youprO: Das war Globale Partnerschaften für Klimagerechtigkeit

Im Rahmen des Projektes wurden drei Wochenendseminare mit je ca. 15 Teilnehmer*innen durchgeführt.

„Der Klimawandel in Malawi und Niedersachsen“

Im ersten Seminar vom 6.-8. April in Bremerhaven wurde ein naturwissenschaftliches Verständnis des Klimawandels und seiner Auswirkungen auf die sehr unterschiedlichen Regionen Malawi und Niedersachsen angelegt. Hierfür gab es einen Vortrag über die Grundlagen des Klimawandels, eine spielerische Gegenüberstellung von Malawi und Niedersachsen, einen Vortrag über die biophysischen und dadurch auch gesellschaftlichen Auswirkungen des Klimawandels auf Malawi, Film und Diskussion über Klimamigration in Bangladesch, einen Vortrag mit Exkursion zum Deich über die Beeinflussung der Nordseeküste durch den Klimawandel sowie Textarbeit mit Diskussion zum Klimawandel als Gerechtigkeitsproblem und wie dieses politisch angegangen werden kann.

Die „Selbstbestimmt klimaresilienten Kommunen in Malawi und Niedersachsen“

Das Wissen aus dem ersten Seminar wurde praxisorientiert in dem zweiten Seminar mit seiner komplementiert: Das Seminar „Selbstbestimmt klimaresilienten Kommunen in Malawi und Niedersachsen“ wurden vom 27.-29. April in Verden (Aller) untersucht. Hierfür haben wir wiederum mit Textarbeit und einer Diskussion ein Verständnis von Klimaresilienz und seinen verschiedenen Facetten geschaffen und verschiedene Beispiele klimaresilienter Praxisprojekte kennengelernt: wir haben eine Führung zu klimafreundlichem Bauen im Norddeutschen Zentrum für nachhaltiges Bauen erhalten, einen demeter-Hof besucht und einen Vortrag über Klimaresilienz in der malawischen Landwirtschaft gehört und ein Wohnprojekt von AllerWohnen eG als Beispiel für selbstbestimmtes, sozial-ökologisches Leben besucht, sowie über die Grenzen und Chancen von Klimaaktivisimus gesprochen. Dies schloss mit einer Diskussion über die Nützlichkeit und Notwendigkeit von regionalen und globalen Partnerschaften ab.

Über globale Partnerschaften und die eigene Haltung

Im dritten Seminar ging es dann darum, globale Partnerschaften und die eigene Haltung auch im Alltag zu reflektieren. Nach einer Beschäftigung mit verschiedenen Facetten des Rassismus und einer Einführung in den deutschen Kolonialismus haben wir am Samstag ein eintägiges Critical-Whiteness-Training mit zwei durch glokal e.V. vermittelten Referent*innen gemacht. Hierbei wurde sehr stark auf die persönliche Ebene, aber auch auf die politische Ebene von Rassismus und globalen Ungleichheiten eingegangen. Zum Abschluss haben wir uns mit der Frage von Solidarität und globalen Partnerschaften in der Praxis beschäftigt und hierfür Vorträge von unserem malawischen YSD-Kollegen und von Mitarbeiter*innen von VEN über ihre Perspektiven auf Schwierigkeiten, Chancen und die Praxis globaler Partnerschaften gehört. Letztere gingen außerdem auf die mediale Darstellung von Partnerschaftsprojekten ein.

Ziele und Wirkung des Projekts

Wir haben insgesamt 28 Personen direkt erreicht, wobei manche an einem, manche an zweien und manche an allen drei Seminaren teilgenommen haben. In den Reflexionsrunden zu Abschluss eines jeden Seminar stellte sich heraus, dass neben neuem Wissen zu speziellen behandelten Themen insbesondere das Verständnis globaler Zusammenhänge und lokaler Auswirkungen des Klimawandels, klarer Handlungsoptionen zu klimafreundlichen Lebensstilen und ein Bewusstsein über globale Ungerechtigkeit, sowie (neo-)kolonialer Machtstrukturen und eigener rassistischer Denk- und Verhaltensweisen vertieft wurde. Die Mehrheit der Teilnehmer*innen zeigte sich interessiert an einem möglichen Nachtreffen und insbesondere nach dem zweiten und dritten Seminar äußerten mehrere Teilnehmende ihre Motivation, selber aktiv oder aktiver in Initiativen zu Klimagerechtigkeit zu werden bzw. ihre eigene Haltung längerfristig im Peer-to-Peer-Learning zu reflektieren und an der Dekonstruktion rassistischer Denkweisen zu arbeiten.

Bewertung und Ausblick

Wir sind insgesamt zufrieden mit dem Projekt. Nach jedem Seminar gab es eine Reflexionsrunde mit den Teilnehmer*innen. Hierbei entstand der Wunsch nach einem weiteren Treffen, um Erfahrungen auszutauschen und die Inhalte zu vertiefen. Die Idee des Nachtreffens möchten wir weiterverfolgen. Außerdem denken wir über eine Wiederholung (und ggf. Ausweitung) der Seminarreihe, ggf. auch in einer andere Form wie etwa einer Summer-School nach.

Eine multimediale Dokumentation der Seminarreihe ist online.

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