Die Welt retten im Unterricht

Die Welt retten im Unterricht – Workshop an der Gerda-Taro-Schule

Am 08.11.2019 konnte ich (Clara) anlässlich des „Fest der Demokratie“, welches als Projekttag der Gerda-Taro-Schule in Leipzig stattfand, in einem Workshop das vom youpaN entwickelte Onlinespiel „Sustain-ABIILITY: die Fähigkeit, die Welt zu retten“ vorstellen. Neben 17 Schüler*innen, welche die 7. bis 9. Klasse besuchten, nahmen auch einige Lehrer*innen der Schule teil.

Von 10 bis 14 Uhr spielten sich die Schüler*innen durch die ersten zwei Level des Spiels und setzten auch vier Challenges des Spiels in Kleingruppen um: So entwarfen sie ein nachhaltiges Menü für die Mensa, überlegten sich ein Zero-Waste-Konzept für ihre Schule, recherchierten über Schulpartner­schaften in Ecuador und stellten fest, dass wir von Erdöl umgeben sind – von unserem Federmäppchen über die Computer bishin zu unserer Kleidung.

Foto: Christopher Zentgraf

Das Feedback der Schüler war sehr hilfreich: Sie äußerten nicht nur Dinge, die ihnen gefallen haben – so etwa das Prinzip, dass sich die Spielenden gegenseitig grüne Daumen schenken können und das futuristische Design – sondern machten auch viele konstruktive und konkrete Verbesserungsvorschläge, die wir versuchen werden, so gut es geht in das Spiel zu integrieren. Auch von den Lehrern erhielt ich hilfreiche Tipps, wie das Spiel bei den Lehrkräften noch besser ankommt und dass man unterschiedliche Ansätze je nach Bundesländern wählen sollte. Mit diesem Wissen ausgestattet, werden wir versuchen, finanziellen Support und weitere engagierte Menschen zu finden, um das Spiel noch besser zu machen und in den deutschen Schulen zu verbreiten.

Hier geht es zum Spiel: https://planet-n.de/

Der Artikel wurde von Clara aus dem youpaN verfasst.

La page verte – Die grüne Seite

Trotz Digitalisierung steigt der Papierverbrauch in Deutschland (Quelle:
Verbraucherservice Bayern). Mit einem Verbrauch von 250 kg Papier befindet sich Deutschland weltweit auf Platz 4 (Quelle: Bundesumweltamt 2015). Diese Zahlen sind bedenklich, denn die Papierindustrie hat einen nicht unerheblichen Effekt auf Klima und Umwelt – nicht zuletzt durch die Abholzung von Wäldern, die Entstehung von Monokulturen, das damit einhergehende Artensterben oder die Freisetzung von Chemikalien.

Auch an der Universität des Saarlandes wird nicht an Papier gespart: Jedes Jahr werden an der Universität des Saarlandes ca. 160 Tonnen Papier entsorgt (Quelle: Dezernat ZBD – Zentrale Beschaffung und Dienste, Universität des Saarlandes) . Daher haben wir im April 2019 beschlossen, auf direktem Wege etwas gegen diesen Ressourcenverbrauch zu unternehmen.

Foto: La page verte

Papier retten und neues Leben schenken

Und so wurde La page verte – Die grüne Seite geboren. Die Grundidee ist simpel: Einseitig bedrucktes Papier (z. B. Fehldrucke, Flyer oder Plakate) werden gesammelt, um daraus mit einer einfachen Leimbingung neue Notizblöcke herzustellen. Das Papier wird also „gerettet“, um ihm ein neues Leben zu schenken. Durch die Verwendung unserer Blöcke kann so jede*r einzelne Ressourcen einsparen: Holz, das vor allem bei der Herstellung von Frischfaserpapier gebraucht wird sowie Wasser und Energie, aber auch Chemikalien, die für die Herstellung von Papier eingesetzt werden.
Durch das „direkte“ Recycling wird sich außerdem der energieaufwendige Prozess, in dem aus Altpapier Recyclingpapier hergestellt wird, gespart. Somit kann CO2 eingespart werden. Während ein normaler DIN A4-Block mit 80 Seiten aus Frischfaserpapier 1,2 kg Holz, 20,8 l Wasser und 4,3 kWh Energie verbraucht, ein gleicher Block aus Recyclingpapier 0,4 kg Holz, 8,2 l Wasser und 1,7 kWh Energie (Quelle: IPR – Initiative Pro Recycling, Nachhaltigkeitsrechner), verbrauchen unsere Blöcke so gut wie keine Ressourcen.

Gleichzeitig versteht sich das Projekt als Nachhaltigkeitskampagne und will für einen verantwortungsvolleren Umgang mit Ressourcen sensibilisieren. Dafür befindet sich auf der ersten Seite eines jeden Blocks ein Factsheet zum Thema Papierverbrauch, auf dem Informationen rund um das Thema Papier und Tipps für einen verantwortungsvolleren Umgang damit zu finden sind.

Von der Idee zum Block

Der erste Schritt war die Kontaktaufnahme zu 2nd Page in Lüneburg, die uns die wichtigsten Aspekte rund um ihr Papier-Retten-Projekt erklärten. Darauf folgte die Findung eines Namens sowie die Entwicklung eines Logos. Als wir diese festgelegt hatten, konnten wir auf verschiedene Akteure an der Universität zugehen: So gewannen wir z. B. das Studentenwerk im Saarland e. V. Als Projektpartner, das uns unter anderem einen Raum zur Lagerung des gesammelten Papiers zur Verfügung stellte. Weiterhin sprachen wir mit
dem neuen Verantwortlichen für die Stabstelle Nachhaltigkeit und Digitalisierung der Universität des Saarlandes, um ihm das Projekt zu präsentieren und über bereits vorhandene Nachhaltigkeitsstrategien an der Universität zu sprechen.

Foto: La page verte

 

Dann veranstalteten wir ein Infotreffen, um das Projekt vorzustellen und Freiwillige zu finden, die uns bei der weiteren Umsetzung helfen würden. Werbung dafür haben wir u. a. im Rahmen der Hochschulwahlen gemacht. Rund 20 Personen kamen zur Infoveranstaltung, von denen, gemeinsam mit uns drei Initiatorinnen, ca. 10 heute das Kernteam ausmachen. Ende Juli folgte ein weiteres Treffen, bei dem wir damit begannen, Sammelboxen zu basteln (auch diese ausschließlich aus Altpapier).

Über Datenschutz und Inklusion

Wir haben daraufhin an verschiedenen Orten an der Universität Sammelboxen aufgestellt, u. a. Im Studentenwerk, in der Zentralbibliothek und einigen Teilbibliotheken sowie beim AstA. Während wir manche Standorte selbst angefragt haben, haben sich andere von sich aus an uns gewendet, um eine Box zu „bestellen“, da sie auf das Projekt aufmerksam geworden waren und uns unterstützen wollten.

Diese Boxen werden nun regelmäßig geleert und es findet ca. alle zwei Wochen Treffen statt, bei dem das Papier gemäß  Datenschutzgrundverordnung vorsortiert wird. Ein Freiwilliger hat sich dafür im Voraus an die Datenschutzbeauftragte der Universität des Saarlandes gewandt, um in Erfahrung zu bringen, welche Art von Daten nicht im Block
auftauchen darf.

Foto: La page verte

 

Da wir am 14.10.2019 die Blöcke zum ersten Mal an der Universität präsentieren wollten, ließen wir dann in der letzten Septemberwoche die erste Ladung Blöcke mit dem bis dahin gesammelten Papier in der Behindertenwerkstatt Reha GmbH herstellen (die Papiermenge ergab 186 Blöcke). Die Werkstatt hatten wir zuvor für einen Probedruck bereits besucht. Die Mitarbeiter dort waren sehr freundlich und entgegenkommend und haben uns im Detail gezeigt, wie genau die Blöcke gebunden werden würden.

Infokampagne zu Ressourcenverbrauch

In der Aufbauphase haben wir es geschafft, die Infrastrukturen für das Sammeln und Lagern von Papier an der Universität des Saarlandes aufzubauen, ein Team von engagierten Freiwilligen aufzubauen und schließlich die ersten Blöcke herstellen zu lassen.

Die Blöcke wurden schließlich zu Semesterbeginn bei einem Infostand am Erstsemester-Infotag präsentiert. Das Interesse an unserem Projekt war groß
und die Rückmeldungen zu den Blöcken sehr positiv. Darüber freuten wir uns und es motivierte uns weiterhin. Zusätzlich konnten wir ein paar neue Interessent*innen und sogar weitere Mithelfer*innen rekrutieren, die beim ersten Treffen in diesem Semester sofort kamen, um die Boxen zu leeren und Papier zu sortieren. Aktuell führen wir weitere Gespräche mit dem Studentenwerk, die uns dabei unterstützen, weitere Kooperationspartner*innen zu finden und gemeinsam mit uns zusätzliche Designs für das Cover erarbeiten.

Foto: La page verte

 

In den kommenden Wochen sollen weitere Infostände stattfinden, um die Studierenden über das Projekt zu informieren und somit für das Thema Ressourcenverbrauch zu sensibilisieren. Die Initiative „Faire Uni Saar“, die ein Mal wöchentlich einen Infostand in der Mensa der Universität des Saarlandes hat, hat sich außerdem bereiterklärt, unsere Blöcke an ihrem Stand anzubieten.

Papier retten 2.0

Unser Ziel ist es, dass das Projekt sich in Zukunft selbst tragen kann, also dass wir mittels der Spenden, die wir für die Blöcke erhalten, weitere Blöcke in Auftrag geben können. Wir wünschen uns, dass es La page verte – Die grüne Seite dauerhaft als studentische Initiative an der Universität des Saarlandes geben wird, denn es wird immer Fehldrucke geben, die gerettet werden können. Gleichzeitig verstehen wir die Blöcke als Nachhaltigkeitskampagne. Wir hoffen, dass wir die Studierenden und Mitarbeiter*innen der UdS auf diesem Wege für die Problematik der Papierverschwendung sensibilisieren
können, sodass in Zukunft weniger oder zumindest doppelseitig gedruckt wird. Außerdem möchten wir mit der Universität in den Dialog treten, um z. B. anzuregen, an den universitären Computern das doppelseitige Drucken als Voreinstellung festzulegen und mehr Recycling-Papier zu nutzen.

Foto: La page verte

 

Verfasser*innen des Berichts (gekürzt) sind Dariah , Elisa , Ronja und Ylva

youprO: Inseln der Bildung

Schwimmende Bildung

Von Mai bis Oktober schwammen Bildungsinseln im Rahmen
unseres Projektes „Flow-Garden“ auf dem Maschteich in Hannover, direkt am Neuen Rathaus der Landeshauptstadt.

Foto: FlowGarden

Die Konstruktion aus Recyclingmaterialien

Auf Grundlage des Open-Source Bauplans modularer Schwimminseln der
makers4humanity wurde der FlowGarden als zusammengesetzte Insel konzipiert.

Foto: FlowGarden

 

Der Bauworkshop dieser Plattform wurde auf dem Gelände des Schulbiologiezentrum Hannover als Jugend-MakerCamp durchgeführt, bei dem Jugendliche verschiedener Altersstufen und mit unterschiedlichen Interessen mitarbeiteten. Unter fachmännischer Anleitung entstanden hier Anfang Mai, hauptsächlich aus Recyclingmaterialien, die vorgefertigten Bausätze zur anschließenden Wasserung und Endmontage auf dem Maschteich Hannover.

Neben dem Bau der Inseln gehörte zu dem Bauworkshop auch die Upcycling-Kisten für die Schwimmbeete sowie ein Vertikalgarten, der vor Ort als Infobord diente. Die Jugendlichen waren beim Bau so engagiert und begeistert, dass sie in wechselnden Konstellationen auch an den folgenden Veranstaltungen wieder teilnahmen.

Die Bildungs-Insel wird bezogen und steht im Mittelpunkt

Durch den Flow-Garden entstanden Direktkontakte engagierter Jugendgruppen wie fridays-for-future und Links-Jugend zu Bildungsexpert*innen im schulischen, univeritären und politischen Bereich. Zudem drehte das ndr-Fernsehn eine kleine Dokumentation zum Bau und Nutzung des Flow-Gardens und die Printmedien berichteten mehrfach.

Foto: FlowGarden

So modular wie die Bauweise, war auch die gesamte Projektplanung
konzipiert, um in einem fachübergreifenden Team ein
gemeinsames, optimales Ergebnis mit großer Wirkung zu erreichen.

Die Insel schwimmt weiter

Auch nachdem unser erfolgreiches Projekt beendet wurde, möchten wir die Insel weiter nutzen und werden sie schon bald wieder an einem anderen Ort ins Wasser lassen: als schwimmende Bildungsplattform und vielleicht brütet ja wieder ein Wasservogel darauf.

Foto: FlowGarden

Das youpaN bei der Search Conference BBNE

Neulich waren Marcel und ich zusammen in Berlin bei der 1. Search Conference für Berufliche Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BBNE). Zahlreiche Expert*innen aus der Beruflichen Bildung kamen zusammen und wir sprachen über die Entwicklung eines Systems von Indikatoren, anhand dessen sich die Umsetzung der BBNE bemessen lässt. Leider waren keine jugendliche Expert*innen aus der Beruflichen Bildung da, also keine Menschen, die gerade eine Ausbildung machen und mitten drin stecken.
Das fanden wir sehr schade und wünschen uns eine solche Beteiligung für die nächste Search Conference!

Foto: Christopher Zentgraf

Trotzdem waren wir froh, jugendliche Perspektiven einbringen zu können. Dabei haben wir vor allem betont, dass uns für ein nachhaltiges Lernen auch besonders das Wie des Lernens und nicht nur das Was, die ganzheitliche Nachhaltigkeit, und eine gute Partyzipation wichtig sind.
Für mich war es interessant in das Feld einzusteigen und wir freuen uns auf die nächste Konferenz, hoffentlich mit mehr Beteiligten von der lernenden Seite der Beruflichen Bildung.
Der Artikel wurde von Noura aus dem youpaN verfasst.

 FF Kommunen und eine spannende Randnotiz

Ich war für das youpaN auf der letzten Sitzung des Fachforums Kommune unterwegs. Dort wurde berichtet, dass die Gremienstruktur weitgehend erhalten bleibt und wir freuen uns, weiter an Bord zu sein. Trotzdem habe ich diese Sitzung (und das nicht als einzige*r) wieder als zu passiv und wenig gestalterisch wahrnehmen können. Deshalb machen wir uns auf den Weg, in Zukunft auch beim Partnernetzwerk Kommunen mitwirken zu können und noch tiefer einzusteigen. Fingers crossed!

Bildung für nachhaltige Entwicklung

P.S.: Eine spannende Randnotiz, die ich von dieser Sitzung mitgenommen habe, liest, dass sich im neuen „Klimaschutzpaket“ der GroKo noch keinerlei BNE finden lässt. Das könnten wir ändern, finde ich!

Der Artikel wurde von Noura aus dem youpaN verfasst.

BNE für eine friedliche Gesellschaft

Nutzen wir BNE zur Gestaltung einer friedlichen Gesellschaft!

BNE ist ein ganzheitlicher Ansatz für Bildung, Frieden und Friedensbildung. Und genau diese sind auch ein großer Teil von BNE. Nur eine friedliche Gesellschaft kann eine nachhaltige sein – dabei geht es bei Frieden um so viel mehr, als die bloße Abwesenheit von Krieg. Frieden bedeutet ein gutes Zusammenleben der Menschen einer Gesellschaft, die Konflikte ohne verbale oder physische Gewalt lösen kann. Nachhaltigkeit eben.

Um all diese Themen drehte sich der IPB-ITUC-Youth Summit 2019 auf dem ich (Nicolas) für das youpaN unterwegs war. Zusammen mit Personen aus über 25 Ländern diskutierte ich über Frieden, soziale Gerechtigkeit und ökologische Nachhaltigkeit und wie wir diese erreichen können. Dabei wurde auch immer wieder die Wichtigkeit von (Friedens-) Bildung betont – einem wichtigen Aspekt von BNE.

Nicolas aus dem youpaN beim IPB Youth Summit

Neue Narrative gestalten

Ein großer Bestandteil von Friedensbildung sind gesellschaftliche Narrative, die wir erzählen. Gut festmachen lässt sich das Problem der aktuellen Narrative am „Sicherheitsbegriff“. Auf Englisch beschreibt man dieses Problem als Safety vs. Security. Ca. seit den Anschlägen von 9/11 hat sich unsere Konnotation des Begriffes „Sicherheit“ stark gewandelt. Heutzutage hat er sehr viel mit Polizei und Militär zu tun, mit Kontrolle, Angst und Abschirmung, eine klassische Konnotation des Begriffes „Security“ eben. Dass diese Konnotation problematisch ist und keine friedliche Gesellschaft fördert, ist wohl relativ offensichtlich. Doch was wäre ein besseres Narrativ von Sicherheit? Es ist das Narrativ von „Safety“, einer Besetzung des Sicherheitsbegriffes, welche sich von Polizei und Militär entfernt. Bei dieser Konnotation geht es um Wohlstand, Glück und ein „sicheres“ Umfeld, d.h. um die Sicherheit, ein glückliches und erfülltes Leben zu führen, welches frei ist von Gewalt, materiellen und/oder anderweitigen Sorgen. Nur ein solcher Sicherheitsbegriff kann eine nachhaltige Gesellschaft gestalten, da Menschen, die ein erfülltes Leben führen, nicht zu Gewalt zur Lösung von Konflikten greifen werden.

Das Militär uncool machen

Ein zweites Narrativ, welches wir verändern müssen, ist die „Coolness“ von Kriegen und Militär. Doch woher kommt diese überhaupt? Ganz einfach – Kriege und Militär bieten einfache und schnelle Lösungen; sie unterteilen die Welt in Schwarz und Weiß, Gut und Böse, Terrorist*in und Held*in. Frieden dagegen ist deutlich komplexer und somit auch langweiliger. Es geht um Verhandeln, viel stumpfes Gerede, lange Abkommen und eine langwierige und tiefgehende Analyse von Konflikten. Und genau hier müssen wir ansetzen, um Narrative und damit auch die Gesellschaft zu verändern.

Wir brauchen diese Narrative, um eine friedliche Gesellschaft zu schaffen – ganz im Sinne einer BNE und einer nachhaltigen Entwicklung. Denn wenn die Transformation hin zu einer gewaltlosen Gesellschaft scheitert, dann scheitert mit ihr auch eine nachhaltige Entwicklung als Ganzes.

Der Artikel wurde von Nicolas aus dem youpaN verfasst.

Auch 2020 soll es Jugendbeteiligung geben

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung hatte uns in den letzten Monaten seine Pläne für die Zukunft der Umsetzung von BNE mitgeteilt. Genauer: Die Zukunft der Nationalen Plattform, der Fachforen und auch des youpaN. Denn die UNESCO hat ein neues Weltaktionsprogramm für BNE versprochen, dass eng an dem bisherigen Programm angeleht ist.

Und für uns ist klar: natürlich braucht es hier eine starke und gelungene Jugendbeteiligung.
Neben vielen Hintergrundgesprächen veröffentlichen wir dazu auch eine Stellungnahme. Diese könnt ihr hier lesen.

Wir hoffen euch bald mehr zu unserer Zukunft sagen zu können. Aber wir sind uns sicher: Ohne Jugend geht es nicht!

Mein Praktikum in der Stiftung Bildung (youboX)


„Ich war beim Startschuss der BNE Jugendbeteiligung vor zwei Jahren dabei und freue mich ins Team zurückzukommen“

20 Jahre alter Student im weißen T-Shirt vor der Stiftung Bildung
Foto: Dorothea Oelfke

In diesem Blog möchte ich euch die kommenden sechs Wochen mitnehmen und über mein Praktikum auf dem Laufenden halten. Nach Abschluss meines Praktikums werdet ihr einen guten Einblick in das Praktikum in der Stiftung Bildung haben. 

Zu meiner Person

Mein Name ist Niklas Hähn, ich studiere Politikwissenschaft an der Uni Mannheim und absolviere ein sechswöchiges Praktikum in der Stiftung Bildung.

In den letzten fünf Jahren engagierte ich mich in verschiedenen Bildungspolitischen Gruppen, wie der Landesschüler*innenvertretung Rheinland-Pfalz  und dem AStA der Uni Mannheim  für mehr Mitsprache von jungen Menschen. Ich freue mich die Möglichkeit zu bekommen, das youpaN bei seiner aktuellen Arbeit zu unterstützen.

Meine Aufgaben

Während meines Praktikums freue ich mich einen Einblick in die Arbeit einer Stiftung zu erhalten, die youboX bei ihrer Arbeit zu unterstützen und in tollen Teams an Projekten zu arbeiten. Es ist nicht selbstverständlich so viele Möglichkeiten zum selbstständigen Mitarbeiten und Weiterbildung  während eines so kurzen Praktikums zu erhalten. Vielleicht sieht man sich in den nächsten Wochen auf Kongressen zum Thema Bildung für Nachhaltige Entwicklung.

Ein besonderer Fokus meiner Arbeit wird auf der Öffentlichkeitsarbeit der Stiftung Bildung und der youboX liegen. Dafür werde ich mich mit der Homepage auseinandersetzen und sie während meiner Zeit im Praktikum mitbetreuen.

Ich möchte sehr eng mit dem youpaN zusammenarbeiten, einen guten Einblick in ihre aktuelle Arbeit und Projekte in ganz Deutschland bekommen und sie bei ihrer Arbeit unterstützen, um das Projekt Bildung für Nachhaltige Entwicklung weiter voran zu treiben.

Ich hoffe, dass ich trotz der Sommerpause die Möglichkeit bekommen werde die Stiftung auf einen Lobbytermin zu begleiten, um mich auch gegenüber Dritte für die Ziele der Stiftung einzusetzen.

Das Praktikum ist sowohl für engagierte Schüler*innen, wie auch für Personen nach dem Schulabschluss zu empfehlen, die sich für Gremienarbeit, Verwaltungsarbeit und BNE interessieren. 

youcoN 2019 – 150 junge Menschen berieten auf Rügen über die Zukunft

Seit Monaten demonstrieren weltweit Jugendliche für ihre Zukunft. Noch einen Schritt weiter gingen sie bei der youcoN 2019, einer der größten Jugendkonferenzen für Nachhaltigkeit bundesweit. Organisiert hat sie die spendenfinanzierte Stiftung Bildung auf Rügen.

Gruppenbild der Teilnehmenden an der youcoN 2019

Die Teilnehmenden der youcoN 2019

Bei der youcoN kamen aus ganz Deutschland 150 junge Menschen zwischen 14 und 27 Jahren zusammen. Als Schlüssel für eine nachhaltige Zukunft wollen sie den Unterricht in Schulen und Universitäten verändern. Denn umwelt- und sozialbewusstes Verhalten kann man lernen – davon sind die Konferenzgäste überzeugt. In Prora berieten sie vom 29. Mai bis 2. Juni 2019 über kreative Wege dafür. Im Angebot waren über 40 Workshops, Vorträge und Diskussionen finanziert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung.

youcoN 2019: Klima, Plastik und mehr

Workshop-Ideen für eine nachhaltige Zukunft

Workshop-Ideen für eine nachhaltige Zukunft

Die großen Überschriften der Veranstaltung erstreckten sich von hochaktuellen Themen wie Klimaschutz und Plastikvermeidung bis hin zu digitaler Bildung, umweltverträglicher Mobilität und Ernährung. Die zentrale Frage: Wie kann man selbst einen persönlichen Beitrag dazu leisten und vor allem andere Menschen bewegen, aktiv zu werden? Dazu haben die jungen Konferenzgäste fünf Tage lang diskutiert, Spiele und Apps getestet, Konzepte entwickelt und sogar Solarlampen selbst zusammengelötet. Ein Team der „Jungen Presse“ hat dazu im Blog des youpaN laufend vor Ort berichtet.

Ökologische und soziale Probleme zusammen sehen

Lötarbeiten für den Bau einer Solarlampe

Löten für eine Solarlampe

Fachleute nennen das „Bildung für nachhaltige Entwicklung“. Dabei vermittelt man Schülern, Schülerinnen und Studierenden Wissen darüber, wie ökologische und soziale Probleme auf der ganzen Welt zusammenhängen. Zum Beispiel, wie die Klimakrise durch den steigenden Meeresspiegel dazu führt, dass Menschen in Küstenregionen ihre Existenzgrundlage verlieren. Im nächsten Schritt lernen die jungen Menschen, welche Lösungen es gibt – und setzen in Projekten und Aktionen eigene Ideen dazu um. Spenden für deren Realisierung sammelt bundesweit die Stiftung Bildung, die auch die youcoN organisiert hat.

Höhepunkt der youcoN 2019: Fest der Zukunft

Strampeln auf dem Smoothie-Rad

Strampeln auf dem Smoothie-Rad

Das Besondere bei der jährlichen stattfindenden Jugendkonferenz ist: Hier kommen junge Leute zusammen, die ihre Ideen auch an Lehrkräfte und die Politik weitergeben. Denn nur so lässt sich Bildung für nachhaltige Entwicklung flächendeckend verankern. Dazu stellten die Konferenzgäste ihre Ergebnisse am vorletzten Tag der Öffentlichkeit vor. Bei diesem “Fest der Zukunft” fanden an verschiedenen Ständen Mitmach-Aktionen und Informationsaustausch statt. Neben einer Kleidertauschparty, konnten die Teilnehmer*innen Bienenwachstücher als Alternative zu Frischhalte- oder Alufolie herstellen und Smoothies aus lokalen Produkten mixen. Der Strom dafür kam nicht aus der Steckdose, sondern von einem Tretfahrrad.

Forderung: Fortbildungen in Nachhaltigkeit für Lehrkräfte und Politik

Ergebnisse der youcoN 2019 als Theaterstück

Ergebnisse der youcoN 2019 als Theaterstück

Am Abend zeigten die Workshop-Gruppen, was sie in drei Tagen erarbeitet hatten. In Form von Filmen, auf Instagram und bei Theater-Aufführungen wurden Ergebnisse zu Themen wie „Sozialraum Kommune“, „Spielplatz Bildung“ und „Jugendbeteiligung 2030“ präsentiert – von Ideen und Vorschlägen bis hin zu konkreten Wünschen und Lösungen. Erst unlängst hatten zudem einige der Teilnehmenden gefordert, dass sich Politik und Lehrkräfte grundlegend in Nachhaltigkeit fortbilden lassen sollen. Nur so könnten sie in ihrer Vorbildfunktion zukunftsweisend vorangehen.

Aufbruch in eine andere Zukunft

Forderung: Systemwandel statt Klimawandel

Klares Ziel: Systemwandel statt Klimawandel

Mit ihren Vorstellungen stehen die jungen Menschen bei der youcoN 2019 für einen Aufbruch in eine andere Zukunft. Ganz so wie die gesellschaftskritische Hip-Hop-Band Loopmilla aus Rostock, die den finalen Abschluss des Abends bildete – und deren Beats auch die letzten Tanzmuffel auf die Tanzfläche lockten.

Mehr zu den Forderungen nach Fortbildungen

Weitere Artikel zu youcoN 2019 im Blog des youpaN

Rückblick: youcoN-Konferenzprogramm

Autor: Jan Bruns (Stiftung Bildung)

Das youpaN ist wichtig für eine echte Jugendbeteiligung – Stellungnahme zur Weiterentwicklung der BNE-Gremien

Das youpaN ist wichtig für eine echte Jugendbeteiligung in den BNE-Gremien. Das und weitere Vorschläge und Meinungen der youboX zur „Weiterentwicklung der Gremien BNE“ des BMBF vom 09.04.2019 findest du in unserer folgenden Stellungnahme.

  • Jugendbeteiligung gleicher Stellenwert wie Fachforen

Mit Freude haben wir gelesen, dass unserer Empfehlung gefolgt wird, der Jugendbeteiligung ab 2020 den gleichen Stellenwert wie den Fachforen zu geben.

  • Engere Mitarbeit von und Zusammenarbeit mit Jugendverbänden im Gesamtprozess

Ebenso begrüßen wir eine engere Mitarbeit von und Zusammenarbeit mit Jugendverbänden innerhalb des Gesamtprozesses.

  • Fortführung der Mitarbeit von Jugendvertretungen in allen Fachforen

Wir gehen bei dem Vorschlag natürlich davon aus, dass Jugendvertreter*innen auch weiterhin in allen Fachforen vertreten sein werden, da sich die junge Perspektive in den Diskussionen bewährt hat.

  • Fortführung einer offenen und ernst gemeinten Jugendbeteiligung, sowie Beibehaltung des youpaN

Mehr als verwundert hat uns die Formulierung, welche darauf hinweist, dass das youpaN zu Gunsten des Fachforums Jugend aufgelöst werden soll, sprich dies „ersetzen“ soll, so die genaue Formulierung im Diskussionspapier. Darin sehen wir das Ende einer offenen und ernst gemeinten Jugendbeteiligung. Wir empfehlen sowohl aus pädagogischer als auch Jugendbeteiligungsperspektive, die nun etablierte Gruppe youpaN (unter eben diesem Namen) beizubehalten. Wir möchten Ihnen gerne darlegen, warum wir Ihnen diesen Vorschlag dringend anraten sowie aufzeigen, was für eine echte Jugendbeteiligung benötigt wird.

  • Der derzeitige Diskussionsvorschlag – wie wir ihn verstehen – verhindert Partizipation und erteilt Jugendbeteiligung eine Absage
    Es ist schön, dass Jugend im Vorschlag ein gleichwertiger Rang zugewiesen wird. Jedoch ist für uns klar, dass eine Mitarbeit von jungen Menschen bei den für sie relevanten Themen auch direkt gewährleistet sein muss. Insofern sehen wir die Einrichtung des Fachforums Jugend als Ergänzung zu der Mitarbeit in einzelnen Fachforen. Sollte diese Mitarbeit wegfallen, gehen wir von einer Verschlechterung der Beteiligungsmöglichkeiten aus.
    Ebenso ist eine engere Verzahnung mit Jugendverbänden gut und wünschenswert. Wir weißen jedoch darauf hin, dass eine fokussierte Beteiligung der Verbände oft zu Lasten einer Beteiligung von unabhängigen Jugendlichen geht.
  • Zusammenspiel von Jugendverbänden und youpaN

Für uns stellt die Beteiligung von Jugendverbänden sowie des youpaNs ein sich ergänzendes Miteinander dar, welches schon jetzt stattfindet.

  • Beteiligung und Erreichbarkeit von unabhängigen Jugendlichen und Erfolg der Jugendnachhaltigkeitskonferenz youcoN

Die Erfolge unserer Jugendkonferenzen (youcoNs) zu BNE zeigen auf, wie wichtig es ist, unabhängige Jugendliche zu erreichen und zu beteiligen. Auf den youcoNs kommen jährlich rund 150 Jugendliche zusammen, die meisten ohne Verbandsangehörigkeit viele aus freien Jugendbewegungen wie z.B. Fridays for Future.

  • Den besonderen Lebensumständen Jugendlicher Rechnung tragen

Bisher hat die Arbeit – unabhängige sowie vielfältigste Jugendliche zu erreichen und zu beteiligen – das Team der youboX übernommen. Im vorliegenden Diskussionspapier ist lediglich angedacht „aktive Jugendliche aus dem youpaN einzubeziehen“, nicht aber das youpaN selbst. Dies lässt vermuten, dass damit keine echte Jugendbeteiligung gewollt ist und den besonderen Lebensumständen Jugendlicher keine Rechnung getragen wird, obwohl wir und die jungen Menschen selbst seit Beginn unserer Arbeit darauf hinweisen.

  • Jugendbeteiligungsbüro notwendig, um adäquate Begleitung der jungen Menschen zu gewährleisten – youboX ist etabliert

Für uns steht fest: Unabhängige Jugendliche werden sich nicht durchgängig am Fachforum „Jugend“ und dem BNE-Gesamtprozess beteiligen (können), wenn sie keine adäquate Begleitung bekommen.

Unsere Begleitungsleistungen umfassen: Vorbereitung und Nachbereitung von Sitzungen, politisches Coaching, Hilfe bei der Erstellung von Materialien, pädagogische und politische Begleitung sowie die Organisation der Veranstaltungen und Reisen. Diese Aufgaben übernehmen wir als Unterstützung, weil der Hauptjob der jungen Menschen ihre schulische, universitäre oder berufliche Ausbildung ist. Diese Ausbildung stellt ein freies Engagement oft herausfordernd dar und niemand vergütet die ehrenamtliche Arbeitszeit dieser jungen Menschen. Eine solche Arbeit im Rahmen der Bildungssettings ist nicht vorgesehen. Ohne die vor- sowie nachbereitenden und politischen Arbeiten der youboX (zu denen auch zusätzliche Treffen zählen) haben die unabhängigen Jugendlichen nicht die gleichen Chancen, wie Akteur*innen, die seit Jahren berufstätig sind oder Mitarbeitende und Verbände haben, die für sie einstehen.

Der Vorschlag des BMBFs würde bedeuten, dass unabhängige Jugendliche nicht länger beteiligt werden. Wir halten dies für einen erheblichen Rückschritt.

  • BNE-Jugendbeteiligung in Deutschland für die internationale Gemeinschaft nachahmenswert und von der UNESCO, dem WAP sowie dem Bundestag formuliert

Auch aus einer internationalen Blickweise betrachtet, bestärken wir, dass Deutschland seine herausragende Jugendbeteiligung weiterführen und ausbauen sollte, zumal sie doch explizit von der UNESCO formuliert ist. Ferner ist Jugendbeteiligung als Handlungsfeld im Weltaktionsprogramm verankert wie auch im Beschluss des Bundestages zu BNE festgeschrieben. (Bundestags Drucksache BT 18/4188. „Sie [Anmerkung: Die Jugend ..] soll als aktiver Gestalter eine Schlüsselrolle in den zukünftigen nationalen Strukturen zur Umsetzung des Weltaktionsprogramms einnehmen.“).

Ein Aufgeben des youpaN ist daher für uns keine Option, jedoch der Ausbau der Jugendbeteiligung höchst erstrebenswert.

  • Die Alternative ist schon da – das youpaN zeichnet enorme Erfolge

Wer die Mitglieder des youpaN und ihre Arbeit erlebt hat, weiß, welche Auswirkung Jugendbeteiligung in dieser Form auf den BNE-Prozess hatte: engagierte Mitarbeit, (un)bequeme Fragen, neue Blickwinkel, frischer Wind, die Einbeziehung der Jugend, ihrer Ideen, Sorgen und Energie. Die Jugendbeteiligung durch das youpaN wurde vor nicht einmal zwei Jahren gestartet und wurde Teil eines schon länger laufenden BNE-Prozesses. Die notwendige Phase der Selbstfindung des Gremiums musste daher parallel zum Aufholen der Wissenshierarchie sowie der sofortigen Mitarbeit in den BNE-Gremien stattfinden. Wir in der youboX und vor allem die beteiligten Jugendlichen haben dafür ihr Möglichstes gegeben und sehen ganz klar, dass unsere Form der echten Jugendbeteiligung enorme Erfolge verzeichnet.

Aus diesem Grund fordern wir die Beibehaltung der Finanzierung für das unabhängige Jugendgremium youpaN, ihrer zusätzlichen Treffen und eines Begleitorgans, angelehnt an die Arbeit der youboX. Gerne kann das youpaN weiterhin im Austausch mit anderen Jugendverbänden stehen, hierfür würde sich ein Fachforum Jugend sehr gut eignen. Die Jugendperspektive sollte darüber hinaus auch in den einzelnen Fachforen vertreten bleiben. Mit der Wortschöpfung youpaN sollte weitergearbeitet werden, um das bestehende Engagement der Jugendlichen zu würdigen.

Unsere Stellungnahme gibt es auch hier als Download: https://youpan.de/wp-content/uploads/2019/05/Stellungnahme-der-youboX-zur-Weiterentwicklung-der-BNE-Gremien.pdf