„UN(ist)möglich“ – Jugendbeteiligung bei den Vereinten Nationen

Foto: Franziska Metzner

Nikolas ist Jugenddelegierter der Vereinten Nationen (UN) und ist auf der youcoN mit seinem Workshop „UN(ist)möglich – It’s up to youth“ vor Ort. Da die Jugendbeteiligung auch eines der großen Themen auf der youcoN ist, haben wir vom Youthmag uns einmal angeschaut, was Nikolas als UN-Jugenddelegierter macht.

Was sind eigentlich UN-Jugenddelegierte?

UN-Jugenddelegierte beraten die deutschen Diplomaten und Diplomatinnen in Jugendfragen. Jedes Jahr werden dafür zwei neue junge Menschen ausgewählt, die dann auch mit nach New York zur Generalversammlung der Vereinten Nationen kommen. Dieses Jahr sind dies Josephine Hebling und Nikolas Karanikolas. Sie sind dort die Stimme der deutschen Jugend.

Um alle in Deutschland lebenden Jugendlichen auch entsprechend vertreten zu können, reisen die Jugenddelegierten vor der UN-Versammlung durch das ganze Land. Sie versuchen während ihrer Deutschlandtour so viele Meinungen, Visionen und Forderungen wie möglich einzufangen. Das ist wichtig für die Jugenddelegierten, um sich als Repräsentanten der Jugendlichen zu legitimieren und sich ein Bild von den Meinungen der Jugendlichen machen zu können.

Auch haben die Jugenddelegierten ein Rederecht im dritten Ausschuss der UN-Generalversammlung, um den Stimmen der Jugendlichen Gehör zu verschaffen. Ziele des UNO-Jugenddelegierten-Programmes sind es unter anderem, die Jugend mehr bei Entscheidungen mit einzubeziehen und auch die Arbeit und Werte der UNO für Jugendliche in Deutschland nachvollziehbarer zu machen.

Nikolas Karanikolas engagiert sich gegen Not und Armut, seit er zehn Jahre alt ist . Deshalb haben wir vom Youthmag gefragt, wie man denn eigentlich Jugenddeligierter wird und was für die Deutschlandtour geplant ist.

Youthmag: Muss man, so wie du, jahrelanges ehrenamtliches Engagement mitbringen, um sich für das Amt als UN-Jugenddeligierter zu bewerben?

Nikolas: Nein, man muss kein jahrelanges Engagement mitbringen, um sich zu bewerben. Es kommt sehr auf die Persönlichkeit und auf deine Einstellung an. Ich hatte mich tatsächlich für das Amt 2018 schon beworben und wurde in der ersten Phase aussortiert und hatte mich dann für 2019 nochmal beworben.

Youthmag: Woran glaubst du, lag es, dass du 2018 nicht genommen wurdest?

Nikolas: Ich denke, ich hatte damals noch die falsche Einstellung, weil ich dachte: Ich bringe meine Werte dort ein. Aber das ist nicht der Sinn, die Aufgabe ist es, die Werte und Themen der Jugendlichen in ganz Deutschland zu sammeln und diese weiter zu tragen.

Youthmag: Kann man irgendwo sehen, wo du und deine Amtspartnerin Josephine auf eurer Deutschlandtour hinkommen werden?

Nikolas: Demnächst wird es einen öffentlichen Kalender geben, der ist nur noch nicht veröffentlicht, weil wir dieses Jahr sehr viel Zeit für die Auswahl der Orte aufwenden, da wir dieses Jahr die Priorität auf Orte legen wollen, die noch nicht so oft besucht wurden.

Youthmag: Welche Einrichtungen und Orte habt ihr dann vor zu besuchen, wenn ihr neue Stimmen hören wollt?

Nikolas: Wir möchten auf jeden Fall auch viele Communities besuchen, zum Beispiel die „People of Color Communities“, […], Hauptschulen, Jugendpsychiatrien oder auch Jugendstrafgefängnisse.

Als UN-Jugenddeligierter vertritt man die Meinung aller in Deutschland lebenden Jugendlichen.

Eine gewaltige Aufgabe ist das. Deshalb ist es eine super Idee von den diesjährigen Amtsinhabern, junge Menschen zu besuchen, die noch nicht so häufig gehört wurden, anstatt immer die selben Einrichtungen zu besuchen. Wenn ihr euch jetzt fragt, wo ihr Nikolas und Josephine eure Meinung über bestimmte politische Fragen weitergeben könnt, sodass diese vielleicht in die Rede bei der UN-Generalversammlung mit einfließt, könnt ihr ihnen zum Beispiel auf  der Facebook Seite der UN-Jugenddelegierten schreiben.

Dieser Artikel wurde geschrieben von Franziska Metzner von der Jugendredaktion der Jungen Presse e.V., die live von der youcoN auf ihrem Magazin www.youthmag.de berichtet und uns diesen Beitrag freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat. Seit über 65 Jahren setzt sich die Junge Presse ehrenamtlich für medieninteressierte Jugendliche ein und ist einer der größten bundesweit aktiven Jugendmedienverbände.

Jugendpolitik als Ehrenamt

Foto: Carolin Schnelle

“Ich habe das Gefühl, Erwachsene vergessen manchmal, was junge Menschen im Ehrenamt alles leisten”, sagt die 20-jährige Elena Keil, die sich seit einem Jahr aktiv im Jugend-Panel “youpaN” einbringt. Das youpaN beteiligt junge Menschen im Alter von 14 bis 23 Jahren an der Umsetzung des Nationalen Aktionsplans. Im Gespräch stellt Elena ihr ehrenamtliches Engagement im youpaN vor und weiß, was Jugendliche erreichen können.

Ann-Kathrin: Was macht das youpaN?
Elena Keil: Im youpaN arbeiten wir auf zwei Ebenen: Politisch und zivilgesellschaftlich. Es gibt eine nationale Plattform BNE, die beratende Funktionen in der Politik übernimmt und auf der wir stimmberechtigt sind. Sie besteht aus Fachforen, in denen unglaublich viele Expertinnen und Experten sitzen und tagt zweimal im Jahr. Das sind alles Erwachsene. Die haben ihren Blick und das Fachwissen für ihre Bereiche, aber sie reden über Bildung, das geht uns Jugendliche an. Es ist deshalb ganz wichtig, dass wir als youpaN junge Perspektiven mit einbringen und hier vertreten sind. Das wird erst durch Jugendprojekte, wie die youcoN und youprO möglich.

Was ist nachhaltige Bildung für dich?

Foto: Carolin Schnelle

Der Nachhaltigkeits-Gedanke muss in Kindergärten und Schulen getragen werden, damit Menschen so früh wie möglich lernen, nachhaltig auf diesem Planeten zu leben. Der ganze Lernort muss nachhaltig gestaltet werden. Mit Nachhaltigkeit meine ich nicht nur ökologische Aspekte, sondern auch nachhaltiges Lernen. Ich bin gegen dieses typische Bulimielernen, sich ganz viel Wissen aneignen, das kotze ich dann später in der Prüfung wieder aus und es ist vorbei. Es gilt für das Leben zu lernen und nicht für den Schreibtisch.

Was fordert das youpaN?

In allen Forderungen geht es darum, Jugendbeteiligung und das BNE voranzubringen. Es gilt die Strukturen der Jugendbeteiligung zu verbessern und passende Formate zu schaffen, damit sich noch mehr junge Menschen beteiligen können. Wir fordern, dass es in jedem Land einen Jugendzukunftsrat gibt, in dem Jugendliche zusammenkommen und politische Entscheidungen mitberaten und entscheiden können. Es ist auf Bundesebene möglich; warum nicht auch in den Ländern.

Was sind deine Aufgaben?

Ich mache die Öffentlichkeitsarbeit, weil ich darin eine große Chance sehe, viele Menschen zu erreichen. Viele Menschen kennen BNE nicht. Sie wissen nicht genau, was sie sich darunter vorstellen können. Außerdem unterstütze ich ab und  zu unsere Bildungsprojekte, die youprOs. Wir als youpaN können frei über ein Budget entscheiden, das für nachhaltige Projekte vorgesehen ist und junge Ideen mit bis zu 5.000€ fördern.

Welches Projekt ist dir in Erinnerung geblieben?

Letztes Jahr hat ein Team zur Weihnachtszeit einen Workshop zum nachhaltigen Schenken gemacht, das fand ich richtig schön. Sie haben gemeinsam überlegt, welche Geschenke sie nachhaltig verschenken können und ob wir diesen Konsum-Wahnsinn überhaupt brauchen. Das finde ich ganz cool, denn ich beschäftige mich auch persönlich viel mit Konsum. Auch soziale Nachhaltigkeit ist wichtig. Das vergessen viele allerdings. Deshalb haben wir auch einen Workshop für Seminarleitungen gefördert: Was machst du, wenn du selbst einen Kurs leitest und mit jemandem konfrontiert bist, der rechte Thesen vertritt? Auch die vielen kleinen Projekte mag ich sehr: Da waren zum Beispiel Schülerinnen, die Green-Boxen in ihrer Schule aufbauen wollen und dabei Förderung benötigen und  es gibt viel weitere Ideen.

Was ist dir bei deinem Ehrenamt wichtig?

Anerkennung und Wertschätzung! Ich mache das super gern, aber es muss eine gute Balance gefunden werden. Im youpaN haben wir eine totale Akzeptanz-Haltung. Wenn da jemand sagt, er schafft es diesen Monat nicht, dann ist das auch total in Ordnung.

Wir sind eine Schnittstelle zwischen jungen Menschen und Erwachsenen. Auf der youcon sammeln wir viele junge Stimmen und versuchen das in einen politischen Prozess, der langwierig und vielleicht an vielen Stellen eingefahren ist, mit einzubringen. Politische Sitzungen sind immer gleich aufgebaut: Es wird kurz geredet, dann wird eine Entscheidung gefällt und das war’s dann. Es gibt aber doch so viele coole Formate, schau dir unsere Workshops an, bei denen sich jeder beteiligen darf und soll.

Was kann das youpaN bewegen?

Wir, als Akteure jugendpolitischer Beteiligung, lösen bei den Erwachsenen ein Umdenken aus, weil wir in den Sitzung mit drin sitzen. Die Politiker haben gemerkt, dass sie etwas verändern müssen, weil viele Jugendliche auf die Straße gehen. Wir müssen aufpassen, dass das Interesse der jungen Menschen nicht zu einer Scheinbeteiligung wird oder Jugendliche ausgestellt werden: “Hey wir machen jetzt auch etwas mit Jugendlichen!” Das Stimmrecht des youpaN auf politischer Ebene ist etwas Einzigartiges. Auch auf internationaler Ebene hat es das noch nie gegeben, dass Jugendliche ein Stimmrecht haben. Andere politische Strukturen können sich darauf berufen, um selber Jugendliche zu beteiligen.

Zum Ende ein Statement…

Mir ist soziale Nachhaltigkeit sehr wichtig, weil ich denke, dass es durch die Technik und den Fortschritt schnell verloren geht. Ich finde gerade das Zwischenmenschliche ist das, was uns besonders macht und das sollten wir uns alle erhalten.

Dieser Artikel wurde geschrieben von Ann-Kathrin Hegger von der Jugendredaktion der Jungen Presse e.V., die live von der youcoN auf ihrem Magazin www.youthmag.de berichtet und uns diesen Beitrag freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat. Seit über 65 Jahren setzt sich die Junge Presse ehrenamtlich für medieninteressierte Jugendliche ein und ist einer der größten bundesweit aktiven Jugendmedienverbände.

Jugendbeteiligung 2030: Wie kann man sich beteiligen?

Foto: Nele Kälberloh

Was ist eigentlich Jugendbeteiligung? Sich zu beteiligen, also sich einbringen, bedeutet aktive Teilnahme an den Prozessen des öffentlichen Lebens, in der Schule, Vereinen, der Gemeinde oder in der Familie. Es gibt unterschiedliche Beteiligungsformate, wie zum Beispiel Jugendforen, youcoN und die Mitbeteiligung in Gremien. Beteiligung bedeutet nicht nur eine Stimme zu haben, sondern sich in allen Bereichen einzusetzen.

Videodreh in 3 Tagen

Foto: Nele Kälberloh

Wie werden sich junge Menschen im Kontext von „Nachhaltigkeit 2030“ beteiligen? Am Donnerstag fing die Erstellung eines Szenarios an. „Erforsche die Zukunft und entwickle Szenarien in Videos“ lautete das Motto dieses Workshops. Dabei gibt es bei der Erstellung der Szenarien fünf Phasen.

  1. Problemanalyse (Problem beschreiben)
  2. Einflussanalyse (Einflussfaktoren, die im Zusammenhang mit dem Problem stehen)
  3. Deskriptorenanalyse (Wie stell ich mir das vor?)
  4. Entwicklung von Szenarien
  5. Entwicklung von Strategien und Maßnahmen zur Problemlösung

Diese wurden bis Samstag bearbeitet, wobei tolle Endergebnisse entstanden.

Julius Grund (Institut Futur) berichtet, dass es im Workshop darum geht, dass sich die Leute beteiligen. Jeder Einzelne müsse sich Ziele setzen und sich überlegen, wie er sein eigenes Umfeld mitgestalten kann. Jeder solle dahinter stehen, was er oder sie will. Die Aufgabe der Erwachsenen sei es, die Jugendlichen dort abzuholen, wo sie sind und dort hinzuführen, wo sie sich beteiligen möchten.

„Jugendliche wünschen sich eine Verdreifachung von Nachhaltigkeit in der Bildung, das ist ein Ist-Stand […]. Da sie aber in der Gestaltung der Lerninhalte nicht beteiligt sind, können sie solche Entscheidungen nicht treffen. Wir sollten die Jugendliche selbst aussuchen lassen, um eine verbesserte Zukunft zu gestalten.“ – Julius Grund

Dieser Artikel wurde geschrieben von Seyma Erdogan und Seyed Hosseini von der Jugendredaktion der Jungen Presse e.V., die live von der youcoN auf ihrem Magazin www.youthmag.de berichtet und uns diesen Beitrag freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat. Seit über 65 Jahren setzt sich die Junge Presse ehrenamtlich für medieninteressierte Jugendliche ein und ist einer der größten bundesweit aktiven Jugendmedienverbände.

Jugendbeteiligung stärken – aber wie?

Foto: Carolin Schnelle

Die Teilnehmer der youcoN sind jung und haben das Leben noch vor sich. Dennoch entscheiden oft ältere Menschen über das Leben, das die Jugendlichen jetzt und in den nächsten Jahren führen. Dies spiegelt sich in zahlreichen gesellschaftlichen, sozialen oder (schul-)politischen Aspekten wieder. Gerade bei jugendrelevanten Themen wie Schul- oder Klimapolitik werden die Entscheidungen von einer Generation getragen, die deren langfristige Folgen nicht mehr erleben wird. Doch wie schafft man es, Jugendlichen eine stärkere Beteiligung im öffentlichen Raum zu ermöglichen?

Wichtig ist vor allem: Jeder, der sich an politischen Prozessen beteiligen möchte, soll sich auch beteiligen können, unabhängig vom sozialen Hintergrund oder sonstigen Qualifikationen. Grenzen, denen Jugendliche bei ihrer Initiative für mehr Beteiligung begegnen, müssen überwunden werden. Vor allem Schüler werden in ihrem gesellschaftlichen Engagement oft von Lehrern oder der Schulleitung ausgebremst, wenn sie beispielsweise eine Freistellung während der regulären Schulzeit benötigen.

Weiter wird von Jugendlichen, die sich aktiv für eine bessere Gesellschaft einsetzen, von der Schule die gleiche Leistung wie von allen anderen Schülern erwartet. Dass die engagierten Schüler weniger Zeit für Hausaufgaben, Unterrichtsvor- und Nachbereitung haben, wird dabei nicht bedacht. Eine faire Lösung zu finden, die diesem Problem gerecht wird, ist schwierig, aber hoffentlich möglich: Das youpaN entwirft bereits Ideen, um die Kultusministerkonferenz auf dieses wichtige Thema aufmerksam zu machen. So könnten beispielsweise für gesellschaftliches Engagement oder vergleichbare Jugendbeteiligung Leistungspunkte vergeben werden, die schulische Leistungen ausgleichen.

Gerade diese Punkte sind youpaN-Mitglied Marcel Kupfer sehr wichtig:

„Jugendliche müssen dazu ermutigt werden, sich aktiv an unserer Gesellschaft zu beteiligen und an einer lebenswerten Zukunft zu arbeiten.“

Sie sollen mitreden, Lösungen konzipieren, Ideen einbringen und gemeinsam Ansätze für eine Welt entwickeln, in der wir alle gut und gerne leben können. Es gibt viele Möglichkeiten, sich einzubringen – sei es in der Schülervertretung, dem Sportverein, der Gemeinde oder einem überregionalen Projekt. Das youpaN schafft Möglichkeiten für eine gute Jugendbeteiligung auf politischer Ebene.

Die Weichen dafür werden jetzt gestellt: hier und heute, auch auf der youcoN.

Dieser Artikel wurde geschrieben von Marie Haase von der Jugendredaktion der Jungen Presse e.V., die live von der youcoN auf ihrem Magazin www.youthmag.de berichtet und uns diesen Beitrag freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat. Seit über 65 Jahren setzt sich die Junge Presse ehrenamtlich für medieninteressierte Jugendliche ein und ist einer der größten bundesweit aktiven Jugendmedienverbände.

Pressemitteilung: youpaN fordert bessere Jugendbeteiligung und flächendeckende Implementierung von BNE

14.02.2019. Das youpaN hat auf seiner letzten Klausurtagung seine Forderungen verabschiedet. In diesen verlangt das politische Jugendgremium eine bessere Jugendbeteiligung, eine Implementierung von Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) in der Fläche und einen kritischen Diskurs mit aktuellen Systemen und Institutionen.

Zu diesem Thema erläutert Noura Hammouda, Mitglied des youpaN: „Bessere Jugendbeteiligung ist ein Schlüsselelement in der Umsetzung der Ziele für nachhaltige Entwicklung der UN und von BNE, wird aber nicht als solches behandelt. Junge Menschen werden nach wie vor in unserer Gesellschaft klein gehalten. Dabei sollten gerade sie die Möglichkeit haben, ihre Zukunft mitzugestalten. Die Unzufriedenheit von Jugendlichen über diese Tatsache entlädt sich nun in Bewegungen wie ‚Fridays for Future. ‘“

Nicolas Klasen, ebenfalls Mitglied des youpaN, ergänzt: „Zudem muss BNE endlich flächendeckend umgesetzt werden, um unsere Gesellschaft für die Zukunft fit zu machen. Dabei geht es nicht nur um Lehrpläne, sondern auch darum, wie Lernen stattfindet. Lernorte brauchen neue, nachhaltige Methoden und müssen konsequent barriere- und diskriminierungsfrei sein. Nur so können wir eine nachhaltige Gesellschaft gestalten.“

Die Pressemitteilung steht zum Download zur Verfügung.

Das youpaN steht gerne für Rückfragen, Interviews oder Hintergrundgespräche zur Verfügung.

Ansprechpartner*innen:

Die UN-Klimakonferenz in Kattowitz ’18 und Jugendbeteiligung

Nach zwei langen Wochen präsentieren die Delegierten ihre Ergebnisse

Dabei soll die Erderwärmung auf höchstens zwei Grad beschränkt werden. Der Sonderbericht des (IPCC) Weltklimarates, der zum verstärkten Einsatz der Erreichung des 1,5-Grad-Zieles mahnt, sollte durch den Gipfel „begrüßt“ werden. Die USA, Saudi-Arabien, Kuwait und Russland lehnten diese Formulierung ab und forderten, dass der Bericht „zur Kenntnis genommen wird“, woraus man sich auf den Kompromiss geeinigt hat, dass die „rechtzeitige Fertigstellung des Berichtes begrüßt wird“. Die Klimaziele sind weiterhin selbstgesetzte Ziele der Staaten und nur wenige Länder zeigten sich bereit ihre Maßnahmen deutlich zu erhöhen. Eine neue Regel für Entwicklungsländer soll die durch den Klimawandel entstanden Schäden mit Unterstützung der Industrieländer abdecken. Ab 2020 sollen 100 Mrd. Dollar für die Entwicklungsländer jährlich bereitgestellt werden. Ab 2024 soll es einheitliche Transparenzregeln zur Erfassung der CO²-Emissionen geben. Dadurch soll sichergestellt werden, dass die einzelnen Länder ihre Maßnahmen anpassen können, falls sie ihre Ziele nicht erreichen sollten.

Die Delegierten sind zufrieden – Die Expert*innen nicht

Kritik hagelt es von oben bis unten. UN-Generalsekretär Antonio Guterres spricht von einem „soliden“ Ergebnis, fordert aber mehr Ehrgeiz, denn der Klimawandel sei „schnell als wir“. Greenpeace-Chefin Jennifer Morgan zeigte sich enttäuscht: „Ein Jahr voller Klima-Katastrophen und einer eindringlichen Warnung von den besten Wissenschaftlern der Welt hätten zu viel mehr führen sollen“, sagte sie. „Anzuerkennen, dass mehr Ehrgeiz nötig ist, und Regeln für den Klimaschutz zu verabschieden, ist nicht mal annähernd genug, wenn ganzen Nationen die Auslöschung droht.“ Michael Schäfer, Leiter Klimaschutz und Energiepolitik beim WWF Deutschland sagte ebenfalls, der Kompromiss greife zu kurz. „Die Regierungen der Welt brauchen viel mehr Druck von ihren Bürgerinnen und Bürgern, endlich mit dem Klimaschutz Ernst zu machen.“

Die Kritik ist berechtigt, denn viele Regeln sind unklar und stellen keine Grundlage für Sanktionen im Falle der Nichteinhaltung. Die finanzielle Unterstützung für Schwellenländer könnte durch Kredite erfolgen und der Emissionsrechtehandel wurde vertagt. Dabei prognostizieren Klimaforscher*innen mit derzeitiger Entwicklung eine Erderwärmung von über drei Grad.

Viele Jugendliche, aber keine Beteiligung

Die Jugenddelegierten der Deutschen Gesellschaft für die Vereinten Nationen (DGVN) hatten auf der Klimakonferenz kein Mitsprache recht und durften noch nicht einmal in Verhandlungsräumen Präsenz zeigen.

Greta Thunberg

Die einzige Beteiligung erfolgte durch Jugendliche, die für Demonstrationen die Schule schwänzten. Die Protestbewegung ging von Greta Thunberg aus. Enttäuscht von der schwachen Klimapolitik setzte sich mit einem Protestbanner jeden Freitag vor ein Parlament. Auf der Klimakonferenz durfte sie eine Rede halten und sprach dabei deutliche Worte: „Ihr sagt, Ihr liebt Eure Kinder über alles. Und doch stehlt Ihr vor ihren Augen ihre Zukunft. Und weiter: „Unsere Umwelt wird geopfert, damit reiche Menschen in Ländern wie meinem in Luxus leben können.“ Die Politiker würden nur darüber sprechen, mit den „immer gleichen schlechten Ideen weiterzumachen, die uns in diese Krise geführt haben…Euch gehen die Entschuldigungen aus. Und uns geht die Zeit aus.“

Aber dann macht Greta deutlich, dass sie Hoffnung hat: „Ich habe gelernt, dass man nie zu klein ist, um etwas zu erreichen. Wir sind hierhergekommen, um Euch wissen zu lassen, dass es Veränderungen geben wird. Ob es Euch gefällt oder nicht. Die echte Macht liegt bei den Menschen. Danke.“

youcoN 2018: Film(e) ab

Die youcoN ist vorbei und was bleibt? Viele Ideen, Projekte und das Wissen, dass ganz viele junge Menschen die Bildung verändern wollen, damit unsere Zukunft ganz schnell nachhaltig wird. In eine Workshop auf der youcoN haben unsere Teilnehmende in drei Kurzfilmen tolle Bilder eingefangen und erzählen …

die youcoN in 111 Sekunden

130 junge Menschen waren auf der Jugendkonferenz zur Bildung für nachhaltige Entwicklung, um die Zukunft zu gestalten. Mehr Bilder, Stimmen und Spaß zeigt das 111-Sekundenvideo.

Jugendbeteiligung zur BNE wirkt!

Immer wieder heisst es, Jugendliche sind wenig engagiert, smartphonesüchtig und unpolitisch. Dabei haben sie so viele Ideen und machen so viele Aktionen für eine nachhaltigere Zukunft! Wir betrachten das Thema Jugendbeteiligung auf eine lustige Weise und zeigen das sie wirkt!

BNE und die Zukunft des Autos

Der Ausstoß von Feinstaub, CO² und Stickstoffoxiden in der Mobilität belastet die Umwelt und Gesellschaft und muss sinken! Doch was bedeutet das für die Zukunft der Automobilindustrie? Junge Teilnehmende der Jugendkonferenz zur Bildung für nachhaltige Entwicklung, der youcoN, haben sich in einem Filmworkshop damit auseinandergesetzt und geben Antworten.

BNE in Kommunen – Zukunftsweisende Projekte und konkrete Umsetzungen

Am Samstag, den 15. September war ich für das youpaN in Gelsenkirchen auf der Veranstaltung „BNE in Kommunen – Zukunftsweisende Projekte und konkrete Umsetzungen“. Auch Julian war da und hat über Jugendbeteiligung bei BNE gesprochen, die leichter gesagt ist, als getan.

„global denken – lokal handeln – global wirken“

In Vorträgen, Interviews und Workshops habe ich gelernt, wie BNE unter dem Motto „global denken – lokal handeln – global wirken“ auf lokaler Ebene umgesetzt werden kann. Meine Erkenntnis: BNE in der Gemeinde zu verankern kostet viel Zeit und ist ein fortdauernder Prozess. Außerdem braucht die Umsetzung von BNE Schlüsselpersonen, die für das Thema brennen und bereit sind, viel Herzblut in Projekte zu stecken und das Thema immer neu weiterzudenken. Auch die Politik – besonders ein*e engagiertere BürgermeisterIn oder GemeinderätIn, der*die sich von einem Projekt überzeugen lassen – spielen eine sehr wichtige Rolle.

Foto: Clara

Gelsenkirchen zeigt, wie es geht

Wenn allerdings drei Dinge vorhanden sind – engagierte AktivistInnen, aufgeschlossene PolitikerInnen und BürgerInnen, die sich auf BNE einlassen – können unglaublich viele nachhaltige Projekte entstehen. Das beweist auch die BNE-Vorreiter-Stadt Gelsenkirchen, u.a. mit der evangelischen Gesamtschule, in der die Veranstaltung stattfindet: Die Schule, die ich je gesehen habe. Es hat eine „Oase“ mit Bäumen im Gebäude, einen Schulteich und Klassenzimmer, die eine „Empore“ haben, in der die SchülerInnen selbstständig lernen können. Im Laufe des Tages erfahre ich, dass das gesamte Gebäude mit den SchülerInnen zusammen geplant und realisiert worden ist. Aha, denke ich, kein Wunder, dass es allen so gefällt! SchülerInnen wissen eben immer noch am besten, wie eine gute Schule auszusehen hat! 😉

Dieser Artikel wurde von Clara verfasst.

Das youpaN auf der Utopiekonferenz

Was wäre, wenn die Städte autofrei wären? Was wäre, wenn Produkte so besteuert wären, dass die umweltschädlichen Wirkungen im Preis enthalten sind? Was wäre, wenn Bildung kostenlos, barrierefrei und lebenslang für alle zugänglich wäre?

Diese und weitere Fragen haben wir (Jeanne und Clara) uns mit rund 600 weiteren Teilnehmer*innen auf der Utopie-Konferenz an der Leuphana Universität Lüneburg vom 20. bis 22. August gestellt. Neben interessanten Vorträgen und Diskussionen, u.a. mit Richard David Precht, Daniel Domscheit-Berg, Reinhard Kahl und Maja Göpel haben wir in diversen Workshops konkrete Utopien für eine bessere Welt ausgearbeitet. Die Workshops waren dabei so vielfältig wie inspirierend und reichten von einer Vollgeldreform über ein ökologisch-soziales Steuersystem bis hin zu sozialer Landwirtschaft und „Commonismus“.

Besonders beeindruckend war ein Impuls des Mathematikers und Autors Gunter Duecks, der auf unterhaltsame Weise erklärte, wie man als Multiplikator*in Menschen für Nachhaltigkeit begeistern kann, die noch nie etwas von diesem Begriff gehört haben. Die Anregung, jede Gesellschaftsgruppe mit anderen, auf sie zugeschnittenen Argumenten zu überzeugen, werden wir auf jeden Fall für unsere Arbeit im youpaN mitnehmen.

Es war eine tolle Erfahrung, so viele engagierte Menschen an einem Ort versammelt zu sehen, die sich der Erfüllung ihrer Träume von einer besseren Welt verschrieben haben. Obwohl sie alle unterschiedliche Erfahrungen und Sichtweisen auf die Welt mitbringen, eint sie die Hoffnung durch ihre Initiative zu einer zukunftsfähigen Gesellschaft beizutragen. Auf der Konferenz entstehen Ideen, die heute zwar noch Utopie sind, aber morgen Realität sein können. Die positive Energie, die mitten in unserer Gesellschaft steckt, macht Mut zu träumen und weiterhin an eine Trendwende zu glauben, trotz der Trägheit des Systems, in dem wir funktionieren müssen.

BNE – von der Utopie zur Wirklichkeit?!

In unserer heutigen Zeit scheint es nur noch wenige Leute zu geben, die Utopien erdenken, ausformulieren und für sie einstehen. Zu groß ist die Angst, die Utopie könnte zu einer Dystopie werden und wir könnten unseren jetzigen Wohlstand verlieren. Das ist schade, denn die Menschheit hat sich nur durch ihre Träume weiterentwickelt und es gibt so viele Utopien – eine europäische Republik, ein Bauernhof für jede Schule, eine Gesellschaft der Zeitmillionäre – die es Wert sind, in die breite Gesellschaft getragen zu werden. Auch Bildung für nachhaltige Entwicklung scheint manchmal eine Utopie zu sein, ein schöner Traum, aber in unerreichbarer Ferne. Immer öfter jedoch – und das haben wir auch wieder auf der Konferenz festgestellt – ist BNE schon heute konkrete, gelebte Utopie und vielleicht morgen bereits fester Bestandteil unseres Alltags…

Dieser Artikel wurde von Clara verfasst.

youcoN ist vorbei, youpaN legt los

Eine ereignisreiche Zeit liegt hinter uns. Vom 15. bis 18. September fand die youcoN – Wir l(i)eben Zukunft! in Bielefeld statt. Weit über 100 junge Menschen haben sich dort getroffen und über Bildung für nachhaltige Entwickung getagt. Workshops, Diskussionen, Vorträge und verschiedene Stationen zum Selbstlernen und Spielen gab es dort. Alles gemischt in einem bunten Programm.

Aber vorallem gab es unglaublich motiverte Teilnehmer*innen. Die kamen aus ganze Deutschland und hatten jede Menge Ideen, Projekte und den Willen, die Welt nachhaltiger zu machen, in ihrem Gepäck mit dabei. Und sie haben uns gezeigt, warum und für wen die youboX die Konferenz eigentlich organisiert hat.

Wir von der youboX hatten auf jeden Fall vier volle Tage einen Riesenspaß alle kennenzulernen. Und mit den jungen Menschen zusammen über BNE zu tagen. Ok, ein bisschen Arbeit war es auch 🙂 Aber wir denken, es hat sich mehr als gelohnt!

Deshalb waren wir auch ein wenig traurig, als am Montag die letzten Konferenzteilnehmenden das Haus verlassen haben, um sich auf den Heimweg zu machen. Aber immerhin konnten sie ihre Heimreise mit einem schönen Radiobeitrag über die youcoN versüßen.

Aber wie sagt man so schön: Nach der Konferenz ist vor der Konferenz. Denn das Jugendbeteiligungsprojekt geht jetzt so richtig los. Auf der youcoN wurde nämlich auch das youpaN gegründet. Ein Jugendforum, welches in den nächsten zwei Jahren Politik und viele coole Aktionen zu BNE macht und das wir darin unterstützen.