Der Nachhaltige Adventskalender

Du hast noch keinen Adventskalender? Dann lohnt es sich, einen Blick auf den Nachhaltigen Adventskalender zu werfen, denn hinter jedem Adventstürchen versteckt sich nicht nur ein Stück Genuss für den Moment, sondern auch eine Message, die dein Leben bereichert.

Ein Kalender, der Hoffnung stiftet

„Es ist erstaunlich, dass einzelne Menschen, die sich zusammenschließen, so viel bewegen können!“, erzählt Janna Hoppmann begeistert. Sie hat vor zwei Jahren den Nachhaltigen Adventskalender ins Leben gerufen. Dass sie mit ihrem Team innerhalb von einem Monat mit den 24 Inspirationen für einen nachhaltigen Lebensstil 25.000 Menschen aus 120 Ländern der Welt erreichen könnte, hätte sie niemals gedacht.

Die Idee begann mit dem großen Anliegen, Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE) für alle Menschen der Welt zugänglich zu machen  – und das ohne durch einen erhobenen Zeigefinger abzuschrecken. Der Nachhaltige Adventskalender soll den Nutzer*innen BNE auf eine spaßige Weise näherbringen, damit aus dieser positiven Grundhaltung heraus Hoffnung und Lust zum Handeln entstehen können. Dabei kommt zwar der Begriff „BNE“ auf der Webseite und in den Türchen nicht ein Mal ausgeschrieben vor, steckt aber dafür im gesamten Inhalt des Projektes. Hinter den 24 Adventstürchen verstecken sich Texte und Anregungen, wie du morgen eine bessere Welt erschaffen kannst, – so ruft Türchen 10 dazu auf, Natur zu erleben und sich bei einem Winterspaziergang zu veranschaulichen, wofür es sich lohnt, die Erde zu schützen. Andere Türchen enthalten konkrete Ratschläge, um im alltäglichen Leben Ressourcen zu sparen, ohne dass Verzicht im Vordergrund steht. Und je näher Weihnachten rückt, desto stärker liegt der Fokus auf der Frage, was Nachhaltigkeit für uns alle tun kann. Insbesondere die letzten Türchen regen zu Genuss, Entschleunigung und Achtsamkeit an.

Wie alles begann

Die Idee für den Nachhaltigen Adventskalender entstand auf einem Psychologie-Kongress im November 2016, auf der sich die Gründerin Janna die Frage stellte, wie eine zivilgesellschaftliche Bewegung gegen den Klimawandel entstehen könnte – eine Bewegung, die nicht den Glauben an eine bessere Zukunft verliert und jeden Menschen dazu einlädt, Verantwortung für unsere Welt zu übernehmen. Im letzten Jahr hat das ehrenamtliche Team viel Zeit damit verbracht, den Kalender umweltpsychologisch und wissenschaftlich neu zu denken, ihn auf Sozialen Medien zu etablieren, viele Aktionen zu planen und durchzuführen sowie mit den ersten großen Umwelt-NGOs in Deutschland Kooperationen aufzubauen. Für 2019 plant das Team Kooperationen nach Brasilien und lokale Kalender-Versionen mit ersten internationalen Regionalgruppen in verschiedenen Ländern.

Die Macher*innen

Das Team von rund 15 Menschen vielfältiger Interessen und Fähigkeiten verbindet das Ziel, die Welt nachhaltiger zu machen und dabei schon morgen vor der Haustür zu starten. Dabei setzen sie auf die Stärke der Gemeinsamkeit. Der Nachhaltige Adventskalender wurde von Helfenden aus aller Welt in mehr als 20 Sprachen übersetzt. Die Gründerin und Projektmanagerin Janna, seit kurzem auch Teil des youpaN, ist besonders stolz darauf, dass das Team mit Hilfe des Kalenders in den letzten zwei Jahren schon viele Tausende Menschen inspirieren konnte und wünscht sich, dass es noch viele weitere werden. Das Projekt arbeitet politisch unabhängig und völlig unkommerziell.

Türchen, 2019, öffne dich!

Du hast Lust, im Jahr 2019 Teil der Bewegung rund um den Nachhaltigen Adventskalender zu werden, möchtest lokale Kooperationen aufbauen, Veranstaltungen organisieren, programmieren oder designen? Das Team freut sich auf deine Nachricht an ed.tn1558380308evda-1558380308elban1558380308iatsu1558380308s@ofn1558380308i1558380308.

youprO: Fragezeichner!

Was würde passieren, wenn junge Menschen ihren Fragen folgen? Wenn sie dem nachgehen, was sie wirklich bewegt? In der „Villa Damai“ werden von Ende November 2018 bis Ende April 2019 Antworten gesucht, auf diese und weitere Fragen. Die Villa Damai wird zu einem fünfmonatigen Raum der Fragen, in dem sich jede*r mit gesellschaftskritischen und zukunftsrelevanten Themenfeldern auseinandersetzen kann. Junge Menschen können hier ihren individuellen Fragen nachgehen und gemeinsam an einer nachhaltigen und zukunftsfähigen Lebensweise forschen und diese im gemeinsamen Zusammenwohnen und Lernen unmittelbar leben und anwenden. Getragen und belebt wird die Vila Damai in dieser Zeit von einem Hüterkreis; einer Gruppe von 10-15 jungen Erwachsenen, die für die Wintermonate die finanzielle und inhaltliche Verantwortung für das Haus übernehmen. Der Hüterkreis bildet selber eine intensive Forsch- und Lebensgemeinschaft, die gleichzeitig die Räumlichkeiten der Villa Damai (Seminarraum, Küche, Gästeschlaflager) für Menschen von außerhalb öffnet. So bekommen andere Menschen einerseits Einblick in die Forschungsprozesse und Lernkultur und können andererseits hier selber ihren Fragen nachgehen und Seminare, Treffen oder ähnliches veranstalten. Auch werden die Seminare und Formate, die der Hüterkreis organisiert, zum größten Teil für weitere Teilnehmende offen sein. So entsteht ein kunterbuntes Bildungs- und Projekthaus, in dem brennenden Fragen der Zeit bewegt werden.

 

Villa Damai

Projektort ist die „Villa Damai“. „Damai“ ist das indonesische Wort für Frieden, welches wörtlich übersetzt „Finde deinen Platz und handle danach“ heißt. In den Sommermonaten wird die Villa Damai von „Projekt Peace“ genutzt, einem Bildungs- und Entwicklungsjahr für junge Menschen mit den Themenschwerpunkten Frieden, Ökologie und Kulturwandel. Die Villa Damai bietet eine große Wohnküche, einen Seminarraum für bis zu 25 Personen sowie Schlafmöglichkeiten für bis zu 15 Menschen. Das Projekt soll als Inspiration dienen und die Idee und die gesammelten Erfahrungen an möglichst viele Menschen und Orte weitergetragen werden.

Projektdaten

Ort: Kempten

Zeit: November 2018 bis April 2019

youprO – Weihnachtsworkshop – nachhaltig schenken

Unsere Projektidee

Wir wollen am 5. Dezember 2018 von 17:30 bis 21:30 im Aldegrevergymnasium in Soest (NRW) einen Workshop zum Herstellen von nachhaltigen Dingen, die als Geschenk zu Weihnachten weitergegeben werden können, ausrichten. Hergestellt werden unter anderem Badesalz, Deo, Wachstücher, Peeling. Mit dem Projekt möchten wir die Mentalität des Schenkens ein kleines bisschen nachhaltiger machen. Heutzutage geht es an Weihnachten häufig nur noch um Konsum. Geschenke werden übereilt und im Stress in den überfüllten Einkaufszentren oder im Internet besorgt. Bis zu Heiligabend habt ihr bestimmt auch schon einmal vergessen, wieso ihr euch eigentlich für ein bestimmtes Geschenk entschieden habt. Durch unseren Workshop, der ein netter und besinnlicher Abend werden soll, wollen wir, dass ihr euch mehr mit dem auseinandersetzt, was ihr schenkt. Es sollen Zeit, Gedanken und Liebe in jedes einzelne Geschenk fließen. Vielleicht macht es ja auch so viel Spaß, dass es zu einer neuen Tradition für euch wird.

Unsere Geschenke sollen nützlich, ressourcenschonend und einfach sein, damit jede*r das Selbermachen Zuhause nachmachen kann. Unsere Geschenke sind sinnvolle Dinge, die ganzjährig gebraucht werden können, ihr könnt daher auch Geburtstagsgeschenke oder einfach ein Überraschungsgeschenk für eure Freund*Innen oder Verwandte herstellen.

Des Weiteren werden wir euch einiges an Bildungsmaterialien zur Erläuterung des Nachhaltigkeitsgedanken zur Verfügung stellen.

 

Projektdaten

Ort: Soest (NRW)

Zeit: 5. Dezember 2018

Mitmachen: Jede*r ist willkommen und kann unter unserer Anleitung an verschiedenen Stationen kleine, nützliche und ressourcenschonende Geschenke anfertigen – von Knete über Deo bis hin zu Bienenwachstüchern ist für jede*n etwas dabei. Die Teilnehmenden können sich frei zwischen den Stationen bewegen und lernen, Dinge selber zu machen, vegane Weihnachtsplätzchen knuspern und mit anderen Teilnehmenden plaudern.

Wenn du mitmachen willst schreib eine Mail an moc.g1558380308nudli1558380308bgnut1558380308fits@1558380308xobuo1558380308y1558380308 und melde dich an!

 

Nachhaltig Reisen – Widerspruch in sich?!

Im Workshop „Fair(er) Reisen“ von Marie Sauß ging es darum, wie nachhaltig Tourismus ist und wie man selbst seine Reisen fairer gestalten kann. Leider war der Workshop sehr streng konzipiert, Diskussionen wurden nicht gefördert, sondern von der Leiterin abgebrochen.

Die Teilnehmer wurden mit Fließtexten empfangen, aus denen in Teams je zwei Personen zu vier Themen Informationen herausgefiltert werden sollten. Ob man sich dabei fühlt wie in der Schule, wenn Lehrende versuchen, den Frontalunterricht durch Gruppenarbeiten aufzulockern? Vielleicht. Die große Begeisterung blieb unter den Teilnehmenden jedenfalls aus.

Neue Erkenntnisse bleiben aus

Obwohl die Teilnehmenden an mehreren Punkten die Diskussion suchten und die Atmosphäre auflockern wollten, war der Ablauf durch die Seminarleitung sehr an ihre Vorstellungen gebunden. So wurden Plakate in den Teams mit den aus den Fließtexten ausgewerteten Inhalten gestaltet und im Nachgang für die Gruppe vorgestellt.

Die Gruppe, die sich mit Siegeln für nachhaltigen Tourismus auseinandersetzten, berichteten in diesem Bereich von fehlender Transparenz und Qualitätskontrollen und einem sehr niedrigen Bekanntheitsgrad. Außerdem führt die Vielfalt der Siegel auch zu einer extremen Unübersichtlichkeit. Zeit, darüber zu sprechen, was man dagegen unternehmen kann und wie man sich einen Überblick verschaffen kann, blieb nicht, schließlich musste es ja direkt mit der nächsten Präsentation einer Zweier-Gruppe weitergehen.

Im Verlauf des Workshops wurde in dieser Form weiter über ökologische Probleme vor Ort in der bereisten Region gesprochenen, wie beispielsweise den Müll, der übermäßig durch den im Tourismus erhöhten Konsum entsteht und für den vor Ort meist keine logistisch sinnvollen Entsorgungssysteme vorhanden sind. Außerdem entstehen durch vermehrten Tourismus in einem Gebiet zahlreiche Probleme, die im Zusammenhang mit Wasser stehen. Denn speziell um Touristen in die Region zu bringen bzw. um den Ansprüchen von Reisenden gerecht zu werden, entstehen oft luxuriöse Poollandschaften, Hotelanlagen mit Brunnen und Pflanzen oder Parkanlagen. Natürlich müssen solche Exklusivitäten auch bewässert und gepflegt werden. Dies gestaltet sich besonders schwierig, wenn für die angepflanzte Flora eigentlich komplett andere klimatische Bedingungen herrschen müssten. Aber Hauptsache, der Tourist kann sich über Blütenprachten und Springbrunnen freuen. Aber ist das wirklich ein Grund zur Freude?

Der Grundwasserspiegel sinkt folglich immer weiter, bis ein Punkt angekommen ist, an dem eine Region über ihre Ressourcen leben muss, um aufrecht zu halten, was für den Massentourismus aufgebaut wurde.

Eine weitere gravierende Auswirkung des Massentourismus ist die Versiegelung großer Landflächen durch den Bau von beispielsweise Flughäfen und die Erweiterung der Infrastruktur. Das gesamte Abwassersystem muss deshalb überholt werden.

Nicht zu vergessen sind allerdings die unglaublich großen Massen an Emissionen, die vor allem bei der An- und Abreise und bei Schifffahrten entstehen. Daran anknüpfend bekam die Gruppe Input zu CO2- Kompensation. Vor allem zu diesem Thema hatten die youcoN-Teilnehmenden alle ihre eigene Meinung. Aber für konstruktive Gedanken zu den einzelnen Themen und Vorschläge dafür, wie man selbst seine Reise nachhaltiger und fairer gestalten könnte, war keine Zeit mehr, schließlich hatte sich die Referentin noch vorgenommen, eine Traumreise mit den Jugendlichen zu machen. Jeder sollte sich hierbei eine kleine Notiz an sich selbst aufschreiben, nach welchem Grundsatz man für sich im Kontext der Nachhaltigkeit seine Reisen in Zukunft gestalten will. Folgendes Zitat teilte einer der Teilnehmenden mit der Gruppe und fasste damit die allgemeine Einschätzung sehr gut zusammen:

Eine Auszeit ist wichtig, das Gewissen aber auch.

Mit diesem Merksatz mache er für sich klar, dass man sich natürlich auch mal eine Auszeit gönnen, aber er diese auch nachhaltig gestalten müsse, damit er mit einem reinen Gewissen danach wieder in den Alltag starten kann.

Dieser Artikel wurde geschrieben von Johanna Dörrie von der Jugendredaktion der Jungen Presse e.V., die live von der youcoN auf ihrem Magazin www.youthmag.de berichtet und uns diesen Beitrag freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat. Seit über 65 Jahren setzt sich die Junge Presse ehrenamtlich für medieninteressierte Jugendliche ein und ist einer der größten bundesweit aktiven Jugendmedienverbände.

Wenn das Wasser in der Flasche mal grau ist…

Der Bau einer nachhaltigen Wasser-Recycling-Installation dauert ungefähr zwei Tage. Der erste Entwurf eines solchen Systems lässt sich aber schon in anderthalb Stunden Workshop-Zeit erarbeiten. Referentin Katrin Hoffmann wohnt, soweit es gesetzlich möglich ist, in einem Tiny House. Ein mobiles Zuhause, das auf zehn Quadratmetern eigentlich alles bietet, was ein Mensch braucht. Damit kann Katrin einfach von Ort zu Ort reisen, um ihre Lebensweise vorzustellen, mit anderen zusammenzuarbeiten und sich auszutauschen.

Doch wie wird das Tiny House wirklich autark und unabhängig von starren Infrastrukturen? Wie kann ein nachhaltiges Wasser-Recycling-System hergestellt werden, dass praktisch in den Alltag passt – an jedem Ort?

Losgelöst von Vorgaben sammeln die Teilnehmenden Inspirationen und Ideen.

Das größte Vorbild ist dabei die Natur. Niederschlagswasser, das im Boden versickert, läuft durch verschieden grobe, teils mineralhaltige Bodenschichten und wird so maschinell gefiltert und mineralisiert, bevor es zum Grundwasser gelangt. Das Mäandern eines Flusses hilft, Wasser zu säubern – in den Kurven liegen große Steine, die für Verwirbelungen sorgen, sodass sich dort Schmutzpartikel ablagern. Der ständige Strom und UV-Einstrahlung durch das Sonnenlicht behindert die Arbeit von bakteriellen Kulturen und hat somit eine desinfizierende Wirkung. In stehenden Gewässern verwerten Sumpfpflanzen und Mikroorganismen organische Materialen wie Tenside.

Wie können diese natürlichen Materialien in einem kompakten System in den Haushalt integriert werden und wo sind ihre Grenzen? Sumpfpflanzen können in geschlossenen Räumen ohne UV-Einstrahlung nicht überleben; Mikroorganismen stoppen ihre Arbeit bei zu kalten Temperaturen. Außerdem nutzen wir Wasser unterschiedlich – im Bad findet sich im Abwasser Seife, in der Küche gelangt das Fett von Essensresten ins Spülwasser. Damit gelten für verschiedene Räume nicht die gleichen Anforderungen an ein Wasser-Recycling-System.

Eine allgemeine Konstruktion kann dennoch funktionieren, wenn entsprechende Substanzen vorher entfernt werden. Fett von Tellern lässt sich mithilfe von getrocknetem Kaffeesatz aufsaugen und dieser lässt sich anschließend als Dünger verwenden – viele Haushaltsabfälle können also durch und durch selbstständig nachhaltig verwertet werden.

Verwirklichte Beispiele, interessante Entwürfe

Katrin Hoffmann zeigt an einem kleinen Holzmodell, wie sie eine Gartenhütte ästhetisch und praktisch mit einem nachhaltigen Wassersystem ausgestattet hat. Durch eine Dachrinne fließt Regen- und Schmutzwasser. Dabei ist in der Rinne ein maschinelles Filtersystem integriert: In Nylonstrümpfen befinden sich Materialien wie Kiesel und Aktivkohle. Nach Säuberung des Wassers kann es zum Gießen der Pflanzen um die Gartenhütte genutzt werden. Ein großer Vorteil ist, dass das Material in den Strümpfen bei Abnutzung leicht auszutauschen ist. Denn müsste man zum Beispiel zur Instandhaltung einer Wasser-Recycling-Konstruktion jedes Mal ein Rohr ab- und wieder anschrauben, würde das einfach den Alltag zu sehr behindern.

Die Teilnehmenden bringen danach ihre Entwürfe und Ideen für verschiedene Elemente zu Papier.

Zum Sammeln von Niederschlag soll eine Trichterform verwendet werden. Der Trichter kann dabei zum Beispiel aus einem Material bestehen, an dem Wasser kondensieren kann, um auch Tauwasser gewinnen zu können. Oder in ihm werden Sumpfpflanzen gesetzt, die das Wasser schon reinigen und durch einen Verschluss wird der Wasserfluss reguliert, damit die Pflanzen überleben. In Rohren, durch die das Wasser natürlicherweise nach unten fließt, können Wasserräder angebracht werden, die wiederum eine Pumpe betreiben, die das Abwasser zurück zum Anfang des Filtersystems bringt. Filtermaterialien und Mineralsteine können einfach ausgetauscht werden, wenn sie in Schubladen im Wasserrohr angeordnet werden.

Es wird deutlich, dass die ersten Entwürfe so nicht direkt umgesetzt werden können. Dennoch sind die Ideen, die entstehen, wenn man sich von klassischen Erwartungen an scheinbar so etwas kompliziertes wie Wasser-Recycling löst, vielleicht wegweisend sind für nachhaltige Veränderungen.

Dieser Artikel wurde geschrieben von Palina Tkachonak von der Jugendredaktion der Jungen Presse e.V., die live von der youcoN auf ihrem Magazin www.youthmag.de berichtet und uns diesen Beitrag freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat. Seit über 65 Jahren setzt sich die Junge Presse ehrenamtlich für medieninteressierte Jugendliche ein und ist einer der größten bundesweit aktiven Jugendmedienverbände.

BNE… Wieso eigentlich bei VW?

Der Autokonzern VW steht aktuell bei Umweltschützern nicht sehr hoch im Kurs. Die Diskussionen um Pfusch am Autobau wollen nicht aus Medien und Politik verschwinden, der Autokonzern verweigert aus ökonomischen Gründen eine Nachrüstung. Das Totschlagargument Arbeitsplätze zieht in Deutschland schließlich immer.

Die Entscheidung, die youcoN 2018 in der Autostadt, dem mehrere hundert Millionen Euro teuren Prestigebau von VW in Wolfsburg, stattfinden zu lassen, war auch unter den Organisatoren umstritten, sagt Christoph Pennig von der Stiftung Bildung. Schließlich habe man sich sogar entschieden, die Autostadt als Partner zu nehmen. Sie trägt einen großen Teil der Kosten für die youcoN mit.

Getreu dem Motto „Gemeinsam“

„Unser Motto für die zweite youcoN ist aber ‚Gemeinsam.Zukunft.Leben‘. Letztes Jahr waren wir für uns alleine und hatten eine Wohlfühlatmosphäre. Es bringt aber nichts, wenn die wenigen Menschen, die Nachhaltigkeit schon gut können, noch besser darin werden.“ – Christoph Penning

Deshalb wurden in diesem Jahr Vertreter von Wirtschaft, Politik und Wissenschaft eingeladen, sich die Ergebnisse der youcoN anzuschauen. Der Veranstaltungsort bringt beide Seiten zusammen – so unterschiedlich sie auch sein mögen. Und wirklich treffen zwei Welten aufeinander.  Einige Teilnehmer laufen Barfuß und leger gekleidet über das Gelände und fallen damit zwischen den Angestellten und Gästen auf, von denen viele im Anzug unterwegs sind. Die Umgebung sieht aus wie sprichwörtlich geleckt. Kein Wunder, schließlich fahren hier täglich Mähroboter und abends röhren nach 23 Uhr die benzinbetriebenen Laubbläser und blasen die Blätter der Bäume in den Kanal. Wenigstens das Essen ist nach eigenen Angaben zu 97,8% nachhaltig, vegetarisch, Bio und aus der Region, sogar mit Gütesiegel.

Hört keiner zu?

Anonymes Statement eines/r Teilnehmenden

Wie viel Aufmerksamkeit in Wolfsburg durch die youcoN generiert wurde, lässt sich erst einmal schwer bemessen. Durch die Diskussionsrunde zum Thema „Sei kein Lauch! – BNE gemeinsam anpacken für eine zukunftsfähige Gesellschaft“ bot sich jedoch die Möglichkeit, sich kritisch mit dem Veranstaltungsort auseinander zu setzen. Dabei anwesend war nämlich unter anderem auch Claudius Colsmann aus der Geschäftsführung der Autostadt. Obwohl die Diskussion schnell vom Thema Bildung zum Thema Volkswagen und Umwelt wechselte, bemühte sich Herr Colsmann, alle Fragen zu beantworten und gab auch unumwunden zu, seine persönliche Meinung auf dem Podium nicht äußern zu dürfen. Katja Hintze von der Stiftung Bildung, die auch auf dem Podium stand, dankte ihm am Ende der Diskussion für seinen Mut. Die Verbesserungsvorschläge aus dem Publikum nahm Herr Colsmann dankend an und notierte sich alle. Inwiefern sie umgesetzt wurden wird dann vielleicht bei der youcoN 2019 deutlich.

Raus aus der Blase

Anonymes Statement eines/r Teilnehmenden

Aktionismus ist notwendig, um die eigenen wichtigen Ziele schnell zu erreichen. Das zeigt jüngst das Beispiel des Hambacher Waldes, der nach der Entscheidung des Oberverwaltungsgerichtes Münster und einer eigenen Einschätzung von RWE nun bis 2020 erst einmal sicher zu sein scheint. Um aber langfristig etwas zu verändern müssen in unserer vielschichtigen Gesellschaft Entscheidungstragende überzeugt werden, indem das eigene Anliegen in deren Lebens- und Arbeitswirklichkeiten hineingetragen wird – mit Argumenten und Diskussionen.

Die youcoN 2018 hat dafür einen ersten, kleinen Schritt getan und sich zusammen mit der Autostadt kritisch mit dem Thema Bildung für nachhaltige Entwicklung auseinander gesetzt. Ist noch mehr möglich? Natürlich. Aber nicht innerhalb von vier Tagen.

Dieser Artikel wurde geschrieben von Pascal Bucksteeg von der Jugendredaktion der Jungen Presse e.V., die live von der youcoN auf ihrem Magazin www.youthmag.de berichtet und uns diesen Beitrag freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat. Seit über 65 Jahren setzt sich die Junge Presse ehrenamtlich für medieninteressierte Jugendliche ein und ist einer der größten bundesweit aktiven Jugendmedienverbände.

10 Dinge, die du auf der youcoN gemacht haben musst

Wir lieben Listen! Daher haben wir hier 10 Dinge zusammengestellt, die zu einer echten youcoN-Erfahrung einfach dazu gehören.

1. Sich in der Autostadt verlaufen

Sie ist unübersichtlich, groß und grün: Die Autostadt lädt nur so zum Verlaufen ein. Es ist kein Problem, wenn du nicht weißt wo der „Freiraum 1“ ist oder wo zum Teufel das nächste Klo rumsteht. Wir haben uns hier alle schon mindestens einmal verlaufen. Und das schöne ist: Selbst die Betreuer wissen nicht unbedingt, wo die nächste Diskussion stattfindet. Wenn Hopfen und Malz verloren ist, begebe dich ins Panoramakino und hoffe darauf vor Mitternacht abgeholt zu werden.

2. Über den Markt der Möglichkeiten schlendern

Die youcoN ist großartig, um sich zu vernetzen und neue Initiativen kennen zulernen. Nutze die Gelegenheiten und komme ins Gespräch beim Markt der Möglichkeiten. Dort kannst du dich über nachhaltige Adventskalender oder ein alternatives Wirtschaftssystem der Gemeinwohlökonomie informieren. Lass dich inspirieren!

3. In seiner eigenen Glasflasche ein leckeres Getränk mixen

Der Meeresgrund liegt voller Plastikflaschen, die niemand braucht. Großartigerweise wurdest du mit einer hippen Glasflasche ausgestattet und kannst so dem plastikfreien Leben ein Stück näher kommen. Mixe dir einen leckeren Ratiodrink an einen der vielen Getränkestationen. Probier dich durch die Geschmacksrichtungen. Welcher ist dein Favorit: Orange, Birne, Kirsche, Himbeere oder doch klarer Apfel?

4. Das „Schüttelspiel“ über sich ergehen lassen

Wenn du den Ohrwurm aus dem Warm-up des Tages nicht los werden kannst und innerlich immer noch oben, links, rechts und unten schütteln möchtest: Lass es raus und schüttel gemeinsam mit deinen neuen Freunden was das Zeug hält. Auch wenn du vielleicht keine Lust hast, man verlässt mit besserer Laune das Plenum, versprochen.

5. Den Zug nach Braunschweig verpassen

Nicht alle können in Wolfsburg schlafen. Aber was passiert eigentlich, wenn ich den letzten Zug nach Braunschweig verpasse?

6. Essensmarken für das Eis verschenken

Ja, es gibt einen Nachtischmagen. Aber manchmal stopft das leckere Essen des Hauptganges so sehr, dass tatsächlich doch kein Platz mehr ist die eine Kugel Eis unter zu bringen. Sei dir sicher: Der Nebentisch wird sich gut um deine Essensmarke für das Eis kümmern.

7. Ein Feinstaubmessgerät mitten im VW-Konzern selber bauen

Manchmal schreibt das Leben selbst die besten Geschichten. Du solltest es also auf keinen Fall verpassen, wenn du die einmalige Gelegenheit bekommst ein Feinstaubmessgerät selber zusammen zu bauen; und das mitten im VW-Konzern! Wir können nicht unbedingt empfehlen das Messgerät mit nach Hause zu nehmen. Die Ergebnisse könnten Teile der Bevölkerung beunruhigen…

8. Im youthmag erscheinen

Die Artikel im youthmag lesen kann jeder, aber darin selbst zu erscheinen ist schon eine Stufe weiter. Mama und Papa sind sehr stolz auf dich, wenn sie dieses Wochenende noch einen Link zu einem Artikel über dich zugeschickt bekommen. Ein absolutes Must-do für die komplette youcoN-Erfahrung also. So kannst du auch noch einen Enkeln zeigen, dass du hier warst.

9. Die Möglichkeiten des Konzernforums und des Mobiversums entdecken

Einmal in den Kletterspielplatz eintauchen, eine Dose als Teelicht durch Prickeln gestalten oder ganz entspannt auf einem Berg aus Kissen einschlafen: Das Konzernforum steckt voller Möglichkeiten, die entdeckt werden wollen. So auch auf dem „Level-Green“. An dieser Stelle können wir sagen, dass dich die Berechnung deines ökologischen Fußabdruckes nur antreiben kann, weiter motiviert dein Leben auf Nachhaltigkeit umzustellen. Also ab auf die Etage des „Level-Green“ und nie wieder eine Fernreise antreten. Zuhause ist es ja eh am schönsten.

10. Bei jeder Gelegenheit Essen abgreifen

Diskussionen, neue Initiativen und Vorträge anhören oder halten. Das kann ganz schön an den Kräften zehren. Daher der klare Hinweis, dass das Leben doch eigentlich nur aus Mahlzeiten und dem Warten auf den nächsten Snack besteht. Greife bei jeder Gelegenheit Essen ab und stell dich bitte nicht direkt auf die Waage, wenn du wieder zuhause bist.

Wir wünschen dir eine unvergessliche youcoN 2018 Erfahrung!

Dieser Artikel wurde geschrieben von Jana Jansen von der Jugendredaktion der Jungen Presse e.V., die live von der youcoN auf ihrem Magazin www.youthmag.de berichtet und uns diesen Beitrag freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat. Seit über 65 Jahren setzt sich die Junge Presse ehrenamtlich für medieninteressierte Jugendliche ein und ist einer der größten bundesweit aktiven Jugendmedienverbände.

 

Tine ohne Worte im Interview

Die Moderatorin der youcoN, Tine Bargstedt, hat unsere Fragen beantwortet – ganz still.

Wie sahst du heute Morgen nach dem Aufstehen aus?
Was hältst du von der Autostadt als Veranstaltungsort?
BNE ist für mich…
Dein bisheriges Highlight der youcoN?
Wie engagierst du dich für Nachhaltigkeit in deiner Freizeit?
Morgen geht es zurück nach Hause – wie findest du das?

Dieser Artikel wurde geschrieben von Palina Tkachonak von der Jugendredaktion der Jungen Presse e.V., die live von der youcoN auf ihrem Magazin www.youthmag.de berichtet und uns diesen Beitrag freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat. Seit über 65 Jahren setzt sich die Junge Presse ehrenamtlich für medieninteressierte Jugendliche ein und ist einer der größten bundesweit aktiven Jugendmedienverbände.

Was ist schon zu wenig? Vom Mangel und Überfluss

Hattest du schon mal Hunger? Sehr wahrscheinlich, denn Hunger ist menschlich. Globaler Hunger nicht. Oke Anyanwu leitet das Panel „Vom Mangel und Überfluss“ und spricht mit den Teilnehmern über das globale Thema Hunger, also den Hunger, der für Menschen bedrohlich ist. Oke ist Mitglied des Ernährungsrates in Berlin. Das ist eine zivilgesellschaftliche Organisation, die sich auf den Weg gemacht hat, das Ernährungssystem in der eigenen Stadt und Kommune mitzugestalten. Sie fordern ein Mitspracherecht ein, das System umzuorganisieren, um die Macht von Supermärkten über die Lebensmittelversorgung zurückzugewinnen. Das Stichworte „essbare Stadt“ oder „Urban gardening“ ist ein gelebter Teil der Bewegung, um Eigenständigkeit in der Lebensmittelversorgung zurückzugewinnen.

„Frauen sind die Welternährer: 70% der Nahrung wird von Frauen hergestellt“

Gleich zu Beginn fragt Oke die Teilnehmerinnen, was für sie Hunger bedeutet: Ungerechtigkeit, Lebensmittelspekulation, Mangelernährung, keine ausgewogene Ernährung, Armut und Krisen. Kira merkt aber an: „In jedem Land gibt es Hunger, auch in reichen Ländern wie Deutschland.“ Alle Beiträge beschreiben das Richtige. Die Vereinten Nationen haben sich auf eine allgemeine Definition von Hunger geeinigt:

„Hunger ist, wenn über einen längeren Zeitraum die tägliche Energiezufuhr unfreiwillig unter dem Bedarfsminimum liegt.“

Dieses so genannte Bedarfsminimum liegt bei 1800 Kilokalorien pro Tag. Der in Deutschland täglich verzehrte Durchschnitt liegt bei rund 3600 Kalorien. Das ist nicht unbemerkt an der deutschen Bevölkerung vorbei gegangen. Die Folgen sind eine einseitige Ernährung, die zu Krankheiten führen kann. Diabetes, Übergewicht oder Herzkreislaufkrankheiten bilden da nur die Spitze des Eisberges. Hinzu kommt ein gelebter Überfluss, der in der Verschwendung nicht gewollter Lebensmittel mündet. Hauptverantwortliche dafür sind die privaten Haushalte, die Verbraucher, schlicht: Wir. Der eine Aufstrich im Kühlschrank wird so lange nach Hinten geschoben, bis er sich am Ende doch einen Pelz zugelegt hat und endgültig in die Tonne darf. Das ist verschwenderisch und ist Symptom eines größeren Problems.

Unser Vorurteil: Afrika hungert.

Der sorglose Umgang mit vorhandenen Ressourcen und Lebensmitteln täuscht über den Fakt hinweg, dass auch in Industrienationen Personen Hunger leiden. Mangel und Überfluss stehen sich auch innerhalb eines Landes konträr wie direkt gegenüber. Klar ist, der Hunger innerhalb einer Industrienation ist nicht so extrem wie im globalen Süden. Oke merkt an, dass in Afrika rund zwölf Prozent an Mangelernährung leiden. Demgegenüber stehen beispielhaft die Industriestaaten (EU, USA, Canada, Japan) die weniger als fünf Prozent ihrer Bevölkerung nicht ausgewogen ernähren können. Es ist zusammenfassend nicht ein Phänomen der südlichen Himmelsrichtung.

Warum hungern Menschen?

Doch worin liegen Gründe für den Hunger? Wassermangel, eingeschränkter Zugang zu Bildung oder Förderung marktkonformer Produkte. Das Thema ist vielschichtig. Für den globalen Süden liegen vor allem strukturelle Probleme vor, die eng miteinander zusammenhängen und sich gegenseitig bedingen. Hier vier kurze Beispiele aus dem Workshop:

  • Landgrabbing. Private und staatliche Investoren kaufen oder pachten große Landfläche, um dort Agrarprodukte an- oder abzubauen. Das Ziel ist der Export dieser Produkte. Vor allem wirtschaftlich schwache Regionen sind betroffen. Kleinbauern leiden unter nicht verbrieften Landrechten, was zu unklaren Rechtsverhältnissen führt. Das Einkaufen großer Landflächen findet aber auch vor der eigenen Haustür statt: In Brandenburg ist Landgrabbing gelebte Praxis.
  • Kolonialismus ist eine Politik vergangener Tage, die ihren Höhepunkt Ende des 19. Jahrhunderts erlebte. Westliche Imperien kolonialisierten rohstoffreiche Regionen. Die dort gewonnenen Rohstoffe wurden in die imperialistischen Zentren transportiert und gewinnbringend verkauft, für die Kolonialisten. Diese wirtschaftlichen Strukturen gehören leider nicht der Vergangenheit an. Zahlreiche ehemalige Kolonien leben noch immer in einer starken Abhängigkeit, da sie Primärgüter wie Grundnahrungsmittel oder unverarbeitete Rohstoffe exportieren.
  • Wasser. Wenn es fehlt, ist kein Leben möglich. Der von Regen gesegnete Norden leidet unter dem globalen Wassermangel bei weitem nicht so stark wie trockene Regionen der Welt. Doch die Landwirtschaft gilt als größter Wasserverbraucher in allen Kulturen. Virtuelles Wasser stellt diesen Verbrauch, der für die Produktion aufgewendet wird, in verbrauchten Litern dar. Die Produktion von einem Kilo Reis braucht im Schnitt rund 2552 Liter pro Kilo. Dazu zählt Regenwasser, durch die Produktion verunreinigtes Wasser, und Wasser, das abfließt und nicht in den lokalen Wasserkreislauf zurückgeführt wird. Hauptproblem ist, dass die Menge des Trinkwassers abnimmt oder, dass dieses verunreinigt wird.
  • Klimawandel ist mit eine Hauptbedrohung der weltweiten Ernährungssicherheit. Die Landwirtschaft bildet dabei einen der größten Verursacher des Klimawandels durch die Rodung von Regenwälder, die Schaffung von Monokulturen und Bodenerosionen. Der Ausstoß klimaschädlicher Gase wird erhöht und zeitgleich wird die Aufnahmefähigkeit der ökologischen Senken reduziert. Senken ist ein umstrittener Begriff, der im Groben aber gesunde Wälder, Ozeane oder die Atmosphäre umfasst.

Alle Probleme sind nicht auf einmal zu lösen. Doch Hunger gehört in das allgemeine Bewusstsein, vor allem innerhalb der Nachhaltigkeitsdebatte. Niemand muss Hunger leiden.

Dieser Artikel wurde geschrieben von Jana Jansen von der Jugendredaktion der Jungen Presse e.V., die live von der youcoN auf ihrem Magazin www.youthmag.de berichtet und uns diesen Beitrag freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat. Seit über 65 Jahren setzt sich die Junge Presse ehrenamtlich für medieninteressierte Jugendliche ein und ist einer der größten bundesweit aktiven Jugendmedienverbände.

Auf dem Markt der Möglichkeiten mit der Gemeinwohlökonomie

Zur Nachhaltigkeit gehört auch die Wirtschaft. Eine Alternative zum kapitalistischen System bietet die Gemeinwohlökonomie. Jens vertritt auf dem Markt der Möglichkeiten den Stand der Bewegung. Wir haben ihm ein paar Fragen gestellt.

youthmag: Was machst Du hier?

Jens: Ich sitze hier für den Akteurinnen-Kreis Jugend der Gemeinwohlökonomie. Bei der youcoN haben wir unseren ersten Messestand. Wir halten hier Ausschau nach Personen, die Interesse an nachhaltiger Entwicklung haben. Wir sind davon überzeugt, dass sie sich für die Gemeinwohlökonomie begeistern lassen, da sie perfekt zu uns passen.

Wer seid ihr und wie kann man bei euch mitmachen?

Die Gemeinwohlökonomie ist ein Wirtschaftsmodell, dass sich zum höchsten Ziel setzt, ein gutes Leben für alle zu ermöglichen. Basis dafür ist eine Stärkung demokratischer Prozesse und ein menschenwürdiges, solidarisches Miteinander. Einbringen kann man sich bei uns auf allen Ebenen. Wir sind in Akteurinnenkreise (AK) gegliedert, die sich in Regionalgruppen organisieren. Dort kann sich jeder einklinken und mitarbeiten. Die AK erarbeiten verschiedene Themen innerhalb der Gemeinwohlbewegung. So zum Beispiel der AK Bildung, der verschiedene Bildungskonzepte für eine alternative Wirtschaftsbildung in den Schulen entwickelt. Der AK Jugend ist eine Plattform für junge Menschen um sich auszutauschen und Treffen wie Diskussionsrunden zu organisieren. Ein großes Projekt ist für den Sommer 2019 geplant: Eine Aktionswoche nach dem Vorbild der Klimacamps, die wir im Rahmen der Braunkohleproteste kennengelernt haben. Workshops, Konzerte und Vorträge, um international für ein nachhaltiges Wirtschaftssystem zu arbeiten.

Was ist euer Beitrag zur nachhaltigen Bildung?

Unsere Programme aus dem AK Bildung sind ein wichtiger Beitrag. Wir etablieren ein nachhaltiges Wirtschaftssystem, nicht nur ökonomisch, sondern auch ökologisch und schaffen dafür ein Bewusstsein. Wir setzen uns dafür ein, dass nicht nur der Gewinn als Erfolgsdefinition für Unternehmen gilt, sondern der Nutzen für die Gemeinschaft: Denn wenn das die Maxime ist, kann man nur nachhaltig wirtschaften.

Was gefällt dir an der youcoN?

Ich hab noch nicht so viel gesehen, aber die Leute hier sind super interessiert und nett. Interessant ist, dass die youcoN in der Autostadt stattfindet. Ich habe dann aber mit Julian aus dem Organisationsteam gesprochen und den Ansatz, verschiedene Welten aufeinander treffen zu lassen, finde ich sehr spannend.

Welche drei Dinge wünschst du dir für eine nachhaltige Zukunft?

Mehr demokratische Mitbestimmung, eine Gemeinwohlökonomie natürlich, und kürzere Arbeitszeiten für die Menschen um das Leben mehr zu genießen.

Vielen Dank für das Gespräch!

Dieser Artikel wurde geschrieben von Jana Jansen von der Jugendredaktion der Jungen Presse e.V., die live von der youcoN auf ihrem Magazin www.youthmag.de berichtet und uns diesen Beitrag freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat. Seit über 65 Jahren setzt sich die Junge Presse ehrenamtlich für medieninteressierte Jugendliche ein und ist einer der größten bundesweit aktiven Jugendmedienverbände.