youprO: Wegweiser

Die Projektidee

Das Projekt Wegweiser verfolgt das Ziel, junge Menschen bei ihrer Sinnfindung und Selbstverwirklichung zu unterstützen. Indem eine Auseinandersetzung mit zentralen lebensphilosophischen Themen wie Sinn, Glück, Achtsamkeit und Verantwortung gefördert wird, soll zum einen die Idee einer ganzheitlichen und humanistischen Bildung an Schulen begünstigt, zum anderen das Bewusstsein junger Menschen mehr zum bedachten Umgang mit sich selbst und der Umwelt geführt werden.  

Um dies zu erreichen, soll zunächst im ersten Schritt des Projekts eine Studie zum Thema Sinn & Selbstwert an Schulen mit ca. 400 Teilnehmer*Innen durchgeführt werden. Dabei soll an erster Stelle eine Antwort auf die Frage geliefert werden, welchen Sinn Schüler für ihr persönliches Leben sehen bzw. anstreben. Anschließend besteht die Hauptleistung des Projekts, aufbauend auf den Ergebnissen der Studie, aus der Bereitstellung eines gedruckten philosophischen Arbeitshefts, das sowohl an Schüler*Innen als auch an Lehrer*Innen verteilt werden soll.  

Das Arbeitsheft ist dadurch charakterisiert, dass man darin selbst lebensnahe und relevante Themen aus dem Bereich der Philosophie bearbeiten kann und nicht nur philosophische Texte zum Lesen bekommt. Ziel der im Arbeitsheft dargestellten Inhalte soll sein, jungen Menschen dabei zu helfen, herauszufinden, wer sie sind, was ihre Fähigkeiten sind und wie sie mit ihren Fähigkeiten und Talenten etwas in der Welt bewegen können. Die Inhalte des Arbeitshefts werden außerdem vor Ort an Schulen in verschiedenen Klassen und ggf. noch in einer Arbeitsgemeinschaft bearbeitet.

Der Projektpartner vor Ort ist das Heinrich-Heine-Gymnasium in Ostfildern-Nellingen. Das Projekt Wegweiser ist so konzipiert, dass es jederzeit und an jedem Ort wiederholbar ist, da die Materialien einfach reproduzierbar und erweiterbar sind. Das Projekt kann daher auch als Lehreinheit, Workshop oder Arbeitsgemeinschaft durchgeführt werden.

Bildung für Nachhaltige Entwicklung bekannt machen

Das Projekt Wegweiser soll die Welt nachhaltiger machen, indem ein Grundstein für Achtsamkeit und Selbstreflexion im Bewusstsein junger Menschen gelegt wird. Nachhaltigkeit ist hierbei so zu verstehen, dass junge Menschen erkennen, mit welchen ihrer Fähigkeiten sie etwas zur Gemeinschaft beitragen können und dabei sozusagen mit sich selbst im Reinen sind und persönlich Glück sowie Zufriedenheit empfinden können. Die Auseinandersetzung mit konkreten philosophischen Inhalten trägt nicht nur zu einer ganzheitlichen Bildung bei, sondern macht junge Menschen zudem aufmerksamer im Umgang mit sich selbst und der Umwelt, das heißt mit der Natur und anderen Menschen.  

Der Begriff „Nachhaltigkeit“ wird im Projekt Wegweiser in zwei Formen verwendet, die eng miteinander verbunden sind. Einerseits wird Nachhaltigkeit im Sinne einer offenen, sinnstiftenden und lebensbereichernden Bildung für junge Menschen verstanden und andererseits im Sinne eines achtsamen Umgangs mit sich selbst, der Natur und der sozialen Gemeinschaft. Beide Formen der Nachhaltigkeit zu lernen und auch weitergeben zu können, setzt den gedanklichen Umgang mit spezifischen Themen dieses Gebiets voraus, darunter beispielsweise die Themen Verantwortung und Selbstbewusstsein.  

Das philosophische Arbeitsheft liefert als Lehrmaterial eine gute Grundlage dafür, diesen zentralen Schritt zu mehr Nachhaltigkeit in der Welt, zu fördern. Die Machart des Projekts erlaubt es zudem die Grundidee der Förderung von Nachhaltigkeit schnell zu verbreiten. 

Ort: Ostfildern-Nellingen

Zeit: November 2018 bis Novemebr 2019

Werde aktiv – mit unserem BNE-Projekt-Reader

Projekte machen mit Methode(n)! – Endlich ist er da! Unser Reader mit Ideen, Tipps und Anregungen zur Planung und Umsetzung für dein Projekt einer nachhaltigeren Welt.

Hier findest du den Reader als Download!

Projekte machen mit Methode(n)

Du hast eine oder mehrere Ideen, wie du die Welt besser machen möchtest? Dir fehlen aber Erfahrungen und Methoden, wie man ein Projekt erfolgreich managt und umsetzt?

Wir unterstützen dich bei der Umsetzung deiner Idee(n) und zeigen dir Schritt für Schritt, wie du dein Projekt zum Erfolg führst. Blätter dich einfach durch unsere Broschüre und schau dir die unterschiedlichen Tools dafür an.

Projekte einfach unterteilen und leichter planen

Für die erfolgreiche Umsetzung unterteilen wir das Projekt in 5 Phasen. Vom Projektbeginn bei dem das Projektziel definiert wird, über die Überprüfung, Planung, Umsetzung und am Ende zum erfolgreichen Abschluss.

Smarte Methode für coole Projekte

Innerhalb der einzelnen Projekt-Phasen zeigen wir dir anhand unterschiedlicher Methoden, wie du ganz konkret dein Projekt verwirklichst. Für jede Phase haben wir dir Methoden rausgesucht, mit denen du auf unterschiedliche Art und Weise Herausforderungen meistern kannst.

Zum Beispiel mithilfe der SMART-Methode mit der du bei Projektbeginn (Phase1) mit fünf Fragen dein Projektziel formulieren kannst. Für Projekteinsteiger*Innen und strukturierte Köpfe genau das Richtige!

Auch wenn du jetzt noch keine konkreten Vorstellungen hast und nicht weißt, wie man daraus ein Projekt machen kann, ist das kein Hinderniss.  Schau auf unserer Website vorbei, was andere für tolle Projekte umgesetzt haben. Nutze die Chance und melde dich bei uns, allein oder mit deinen Freund*Innen, um die Welt ein Stück besser zu machen!

youprO: Fragezeichner!

Was würde passieren, wenn junge Menschen ihren Fragen folgen? Wenn sie dem nachgehen, was sie wirklich bewegt? In der „Villa Damai“ werden von Ende November 2018 bis Ende April 2019 Antworten gesucht, auf diese und weitere Fragen. Die Villa Damai wird zu einem fünfmonatigen Raum der Fragen, in dem sich jede*r mit gesellschaftskritischen und zukunftsrelevanten Themenfeldern auseinandersetzen kann. Junge Menschen können hier ihren individuellen Fragen nachgehen und gemeinsam an einer nachhaltigen und zukunftsfähigen Lebensweise forschen und diese im gemeinsamen Zusammenwohnen und Lernen unmittelbar leben und anwenden. Getragen und belebt wird die Vila Damai in dieser Zeit von einem Hüterkreis; einer Gruppe von 10-15 jungen Erwachsenen, die für die Wintermonate die finanzielle und inhaltliche Verantwortung für das Haus übernehmen. Der Hüterkreis bildet selber eine intensive Forsch- und Lebensgemeinschaft, die gleichzeitig die Räumlichkeiten der Villa Damai (Seminarraum, Küche, Gästeschlaflager) für Menschen von außerhalb öffnet. So bekommen andere Menschen einerseits Einblick in die Forschungsprozesse und Lernkultur und können andererseits hier selber ihren Fragen nachgehen und Seminare, Treffen oder ähnliches veranstalten. Auch werden die Seminare und Formate, die der Hüterkreis organisiert, zum größten Teil für weitere Teilnehmende offen sein. So entsteht ein kunterbuntes Bildungs- und Projekthaus, in dem brennenden Fragen der Zeit bewegt werden.

 

Villa Damai

Projektort ist die „Villa Damai“. „Damai“ ist das indonesische Wort für Frieden, welches wörtlich übersetzt „Finde deinen Platz und handle danach“ heißt. In den Sommermonaten wird die Villa Damai von „Projekt Peace“ genutzt, einem Bildungs- und Entwicklungsjahr für junge Menschen mit den Themenschwerpunkten Frieden, Ökologie und Kulturwandel. Die Villa Damai bietet eine große Wohnküche, einen Seminarraum für bis zu 25 Personen sowie Schlafmöglichkeiten für bis zu 15 Menschen. Das Projekt soll als Inspiration dienen und die Idee und die gesammelten Erfahrungen an möglichst viele Menschen und Orte weitergetragen werden.

Projektdaten

Ort: Kempten

Zeit: November 2018 bis April 2019

Mit der Digitalisierung in eine nachhaltige Zukunft! Teil 2

Die Bits&Bäume Konferenz in Berlin

Quelle

Am Freitag Abend hieß es dann für mich wieder auf nach Berlin, auf die Konferenz für Digitalisierung und Nachhaltigkeit, wo Räume geschaffen wurden, in dem sich die Bits (Technik-Spezialisten) und die Bäume (Nachhaltigkeits-Spezialisten) austauschen und vernetzen konnten.

Da hab ich auch Sander vom Jugendbeirat Ba-Wü und Christoph und Dilan von der youboX getroffen, mit denen wir gemeinsam den youpaN Stand im Lichtforum vertreten haben.

Die Bits&Bäume war überfüllt von Workshops, Vorträgen, Podiumsdiskussionen und Vernetzungsmöglichkeiten, da auch eine Vielzahl von Organisationen, Vereinen und Initiativen vertreten waren. Einen Überblick über das Programm bekommst du hier und es gibt sogar Videoaufzeichnungen wo du nachverfolgen kannst, was passiert ist.

Prägend für die Bits&Bäume fand ich persönlich, dass es kapitalismuskritisch war und Lösungen durch digitale Technologien, wie freie Software, dezentrale Energiewende, ein freies, dezentrales und sicherheitsfokussiertes Internet und viele andere Technologien gezeigt hat. Es gibt sogar eine ganze Website, die sich der Frage widmet, wie eine neue/andere Gesellschaft (eine commons-basierte Gesellschaft) aussehen könnte, welche nicht auf bisherigen Kapitalismus-Logiken (Markt, Eigentum, Ware, Staat etc.) basiert. Auch die Open Source Ecology (OSE) Germany möchte das Wirtschaftssystem verändern. Sie ist eine ist eine offene Bewegung, die eine Open Source Ökonomie aufbaut, welche sowohl Produktion als auch Verteilung optimiert, und dabei die Regeneration der Umwelt und soziale Gerechtigkeit fördert.

Quelle

Was mich gefreut hat ist, dass einige Bäume (Nachhaltigkeits-Spezialisten) bei ihrem Betriebssystem auf FLOSS (Free/Libre Open Source Software) umgestiegen sind. Ich persönlich benutze die GNU/Linux Distribution Ubuntu. Es gibt zahlreiche Infos im Internet, wie auch du FLOSS benutzen kannst.

Zum Schluss gab wurden noch Forderungen, die aus der Konferenz hervorgegangen sind, vorgestellt. Du kannst sie hier nachlesen: Bits&Bäume Forderungen.

Aufgefallen ist, dass viele Bits gleichzeitig Bäume und Bäume auch gleichzeitig Bits waren/sind, das heißt, Technik-begeisterte Menschen setzen sich auch schon für Nachhaltigkeit ein und Nachhaltigkeits-begeisterte Menschen setzen sich für Technik/Digitalisierung ein, bzw. nutzen sie als ein Werkzeug für eine nachhaltigere Welt.

Fazit:

Das leitet auch sehr gut zum Fazit über, denn die Digitalisierung ist ein Werkzeug und wir Menschen bestimmen, was wir damit machen. Solange wir uns in einem Handels- und Wirtschaftssystem befinden, welches auf Profit und Wachstum basiert, sehen wir, dass Digitalisierung nicht dem Wohle der Menschen und der Umwelt dient, sondern vor allem den großen Konzernen, wie GAFAM, die durch den Datenkapitalismus noch reicher und mächtiger werden.

Folglich muss das oberste Ziel sein, unser globales Handels- und Wirtschaftssystem zu verändern, damit es keinen Anreiz mehr gibt, technologische Werkzeuge zum Schaden und Ausbeutung von Mensch und Erde zu nutzen, sondern zum Wohle aller. Wie das funktionieren könnte wird ausführlich in dem Buch „Das Geldspiel und darüber hinaus“ beschrieben.

Dieser Artikel wurde von Aaron geschrieben.

youprO – Weihnachtsworkshop – nachhaltig schenken

Unsere Projektidee

Wir wollen am 5. Dezember 2018 von 17:30 bis 21:30 im Aldegrevergymnasium in Soest (NRW) einen Workshop zum Herstellen von nachhaltigen Dingen, die als Geschenk zu Weihnachten weitergegeben werden können, ausrichten. Hergestellt werden unter anderem Badesalz, Deo, Wachstücher, Peeling. Mit dem Projekt möchten wir die Mentalität des Schenkens ein kleines bisschen nachhaltiger machen. Heutzutage geht es an Weihnachten häufig nur noch um Konsum. Geschenke werden übereilt und im Stress in den überfüllten Einkaufszentren oder im Internet besorgt. Bis zu Heiligabend habt ihr bestimmt auch schon einmal vergessen, wieso ihr euch eigentlich für ein bestimmtes Geschenk entschieden habt. Durch unseren Workshop, der ein netter und besinnlicher Abend werden soll, wollen wir, dass ihr euch mehr mit dem auseinandersetzt, was ihr schenkt. Es sollen Zeit, Gedanken und Liebe in jedes einzelne Geschenk fließen. Vielleicht macht es ja auch so viel Spaß, dass es zu einer neuen Tradition für euch wird.

Unsere Geschenke sollen nützlich, ressourcenschonend und einfach sein, damit jede*r das Selbermachen Zuhause nachmachen kann. Unsere Geschenke sind sinnvolle Dinge, die ganzjährig gebraucht werden können, ihr könnt daher auch Geburtstagsgeschenke oder einfach ein Überraschungsgeschenk für eure Freund*Innen oder Verwandte herstellen.

Des Weiteren werden wir euch einiges an Bildungsmaterialien zur Erläuterung des Nachhaltigkeitsgedanken zur Verfügung stellen.

 

Projektdaten

Ort: Soest (NRW)

Zeit: 5. Dezember 2018

Mitmachen: Jede*r ist willkommen und kann unter unserer Anleitung an verschiedenen Stationen kleine, nützliche und ressourcenschonende Geschenke anfertigen – von Knete über Deo bis hin zu Bienenwachstüchern ist für jede*n etwas dabei. Die Teilnehmenden können sich frei zwischen den Stationen bewegen und lernen, Dinge selber zu machen, vegane Weihnachtsplätzchen knuspern und mit anderen Teilnehmenden plaudern.

Wenn du mitmachen willst schreib eine Mail an und melde dich an!

 

Weltbildungsbericht 2019: erschwerter Zugang zu Bildung für Geflüchtete

UNESCO Weltbildungsbericht 2019 zeigt weltweit Benachteiligungen beim Bildungszugang für Geflüchtete und Migrant*Innen auf

Am 20.11.2018 wurde der UNESCO Weltbildungsbericht 2019 zu Flucht und Migration in Berlin vorgestellt, in dem auf die Benachteiligung von Migrant*Innen und Geflüchteter in der Bildung aufmerksam gemacht wurde.

In vielen Teilen der Welt wird Kindern von geflüchteten Menschen sowie Migrant*Innen das Recht auf hochwertige Bildung nur unzureichend gewährt. Insgesamt verpassten geflüchtete Kinder in den letzten 2 Jahren 1,5 Milliarden Schultage. Ohne die Chance auf Bildung nimmt man diesen Kindern die Zukunft weg und verpasst zudem eine wichtige Möglichkeit die Gesellschaft als Ganzes weiterzuentwickeln.

Deutschland hat bei der Integration von geflüchteten Menschen in das Bildungssystem bereits viel erreicht. Vor allem die Sprachförderung spielt dabei eine zentrale Rolle. Viele andere Länder schließen Geflüchtete jedoch aus Bildungssystemen aus. Asylsuchende Kinder, die in Ländern wie z. B. Australien, Ungarn oder Mexiko leben, haben allenfalls nur eingeschränkten Zugang zu Bildung. Einige Länder bieten Geflüchteten nicht einmal Sprachkurse an.

Das Autor*Innenteam des UNESCO Weltbildungsberichts fordert daher unter anderem;

  • das Recht auf Bildung von Migrant*Innen und Geflüchteten zu gewährleisten und in die nationalen Bildungssysteme einzubinden.
  • Migration und Flucht im Unterricht zu thematisieren, um Vorurteile abzubauen und Lehrkräfte von Migrant*Innen und Geflüchteten auf Diversität vorzubereiten
  • das Potential von Migrant*Innen und Geflüchteten zu nutzen

Bildung findet nicht nur in der Schule und an Universitäten statt, sondern auch außerhalb. Wenn Ihr euch einbringen wollt und Geflüchteten helfen wollt, sprecht doch einfach mal eure Lehrer*Innen oder Fördervereine an und fragt, wie ihr Geflüchteten am besten helfen könnt. Der direkte Kontakt mit Geflüchteten ist eine super Gelegenheit zum Erlernen der Sprache und damit zu guten Bildungschancen. Ein tolles Beispiel hat unser youprO thinktank geliefert, bei dem wir Bildung für nachhaltige Entwicklung für Menschen mit Migrationshintergrund gemacht haben.

Den Weltbildungsbericht findest du hier auch als Video!

Mit der Digitalisierung in eine nachhaltige Zukunft? Teil 1

Bild von Manuel Hilscher

Wir leben im Zeitalter eines grundlegenden strukturellen Wandels: der digitalen Revolution. Künstliche Intelligenz (KI), Automatisierung und Autonomisierung, Industrie 4.0, Blockchain, 3D-Drucker, Internet der Dinge und vieles mehr sind Begriffe, die immer öfter fallen und mit denen meine Großeltern, geschweige denn Eltern, wenig anfangen können. So eine technologische Entwicklung hat es noch nie in der Geschichte der Menschheit gegeben und das führt zu vielen Fragen. Die wahrscheinlich wichtigste Frage ist, ob Digitalisierung und Nachhaltigkeit zusammen passt und zusammen gedacht werden soll, ja sogar muss, um vorhandene und auch immer stärker werdende Probleme, wie den Klimawandel, soziale Ungerechtigkeit, Hunger, Armut, Umweltzerstörung etc. zu lösen?

Ermöglicht uns die Digitalisierung mehr Freiheit, indem Maschinen und Roboter die langweiligen, monotonen und gefährlichen Arbeiten übernehmen und wir Menschen uns frei entfalten können oder verursacht die Digitalisierung immer mehr Probleme?

Auf den letzten zwei Veranstaltungen, auf denen ich in Vertretung des Jugendbeirats Ba-Wü und dem youpaN war, sollte es um diese Fragen gehen.

Das THINK-Forum 2018 in Heidelberg

Bild von Manuel Hilscher

Am 15.11.2018 kamen Menschen, die sich für Nachhaltigkeit und Digitalisierung interessieren, im Bürgerhaus B3 zusammen, um sich Gedanken zu machen, wie diese beiden zusammenpassen. Das Forum für junge Visionäre wurde im Vorfeld vom „Wir ernten was wir säen“-Team und dem Jugendbeirat Ba-Wü organisiert.

Es gab zwei Think-Labs mit verschiedenen Themen, jeweils eins am Vormittag und eins am Nachmittag, um sich auszutauschen, von den eingeladenen Experten zu lernen und zu diskutieren.

Es ging um die Arbeitswelt der Zukunft, Industrie & Handwerk 4.0, Datenschatz vs. Datenschutz, Mensch und Maschine, Blockchain, Achtsamkeit in der digitalen Welt und smart food produktion – alles super spannend!

Joschka Bödecker von der Universität Freiburg

Besonders gefallen hat mir der Workshop „Mensch und Maschine“ mit Joschka Bödecker von der Universität in Freiburg, wo es um die neuesten Entwicklungen von KI und Robotik ging. Er hat uns auch von seinen Forschungen erzählt.

Die wichtigsten Punkte am Ende des Tages sind unserer Meinung nach:

  • Technik- & Datensuffizienz: Das bedeutet, genügsamer mit digitalen Geräten umzugehen, die ja doch alle Ressourcen brauchen, um hergestellt zu werden und um zu funktionieren.
  • Datensouveränität: Große Konzerne, wie Google, Apple, Facebook, Amazon und Microsoft (GAFAM), aber auch Staaten, wie USA (NSA) und China, sammeln jegliche Daten von Menschen. Es ist wichtig, sich davor zu schützen, denn Daten sind Informationen und das bedeutet Macht, die missbraucht werden kann (personifizierte Werbung, Manipulation, Überwachung etc.).
  • Gemeinwohlorientierung: Open Source, Commons, Kooperationen, freie Software etc. machen es möglich, dass alle von der Digitalisierung Nutzen haben und nicht, dass nur die großen Konzerne noch reicher und mächtiger werden.
  • Kritische digitale Bildung: Es ist wichtig, die Digitalisierung zu verstehen, damit man besser einschätzen kann, was die Chancen und Risiken sind.

Der Abend wurde bei lockeren Gesprächen zur Vernetzung und Austausch beendet. Mehr zur Nachhaltigkeitsstrategie Baden-Württemberg erfährst du hier.

Wie es dann auf der Bits&Bäume Konferenz in Berlin war, erfährst du im zweiten Teil des Artikels.

Dieser Artikel wurde von Aaron geschrieben.

Das youpaN bekommt Verstärkung

Schon am Mittwoch, den 7.11.18 haben sich Marcel und ich (Aaron) auf den Weg nach Berlin gemacht, um bei zwei wichtigen Dingen dabei zu sein: Die Projektbeiratssitzung und das Onboarding neuer Mitglieder.

Aaron (youpaN) und Lukasz (Stiftung Bildung) stellen das youpaN vor

Projektbeiratssitzung

Am Donnerstagmorgen haben wir uns im Posteo Lab mit der youboX getroffen, um alles vorzubereiten. Nach dem Eintreffen der anderen ging es auch schon mit einer Reflektionsphase und Bestandsaufnahme los. Was ist seit Beginn des youpaNs passiert und was haben wir noch vor. So wurde aus den vier Themenbereichen berichtet: youcoN, youInfo, youpaN und youprO.

Der Projektbeirat im Posteo Lab

Die wichtigsten Neuigkeiten auf eine Blick:

  • die youcoN 2019 findet vom 29.05-02.06  statt – vormerken!
  • für youInfo ist der NAP in leichter Sprache, ein BNE-Erklärvideo und eine super coole BNE-App geplant – sei gespannt
  • 14 youprOs wurden schon umgesetzt oder sind in Planung – da gibt es noch Potenzial nach oben, deshalb mach auch du deine Idee zum Projekt und gestalte die Zukunft!
  • es gibt 10 neue youpaN Mitglieder! Das youpaN bekommt Verstärkung

Unsere 14 BNE-Mikroprojekte

Onboarding neuer youpaN-Mitglieder

Damit wir auch mit den neuen Mitgliedern direkt durchstarten können, wurden die fünf, die in der ersten Bewerbungsrunde ausgewählt wurden, ins Posteo Lab eingeladen und von der youboX, Marcel und mir in die Arbeit eingeführt. Was machen wir, wie kann man sich beteiligen und wo ist noch Potenzial nach oben. Ich denke, wir konnten alle Fragen beantworten und ich persönlich bin sehr gespannt auf die neuen Mitglieder. Das nächste youpaN-Treffen findet Anfang Dezember in Weimar statt und bis dahin erfährst du Neuigkeiten auf unserem Instagram– oder Facebook-Channel. Aus der youcoN ging auch ein Instagram-Channel, mit der Namen welt_verbessern hervor.

Es geht um Aktionen, Infos & Co. Rund um Nachhaltigkeit & wie man mit kleinen Dingen die Welt ein bisschen besser macht – sehr cool!

Das youpaN muss auch nach 2019 weitergehen

Dieser kurze Artikel wurde von Aaron geschrieben.

Was wir noch zur Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie sagen wollen

Wie ihr wisst, gehört das youboX-Team zur Stiftung Bildung. Wir sind eine Spendenorganisation und setzen uns für eine gute Bildung in Deutschland ein. Deshalb möchten wir, dass Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) überall wichtig wird. Und wir möchten auch, dass junge Menschen wie ihr mitbestimmen können. Denn die Entscheidungen, die jetzt getroffen werden, bestimmen unsere Zukunft. Und in der lebt ihr am längsten!

Die Deutsche Strategie für Nachhaltigkeit

Damit BNE und Jugendbeteiligung gut funktioniert, mischen wir uns in der Politik ein. Dort geben wir Tipps. Zum Beispiel wenn es darum geht, die Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie besser zu machen.

In dieser Strategie werden Maßnahmen aufgeschrieben, um die 17 Ziele nachhaltiger Entwicklung in Deutschland zu erreichen. Wir von der Stiftung Bildung haben dazu ein paar Ideen. Diese Ideen haben wir in einem Brief an die Bundesregierung geschickt.

Unsere Tipps und Forderungen

Für die Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie 2018 wünschen wir uns, …

  • dass der Nationale Aktionsplan BNE als Leitperspektive aufgenommen wird. Es sollen also alle den Plan kennen und ähnlich wie darin vorgeschlagen handeln.
  • dass dort vom youpaN erzählt wird. Denn damit wird gezeigt, dass die Beteiligung von jungen Menschen wichtig ist.
  • dass BNE wichtiger wird und es dafür mehr Geld gibt. Mit rund 14 Milliarden Euro können Strukturen, Arbeitsplätze und Projekte bezahlt werden, die gute Arbeit für BNE machen. Das sind zum Beispiel ein Bundeselternrat, eine Bundesschüler*innenkonferenz, ein Bundesverband der Kita- und Schulfördervereine und die Stiftung Bildung.

Warum redet niemand über Geld? Vorschläge zur Finanzierung von BNE in Schule

Damit Nachhaltigkeit in einer Gesellschaft verankert wird, sind zwei Dinge wichtig: Erstens muss Nachhaltigkeit Teil der Bildung sein, damit jede*r lernt, was Nachhaltigkeit ist und wie er*sie sich nachhaltig verhalten kann. Zweitens muss Nachhaltigkeit zu einem unverzichtbaren Ziel unserer Gesellschaft erklärt werden.

Damit dies gut gelingen kann, ist es wichtig, dass Schulen, Universitäten und alle anderen Bildungsinstitutionen genügend Geld, Wissen und Mitarbeitende erhalten. Was dabei genau gemacht werden muss und was das kostet, hat die Forschungsstätte der Evangelischen Studiengemeinschaft e.V. im Auftrag von Bündnis ZukunftsBildung in einer Studie berechnet.

Acht Maßnahmen für BNE in der Schule

Quelle: Abbildung aus Teichert 2018:22

Insgesamt wurden in dieser Studie acht verschiedene Maßnahmen (M) entwickelt. Diese können teilweise alleine umgesetzt werden, manchmal gehören sie aber auch zusammen. Sie sollen in dem Zeitraum zwischen den Jahren 2018 und 2030 umgesetzt werden und kosten insgesamt 13,7 Milliarden €. Ab dem Jahr 2031 kosten die Maßnahmen pro Jahr 2,2 Milliarden €.

Zum Vergleich: Die durchschnittlichen Ausgaben einer Schule lagen im Jahr 2014 in Deutschland bei 7.400 € pro Schüler*in. Um BNE praktisch umzusetzen und zu verankern, wären zusätzlich 270 € pro Schüler*in notwendig. Das entspricht einer Erhöhung der Bildungsausgaben um 3,5%. €.

  • M1: Konzeption einer BNE-Strategie
    Jedes Bundesland entwickelt in einem dreijährigen Projekt eine eigene für das Bundesland passende BNE-Strategie. Dafür braucht es eine Vollzeitstelle, die neben der Strategieentwicklung auch Workshops und Veranstaltungen plant. Zusätzlich gibt es auf Bundesebene ein Projekt, welches den Austausch zwischen den Bundesländern unterstützt. (Kosten: 5 Mio. €)
  • M2: Verankerung von BNE in Schulgesetzen und Curricula
    In allen Bundesländern muss BNE in das Schulgesetz kommen und in dem Lehrplan stehen. (Kosten: 0 €)
  • M3: Integration von BNE in und Austausch von Lehrmaterialien
    BNE soll in Lehrmaterialien enthalten sein. Lehrmaterialien ohne BNE als Thema sollen ausgetauscht werden, sodass Schulbuchverlage in Zukunft BNE als Thema aufgreifen. (Kosten: 0 €)
  • M4: Befähigung der Schulen zur Umsetzung von BNE
    Jede Schule in Deutschland soll in jedem Jahr die Möglichkeit erhalten, ein BNE-Projekt durchzuführen, welches durch das Bundesland bezahlt wird. (Kosten: 973 Mio. €)
  • M5: Einführung von BNE-Koordinatoren
    Jede Schule soll mindestens eine*n BNE-Koordinator*in bekommen. Das sind Menschen, die an der Schule Lehrer*innen und Schüler*innen darin unterstützen, Unterricht oder Projekte zu BNE zu entwickeln. (Kosten: 2.432 Mio. €)
  • M6: Befähigung der Lehrer/innen zur Umsetzung von BNE
    Alle Lehrer*innen sollen sich 1-2 Tage weiterbilden und lernen, wie sie BNE in ihrer Schule gut umsetzen können. (Kosten: 7.070 Mio. €)
  • M7: Erhöhung der personellen Kapazitäten für BNE in Behörden
    In den Kultusministerien und Schulbehörden sollen mehr Menschen angestellt werden, die die Umsetzung von BNE durch Betreuung oder Entwicklung von Projekten (wie diese 8 Maßnahmen) unterstützen. In ganz Deutschland müssten dafür 264 Stellen geschaffen werden. (Kosten: 157,3 Mio. €)
  • M8: Erhöhung der öffentlichen Mittel zur Umsetzung von BNE
    Öffentliche Gelder sind wichtig und ein guter Anreiz, damit viele Menschen BNE-Projekte machen. Damit immer mehr BNE-Projekte gemacht werden, müssen die zur Verfügung stehenden Gelder erhöht werden. (Kosten: 920 Mio. €)

Hier findest du alle Kosten einzeln in einer Tabelle. Wenn du mehr über die Berechnung der Kosten erfahren möchtest, kanns du die Studie komplett lesen.

Quelle: Abbildung aus Teichert 2018:24