youprO: Fragezeichner!

Was würde passieren, wenn junge Menschen ihren Fragen folgen? Wenn sie dem nachgehen, was sie wirklich bewegt? In der „Villa Damai“ werden von Ende November 2018 bis Ende April 2019 Antworten gesucht, auf diese und weitere Fragen. Die Villa Damai wird zu einem fünfmonatigen Raum der Fragen, in dem sich jede*r mit gesellschaftskritischen und zukunftsrelevanten Themenfeldern auseinandersetzen kann. Junge Menschen können hier ihren individuellen Fragen nachgehen und gemeinsam an einer nachhaltigen und zukunftsfähigen Lebensweise forschen und diese im gemeinsamen Zusammenwohnen und Lernen unmittelbar leben und anwenden. Getragen und belebt wird die Vila Damai in dieser Zeit von einem Hüterkreis; einer Gruppe von 10-15 jungen Erwachsenen, die für die Wintermonate die finanzielle und inhaltliche Verantwortung für das Haus übernehmen. Der Hüterkreis bildet selber eine intensive Forsch- und Lebensgemeinschaft, die gleichzeitig die Räumlichkeiten der Villa Damai (Seminarraum, Küche, Gästeschlaflager) für Menschen von außerhalb öffnet. So bekommen andere Menschen einerseits Einblick in die Forschungsprozesse und Lernkultur und können andererseits hier selber ihren Fragen nachgehen und Seminare, Treffen oder ähnliches veranstalten. Auch werden die Seminare und Formate, die der Hüterkreis organisiert, zum größten Teil für weitere Teilnehmende offen sein. So entsteht ein kunterbuntes Bildungs- und Projekthaus, in dem brennenden Fragen der Zeit bewegt werden.

 

Villa Damai

Projektort ist die „Villa Damai“. „Damai“ ist das indonesische Wort für Frieden, welches wörtlich übersetzt „Finde deinen Platz und handle danach“ heißt. In den Sommermonaten wird die Villa Damai von „Projekt Peace“ genutzt, einem Bildungs- und Entwicklungsjahr für junge Menschen mit den Themenschwerpunkten Frieden, Ökologie und Kulturwandel. Die Villa Damai bietet eine große Wohnküche, einen Seminarraum für bis zu 25 Personen sowie Schlafmöglichkeiten für bis zu 15 Menschen. Das Projekt soll als Inspiration dienen und die Idee und die gesammelten Erfahrungen an möglichst viele Menschen und Orte weitergetragen werden.

Projektdaten

Ort: Kempten

Zeit: November 2018 bis April 2019

Mit der Digitalisierung in eine nachhaltige Zukunft! Teil 2

Die Bits&Bäume Konferenz in Berlin

Quelle

Am Freitag Abend hieß es dann für mich wieder auf nach Berlin, auf die Konferenz für Digitalisierung und Nachhaltigkeit, wo Räume geschaffen wurden, in dem sich die Bits (Technik-Spezialisten) und die Bäume (Nachhaltigkeits-Spezialisten) austauschen und vernetzen konnten.

Da hab ich auch Sander vom Jugendbeirat Ba-Wü und Christoph und Dilan von der youboX getroffen, mit denen wir gemeinsam den youpaN Stand im Lichtforum vertreten haben.

Die Bits&Bäume war überfüllt von Workshops, Vorträgen, Podiumsdiskussionen und Vernetzungsmöglichkeiten, da auch eine Vielzahl von Organisationen, Vereinen und Initiativen vertreten waren. Einen Überblick über das Programm bekommst du hier und es gibt sogar Videoaufzeichnungen wo du nachverfolgen kannst, was passiert ist.

Prägend für die Bits&Bäume fand ich persönlich, dass es kapitalismuskritisch war und Lösungen durch digitale Technologien, wie freie Software, dezentrale Energiewende, ein freies, dezentrales und sicherheitsfokussiertes Internet und viele andere Technologien gezeigt hat. Es gibt sogar eine ganze Website, die sich der Frage widmet, wie eine neue/andere Gesellschaft (eine commons-basierte Gesellschaft) aussehen könnte, welche nicht auf bisherigen Kapitalismus-Logiken (Markt, Eigentum, Ware, Staat etc.) basiert. Auch die Open Source Ecology (OSE) Germany möchte das Wirtschaftssystem verändern. Sie ist eine ist eine offene Bewegung, die eine Open Source Ökonomie aufbaut, welche sowohl Produktion als auch Verteilung optimiert, und dabei die Regeneration der Umwelt und soziale Gerechtigkeit fördert.

Quelle

Was mich gefreut hat ist, dass einige Bäume (Nachhaltigkeits-Spezialisten) bei ihrem Betriebssystem auf FLOSS (Free/Libre Open Source Software) umgestiegen sind. Ich persönlich benutze die GNU/Linux Distribution Ubuntu. Es gibt zahlreiche Infos im Internet, wie auch du FLOSS benutzen kannst.

Zum Schluss gab wurden noch Forderungen, die aus der Konferenz hervorgegangen sind, vorgestellt. Du kannst sie hier nachlesen: Bits&Bäume Forderungen.

Aufgefallen ist, dass viele Bits gleichzeitig Bäume und Bäume auch gleichzeitig Bits waren/sind, das heißt, Technik-begeisterte Menschen setzen sich auch schon für Nachhaltigkeit ein und Nachhaltigkeits-begeisterte Menschen setzen sich für Technik/Digitalisierung ein, bzw. nutzen sie als ein Werkzeug für eine nachhaltigere Welt.

Fazit:

Das leitet auch sehr gut zum Fazit über, denn die Digitalisierung ist ein Werkzeug und wir Menschen bestimmen, was wir damit machen. Solange wir uns in einem Handels- und Wirtschaftssystem befinden, welches auf Profit und Wachstum basiert, sehen wir, dass Digitalisierung nicht dem Wohle der Menschen und der Umwelt dient, sondern vor allem den großen Konzernen, wie GAFAM, die durch den Datenkapitalismus noch reicher und mächtiger werden.

Folglich muss das oberste Ziel sein, unser globales Handels- und Wirtschaftssystem zu verändern, damit es keinen Anreiz mehr gibt, technologische Werkzeuge zum Schaden und Ausbeutung von Mensch und Erde zu nutzen, sondern zum Wohle aller. Wie das funktionieren könnte wird ausführlich in dem Buch „Das Geldspiel und darüber hinaus“ beschrieben.

Dieser Artikel wurde von Aaron geschrieben.

youprO – Weihnachtsworkshop – nachhaltig schenken

Unsere Projektidee

Wir wollen am 5. Dezember 2018 von 17:30 bis 21:30 im Aldegrevergymnasium in Soest (NRW) einen Workshop zum Herstellen von nachhaltigen Dingen, die als Geschenk zu Weihnachten weitergegeben werden können, ausrichten. Hergestellt werden unter anderem Badesalz, Deo, Wachstücher, Peeling. Mit dem Projekt möchten wir die Mentalität des Schenkens ein kleines bisschen nachhaltiger machen. Heutzutage geht es an Weihnachten häufig nur noch um Konsum. Geschenke werden übereilt und im Stress in den überfüllten Einkaufszentren oder im Internet besorgt. Bis zu Heiligabend habt ihr bestimmt auch schon einmal vergessen, wieso ihr euch eigentlich für ein bestimmtes Geschenk entschieden habt. Durch unseren Workshop, der ein netter und besinnlicher Abend werden soll, wollen wir, dass ihr euch mehr mit dem auseinandersetzt, was ihr schenkt. Es sollen Zeit, Gedanken und Liebe in jedes einzelne Geschenk fließen. Vielleicht macht es ja auch so viel Spaß, dass es zu einer neuen Tradition für euch wird.

Unsere Geschenke sollen nützlich, ressourcenschonend und einfach sein, damit jede*r das Selbermachen Zuhause nachmachen kann. Unsere Geschenke sind sinnvolle Dinge, die ganzjährig gebraucht werden können, ihr könnt daher auch Geburtstagsgeschenke oder einfach ein Überraschungsgeschenk für eure Freund*Innen oder Verwandte herstellen.

Des Weiteren werden wir euch einiges an Bildungsmaterialien zur Erläuterung des Nachhaltigkeitsgedanken zur Verfügung stellen.

 

Projektdaten

Ort: Soest (NRW)

Zeit: 5. Dezember 2018

Mitmachen: Jede*r ist willkommen und kann unter unserer Anleitung an verschiedenen Stationen kleine, nützliche und ressourcenschonende Geschenke anfertigen – von Knete über Deo bis hin zu Bienenwachstüchern ist für jede*n etwas dabei. Die Teilnehmenden können sich frei zwischen den Stationen bewegen und lernen, Dinge selber zu machen, vegane Weihnachtsplätzchen knuspern und mit anderen Teilnehmenden plaudern.

Wenn du mitmachen willst schreib eine Mail an und melde dich an!

 

Mit der Digitalisierung in eine nachhaltige Zukunft? Teil 1

Bild von Manuel Hilscher

Wir leben im Zeitalter eines grundlegenden strukturellen Wandels: der digitalen Revolution. Künstliche Intelligenz (KI), Automatisierung und Autonomisierung, Industrie 4.0, Blockchain, 3D-Drucker, Internet der Dinge und vieles mehr sind Begriffe, die immer öfter fallen und mit denen meine Großeltern, geschweige denn Eltern, wenig anfangen können. So eine technologische Entwicklung hat es noch nie in der Geschichte der Menschheit gegeben und das führt zu vielen Fragen. Die wahrscheinlich wichtigste Frage ist, ob Digitalisierung und Nachhaltigkeit zusammen passt und zusammen gedacht werden soll, ja sogar muss, um vorhandene und auch immer stärker werdende Probleme, wie den Klimawandel, soziale Ungerechtigkeit, Hunger, Armut, Umweltzerstörung etc. zu lösen?

Ermöglicht uns die Digitalisierung mehr Freiheit, indem Maschinen und Roboter die langweiligen, monotonen und gefährlichen Arbeiten übernehmen und wir Menschen uns frei entfalten können oder verursacht die Digitalisierung immer mehr Probleme?

Auf den letzten zwei Veranstaltungen, auf denen ich in Vertretung des Jugendbeirats Ba-Wü und dem youpaN war, sollte es um diese Fragen gehen.

Das THINK-Forum 2018 in Heidelberg

Bild von Manuel Hilscher

Am 15.11.2018 kamen Menschen, die sich für Nachhaltigkeit und Digitalisierung interessieren, im Bürgerhaus B3 zusammen, um sich Gedanken zu machen, wie diese beiden zusammenpassen. Das Forum für junge Visionäre wurde im Vorfeld vom „Wir ernten was wir säen“-Team und dem Jugendbeirat Ba-Wü organisiert.

Es gab zwei Think-Labs mit verschiedenen Themen, jeweils eins am Vormittag und eins am Nachmittag, um sich auszutauschen, von den eingeladenen Experten zu lernen und zu diskutieren.

Es ging um die Arbeitswelt der Zukunft, Industrie & Handwerk 4.0, Datenschatz vs. Datenschutz, Mensch und Maschine, Blockchain, Achtsamkeit in der digitalen Welt und smart food produktion – alles super spannend!

Joschka Bödecker von der Universität Freiburg

Besonders gefallen hat mir der Workshop „Mensch und Maschine“ mit Joschka Bödecker von der Universität in Freiburg, wo es um die neuesten Entwicklungen von KI und Robotik ging. Er hat uns auch von seinen Forschungen erzählt.

Die wichtigsten Punkte am Ende des Tages sind unserer Meinung nach:

  • Technik- & Datensuffizienz: Das bedeutet, genügsamer mit digitalen Geräten umzugehen, die ja doch alle Ressourcen brauchen, um hergestellt zu werden und um zu funktionieren.
  • Datensouveränität: Große Konzerne, wie Google, Apple, Facebook, Amazon und Microsoft (GAFAM), aber auch Staaten, wie USA (NSA) und China, sammeln jegliche Daten von Menschen. Es ist wichtig, sich davor zu schützen, denn Daten sind Informationen und das bedeutet Macht, die missbraucht werden kann (personifizierte Werbung, Manipulation, Überwachung etc.).
  • Gemeinwohlorientierung: Open Source, Commons, Kooperationen, freie Software etc. machen es möglich, dass alle von der Digitalisierung Nutzen haben und nicht, dass nur die großen Konzerne noch reicher und mächtiger werden.
  • Kritische digitale Bildung: Es ist wichtig, die Digitalisierung zu verstehen, damit man besser einschätzen kann, was die Chancen und Risiken sind.

Der Abend wurde bei lockeren Gesprächen zur Vernetzung und Austausch beendet. Mehr zur Nachhaltigkeitsstrategie Baden-Württemberg erfährst du hier.

Wie es dann auf der Bits&Bäume Konferenz in Berlin war, erfährst du im zweiten Teil des Artikels.

Dieser Artikel wurde von Aaron geschrieben.

„Lebensmittel zum Zweck“ – Ein Seminarrückblick

„Lebensmittel zum Zweck. Wie das Wirtschaftssystem im Ernährungssektor wirkt.“ So heißt das Seminar des Vereins Kulturweiter, an dem Marcel und Clara vom 29. Juni bis 01. Juli für das youpaN teilnehmen.

Chaoskochen und ständiges Wachstum

Der Freitagnachmittag beginnt mit einem interessanten Input über die Notwendigkeit und Folgen des Wirtschaftswachstums, dann folgt das „Chaoskochen“: Wir zaubern ein leckeres Abendessen aus den Lebensmittelresten, die jeder von Zuhause mitgebracht hat und probieren direkt aus, wie effektiv Resteverwertung sein kann.

Auch Samstag und Sonntag sind eine bunte Mischung aus theoriereichem und praxisorientierten Programm. Wir lernen, wie der „Wachstumszwang“ auch in der Lebensmittelbranche wirkt: Einerseits werden Löhne und andere Sozialleistungen durch das Profitstreben gedrückt, andererseits werden ständig neue Produkte, eines fragwürdiger als das Nächste, entwickelt, um Marktnischen zu füllen.

Prinzessinengarten Berlin

BNE ganz praktisch

Aus dem Seminar nehmen wir viele kreative Methoden mit, die wir auch in unseren Workshops einsetzen können. Höhepunkt des Wochenendes ist meiner Meinung nach auf jeden Fall die Führung in den Prinzessinengärten Berlins: Hier wird biologisch angebaut, es gibt ausgeklügelte Kompost-Systeme, Wildkräuter die nach Wasabi schmecken und kerngesunde, lebensfrohe Bienen. Und Bildung für nachhaltige Entwicklung wird dabei ganz natürlich mitbetrieben!

Prinzessinengarten Berlin

Der Artikel wurde von Clara verfasst. Die Bilder sind von Marcel.

Der Welt-Erschöpfungs-Tag

Kein Grund zu feiern

Am 2. August 2017 war der Welt-Erschöpfungs-Tag. Eigentlich kein Grund um zu feiern. Denn bis zu diesem Tag hat die Menschheit so viele Ressourcen benutzt, wie in unserer Natur in einem Jahr wieder nachwachsen können. Zum Beispiel wurden mehr Fische gefischt, als sich vermehren können oder mehr Müll abgeladen, als verrotten kann. Das hat an vielen Orten auf dieser Welt schlimme Folgen. So gibt es den Klimawandel, Tiere sterben aus oder es gibt nicht genug Wasser, um Gemüse anzubauen.

Entwicklungen und Unterschiede

Wenn wir weiter so viel verbrauchen, dann brauchen wir im Jahr 2030 schon zwei Planeten, um genug nachwachsende Rohstoffe zu haben. Denn das Datum des Welt-Erschöpfungs-Tages ist jedes Jahr etwas früher. Letztes Jahr war der Tag noch am 8. August. Und im Jahr 1987 erst am 19. Dezember.

Übrigens: Wenn alle Menschen so viel verbrauchen wie wir in Deutschland, dann wäre der Welt-Erschöpfungs-Tag schon am 24. April. Wenn du mehr über den Ressourcen-Verbrauch von verschiedenen Ländern wissen willst, dann klick hier.

Und wenn du wissen möchtest, wie sich das Datum des Welt-Erschöpfungs-Tages  errechnet, dann guck dir doch den Blog-Beitrag zum ökologischen Fußabdruck an.

3 Tipps für ein nachhaltigeres Leben

Pfand statt Pappe

Sicher ist es dir auch schon aufgefallen. Überall laufen Menschen mit Coffee-to-go-Bechern rum. Schön, dass so vielen ihr Kaffee schmeckt. Doof, dass dabei allein in Deutschland mehr als 3.000.000.000 Becher pro Jahr verbraucht werden. Das heißt es entstehen riesige Müllberge. Dabei kann man das leicht ändern. In vielen Cafés kannst du dir deinen Kaffee oder deine heiße Schokolade auch in einen mitgebrachten Becher schütten lassen. Und in ein paar Stäten kannst du dir Becher leihen, die du immer wieder auffüllen kannst. Coole Idee, oder?

Hahn schlägt Plastikflasche

Wusstest du, dass in Deutschland das Wasser aus dem Wasserhahn überall trinkbar ist? Füll deine Trinkflasche einfach mit Leitungswasser und los geht’s. Das Tolle daran ist: Du sparst eine Menge Geld. Ein Liter Wasser aus der Leitung kostet nämlich nur 0,2 Cent. Hättest du das gewusst? Die meisten Leute nicht. Und außerdem sparst du dir die Schlepperei von Getränkekisten.

Noch Standby oder schon aus?

Elektrogeräte wie Laptops oder Fernseher verbrauchen auch im Energiesparmodus Strom. Auch wenn sie auf „Standby“ geschaltet sind. Und das gar nicht so wenig. Wenn man alle Geräte richtig ausschaltet, würden wir insgesamt 15 Prozent weniger Strom verbrauchen. Und das nur, wenn wir unsere Geräte den Stecker ziehen. Wir von der youboX denken: Stromsparen kann ziemlich leicht sein.

Wenn du auch noch ein paar Tipps hast, her damit. Schreib uns einfach einen Kommentar.