BNE & Nachhaltigkeit

Die Welt der Nachhaltigkeit und Bildung ist voller komplizierter Begriffe und Abkürzungen. Die folgenden Erklärungen bringen ein wenig Licht ins Dunkel. Klick‘ dich durch und erfahre mehr darüber, wie du mit den drei Buchstaben BNE die Zukunft verändern kannst!

Was ist BNE?

BNE steht für “Bildung für nachhaltige Entwicklung” und wurde 2015 als Weltaktionsprogramm von den Vereinten Nationen ins Leben gerufen. Dabei geht es nicht darum, einfach nur Wissen über Nachhaltigkeit an andere Menschen zu vermitteln, sondern Bildung als Konzept an sich zu reformieren und für alle Menschen zugänglich zu machen.

Bildung eignet sich besonders gut, die Ziele nachhaltiger Entwicklung (SDGs) zu erreichen, wenn sie dazu motiviert, zukunftsorientiert zu denken und bestehende Strukturen zu hinterfragen. Bildung kann Menschen dazu befähigen, ihr eigenes Handeln mit Blick auf Konsequenzen für andere sowie die Umwelt zu hinterfragen. Sie muss dafür auf Augenhöhe stattfinden und lebt vom Austausch und der Beteiligung möglichst vieler Menschen, die sich gemeinsam fragen, wie wir in Zukunft leben möchten. Dafür müssen auch Lernumgebungen und pädagogische Ansätze neu gestaltet werden, damit sich Schlüsselkompetenzen wie kritisches, systematisches Denken und die Fähigkeit zu gemeinschaftlichen Entscheidungsfindungen entwickeln können. Verbindende Werte sind dafür wichtig – diese sind aber nicht vorgegeben, sondern müssen laufend im Sinne der Nachhaltigkeit verhandelt werden. Die Diversität der betroffenen Akteur*innen muss dabei stets beachtet und geschätzt werden.

All diese Aspekte vereinen sich in Bildung für nachhaltige Entwicklung.

BNE ist somit ein umfangreiches Konzept, dessen Ziel nichts Geringeres ist, als die Gesellschaft zu transformieren. Dafür haben viele Länder eigene Pläne und Strategien entwickelt – in Deutschland gibt es dafür den Nationalen Aktionsplan BNE.

Was ist Nachhaltigkeit?

Der Begriff Nachhaltigkeit ist seit mehreren Jahren nicht mehr aus dem medialen Diskurs wegzudenken. Er wird meistens in Bezug auf die Klimakrise verwendet. Die globale Verwertungnatürlicher Ressourcen auf einen Rahmen zu begrenzen, in dem sich diese wieder regenerieren können, ist ein wichtiges Ziel. Leider scheitert es momentan weiterhin in der Realität. Dabei machen die Folgen des menschengemachten Klimawandels schon heute deutlich, dass nicht nur die Natur, sondern auch viele Menschen unter nicht-nachhaltigen Lebens- und Produktionsweisen leiden. Die Folgen für Natur und Menschen sollten also immer zusammengedacht werden. Nachhaltigkeit muss daher auch in der Ökonomie (Wirtschaft) und im Sozialen (Gesellschaft) als Prinzip gelten, damit langfristig alle Menschen profitieren können. Daraus ergeben sich drei Säulen der Nachhaltigkeit, die jedoch eng miteinander verknüpft sind:

1.     In der Ökologie bedeutet Nachhaltigkeit heute zum Beispiel Klima- und Umweltschutz – mit dem Ziel, die Erderwärmung auf ein Maß zu begrenzen, in dem die schlimmsten Folgen des Klimawandels verhindert werden können. Es geht aber auch darum natürliche Ressourcen sparsam zu gebrauchen und dadurch die Lebensgrundlagen aller Menschen zu erhalten.

2.     In der Ökonomie geht es darum, dass nicht mehr Produkte hergestellt werden als möglich. Man soll zum Beispiel nur so viele Fische fangen, dass sich die Bestände erholen können. Eine nachhaltige Wirtschaft soll Ressourcen schonen, um langfristig zu funktionieren. Hier kommt es auch darauf an, wie und wo Produkte hergestellt werden, es geht also auch um nachhaltige Produktionsweisen. Andere Probleme gibt es zum Beispiel auch bei der Energieerzeugung, in der Landwirtschaft oder im Tourismus und der Abfallwirtschaft. Auch hier müssen nachhaltige Lösungen durchgesetzt werden.

3.     Auch in der Gesellschaft gibt es verschiedene Konflikte. So soll jede*r eine gute Ausbildung bekommen und Geschlechtergerechtigkeit hergestellt werden. Ein Ziel ist es auch, dass alle Menschen in Frieden und ohne Armut leben können. Gesellschaftliche Nachhaltigkeit beinhaltet auch gute Partizipationsmöglichkeiten. Politik muss für alle Menschen zugänglich sein, damit sie ihre Stimme in den Diskurs einbringen können. Menschenverachtende Ideologien haben hier keinen Platz. Soziale Nachhaltigkeit bedeutet also immer auch Gerechtigkeit.

Was bedeutet nachhaltige Entwicklung?

Momentan sind die Lebens- und Produktionsweisen in vielen industrialisierten Ländern der Welt nicht nachhaltig – das macht unter anderem die Klimakrise deutlich. Der Ressourcenverbrauch zur Energiegewinnung und Herstellung von Gütern ist zu hoch und Verkehr, Tourismus und Landwirtschaft sorgen für immense Treibhausgas-Emissionen. Das ist nicht nur ökologisch fatal, sondern auch ungerecht: Viele Menschen, die z.B. in Ländern des globalen Südens leben, haben einen vergleichsweise geringen ökologischen Fußabdruck, spüren die Folgen der Klimakrise aber schon heute. Und auch für echte Generationengerechtigkeit muss Nachhaltigkeit gegeben sein. Hier kommt nachhaltige Entwicklung ins Spiel: Menschen und Staaten sollen sich weiterentwickeln können, ohne dabei auf Kosten der Umwelt und anderer Menschen zu leben. Dafür wurden von den Vereinten Nationen insgesamt 17 Ziele nachhaltiger Entwicklung formuliert, die Sustainable Development Goals (SDGs).

Was sind die 17 Nachhaltigkeitsziele oder Sustainable Development Goals (SDGs)?
Auch die Vereinten Nationen (UN), bestehend aus ihren 193 Mitgliedsstaaten, beschäftigen sich schon länger mit der Frage, wie eine nachhaltige Welt aussehen kann (siehe Zeitstrahl). Nachdem 2012 ein Prozess zur Erarbeitung konkreter Ziele vorangetrieben wurde, wurden die Ergebnisse im September 2015 vorgestellt: Die “Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung” beinhaltet 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, kurz SDG). Sie betreffen jeweils ökologische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Sphären und sollen bis 2030 umgesetzt werden. Damit das gelingt, wurde das Weltaktionsprogramm BNE gestartet. Durch Bildung für nachhaltige Entwicklung sollen die 17 SDGs erreicht werden.


Die einzelnen Ziele lauten:

  1. Armut beenden
  2. Ernährung sichern
  3. Gesundes Leben für alle
  4. Bildung für alle
  5. Gleichstellung der Geschlechter
  6. Wasser und Sanitärversorgung für alle
  7. Nachhaltige und moderne Energie für alle
  8. Nachhaltiges Wirtschaftswachstum und menschenwürdige Arbeit für alle
  9. Widerstandsfähige Infrastruktur und nachhaltige Industrialisierung
  10. Ungleichheit verringern
  11. Nachhaltige Städte und Siedlungen
  12. Nachhaltige Konsum- und Produktionsweisen
  13. Bekämpfung des Klimawandels und seiner Auswirkungen
  14. Ozeane erhalten
  15. Landökosysteme schützen

Was ist der Nationale Aktionsplan BNE?

Da BNE ein Weltaktionsprogramm ist, beteiligt sich auch Deutschland an der Umsetzung dieses Prozesses. Damit das gut funktioniert, hat die Nationale Plattform in einem breit angelegten, partizipativen Prozess mit Hilfe von über 350 Organisationen einen Aktionsplan erarbeitet, der 2017 veröffentlicht wurde. Dieser wird “Nationaler Aktionsplan” (kurz: NAP) genannt und hat zum Ziel, BNE in allen Bildungsbereichen in Deutschland zu verankern. Konkret gibt es dazu im Nationalen Aktionsplan 130 Ziele und 349 direkte Maßnahmen, die empfohlen werden, um Bildung in Deutschland zu Bildung für Nachhaltige Entwicklung zu machen. Der NAP dient damit gewissermaßen als Grundlage und Fahrplan für die Umsetzungsphase, die schon im vollen Gange ist. Gleichzeitig kann anhand des NAP später nachvollzogen werden, ob die gesetzten Ziele auch wirklich erreicht wurden. Er hat also auch eine Monitoring-Funktion, die auf internationaler Ebene wichtig ist, um Deutschlands Fortschritte im BNE-Prozess nachvollziehen zu können. Zuständig für das bundesweite Monitoring über die Implementierung von BNE im deutschen Bildungswesen ist ein Projektteam des Instituts Futur (Freie Universität Berlin) unter der Leitung von Prof. Dr. Gerhard de Haan.

Wie geht BNE? Wir werden konkret!

Weltweit gibt es mittlerweile viele Expert*innen für BNE. Auch in Deutschland hat sich eine BNE-Landschaft aus Wissenschaftler*innen, Aktivist*innen und sonstigen Multiplikator*innen aus vielen Organisationen etabliert, die sich sehen lassen kann. Auch auf nationaler politischer Ebene hat sich BNE etabliert: 2017 wurde dafür unter Federführung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) ein Gremium gegründet, in dem Expert*innen aus unterschiedlichsten Bereichen mit engagierten Jugendlichen über die Umsetzung von BNE diskutieren: die Nationale Plattform. Sie setzt sich aus sechs Fachforen zusammen, die jeweils einem Bildungsbereich zugeordnet sind, z. B. BNE in Schulen, Hochschulen oder in der beruflichen Bildung. In der Schule geht es zum Beispiel darum, dass alle Schüler*innen und Lehrer*innen wissen, was BNE ist und warum sie wichtig ist. Die Schüler*innen sollen nach dem Unterricht verstehen

1) was ihr eigenes Handeln auf dem Planeten auslöst

2) was sie tun können, um ihre Umwelt nach ihren Vorstellungen zu verändern

3) wie sie leben können, damit die Erde auch nach ihrem eigenen Leben noch gut zu bewohnen ist

Darüber hinaus finden jährlich zahlreiche Projekte statt, die das Ziel verfolgen, für BNE zu sensibilisieren und sie strukturell in der Bildungslandschaft zu etablieren. Ein Highlight ist die youcoN – eine jährlich stattfindende Konferenz mit über 100 Jugendlichen, die sich über die BNE-Entwicklung in Deutschland austauschen und gemeinsam Projektideen sowie Strategien entwickeln.

Warum gibt es eine Jugendbeteiligung im BNE-Prozess?

Immer mehr Leuten wird klar, dass Demokratie auch bedeutet, jungen Menschen zuzuhören und mit ihnen zusammen zu arbeiten. Gerade für eine nachhaltige Entwicklung ist es daher unbedingt notwendig, dass Jugendliche ihre Ideen und Fähigkeiten einbringen können, da sie in ihrem Leben noch lange von heutigen Entscheidungen betroffen sein werden. Ein Ziel, das im Nationalen Aktionsplan steht, ist daher auch die “wirksame Beteiligung von jungen Menschen”. Dies ergibt sich auch aus dem WAP BNE, in dem das Handlungsfeld “Stärkung und Mobilisierung der Jugend” verankert ist.

Partizipation aller gesellschaftlichen Gruppen ist Grundlage einer nachhaltigen Entwicklung, deshalb ist Partizipation Bestandteil von BNE. Kinder und Jugendliche müssen beteiligt werden, damit die jüngere Generation Gegenwart und Zukunft aktiv mitgestaltet.

Aus dem Nationalen Aktionsplan BNE

Neben Vertreter*innen großer Jugendverbände, die in der Nationalen Plattform und den Fachforen aktiv sind, hat das zuständige Ministerium für Bildung und Forschung (BMBF) dafür zusätzlich ein Jugendforum ins Leben gerufen: das youpaN. Ihm kommt eine zentrale Rolle zu, Jugendliche bundesweit für BNE zu motivieren. Mitglieder aus dem youpaN sitzen seit 2017 bei der Nationalen Plattform und in den Fachforen mit am Tisch und können durch ihr Stimmrecht ganz konkret mitentscheiden, wie BNE in Deutschland aussehen soll.

Was ist BNE?

BNE ist eine Abkürzung hinter der sich ein tolles Konzept versteckt!

Es steht für “Bildung für nachhaltige Entwicklung” und wurde 2015 als Weltaktionsprogramm von den Vereinten Nationen (UN = engl. United Nations) gestartet. Jetzt gerade läuft das Programm „Bildung für Nachhaltige Entwicklung 2030“. Innerhalb der Organisation „Vereinte Nationen“ gibt es die UNESCO. Das ist eine Unterorganisation für „Bildung, Wissenschaft und Kultur“. Die UNESCO unterstützt die Umsetzung des Programms für BNE. Wenn die UNESCO ein Programm ausruft, bedeutet das, dass sie die Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen dazu aufruft, Gelder für einen bestimmten Zweck zu verteilen. Sie forderte die Mitgliedsländer der Vereinten Nationen also auf, BNE-Projekte zu unterstützen. Das sind Projekte, bei denen Menschen lernen, was nachhaltige Entwicklung ist und wie sie sich dafür stark machen können. Viele Länder auf der ganzen Welt setzen dieses Programm um. In Deutschland organisiert diese Umsetzung das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF).

Das Ziel von BNE ist, dass alle Menschen über Nachhaltigkeit Bescheid wissen.

 

Doch nicht nur das: BNE verändert Bildung grundlegend und soll sie verbessern. Damit eine nachhaltige Entwicklung auf Dauer gelingen kann, braucht es große Veränderungen. In der Schule, in der Ausbildung und auch schon im Kindergarten soll Menschen Mut gemacht werden, sich die Fragen zu stellen:

Wie beeinflusse ich meine Umwelt, wenn ich heute…

… mit dem Flugzeug in den Urlaub fliege?
… mit dem Fahrrad zur Schule fahre?
… ein neues Handy kaufe?
… meine kaputten Schuhe repariere?

Woraus ist mein Handy eigentlich gebaut? Wie geht es den Menschen, die die Einzelteile dafür herstellen? Bekommen sie einen gerechten Lohn für ihre Arbeit? Ist ihre Gesundheit geschützt, wenn sie arbeiten? Was passiert mit meinem alten Handy, wenn ich es wegwerfe?

BNE macht darauf aufmerksam, dass diese Entscheidungen nicht nur uns selbst betreffen, sondern auch andere Menschen auf dieser Erde!

Alle Menschen sollen hinterfragen können, wie wir heute leben und handeln. BNE will neugierig machen und fragt uns: Welche Auswirkungen hat dein Handeln heute auf dein eigenes Leben morgen und die Zukunft anderer Menschen? BNE ist zum mitmachen gedacht: Alle können so mitmachen, wie sie können und wollen. BNE ist also eine riesige Idee, die auf ganz unterschiedliche Arten Wirklichkeit werden kann.

Was ist Nachhaltigkeit?

Nachhaltigkeit hat viel damit zu tun, schon heute an die Zukunft zu denken. Wir verhalten uns z.B. „nachhaltig“, wenn wir nicht mehr Bäume fällen, als wieder nachwachsen können. Nachhaltigkeit bedeutet also aufmerksam zu sein und auf aktuelle Probleme keine vorschnellen Lösungen zu finden, sondern zu hinterfragen, was diese Lösungen in der Zukunft anrichten.

Für viele Menschen heißt “Nachhaltigkeit” vor allem die Umwelt zu schützen. Das ist wichtig, damit Menschen noch lange gut auf diesem Planeten zusammenleben können. Nachhaltigkeit muss aber auch in der Wirtschaft und der Gesellschaft gelten, damit alle Menschen etwas davon haben.

Daher gibt es drei große Bereiche, in denen Nachhaltigkeit durchgesetzt werden soll:

1.      In der Ökologie bedeutet Nachhaltigkeit zum Beispiel die Umwelt und das Klima zu schützen. Es geht aber auch darum Ressourcen wie Holz oder Wasser sparsam zu gebrauchen und dadurch die Lebensgrundlagen aller Menschen zu schützen.

2.      In der Ökonomie (=Wirtschaft) geht es darum, dass nicht mehr Produkte hergestellt werden als nötig. Man soll zum Beispiel nur so viele Fische fangen, dass sich die Fischschwärme wieder erholen können. Eine nachhaltige Wirtschaft soll sparsam und langfristig gedacht werden. n. Hier kommt es auch darauf an, wie und wo Produkte hergestellt werden. Andere Probleme gibt es zum Beispiel bei der Herstellung von Energie, in der Landwirtschaft oder im Tourismus und der Abfallwirtschaft. Auch hier brauchen wir nachhaltige Lösungen.

3.      In unserer Gesellschaft gibt es ebenfalls verschiedene Probleme, die durch nachhaltige Entwicklung gelöst werden können. So soll jede*r eine gute Ausbildung bekommen können. Alle Geschlechter sollen die gleichen Rechte haben. Ein Ziel ist es, dass alle Menschen in Frieden und ohne Armut leben können. Niemand darf diskriminiert oder ausgeschlossen werden. Alle Menschen sollen mitmachen können, um gute Lösungen für die Probleme unserer Zeit zu finden. Soziale Nachhaltigkeit bedeutet also immer auch Gerechtigkeit.

Was ist nachhaltige Entwicklung?

Momentan nutzen die Menschen zu viele Materialien, die sie aus der Erde oder ihren Tieren und Pflanzen herstellen. Viele dieser Ressourcen sind nicht unendlich vorhanden. Die Art und Weise, wie Dinge heutzutage hergestellt und gebaut werden, ist oft nicht nachhaltig. In unserem Alltag tun wir z.B. ständig Dinge, die viel CO² (Kohlenstoffdioxid) produzieren.

Um zu checken, wie groß dein ökologischer Fußabdruck ist, mach doch mal diesen Test!

Was CO² für einen Einfluss auf das Klima auf der Erde hat, kannst du hier nachlesen.

Vieles das wir tun, ist aber nicht nur schädlich für die Natur, sondern auch ungerecht für Menschen: Viele Menschen, die z. B. in Ländern des globalen Südens leben, haben selbst zum Beispiel gar keinen Einfluss auf die Klimakrise. Der Begriff „Länder des globalen Südens“ beschreibt nicht unbedingt die geografische Lage eines Landes auf dem Globus. Damit gemeint ist, dass diese Länder gesellschaftlich, politisch und wirtschaftlich anderen Ländern gegenüber benachteiligt sind. Im Gegensatz dazu stehen „Länder des Globalen Nordens“ viel besser da.

Menschen, die im Globalen Süden leben, verbrauchen viel weniger Ressourcen als z.B. Menschen, die in Deutschland leben, Sie spüren die Folgen der Krise aber schon heute. Dieser Artikel erklärt, welche Folgen das unter anderem sind: Tilman S. für die Zeitung „Aus Politik und Zeitgeschichte“.

„Jäger verschwinden auf der Jagd, da die herkömmlichen Routen über das Eis nicht mehr tragfähig sind; Vorräte verderben, weil der Permafrostboden aufbricht; Iglus verlieren ihre isolierende Eigenschaft, wenn der Schnee taut und dann wieder gefriert. Und schließlich führt das Abtauen der Ufer zu einem Abfluss von Süßwasser mitsamt Fischpopulationen in die Arktische See.“

Die Kinder von heute und morgen sollen mit den gleichen Chancen aufwachsen können wie wir. Deshalb ist es wichtig Wege zu finden, um nachhaltig zu leben ohne dabei Entwicklung im Weg zu stehen. Hier kommt nachhaltige Entwicklung ins Spiel: Menschen und Länder können und sollen sich weiterentwickeln. Aber so, dass die Umwelt und andere Menschen nicht darunter leiden. Dafür haben die Vereinten Nationen (oder auf Englisch: United Nations) 17 Ziele nachhaltiger Entwicklung festgelegt. Auf Englisch heißen sie „Sustainable Development Goals“ oder kurz SDGs.

Wie geht BNE ganz konkret?
Es gibt schon viele Expert*innen für BNE auf der Welt. In Deutschland gibt es seit 2017 eine Gruppe von Menschen, die sich damit beschäftigt. Die Gruppe wird auch „Plattform“, „Forum“ oder „Gremium“ genannt und heißt „Nationale Plattform Bildung für nachhaltige Entwicklung“. Dort diskutieren Expert*innen und Jugendliche über die Umsetzung von BNE. Zusätzlich dazu gibt es sieben Untergruppen (die “BNE-Foren” und eine Jugendgruppe, das youpaN), die sich um verschiedene Bereiche der Bildung kümmern: Sie schmieden Pläne, wie BNE am besten in der Schule oder Universität, während der Ausbildung, in der Kita oder an anderen Orten wo gemeinsam gelernt wird, funktioniert.

Worüber reden die Foren?
In der Schule geht es zum Beispiel darum, dass alle Schüler*innen und Lehrer*innen wissen, was BNE ist und warum sie wichtig ist. Die Schüler*innen sollen nach dem Unterricht verstehen
1) was ihr eigenes Tun auf dem Planeten auslöst,
2) was sie tun können, um ihre Umwelt nach ihren Vorstellungen zu verändern,
3) wie sie leben können, damit die Erde auch nach ihrem eigenen Leben noch gut zu bewohnen ist.

Das Bild zeigt eine vereinfachte Darstellung der BNE-Gremien.

Darüber hinaus finden jedes Jahr viele BNE-Projekte und Veranstaltungen statt. Ihr Ziel ist es BNE bekannter zu machen und in der deutschen Bildung zu verankern. Ein Höhepunkt jedes Jahr ist die youcoN. Das ist eine Konferenz mit über 150 Jugendlichen. Sie tauschen sich auf der youcoN über die Entwicklung von BNE aus und entwickeln gemeinsam Projekte und Strategien. Die youcoN findet einmal im Jahr statt.

Was ist der Nationale Aktionsplan BNE (NAP BNE)?
BNE ist eine Idee, die auf ganz unterschiedliche Arten an allen Orten der Welt Wirklichkeit werden kann. Dafür haben viele Länder eigene Pläne und Strategien entwickelt. Auch Deutschland macht mit! Damit BNE in Deutschland gut funktioniert, gibt es eine Gruppe von Expertinnen und Experten, die einen Plan dafür geschmiedet hat: Die Nationale Plattform BNE.

In Deutschland heißt der Plan „Nationaler Aktionsplan BNE“. Menschen aus über 350 Organisationen haben dabei geholfen. Dieser Plan wird “Nationaler Aktionsplan” genannt, kurz: NAP. Er wurde 2017 veröffentlicht. Das Ziel: BNE in allen Bildungsbereichen durchzusetzen. Konkret gibt es dazu im Nationalen Aktionsplan 130 Ziele und 349 direkte Maßnahmen.Mit diesen Maßnahmen soll Bildung in Deutschland zu Bildung für Nachhaltige Entwicklung werden. Der NAP ist die Grundlage für die Umsetzung von BNE in Deutschland. Die Fortschritte sollen auch überprüft werden können. Dafür gibt es ein Projektteam im Institut Futur der Freien Universität Berlin. Sie beobachten die Umsetzung von BNE in Deutschland und fassen ihre Ergebnisse zusammen.

Der NAP ist ziemlich lang und kompliziert. Das youpaN fordert daher eine Übersetzung des Plans in einfachere Sprache!

Was sind die 17 Nachhaltigkeitsziele oder Sustainable Development Goals (SDGs)?
Auch den Vereinten Nationen (UN) mit ihren 193 Mitgliedsländern ist Nachhaltigkeit wichtig. 2015 haben sie sich deswegen auf 17 Ziele für eine nachhaltige Entwicklung geeinigt. Diese werden auf Englisch Sustainable Development Goals, kurz: SDGs genannt. Sie gelten für die Bereiche Ökologie, Wirtschaft und Gesellschaft. Bis 2030 sollen die Ziele erreicht werden. Damit das gelingt, wurde auch das Weltaktionsprogramm BNE gestartet.
Das Bild zeigt 17 bunte Icons zu den 17 Nachhaltigkeitszielen. Die Bildrechte liegen bei der UNESCO.

Durch BNE sollen die 17 SDGs umgesetzt werden.

Die Ziele sind:

    1. Armut beenden
    2. Ernährung sichern
    3. Gesundes Leben für alle
    4. Bildung für alle
    5. Gleichstellung der Geschlechter
    6. Wasser und Sanitärversorgung für alle
    7. Nachhaltige und moderne Energie für alle
    8. Nachhaltiges Wirtschaftswachstum und menschenwürdige Arbeit für alle
    9. Widerstandsfähige Infrastruktur und nachhaltige Industrialisierung
    10. Ungleichheit verringern
    11. Nachhaltige Städte und Siedlungen
    12. Nachhaltige Konsum- und Produktionsweisen
    13. Bekämpfung des Klimawandels und seiner Auswirkungen
    14. Ozeane erhalten
    15. Landökosysteme schützen
    16. Frieden, Gerechtigkeit und starke Institutionen
    17. Umsetzungsmittel und globale Partnerschaft stärken

Jugendliche beteiligen sich im BNE-Prozess!

Immer mehr Leuten wird klar: Demokratie bedeutet auch, jungen Menschen zuzuhören und mit ihnen zusammen zu arbeiten.
Gerade für eine nachhaltige Entwicklung sind Jugendliche sehr wichtig. Sie müssen ihre Ideen und Fähigkeiten einbringen können. Denn Entscheidungen von heute betreffen ihr Leben in der Zukunft. Im Nationalen Aktionsplan BNE steht: Ein Ziel ist die “wirksame Beteiligung von jungen Menschen”. Auch im Weltaktionsprogramm von der UNESCO steht: Junge Menschen sollen gestärkt werden und mitmachen. Auf der youcoN 2017 wurde deshalb ein Jugendforum gegründet: das youpaN. Das youpaN ist wichtig für BNE in Deutschland. Die Mitglieder begeistern andere Jugendliche, BNE kennenzulernen. Und Mitglieder aus dem youpaN sitzen seit 2017 in der Nationalen Plattform und den anderen BNE-Foren. Dort haben sie ein Stimmrecht. Das heißt: Sie können mitentscheiden, wie BNE in Deutschland aussehen soll.

Auch du kannst mitmachen!

Einmal im Jahr kannst du dich bewerben im youpaN dabei zu sein. Wenn du über den Bewerbungszeitraum informiert werden willst, melde dich bei uns! Außerdem gibt es einmal im Jahr die junge Zukunftskonferenz youcoN. Dort kommen über 150 junge Menschen zusammen und überlegen sich, wie die Bildung der Zukunft aussehen soll. Um über die Konferenz informiert zu werden und mitzumachen, melde dich bei uns!