youprO: Das war „Let´s play Schule“ – 17 Studis, 8 Klassen, 1 Insel

Das erste youprO ist abgeschlossen!

Im März waren 17 Lehramtsstudierende aus Berlin auf Borkum und haben dort an der Grundschule eine Projektwoche zu den globalen Nachhaltigkeitszielen durchgeführt. So wurde gleichzeitig Zeit und Raum für die Lehrenden geschaffen, sich mit Unterstützung der Initiative neues Lernen Gedanken zur Schulentwicklung zu machen.

Dorothea Doerr (Doro), Mitglied der studentischen Bewegung Kreidestaub, hat das youprO ins Leben gerufen. Im Interview mit ihr sprachen wir über die Herausforderungen, Überraschungen und Highlights der Projektwoche.

„Es hat sehr gut funktionert, es war eine richtig, richtig tolle Woche!“

So hörte sich Doro’s erste Antwort an, als ich zu Beginn unseres Telefonats fragte, wie das Projekt gelaufen sei.

Worum ging es bei dem Projekt?

Der Titel „Let´s play Schule“ war für die teilnehmenden Studierenden aus den Bereichen Lehramt und Bildungswissenschaften Programm.  Eine Woche lang übernahmen sie den Unterricht der Borkumer Grundschule im Rahmen einer Projektwoche. Dazu bereiteten sie sich innerhalb ihres Studiums an der Freien Universität Berlin ein halbes Jahr lang vor und planten in Teams insgesamt 6 Projekte, auf die die Grundschüler*innen aufgeteilt wurden. Thematisch ging es um den Umgang mit Müll, die Meeresverschmutzung, die Flora und Fauna auf Borkum, Kinderrechte, nachhaltige Farbenherstellung  und nachhaltigen Konsum.

„Praxisschock“ für Studierende

Eines der Ziele von „Let´s play Schule“ war es, den angehenden Lehrer*innen die Möglichkeit zu geben, Praxiserfahrung zu sammeln – vor allem im Bezug auf Unterrichtsgestaltung unter den Leitkriterien von „Bildung für nachhaltige Entwicklung“. Dabei ist es ganz normal, dass Studierende am ersten Tag der Projektwoche einen, wie Doro es formuliert, „Praxisschock“ erleben.
Da ist zum Einen die Schwierigkeit spontan und situationsbedingt auf die Reaktionen und das Verhalten der Schüler*innen zu reagieren. Denn bei der davor geleisteten Unterrichtsplanung kannten die Studierenden ihre Klasse ja noch nicht. Andere Faktoren, wie bspw. organisatorische Absprachen mit dem Hausmeister, hätten allerdings vorher eingeplant werden müssen, um Ärger zu vermeiden.

„Aber genau das sollten sie ja lernen: Was für Strukturen gibt es in einer Schule, die außerhalb meines Unterrichts bestehen und die ich beachten und mitbedenken muss? Und da haben sie die Erfahrungen gemacht, die sie machen sollten.“

Schulentwicklung

Das Konzept von „Let´s play Schule“ sieht neben der Unterrichtsübernahme durch die Studierenden vor, dass die Lehrenden der Projektschule in der so gewonnenen Zeit darin unterstützt werden, über Schulentwicklung zu sprechen. Denn auch strukturelle Veränderungen sind zur Umsetzungvon „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ nötig. Auf Borkum wurde dieser Prozess zusammen von Doro und Nils Reubke von der Initiative Neues Lernen zwei Tage lang unterstützt und zwei weitere Tage selbstständig von den Lehrenden weitergeführt. Dazu wurde die Methode des „Design thinking“ genutzt, um das Schulprofil 2020 zu entwickeln. Die Einführung eines neuen Stundenmodells, die Weiterentwicklung eines Konzeptes für einen offenen  Ganztag und Möglichkeiten, um Raum für Methoden wie bspw. das sog. „teamteaching“ oder Projektarbeit zu schaffen, wurden besprochen.

„Diese riesen Schritte haben die Lehrenden in einem so kurzen Zeitraum zusammen gemacht, das war richtig schön zu sehen!“

Inselluft

Das Projekt auf einer Nordseeinsel durchzuführen, die allein durch Fährverkehr Kontakt zum Festland hat, brachte am Ende weniger Herausforderungen mit sich, als zuvor gedacht. Im Vorhinein wurde mit allen Supermärkten der Insel Kontakt aufgenommen und gefragt, inwiefern es bei ihnen möglich ist, Lebensmittel zu retten. Bis auf manche Kleinigkeiten konnten so 10 Tage lang alle 17 Studierende durch das Retten der Lebensmittel versorgt werden. Durch die kurzen Kommunikationswege auf der Insel und den festen Zusammenhalt der Inselgemeinschaft, erfuhr das Projekt sehr viel Unterstützung. Das Klischee vom mürrischen und verschlossenen Insulaner können Doro und ihre Truppe absolut nicht bestätigen.

Weiterführung des Projekts

Es sollen in Zukunft weitere Projekte nach dem „Let´s play Schule“ Konzept folgen. An der Freien Universität Berlin wird ein nächster Durchgang für das kommende Wintersemester geplant. Dies auch an anderen Hochschulen zu erreichen und so das Konzept von „Let´s play Schule“ deutschlandweit zu verbreiten ist festgeschriebenes Ziel. Außerdem wird das Konzept im nächsten Semester weitestgehend unabhängig von Kreidestaub von Studierenden des Bayerischen Lehrerinnen- und Lehrerverbands umgesetzt.

Doro’s persönliches Highlight

„Die Studierenden zu sehen wie sie wachsen und aufblühen, von Tag zu Tag sicherer werden, miteinander kommunizieren und Probleme lösen, füreinander da sind und gemeinsam versuchen für alle Beteiligten das Beste rauszuholen, weil sie merken: ‚hey, wir machen das hier zusammen und das ist geil, weil´s uns hilft!‘ .“

 

 

In drei Tagen um die Welt – The Global Festival of Action

Zugegeben, ich bin nicht wirklich ein Weltenbummler. Zum Unverständnis vieler meiner Mitmenschen scheine ich auf irgendeine Weise gegen das allgemein verbreitete Reisefieber relativ immun zu sein.
Trotzdem habe ich letztens so etwas wie eine Weltreise unternommen. Mit dem kleinen Unterschied, dass über 1.000 Vertreter aus mehr als 150 Ländern gleichzeitig an einem Ort zusammenkamen.

Das „Global Festival of Action for Sustainable Development“

Vom 21. – 23. März fand im World Conference Center Bonn das „Global Festival of Action for Sustainable Development“ statt und ich (Ronja) war für das youpaN mit dabei. Übersetzt man den Titel auf Deutsch könnte er folgendermaßen lauten: Weltweites Festival der Taten/Aktionen/Maßnahmen für nachhaltige Entwicklung.
Organisiert wurde das Ganze von der „UN SDG Action Campaign“. Eine Sonderinitiative des UN-Generalsekretärs, welche es sich zur Aufgabe gemacht hat, die 2015 von den Vereiten Nationen verabschiedeten „Sustainable Development Goals“ (SDGs) bekannt zu machen und die Umsetzung dieser Ziele zu unterstützen. Auf deutsch heißen die SDG´s „17 Ziele für eine nachhaltige Entwicklung„.

Aber was genau haben die Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen mit dem youpaN zu tun?

Eine ganze Menge! Sie bieten den globalen Rahmen, in dem auch wir uns als youpaN bewegen, wenn wir auf nationaler, regionaler und lokaler Ebene „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ mitgestalten und umsetzen. Dabei liegt unser Schwerpunkt vor allem auf dem vierten Ziel „Hochwertige Bildung“. Genauer auf dem Unterpunkt 4.7 „Bildung für nachhaltige Entwicklung“. Da Bildung aber so etwas wie ein Schlüsselfaktor für nachhaltige Entwicklung ist – denn wie kann etwas verändert werden, wenn man nicht weiß wie? – bestehen viele Verbindungen und Bezüge zwischen Ziel 4 und den anderen Zielen.

Ein paar SDG´s als Sitzklötze

Zu meinen Erlebnissen in Bonn:

Als ich am Mittwochmorgen in das World Congress Center Bonn eintrete, begrüßen mich erstmal drei Sicherheitsleute und unterziehen mich einer Flughafen-mäßigen Sicherheitskontrolle.  Ich muss ein bisschen perplex gewirkt haben, denn einer der Männer grinst mich an und fragt: „Du bist das erste Mal hier, was?“
Ein paar Minuten später sitze ich dann in einem großen Saal, der mich sehr an den Plenarsaal des Bundestags erinnert und fühle mich ganz schön fancy. Nach ein paar Reden von verschiedenen Menschen mit beeindruckenden Titeln werden alle dazu aufgefordert, sich ihrem Sitznachbarn vorzustellen. Mit zunächst noch etwas holprigem Englisch versuche ich zu erklären, was das youpaN so macht. Zum Glück dauerte es aber nicht allzu lange bis ich mich in Sachen Englisch eingegroovt hatte.

Ich wie ich versuche vor der Fotowand nicht ganz so gestellt zu wirken (hat fast geklappt…)

Über die drei Tage besuchte ich viele verschiedene Workshops und Vorträge, wobei es bei bis zu 6 parallel stattfindenden Veranstaltungen manchmal wirklich schwierig war sich zu entscheiden .
Ulla Lohmann, Journalistin und Canon Botschafterin, gab ein paar Tipps für erfolgreiches Storytelling. Außerdem besuchte ich einen Workshop in dem man den Umgang  mit einer bestimmte Software kennenlernte mit der es möglich ist Erklärvideos zu erstellen. Vielleicht ist demnächst ja mal eines hier auf der Seite zu finden!  😉
Zwei Vertreterinnen des Projektes „Save the world“ vom Theater Bonn sprachen über ihre Erfolge die SDG´s zusammen mit Künstlern auf eine spannende, kreative Weise in die Öffentlichkeit zu tragen, wie z.B. ein Projekt zusammen mit Jugendlichen im Rahmen der Weltklimakoknferenz Bonn oder etwas für Ironiefreunde.

Mein persönliches Highlight

Das war der Workshop von zwei Mitgliedern der amerikanischen Organisation BEATGlobal. Sie hat es sich zur Aufgabe gemacht, durch die Zusammenarbeit mit Künstlern und aktiv gelebte HipHop Kultur, die Selbstentfaltung junger Menschen zu fördern. Mit einer solchen Bildung durch künstlerischen Ausdruck arbeiten sie daran mit jungen Menschen eine respektvolle, gemeinschaftliche und freie Kultur zu schaffen.

Kaila und Y? von BEATGlobal in Aktion bei der Auftaktveranstaltung

Wir begannen den Workshop indem wir uns in einen Kreis stellten, die Augen schlossen und zu einer bestimmten Situation (Meer, Festival, Stadt) zusammen eine „Tonlandschaft“ (soundlandscape) kreierten. Das heißt jeder machte die Geräusche, die er mit dieser Situation verband und das Ergebnis war wirklich richtig cool! Danach wurden wir von Kaila (World Beatbox Champion 2015) in die Grundlagen des Beatboxing eingeführt und Y? (Yogi Guyadin) erklärte uns kurz wie man es schafft, sich gereimte Lyrics mit Inhalt zu überlegen.
Nun war es an uns in Gruppen einen kurzen Song zu „komponieren“. Thema sollte eines der SDG´s sein. Wir bekamen eine halbe Stunde Zeit, um zusammen eine Performance aus Gesang, Rap, Beatboxing oder was auch immer uns einfällt mit Anfang, Mittelteil und Ende zu entwerfen.

„Who put that „in“ on equality?“

Nach dieser halben Stunde stand ich dann mit meiner Gruppe vor den anderen Teilnehmern und rappte  über Gender Equality während ein Australier (der einzige Mann unserer Gruppe) beatboxte, eine Libanesin sang und der Rest der Gruppe einen flippigen Samba Rhythmus imitierte. Als wir fertig waren, griffen unsere Zuhörer den Chorus spontan auf und wir improvisierten noch ein bisschen gemeinsam weiter, bevor wir der anderen Gruppe lauschen.
Es hat einfach unglaublich viel Spaß gemacht zusammen Musik zu machen und es entstand ein unvergleichlich lebensfroher und motivierender Spirit! Außerdem war es superschön wie alle Teilnehmer aus dem doch eher seriösen Anzug-Hemd-oder-Blazer-Modus herauskamen, einander absolut auf Augenhöhe begegneten und gemeinsam kreativ wurden.

Was es sonst noch so zu berichten gibt

Neben den vielen Workshops und Vorträgen gab es noch viele andere Dinge zu entdecken: Im Foyer präsentierten sich jeden Tag andere Initiativen und Organisationen, die ihre Arbeit zu den SDG´s vorstellten. Außerdem gab es ein „SDG Studio“: Eine kleine Bühne mitten im Festivalgeschehen auf der TED-Talk ähnliche Kurzvorträge, aber auch Interviews und Diskussionsrunden stattfanden, die per Livestream übertragen wurden. Zusammen mit weiteren Videos vom Festival sind sie jetzt auf der Homepage zu finden. Dort ist es auch möglich sich nachträglich die Verleihung der UN SDG Action Awards anzuschauen, die am ersten Abend des Festivals stattfand und besonders erfolgreiches und innovatives Engagement für die SDG´s auszeichnete.
Außerdem konnte man eine Virtual Reality Zone besuchen und sich von 360° Kurzfilmen in andere Welten entführen lassen oder in einem anderen Raum verschiedene Filme auf Leinwand anschauen. Gegen eventuell aufkommen Langeweile in der Mittagspause wurde jeden Tag einen Percussion Workshop im Plenarsaal angeboten und durch gemeinsames Trommeln Energie für den Nachmittag getankt.
Die meiste Zeit zwischen den verschieden Sessions verbrachten ich aber damit im Foyer bei Kaffee und Kuchen mit verschiedensten Leuten ins Gespräch zu kommen, von ihren Projekten zu erfahren und bei Gelegenheit Visitenkarten auszutauschen, um mit ihnen in Kontakt zu bleiben.

Sehen wir uns in Bonn?

Puh, so ein langer Blogeintrag…Dabei habe ich immernoch nicht alles erzählt! Ich kann abschließend nur noch sagen, dass  es wirklich ein tolles Erlebnis war bei einem so internationalen Festival dabei zu sein. Es war sehr motivierend zu sehen, wie viele Menschen sich rund um den Globus für Nachhaltigkeit engagieren, auch wenn es natürlich noch unendlich viel zu tun gibt!
Das Datum für das nächste Global Festival of Action ist der 6.-8. März 2019 wieder im WCCB in Bonn. Jeder kann mitmachen also melde dich an und geh selber auf dreitägige Weltreise. Wir seh´n uns! 🙂

 

 

 

 

Open Transfer Camp – Zukunftgestalter – wir waren dabei!

Am 10. März fand das Open Transfer Camp der Stiftung Bürgermut in Berlin statt. Das Event richtete sich an junge, engagierte Menschen aus ganz Deutschland. Es bot die Chance sich untereinander zu vernetzten und das Programm durch Diskussionsrunden aktiv mitzugestalten.

Als Vertreter*innen des youpaN haben wir (Marcel und Katharina) eine der Sessions über das Thema „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ geleitet. Mit einem kurzen Input informierten wir die Teilnehmenden über unsere Arbeit und den Hintergrund von BNE. Die Problematik die beispielsweise durch Ressourcenvernichtung und Massenkonsum drohen, haben wir nur kurz angesprochen, wichtiger war uns über Lösungsansätze und positive Impulse zu sprechen.

Fotokredit: Martin Peranic – CC_BY_NC

Anfangs haben wir uns mit der Vielschichtigkeit des Begriffs Nachhaltigkeit befasst. Der Begriff wird überall und ständig verwendet, uns hat aber interessiert was die Anwesenden persönlich mit dem Wort verbinden. In der darauffolgende Diskussion wurden zentrale Punkte, wie die Definition von BNE sowie Handlungsmöglichkeiten einzelner Akteure gesprochen. Einig waren wir uns, dass zu der Vermittlung einer nachhaltigen Lebensweise eben nicht nur die Präsentation von Fakten gehört. Wichtiger ist es, ein eigenständiges und zukunftsfähiges Denken und Handeln anzustoßen.

Fotokredit: Martin Peranic – CC_BY_NC

Das Interesse an dem Thema BNE bestand bei vielen Menschen, die wir getroffen haben. Es hat uns großen Spaß gemacht, darüber zu erzählen und zu diskutieren. Die Gespräche mit Vertretern von Organisationen aus ganz verschiedenen Bereichen, wie zum Beispiel Bildungsgerechtigkeit, soziale Netzwerke oder Coaching empfanden wir als sehr bereichernd. Aus dem Tag konnten wir neue Impulse und Eindrücke gewinnen und hoffentlich auch vermitteln. Wir glauben, dass es sich immer lohnt mit Menschen ins Gespräch zu kommen.

Der Film zum BNE-Agendakongress

Am 27. und 28.11.2017 fand der BNE-Agendakongress „In Aktion“ im bcc in Berlin statt. Roman Spira hat die zwei Tage in seinem Kurzfilm in tollen Bildern, interessanten Stimmen und aus der Sicht von jungen Menschen festgehalten. Mitglieder aus unserem youpaN kommen darin zu Wort, Julian aus der youboX und unser Bühnenauftritt.

Genug der Worte, lassen wir die Bilder sprechen:

Wenn du noch mehr dazu erfahren möchtest, dann guck in unseren Nachbericht der Veranstaltung.

Die SDGs und Bildung in Deutschland

Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) ist unser Thema. Mit dem youpaN, der youcoN und Projekten (youprOs) setzen sich bei uns junge Menschen dafür ein, dass BNE in Deutschland immer wichtiger wird. Damit wir das gut machen, sollten wir aber das Folgende wissen: Wo funktioniert BNE in Deutschland schon gut? Und wo nicht? Denn dann können wir aus guten Beispielen lernen. Und wir erkennen Herausforderungen und sehen, an welchen Stellen wir etwas verändern müssen.

17 Ziele der nachhaltigen Entwicklung

Die SDGs und Bildung in Deutschland – eine aktuelle Studie

Unsere Fragen zu beantworten ist aber gar nicht so leicht. In Deutschland gibt es Tausende von Bildungseinrichtungen. Schulen, Kindergärten, Universitäten – und und und. Über alle Bescheid zu wissen, ist schwer. Helfen kann uns eine aktuelle Studie der Universität Bremen. In ihr fragen die Autor*innen Georg Müller-Christ, Bror Giesenbauer und Merle Katrin Tegeler: Inwiefern die SDGs im deutschen Bildungssystem angekommen sind? Also: Wie wichtig sind die SDGs in der Schule? Oder gibt es Nachhaltigkeits-Projekte im Kindergarten?

Um das herauszufinden, haben die Autor*innen viele Fachbücher gelesen. Sie haben eine Umfrage im Internet gemacht. Und sie haben Expertinnen für BNE interviewt. Das haben sie herausgefunden:

  • Über die SDGs wird wenig geredet. In vielen Bereichen sind sie kein Teil der Bildung.
  • Die SDGs werden vor allem dort besprochen, wo es Umwelt- und Naturbildung gibt. Die Themen Globales Lernen und BNE befassen sich auch viel mit den SDGs.
  • Die SDGs haben bisher keinen großen Einfluss auf Bildungspläne in Deutschland.
  • Durch die Festlegung der 17 SDGs arbeiten Menschen, die schon lange für nachhaltige Entwicklung engagiert sind, mit neuem Schwung.
  • Viele Aktionen für Nachhaltigkeit sehen sich durch die 17 SDGs nun als Teil eines großen Ganzen. Sie haben an Bedeutung gewonnen. Und sie sind leichter zu sehen.
  • Viele SDG-Projekte beziehen sich nur auf ein Ziel, wie zum Beispiel keinen Hunger auf der Welt.
  • In der Schule und Hochschule werden auch die Beziehungen mehrerer SDGs untereinander besprochen. Und es werden Zielkonflikte thematisiert. Kann zum Beispiel der Ozean geschützt werden, wenn gleichzeitig alle Menschen satt sein sollen und dafür Fische aus dem Meer gefischt werden müssen?
  • Nur ganz selten werden die SDGs als Ganzes besprochen. Selten wird sich überlegt, wie unsere Gesellschaft in der Zukunft alle Ziele auf einmal umsetzen kann.
  • Besonders in der beruflichen Bildung, beim non-formalen und informellen Lernen sowie in der Fort- und Weiterbildung ist noch viel zu tun, um die SDGs wichtiger zu machen.

Doppeltes Fazit

Mehr als zwei Jahre nach der Bekanntgabe der SDGs gibt also insgesamt ein gemischtes Bild:

  • Einerseits gibt es noch ganz viele Möglichkeiten, um die SDG in das deutsche Bildungssystem zu bringen.
  • Andererseits gibt es ganz viele gute SDG-Projekte. Und sie bringen unsere Gesellschaft in Richtung einer nachhaltigen Entwicklung.

 

Quellenangabe

Wenn du mehr wissen willst, dann findest du hier die Studie zum Download. Und du kannst da noch viel genauer und mehr über die SDGs in allen Bildungsbereichen nachlesen (Seiten 18 bis 24). Außerdem lernst du spannende Projekte zum Thema Nachhaltigkeit kennen (Seiten 25 bis 36).

Der Agendakongress „In Aktion“ im Zeichen der Jugend

Berlin 28.11.2017 Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) im Zeichen der Jugend. Vor über 300 Teilnehmenden präsentierten Mitglieder des Jugendforums youpaN zusammen mit anderen jungen Engagierten auf dem Agendakongresses „In Aktion“ ein dynamisches Bühnenprogramm. Sie zeigten, was sie für Visionen von der Zukunft haben und was sie für eine nachhaltige Bildung machen.

Mit der Programmgestaltung durch das youpaN trug der Agendakongress des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) auch den Forderungen aus dem Vorjahr Rechnung, junge Menschen stärker an der Umsetzung des UNESCO-Weltaktionsprogramms BNE zu beteiligen. Und das zeigte sich von Beginn an. Erdem Öczan (18) und Theresa Müller (19) führten als junges Moderatorenduo an der Seite von Andrea Thilo durch das zweistündige Bühnenprogramm des Kongresses, der als zentrale BNE-Konferenz Politik, Verwaltung und Bildungsinitiativen aus dem ganzen Bundesgebiet im Congress Center Berlin zusammengebracht hat.

„Agendakongress heute im Zeichen der Jugend.“

Eröffnet wurde das Programm mit einem Film von der Jugendkonferenz youcoN. Der Film der im September in Bielefeld stattgefundenen Konferenz, aus der auch das Jugendforum youpaN hervorgegangen ist, wurde dabei das erste Mal öffentlich vorgeführt. Er zeigte den Zuschauern im Saal, mit welcher Leidenschaft sich junge Menschen für BNE einsetzen und dass sie die Zukunft gestalten wollen.

Direkt im Anschluss an den Film kamen die Mitglieder des youpaNs zu den Klängen von Kids von MGMT aus dem Publikum auf die Bühne. In den Händen hielten sie große Buchstaben, die sie zu #youth4NAP zusammensetzten, um daraus dann #youpaN zu formieren. Kurz stellten sich die jungen Menschen vor. Darunter auch Hannah (21), der es nicht reicht „Politik nur im Vorlesungssaal zu behandeln“, sondern sie auch selbst gestalten möchte.

Das youpaN auf dem Agendakongress

Weiter führten Hanna (19) und Marcel (18) aus dem youpaN durch das Programm. Mit einer interaktiven Zuschauerbefragung zeigten sie, dass das Publikum den jungen Menschen größtenteils zutraut BNE voranzubringen und dass die Absicht einer Zusammenarbeit besteht. Die Mitglieder des youpaNs versprachen daraufhin, dass sie die restlichen Zweiflern durch „tolle Arbeit schon noch überzeugen würden.“

Im Anschluss daran stellte Erdem (18) das Jugendforum youpaN vor. Einige Mitglieder desselben sprachen über ihre Motivation sich darin zu beteiligen. Aaron (21) ist im youpaN, weil er daran glaubt, „dass wir es besser machen können.“ Jeanne (21) ergänzt, dass „Menschen ihre Stärken zusammenbringen müssen, um einen gemeinsamen Wertewandel“ zu einer nachhaltigen Zukunft hinzubekommen.

„BNE nicht vorlabern sondern vorleben!“

Ganz konkret wurde es auf dem Agendakongress als die jungen Menschen Projektbeispiele guter Praxis präsentierten, die sie umsetzen. So gründete Katharina(19) im Anschluss an die youcoN eine BNE-Jugendgruppe, Lukas (21) programmierte eine Website, um naturnahe Jugendcamps anzubieten und Jeanne (21) möchte mit Laufwettbewerben die SDGs bekannter machen.

Als Redner geladen war auch Johannes Heiderich (16) von Plant-for-the-Planet. Er stellte die Arbeit seiner Organisation vor und warb dafür, viele der SDGs durch das Pflanzen von Bäumen zu erreichen.

„Selten so begeistert wie heute.“

Den Abschluss der Veranstaltung bildeten motivierende Sprüche zu BNE. Indem die Menschen aus dem Publikum unter ihren Stuhl griffen, konnten sie einen kleinen Zettel mit Wünschen für den Nachhauseweg finden. Verabschiedet haben sich die jungen Menschen mit einem Banner: „power NAP – schläfst du noch oder lebst du ihn schon?“ Verabschiedet wurden sie von Dr. Thomas Greiner aus dem Bundesministerium, der von dem zweistündigem Bühnenprogramm „selten so begeistert wie heute“ war. Für die Zukunft versprach er sich „persönlich für eine Fortführung des youpaNs einzusetzen“.

Werde Teil des youpaN und verändere Deutschland

Du hast Spaß daran, mit anderen jungen Menschen darüber zu reden wie die Zukunft aussehen soll? Du diskutierst gerne und möchtest dir gemeinsam mit anderen Aktionen ausdenken und Projekte umsetzen, um Menschen von Nachhaltigkeit zu begeistern? Dann lies auf jeden Fall weiter!

Hintergrund des Jugendforums youpaN
Bildung in Deutschland soll zu Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) werden. Dafür braucht es die Beteiligung von jungen Menschen. Deshalb suchen wir dich als Mitglied eines deutschlandweiten Jugendforums. Es heißt youpaN und arbeitet für die nächsten zwei Jahre daran mit, den Nationalen Aktionsplan BNE umzusetzen.

Wer und was machen?
Im youpaN wirst du mit zusammen mit 19 anderen jungen Menschen mit eigenen Ideen und Aktionen sowie Stimmrecht auf der Nationalen Plattform BNE und in den Fachforen, die Welt der nachhaltigen Entwicklung mit ihren Gedanken und Taten aufmischen.

Mitmachen!
Mitglied werden kannst du auf unserer Konferenz youcoN – Wir l(i)eben Zukunft! Hier wird sich das Jugendforum gründen. Und dort wird es auch schon seine erste Sitzung haben.

Mehr Infos?
Du möchtest beim youpan mitmachen, aber vorher noch etwas mehr darüber erfahrenDu möchtest noch mehr über das youpaN wissen? Was es genau macht und was du als Mitglied mitbringen solltest? Dann guck doch auf unsere youpaN-Seite und informiere dich.

Superhelden für SDGs

Nachhaltigkeit und die SDGs sind wichtige Themen. Und du hast so viele Möglichkeiten etwas darüber zu erfahren. Du kannst Bücher wälzen und Texte über soziale Gerechtigkeit lesen. Es gibt Videos und Filme über den Klimawandel und das Artensterben. Oder du zockst mit Apps und Computerspielen für eine bessere Welt und jagst zum Beispiel Zombies.

Mighty Girl und Chakra der Unbesiegbare

Aber das ist noch nicht alles! Im Projekt Everyone (Projekt Jede*r) des Filmemachers Richard Curtis wurden 11 Comics für die SDGs entwickelt. In diesen kämpfen „Chakra der Unbesiegbare“ und „Mighty Girl“, die Powerfrau, für eine nachhaltige Welt. Darin zeigen sie Kindern wie wichtig Bildung und Schule ist oder retten Elefanten, die wegen ihrer Stoßzähne gejagt werden.

Wenn du die Comics kostenlos runterladen möchtest, dann KLICK HIER.

Mehr coole Ideen für Nachhaltigkeit!

Die youboX findet die Idee mit den Comics ziemlich cool. Und wer weiß, was es noch so alles gibt, damit die SDGs bekannter werden. Wir sind ständig auf der Suche nach lustigen, kreativen und verrückten Ideen. Kennt ihr vielleicht auch was?