendredaktion der Jungen Presse e.V., die live von der youcoN auf ihrem Magazin www.youthmag.de berichtet und uns diesen Beitrag freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat. Seit über 65 Jahren setzt sich die Junge Presse ehrenamtlich für medieninteressierte Jugendliche ein und ist einer der größten bundesweit aktiven Jugendmedienverbände.

Grüne Tauschparty

Prora. Nachdem sich über vier Tage lang 150 junge BildungsgestalterInnen mit dem Thema Nachhaltigkeit auseinandersetzten, wurden auch am letzten Tag der youcoN innovative Methoden für ein nachhaltigeres Leben gefunden. Dabei durfte auf der großen Abschiedsmesse, dem Fest der Zukunft, eine Kleidertauschparty nicht fehlen.

Auf dem Gelände des Festplatzes konnten Teilnehmende der Bildungsveranstaltung alte Kleiderstücke mitbringen und sie gegen interessante Secondhand-Waren eintauschen. Durch die Vielzahl an Tauschenden war eine große Bandbreite an Kleidung vertreten. Denn von Kleidern und Röcken bis hin zu T-Shirts und Kappen stellte der Tauschstand Kleiderstücke für alle Geschlechter aus.  Besonders Frauen zeigten dabei ihre Affinität zum Tauschen: Von den über 50 interessierten Tauschenden identifizierten sich mehr als die Hälfte als weiblich. Geleitet wurde der Stand von Greenpeace-AktivistInnen aus der Umgebung um Prora. Mit der Aktion zeigten sie nachhaltige Alternativen zum Kauf von neuer Kleidung auf, ohne dass Abwechslung im Kleiderschrank fehlen würde.

Der Erfolg der Tauschparty beweist, dass Nachhaltigkeit auch am letzten Tag der Bildungsmesse in vollen Zügen gelebt wurde.

Dieser Artikel wurde geschrieben von Carolin Klein von der Jugendredaktion der Jungen Presse e.V., die live von der youcoN auf ihrem Magazin www.youthmag.de berichtet und uns diesen Beitrag freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat. Seit über 65 Jahren setzt sich die Junge Presse ehrenamtlich für medieninteressierte Jugendliche ein und ist einer der größten bundesweit aktiven Jugendmedienverbände.

Das Freizeitangebot auf der youcoN

Auf der youcoN gab es viele Möglichkeiten, sich in seiner Freizeit zu beschäftigen. Es wurde sowohl ein Programm von der youcoN aus angeboten, als auch von den Teilnehmern selbst, die ihrer Kreativität freien Lauf lassen und eigene Aktivitäten anbieten konnten.

Foto: Carolin Schnelle

Im Eingangsbereich der Jugendherberge wurden dazu auf einer Metaplanwand Ideen für gemeinsame Aktivitäten gesammelt: Es gab ein großes sportliches Angebot wie zum Beispiel Yoga auf der Zeltwiese,  Jogging am Strand, Fußball, Basketball oder Beach-Volleyball auf den jeweiligen Plätzen und Tischtennis an den entsprechenden Platten. Die benötigten Bälle und gegebenenfalls Schläger konnte man sich an der Rezeption ausleihen. Ebenso gab es die Möglichkeit, sich für wenig Geld ein Fahrrad zu mieten um die Umgebung Proras zu erkunden. Diese Option wurde zum Beispiel genutzt, um am Morgen gemeinsam auf „Pokémon Go“-Jagd zu gehen.

Foto: Nele Kälberloh

Zwischendurch konnte man auch diverse Gesellschaftsspiele in den Räumen der Jugendherberge spielen. Am Donnerstagabend wurde in der Halle der Zukunft zudem der Workshop „Primal Painting“ angeboten, in dem man mit Händen und Füßen zu entspannender Musik eigene Kunstwerke erstellen konnte.

Am Abend gab es oft ein gemeinsames Lagerfeuer mit netten Unterhaltungen. Natürlich konnte man auch einen Spaziergang am schönen Sandstrand machen oder ebendort den Abend ausklingen lassen – denn dieser ist ja nur zwei Minuten von der Jugendherberge entfernt.

Dieser Artikel wurde geschrieben von Ennes Karatoprak von der Jugendredaktion der Jungen Presse e.V., die live von der youcoN auf ihrem Magazin www.youthmag.de berichtet und uns diesen Beitrag freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat. Seit über 65 Jahren setzt sich die Junge Presse ehrenamtlich für medieninteressierte Jugendliche ein und ist einer der größten bundesweit aktiven Jugendmedienverbände.

 

youcoN und Bildungsgerechtigkeit

Foto: Carolin Schnelle

Was ist eigentlich Bildungsgerechtigkeit und wie sieht es damit hier bei der youcoN aus? Bildungsgerechtigkeit beschreibt die Gerechtigkeit in Bezug auf Bildungschancen. Damit ist insbesondere die Beseitigung von sozial bedingten Bildungsschranken gemeint. Deutschland liegt in Sachen Bildungsgerechtigkeit eher im Mittelfeld globaler Studien, wie bei der Unicef-Studie, die 41 Industrieländer miteinander vergleicht. Deutschland liegt dort auf Platz 23 von 41.

Bezug zur youcoN

Auf der youcoN gab es genau zu diesem Thema einen Workshop: „Workshop 8: Spielplatz Bildung“ befragte die Teilnehmer, inwiefern sie selbst Bildungsungerechtgikeit erfahren haben. Die Workshopleiter spielten dazu mit den Teilnehmern verschiedene Spiele, die den Teilnehmern zeigen sollten, wie Chancenungleichheit aussieht. Bei der Abschlusspräsentation sollten die Teilnehmer*innen versuchen, das auch den anderen youcoN Teilnehmern zu zeigen.

Bildungsungerechtigkeit bei der youcoN?

Einer der Teilnehmer des Workshops sagte, man sähe auch hier bei der youcoN Bildungsungerechtigkeit. Er kritisierte, dass auf der youcoN deutlich mehr Gymnasiasten und Studierende zu finden seien als z.B. Hauptschüler*innen. Aber war das wirklich so?

Ja leider, es waren etwa 81% der youcoN Teilnehmenden tatsächlich Gymnasiasten auf dem Weg zum Abitur oder sie besaßen es bereits. Nur etwa 16% der Teilnehmenden hatten einen anderen oder gar keinen Abschluss. Der Rest waren Studenten. Das Problem: Es werden nicht immer alle angesprochen, die Hürden sind noch zu groß oder das Interesse fehlt. Das Orga-Team bedauerte das, sagte aber, sie hätten schon viel getan um das zu ändern. Zum Beispiel arbeitete das youcoN Team dieses Jahr erstmals mit der Start-Stiftung zusammen, die Leute aus niedrigeren Bildungsschichten erreichen und ihnen Möglichkeiten und Chancen geben, um bessere Bildung zu erreichen. In den nächsten Jahren will das youcoN Team weiter mit ähnlichen Organisationen zusammenarbeiten und eventuell sogar verschiedene Angebote innerhalb der youcoN anbieten, um sowohl Leute einzugliedern, die tiefer in diese Themen einsteigen wollen und trotzdem weiterhin allen anderen ein lehrreich-informatives Seminar zu ermöglichen. Außerdem wurden Hürden abgebaut, wie die Angabe der Beweggründe zur Anmeldung (so war es im letzten Jahr), um den Zugang zur youcoN einfacher zu machen. Geklappt hat das immerhin schon teilweise: Die youcoN 2019 ist die youcoN mit der höchsten Diversität aller Bildungsschichten bisher. Das youcoN Team hat auf jeden Fall Ambitionen, weiterhin sich für Bildungsgerechtigkeit einzusetzen.

Dieser Artikel wurde geschrieben von Simon Porath von der Jugendredaktion der Jungen Presse e.V., die live von der youcoN auf ihrem Magazin www.youthmag.de berichtet und uns diesen Beitrag freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat. Seit über 65 Jahren setzt sich die Junge Presse ehrenamtlich für medieninteressierte Jugendliche ein und ist einer der größten bundesweit aktiven Jugendmedienverbände.

10 Dinge, die du auf der youcoN gemacht haben musst!

Wir haben dir die ultimative Liste mit Dingen zusammengestellt, die zu einer unvergesslichen youcoN-Erfahrung unserer Meinung nach einfach dazugehören!

 

1 Dein Foto in der Fotobox ausdrucken

Die Fotobox im Eingangsbereich der Jugendherberge druckt dir selbstständig innerhalb weniger Sekunden jedes Foto aus, das du auf Twitter oder Instagram unter dem #ycn19 veröffentlichst. Flute die Timeline deiner Freunde mit Fotos von der youcoN und bring das Farbband in Wallung!

 

2 Deine Glasflasche auffüllen

Fülle die Glasflasche aus deiner Teilnehmertasche mit Fruchtsaftkonzentrat – und das immer und immer wieder! Heißer Tipp Nummer 1: folge nicht den Füllempfehlungen an der Flaschenseite – es sei denn, du willst deine Geschmacksnerven auf Empfindlichkeit testen. Heißer Tipp Nummer 2: Beschrifte die Flasche mit deinem Namen – sonst verlierst du deinen treuen Begleiter schneller, als dir lieb ist.

 

3 Im Zelt schlafen

Schnapp dir Zelt, Isomatte und Schlafsack und schlage dein Lager auf der Wiese vor der Jugendherberge auf! Du lebst das grüne Leben und kannst dich morgens von Sonnenstrahlen (toll) oder Regentropfen (weniger toll) wecken lassen. Gegen die nächtliche Kälte hilft ein zweiter Schlafsack – falls noch einer ausleihbar ist.

 

4 An den Strand gehen

Dir kommt es so vor, als wären 9 von 10 Fotos aus der Fotobox am Strand aufgenommen? Da liegst du ganz richtig! Der Strand ist DER Place-to-be auf der youcoN. Nutz die Mittagspause für einen Sprung in’s kalte Nass und trag‘ den Sand mit deiner Kleidung in die ganze Jugendherberge, um alle Drinnengebliebenen an deiner Erfahrung teilhaben zu lassen.

 

5 Gespannt sein auf’s Mittagessen

Was es wohl gibt – Suppe oder Eintopf? Jeden Tag ist es bis zuletzt eine hochspannende Entscheidung, was wohl heute deinen Teller füllt. Nimm dir dazu eins der 1500 Brötchen und genieß‘ die Einlage aus Kichererbsen oder Tofu.

 

6 Über das Fest der Zukunft schlendern

Am Samstag kannst du auf dem Fest der Zukunft allerlei entdecken und ausprobieren: Mixe dir deinen leckeren Shake oder Smoothie mit Hilfe deiner Beinkraft, tausche deine ausrangierte, ungeliebte Kleidung gegen neue, hippe Fummel oder bau für deine gefiederten Freunde im heimischen Garten ein neues Zuhause!

 

7 Im youcoN.Magazin blättern

Wir haben unsere Eindrücke der youcoN in fesselnden Artikeln festgehalten. Nimm dir unsere gedruckte Ausgabe mit und vertreib‘ dir die lange Rückfahrt in die Heimat mit dieser spannenden Lektüre! Dabei kannst du in Erinnerung schwelgen, wehmütig an die schöne Zeit zurückdenken und dich vielleicht sogar selbst im Magazin entdecken.

 

8 Die Karte für dein Zimmer suchen

Für jedes Zimmer gibt es zwei Schlüsselkarten, die du dir mit bis zu fünf anderen Zimmergenossen teilst. Und spätestens dann, wenn du jetzt gerade ganz, ganz schnell ins Zimmer möchtest, ist natürlich keine der beiden Karten auffindbar…

 

9 Die Umgebung entdecken

Rügen hat viel zu bieten! Leih‘ dir an der Rezeption ein Fahrrad aus und geh‘ auf die Reise. Erkunde die anderen Blöcke und Ruinen von Prora, schlendere über die Strandpromenade von Binz oder spaziere durch den nahegelegenen Wald. Aber verlauf‘ dich nicht – du könntest deinen nächsten Workshop verpassen!

 

10 Weinen wegen der langen Rückfahrt

Dir kam schon die Hinfahrt ewig lang vor? Wir warnen schon einmal vor: Die Rückfahrt dauert genau so lange und die Züge sind am Sonntag des Feiertagswochenendes sicherlich gar nicht mal so überfüllt. Schnapp dir ein leckeres Snack-Paket für die Fahrt und trainier‘ besser schon mal deine Beinmuskeln, falls beim nächsten Umsteigen kein Sitzplatz mehr für dich frei ist.

Dieser Artikel wurde geschrieben von Marie Haase von der Jugendredaktion der Jungen Presse e.V., die live von der youcoN auf ihrem Magazin www.youthmag.de berichtet und uns diesen Beitrag freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat. Seit über 65 Jahren setzt sich die Junge Presse ehrenamtlich für medieninteressierte Jugendliche ein und ist einer der größten bundesweit aktiven Jugendmedienverbände.

Filmreview zu „Science fair“:

Der bei der diesjährigen youcoN in Deutschland uraufgeführte Film „Science fair“, produziert von National Geographic, zeigt die faszinierenden Geschichten von neun Schülern, die sich beim internationalen Wettbewerb „Intel ISEF“, kurz für „Intel International Science and Engineering Fair“ bewerben. Der ca. anderthalb Stunden dauernde Film bringt die Geschichten von Schülern, die aus völlig verschiedenen Gebieten stammen, auf die Leinwand. Diese Schüler kommen aus Amerika, Deutschland und Brasilien. Egal aus welchen Verhältnissen sie kommen, egal auf welche Schule sie gehen oder in welcher Stadt sie wohnen, sie alle haben eine Idee und die Durchsetzungskraft, etwas Großartiges zu erreichen. Während ihrer Reise orientiert sich der Film am Vorbild von Jack Andraka, der 2012 als 15-Jähriger Neuntklässler den „Hauptpreis“ der Veranstaltung, den „Derek E. Moore-Preis“, gewann. Dieser ist im Film immer wieder zu sehen und gibt Statements zur Lage der Teilnehmer.

Um wen geht es im Film?

Ein Beispiel für einen der Schüler ist Kashfir, die sich mit einem biotechnischen Projekt an einem Wettbewerb für einen Platz an der ISEF qualifiziert. Es wird sehr anschaulich auf Kashfirs Leben, vor- und nach der ISEF, eingegangen. Mit ihrem Schulleben in einer eher durchschnittlichen Schule, in der weder ihr Interesse, noch ihr schlussendlicher Erfolg jemanden kümmern, wird die Lage von Schulen in diesen Bereichen in ganz Amerika kritisiert. Doch es ist sehr schön zu sehen, wie sich aus dem schüchternen, zurückhaltenden Mädchen eine extrovertierte, starke Junge Frau mit Durchsetzungsvermögen entwickelt.

Neben Negativbeispielen der amerikanischen Schulen werden auch positive Aspekte gezeigt. Die Lehrerin Dr. Serena McCalla an der Jericho High, die sich um die Schüler und Schülerinnen kümmert, die – erst schulintern, dann im Rahmen der ISEF – an den Science-fair-Wettbewerben teilnehmen, opfert einen Großteil ihrer Freizeit für ihre Schüler. Doch, wenn auch definitiv einige der im Film erwähnten Personen etwas speziell erscheinen, werden auch Erfolgsgeschichten präsentiert. Der Weg von Myllena und Gabriel aus Brasilien, die sich mit einem Heilungsmittel für das Zika-Virus in ihrem Land als eins von acht Projekten für die ISEF qualifiziert haben, ist eine extrem motivierende Geschichte. Was allerdings erstaunlich ist, ist die Tatsache, dass sechs von neun Schülern, auf die genauer eingegangen wird, aus Amerika sind, auch wenn sie vielleicht, wie bei Kashfir, einen Migrationshintergrund haben.

Aber was ist die ISEF?

Bei der Intel ISEF geht es um die Förderung junger Talente im Bereich der Technik und Wissenschaft. 1700 Jugendliche können sich hierfür durch viele lokale oder nationale Wettbewerbe qualifizieren, an der einwöchigen Veranstaltung teilzunehmen. Die Teilnehmenden kommen dabei von überall aus der Welt. Sie werden – je nach Projekt – in eine der 22 Kategorien eingeteilt. Am Ende der Veranstaltung und der Preisverleihung kommt es noch zur Ehrung einer Person mit dem „Derek E. Moore-Preis“, der mit 75.000$ dotiert ist. Teilnehmende erwartet jedoch hierbei ein extremer psychischer Druck, welcher durchaus zu Überarbeitung führen kann. Auch die Regeln sind äußerst scharf: Wer auch nur den kleinsten Regelverstoß begeht, riskiert, direkt rauszufliegen.

Fazit

Insgesamt ist der Film äußerst empfehlenswert. Es wird darauf eingegangen, wie viel man mit einer Idee und genügend Engagement erreichen kann, egal, woher man ist oder welche Sprache man spricht. Es werden Jugendliche gezeigt, die ihre Träume verfolgen und (meistens) auch gewillt sind, alles zu geben, um diesen zu verwirklichen. Diejenigen, die Erfolg haben; und sei es nicht beim ersten Mal, kann eine Zukunft in einer der besten Universitäten weltweit erwarten.

Dieser Artikel wurde geschrieben von Florian Ring von der Jugendredaktion der Jungen Presse e.V., die live von der youcoN auf ihrem Magazin www.youthmag.de berichtet und uns diesen Beitrag freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat. Seit über 65 Jahren setzt sich die Junge Presse ehrenamtlich für medieninteressierte Jugendliche ein und ist einer der größten bundesweit aktiven Jugendmedienverbände.

Ergebnisse der Umfrage zur youcoN

Foto: Nele Kälberloh

Wir haben eine Umfrage für die Teilnehmer der youcoN durchgeführt:

Die Personen sind meist durch Freunde oder Bekannte auf die youcoN aufmerksam geworden oder wurden durch die Junge Presse informiert. Mehr als ein Drittel der befragten Teilnehmer war das erste Mal mit auf der youcoN und nur einer der Befragten war durchgängig mit dabei.

Der Großteil fand guten Anschluss zu den anderen Teilnehmern und hat sich auf der Anlage wohlgefühlt, auch wenn es in der ersten Nacht so kalt war, dass die Zeltenden sich einen zweiten Schlafsack oder Decken ausgeliehen haben.

Viele Teilnehmer halten die Umwelt-Jugendherberge für nachhaltig, allerdings wird der Getränkespender und der Kaffeautomat oft kritisiert, da durch die Einwegflaschen und die Becher aus dem Kaffeautomaten viel Plastikmüll entsteht, obwohl die Jugendherberge auf Nachhaltigkeit bedacht ist. Außerdem gibt es auch einen Snack-Automaten mit diversen Süßigkeiten, welche keineswegs nachhaltig sind.

Auf die Frage:

Setzt ihr euch außerhalb der youcoN auch für Nachhaltigkeit ein?

antworten die meisten damit, dass sie im Großen und Ganzen versuchen, ihren Alltag nachhaltig zu gestalten, indem sie sich für den Klimaschutz engagieren und ihr Bestes für die Klimafreundlichkeit im alltäglichen Leben tun, z.B. mit dem Fahrrad zur Arbeit, Schule oder Universität zu fahren, sich vegetarisch bzw. vegan zu ernähren oder statt Einwegflaschen Glasflaschen zu benutzen.

Dieser Artikel wurde geschrieben von Ennes Karatoprak von der Jugendredaktion der Jungen Presse e.V., die live von der youcoN auf ihrem Magazin www.youthmag.de berichtet und uns diesen Beitrag freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat. Seit über 65 Jahren setzt sich die Junge Presse ehrenamtlich für medieninteressierte Jugendliche ein und ist einer der größten bundesweit aktiven Jugendmedienverbände.

Escape Climate Change

Foto: Ann-Kathrin Hegger

In dem Workshop „ESCAPE CLIMATE CHANGE – Knack´ den Klima Code!“ auf  der Bildungsveranstaltung youcoN testete eine kleine Gruppe den Escape-Box-Protoypen, mit dem Lehrer der Sekundarstufe II ihre Schüler, als Einstieg in Unterrichtsreihen zum Klimawandel, herausfordern können. In der Box befanden sich verschiedene Rätsel, die die Spieler in einer vorgegebenen Zeit lösen mussten, um den Inhalt der Box zu erschließen und Fragen rund zum Thema zu beantworten. „Dieses Spiel ist nur ein Bestandteil aus zwei Blöcken. Es ist Unterrichtsmaterial, um in das Thema des Klimawandels spielerisch einzusteigen. Als Ergänzung bekommen die Lehrer noch weiteres Material, das die Aufgaben im Spiel aufgreift und vertiefend behandelt.“, erklärte der Projekt- und Spielleiter Oliver Kroos. Die transportable Box soll viele Schüler begeistern und einen spielerischen Zugang zum Thema ermöglichen.

Tick Tack – Ein Rennen gegen die Zeit

Das interaktive Spiel ist mit bis zu 30 Personen spielbar. Bevor er startete, erklärte der Spielleiter Oiver Kroos die Regeln: „Ihr dürft nichts zerstören und nur das nutzen, was ihr auf dem Tisch findet. Weitere Hilfsmittel sind verboten.“ Genau 60 Minuten hatten die Spieler Zeit, um die Rätsel in der Box zu lösen. Die Teilnehmer waren neugierig und drängten sich um den Tisch, auf dem eine große Box positioniert war. Der Schnellste von ihnen schnappte sich einen kleinen Zettel, der auf der Box lag und las ihn der Gruppe vor. Die Nachricht kam aus der Zukunft und forderte die Spieler dazu auf, die Ursachen des Klimawandels zu erforschen, denn er würde verheerende Auswirkungen haben. Schnell fand das Team einen ersten Code, der das Schloss an der großen Box öffnete. Ab diesem Zeitpunkt startete ein Wettlauf gegen die Zeit. Ob die Gruppe das Rätsel um den Klimawandel gelöst hat?

Foto: Nele Kälberloh

Gemeinsam arbeiteten sie sich mit den Rätseln quer über den Globus. Sie sortierten die unterschiedlichen Treibhausgase, markierten Länder auf unterschiedlichen Kontinenten mit Saugnäpfen und spannten Fäden zwischen ihnen auf, um die niedrigste und höchste CO2 Bilanz herauszufinden. Während des Spiels teilten die Spieler sich in Kleingruppen auf. Jedes Team betrachtete einen anderen Kontinent und löste unterschiedliche Rätsel. Kurz vor dem Ende kamen die Gruppen wieder zusammen. Als Team mussten sie noch eine wichtige Entscheidung treffen. In der Mitte des Tisches lagen einige Bauklötze mit Vorschlägen, wie der Klimawandel aufgehalten werden könnte. Es galt zu sortieren, welche Maßnahmen einen positiven und welche einen negativen Effekt auf das Klima haben würden. Schnell war der Gruppe klar: Wälder aufforsten ist die bessere Maßnahme als Brandrodung im Regenwald zu betreiben. Nachdem sie die Maßnahmen sortierten, ergaben die Zahlen und Buchstaben auf der Rückseite ein Lösungswort, das den letzten Tresor öffnete. Was sich in dem letzten Tresor befand, bleibt an dieser Stelle geheim.

Das kritisieren die Teilnehmer

„Ich fand es extrem kreativ und es hat mir viel Spaß gemacht.“, sagte der Privatdozent Dr. Dr. Joerg Tremmel, der als Workshop-Teilnehmer den Escape Room testen konnte. Da er schon viele unterschiedliche Escape Rooms gespielt hatte, brachte er einen Vorschlag mit ein: „Vielleicht müsst ihr über eine Lösung nachdenken, bei der der Spielleiter keine Kommandos während des Spiels geben muss.“ Der Einwand ist berechtigt, denn theoretisch könnten die Spieler direkt zum letzten Rätsel springen, weil es keine „Sperren“ in dem Spiel gibt, die verhindern, dass sie Spieler sich einfach einer anderen Aufgabe annehmen. Einige kleine Fehler müssen die Entwickler noch ausbessern, wie zum Beispiel eine fehlerhafte Rechenaufgabe, über die die Spieler gestolpert sind.

Die 19-jährige Teilnehmerin Nele ist begeistert: „Kompliment zur Aufmachung und Gestaltung. Ich finde das Design total ansprechend und cool.“ Die Spielmaterialien sind mehrfach nutzbar, sehr hochwertig sind sie allerdings nicht. Das gibt auch der Entwickler Oliver Kroos zu. Ihnen stehe ein begrenztes Budget zur Verfügung und sie müssen Kosten und  Nutzen gegeneinander abwiegen. Wenn das Material günstig sei, könnten sie viel mehr Boxen herstellen und kostenlos an den Schulen verteilen. Deshalb sei es in Ordnung, dass Materialien für das Nachhaltigkeits-Spiel, wie beispielsweise die Schlösser aus China, importiert werden und die Materialien möglichst günstig eingekauft wurden.

Auf die kritische Nachfrage, woher die Daten und Fakten aus dem Spiel stammen würden, antwortete Oliver Kroos: „Die Zahlen sind belegt, die Quellen stehen im Begleitmaterial. Abgesichert sind wir über das Bundesministerium. Sogar eine Wissenschaftlerin haben wir damit beauftragt, die Hintergrundinformationen zu recherchieren, weil wir uns auf die Wahrheit berufen wollen.“

Lehrer können das Spiel bereits auf der Website des Projekts Escape Climate Change kostenlos vorbestellen, um sich für ihre Schule ein Spiel zu sichern.

Dieser Artikel wurde geschrieben von Ann-Kathrin Hegger von der Jugendredaktion der Jungen Presse e.V., die live von der youcoN auf ihrem Magazin www.youthmag.de berichtet und uns diesen Beitrag freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat. Seit über 65 Jahren setzt sich die Junge Presse ehrenamtlich für medieninteressierte Jugendliche ein und ist einer der größten bundesweit aktiven Jugendmedienverbände.

Zwischen Ghana und Deutschland – Auf den Spuren einer Hilfsorganisation

Viele 15-Jährige haben den Wunsch die Welt zu verbessern. Sie wollen mit anpacken und dabei helfen, eine gerechtere Welt zu schaffen. Meistens jedoch bleibt es bei der Idee. Es fehlt an finanziellen Mitteln und dem konkreten Plan zur Umsetzung. Nicht so bei Nikolas Karanikolas, denn der 20-Jährige gründete bereits mit 15 „Childhood for Children e. V.“, ein eingetragener Verein, der sich der sexuellen Bildung von SchülerInnen in Westafrika verschrieben hat. Wir haben Nikolas getroffen und mit ihm über seine Passion zum Ehrenamt gesprochen.

Nikolas, du warst damals 15, als du auf die Idee gekommen bist, eine Nichtregierungsorganisation in Westafrika zu gründen. Heute leitet „Childhood for Children e.V.“ (CfC) Workshops in ganz Ghana zum Thema der sexuellen Aufklärung, richtet anonyme Abnahmestationen für Kondome ein und organisiert regelmäßig Spendenaktionen in Deutschland. Das klingt alles sehr beeindruckend. Aber wie bist du eigentlich damals auf die Idee gekommen, eine NGO in Westafrika zu gründen?

Die Idee ist 2015 entstanden, als ich zwei Monate lang in Ghana für einen Freiwilligendienst war. Damals habe ich im Labor eines Krankenhauses gearbeitet, ich habe Schwangerschaftstest ausgewertet. Dabei wurde ich mit 15- bis 16-Jährigen Mädchen konfrontiert, die entweder schwanger oder an einer Geschlechtskrankheit erkrankt waren. Das hat mich damals stark bewegt. Ich wusste, dass eine Schwangerschaft bei minderjährigen Mädchen in Ghana noch oft bedeutet, dass junge Frauen die Schule abbrechen müssen. Ich wollte etwas daran ändern. Das war die Geburtsstunde von Childhood for Children.

Du hattest also eine Vision. Du wolltest jungen Frauen helfen und hast die Lösung dafür in der sexuellen Aufklärung gesehen. Wie aber hast du deine Idee in die Praxis umgesetzt?

Das war wahnsinnig schwierig. Der Aufbau von CfC hat auch tatsächlich zwei Jahre gedauert, weil du als 16 bzw. 17-Jähriger einfach nicht weißt, wie du eine NGO aufbauen möchtest, die in Westafrika aktiv ist. Das war wirklich „next-level“. Vor allem für Kooperationsmöglichkeiten hat man sich die Füße wund gelaufen. Zum Beispiel schaffen wir kostenlose und anonyme Abnahmemöglichleiten für Kondome. Einen Partner zu finden war da besonders schwierig. Wir mussten 70 Kondomhersteller kontaktieren, bis überhaupt vier Firmen auf unsere Anfrage geantwortet haben. Von diesen vier hat dabei auch nur eine wirklich zugesagt. Ich hatte Glück, dass ich mich immer auf die Unterstützung von meinen fünf  Mitgründer/innen verlassen konnte.

Eure Organisation wirbt damit, 100% der Spendenerlöse an die Betroffenen vor Ort weiterzuleiten. Wie finanziert ihr anfallende Kosten in den Vereinsstrukturen und die Kosten der Projektworkshops?

Naja, es gibt unterschiedliche Geldquellen. Wir möchten unsere Finanzierung nicht über nur einen Partner laufen lassen. Deswegen werden wir von verschiedenen Partnern gefördert, die uns zum Beispiel die Materialien, wie Kondome, zur Verfügung stellen. Was die Vereinskosten angeht, muss man auch sagen, dass wir so viel wie möglich versuchen zu sparen. Zum Beispiel nehmen wir kein Gehalt für unsere Arbeit. Darüber hinaus finanzieren wir unsere Workshops über Spendenläufe, Kampagnen und Privatspenden.

Ihr seid ein Team von mehreren Freuden, die sich schon seit Jahren kennen. Kann man bei euch auch als Außenstehende/r mitwirken? Und falls ja, welche Qualifikationen sollte man mitbringen?

Klar, wir suchen regelmäßig nach neuen Mitgliedern. Dabei bewirbt man sich über unsere Website. Dort schreiben wir es aus, wenn wir Helfer*innen suchen. Danach nimmt man an einem Auswahlverfahren teil. Um bei uns mitwirken zu können, muss man nur eine geringe Mindestqualifikation erfüllen. Wir versuchen für die Mitarbeit des Programmes eine möglichst niedrige Hürde zu haben. Immerhin sind wir überzeugt, dass das Ehrenamt allen zugänglich sein sollte, unabhängig von Vorerfahrungen. Natürlich hilft es, in einem Verein gearbeitet zu haben, um mit den Vereinsstrukturen klar zu kommen. Aber es kommt vor allem auf die Einstellung und Persönlichkeit unserer Partner/innen an.

Du hast bereits angesprochen, dass du Interessenten aus allen sozio-ökomischen Schichten das Mitmachen ermöglichen möchtest. Wie setzt ihr dieses Versprechen in die Realität um? Immerhin sind Flüge nach Ghana teuer und somit nicht für alle Jugendlichen finanzierbar.

Ja, Flüge nach Ghana sind wirklich nicht billig. Wir wollen mit den Kosten allerdings auch niemaden abschrecken, deswegen müssen unserer Partizipant/innen auch nur einen geringen bis gar keinen Eigenanteil zahlen, wenn es um Flüge oder ähnliches geht. Wir versuchen dabei lokale Unternehmen aus den Heimatstandorten unserer Helfer/innen zu Spenden zu motivieren und bis jetzt hat das auch immer funktioniert, sodass unsere Partner/innen nichts zahlen mussten, um in Ghana mit uns zu arbeiten.

Nun warst du selbst auch schon mehrmals in Ghana. Was waren deine schönsten Erlebnisse aus dieser Zeit?

Mhmm… das ist schwierig. Es gab einfach so viele schöne Momente. Wenn ich allerdings eine Wahl treffen müsste, würde ich einen Einsatz wählen, bei dem wir die Schüler/innen gebeten haben, Fragen zu stellen. Diese waren jedoch so schüchtern, dass wir die Lehrerin gebeten haben, das Klassenzimmer zu verlassen. In der Klasse ist ein Jubelsturm losgebrochen und plötzlich haben alle angefangen, Fragen zu stellen. Letztendlich hatten die Schülerinnen sogar so viele Fragen, dass die Zeit zu kurz war. Das war ein echt cooler Moment. Aber es gibt halt wirklich viele schöne Erlebnisse. Einer der lustigsten Momente war zum Beispiel als ein junger Schüler gefragt hat, nach wie vielen Stunden Sex man ein Kondom wechseln sollte oder ob es auch nach zwei Stunden noch funktioniert. Das zeigt natürlich auch das Unwissen, was immer noch um das Thema Sex herrscht.

Dieser Artikel wurde geschrieben von Carolin Klein von der Jugendredaktion der Jungen Presse e.V., die live von der youcoN auf ihrem Magazin www.youthmag.de berichtet und uns diesen Beitrag freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat. Seit über 65 Jahren setzt sich die Junge Presse ehrenamtlich für medieninteressierte Jugendliche ein und ist einer der größten bundesweit aktiven Jugendmedienverbände.