10 Dinge, die du auf der youcoN gemacht haben musst

Wir lieben Listen! Daher haben wir hier 10 Dinge zusammengestellt, die zu einer echten youcoN-Erfahrung einfach dazu gehören.

1. Sich in der Autostadt verlaufen

Sie ist unübersichtlich, groß und grün: Die Autostadt lädt nur so zum Verlaufen ein. Es ist kein Problem, wenn du nicht weißt wo der „Freiraum 1“ ist oder wo zum Teufel das nächste Klo rumsteht. Wir haben uns hier alle schon mindestens einmal verlaufen. Und das schöne ist: Selbst die Betreuer wissen nicht unbedingt, wo die nächste Diskussion stattfindet. Wenn Hopfen und Malz verloren ist, begebe dich ins Panoramakino und hoffe darauf vor Mitternacht abgeholt zu werden.

2. Über den Markt der Möglichkeiten schlendern

Die youcoN ist großartig, um sich zu vernetzen und neue Initiativen kennen zulernen. Nutze die Gelegenheiten und komme ins Gespräch beim Markt der Möglichkeiten. Dort kannst du dich über nachhaltige Adventskalender oder ein alternatives Wirtschaftssystem der Gemeinwohlökonomie informieren. Lass dich inspirieren!

3. In seiner eigenen Glasflasche ein leckeres Getränk mixen

Der Meeresgrund liegt voller Plastikflaschen, die niemand braucht. Großartigerweise wurdest du mit einer hippen Glasflasche ausgestattet und kannst so dem plastikfreien Leben ein Stück näher kommen. Mixe dir einen leckeren Ratiodrink an einen der vielen Getränkestationen. Probier dich durch die Geschmacksrichtungen. Welcher ist dein Favorit: Orange, Birne, Kirsche, Himbeere oder doch klarer Apfel?

4. Das „Schüttelspiel“ über sich ergehen lassen

Wenn du den Ohrwurm aus dem Warm-up des Tages nicht los werden kannst und innerlich immer noch oben, links, rechts und unten schütteln möchtest: Lass es raus und schüttel gemeinsam mit deinen neuen Freunden was das Zeug hält. Auch wenn du vielleicht keine Lust hast, man verlässt mit besserer Laune das Plenum, versprochen.

5. Den Zug nach Braunschweig verpassen

Nicht alle können in Wolfsburg schlafen. Aber was passiert eigentlich, wenn ich den letzten Zug nach Braunschweig verpasse?

6. Essensmarken für das Eis verschenken

Ja, es gibt einen Nachtischmagen. Aber manchmal stopft das leckere Essen des Hauptganges so sehr, dass tatsächlich doch kein Platz mehr ist die eine Kugel Eis unter zu bringen. Sei dir sicher: Der Nebentisch wird sich gut um deine Essensmarke für das Eis kümmern.

7. Ein Feinstaubmessgerät mitten im VW-Konzern selber bauen

Manchmal schreibt das Leben selbst die besten Geschichten. Du solltest es also auf keinen Fall verpassen, wenn du die einmalige Gelegenheit bekommst ein Feinstaubmessgerät selber zusammen zu bauen; und das mitten im VW-Konzern! Wir können nicht unbedingt empfehlen das Messgerät mit nach Hause zu nehmen. Die Ergebnisse könnten Teile der Bevölkerung beunruhigen…

8. Im youthmag erscheinen

Die Artikel im youthmag lesen kann jeder, aber darin selbst zu erscheinen ist schon eine Stufe weiter. Mama und Papa sind sehr stolz auf dich, wenn sie dieses Wochenende noch einen Link zu einem Artikel über dich zugeschickt bekommen. Ein absolutes Must-do für die komplette youcoN-Erfahrung also. So kannst du auch noch einen Enkeln zeigen, dass du hier warst.

9. Die Möglichkeiten des Konzernforums und des Mobiversums entdecken

Einmal in den Kletterspielplatz eintauchen, eine Dose als Teelicht durch Prickeln gestalten oder ganz entspannt auf einem Berg aus Kissen einschlafen: Das Konzernforum steckt voller Möglichkeiten, die entdeckt werden wollen. So auch auf dem „Level-Green“. An dieser Stelle können wir sagen, dass dich die Berechnung deines ökologischen Fußabdruckes nur antreiben kann, weiter motiviert dein Leben auf Nachhaltigkeit umzustellen. Also ab auf die Etage des „Level-Green“ und nie wieder eine Fernreise antreten. Zuhause ist es ja eh am schönsten.

10. Bei jeder Gelegenheit Essen abgreifen

Diskussionen, neue Initiativen und Vorträge anhören oder halten. Das kann ganz schön an den Kräften zehren. Daher der klare Hinweis, dass das Leben doch eigentlich nur aus Mahlzeiten und dem Warten auf den nächsten Snack besteht. Greife bei jeder Gelegenheit Essen ab und stell dich bitte nicht direkt auf die Waage, wenn du wieder zuhause bist.

Wir wünschen dir eine unvergessliche youcoN 2018 Erfahrung!

Dieser Artikel wurde geschrieben von Jana Jansen von der Jugendredaktion der Jungen Presse e.V., die live von der youcoN auf ihrem Magazin www.youthmag.de berichtet und uns diesen Beitrag freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat. Seit über 65 Jahren setzt sich die Junge Presse ehrenamtlich für medieninteressierte Jugendliche ein und ist einer der größten bundesweit aktiven Jugendmedienverbände.

 

Tine ohne Worte im Interview

Die Moderatorin der youcoN, Tine Bargstedt, hat unsere Fragen beantwortet – ganz still.

Wie sahst du heute Morgen nach dem Aufstehen aus?
Was hältst du von der Autostadt als Veranstaltungsort?
BNE ist für mich…
Dein bisheriges Highlight der youcoN?
Wie engagierst du dich für Nachhaltigkeit in deiner Freizeit?
Morgen geht es zurück nach Hause – wie findest du das?

Dieser Artikel wurde geschrieben von Palina Tkachonak von der Jugendredaktion der Jungen Presse e.V., die live von der youcoN auf ihrem Magazin www.youthmag.de berichtet und uns diesen Beitrag freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat. Seit über 65 Jahren setzt sich die Junge Presse ehrenamtlich für medieninteressierte Jugendliche ein und ist einer der größten bundesweit aktiven Jugendmedienverbände.

Was ist schon zu wenig? Vom Mangel und Überfluss

Hattest du schon mal Hunger? Sehr wahrscheinlich, denn Hunger ist menschlich. Globaler Hunger nicht. Oke Anyanwu leitet das Panel „Vom Mangel und Überfluss“ und spricht mit den Teilnehmern über das globale Thema Hunger, also den Hunger, der für Menschen bedrohlich ist. Oke ist Mitglied des Ernährungsrates in Berlin. Das ist eine zivilgesellschaftliche Organisation, die sich auf den Weg gemacht hat, das Ernährungssystem in der eigenen Stadt und Kommune mitzugestalten. Sie fordern ein Mitspracherecht ein, das System umzuorganisieren, um die Macht von Supermärkten über die Lebensmittelversorgung zurückzugewinnen. Das Stichworte „essbare Stadt“ oder „Urban gardening“ ist ein gelebter Teil der Bewegung, um Eigenständigkeit in der Lebensmittelversorgung zurückzugewinnen.

„Frauen sind die Welternährer: 70% der Nahrung wird von Frauen hergestellt“

Gleich zu Beginn fragt Oke die Teilnehmerinnen, was für sie Hunger bedeutet: Ungerechtigkeit, Lebensmittelspekulation, Mangelernährung, keine ausgewogene Ernährung, Armut und Krisen. Kira merkt aber an: „In jedem Land gibt es Hunger, auch in reichen Ländern wie Deutschland.“ Alle Beiträge beschreiben das Richtige. Die Vereinten Nationen haben sich auf eine allgemeine Definition von Hunger geeinigt:

„Hunger ist, wenn über einen längeren Zeitraum die tägliche Energiezufuhr unfreiwillig unter dem Bedarfsminimum liegt.“

Dieses so genannte Bedarfsminimum liegt bei 1800 Kilokalorien pro Tag. Der in Deutschland täglich verzehrte Durchschnitt liegt bei rund 3600 Kalorien. Das ist nicht unbemerkt an der deutschen Bevölkerung vorbei gegangen. Die Folgen sind eine einseitige Ernährung, die zu Krankheiten führen kann. Diabetes, Übergewicht oder Herzkreislaufkrankheiten bilden da nur die Spitze des Eisberges. Hinzu kommt ein gelebter Überfluss, der in der Verschwendung nicht gewollter Lebensmittel mündet. Hauptverantwortliche dafür sind die privaten Haushalte, die Verbraucher, schlicht: Wir. Der eine Aufstrich im Kühlschrank wird so lange nach Hinten geschoben, bis er sich am Ende doch einen Pelz zugelegt hat und endgültig in die Tonne darf. Das ist verschwenderisch und ist Symptom eines größeren Problems.

Unser Vorurteil: Afrika hungert.

Der sorglose Umgang mit vorhandenen Ressourcen und Lebensmitteln täuscht über den Fakt hinweg, dass auch in Industrienationen Personen Hunger leiden. Mangel und Überfluss stehen sich auch innerhalb eines Landes konträr wie direkt gegenüber. Klar ist, der Hunger innerhalb einer Industrienation ist nicht so extrem wie im globalen Süden. Oke merkt an, dass in Afrika rund zwölf Prozent an Mangelernährung leiden. Demgegenüber stehen beispielhaft die Industriestaaten (EU, USA, Canada, Japan) die weniger als fünf Prozent ihrer Bevölkerung nicht ausgewogen ernähren können. Es ist zusammenfassend nicht ein Phänomen der südlichen Himmelsrichtung.

Warum hungern Menschen?

Doch worin liegen Gründe für den Hunger? Wassermangel, eingeschränkter Zugang zu Bildung oder Förderung marktkonformer Produkte. Das Thema ist vielschichtig. Für den globalen Süden liegen vor allem strukturelle Probleme vor, die eng miteinander zusammenhängen und sich gegenseitig bedingen. Hier vier kurze Beispiele aus dem Workshop:

  • Landgrabbing. Private und staatliche Investoren kaufen oder pachten große Landfläche, um dort Agrarprodukte an- oder abzubauen. Das Ziel ist der Export dieser Produkte. Vor allem wirtschaftlich schwache Regionen sind betroffen. Kleinbauern leiden unter nicht verbrieften Landrechten, was zu unklaren Rechtsverhältnissen führt. Das Einkaufen großer Landflächen findet aber auch vor der eigenen Haustür statt: In Brandenburg ist Landgrabbing gelebte Praxis.
  • Kolonialismus ist eine Politik vergangener Tage, die ihren Höhepunkt Ende des 19. Jahrhunderts erlebte. Westliche Imperien kolonialisierten rohstoffreiche Regionen. Die dort gewonnenen Rohstoffe wurden in die imperialistischen Zentren transportiert und gewinnbringend verkauft, für die Kolonialisten. Diese wirtschaftlichen Strukturen gehören leider nicht der Vergangenheit an. Zahlreiche ehemalige Kolonien leben noch immer in einer starken Abhängigkeit, da sie Primärgüter wie Grundnahrungsmittel oder unverarbeitete Rohstoffe exportieren.
  • Wasser. Wenn es fehlt, ist kein Leben möglich. Der von Regen gesegnete Norden leidet unter dem globalen Wassermangel bei weitem nicht so stark wie trockene Regionen der Welt. Doch die Landwirtschaft gilt als größter Wasserverbraucher in allen Kulturen. Virtuelles Wasser stellt diesen Verbrauch, der für die Produktion aufgewendet wird, in verbrauchten Litern dar. Die Produktion von einem Kilo Reis braucht im Schnitt rund 2552 Liter pro Kilo. Dazu zählt Regenwasser, durch die Produktion verunreinigtes Wasser, und Wasser, das abfließt und nicht in den lokalen Wasserkreislauf zurückgeführt wird. Hauptproblem ist, dass die Menge des Trinkwassers abnimmt oder, dass dieses verunreinigt wird.
  • Klimawandel ist mit eine Hauptbedrohung der weltweiten Ernährungssicherheit. Die Landwirtschaft bildet dabei einen der größten Verursacher des Klimawandels durch die Rodung von Regenwälder, die Schaffung von Monokulturen und Bodenerosionen. Der Ausstoß klimaschädlicher Gase wird erhöht und zeitgleich wird die Aufnahmefähigkeit der ökologischen Senken reduziert. Senken ist ein umstrittener Begriff, der im Groben aber gesunde Wälder, Ozeane oder die Atmosphäre umfasst.

Alle Probleme sind nicht auf einmal zu lösen. Doch Hunger gehört in das allgemeine Bewusstsein, vor allem innerhalb der Nachhaltigkeitsdebatte. Niemand muss Hunger leiden.

Dieser Artikel wurde geschrieben von Jana Jansen von der Jugendredaktion der Jungen Presse e.V., die live von der youcoN auf ihrem Magazin www.youthmag.de berichtet und uns diesen Beitrag freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat. Seit über 65 Jahren setzt sich die Junge Presse ehrenamtlich für medieninteressierte Jugendliche ein und ist einer der größten bundesweit aktiven Jugendmedienverbände.

Auf dem Markt der Möglichkeiten mit der Gemeinwohlökonomie

Zur Nachhaltigkeit gehört auch die Wirtschaft. Eine Alternative zum kapitalistischen System bietet die Gemeinwohlökonomie. Jens vertritt auf dem Markt der Möglichkeiten den Stand der Bewegung. Wir haben ihm ein paar Fragen gestellt.

youthmag: Was machst Du hier?

Jens: Ich sitze hier für den Akteurinnen-Kreis Jugend der Gemeinwohlökonomie. Bei der youcoN haben wir unseren ersten Messestand. Wir halten hier Ausschau nach Personen, die Interesse an nachhaltiger Entwicklung haben. Wir sind davon überzeugt, dass sie sich für die Gemeinwohlökonomie begeistern lassen, da sie perfekt zu uns passen.

Wer seid ihr und wie kann man bei euch mitmachen?

Die Gemeinwohlökonomie ist ein Wirtschaftsmodell, dass sich zum höchsten Ziel setzt, ein gutes Leben für alle zu ermöglichen. Basis dafür ist eine Stärkung demokratischer Prozesse und ein menschenwürdiges, solidarisches Miteinander. Einbringen kann man sich bei uns auf allen Ebenen. Wir sind in Akteurinnenkreise (AK) gegliedert, die sich in Regionalgruppen organisieren. Dort kann sich jeder einklinken und mitarbeiten. Die AK erarbeiten verschiedene Themen innerhalb der Gemeinwohlbewegung. So zum Beispiel der AK Bildung, der verschiedene Bildungskonzepte für eine alternative Wirtschaftsbildung in den Schulen entwickelt. Der AK Jugend ist eine Plattform für junge Menschen um sich auszutauschen und Treffen wie Diskussionsrunden zu organisieren. Ein großes Projekt ist für den Sommer 2019 geplant: Eine Aktionswoche nach dem Vorbild der Klimacamps, die wir im Rahmen der Braunkohleproteste kennengelernt haben. Workshops, Konzerte und Vorträge, um international für ein nachhaltiges Wirtschaftssystem zu arbeiten.

Was ist euer Beitrag zur nachhaltigen Bildung?

Unsere Programme aus dem AK Bildung sind ein wichtiger Beitrag. Wir etablieren ein nachhaltiges Wirtschaftssystem, nicht nur ökonomisch, sondern auch ökologisch und schaffen dafür ein Bewusstsein. Wir setzen uns dafür ein, dass nicht nur der Gewinn als Erfolgsdefinition für Unternehmen gilt, sondern der Nutzen für die Gemeinschaft: Denn wenn das die Maxime ist, kann man nur nachhaltig wirtschaften.

Was gefällt dir an der youcoN?

Ich hab noch nicht so viel gesehen, aber die Leute hier sind super interessiert und nett. Interessant ist, dass die youcoN in der Autostadt stattfindet. Ich habe dann aber mit Julian aus dem Organisationsteam gesprochen und den Ansatz, verschiedene Welten aufeinander treffen zu lassen, finde ich sehr spannend.

Welche drei Dinge wünschst du dir für eine nachhaltige Zukunft?

Mehr demokratische Mitbestimmung, eine Gemeinwohlökonomie natürlich, und kürzere Arbeitszeiten für die Menschen um das Leben mehr zu genießen.

Vielen Dank für das Gespräch!

Dieser Artikel wurde geschrieben von Jana Jansen von der Jugendredaktion der Jungen Presse e.V., die live von der youcoN auf ihrem Magazin www.youthmag.de berichtet und uns diesen Beitrag freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat. Seit über 65 Jahren setzt sich die Junge Presse ehrenamtlich für medieninteressierte Jugendliche ein und ist einer der größten bundesweit aktiven Jugendmedienverbände.

Auf dem Markt der Möglichkeiten mit Engagement Global

Auf dem Markt der Möglichkeiten können am Stand von Engagement Global mehrere Wettbewerbe zu globaler Entwicklung an deutschen Schulen kennengelernt werden. Wir haben der Standpatin ein paar Fragen gestellt.

Was machst du hier?

Ich bin heute mit dem Stand auf dem Markt der Möglichkeiten der youcoN, um Jugendlichen von uns zu berichten und auf unsere Aktionen hinzuweisen. Dazu gehören der Schulwettbewerb zur Entwicklungspolitik „Alle für eine Welt – eine Welt für alle!“ und der Songcontest „Dein Song für eine Welt“.

Wie bringt ihr euch für nachhaltige Entwicklung ein?

Mit unserem Songcontest wollen wir Jugendliche für nachhaltige Entwicklung sensibilisieren. Wir rufen mit dem Wettbewerb Kinder und Jugendliche zwischen 10 und 25 Jahren dazu auf, Verantwortung für unsere Welt zu übernehmen und über den Tellerrand hinaus zu blicken. Es wurden zuletzt sehr viele Lieder eingereicht, die sich mit Ungleichheit in der Welt beschäftigen und sich mit Friedensoptionen auseinandersetzen.

Wie kann man euch denn unterstützen oder bei euch mitmachen?

Uns kann man vor allem unterstützen, indem man auf uns und unser Anliegen aufmerksam macht. Auf der Messe haben wir zum Beispiel schon einige junge Lehrer getroffen, die unsere Wettbewerbe in ihren Klassen publik machen wollen. Viele der Gewinner der letzten Songcontests unterstützen uns zudem, indem sie ihre Lieder bei Veranstaltungen wie der Grünen Woche vortragen und damit auf uns und unser Kernthema hinweisen.

Was gefällt dir an der youcoN?

Hier sind so viele freiwillige Jugendliche, die sich für nachhaltige Entwicklung interessieren und sich engagieren, um ihre Projekte zu verwirklichen. Gerade nachhaltige Bildung ist ein Thema, das ganz entscheidend von unten mitgestaltet werden und nicht den Jugendlichen von oben aufgedrückt werden soll.

Welche drei Dinge wünscht du dir für eine nachhaltige Zukunft?

Ich wünsche mir eine Veränderung im Konsumverhalten der Menschen oder dass die Menschen ihr Konsumverhalten zumindest überdenken. Außerdem wünsche ich mir Bildung, die praktisches Handeln berücksichtigt und auch Jugendliche zum praktischen Handeln motiviert. Zudem würde ich mich sehr über mehr zwischenmenschlichen Zusammenhalt freuen, gemeinsam ist doch vieles einfacher.

Vielen Dank für das Gespräch!

Dieser Artikel wurde geschrieben von Marie Haase von der Jugendredaktion der Jungen Presse e.V., die live von der youcoN auf ihrem Magazin www.youthmag.de berichtet und uns diesen Beitrag freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat. Seit über 65 Jahren setzt sich die Junge Presse ehrenamtlich für medieninteressierte Jugendliche ein und ist einer der größten bundesweit aktiven Jugendmedienverbände.

Nachhaltigkeit in jedes Studium

Auch an den Hochschulen wird fleißig mitgemischt, um die Welt der nachhaltigen Entwicklung mit den eigenen Gedanken und Tagen zu gestalten. Anastasia und Jannik leiten gemeinsam den Workshop zum Thema “BNE an Hochschulen”, um am Besuchertag klare Forderungen an die Hochschulpolitik zu äußern. Rund zwanzig engagierte Teilnehmer entwickeln gemeinsame Ideen für die nachhaltige Hochschulbildung von morgen.

Die Universitäten selbst waren nicht untätig bisher. In vielen Curricula wurden die drei Säulen der Nachhaltigkeit bereits übernommen und fest eingebunden: In so genannten “Commitments” –  Strategien – haben sich die Hochschulen bereits zu Nachhaltigkeitszielen und deren Umsetzung verpflichtet. So existieren an Unis bereits Preisausschreibungen, die nachhaltige Projekte von Studierenden fördern, ein “nachhaltiger Monat” pro Jahr mit wöchentlichen Themenschwerpunkten oder ein “Klimateller” in der Mensa, der regionale Produkte auftischt. Ein gemeinsames nationales Konzept fehlt hingegen. Ebenso wie ein klares Bekenntnis der Hochschulen, wie sie Nachhaltigkeit definieren.

Nachhaltigkeit gehört dazu

Aus Sicht der Teilnehmenden spricht nichts gegen die individuelle Ausarbeitung von Strategien zur Umsetzung der Sustainable Development Goals. Auffällig ist, dass die Erfahrungswelten sich von den verschiedenen Universitäten und Studiengängen der Teilnehmer stark unterscheiden. Die Dringlichkeit der Umsetzung wurde offenbar noch nicht in jedem Fachbereich und jeder Uni erkannt. Was fehlt ist der feste Wille, die BNE integral in jeden Studiengang einzubinden. So lautet die Forderung der Arbeitsgruppe, dass Nachhaltigkeit in jedes Studienfach integral eingebunden sein muss.

„Nachhaltigkeit muss verpflichtender integraler Bestandteil in jedem Studienfach werden – macht Nachhaltigkeit unausweichlich!“

Für die Umsetzung dieser Forderungen wurden Bereiche und konkrete Themen erarbeitet. Bei guter Musik und konstruktiven Diskussionen wurden Handlungsvorschläge in vier Themengebieten ausgearbeitet: Lehrpläne beziehungsweise Module innerhalb der Studiengänge, Organisationsstrukturen an den Hochschulen, Kooperationen der Universitäten mit der Außenwelt und die Umsetzung konkreter Projektideen. Der Wunsch der Teilnehmer ist klar: Nachhaltigkeit ist zu fundamental, als dass es aus den Vorlesungen herausgehalten werden kann. Es gehört in die Mitte des universitären Alltags, unter anderem als Pflichtmodul mit Creditpoints und auf die Mensateller. Egal ob angehender Ingenieur, Betriebswirt oder Pädagoge – Nachhaltigkeit geht alle an.

Green Offices, studentische Nachhaltigkeitsgremien, Ringvorlesungen

Die Liste konkreter Ideen der Teilnehmenden ist lang. Klar ist: Je mehr sich organisch aus dem Uni-Standort heraus eigenständig entwickelt, desto individueller ist das Angebot auf die örtliche Nachfrage angepasst. Die Erfolgschancen für das Projekt steigen, gemeinsame Leitlinien können dabei helfen. Ein weiteres Augenmerk liegt auf der Kommunikation. Erst wenn eine Begründung hinter einer umweltfreundlichen Maßnahme erklärt wird, kann das Verständnis bei den Betroffenen dafür enstehen. Und sei es die verdünnte Seife auf den Uni-Toiletten, die nun schaumig aus dem Spender kommt. Sie ist CO2-neutraler und effizienter und so ein Beitrag zu einem lebenswerteren Morgen. Darüber hinaus wird die Verantwortung der Studierenden selbst nicht aus den Augen verloren, denn Skripte gehören nicht zwangsläufig ausgedruckt auf den Tisch.

Alle müssen anpacken

Unverzichtbar zur Nachhaltigkeit gehört auch der Bereich der Ökonomie. Universitäten arbeiten in vielen Bereichen mit Drittmitteln. Für Kooperationen der Unis mit Unternehmen schlagen die Teilnehmenden vor, dass es es einen Fokus auf die lokale Einbindung des nachhaltigen Potenzial der Studierenden geben soll. Ambitionierte Firmen, die Nachhaltigkeit in ihre Beschaffung oder ähnliches einbinden, könnten für Kooperationen bevorzugt und gefördert werden. Auch für die Studierenden selbst können sich daraus Vorteile für die spätere Jobsuche ergeben: Weg von dem Zwang, ein Auslandssemester zu absolvieren, muss die lokale Zusammenarbeit gestärkt werden. Durch die Vermittlung von Praktika oder Nebenjobs in nachhaltigen Firmenbereichen können beide Seiten profitieren.

Innovative Ideen und Vorschläge sind da, jetzt geht es an die Umsetzung. Mit dem gemeinsamen Wunsch, Nachhaltigkeit unausweichlich in die Bildung zu integrieren, geht der Workshop heute in den Besuchertag. Denn eine lebenswerte Zukunft beginnt in unserem Alltag – auch an den Hochschulen.

Dieser Artikel wurde geschrieben von Jana Jansen von der Jugendredaktion der Jungen Presse e.V., die live von der youcoN auf ihrem Magazin www.youthmag.de berichtet und uns diesen Beitrag freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat. Seit über 65 Jahren setzt sich die Junge Presse ehrenamtlich für medieninteressierte Jugendliche ein und ist einer der größten bundesweit aktiven Jugendmedienverbände.

Informell, formal, ganz egal?

Einer der Workshops, der den Freitag auf der youcoN 2018 maßgebend mitgestaltete, beschäftigte sich mit der Frage, wie man Bildung für nachhaltige Entwicklung dauerhaft mit in den Sektor der non-formalen und informellen Bildung integrieren kann.

Schon auf den ersten Blick ist erkennbar, dass einige der youcoN Teilnehmer sich dafür interessieren, wie die beiden Bereiche miteinander kombiniert werden können. Zuerst wurde allerdings in der Gruppe geklärt, was eigentlich non-formale und informelle Bildung ist bzw. wo sie vermittelt wird. Viele Begriffe fallen, darunter „Museen“, „Familie“, „Jugendcamps“, „Fußballvereine“, Begriffe, die inhaltlich nicht unterschiedlicher sein könnten. Doch alle haben eine Sache gemeinsam: Keiner der Bereiche ist staatlich institutioniert oder verfolgt Lehrpläne, die strikt bestimmte Inhalte vorschreiben. Somit ist einer der Schlüsselpunkte der non-formalen und informellen Bildung die Unabhängigkeit.

Dass auch von einer Teilnehmerin der Begriff „Leben“ in den Raum geworfen wird, ist also nicht verwunderlich. Schließlich lernt der Mensch tagtäglich in jedem seiner Lebensbereiche. Tatsächlich werden sogar 60% aller Lernprozesse eines Menschen in seinem Alltag abgeschlossen. Wieder wird an dieser Stelle ein Kernpunkt deutlich: Die non-formale und informelle Bildung ist durch ihre Vielfalt, Freiheit und somit auch Möglichkeit zur kreativen Gestaltung geprägt. 

Daraus leitet sich ein extrem hohes Innovationspotential in dem Bereich ab. Ein natürliches, freiwilliges Lernen und Austauschen wird möglich, da die Auseinandersetzung mit Themen motiviert und gezielt abläuft. Jeder Mensch besucht in seiner Freizeit, die er außerhalb von Anforderungen, Lehrplänen und frei von Bewertungskriterien verbringt, logischerweise vorrangig die Veranstaltungen, die ihn persönlich interessieren.

Jedoch kann das auch zu einem grundlegendem Problem werden. Dieser Zustand wird sehr gut durch das Phänomen der „Öko-Bubble“ beschrieben. In dem Fall isoliert sich der Teil, der sich aktiv für einen nachhaltigen Lebensstil einsetzt, vom Rest der Gesellschaft und hat deshalb kaum Berührungspunkte, an denen Diskussionen zum Thema Nachhaltigkeit entstehen können.

So schön es auch wäre, Erfahrungsberichten und dem obigen Grund zufolge wird das Thema Nachhaltigkeit bei wenigen Menschen im Alltag diskutiert. Dabei stellen die jungen youcoN-Teilnehmer im Laufe des Workshops fest, dass der Austausch mit seinen Mitmenschen in hohem Maße ausschlaggebend für eine flächendeckende Ausbreitung der Bildung für nachhaltige Entwicklung ist. Denn auch in jeder zwischenmenschlichen Beziehung bildet sich der Mensch weiter, sei es in Gesprächen, Diskussionen oder allein durch den Verweis eines Freundes auf eine interessante Veranstaltung.

Das Ziel dahinter

Die stärkere Verbindung zwischen non-formaler und informeller Bildung und der Bildung für nachhaltige Entwicklung ist für die Zukunft unabdinglich, da nur durch ein größeres Bewusstsein für die Thematik auch verantwortungsvolle Entscheidungen gefällt werden können.

So kann langfristig zukunftsfähiges Denken und Handeln gefördert und durchgesetzt werden.

Dieser Artikel wurde geschrieben von Johanna Dörrie von der Jugendredaktion der Jungen Presse e.V., die live von der youcoN auf ihrem Magazin www.youthmag.de berichtet. Seit über 65 Jahren setzt sich die Junge Presse ehrenamtlich für medieninteressierte Jugendliche ein und ist einer der größten bundesweit aktiven Jugendmedienverbände.