BNE-Tourstopp in Halle an der Saale

Vergangenen Freitag war ich (Ronja) zusammen mit Dilan und Lukasz zu Besuch im Landesinstitut für Schulqualität und Lehrerbildung Sachsen-Anhalt (kurz LISA) in Halle an der Saale. Dort fand ein weiterer Stopp der diesjährigen BNE-Roadtour statt.

„Vom Nationalen Aktionsplan zur länderspezifischen Umsetzung in Mitteldeutschland…“

…so lautete der offizielle Titel der Veranstaltung. Dazu trafen sich zwei Tage lang BNE-Aktuer*innen aus Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen. Sie tauschten sich am Anfang darüber aus, was für Erfahrung sie bei der strukturellen Verankerung von BNE auf Länderebene bisher gemacht haben. Anschließend wurde in kleineren Gruppen über Themen wie „BNE im dualen System der Berufsbildung“ oder „BNE in universitärer Lehrer*innenbildung“ diskutiert.

Woher ich das weiß? Die gesamte Veranstaltung wurde von einer Künstlerin graphisch festgehalten. Siehe selbst:

Die Veranstaltung als Bild

Vorstellung des youpaN

Am Freitag durften Dilan und ich dann im Plenum das youpaN und alles, was es darum herum noch gibt, vorstellen. Also was die youboX macht, dass es youprOs, die youcoN und youinfO gibt und was bisher alles passiert ist. Außerdem stellte ich die 8 Forderungen des youpaNs vor und wir redeten im Plenum darüber, was für eine gute Jugendpartizipation wichtig ist.

Ronja stellt das youpaN vor

Anschließend sprach Prof. Dr. de Haan darüber,  in welchen Bereichen und von wem Nachhaltigkeit in unserer Gesellschaft vorangebracht werden kann bzw. sollte.

Nach Ende der Veranstaltung  blieb dann bei Suppe, Kaffee und Kuchen noch genug Zeit, um mit einigen Menschen näher ins Gespräch zu kommen und Kontakte zu knüpfen, bevor es für mich wieder mit dem Zug zurück nach Lüneburg ging.

Das youpaN auf der Utopiekonferenz

Was wäre, wenn die Städte autofrei wären? Was wäre, wenn Produkte so besteuert wären, dass die umweltschädlichen Wirkungen im Preis enthalten sind? Was wäre, wenn Bildung kostenlos, barrierefrei und lebenslang für alle zugänglich wäre?

Diese und weitere Fragen haben wir (Jeanne und Clara) uns mit rund 600 weiteren Teilnehmer*innen auf der Utopie-Konferenz an der Leuphana Universität Lüneburg vom 20. bis 22. August gestellt. Neben interessanten Vorträgen und Diskussionen, u.a. mit Richard David Precht, Daniel Domscheit-Berg, Reinhard Kahl und Maja Göpel haben wir in diversen Workshops konkrete Utopien für eine bessere Welt ausgearbeitet. Die Workshops waren dabei so vielfältig wie inspirierend und reichten von einer Vollgeldreform über ein ökologisch-soziales Steuersystem bis hin zu sozialer Landwirtschaft und „Commonismus“.

Besonders beeindruckend war ein Impuls des Mathematikers und Autors Gunter Duecks, der auf unterhaltsame Weise erklärte, wie man als Multiplikator*in Menschen für Nachhaltigkeit begeistern kann, die noch nie etwas von diesem Begriff gehört haben. Die Anregung, jede Gesellschaftsgruppe mit anderen, auf sie zugeschnittenen Argumenten zu überzeugen, werden wir auf jeden Fall für unsere Arbeit im youpaN mitnehmen.

Es war eine tolle Erfahrung, so viele engagierte Menschen an einem Ort versammelt zu sehen, die sich der Erfüllung ihrer Träume von einer besseren Welt verschrieben haben. Obwohl sie alle unterschiedliche Erfahrungen und Sichtweisen auf die Welt mitbringen, eint sie die Hoffnung durch ihre Initiative zu einer zukunftsfähigen Gesellschaft beizutragen. Auf der Konferenz entstehen Ideen, die heute zwar noch Utopie sind, aber morgen Realität sein können. Die positive Energie, die mitten in unserer Gesellschaft steckt, macht Mut zu träumen und weiterhin an eine Trendwende zu glauben, trotz der Trägheit des Systems, in dem wir funktionieren müssen.

BNE – von der Utopie zur Wirklichkeit?!

In unserer heutigen Zeit scheint es nur noch wenige Leute zu geben, die Utopien erdenken, ausformulieren und für sie einstehen. Zu groß ist die Angst, die Utopie könnte zu einer Dystopie werden und wir könnten unseren jetzigen Wohlstand verlieren. Das ist schade, denn die Menschheit hat sich nur durch ihre Träume weiterentwickelt und es gibt so viele Utopien – eine europäische Republik, ein Bauernhof für jede Schule, eine Gesellschaft der Zeitmillionäre – die es Wert sind, in die breite Gesellschaft getragen zu werden. Auch Bildung für nachhaltige Entwicklung scheint manchmal eine Utopie zu sein, ein schöner Traum, aber in unerreichbarer Ferne. Immer öfter jedoch – und das haben wir auch wieder auf der Konferenz festgestellt – ist BNE schon heute konkrete, gelebte Utopie und vielleicht morgen bereits fester Bestandteil unseres Alltags…

Dieser Artikel wurde von Clara verfasst.

„Lebensmittel zum Zweck“ – Ein Seminarrückblick

„Lebensmittel zum Zweck. Wie das Wirtschaftssystem im Ernährungssektor wirkt.“ So heißt das Seminar des Vereins Kulturweiter, an dem Marcel und Clara vom 29. Juni bis 01. Juli für das youpaN teilnehmen.

Chaoskochen und ständiges Wachstum

Der Freitagnachmittag beginnt mit einem interessanten Input über die Notwendigkeit und Folgen des Wirtschaftswachstums, dann folgt das „Chaoskochen“: Wir zaubern ein leckeres Abendessen aus den Lebensmittelresten, die jeder von Zuhause mitgebracht hat und probieren direkt aus, wie effektiv Resteverwertung sein kann.

Auch Samstag und Sonntag sind eine bunte Mischung aus theoriereichem und praxisorientierten Programm. Wir lernen, wie der „Wachstumszwang“ auch in der Lebensmittelbranche wirkt: Einerseits werden Löhne und andere Sozialleistungen durch das Profitstreben gedrückt, andererseits werden ständig neue Produkte, eines fragwürdiger als das Nächste, entwickelt, um Marktnischen zu füllen.

Prinzessinengarten Berlin

BNE ganz praktisch

Aus dem Seminar nehmen wir viele kreative Methoden mit, die wir auch in unseren Workshops einsetzen können. Höhepunkt des Wochenendes ist meiner Meinung nach auf jeden Fall die Führung in den Prinzessinengärten Berlins: Hier wird biologisch angebaut, es gibt ausgeklügelte Kompost-Systeme, Wildkräuter die nach Wasabi schmecken und kerngesunde, lebensfrohe Bienen. Und Bildung für nachhaltige Entwicklung wird dabei ganz natürlich mitbetrieben!

Prinzessinengarten Berlin

Der Artikel wurde von Clara verfasst. Die Bilder sind von Marcel.

youpaN Tagung in Hattingen

Von -20 auf 30°C in unter drei Monaten

Machten auf dem letzten youpaN-Treffen noch Wollsocken und Pullis den allgemeinen Dresscode aus, so waren es diesmal kurze Hosen und weder Socken noch Schuhe. Stattdessen liefen wir meistens barfuß herum und waren in den Pausen damit beschäftigt, draußen zu sein und danach alle Zecken von unseren Beinen zu schnippen. Außerdem ermöglichte uns das sommerliche Wetter ein paar Programmpunkte unter freiem Himmel und zwei Abende in gemütlichem Zusammensein unter dem Sternenhimmel. Ehrengast war am ersten Abend ein Hirschkäfer, den Simeon gefunden hatte.

Mitarbeit in den Fachforen

Ein großes Thema des Treffens war die Mitarbeit des youpaNs in den Fachforen. In den Fachforen sitzen vom Bundesministerium für Bildung und Forschung berufene Expert*innen zu sechs verschiedenen  „Bildungslandschaften“.

  • Frühkindliche Bildung
  • Schule
  • Berufliche Bildung
  • Hochschule
  • Non-formales und informelles Lernen/Jugend
  • Kommunen

In jedem dieser Fachforen arbeiten seit September 2017 auch Mitglieder des youpaNs mit. Zunächst einmal tauschten wir uns über unsere bisherigen Erfahrungen und Erlebnisse aus den bisherigen Treffen der Fachforen aus. Manche von uns hatten schon viele Treffen und konnten sich gut einbringen, andere staden durch organisatorische Dinge oder der fehlenden Möglichkeit sich zufriedenstellend einzubringen, vor Herausforderungen.

Im Gespräch

Über diese Dinge sprachen wir dann mit vier Gästen: Katja Hinze (Vorstandsvorsitzende der Stiftung Bildung), Johannes Domnick (Mitarbeiter der Stiftung Bildung), Dr. Manfred Beck (Stadtdirektor in Gelsenkirchen) und Thomas Hohn (Kampaigner für Umwelt- und Bildungspolitik bei Greenpeace). Alle Vier sind auch Mitglieder eines Fachforums. In mehreren Gesprächsrunden konnten wir so einen tieferen Einblick in die Arbeit und Struktur der Fachforen gewinnen. Außerdem entwickelten wir Lösungsansätze für die Dinge, die bisher noch nicht so gut klappten. Inhaltlich tauschten wir uns zudem über die Potentiale unserer Mitarbeit in den Fachforen aus und sammelten Ideen für Forderungen, die wir als youpaN zukünftig vertreten wollen.

An dieser Stelle nocheinmal ein großes Danke an Katja, Johannes, Manfred und Thomas für ihre Zeit und Unterstützung!

Treffen mit den Projektcoaches

Nicht nur das youpaN tagte an diesem Wochenende in Hattingen. Auch ein paar der Projektcoaches trafen sich und so hatten wir die Möglichkeit uns gegenseitig auszutauschen. Die Projektcoaches begleiten die Umsetzung der Projekte über die das youpaN abgestimmt hat. Eine konkrete Sache, die wir gemeinsam besprachen, war außerhalb der Treffen in näheren Austausch zu kommen und  Einblicke der Projektcoaches zu den laufenden Projekten in die Öffentlichkeitsarbeit des youpaNs einzubauen.

5 Forderungen

Last but definitely not least kommen hier nun die 5 Forderungen, die wir an diesem Wochenende ausarbeiteten. Für diese werden wir uns ab jetzt in den Fachforen und der Nationalen Platform einsetzen.

-> Jugendzukunftsräte in allen Bundesländern <-

-> BNE für Alle – Der NAP in leichter Sprache <-

(BNE=Bildung für nachhaltige Entwicklung
NAP=Nationaler Aktions Plan)

-> Global Goals als Bildungsleitbild – SDGs in alle Curricula <-

(SDGs=Sustainable Development Goals
auf Deutsch=17 Ziele für eine nachhaltige Entwicklung)

-> Deutschland als BNE Vorreiter – Finanzierung eines UNESCO-Programmes über 2019 hinaus <-

-> Freiräume schaffen – Engagement in Bildungssystemen ermöglichen <-

 

 

 

youprO: Das war „Let´s play Schule“ – 17 Studis, 8 Klassen, 1 Insel

Das erste youprO ist abgeschlossen!

Im März waren 17 Lehramtsstudierende aus Berlin auf Borkum und haben dort an der Grundschule eine Projektwoche zu den globalen Nachhaltigkeitszielen durchgeführt. So wurde gleichzeitig Zeit und Raum für die Lehrenden geschaffen, sich mit Unterstützung der Initiative neues Lernen Gedanken zur Schulentwicklung zu machen.

Dorothea Doerr (Doro), Mitglied der studentischen Bewegung Kreidestaub, hat das youprO ins Leben gerufen. Im Interview mit ihr sprachen wir über die Herausforderungen, Überraschungen und Highlights der Projektwoche.

„Es hat sehr gut funktionert, es war eine richtig, richtig tolle Woche!“

So hörte sich Doro’s erste Antwort an, als ich zu Beginn unseres Telefonats fragte, wie das Projekt gelaufen sei.

Worum ging es bei dem Projekt?

Der Titel „Let´s play Schule“ war für die teilnehmenden Studierenden aus den Bereichen Lehramt und Bildungswissenschaften Programm.  Eine Woche lang übernahmen sie den Unterricht der Borkumer Grundschule im Rahmen einer Projektwoche. Dazu bereiteten sie sich innerhalb ihres Studiums an der Freien Universität Berlin ein halbes Jahr lang vor und planten in Teams insgesamt 6 Projekte, auf die die Grundschüler*innen aufgeteilt wurden. Thematisch ging es um den Umgang mit Müll, die Meeresverschmutzung, die Flora und Fauna auf Borkum, Kinderrechte, nachhaltige Farbenherstellung  und nachhaltigen Konsum.

„Praxisschock“ für Studierende

Eines der Ziele von „Let´s play Schule“ war es, den angehenden Lehrer*innen die Möglichkeit zu geben, Praxiserfahrung zu sammeln – vor allem im Bezug auf Unterrichtsgestaltung unter den Leitkriterien von „Bildung für nachhaltige Entwicklung“. Dabei ist es ganz normal, dass Studierende am ersten Tag der Projektwoche einen, wie Doro es formuliert, „Praxisschock“ erleben.
Da ist zum Einen die Schwierigkeit spontan und situationsbedingt auf die Reaktionen und das Verhalten der Schüler*innen zu reagieren. Denn bei der davor geleisteten Unterrichtsplanung kannten die Studierenden ihre Klasse ja noch nicht. Andere Faktoren, wie bspw. organisatorische Absprachen mit dem Hausmeister, hätten allerdings vorher eingeplant werden müssen, um Ärger zu vermeiden.

„Aber genau das sollten sie ja lernen: Was für Strukturen gibt es in einer Schule, die außerhalb meines Unterrichts bestehen und die ich beachten und mitbedenken muss? Und da haben sie die Erfahrungen gemacht, die sie machen sollten.“

Schulentwicklung

Das Konzept von „Let´s play Schule“ sieht neben der Unterrichtsübernahme durch die Studierenden vor, dass die Lehrenden der Projektschule in der so gewonnenen Zeit darin unterstützt werden, über Schulentwicklung zu sprechen. Denn auch strukturelle Veränderungen sind zur Umsetzungvon „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ nötig. Auf Borkum wurde dieser Prozess zusammen von Doro und Nils Reubke von der Initiative Neues Lernen zwei Tage lang unterstützt und zwei weitere Tage selbstständig von den Lehrenden weitergeführt. Dazu wurde die Methode des „Design thinking“ genutzt, um das Schulprofil 2020 zu entwickeln. Die Einführung eines neuen Stundenmodells, die Weiterentwicklung eines Konzeptes für einen offenen  Ganztag und Möglichkeiten, um Raum für Methoden wie bspw. das sog. „teamteaching“ oder Projektarbeit zu schaffen, wurden besprochen.

„Diese riesen Schritte haben die Lehrenden in einem so kurzen Zeitraum zusammen gemacht, das war richtig schön zu sehen!“

Inselluft

Das Projekt auf einer Nordseeinsel durchzuführen, die allein durch Fährverkehr Kontakt zum Festland hat, brachte am Ende weniger Herausforderungen mit sich, als zuvor gedacht. Im Vorhinein wurde mit allen Supermärkten der Insel Kontakt aufgenommen und gefragt, inwiefern es bei ihnen möglich ist, Lebensmittel zu retten. Bis auf manche Kleinigkeiten konnten so 10 Tage lang alle 17 Studierende durch das Retten der Lebensmittel versorgt werden. Durch die kurzen Kommunikationswege auf der Insel und den festen Zusammenhalt der Inselgemeinschaft, erfuhr das Projekt sehr viel Unterstützung. Das Klischee vom mürrischen und verschlossenen Insulaner können Doro und ihre Truppe absolut nicht bestätigen.

Weiterführung des Projekts

Es sollen in Zukunft weitere Projekte nach dem „Let´s play Schule“ Konzept folgen. An der Freien Universität Berlin wird ein nächster Durchgang für das kommende Wintersemester geplant. Dies auch an anderen Hochschulen zu erreichen und so das Konzept von „Let´s play Schule“ deutschlandweit zu verbreiten ist festgeschriebenes Ziel. Außerdem wird das Konzept im nächsten Semester weitestgehend unabhängig von Kreidestaub von Studierenden des Bayerischen Lehrerinnen- und Lehrerverbands umgesetzt.

Doro’s persönliches Highlight

„Die Studierenden zu sehen wie sie wachsen und aufblühen, von Tag zu Tag sicherer werden, miteinander kommunizieren und Probleme lösen, füreinander da sind und gemeinsam versuchen für alle Beteiligten das Beste rauszuholen, weil sie merken: ‚hey, wir machen das hier zusammen und das ist geil, weil´s uns hilft!‘ .“

 

 

Auf dem Weg zur youcoN 2018

Neues Jahr, zweite youcoN, neues Motto

Auch 2018 gibt es für euch wieder eine youcoN. Wir von der youboX haben dafür unsere Köpfe zusammengesteckt und ordentlich rauchen lassen. Heraus kamen jede Menge coole Ideen ?? und das diesjährige Motto: Gemeinsam. Zukunft. Leben! Denn es ist nicht nur toll, wenn wir uns zusammen für Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) einsetzen, sondern extrem wichtig!

youcoN – Planung ??️ und Themen

Aus der letzten youcoN haben wir wahnsinnig viel Energie mitgenommen, die wir gerne in die nächste Runde mitnehmen möchten. Und da seid ihr unverzichtbar!  Zur youcoN 2018 laden wir wieder euch junge Menschen aus dem gesamten Bundesgebiet dazu ein, vier Tage zu BNE zu tagen, dazu coole Ideen zu entwickeln und Teil der großen Bewegung für eine nachhaltige Welt zu sein!

youcoN-konferenz
youcon-fotobox-bilder
17 Ziele nachhaltiger Entwicklung
Abschlussparty
Virtual Reality Brillen
Nachhaltigkeitsbibliothek
Gemeinsam viel bewirken
Barfuss auf der youcoN
BNE zum Selbstlernen
YoucoN – Wir l(i)eben Zukunft! (18)
YoucoN – Wir l(i)eben Zukunft! (13)
YoucoN – Wir l(i)eben Zukunft! (14)

In einem bunten Programm stehen in diesem Jahr u.a. die Themen im Vordergrund:

 

  • Gemeinsam für BNE aktiv sein
  • Digitalisierung
  • globale Verantwortung
  • Jugendbeteiligung nachhaltig machen

In drei Tagen um die Welt – The Global Festival of Action

Zugegeben, ich bin nicht wirklich ein Weltenbummler. Zum Unverständnis vieler meiner Mitmenschen scheine ich auf irgendeine Weise gegen das allgemein verbreitete Reisefieber relativ immun zu sein.
Trotzdem habe ich letztens so etwas wie eine Weltreise unternommen. Mit dem kleinen Unterschied, dass über 1.000 Vertreter aus mehr als 150 Ländern gleichzeitig an einem Ort zusammenkamen.

Das „Global Festival of Action for Sustainable Development“

Vom 21. – 23. März fand im World Conference Center Bonn das „Global Festival of Action for Sustainable Development“ statt und ich (Ronja) war für das youpaN mit dabei. Übersetzt man den Titel auf Deutsch könnte er folgendermaßen lauten: Weltweites Festival der Taten/Aktionen/Maßnahmen für nachhaltige Entwicklung.
Organisiert wurde das Ganze von der „UN SDG Action Campaign“. Eine Sonderinitiative des UN-Generalsekretärs, welche es sich zur Aufgabe gemacht hat, die 2015 von den Vereiten Nationen verabschiedeten „Sustainable Development Goals“ (SDGs) bekannt zu machen und die Umsetzung dieser Ziele zu unterstützen. Auf deutsch heißen die SDG´s „17 Ziele für eine nachhaltige Entwicklung„.

Aber was genau haben die Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen mit dem youpaN zu tun?

Eine ganze Menge! Sie bieten den globalen Rahmen, in dem auch wir uns als youpaN bewegen, wenn wir auf nationaler, regionaler und lokaler Ebene „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ mitgestalten und umsetzen. Dabei liegt unser Schwerpunkt vor allem auf dem vierten Ziel „Hochwertige Bildung“. Genauer auf dem Unterpunkt 4.7 „Bildung für nachhaltige Entwicklung“. Da Bildung aber so etwas wie ein Schlüsselfaktor für nachhaltige Entwicklung ist – denn wie kann etwas verändert werden, wenn man nicht weiß wie? – bestehen viele Verbindungen und Bezüge zwischen Ziel 4 und den anderen Zielen.

Ein paar SDG´s als Sitzklötze

Zu meinen Erlebnissen in Bonn:

Als ich am Mittwochmorgen in das World Congress Center Bonn eintrete, begrüßen mich erstmal drei Sicherheitsleute und unterziehen mich einer Flughafen-mäßigen Sicherheitskontrolle.  Ich muss ein bisschen perplex gewirkt haben, denn einer der Männer grinst mich an und fragt: „Du bist das erste Mal hier, was?“
Ein paar Minuten später sitze ich dann in einem großen Saal, der mich sehr an den Plenarsaal des Bundestags erinnert und fühle mich ganz schön fancy. Nach ein paar Reden von verschiedenen Menschen mit beeindruckenden Titeln werden alle dazu aufgefordert, sich ihrem Sitznachbarn vorzustellen. Mit zunächst noch etwas holprigem Englisch versuche ich zu erklären, was das youpaN so macht. Zum Glück dauerte es aber nicht allzu lange bis ich mich in Sachen Englisch eingegroovt hatte.

Ich wie ich versuche vor der Fotowand nicht ganz so gestellt zu wirken (hat fast geklappt…)

Über die drei Tage besuchte ich viele verschiedene Workshops und Vorträge, wobei es bei bis zu 6 parallel stattfindenden Veranstaltungen manchmal wirklich schwierig war sich zu entscheiden .
Ulla Lohmann, Journalistin und Canon Botschafterin, gab ein paar Tipps für erfolgreiches Storytelling. Außerdem besuchte ich einen Workshop in dem man den Umgang  mit einer bestimmte Software kennenlernte mit der es möglich ist Erklärvideos zu erstellen. Vielleicht ist demnächst ja mal eines hier auf der Seite zu finden!  😉
Zwei Vertreterinnen des Projektes „Save the world“ vom Theater Bonn sprachen über ihre Erfolge die SDG´s zusammen mit Künstlern auf eine spannende, kreative Weise in die Öffentlichkeit zu tragen, wie z.B. ein Projekt zusammen mit Jugendlichen im Rahmen der Weltklimakoknferenz Bonn oder etwas für Ironiefreunde.

Mein persönliches Highlight

Das war der Workshop von zwei Mitgliedern der amerikanischen Organisation BEATGlobal. Sie hat es sich zur Aufgabe gemacht, durch die Zusammenarbeit mit Künstlern und aktiv gelebte HipHop Kultur, die Selbstentfaltung junger Menschen zu fördern. Mit einer solchen Bildung durch künstlerischen Ausdruck arbeiten sie daran mit jungen Menschen eine respektvolle, gemeinschaftliche und freie Kultur zu schaffen.

Kaila und Y? von BEATGlobal in Aktion bei der Auftaktveranstaltung

Wir begannen den Workshop indem wir uns in einen Kreis stellten, die Augen schlossen und zu einer bestimmten Situation (Meer, Festival, Stadt) zusammen eine „Tonlandschaft“ (soundlandscape) kreierten. Das heißt jeder machte die Geräusche, die er mit dieser Situation verband und das Ergebnis war wirklich richtig cool! Danach wurden wir von Kaila (World Beatbox Champion 2015) in die Grundlagen des Beatboxing eingeführt und Y? (Yogi Guyadin) erklärte uns kurz wie man es schafft, sich gereimte Lyrics mit Inhalt zu überlegen.
Nun war es an uns in Gruppen einen kurzen Song zu „komponieren“. Thema sollte eines der SDG´s sein. Wir bekamen eine halbe Stunde Zeit, um zusammen eine Performance aus Gesang, Rap, Beatboxing oder was auch immer uns einfällt mit Anfang, Mittelteil und Ende zu entwerfen.

„Who put that „in“ on equality?“

Nach dieser halben Stunde stand ich dann mit meiner Gruppe vor den anderen Teilnehmern und rappte  über Gender Equality während ein Australier (der einzige Mann unserer Gruppe) beatboxte, eine Libanesin sang und der Rest der Gruppe einen flippigen Samba Rhythmus imitierte. Als wir fertig waren, griffen unsere Zuhörer den Chorus spontan auf und wir improvisierten noch ein bisschen gemeinsam weiter, bevor wir der anderen Gruppe lauschen.
Es hat einfach unglaublich viel Spaß gemacht zusammen Musik zu machen und es entstand ein unvergleichlich lebensfroher und motivierender Spirit! Außerdem war es superschön wie alle Teilnehmer aus dem doch eher seriösen Anzug-Hemd-oder-Blazer-Modus herauskamen, einander absolut auf Augenhöhe begegneten und gemeinsam kreativ wurden.

Was es sonst noch so zu berichten gibt

Neben den vielen Workshops und Vorträgen gab es noch viele andere Dinge zu entdecken: Im Foyer präsentierten sich jeden Tag andere Initiativen und Organisationen, die ihre Arbeit zu den SDG´s vorstellten. Außerdem gab es ein „SDG Studio“: Eine kleine Bühne mitten im Festivalgeschehen auf der TED-Talk ähnliche Kurzvorträge, aber auch Interviews und Diskussionsrunden stattfanden, die per Livestream übertragen wurden. Zusammen mit weiteren Videos vom Festival sind sie jetzt auf der Homepage zu finden. Dort ist es auch möglich sich nachträglich die Verleihung der UN SDG Action Awards anzuschauen, die am ersten Abend des Festivals stattfand und besonders erfolgreiches und innovatives Engagement für die SDG´s auszeichnete.
Außerdem konnte man eine Virtual Reality Zone besuchen und sich von 360° Kurzfilmen in andere Welten entführen lassen oder in einem anderen Raum verschiedene Filme auf Leinwand anschauen. Gegen eventuell aufkommen Langeweile in der Mittagspause wurde jeden Tag einen Percussion Workshop im Plenarsaal angeboten und durch gemeinsames Trommeln Energie für den Nachmittag getankt.
Die meiste Zeit zwischen den verschieden Sessions verbrachten ich aber damit im Foyer bei Kaffee und Kuchen mit verschiedensten Leuten ins Gespräch zu kommen, von ihren Projekten zu erfahren und bei Gelegenheit Visitenkarten auszutauschen, um mit ihnen in Kontakt zu bleiben.

Sehen wir uns in Bonn?

Puh, so ein langer Blogeintrag…Dabei habe ich immernoch nicht alles erzählt! Ich kann abschließend nur noch sagen, dass  es wirklich ein tolles Erlebnis war bei einem so internationalen Festival dabei zu sein. Es war sehr motivierend zu sehen, wie viele Menschen sich rund um den Globus für Nachhaltigkeit engagieren, auch wenn es natürlich noch unendlich viel zu tun gibt!
Das Datum für das nächste Global Festival of Action ist der 6.-8. März 2019 wieder im WCCB in Bonn. Jeder kann mitmachen also melde dich an und geh selber auf dreitägige Weltreise. Wir seh´n uns! 🙂

 

 

 

 

Das erste YoupaN Treffen 2018

Bei gefühlten -20°C kommen Nora und ich (Aaron) im Harz an. Es ist schon abends und wir sind müde, doch wir freuen uns, die anderen wieder zu sehen. Mit dem Programm sind sie auch schon so gut wie am Ende, denn es steht nur noch ein Punkt an – die Sternwarte. In einer sternklaren Nacht blicken wir mit einem Teleskop auf den Mond und den Orion-Nebel, bevor wir ins Bett fallen und schlafen. Am nächsten Morgen gibt es wichtige Themen zu besprechen.

Hier sind die Updates vom YoupaN:

Projekte

Gestalte deine Zukunft! – Bildungs-Projekte für Nachhaltigkeit
Du hast eine tolle Idee für eine nachhaltige Welt? Und du willst damit andere Menschen begeistern? Du suchst nach Mitmacher*innen? Dann nutze die Chance und mache ein Bildungs-Projekt mit uns. Wir vom Jugendbeteiligungsprojekt youpaN suchen nach jungen Ideengeber*innen für ein nachhaltiges Morgen. Ganz egal, ob du zur Schule gehst, studierst oder eine Ausbildung machst. Deine Projektidee ist gefragt. Finde uns hier und mache mit unseren youprOs Zukunft!

Wir haben uns am YoupaN Treffen im Harz mit Projektkriterien und der Entscheidung von Projekten beschäftigt. Wenn Du ein cooles Projekt mit BNE-Bezug hast, dann können wir das unterstützen und mit Dir durchführen! Du hast total Bock darauf, was zu machen? Dann reiche Deine Projektidee unter diesem Link ein 🙂 Wir freuen uns darauf!

Öffentlichkeitsarbeit

Wir konzentrieren uns wahrscheinlich auf 3 Plattformen – unsere Website, Facebook und Instagram. Dort findest Du Neuigkeiten, Infos und coole Sachen 😀

Entscheidungen

Hast Du Dir schon mal überlegt, wie man Entscheidungen in einer Gruppe mit 20 jungen Menschen trifft? Das ist eine spannende Frage und genau darüber haben wir lange diskutiert. Haben wir eine Entscheidung getroffen, wie wir Entscheidungen treffen? Das wird sich bald herausstellen 🙂

Kommunikation

Hast Du Dich schon mal gefragt, wie man in einer Gruppe mit 20 jungen Menschen kommuniziert? Auch dafür haben wir lange gebraucht, denn es gibt viele Möglichkeiten, wie zum Beispiel Slack, WhatsApp, Riot, Signal, Telegram und viele mehr. Wir haben uns auf Teams (von Microsoft) geeinigt und werden die anderen Möglichkeiten beenden, denn Kommunikation ist das A und O!

Fachforen

Wir geben den jungen Menschen in Deutschland eine Stimme! Wir sitzen am Tisch in allen 6 Fachforen (frühkindliche Bildung, Schule, berufliche Bildung, Hochschule, non-formales und informelles Lernen/Jugend, Kommunen) und wir können mitdiskutieren. Diese Fachforen haben entscheidend an dem Nationalen Aktionsplan (NAP) mitgewirkt, doch dort waren wir noch nicht dabei. Jetzt können wir mit den Fachforen an der Umsetzung des NAP arbeiten.

Positionspapier

Stichwort Positionspapier – Brauchen wir als YoupaN ein Papier, indem unsere Meinung zum Konzept BNE steht oder nicht? Soll sich das YoupaN inhaltlich zu verschiedenen Themen äußern und Positionen einnehmen oder sich unter dem schwammigen Wort BNE verschleiern? Was verstehen wir unter BNE? Was verstehst Du unter BNE? Darüber werden wir beim nächsten Treffen diskutieren und entscheiden.

Vergangene Veranstaltungen

  • Clara, Erdem und Aaron waren im Januar in Berlin auf dem Kongress „Zukunft? Jugend Fragen!“.
  • HannaMio und Aaron waren vor 2 Wochen Woche in Hannover auf der Bildungsmesse didacta.

Kommende Termine:

  • Am 10. März halten Katharina und Marcel einen Workshop beim Open Transfer Summit in Berlin
  • Am 21. – 23. März kannst Du Hanna und Ronja auf dem Global Festival of Action in Bonn treffen.
  • Am 13.04 findet das Jubiläum 10 Jahre Nachhaltigkeitsstrategie Baden-Württemberg in Stuttgart statt. Dort kannst Du Hanna und Aaron treffen.

Sonstiges:

Aaron hat ein cooles Ebook zu BNE ins Deutsche übersetzt. Es hat den Titel „Das Geldspiel und darüber hinaus“ und Du kannst es kostenlos lesen und herunterladen. Weitere interessante Bücher von seinem Projekt findest Du hier.

Wir waren an diesem Treffen im Harz nur 9 Menschen, weil viele Stress in der Schule, im Studium oder sonst was haben. Das kennst Du doch bestimmt auch. Trotz allem wollen wir dieses Jahr mit Deinem Projekt durchstarten und die Welt zu einem besseren Ort machen. Du hast da voll Bock drauf?
Dann melde Dich – wir freuen uns drauf!

Dein YoupaN

Bildung 2.0? Die didacta in Hannover

Nach einer langen Anreise kommen Hanna und ich (Aaron) am Hauptbahnhof in Hannover an und machen uns, kurz nach dem Einchecken in unserer Unterkunft, auf den Weg zur Bildungsmesse didacta 2018 – dem Bildungsgipfel im Flachland.

Durch den Eingang West kommen wir direkt in Halle 13 und schnell wird klar, dass sich hier alles um Digitalisierung und Industrie 4.0 handelt. Wir sind in der Halle mit den Themengebieten Berufliche Bildung und didacta Digital.

Es gibt 3D-Drucker,

 

 

 

 

Roboterarme werden ausgestellt, mit denen verschiedene Prozesse automatisiert werden können und viele Start-ups präsentieren ihre neuen Ideen. Noch nie habe ich so stark gemerkt, dass wir in einer Zeit leben, in der sich alles verändert. Ich habe auch noch nie einen 3D-Drucker gesehen und mir wird bewusst, was das für eine bahnbrechende Technologie ist. Auf Knopfdruck kann theoretisch jedes Ding, was man sich wünscht, ausgedruckt werden – wir sehen sogar eine Geige, die von einem 3D-Drucker gedruckt wurde – cool!

Werden wir in Zukunft noch Dinge kaufen, oder sie von unserem Drucker ausdrucken lassen? Wie wird das Arbeitsleben in Zukunft aussehen? Werden wir noch arbeiten müssen, wenn vieles automatisiert werden kann? Werden wir weniger arbeiten, weil wir durch solche Technologien immer effizienter werden? Das sind spannende Fragen die wir uns stellen sollten.

Bildung 2.0

Aber hier auf der didacta geht es um Bildung und das merken wir auch. Riesige Whiteboards werden ausgestellt, die die normalen Tafeln, auf der Lehrer mit Kreide schreiben, schon lange abgelöst haben – zumindest auf der Schule, wo ich war. Ob das schon überall der Fall ist, weiß ich nicht, aber ich bin mir sicher, dass es die alten Kreide-Tafeln in Zukunft nicht mehr geben wird.

Die Frage die ich mir stelle ist, ob sich etwas an den Unterrichtsmethoden ändert. Wird es weiterhin Frontal-Unterricht geben? Werden wir an dem aktuellen Konzept von der Schule festhalten oder wollen wir innovative Wege gehen, wie zum Beispiel Finnland, welches die Schulfächer bis 2020 abschaffen will. (Quelle) Wie gehen wir mit der Digitalisierung um?

Ich erinnere mich, wie ich früher meine Eltern alles gefragt habe: Wie funktioniert eine Videokamera? Was ist das größte Tier, das jemals existiert hat? Wie viele Menschen gibt es auf der Welt? Außerdem hatten meine Eltern Kochbücher und Landkarten, wenn wir in den Urlaub gefahren sind, um zu schauen, welcher Weg der richtige war. Obwohl meine Eltern einige gute Ansätze auf meine Fragen hatten und wir immer das Ziel erreichten, wenn wir reisten, und obwohl meine Eltern viele leckere Gerichte kochen und mir das beigebracht haben, sind ihre Ansätze veraltet. Das liegt nicht daran, dass ich das so will, sondern weil wir jetzt Computer und das Internet haben.

Durch irgendwelche Suchmaschinen bekomme ich eine Antwort auf so gut wie alle Fragen. Wenn ich ein Ziel erreichen möchte, benutze ich einen der vielen Online- und Offline Kartennavigatoren und wenn ich etwas kochen möchte, dann gibt es im Internet tausende Möglichkeiten ein Gericht zu kochen.

Natürlich nimmt es die menschliche Erfahrung nicht weg, aber wir können so gut wie alles durch das Internet lernen. Ist die Schule an sich veraltet und obsolet?

In Halle 12 geht es genau um das Thema Schule/Hochschule. Es gibt sehr viele Verlage, die ihre Schulbücher präsentieren, zahlreiche Schulmaterial-hersteller sind vertreten und auch andere Organisationen, wie Greenpeace, die Heinrich-Böll-Stiftung, PETA etc..

Weiter geht es mit Halle 11, die in das Thema Schule und Frühkindliche Bildung aufgeteilt ist. Es gibt einen Stand von dem Klimahaus Bremerhaven, dem deutschen Jugendherbergswerk, dem Bund der freien Waldorfschulen e.V. und von viele anderen.

Die didacta hat sogar eine eigene Internetseite, wo du alle Aussteller und viele zusätzliche Informationen finden kannst.

Auf dem Weg zu Mio

Doch eigentlich sind Hanna und ich auf dem Weg zu Mio. Wo ist denn eigentlich Mio? Er nimmt an einer Podiumsdiskussion teil aber wir wissen nicht, wo diese stattfindet.

Wir kommen an den BNE-Stand (Bildung für nachhaltige Entwicklung) von der UNESCO, machen ein kurzes Foto und erfahren, dass er im Congress Center sein müsste. Dort angekommen, sitzen alle beim Mittagessen also kommen wir genau richtig. Doch Mios Auftritt haben wir verpasst, was Schade ist. Wir schnacken kurz, doch dann muss er auch schon weiter – wie man Mio halt so kennt (er ist immer unterwegs 🙂 ).

Nach dem Mittagessen laufen wir noch mit Dilan und Sophia von der YouboX herum, bevor wir dann am Abend völlig erschöpft in unsere Betten fallen und sofort einschlafen.

Vielleicht bis nächstes Jahr?

Am nächsten Tag heißt es auch schon auf Wiedersehen, denn Hanna macht sich jetzt schon auf den Weg zum YoupaN Treffen im Harz, zu dem Nora und ich später dazu stoßen werden, weil wir noch das Treffen vom Fachforum Schule haben.

Ich schaue nochmal auf der didacta vorbei, lasse mich von einer Albert-Einstein-Figur aus einem 3D-Drucker faszinieren, wage mich mit einer Spezial-Brille von Google in virtuelle Welten und frage mich, was die Bundeswehr auf einer Bildungsmesse macht.

Alles in allem war es interessant auf der didacta zu sein, doch wie Bildung in Zukunft aussieht, steht immer noch offen. Was denkst du?

Fortbildung des Youpans vom 15. bis 18. Dezember 2017

Hinter uns liegt ein intensives und erlebnisreiches verlängertes Wochenende, an dem wir viele neue, wertvolle Erkenntisse gewonnen, an neuen Projekten gearbeitet und uns die Zähne an bestimmten Themen ausgebissen haben. Trotzdem, oder vielleicht gerade deshalb, hatten wir viel Spaß und sind als Youpan zusammengewachsen.

Hier ein Überblick über das Wochenende

Freitag:

Puh. Erstmal ankommen nach einer langen Zugfahrt, die bei den meisten zum Glück mit wenig Verspätung verbunden war. (Ein Weihnachtsgeschenk der Deutschen Bahn?)

Dann: „Wow!“ – Die Zimmer und der Seminarraum des Wannsee-Forums sind super eingerichtet, das Essen lecker und nichts steht einem tollen Seminar mehr entgegen.

Wir schreiben Erwartungen, Befürchtungen und Dinge auf, die wir an diesem Wochenende erleben oder lernen möchten. Nina und Julian stellen uns die Struktur und Programmpunkte des Wochenendes vor und es wird klar: Wir haben einiges vor.

Am Abend stellt uns Doro vom Verein Kreidestaub ihr Projekt „Let’s play Schule“ vor, das uns echt beeindruckt.

Samstag

Wir sprechen über unsere Kommunikationskanäle und bekommen ein Programm vorgestellt, mit dem wir unkompliziert über unsere elektronischen Geräte kommunizieren können und das über zahlreiche Vorteile verfügt, vor allem, dass die Server in Deutschland liegen und die Gefahr, dass unsere Daten von gewissen Organisationen aus Übersee gesammelt werden, nicht ganz so groß ist.

Außerdem machen wir uns darüber Gedanken, in welchen Situationen Mehrheitsbeschlüsse sinnvoll sind. Es gibt großen Diskussionsbedarf und tatsächlich wird die Frage, wie wir als Youpan Beschlüsse fassen, uns noch viel Zeit und Mühe kosten.

Nachmittags gibt es einen Open space, in dem wir Zeit haben, uns mit Themen zu beschäftigen, die für uns im Youpan wichtig sind. Was in wenigen Stunden dabei entsteht, ist beeindruckend: Wir definieren und setzen uns konkrete Ziele für 2018, erarbeiten große Teile unseres Positionspapiers und planen einen Youpan-Infostand für einen Kongress in Lüneburg.

Als wäre das noch nicht genug, folgt nun ein World Café: die Vertreter von drei Projekten aus der Region Berlin, die Thema Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) umsetzen, nehmen sich Zeit, mit uns zu reden und unsere Fragen zu beantworten. Dabei lernen wir mehr über den „Craddle-to-craddle“-Ansatz, über die Arbeit von „Life-EV“ und über die Ziele von „Was bildet ihr uns ein?“.

Neben interessanten, anregenden Gesprächen entstehen erste Ideen zur Zusammenarbeit.

Diese Gespräche sind für viele von uns der Höhepunkt des Wochenendes und geben uns allen noch einmal einen Motivationsschub.

Nach dem Abendessen gönnen wir uns noch einen Vortrag von Dilan, in dem sie uns über die Arbeitsweise des BMBFs, der Stiftung Bildung aufklärt und Bedingungen für die Projektfinanzierung noch mal klarmacht.

Kaum zu glauben, aber selbst nach so einem Tag, haben manche von uns noch die Energie dazu, auf eine Weihnachtsparty zu gehen 😉

Sonntag:

Den Vormittag füllt ein Vortrag von Andi aus, der die Öffentlichkeitsarbeit für den Verein „Sozialhelden“ macht und uns mit seiner Erfahrung Tipps für unsere eigene Öffentlichkeitsarbeit geben möchte. Fragen kommen auf wie „Welche Ziele verfolgen wir mit unserer Öffentlichkeitsarbeit? Welche Zielgruppen möchten wir ansprechen? Wie viel Zeit können wir in die Öffentlichkeitsarbeit investieren?“.

Der Nachmittag wird gefüllt mit praktischer Arbeit: Wir schreiben Presstexte und versuchen, die Fragen zu beantworten. Dabei bemerken wir, wie schwierig es ist, Begriffe wie „BNE“ „NAP“ oder „Unesco-Weltaktionsprogramm“ in einer Sprache zu vermitteln, die dem Otto-Normal-Bürger verständlich ist. Sogar unser Name „Youpan – Youth Panel“ wird zu einer Herausforderung, weil man „Panel“ mit Gremium, Aussschuss, Forum und Armaturenbrett übersetzen kann!

Neben der Planung für unseren Ministeriumsbesuch am Montag wird der Abend vor allem mit einer Diskussion gefüllt, wie wir als Youpan Entscheidungen treffen wollen. Eine gefühlte Ewigkeit vergeht (tatsächlich zieht sich der Prozess etwa von 21 bis 23 Uhr), während der Nina und Dilan abwechselnd in hysterisches Lachen ausbrechen, uns Tipps geben, extra nicht hinhören – kurz gesagt, mit uns „mitleiden“… Als dann endlich alle so erschöpft sind, dass wir schon fast aufgeben, kriegen wir dann aber doch die Kurve und entscheiden, wie wir Entscheidungen treffen!

Stöhn. Diskussionen können nervtötend sein. Aber auch extrem motivierend, wenn man schließlich doch eine Lösung findet! 🙂

Montag:

Der Besuch im Ministerium, dem BMBF. Es freut uns sehr, dass Frau Haugg sich mehr Zeit für uns nimmt als wir gedacht haben, auf unsere Fragen rund um das Youpan eingeht und uns sogar ein wenig durch das Ministeriumsgebäude führt. Mir persönlich wird dabei nochmal bewusst, was für eine besondere Stellung wir als Youpan haben. Das ist keine Selbstverständlichkeit, und es liegt an uns, so viel wie möglich daraus zu machen, damit „Jugendbeteiligung“ in der Form, wie es jetzt beim Youpan der Fall ist, bald kein Fremdwort mehr für Ministerien ist, sondern etwas Wichtiges und Berechtigtes!