Projekt: Fe·mi·nis·ta

Team des dritten Workshops. Zu sehen sind Carolin Klein, Samantha Deutesfeld, Maurice Weber (von rechts nach links).

Weltweit ist die Diskriminierung auf Grund des Geschlechts eine der wirkungsmächtigsten Ungleichheiten. Noch heute erleiden Frauen, Mädchen und auch Männer die Folgen geschlechterdiskriminierenden Verhaltens. Um auf jene Ungerechtigkeiten aufmerksam zu machen, bietet die Bildungsinitiative Feminista, partizipative Workshops zu den verschiedenen Aspekten der Geschlechtergerechtigkeit an.

Leitziele

Unsere Workshops möchten Frauen mit Fluchthintergrund zu zukunftsfähigem Handeln befähigen, indem wir zusammen mit den Lernenden, Strategien zum Abbau von wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Geschlechterdiskriminierungen erarbeiten.

Zunächst gefördert durch das youpaN, die Stiftung Bildung, setzt sich Feminista zum Ziel, die Frauenrechtslage und Geschlechterrollen in Staaten der verschiedensten Regionen der Erde (z.Bsp. Staaten aus Lateinamerika, Europa, Afrika) zu thematisieren und auch den Umgang mit geschlechtlicher Vielfalt aus einer globalen Perspektive zu betrachten. Hierbei beleuchten wir die Rolle der Vereinten Nationen und legen Augenmerk auf die Umsetzung der Nachhaltigkeitsziele im Kontext der jeweiligen Länder. Abschließend kann auch der Frage nachgegangen werden, inwieweit eigene Geschlechterbilder, die Umsetzung nachhaltiger Verhaltensweisen behindern und welche Handlungsmöglichkeiten zur Implementierung eines geschlechterbewussten Verhaltens bestehen.

Eine nachhaltige Entwicklung ist ohne den Abbau von sozialen und wirtschaftlichen Ungleichheiten nicht möglich. Durch unser individuell-angepasstes Lernangebot möchten wir Frauen in ihren neuem Heimatland unterstützen. Mithilfe partizipativer Lehrmethoden klären wir über geschlechtsspezifische Diskriminierung auf und schaffen ein Bewusstsein für destruktive Verhaltensmuster. Workshops werden daher, angepasst an das jeweilige Sprachniveau, in englischer und deutscher Sprache angeboten und sind in ihrem Umfang an frei wählbar.

Deckblatt der Broschüre zur Initiative Feminista

Workshops

Als eine Initiative zur Aufklärung geschlechtsspezifischer Diskriminierung hat Feminista drei Workshops durchgeführt. Der erste Workshop an der Universität Mainz diente der Rekrutierung von Teamenden. Dabei thematisierte das Seminar zunächst die Zielesetzung der Nachhaltigkeitsziele für hochwertige Bildung und Geschlechtergleichstellung. Die Lage der Frauen wurde im globalen Kontext recherchiert. Erfolgsgeschichten und Rückstände der Agenda 2030 wurden evaluiert. Danach formulierten die Teilnehmenden die Zielsetzung der Initiative. Welches Programm würden wir umsetzen, um das Ziel der Geschlechtergleichstellung zu thematisieren? Leitziele und methodologische Ansätze wurden definiert. Die Teilnehmenden entschlossen sich, Mitwirkende der Initiative Feminista zu werden.

Für den zweiten Workshop reisten die Teamenden zum Donnersbergkreis nach Rockenhausen. Die Zielgruppe des zweiten Workshops waren Frauen mit Fluchthintergrund. Daher wurde das Seminar für Teilnehmende mit einem Sprachniveau A1 vorbereitet. Das Seminar thematisierte die Gleichheit der Geschlechter. Zunächst wurde differenziert zwischen Stereotypen und „wirklichen“ Unterschieden zwischen Männern und Frauen. In der Analyse stellte sich heraus, dass die Abgrenzung zwischen Karikatur und Realität nicht so einfach war, wie zunächst gedacht. Im nächsten Schritt sprachen wir über weibliche Vorbilder. Die Frauen, viele von ihnen Mütter, stellten die Werte und Eigenschaften vor, die sie ihren Kindern beibringen wollten. Anschließend sprachen wir über kulturunterschiede in der Sozialisierung von Mädchen und Jungen, sowohl in Deutschland wie auch in den Herkunftsländer der Teilnehmerinnen. Zum Schluss erarbeiteten wir Handlungsmöglichkeiten, um diskriminierende Verhaltensmuster abzulegen.

Der dritte Workshop führte die Teamenden erneut zum Donnersbergkreis nach Rockenhausen. Das Thema dieses Seminars war die weltweite Gewalt gegen Frauen. Dafür definierten wir zunächst verschiedene Formen der Gewalt gegen Frauen. Der rechtliche Rahmen, die gesetzlichen Maßnahmen gegen Gewalt in Deutschland wurden vorgestellt. Danach analysierten die Teilnehmenden die Geschlechternormen und Machtverhältnisse, die sexualisierte Gewalt zum weltweiten Problem machen. Lösungsansätze wurden ermittelt und debattiert. Konkrete Handlungsmöglichkeiten wurden den Partizipantinnen aufgezeigt. Zudem wurden feministische Podcasts, YouTube-Kanäle und Kolumnen in verschiedenen Sprachen vorgestellt. Dadurch sollten die Frauen die Möglichkeit erhalten, sich auch nach dem Workshop über politische Inhalte zu informieren. Der Ablauf des dritten Workshops ist als Beispiel angefügt.