Die SDGs und Bildung in Deutschland

Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) ist unser Thema. Mit dem youpaN, der youcoN und Projekten (youprOs) setzen sich bei uns junge Menschen dafür ein, dass BNE in Deutschland immer wichtiger wird. Damit wir das gut machen, sollten wir aber das Folgende wissen: Wo funktioniert BNE in Deutschland schon gut? Und wo nicht? Denn dann können wir aus guten Beispielen lernen. Und wir erkennen Herausforderungen und sehen, an welchen Stellen wir etwas verändern müssen.

17 Ziele der nachhaltigen Entwicklung

Die SDGs und Bildung in Deutschland – eine aktuelle Studie

Unsere Fragen zu beantworten ist aber gar nicht so leicht. In Deutschland gibt es Tausende von Bildungseinrichtungen. Schulen, Kindergärten, Universitäten – und und und. Über alle Bescheid zu wissen, ist schwer. Helfen kann uns eine aktuelle Studie der Universität Bremen. In ihr fragen die Autor*innen Georg Müller-Christ, Bror Giesenbauer und Merle Katrin Tegeler: Inwiefern die SDGs im deutschen Bildungssystem angekommen sind? Also: Wie wichtig sind die SDGs in der Schule? Oder gibt es Nachhaltigkeits-Projekte im Kindergarten?

Um das herauszufinden, haben die Autor*innen viele Fachbücher gelesen. Sie haben eine Umfrage im Internet gemacht. Und sie haben Expertinnen für BNE interviewt. Das haben sie herausgefunden:

  • Über die SDGs wird wenig geredet. In vielen Bereichen sind sie kein Teil der Bildung.
  • Die SDGs werden vor allem dort besprochen, wo es Umwelt- und Naturbildung gibt. Die Themen Globales Lernen und BNE befassen sich auch viel mit den SDGs.
  • Die SDGs haben bisher keinen großen Einfluss auf Bildungspläne in Deutschland.
  • Durch die Festlegung der 17 SDGs arbeiten Menschen, die schon lange für nachhaltige Entwicklung engagiert sind, mit neuem Schwung.
  • Viele Aktionen für Nachhaltigkeit sehen sich durch die 17 SDGs nun als Teil eines großen Ganzen. Sie haben an Bedeutung gewonnen. Und sie sind leichter zu sehen.
  • Viele SDG-Projekte beziehen sich nur auf ein Ziel, wie zum Beispiel keinen Hunger auf der Welt.
  • In der Schule und Hochschule werden auch die Beziehungen mehrerer SDGs untereinander besprochen. Und es werden Zielkonflikte thematisiert. Kann zum Beispiel der Ozean geschützt werden, wenn gleichzeitig alle Menschen satt sein sollen und dafür Fische aus dem Meer gefischt werden müssen?
  • Nur ganz selten werden die SDGs als Ganzes besprochen. Selten wird sich überlegt, wie unsere Gesellschaft in der Zukunft alle Ziele auf einmal umsetzen kann.
  • Besonders in der beruflichen Bildung, beim non-formalen und informellen Lernen sowie in der Fort- und Weiterbildung ist noch viel zu tun, um die SDGs wichtiger zu machen.

Doppeltes Fazit

Mehr als zwei Jahre nach der Bekanntgabe der SDGs gibt also insgesamt ein gemischtes Bild:

  • Einerseits gibt es noch ganz viele Möglichkeiten, um die SDG in das deutsche Bildungssystem zu bringen.
  • Andererseits gibt es ganz viele gute SDG-Projekte. Und sie bringen unsere Gesellschaft in Richtung einer nachhaltigen Entwicklung.

 

Quellenangabe

Wenn du mehr wissen willst, dann findest du hier die Studie zum Download. Und du kannst da noch viel genauer und mehr über die SDGs in allen Bildungsbereichen nachlesen (Seiten 18 bis 24). Außerdem lernst du spannende Projekte zum Thema Nachhaltigkeit kennen (Seiten 25 bis 36).

Der Welt-Erschöpfungs-Tag

Kein Grund zu feiern

Am 2. August 2017 war der Welt-Erschöpfungs-Tag. Eigentlich kein Grund um zu feiern. Denn bis zu diesem Tag hat die Menschheit so viele Ressourcen benutzt, wie in unserer Natur in einem Jahr wieder nachwachsen können. Zum Beispiel wurden mehr Fische gefischt, als sich vermehren können oder mehr Müll abgeladen, als verrotten kann. Das hat an vielen Orten auf dieser Welt schlimme Folgen. So gibt es den Klimawandel, Tiere sterben aus oder es gibt nicht genug Wasser, um Gemüse anzubauen.

Entwicklungen und Unterschiede

Wenn wir weiter so viel verbrauchen, dann brauchen wir im Jahr 2030 schon zwei Planeten, um genug nachwachsende Rohstoffe zu haben. Denn das Datum des Welt-Erschöpfungs-Tages ist jedes Jahr etwas früher. Letztes Jahr war der Tag noch am 8. August. Und im Jahr 1987 erst am 19. Dezember.

Übrigens: Wenn alle Menschen so viel verbrauchen wie wir in Deutschland, dann wäre der Welt-Erschöpfungs-Tag schon am 24. April. Wenn du mehr über den Ressourcen-Verbrauch von verschiedenen Ländern wissen willst, dann klick hier.

Und wenn du wissen möchtest, wie sich das Datum des Welt-Erschöpfungs-Tages  errechnet, dann guck dir doch den Blog-Beitrag zum ökologischen Fußabdruck an.

Zahlen zur Nachhaltigkeit

Heute gibt es ein paar Zahlen und Fakten zum Thema Nachhaltigkeit. Wenn du auch noch interessante Vorschläge und Informationen hast, dann schreib doch einen Kommentar. Wir freuen uns darauf!

Junge Menschen für Umweltschutz

6 von 10 Jugendlichen sind dafür, dass die Umwelt geschützt wird. Die meisten von ihnen wollen auch, dass Strom durch Sonne, Wind und Wasser hergestellt wird. Was denkst du?

Müllhalden aus Coffe-to-go-Bechern

In Deutschland werden 320.000 Coffee-to-go-Becher in der Stunde benutzt. Im Jahr sind das fast 3 Milliarden! Straßen, öffentliche Plätze und die Natur werden dabei dreckig. Achte doch mal selbst auf weggeworfene Becher.

Eine Erde ist nicht genug?

In Deutschland wird viel Energie verbraucht. Wir benutzen auch viel Holz, Erdöl und Wasser. Wenn das alle Menschen machen würden, bräuchten wir 2,6 Erden.

 

Müll, Müll und nochmals Müll

Jeder Mensch – auch du – wirft im Jahr ungefähr 454 kg Müll weg. Dadurch entstehen riesige Müllberge, vielleicht hast du sogar schonmal einen gesehen?

 

Immer mehr grüne Energie

32 % des Stroms kommt aus erneuerbaren Energien. Das heißt, dass der Strom von der Sonne, dem Wind und dem Wasser kommt. Davon gibt es immer genug. Geil, oder?

Nice Ideen, rauchende Köpfe, viel Papier

Unsere Ideensammlung zur youcoN wächst und wächst.

Gestern haben wir es getan: einen ganzen Tag lang saßen Christoph, Dilan, Johannes und ich (Julian) zusammen um DIE Vision für unsere Konferenz zu entwerfen. Eine Millionen Ideen rauschten durch unser Büro. Fast 1000 Fragen haben wir uns gestellt und mussten auf alles eine Antwort finden. Welche Emotionen wollen wir mit der youcoN wecken? Wer soll alles von uns erfahren? Welche Inhalte, Fragestellungen, Themenbereiche soll es geben? Wie schaffen wir eine Wohlfühlatmosphäre?

Wenn du Antworten auf diese Fragen hast, dann lass uns doch ein Kommentar da! Wir freuen uns. Zusammen denken geht immer besser als alleine.

Viel haben wir über Workshops und Vorträge diskutiert: Wie setzten wir uns am besten mit dem Nationalen Aktionsplan auseinander? Wer kann praktische Workshops zu Tanz/ Gesang/ Kunst und BNE machen? Wer hält einen Vortrag zum mitfiebern und erzählt von ihrem besten Projekt?

Am schönsten waren die Diskussionen rund ums Thema Wohlfühlen auf der youcoN. Wir werden ein Kino haben! Eine Chillecke, eine Spielestation, eine Biliothek. Wir hoffen auf leckeres Essen, schöne Zimmer und eine gute Party. Wenn du Ideen und Tipps hast, melde dich.

Ihr seht, noch ist vieles offen. Aber wir sind auf einem guten Weg. Und wenn du denkst: „Egal was die da machen, sieht sowieso schon nice aus, vong style her“, dann kannst du dich HIER zur youcoN anmelden.

3 Tipps für ein nachhaltigeres Leben

Pfand statt Pappe

Sicher ist es dir auch schon aufgefallen. Überall laufen Menschen mit Coffee-to-go-Bechern rum. Schön, dass so vielen ihr Kaffee schmeckt. Doof, dass dabei allein in Deutschland mehr als 3.000.000.000 Becher pro Jahr verbraucht werden. Das heißt es entstehen riesige Müllberge. Dabei kann man das leicht ändern. In vielen Cafés kannst du dir deinen Kaffee oder deine heiße Schokolade auch in einen mitgebrachten Becher schütten lassen. Und in ein paar Stäten kannst du dir Becher leihen, die du immer wieder auffüllen kannst. Coole Idee, oder?

Hahn schlägt Plastikflasche

Wusstest du, dass in Deutschland das Wasser aus dem Wasserhahn überall trinkbar ist? Füll deine Trinkflasche einfach mit Leitungswasser und los geht’s. Das Tolle daran ist: Du sparst eine Menge Geld. Ein Liter Wasser aus der Leitung kostet nämlich nur 0,2 Cent. Hättest du das gewusst? Die meisten Leute nicht. Und außerdem sparst du dir die Schlepperei von Getränkekisten.

Noch Standby oder schon aus?

Elektrogeräte wie Laptops oder Fernseher verbrauchen auch im Energiesparmodus Strom. Auch wenn sie auf „Standby“ geschaltet sind. Und das gar nicht so wenig. Wenn man alle Geräte richtig ausschaltet, würden wir insgesamt 15 Prozent weniger Strom verbrauchen. Und das nur, wenn wir unsere Geräte den Stecker ziehen. Wir von der youboX denken: Stromsparen kann ziemlich leicht sein.

Wenn du auch noch ein paar Tipps hast, her damit. Schreib uns einfach einen Kommentar.

Wie groß ist dein ökologischer Fußabdruck?

Egal ob du mit dem Flugzeug in den Urlaub fliegst, dein Smartphone auflädst oder im Park mit Freund*innen grillst, du verbrauchst Ressourcen wie Strom, Benzin oder Kohle. Das ist auch kein Problem, solange du nicht zu viel verbrauchst. Wenn du aber beispielsweise mehr Holz verbrennst als in den Wäldern nachwachsen kann, dann schon. Du bist dann nicht mehr nachhaltig.

Deshalb wurde der „Ökologische Fußabdruck“ erfunden. Er rechnet zusammen wieviel Energie und Ressourcen jede*r von uns verbraucht. Außerdem zeigt uns der Fußabdruck wieviel Natur wir benötigen, um die verbrauchten Ressourcen und Energien herzustellen. Zum Beispiel wieviel Quadratmeter Wald wir brauchen, wenn wir mit Holz heizen oder wie groß Raps-Felder sein müssen, um daraus BIO-Diesel herzustellen. Wenn wir die Natur, die wir verbrauchen, mit der Anzahl aller Menschen auf der Erde multiplizieren, dann wissen wir, wieviel Natur wir alle zusammen verbrauchen.

Wenn wir mehr Natur verbrauchen, als es auf der Erde durch Wälder, Felder, Seen, Meere, Wüsten, Weiden und Steppen gibt, dann ist unser „Ökologische Fußabdruck“ zu groß. Dann passt unser Fuß nicht mehr auf die Erde.

Jeder Mensch hinterlässt einen unterschiedlich großen Fußabdruck. In Deutschland verbrauchen wir so viel Energie und Ressourcen, dass wir eigentlich 2,6 Planeten bräuchten. Möchtest du wissen wie groß dein „Ökologischer Fußabdruck“ ist? Dann rechne ihn doch einfach HIER aus.

Was geht mich Nachhaltigkeit an?

Hast du dich schon mal gefragt: Warum gibt es so wenig Schnee im Winter? Warum ist mein Badesee immer so dreckig? Und warum gibt es immer mehr Windräder? Diese Fragen hängen mit anderen Fragen zusammen: Was verändert sich in der Welt? Wie will ich in 20 Jahren leben? Was kann ich dafür tun?

Nachhaltigkeit spielt dabei eine wichtige Rolle. „Nachhaltig“ – dieses Wort hast du bestimmt schon oft gehört. Für viele heißt das: mit dem Fahrrad fahren, Strom sparen oder Bio-Essen kaufen. Aber „nachhaltig“ bedeutet viel mehr als eine gute Umwelt. Auch den Menschen und der Wirtschaft soll es noch lange gut gehen. Politiker*innen aus der ganzen Welt haben deshalb über Nachhaltigkeit nachgedacht und 17 Ziele aufgeschrieben. Man nennt sie „SDGs“. Das ist englisch für Sustainable Development Goals. Das heißt nachhaltige Entwicklungs-Ziele. Bis 2030 sollen diese Ziele erreicht werden.

Damit wir das schaffen, müssen wir wissen, dass wir ohne eine gute Umwelt nicht leben können. Um das zu verstehen, brauchen wir Bildung. Deshalb gibt es Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE). Sie kann uns beibringen, was Nachhaltigkeit heißt. Und sie kann uns beibringen, was wir dafür machen können. Egal wie alt wir sind. Und da kommst du ins Spiel. Du bist wichtig, weil du jung bist und die Welt verändern wirst. Du hast sogar ein Recht darauf zu sagen, was du möchtest.

Deshalb haben wir – die youboX –  mit Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) ein Jugendbeteiligungs-Projekt gestartet. Und zwar deshalb, weil das BMBF einen Aktionsplan ausgearbeitet hat, wie Bildung in Deutschland zu Bildung für nachhaltige Entwicklung wird. Und du kannst dabei mitmachen. Darum geht es auf dieser Website. Du kannst bei uns lernen, wie du nachhaltig lebst. Wir unterstützen dich bei deinen Projekten für Nachhaltigkeit. Und wir haben für dich ein Event organisiert: die youcoN  – die Jugend-Konferenz für Nachhaltigkeit. Du entscheidest selbst was du möchtest. Check mal unsere Homepage! Und melde dich direkt zur youcoN an: https://youpan.de/youcon/meld-dich-an/

Nachhaltigkeit kurz erklärt

Nachhaltigkeit heißt für viele mit dem Fahrrad zu fahren. Manche sagen nachhaltig ist es im Bio-Supermarkt einzukaufen. Nachhaltigkeit ist heutzutage ein Begriff, von dem alle reden. Das Wort gibt es aber schon lange. Ursprünglich kommt es von Carl von Carlowitz. Er stellte im Jahr 1713 die Regel auf, dass man nur so viele Bäume in einem Wald abholzen sollte, wie auch wieder nachwachsen. Diese Regel ist auch heute noch wichtig. Nachhaltigkeit soll es dabei für alle Menschen geben. Denn wir dürfen nicht auf Kosten anderer Menschen leben. Zum Beispiel dürfen wir nicht das Meer um Afrika leerfischen und die Menschen dort hungern. Ebenso müssen wir an die Zukunft unserer Kinder und Enkel denken. Nachhaltigkeit bedeutet darum mehr als eine gute Umwelt. Auch die Wirtschaft und die Gesellschaft sollen nachhaltig sein, denn sie beeinflussen sich gegenseitig. Nachhaltigkeit hat also drei Aspekte:

1. In der Ökologie bedeutet Nachhaltigkeit zum Beispiel die Umwelt und das Klima zu schützen. Es geht aber auch darum Ressourcen wie Holz oder Wasser sparsam zu gebrauchen.

2. In der Wirtschaft geht es darum, dass nicht mehr Produkte hergestellt werden als möglich. Man soll zum Beispiel nur so viele Fische fangen, dass sich die Bestände erholen können. Eine nachhaltige Wirtschaft soll Ressourcen schonen, um langfristig zu funktionieren.

3. Auch in der Gesellschaft gibt es verschiedene Bereiche. So soll jede*r eine gute Ausbildung bekommen. Männer und Frauen sollen die gleichen Rechte haben. Ein Ziel ist es auch, dass alle Menschen in Frieden und Wohlstand leben können.