Die Zukunft feiern – auf dem „Fest der Zukunft“

Foto: Marie Haase

Nach drei Tagen voller Workshops, Diskussionen und Seminaren zum Thema „Bildung für Nachhaltige Entwicklung“ präsentiert sich der Samstag als „Fest der Zukunft“: Auf dem großen Freigelände vor und rund um die Jugendherberge können sowohl Teilnehmende der youcoN als auch externe Gäste die Zukunft feiern und in verschiedenen Mitmach-Angeboten erleben. Einige Highlights des Tages haben wir euch hier zusammengestellt:

1 Bienenwachstücher als Ersatz für Frischhaltefolie in Eigenregie anfertigen

Frischhaltefolie kommt jeden Tag in zahlreichen Haushalten zum Einsatz und wird dabei aber oft nur wenige Stunden verwendet, um kurz eine zubereitete Speise oder angeschnittene Lebensmittel im Kühlschrank abgedeckt aufzubewahren. Anschließend landet die Folie im Müll.

Am Stand des SV Bildungswerk e.V. können die Besucher eine nachhaltige Alternative dazu selber herstellen: Bienenwachstücher. Zugeschnittene Stoffe werden mit geriebenem Bienenwachs bestreut und anschließend zwischen zwei Seiten Backpapier gebügelt. Das dabei schmelzende Wachs dringt in die Stofffasern ein und macht aus dem weichen Stoff eine beschichtete, elastische Folie, welche sich ganz unkompliziert an abzudeckende Gegenstände anschmiegt. Nach Gebrauch wird das Tuch einfach mit kaltem Wasser abgewaschen. Sollte die Wachsschicht porös werden, kann diese durch erneutes Bügeln wieder aufgefrischt werden.

Foto: Marie Haase
Foto: Marie Haase

2 Regional-vegane Shakes und Smoothies mixen

Am Stand der Stiftung Bildung können Gäste und Teilnehmende ihren eigenen Smoothie aus biologisch hergestellten, veganen und zum Teil regionalen Zutaten kreieren. Ob ein gemüsiger Shake mit Rote Beete, Gurke, Rucola und Hafermilch, ein fruchtiger mit Sanddorn, Rhabarber, Erdbeeren und Joghurt oder eine Kombination aus beidem: Der Kreativität sind hier keine Grenzen gesetzt. Gemixt werden die vorbereiteten Zutaten anschließend, ohne dass dafür Strom benötigt wird: Der Mixer wird von umgewandelter Energie durch ein feststehendes Fahrrad angetrieben. Erst wenn jemand ordentlich in die Pedale tritt, drehen sich die rotierenden Messer schnell genug, um die Zutaten zu pürieren.

Foto: Marie Haase

3 Kleidung tauschen statt neu kaufen

Ungeliebte, nicht mehr passende oder einfach selten getragene Kleidungsstücke können am Stand von Greenpeace gegen neue Kleidung eingetauscht werden. Einzige Voraussetzung: Die Kleidung sollte gut erhalten sein. Da sich viele der Gäste und Teilnehmenden an dem Stand tummeln, ist eine große Auswahl an möglichen Tauschobjekten vorhanden und es finden viele T-Shirts, Hosen oder Schals einen neuen, glücklichen Besitzer.

Am Stand können sich die youcoN-Besucher zudem über fair fashion (fair gehandelte Kleidung) und Öko-Label für Textilien informieren oder herausfinden, welche Optionen es abseits von Kleidertausch gibt, um Textilien ein zweites Leben zu schenken. Möglichkeiten dafür sind zum Beispiel Up-Cycling oder Kleiderspenden an Sozialkaufhäuser oder gemeinnützige Kleiderkammern.

Foto: Nele Kälberloh

4 History-Tour durch das Dokumentationszentrum

Der Veranstaltungsort der youcoN, Prora, hat geschichtlich einiges zu bieten: Geplant als „Kraft durch Freude“-Seebad für bis zu 20.000 Urlauber wurden die angefangenen Bauarbeiten mit Beginn des 2. Weltkrieges eingestellt. Nach dem Krieg wurde aus Prora erst als Flüchtlingslager genutzt, später als Kaserne der „Nationalen Volksarmee“ (NVA) der DDR. Anfang der 90er ging das Gebäude in das Eigentum des Bundes über, nach und nach wurden die Blöcke 1, 2, 3 und 4 an private Investoren verkauft. Der Block 5 gehört dem Landkreis Rügen, 2011 entstand dort die Jugendherberge Prora.

Über diese und viele weitere spannenden, geschichtlichen Hintergründe können sich interessierte Teilnehmende und Gäste während der History-Tour durch das Dokumentationszentrum von Prora informieren und Geschichte so hautnah erleben.

Foto: Nele Kälberloh

5 Nistkästen für heimische Singvögel bauen

Am Stand der Jugendherberge Prora bietet sich für alle Gäste und Teilnehmende die Gelegenheit, aus vorgefertigten Bauteilen ein Nistkasten für die gefiederten Freunde zusammenzubauen. Innerhalb weniger Minuten werden die Holzstücke mit wahlweise Schrauben oder Nägeln zusammengesetzt. Anschließend können die fertigen Nistkästen noch farbig oder klar lackiert werden. Durch den Lack wird die Haltbarkeit des Holzes erhöht, um möglichst lange Freude an dem selbstgebauten Werk zu haben.

Foto: Marie Haase

Wir hoffen, euch hat das Fest der Zukunft ebenso gut gefallen wie uns!

Dieser Artikel wurde geschrieben von Marie Haase von der Jugendredaktion der Jungen Presse e.V., die live von der youcoN auf ihrem Magazin www.youthmag.de berichtet und uns diesen Beitrag freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat. Seit über 65 Jahren setzt sich die Junge Presse ehrenamtlich für medieninteressierte Jugendliche ein und ist einer der größten bundesweit aktiven Jugendmedienverbände.

10 Dinge, die du auf der youcoN gemacht haben musst!

Wir haben dir die ultimative Liste mit Dingen zusammengestellt, die zu einer unvergesslichen youcoN-Erfahrung unserer Meinung nach einfach dazugehören!

 

1 Dein Foto in der Fotobox ausdrucken

Die Fotobox im Eingangsbereich der Jugendherberge druckt dir selbstständig innerhalb weniger Sekunden jedes Foto aus, das du auf Twitter oder Instagram unter dem #ycn19 veröffentlichst. Flute die Timeline deiner Freunde mit Fotos von der youcoN und bring das Farbband in Wallung!

 

2 Deine Glasflasche auffüllen

Fülle die Glasflasche aus deiner Teilnehmertasche mit Fruchtsaftkonzentrat – und das immer und immer wieder! Heißer Tipp Nummer 1: folge nicht den Füllempfehlungen an der Flaschenseite – es sei denn, du willst deine Geschmacksnerven auf Empfindlichkeit testen. Heißer Tipp Nummer 2: Beschrifte die Flasche mit deinem Namen – sonst verlierst du deinen treuen Begleiter schneller, als dir lieb ist.

 

3 Im Zelt schlafen

Schnapp dir Zelt, Isomatte und Schlafsack und schlage dein Lager auf der Wiese vor der Jugendherberge auf! Du lebst das grüne Leben und kannst dich morgens von Sonnenstrahlen (toll) oder Regentropfen (weniger toll) wecken lassen. Gegen die nächtliche Kälte hilft ein zweiter Schlafsack – falls noch einer ausleihbar ist.

 

4 An den Strand gehen

Dir kommt es so vor, als wären 9 von 10 Fotos aus der Fotobox am Strand aufgenommen? Da liegst du ganz richtig! Der Strand ist DER Place-to-be auf der youcoN. Nutz die Mittagspause für einen Sprung in’s kalte Nass und trag‘ den Sand mit deiner Kleidung in die ganze Jugendherberge, um alle Drinnengebliebenen an deiner Erfahrung teilhaben zu lassen.

 

5 Gespannt sein auf’s Mittagessen

Was es wohl gibt – Suppe oder Eintopf? Jeden Tag ist es bis zuletzt eine hochspannende Entscheidung, was wohl heute deinen Teller füllt. Nimm dir dazu eins der 1500 Brötchen und genieß‘ die Einlage aus Kichererbsen oder Tofu.

 

6 Über das Fest der Zukunft schlendern

Am Samstag kannst du auf dem Fest der Zukunft allerlei entdecken und ausprobieren: Mixe dir deinen leckeren Shake oder Smoothie mit Hilfe deiner Beinkraft, tausche deine ausrangierte, ungeliebte Kleidung gegen neue, hippe Fummel oder bau für deine gefiederten Freunde im heimischen Garten ein neues Zuhause!

 

7 Im youcoN.Magazin blättern

Wir haben unsere Eindrücke der youcoN in fesselnden Artikeln festgehalten. Nimm dir unsere gedruckte Ausgabe mit und vertreib‘ dir die lange Rückfahrt in die Heimat mit dieser spannenden Lektüre! Dabei kannst du in Erinnerung schwelgen, wehmütig an die schöne Zeit zurückdenken und dich vielleicht sogar selbst im Magazin entdecken.

 

8 Die Karte für dein Zimmer suchen

Für jedes Zimmer gibt es zwei Schlüsselkarten, die du dir mit bis zu fünf anderen Zimmergenossen teilst. Und spätestens dann, wenn du jetzt gerade ganz, ganz schnell ins Zimmer möchtest, ist natürlich keine der beiden Karten auffindbar…

 

9 Die Umgebung entdecken

Rügen hat viel zu bieten! Leih‘ dir an der Rezeption ein Fahrrad aus und geh‘ auf die Reise. Erkunde die anderen Blöcke und Ruinen von Prora, schlendere über die Strandpromenade von Binz oder spaziere durch den nahegelegenen Wald. Aber verlauf‘ dich nicht – du könntest deinen nächsten Workshop verpassen!

 

10 Weinen wegen der langen Rückfahrt

Dir kam schon die Hinfahrt ewig lang vor? Wir warnen schon einmal vor: Die Rückfahrt dauert genau so lange und die Züge sind am Sonntag des Feiertagswochenendes sicherlich gar nicht mal so überfüllt. Schnapp dir ein leckeres Snack-Paket für die Fahrt und trainier‘ besser schon mal deine Beinmuskeln, falls beim nächsten Umsteigen kein Sitzplatz mehr für dich frei ist.

Dieser Artikel wurde geschrieben von Marie Haase von der Jugendredaktion der Jungen Presse e.V., die live von der youcoN auf ihrem Magazin www.youthmag.de berichtet und uns diesen Beitrag freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat. Seit über 65 Jahren setzt sich die Junge Presse ehrenamtlich für medieninteressierte Jugendliche ein und ist einer der größten bundesweit aktiven Jugendmedienverbände.

Ergebnisse der Umfrage zur youcoN

Foto: Nele Kälberloh

Wir haben eine Umfrage für die Teilnehmer der youcoN durchgeführt:

Die Personen sind meist durch Freunde oder Bekannte auf die youcoN aufmerksam geworden oder wurden durch die Junge Presse informiert. Mehr als ein Drittel der befragten Teilnehmer war das erste Mal mit auf der youcoN und nur einer der Befragten war durchgängig mit dabei.

Der Großteil fand guten Anschluss zu den anderen Teilnehmern und hat sich auf der Anlage wohlgefühlt, auch wenn es in der ersten Nacht so kalt war, dass die Zeltenden sich einen zweiten Schlafsack oder Decken ausgeliehen haben.

Viele Teilnehmer halten die Umwelt-Jugendherberge für nachhaltig, allerdings wird der Getränkespender und der Kaffeautomat oft kritisiert, da durch die Einwegflaschen und die Becher aus dem Kaffeautomaten viel Plastikmüll entsteht, obwohl die Jugendherberge auf Nachhaltigkeit bedacht ist. Außerdem gibt es auch einen Snack-Automaten mit diversen Süßigkeiten, welche keineswegs nachhaltig sind.

Auf die Frage:

Setzt ihr euch außerhalb der youcoN auch für Nachhaltigkeit ein?

antworten die meisten damit, dass sie im Großen und Ganzen versuchen, ihren Alltag nachhaltig zu gestalten, indem sie sich für den Klimaschutz engagieren und ihr Bestes für die Klimafreundlichkeit im alltäglichen Leben tun, z.B. mit dem Fahrrad zur Arbeit, Schule oder Universität zu fahren, sich vegetarisch bzw. vegan zu ernähren oder statt Einwegflaschen Glasflaschen zu benutzen.

Dieser Artikel wurde geschrieben von Ennes Karatoprak von der Jugendredaktion der Jungen Presse e.V., die live von der youcoN auf ihrem Magazin www.youthmag.de berichtet und uns diesen Beitrag freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat. Seit über 65 Jahren setzt sich die Junge Presse ehrenamtlich für medieninteressierte Jugendliche ein und ist einer der größten bundesweit aktiven Jugendmedienverbände.

Cordelia Möhrer und Josephin Wagner vom „netzwerk n“ im Interview

Foto: Nele Kälberloh

Cordelia und Josephin sind beide Mitglieder von netzwerk n und geben in diesem Interview einen kleinen Einblick in ihre Vereinsarbeit. Das netzwerk n wurde 2010 gegründet und engagiert sich seither für einen Wandel in der gesamtdeutschen Hochschullandschaft im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung in allen Bereichen hochschulischen Handelns (Betrieb, Lehre, Forschung, Governance). Als Vernetzungsplattform bringt der Verein sämtliche Akteure mit Universitätsbezug zusammen und ermöglicht somit in verschiedenen Formaten Wissens-, Erfahrungs- und Kompetenzaustausch: Das Wandercoaching unterstützt Nachhaltigkeitsinitiativen, während der konferenz n werden Transformationsprozesse weiter vorangetrieben, bei perspektive n werden Diskussionsreihen zur Zukunftsfähigkeit von Hochschulen in ganz Deutschland organisiert.

Youthmag: Was genau ist Eure Aufgabe im netzwerk n und woran arbeitet Ihr gerade?

Josephin: Ich bin seit April im Vorstand von netzwerk n, d.h. ich entwickele zusammen mit sechs anderen Menschen den Verein weiter. Zur Zeit haben wir gerade mehrere Projekte am Laufen, die von Vorstandsseite her geregelt werden müssen. Meine Aufgabe im Speziellen sind die Betreuung eines dieser aktuellen Projekte als „Buddy“ und der Austausch mit den ganzen Angestellten, ob alles richtig läuft. Dann bin ich auch noch für das Thema „Gender and Diversity“ zuständig und werde in den nächsten Jahren, in denen ich im Vorstand bin, das Thema stärker beleuchten und zeigen wie divers das netzwerk n ist.

Youthmag: Also wollt Ihr erstmal noch nicht hochschulintern Diversität thematisieren?

Josephin: Das wäre der nächste Schritt. Erstmal würden wir uns vereinsintern mit dem Thema befassen.

Cordelia: Ich war letztes Jahr im Wanderchoaching-Jahrgang. Das ist eines der Programme vom netzwerk n, in dem Leute ausgebildet werden, die Hochschulgruppen dabei zu unterstützen, mehr Nachhaltigkeit an den Universitäten durchzusetzen. An Wochenenden verbringen wir immer Zeit mit eben diesen Leuten, helfen ihnen als Team bei Problemen und bringen ihnen dann auch allerlei Methoden bei – so ähnlich wie wir das dieses Wochenende in diesem Workshop machen.

Youthmag: Ihr zählt gerade knapp 100 Mitglieder. Wie glaubt Ihr, könnt Ihr noch mehr Leute erreichen bzw. für netzwerk n begeistern?

Josephin: Die Mitgliederzahl spiegelt nicht unbedingt die Zahl von Menschen wider, die mit dem netzwerk n schon einmal in Berührung gekommen sind. Wir haben dieses Jahr schon den 5. Wanderchoaching-Jahrgang und bei jedem Jahrgang werden ca. 20 Hochschulgruppen gechoacht, d.h. diese nehmen dabei Programme und Angebote vom netzwerk n oder auch perspektive n in Anspruch. Dabei unterstützen wir Hochschulgruppen, Podiumsdiskussionen mit unterschiedlichen Akteursgruppen zu organisieren. Nicht alle Menschen, die jemals mit netzwerk n zusammen gearbeitet haben, sind also Mitglieder im Verein.

Foto: Carolin Schnelle

Youthmag: Gibt es schon konkrete Pläne oder Ideen, das Format konferenz n in Lehrveranstaltungsprogramme von Unis zu integrieren, beispielsweise als Schlüsselqualifikation oder als Möglichkeit, sich ein solches Seminar anrechnen zu lassen?

Josephin: Das ist leider nicht mein Arbeitsbereich und gehört habe ich davon auch noch nichts. Es ist aber auf jeden Fall eine sehr gute Idee, die ich mitnehmen werde.

Youthmag: Ihr seid als Netzwerk für das Konzept, die gesamtdeutsche Hochschullandschaft im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung zu verbessern, vom UNESCO-Weltaktionsprogramm ausgezeichnet worden. Inwiefern hat Euch das als Verein einen Schub verpasst?

Josephin: Generell werden wir relativ oft mit Preisen ausgezeichnet. Dadurch werden wir öffentlich wahrgenommen, unsere Programme angenommen und unser Bekanntheitsgrad auch größer.

Cordelia: So eine Auszeichnung zu bekommen hat auch viel mit Wertschätzung zu tun. Dass gesehen wird, welche Arbeit gerade geleistet wird. Dass man dadurch auch ernster genommen wird und man nicht nur einfach als Zusammenschluss von studentischen Initiativen belächelt wird, sondern, dass auch etwas hinter dieser Arbeit steckt.

Youthmag: Stimmt,das hat auf jeden Fall Sinn. Es wollen sich ja nicht nur Studenten, sondern auch Professoren und andere Berufstätige einbringen.

Josephin: Genau. Wir versuchen Partizipation von allen Akteursgruppen an Hochschulen zu fördern.

Youthmag: Wollt Ihr noch abschließende Worte an die Leser richten?

Josephin: Wer Interesse hat oder einfach mal schauen will, was netzwerk n an der eigenen Uni anbietet, kann sich auf unserer Webseite bei plattform n anmelden und alle neusten Infos erhalten. Das ist nämlich die Idee: Alle Hochschulinitiativen, die sich mit Nachhaltigkeit befassen, können sich vernetzen.

Youthmag: Vielen Dank für das Interview.

Dieser Artikel wurde geschrieben von Sebastian Schroth von der Jugendredaktion der Jungen Presse e.V., die live von der youcoN auf ihrem Magazin www.youthmag.de berichtet und uns diesen Beitrag freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat. Seit über 65 Jahren setzt sich die Junge Presse ehrenamtlich für medieninteressierte Jugendliche ein und ist einer der größten bundesweit aktiven Jugendmedienverbände.

Wie nachhaltig ist die youcoN eigentlich?

Foto: Carolin Schnelle

Mit dem Anlaufen der diesjährigen youcoN auf Rügen ist nur noch eins Thema: Nachhaltigkeit.

Doch wenn man genau hinsieht, können einige Fragen aufkommen. Wenn es um Nachhaltigkeit geht, warum dann der ganze Aufwand? Warum eigentlich diese Veranstaltung – und dann noch auf der Insel Rügen, die ja nun wirklich nicht mitten in Deutschland und damit für jeden problemlos zu erreichen, sondern tief im Norden Deutschlands ist, umgeben von kleineren Dörfern. Die neu renovierte „Umweltjugendherberge“ scheint ja wenigstens zum Thema Nachhaltigkeit zu passen. Doch was genau ist eine Umweltjugendherberge eigentlich? Und wie rechtfertigen die Veranstalter den Müll, der entsteht und die hohen CO² Emissionen der Anreise?

Warum Prora?

Es hat einen ganz bestimmten Grund, warum sich die youcoN dieses Jahr als Veranstaltungsort die Jugendherberge Prora ausgesucht hat: Neben der Möglichkeit, die über 150 Teilnehmenden aufzunehmen, gibt es hier auch – anders als beispielsweise in Großstädten – die Möglichkeit, direkt vor der Jugendherberge zu zelten, Lagerfeuer zu machen und die Natur zu erkunden. Doch auch sonst passt das Konzept der Umweltjugendherberge Prora  zur youcoN und dem Thema Nachhaltigkeit. Die Jugendherberge verzichtet von sich aus schon zum größten Teil auf Plastik, z.B. bei Verpackungen.

Doch „Umweltjugendherberge“ heißt nicht nur Vermeidung von Abfällen wie Einwegverpackungen, sondern beinhaltet auch den Bereich der Pädagogik. Mit der Umweltpädagogin direkt im Haus beschäftigen sich Schulklassen in Workshops mit Umweltverschmutzung, bedrohten Arten, aber auch mit Teambuilding. Doch durch die Lage der Jugendherberge, das Equipment, das mitgebracht wurde und viele andere mögliche Kritikpunkte, lässt sich doch die Frage stellen, inwiefern die youcoN denn jetzt akut für Nachhaltigkeit sorgt oder wie sie sich darum kümmert. Da hier nicht nur Menschen aus Bayern, mit mehr als 10 Stunden Anfahrtszeit, sondern auch einzelne  Teilnehmende extra angereist aus Russland, dabei sind, kann man schon mal ins Grübeln kommen, was für einen ökologischen Fußabdruck man hinterlässt. Doch wenn man dann bei den Veranstaltern von der Stiftung Bildung und dem youpaN  hier auf der youcoN nachfragt, so bekommt man Antworten.

Die Veranstalter achten auf nachhaltig produzierte „Giveaways“:

Foto: Nele Kälberloh

Neben der Tragfähigkeit von mindestens 200 Personen war den Veranstaltern auch sehr wichtig, dass vegetarisches bzw. veganes Essen serviert werden kann. Das Essen ist außerdem durch Bio Qualität der Lebensmittel ausgezeichnet. Auch die schöne Umgebung mit Meer und Strand passt perfekt. Doch wie lassen sich die Beutel, Flaschen etc. erklären? Inwiefern hilft so etwas der Umwelt?

Nun, die Beutel sind erst einmal ebenso bio und sind neben der Praktikabilität auch noch Werbung. Ganz genau so ist es mit den Armbändern, die für Essensausgabe, aber auch als Erinnerung wie Festivalbänder genutzt werden. Man verbreitet den Namen der youcoN. Die Flaschen sind einfach nur praktisch. Sie sind immer wiederverwendbar, aus Glas und geben echt prima Tipps für Mischungen mit Apfelsaft und anderen Säften. Damit es keine übrig gebliebenen Flaschen oder Beutel gibt, hat der Veranstalter sich für eine bewusste Unterproduktion entschieden. Andere Dinge, wie unsere anpinnbaren Namensschilder, sind zwar aus Plastik, werden aber genau wie Whiteboards und anderes Equipment immer wieder verwendet und an andere Organisationen verliehen.

Das wahrscheinlich größte Problem ist die Anreise und die damit verbundenen CO²-Emissionen. Es wurde zwar vereinbart, dass alle Teilnehmer bis auf wenige Ausnahmen mit der Bahn kommen, doch selbst dann entstehen Treibhausgase. Das ist nicht optimal, doch leider auch nicht änderbar bei einem so besonderen Veranstaltungsort wie Prora. Die Veranstalter sind sich der Problematik bewusst und versuchen daher im Ausgleich die CO²-Emissionen so gut es geht auszugleichen. Genau das ist es auch, was sie sich für die Zukunft der youcoN wünschen. Sie wollen mehr Reichweite und 100% der CO²-Emissionen ausgleichen. Die Veranstalter wünschen sich im Allgemeinen eine größere Kapazität der Veranstaltung und bauen auf die Reichweite und Netzwerke der Teilnehmer, durch die der Gedanke der Nachhaltigkeit verbreitet wird.

Dieser Artikel wurde geschrieben von Florian Ring von der Jugendredaktion der Jungen Presse e.V., die live von der youcoN auf ihrem Magazin www.youthmag.de berichtet und uns diesen Beitrag freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat. Seit über 65 Jahren setzt sich die Junge Presse ehrenamtlich für medieninteressierte Jugendliche ein und ist einer der größten bundesweit aktiven Jugendmedienverbände.

Jugendpolitik als Ehrenamt

Foto: Carolin Schnelle

“Ich habe das Gefühl, Erwachsene vergessen manchmal, was junge Menschen im Ehrenamt alles leisten”, sagt die 20-jährige Elena Keil, die sich seit einem Jahr aktiv im Jugend-Panel “youpaN” einbringt. Das youpaN beteiligt junge Menschen im Alter von 14 bis 23 Jahren an der Umsetzung des Nationalen Aktionsplans. Im Gespräch stellt Elena ihr ehrenamtliches Engagement im youpaN vor und weiß, was Jugendliche erreichen können.

Ann-Kathrin: Was macht das youpaN?
Elena Keil: Im youpaN arbeiten wir auf zwei Ebenen: Politisch und zivilgesellschaftlich. Es gibt eine nationale Plattform BNE, die beratende Funktionen in der Politik übernimmt und auf der wir stimmberechtigt sind. Sie besteht aus Fachforen, in denen unglaublich viele Expertinnen und Experten sitzen und tagt zweimal im Jahr. Das sind alles Erwachsene. Die haben ihren Blick und das Fachwissen für ihre Bereiche, aber sie reden über Bildung, das geht uns Jugendliche an. Es ist deshalb ganz wichtig, dass wir als youpaN junge Perspektiven mit einbringen und hier vertreten sind. Das wird erst durch Jugendprojekte, wie die youcoN und youprO möglich.

Was ist nachhaltige Bildung für dich?

Foto: Carolin Schnelle

Der Nachhaltigkeits-Gedanke muss in Kindergärten und Schulen getragen werden, damit Menschen so früh wie möglich lernen, nachhaltig auf diesem Planeten zu leben. Der ganze Lernort muss nachhaltig gestaltet werden. Mit Nachhaltigkeit meine ich nicht nur ökologische Aspekte, sondern auch nachhaltiges Lernen. Ich bin gegen dieses typische Bulimielernen, sich ganz viel Wissen aneignen, das kotze ich dann später in der Prüfung wieder aus und es ist vorbei. Es gilt für das Leben zu lernen und nicht für den Schreibtisch.

Was fordert das youpaN?

In allen Forderungen geht es darum, Jugendbeteiligung und das BNE voranzubringen. Es gilt die Strukturen der Jugendbeteiligung zu verbessern und passende Formate zu schaffen, damit sich noch mehr junge Menschen beteiligen können. Wir fordern, dass es in jedem Land einen Jugendzukunftsrat gibt, in dem Jugendliche zusammenkommen und politische Entscheidungen mitberaten und entscheiden können. Es ist auf Bundesebene möglich; warum nicht auch in den Ländern.

Was sind deine Aufgaben?

Ich mache die Öffentlichkeitsarbeit, weil ich darin eine große Chance sehe, viele Menschen zu erreichen. Viele Menschen kennen BNE nicht. Sie wissen nicht genau, was sie sich darunter vorstellen können. Außerdem unterstütze ich ab und  zu unsere Bildungsprojekte, die youprOs. Wir als youpaN können frei über ein Budget entscheiden, das für nachhaltige Projekte vorgesehen ist und junge Ideen mit bis zu 5.000€ fördern.

Welches Projekt ist dir in Erinnerung geblieben?

Letztes Jahr hat ein Team zur Weihnachtszeit einen Workshop zum nachhaltigen Schenken gemacht, das fand ich richtig schön. Sie haben gemeinsam überlegt, welche Geschenke sie nachhaltig verschenken können und ob wir diesen Konsum-Wahnsinn überhaupt brauchen. Das finde ich ganz cool, denn ich beschäftige mich auch persönlich viel mit Konsum. Auch soziale Nachhaltigkeit ist wichtig. Das vergessen viele allerdings. Deshalb haben wir auch einen Workshop für Seminarleitungen gefördert: Was machst du, wenn du selbst einen Kurs leitest und mit jemandem konfrontiert bist, der rechte Thesen vertritt? Auch die vielen kleinen Projekte mag ich sehr: Da waren zum Beispiel Schülerinnen, die Green-Boxen in ihrer Schule aufbauen wollen und dabei Förderung benötigen und  es gibt viel weitere Ideen.

Was ist dir bei deinem Ehrenamt wichtig?

Anerkennung und Wertschätzung! Ich mache das super gern, aber es muss eine gute Balance gefunden werden. Im youpaN haben wir eine totale Akzeptanz-Haltung. Wenn da jemand sagt, er schafft es diesen Monat nicht, dann ist das auch total in Ordnung.

Wir sind eine Schnittstelle zwischen jungen Menschen und Erwachsenen. Auf der youcon sammeln wir viele junge Stimmen und versuchen das in einen politischen Prozess, der langwierig und vielleicht an vielen Stellen eingefahren ist, mit einzubringen. Politische Sitzungen sind immer gleich aufgebaut: Es wird kurz geredet, dann wird eine Entscheidung gefällt und das war’s dann. Es gibt aber doch so viele coole Formate, schau dir unsere Workshops an, bei denen sich jeder beteiligen darf und soll.

Was kann das youpaN bewegen?

Wir, als Akteure jugendpolitischer Beteiligung, lösen bei den Erwachsenen ein Umdenken aus, weil wir in den Sitzung mit drin sitzen. Die Politiker haben gemerkt, dass sie etwas verändern müssen, weil viele Jugendliche auf die Straße gehen. Wir müssen aufpassen, dass das Interesse der jungen Menschen nicht zu einer Scheinbeteiligung wird oder Jugendliche ausgestellt werden: “Hey wir machen jetzt auch etwas mit Jugendlichen!” Das Stimmrecht des youpaN auf politischer Ebene ist etwas Einzigartiges. Auch auf internationaler Ebene hat es das noch nie gegeben, dass Jugendliche ein Stimmrecht haben. Andere politische Strukturen können sich darauf berufen, um selber Jugendliche zu beteiligen.

Zum Ende ein Statement…

Mir ist soziale Nachhaltigkeit sehr wichtig, weil ich denke, dass es durch die Technik und den Fortschritt schnell verloren geht. Ich finde gerade das Zwischenmenschliche ist das, was uns besonders macht und das sollten wir uns alle erhalten.

Dieser Artikel wurde geschrieben von Ann-Kathrin Hegger von der Jugendredaktion der Jungen Presse e.V., die live von der youcoN auf ihrem Magazin www.youthmag.de berichtet und uns diesen Beitrag freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat. Seit über 65 Jahren setzt sich die Junge Presse ehrenamtlich für medieninteressierte Jugendliche ein und ist einer der größten bundesweit aktiven Jugendmedienverbände.

Wirtschaftliches Handeln als Ursache vieler Probleme

Foto: Carolin Schnelle

Nach seinem Abitur reiste Aaron Boos ein Jahr durch Australien und verbrachte sieben Monate in Asien. Während seiner Reise sammelte er viele Erfahrungen und neue Ideen, bis er in das Projekt “TROM” einstieg. Dessen Ziel ist es, Ursachen gesellschaftlicher Probleme aufzuzeigen und realistische Lösungen vorzustellen. An den Beiträgen auf der Website “Tromsite” schreiben zwölf Autoren aus verschiedenen Ländern auf der ganzen Welt. Sie vernetzen sich online, um auch über Ländergrenzen hinaus kommunizieren zu können. Ihre Videos und Texte sollen die Wertvorstellungen der Menschen herausfordern und sind kostenlos und frei zugänglich.

“Unsere Vision ist es, die Gesellschaft zu verändern. Wir können so nicht weitermachen. Die Probleme, wie Klimawandel, Umweltverschmutzung und soziale Ungleichheit nehmen zu und wir müssen etwas an der Ursache dieser Probleme verändern.” – Aaron Boos

“Ich habe mir schon super viele Gedanken über unsere Gesellschaft und das große Ganze gemacht und versucht zu verstehen, was es auf der Welt für Probleme gibt, wer sie schafft und warum sie entstehen.”, erzählt er begeistert. Interessierte können kostenlos Antworten auf diese komplexen Fragen in dem Werk: “Die Ursache der meisten Probleme” nachlesen. Die Themen, die das Projekt TROM behandelt, sind vielfältig. In den Beiträgen “Die Welt und uns selbst essen” werden Essgewohnheiten auf Verstand und Moral geprüft und nachhaltige Alternativen aufgezeigt, “Anstößig und obszön” kritisiert unsere Wahrnehmung von Nippeln, Genitalien und Nacktheit und wie Geld unser Handeln bestimmt, ist in “Das Geldspiel und darüber hinaus” nachzulesen.

Inhalt und Gestaltung

Die Texte sind in einfacher Sprache geschrieben und leicht verständlich. Damit die Themen für möglichst viele Menschen zugängig sind, legt das Team auf die Gestaltung besonders viel wert. Im Gegensatz zu einem normalen Buch werden die Inhalte im Comic-Design aufbereitet. “Damit ist auch für junge Menschen interessant”, erzählt Aaron.

Um möglichst viele Leser nachhaltig von ihren Inhalten zu überzeugen, führt das Team außerdem Quellenangaben und Belege an. Diese sind in der Online Version direkt am Text verlinkt und in wenigen Sekunden prüfbar.

Zukunftspläne

Aaron zieht in wenigen Monaten nach Spanien, um sich in Vollzeit für das ehrenamtliche Projekt zu engagieren und neue Videoformate zu drehen: “Ich habe Freunde, die keine Bücher lesen und ich denke die erreichen wir eher mit Videos.” Am liebsten würde er sich nur für dieses Projekt engagieren, aber um sich sein Leben zu finanzieren, wird er sich in Spanien einen Nebenjob suchen müssen. Wenn er Glück hat, kann er auch Spenden für das Projekt sammeln, die seine Arbeit mitfinanzieren.

Dieser Artikel wurde geschrieben von Ann-Kathrin Hegger von der Jugendredaktion der Jungen Presse e.V., die live von der youcoN auf ihrem Magazin www.youthmag.de berichtet und uns diesen Beitrag freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat. Seit über 65 Jahren setzt sich die Junge Presse ehrenamtlich für medieninteressierte Jugendliche ein und ist einer der größten bundesweit aktiven Jugendmedienverbände.

youcoN 2019, was machen wir hier eigentlich? 

Foto: Carolin Schnelle

Die youcoN versucht die „Bildung für Nachhaltige Entwicklung“ (BNE) näher zu bringen. Durch Workshops eignet man sich nicht nur Theorie Erfahrungen an, sondern lernt auch, wie man es praktisch umsetzten kann.

Die youcoN 2019 findet dieses Jahr auf der Insel Rügen, Ostseebad Binz statt. Sie richtet sich an junge Visionär*innen, die Lust haben, ihre Meinung zu sagen und die Zukunft zu ändern. Die youpaN ist das Jugendforum, das junge Menschen dazu anstiftet, sich an der Umsetzung des „Nationalen Aktionsplans Bildung für nachhaltige Entwicklung“ zu beteiligen. Die youpaN wird von der youboX der Stiftung Bildung mit Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung umgesetzt.

Foto: Carolin Schnelle

Luisa Eichhorn ist die Leiterin der Jugendherberge und managt die Unterbringung und Verpflegung aller Teilnehmer und Betreuer. Die Ziele der Veranstaltung decken sich mit den Ansichten der Jugendherberge in ganz vielen Schnittpunkten, weswegen sie die Kombination ideal findet. Sie ist begeistert von der youcoN und findet, dass es ein ganz anderes, neues und modernes Format sei. Junge Leute sollten in jedem Fall daran beteiligt werden, Zukunftsvisionen zu entwickeln, eine eigene Vorstellung von Ihrer Zukunft zu gestalten und die Chance haben, diese dann umzusetzen, so Luisa.

„Ich bin hingerissen, dass es eine solche Convention gibt, wie alles organisiert ist und wie viele unterschiedliche Aspekte unter einen Hut gebracht werden können.“ – Luisa

Für unsere Zukunft sorgen

Svenja und Daniel sind Betreuer der youcoN und wollen der Veranstaltung einen tollen Rahmen schaffen und für gute Laune sorgen. Sie sehen es als ihre Pflicht, den Jugendlichen Wissen über Nachhaltigkeit weiterzugeben und ihnen den Umgang mit der Umwelt in der Zukunft beizubringen.

„Jugendliche sind die Zukunft und wir sollten ein Bewusstsein erlangen mit nachhaltigen Produkten umzugehen.“ – Daniel

Dieser Artikel wurde geschrieben von Seyma Erdogan und Seyed Hosseini von der Jugendredaktion der Jungen Presse e.V., die live von der youcoN auf ihrem Magazin www.youthmag.de berichtet und uns diesen Beitrag freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat. Seit über 65 Jahren setzt sich die Junge Presse ehrenamtlich für medieninteressierte Jugendliche ein und ist einer der größten bundesweit aktiven Jugendmedienverbände.

Die youcoN in Zahlen

Foto: Nele Kälberloh

In diesem Jahr findet die youcoN zum dritten Mal statt – Zeit, einmal nachzufragen welche Kapazitäten ein solches Event fordert! Dafür haben wir mit Dilan Aytac von der Stiftung Bildung gesprochen und herausgefunden, was hinter dem ganzen Event so steckt.

Dieses Jahr nehmen rund 150 Jugendliche an der youcoN teil. Das Organisationsteam bedauert allerdings, dass sie rund 50 möglichen Teilnehmern aufgrund begrenzter Teilnehmerzahlen absagen mussten. Wir merken uns direkt für die nächste youcoN: Schnell sein zählt! Die Teilnehmer sind zwischen 14 und 27 Jahren alt, wobei der durchschnittliche Teilnehmer etwa 18,5 Jahre alt ist. Die youcoN wird gefördert vom Bundesministerium Bildung und Forschung (BMBF), umgesetzt wird die Veranstaltung von der Stiftung Bildung. Rund 36 Leute arbeiten während der gesamten Veranstaltung hauptamtlich hier vor Ort. Hinzu kommen die Mitglieder des youpaN und eine Vielzahl an Referenten, die nur für bestimmte Workshops anreisen. Insgesamt sind das weitere 40-60 Personen.

Die meisten Teilnehmer haben für die youcoN eine lange Anreise auf sich genommen: Bis zu 950 km wurden dabei zurück gelegt. Die kürzeste Anreise hingegen war bereits nach zwölf km beendet. Zur Veranschaulichung: Mit dem Auto sind die 950 Kilometer in etwa zehn Stunden geschafft, der Zug braucht noch deutlich länger. Die Kosten für Anreise, Verpflegung und Unterbringung, die das BMBF übernimmt, belaufen sich insgesamt auf eine sechsstellige Summe.

Für die Verpflegung der Teilnehmer während des Events wurden von der Jugendherberge etwa 1500 Brötchen eingeplant. Hinzu kommen 840 Mittagessen, 670 Abendessen, 32 Wassermelonen und 160 Liter Kaffee. Für die Teilnehmer ist also bestens gesorgt.

Dieser Artikel wurde geschrieben von Simon Porath von der Jugendredaktion der Jungen Presse e.V., die live von der youcoN auf ihrem Magazin www.youthmag.de berichtet und uns diesen Beitrag freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat. Seit über 65 Jahren setzt sich die Junge Presse ehrenamtlich für medieninteressierte Jugendliche ein und ist einer der größten bundesweit aktiven Jugendmedienverbände.

„Aus Grau mach Bunt“ – Die Geschichte des Veranstaltungsortes

Foto: Franziska Metzner

„Zukunft feiern“ ist das Motto der youcoN, welche dieses Jahr auf der Insel Rügen, genauer im ursprünglichen „KdF-Seebad“ Prora statt findet. Dieser geschichtsträchtige Ort soll also der Grundstein für innovative Ideen sein. Ideen, die die Zukunft verbessern sollen.

Die youcoN an einem Ort zu veranstalten, der so viel zu erzählen hat wie Prora, passt bestens zu den wichtigen Themen der Zukunft, die hier diskutiert werden. Denn wie kann man die Zukunft besser machen? Indem man aus der Vergangenheit lernt. Das findet auch Christoph Pennig von der Stiftung Bildung: „Wir dürfen die Vergangenheit nicht vergessen und die Geschichte dieses Ortes werden wir auf der youcoN auch nicht kommentarlos stehen lassen. Dafür bieten wir zum Beispiel die History Tour an, bei der die Teilnehmer sich mit der Geschichte der Anlage hier auseinandersetzten können.“

Die Geschichte des Veranstaltungsortes

Das „KdF-Seebad“ wurde ursprünglich von der NS-Organisation „Kraft durch Freude“ geplant und auch zu großen Teilen fertig gestellt. Die heute denkmalgeschützte, fast 5 km lange Anlage an der Ostsee war ursprünglich für 20.000 Urlauber geplant. Die Urlaubslandschaft blieb allerdings unvollendet, mit Kriegsausbruch 1939 wurde die Anlage für „kriegswichtige Zwecke“ genutzt. Bedeutet: Der ehemals geplante Erholungsort wurde unter anderem zur Ausbildungsstätte für das Militär, Unterkunft für Evakuierte und zum Lazarett umfunktioniert.

Nach dem Krieg wurde der Standort Prora weiter militärisch genutzt: 1952 wurden die Gebäude zur Kaserne ausgebaut und ab 1956 war Prora dann der Militärstandort der nationalen Volksarmee (NVA). In der DDR arbeiteten mehrere tausend Bausoldaten hier, die Bauarbeiter waren Wehrdienstverweigerer, die in Prora ihren Dienst ableisten mussten. Nachdem Anfang der 90er Jahre  die Bundeswehr die Anlage genutzt hatte, ging die Anlage in den Besitz des Bundes über, welche nach und nach einzelne Blöcke verkaufte.

„Aus Grau mach Bunt“

Seit 2011 gibt es im Block 5 des ehemaligen „KdF-Seebads“ die Jugendherberge Prora. Sie hat unter anderem das Motto „aus Grau mach Bunt“. Aus den Ruinen des Seebads wurde eine moderne Umwelt-Jugendherberge gestaltet.

Christoph Pennig von der Stiftung Bildung erklärt uns, wie die Wahl für die youcoN 2019 ausgerechnet auf diesen Ort fiel: „Wir haben auch diesen Standort gewählt, weil die Umwelt-Jugendherberge Prora unsere Themen zur Nachhaltigkeit teilt. Allein, dass die Jugendherberge dieses alte Gebäude wieder belebt hat, ist schon nachhaltig. Denn 50% unseres Mülls ist Bauschutt. Die Umgebung hier ist außerdem ein Naturschutzgebiet und das ist ein schöner Kontrast zu der letzten youcoN, die in der Autostadt Wolfsburg stattfand.“

Ein guter Ausgleich zu den letzten beiden youcoNs ist die Insel Rügen mit ihrer schönen Natur und der Ostsee auf jeden Fall. In dieser naturbelassenen und historischen Umgebung kann man bestens darüber nachdenken, wie wir die Zukunft gestalten können. Denn aus den Fehlern der Vergangenheit kann man hier besonders gut lernen, weil man sie sieht. Aber man sieht auch wie die Zukunft sein kann: zum Beispiel in Form der Umwelt-Jugendherberge und der umgebenden Natur, welche es in Zukunft noch weiter zu schützen gilt.

Dieser Artikel wurde geschrieben von Franziska Metzner von der Jugendredaktion der Jungen Presse e.V., die live von der youcoN auf ihrem Magazin www.youthmag.de berichtet und uns diesen Beitrag freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat. Seit über 65 Jahren setzt sich die Junge Presse ehrenamtlich für medieninteressierte Jugendliche ein und ist einer der größten bundesweit aktiven Jugendmedienverbände.