Lukasz

3. Pariser Platz Rede

Prof. Dr. Dr. Ervin Laszlo hielt am 3. Dezember die 3. Pariser Platz Rede und betont die Notwendigkeit der Evolution unseres Bewusstseins, das zu oft egozentrisch und materialistisch geprägt ist.

Bevorstehende Krisen? – Wir sind bereits mittendrin

Laszlo sieht die globalen Krisen nicht als bevorstehende Ereignisse, auf die wir uns in aller Ruhe vorbereiten können, sondern als Krisen, die hier und jetzt stattfinden. Nun liegt es an uns den richtigen Weg zu gehen – und das am besten sofort!

Auf die Frage, ob er angesichts von 7 Milliarden Menschen, die die Erde ausbeuten, wirklich glaube, dass das Ruder noch herumgerissen werden könne, antwortete Laszlo: „Ja, sonst bräuchten wir ja gar nichts mehr tun.“ Laszlo schaut voller Optimismus in die Zukunft und sieht gerade diese Zeit des Umbruchs für die Chance des Wandels – das Potenzial dazu liegt in einem jeden Menschen. Neue Technologien und soziale Medien können dabei neue Möglichkeiten schaffen, die viel mehr Menschen in die Lage versetzen den Wandel zu gestalten, sei es auf lokaler oder globaler Ebene.

Lukasz

Die UN-Klimakonferenz in Kattowitz ’18 und Jugendbeteiligung

Nach zwei langen Wochen präsentieren die Delegierten ihre Ergebnisse

Dabei soll die Erderwärmung auf höchstens zwei Grad beschränkt werden. Der Sonderbericht des (IPCC) Weltklimarates, der zum verstärkten Einsatz der Erreichung des 1,5-Grad-Zieles mahnt, sollte durch den Gipfel „begrüßt“ werden. Die USA, Saudi-Arabien, Kuwait und Russland lehnten diese Formulierung ab und forderten, dass der Bericht „zur Kenntnis genommen wird“, woraus man sich auf den Kompromiss geeinigt hat, dass die „rechtzeitige Fertigstellung des Berichtes begrüßt wird“. Die Klimaziele sind weiterhin selbstgesetzte Ziele der Staaten und nur wenige Länder zeigten sich bereit ihre Maßnahmen deutlich zu erhöhen. Eine neue Regel für Entwicklungsländer soll die durch den Klimawandel entstanden Schäden mit Unterstützung der Industrieländer abdecken. Ab 2020 sollen 100 Mrd. Dollar für die Entwicklungsländer jährlich bereitgestellt werden. Ab 2024 soll es einheitliche Transparenzregeln zur Erfassung der CO²-Emissionen geben. Dadurch soll sichergestellt werden, dass die einzelnen Länder ihre Maßnahmen anpassen können, falls sie ihre Ziele nicht erreichen sollten.

Die Delegierten sind zufrieden – Die Expert*innen nicht

Kritik hagelt es von oben bis unten. UN-Generalsekretär Antonio Guterres spricht von einem „soliden“ Ergebnis, fordert aber mehr Ehrgeiz, denn der Klimawandel sei „schnell als wir“. Greenpeace-Chefin Jennifer Morgan zeigte sich enttäuscht: „Ein Jahr voller Klima-Katastrophen und einer eindringlichen Warnung von den besten Wissenschaftlern der Welt hätten zu viel mehr führen sollen“, sagte sie. „Anzuerkennen, dass mehr Ehrgeiz nötig ist, und Regeln für den Klimaschutz zu verabschieden, ist nicht mal annähernd genug, wenn ganzen Nationen die Auslöschung droht.“ Michael Schäfer, Leiter Klimaschutz und Energiepolitik beim WWF Deutschland sagte ebenfalls, der Kompromiss greife zu kurz. „Die Regierungen der Welt brauchen viel mehr Druck von ihren Bürgerinnen und Bürgern, endlich mit dem Klimaschutz Ernst zu machen.“

Die Kritik ist berechtigt, denn viele Regeln sind unklar und stellen keine Grundlage für Sanktionen im Falle der Nichteinhaltung. Die finanzielle Unterstützung für Schwellenländer könnte durch Kredite erfolgen und der Emissionsrechtehandel wurde vertagt. Dabei prognostizieren Klimaforscher*innen mit derzeitiger Entwicklung eine Erderwärmung von über drei Grad.

Viele Jugendliche, aber keine Beteiligung

Die Jugenddelegierten der Deutschen Gesellschaft für die Vereinten Nationen (DGVN) hatten auf der Klimakonferenz kein Mitsprache recht und durften noch nicht einmal in Verhandlungsräumen Präsenz zeigen.

Greta Thunberg

Die einzige Beteiligung erfolgte durch Jugendliche, die für Demonstrationen die Schule schwänzten. Die Protestbewegung ging von Greta Thunberg aus. Enttäuscht von der schwachen Klimapolitik setzte sich mit einem Protestbanner jeden Freitag vor ein Parlament. Auf der Klimakonferenz durfte sie eine Rede halten und sprach dabei deutliche Worte: „Ihr sagt, Ihr liebt Eure Kinder über alles. Und doch stehlt Ihr vor ihren Augen ihre Zukunft. Und weiter: „Unsere Umwelt wird geopfert, damit reiche Menschen in Ländern wie meinem in Luxus leben können.“ Die Politiker würden nur darüber sprechen, mit den „immer gleichen schlechten Ideen weiterzumachen, die uns in diese Krise geführt haben…Euch gehen die Entschuldigungen aus. Und uns geht die Zeit aus.“

Aber dann macht Greta deutlich, dass sie Hoffnung hat: „Ich habe gelernt, dass man nie zu klein ist, um etwas zu erreichen. Wir sind hierhergekommen, um Euch wissen zu lassen, dass es Veränderungen geben wird. Ob es Euch gefällt oder nicht. Die echte Macht liegt bei den Menschen. Danke.“

Aaron

youprO: Bildung neu denken

Das aktuelle Bildungssystem

Wie gefällt es dir in der Schule oder Hochschule? Bist du glücklich? Kannst du das lernen/machen, was du möchtest, oder gehst du zu solchen Institutionen, weil du es musst. Weil es alle machen. Weil du später mal einen Arbeitsplatz haben musst, mit dem du überleben kannst. Oder weil du dich vielleicht nicht traust deinen eigenen Weg zu gehen?

Wenn ich diese Fragen beantworte, dann muss ich ehrlich gestehen, dass ich nicht gerne in die Schule gegangen bin. Genauer gesagt mochte ich es überhaupt nicht. Klar, ich habe meine Freunde jeden Tag gesehen, aber für 5-7 Stunden am Tag aus dem Fenster starren in die Schule gehen? Warum?

Natürlich ist das jetzt sehr übertrieben, aber es ist wahr, dass ich oft aus dem Fenster gestarrt und mich gefragt habe, warum das alles? Warum sitze ich hier? Warum muss ich dies und das und jenes lernen, obwohl ich das vielleicht gar nicht möchte? Bin ich in der Schule, um meinen Interessen nachzugehen, verschiedene Dinge auszuprobieren und mein Potenzial zu entdecken und entfalten oder bin ich in der Schule, um Arbeiter zu werden, Befehlen/Aufgaben zu gehorchen und das alles nicht kritisch zu hinterfragen?

Um ein vollständigeres Bild zu bekommen war ich auf einem gewöhnlichen Gymnasium, in der wir Schüler*innen jeden Tag auf unseren Platz sitzen, ruhig sein und dem/der Lehrer*in zuhören mussten. Für manche mag dieses System funktionieren (doch selbst das bezweifle ich), aber für mich und den Großteil meiner Klasse nicht. Fast alle Menschen meiner Klasse gingen nicht gerne zur Schule, lernten für eine Klassenarbeit ein paar Tage davor, um das Gelernte ‚auszukotzen‘ und kurz danach wieder zu vergessen. Deswegen ist dieser Art von Lernen ist obsolet (hinfällig/veraltet). Und was macht man, wenn das der Fall ist?

Ausbrechen!

Um genau solche alternativen Lernwege jenseits der Schule/Hochschule ging es gestern (am 15.12.18) auf dieser Messe im Forum Factory in Berlin, die gleichzeitig im Rahmen eines youprOs umgesetzt wurde. Organisiert wurde die Messe vom Verband freier Bildungsalternativen, deren Vision es ist, dass „jeder Mensch nach seinen Fähigkeiten und Bedürfnissen lernen und leben kann.“ (Quelle)

Ziel der Messe ist/war es, „bestehende Projekte sichtbar zu machen und miteinander zu vernetzen.“ (Quelle) Da war es auch schon keine Frage mehr, dass Marcel und ich vom youpaN dort hingehen, von uns erzählen und Werbung für weitere youprOs machen würden. Nach einer langen Zugfahrt mit wenig Schlaf kam ich morgens an, habe mit Marcel unseren Stand aufgebaut und ich muss sagen, ich bin immer noch ziemlich beeindruckt von den vielen Menschen, die ihre Bildung in die Hand nehmen und individuelle Lernwege jenseits von Schule/Hochschule bestreiten. Sei es die Wanderuni, die ReiseuniProject Peace, die Demokratische Stimme der Jugend e. V., die Akademie für angewandtes gutes Leben, wandlungsträume, das Kollektiv für gelebte Utopie, die Freilerner-Solidargemeinschaft e. V. und viele mehr, sie alle zeigen Wege auf, nicht weiter zur Schule zu gehen oder mal nicht BWL zu studieren, weil man ‚nicht weiß, was man machen soll‘.

Das youpaN wirbt für die youprOs

Marcel, Laura und ich haben viel Werbung für die Projekte gemacht, die wir gemeinsam mit jungen Menschen umsetzen und das kam sehr gut an! Viele schienen interessiert und überlegen es sich, ein youprO mit uns zu machen. Wie viele Projektideen in der nächsten Zeit eintrudeln werden, wird sich zeigen, jedenfalls war es sehr schön auf der Messe zu sein. Vor allem hat sie mich darin bestärkt, auch ‚meinen eigenen Weg weiterhin zu gehen‘, da ich seit meinem Abitur 2015 alternativ lerne (jenseits einer Institution).

Bildung muss tauschlogikfrei sein!

Das besondere an der Messe war, dass sie tauschlogikfrei organisiert wurde.  Friederike Habermann und auch Tobi Rosswog haben dazu am Nachmittag Workshops angeboten. Tauschlogikfrei bedeutet, dass man Dinge bedingungslos bekommt und nicht mehr (so wie heute) etwas dafür geben muss (Geld, Daten, Privatsphäre etc.). Für die Messe musste man also keinen Eintritt zahlen und das Essen war tauschlogikfrei: jede*r durfte etwas mitbringen und teilen, musste es aber nicht. Diesen Gedanken/Ansatz, Dinge außerhalb der Tauschlogik zu organisieren finde ich extrem spannend, weswegen ich auch das Bildungsprojekt TROM übersetze. Dort wird aber nicht der Begriff tauschlogikfrei verwendet, sondern handelsfrei. Schau dir dazu das Buch „Das Geldspiel und darüber hinaus“ und „Die Ursache der meisten Probleme an.

Was denkst du?

Einfach mal ausbrechen und nicht zur Schule/Hochschule gehen – wie fühlt sich das für dich an? Kommen Ängste hoch? Zukunftssorgen? Was könnten die anderen denken?

Oder klingt es auch nach Freiheit, Selbstbestimmtheit und Abenteuer?

Könntest du dir vorstellen nicht mehr zur Schule/Uni zu gehen und Dinge zu lernen, wann, wo, warum, wie und mit wem du willst?

Heutzutage gibt es ein Ding namens Internet, wo Wissen frei zugänglich ist, und Wissensplattformen, wie die Khan Academy, auf der jeder Mensch in seiner Geschwindigkeit lernen kann.

Nelson Mandela hat mal gesagt:

„Bildung ist die mächtigste Waffe, die du verwenden kannst, um die Welt zu verändern.“ (Quelle)

Vielleicht müssen wir jungen Menschen einfach mal ausbrechen, alternative Lernwege jenseits der Schule gehen und Bildung neu denken.

Dieser Artikel wurde von Aaron geschrieben.

Lukasz

youcoN 2019 – Eine Robinsonade

Ein täglicher Kampf um das Überleben – isoliert und meilenweit keine Menschenseele in Sicht. Du fühlst die kalten Regentropfen an deinem Körper und merkst wie deine Klamotten durchsickern. Im dichten Gestrüpp hörst du wildes Knurren und auf dem Boden siehst du giftige Insekten rumkrabbeln.

Das können wir dir nicht bieten. Aber dafür kannst du zusammen mit 150 jungen Menschen coole Ideen für die Bildung der Zukunft entwickeln.

youcoN 2019 – Wir.L(i)eben.Zukunft

Vom 29. Mai 2019 bis 02. Juni 2019 geht die youcoN in die dritte Runde. Dieses Mal auf der Insel Rügen. Das Thema dreht sich rund um Bildung: Wie soll Bildung in Zukunft aussehen? Wie macht Bildung die Welt besser? Welche Herausforderungen müssen wir bewältigen und wie kannst DU dabei anpacken?

Auf der youcoN 2019 wird es wieder jede Menge spannende Workshops geben, es werden dynamische Diskussionen geführt und interessante Vorträge gehalten. Für das alles haben wir spannende Referent*innen eingeladen. Das youpaN und viele weitere Initiativen werden vor Ort sein und du kannst mittendrin dein Zelt aufschlagen und mitmachen.

Kann ich mir das leisten?

JA! Definitiv. Denn wir übernehmen all deine Kosten. Wir bezahlen deine Anreise, Verpflegung und Unterkunft.

Save the Date und bleib auf dem Laufenden.

youcoN 2019 – Wir.L(i)eben.Zukunft

Ronja Hallerbach

BNE-Tourstopp in Halle an der Saale

Vergangenen Freitag war ich (Ronja) zusammen mit Dilan und Lukasz zu Besuch im Landesinstitut für Schulqualität und Lehrerbildung Sachsen-Anhalt (kurz LISA) in Halle an der Saale. Dort fand ein weiterer Stopp der diesjährigen BNE-Roadtour statt.

„Vom Nationalen Aktionsplan zur länderspezifischen Umsetzung in Mitteldeutschland…“

…so lautete der offizielle Titel der Veranstaltung. Dazu trafen sich zwei Tage lang BNE-Aktuer*innen aus Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen. Sie tauschten sich am Anfang darüber aus, was für Erfahrung sie bei der strukturellen Verankerung von BNE auf Länderebene bisher gemacht haben. Anschließend wurde in kleineren Gruppen über Themen wie „BNE im dualen System der Berufsbildung“ oder „BNE in universitärer Lehrer*innenbildung“ diskutiert.

Woher ich das weiß? Die gesamte Veranstaltung wurde von einer Künstlerin graphisch festgehalten. Siehe selbst:

Die Veranstaltung als Bild

Vorstellung des youpaN

Am Freitag durften Dilan und ich dann im Plenum das youpaN und alles, was es darum herum noch gibt, vorstellen. Also was die youboX macht, dass es youprOs, die youcoN und youinfO gibt und was bisher alles passiert ist. Außerdem stellte ich die 8 Forderungen des youpaNs vor und wir redeten im Plenum darüber, was für eine gute Jugendpartizipation wichtig ist.

Ronja stellt das youpaN vor

Anschließend sprach Prof. Dr. de Haan darüber,  in welchen Bereichen und von wem Nachhaltigkeit in unserer Gesellschaft vorangebracht werden kann bzw. sollte.

Nach Ende der Veranstaltung  blieb dann bei Suppe, Kaffee und Kuchen noch genug Zeit, um mit einigen Menschen näher ins Gespräch zu kommen und Kontakte zu knüpfen, bevor es für mich wieder mit dem Zug zurück nach Lüneburg ging.

Aaron

Mit der Digitalisierung in eine nachhaltige Zukunft! Teil 2

Die Bits&Bäume Konferenz in Berlin

Quelle

Am Freitag Abend hieß es dann für mich wieder auf nach Berlin, auf die Konferenz für Digitalisierung und Nachhaltigkeit, wo Räume geschaffen wurden, in dem sich die Bits (Technik-Spezialisten) und die Bäume (Nachhaltigkeits-Spezialisten) austauschen und vernetzen konnten.

Da hab ich auch Sander vom Jugendbeirat Ba-Wü und Christoph und Dilan von der youboX getroffen, mit denen wir gemeinsam den youpaN Stand im Lichtforum vertreten haben.

Die Bits&Bäume war überfüllt von Workshops, Vorträgen, Podiumsdiskussionen und Vernetzungsmöglichkeiten, da auch eine Vielzahl von Organisationen, Vereinen und Initiativen vertreten waren. Einen Überblick über das Programm bekommst du hier und es gibt sogar Videoaufzeichnungen wo du nachverfolgen kannst, was passiert ist.

Prägend für die Bits&Bäume fand ich persönlich, dass es kapitalismuskritisch war und Lösungen durch digitale Technologien, wie freie Software, dezentrale Energiewende, ein freies, dezentrales und sicherheitsfokussiertes Internet und viele andere Technologien gezeigt hat. Es gibt sogar eine ganze Website, die sich der Frage widmet, wie eine neue/andere Gesellschaft (eine commons-basierte Gesellschaft) aussehen könnte, welche nicht auf bisherigen Kapitalismus-Logiken (Markt, Eigentum, Ware, Staat etc.) basiert. Auch die Open Source Ecology (OSE) Germany möchte das Wirtschaftssystem verändern. Sie ist eine ist eine offene Bewegung, die eine Open Source Ökonomie aufbaut, welche sowohl Produktion als auch Verteilung optimiert, und dabei die Regeneration der Umwelt und soziale Gerechtigkeit fördert.

Quelle

Was mich gefreut hat ist, dass einige Bäume (Nachhaltigkeits-Spezialisten) bei ihrem Betriebssystem auf FLOSS (Free/Libre Open Source Software) umgestiegen sind. Ich persönlich benutze die GNU/Linux Distribution Ubuntu. Es gibt zahlreiche Infos im Internet, wie auch du FLOSS benutzen kannst.

Zum Schluss gab wurden noch Forderungen, die aus der Konferenz hervorgegangen sind, vorgestellt. Du kannst sie hier nachlesen: Bits&Bäume Forderungen.

Aufgefallen ist, dass viele Bits gleichzeitig Bäume und Bäume auch gleichzeitig Bits waren/sind, das heißt, Technik-begeisterte Menschen setzen sich auch schon für Nachhaltigkeit ein und Nachhaltigkeits-begeisterte Menschen setzen sich für Technik/Digitalisierung ein, bzw. nutzen sie als ein Werkzeug für eine nachhaltigere Welt.

Fazit:

Das leitet auch sehr gut zum Fazit über, denn die Digitalisierung ist ein Werkzeug und wir Menschen bestimmen, was wir damit machen. Solange wir uns in einem Handels- und Wirtschaftssystem befinden, welches auf Profit und Wachstum basiert, sehen wir, dass Digitalisierung nicht dem Wohle der Menschen und der Umwelt dient, sondern vor allem den großen Konzernen, wie GAFAM, die durch den Datenkapitalismus noch reicher und mächtiger werden.

Folglich muss das oberste Ziel sein, unser globales Handels- und Wirtschaftssystem zu verändern, damit es keinen Anreiz mehr gibt, technologische Werkzeuge zum Schaden und Ausbeutung von Mensch und Erde zu nutzen, sondern zum Wohle aller. Wie das funktionieren könnte wird ausführlich in dem Buch „Das Geldspiel und darüber hinaus“ beschrieben.

Dieser Artikel wurde von Aaron geschrieben.

Aaron

Mit der Digitalisierung in eine nachhaltige Zukunft? Teil 1

Bild von Manuel Hilscher

Wir leben im Zeitalter eines grundlegenden strukturellen Wandels: der digitalen Revolution. Künstliche Intelligenz (KI), Automatisierung und Autonomisierung, Industrie 4.0, Blockchain, 3D-Drucker, Internet der Dinge und vieles mehr sind Begriffe, die immer öfter fallen und mit denen meine Großeltern, geschweige denn Eltern, wenig anfangen können. So eine technologische Entwicklung hat es noch nie in der Geschichte der Menschheit gegeben und das führt zu vielen Fragen. Die wahrscheinlich wichtigste Frage ist, ob Digitalisierung und Nachhaltigkeit zusammen passt und zusammen gedacht werden soll, ja sogar muss, um vorhandene und auch immer stärker werdende Probleme, wie den Klimawandel, soziale Ungerechtigkeit, Hunger, Armut, Umweltzerstörung etc. zu lösen?

Ermöglicht uns die Digitalisierung mehr Freiheit, indem Maschinen und Roboter die langweiligen, monotonen und gefährlichen Arbeiten übernehmen und wir Menschen uns frei entfalten können oder verursacht die Digitalisierung immer mehr Probleme?

Auf den letzten zwei Veranstaltungen, auf denen ich in Vertretung des Jugendbeirats Ba-Wü und dem youpaN war, sollte es um diese Fragen gehen.

Das THINK-Forum 2018 in Heidelberg

Bild von Manuel Hilscher

Am 15.11.2018 kamen Menschen, die sich für Nachhaltigkeit und Digitalisierung interessieren, im Bürgerhaus B3 zusammen, um sich Gedanken zu machen, wie diese beiden zusammenpassen. Das Forum für junge Visionäre wurde im Vorfeld vom „Wir ernten was wir säen“-Team und dem Jugendbeirat Ba-Wü organisiert.

Es gab zwei Think-Labs mit verschiedenen Themen, jeweils eins am Vormittag und eins am Nachmittag, um sich auszutauschen, von den eingeladenen Experten zu lernen und zu diskutieren.

Es ging um die Arbeitswelt der Zukunft, Industrie & Handwerk 4.0, Datenschatz vs. Datenschutz, Mensch und Maschine, Blockchain, Achtsamkeit in der digitalen Welt und smart food produktion – alles super spannend!

Joschka Bödecker von der Universität Freiburg

Besonders gefallen hat mir der Workshop „Mensch und Maschine“ mit Joschka Bödecker von der Universität in Freiburg, wo es um die neuesten Entwicklungen von KI und Robotik ging. Er hat uns auch von seinen Forschungen erzählt.

Die wichtigsten Punkte am Ende des Tages sind unserer Meinung nach:

  • Technik- & Datensuffizienz: Das bedeutet, genügsamer mit digitalen Geräten umzugehen, die ja doch alle Ressourcen brauchen, um hergestellt zu werden und um zu funktionieren.
  • Datensouveränität: Große Konzerne, wie Google, Apple, Facebook, Amazon und Microsoft (GAFAM), aber auch Staaten, wie USA (NSA) und China, sammeln jegliche Daten von Menschen. Es ist wichtig, sich davor zu schützen, denn Daten sind Informationen und das bedeutet Macht, die missbraucht werden kann (personifizierte Werbung, Manipulation, Überwachung etc.).
  • Gemeinwohlorientierung: Open Source, Commons, Kooperationen, freie Software etc. machen es möglich, dass alle von der Digitalisierung Nutzen haben und nicht, dass nur die großen Konzerne noch reicher und mächtiger werden.
  • Kritische digitale Bildung: Es ist wichtig, die Digitalisierung zu verstehen, damit man besser einschätzen kann, was die Chancen und Risiken sind.

Der Abend wurde bei lockeren Gesprächen zur Vernetzung und Austausch beendet. Mehr zur Nachhaltigkeitsstrategie Baden-Württemberg erfährst du hier.

Wie es dann auf der Bits&Bäume Konferenz in Berlin war, erfährst du im zweiten Teil des Artikels.

Dieser Artikel wurde von Aaron geschrieben.

Christoph Pennig

Eine youcoN ohne CO²

Jede*r von uns hinterlässt Spuren. Ein neues Smartphone, eine Fahrt mit dem Auto oder auch ein Eis an der Ecke. Alles verbraucht Ressourcen und bedeutet, dass CO² ausgestoßen wird. Das nennt sich ökologischer Fußabdruck. Auch zur youcoN wurde CO² ausgestoßen. Denn 130 junge Menschen, die youboX, die Betreuer*innen und Referent*innen sind aus ganz Deutschland nach Wolfsburg gekommen, um dort zu Bildung für nachhaltige Entwicklung zu tagen. Das bedeutet: über 150 Mal eine Hin- und Rückfahrt, stapelweise benutzes Papier, Poster und noch vieles mehr.

Wie wir wissen, sollte der Ausstoß von CO² möglichst verringert werden, um den Klimawandel so gut es geht aufzuhalten. Auf der youcoN wurden 3.300 kg CO² ausgestoßen. Das ist viel, aber wir denken, dass es sich lohnt, denn:

  • wir haben ganz viele neue Ideen und Projekte für eine nachhaltigere Zukunft entwickelt.
  • wir gleichen die Menge an ausgestoßendem CO² aus.
Dafür gibt es Organisationen wie etwa atmosfair, denen man Geld spenden kann, damit sie in den weltweiten CO²-Ausstoß verringern. Das kann das Bauen von energiesparenden Holzöfen sein oder aber, dass Wälder gepflanzt werden.

Unser youpaN ist sich auf jeden Fall einig: Alle Konferenzen, Seminare oder auch Klassenfahrten sollten klimaneutral sein. Das heißt einerseits, den CO²-Ausstoß möglichst klein halten, indem es etwa nur vegetarisches und veganes Essen gibt oder die Anreise mit der Bahn erfolgt. Andererseits sollte das ausgestoßene CO² ausgeglichen werden.

Einen Rechner wie viel eure Konferenz an CO² ausstößt findet ihr zum Beispiel hier. Und wenn ihr Besucher*in einer Veranstaltung seid, könnt ihr die Organisator*innen ja mal fragen, ob sie auch klimaneutral denken. Und wenn nicht, sagt ihnen doch, wo sie sich informieren können.

Übrigens: Wenn ihr selbst euren ökologischen Fußabdruck berechnen wollt, dann guckt hier. Auf der youcoN führte das zu einem interessanten Selbstexperiment.

Christoph Pennig

Die youcoN geht los – wir berichten live

150 junge Menschen starten die 2. BNE-Jugendkonferenz.

Gerade eben hat die youcoN – Gemeinsam.Zukunft.Leben begonnen. Wir vom Organisationsteam youboX freuen uns auf alle, die für die nächsten vier Tagen in die Autostadt in Wolfsburg gekommen sind. Denn wir werden eine tolle Konferenz mit spannenden Vorträgen und coolen Workshops zu Bildung für nachhaltige Entwicklung erleben. Und wir werden jede Menge tolle Ideen und Projekte von jungen Menschen erfahren, die die Welt und unsere Bildung nachhaltiger machen wollen.

Hier findest du erste Bilder von unserer Veranstaltung. Und du siehst, was die Teilnehmenden für Erwartungen nach Wolfsburg mitbringen.

180508_sb_Websitebild_youcoN – Kopie
youcoN18.3
youcoN18
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Für alle die wissen möchten, was auf unserer Konferenz so geht, gibt es ab heute Abend in unserem Blog eine LIVE-Berichterstattung mit Bildern, Texten und vielem mehr von der Jungen Presse.

Christoph Pennig

BNE in Kommunen – Zukunftsweisende Projekte und konkrete Umsetzungen

Am Samstag, den 15. September war ich für das youpaN in Gelsenkirchen auf der Veranstaltung „BNE in Kommunen – Zukunftsweisende Projekte und konkrete Umsetzungen“. Auch Julian war da und hat über Jugendbeteiligung bei BNE gesprochen, die leichter gesagt ist, als getan.

„global denken – lokal handeln – global wirken“

In Vorträgen, Interviews und Workshops habe ich gelernt, wie BNE unter dem Motto „global denken – lokal handeln – global wirken“ auf lokaler Ebene umgesetzt werden kann. Meine Erkenntnis: BNE in der Gemeinde zu verankern kostet viel Zeit und ist ein fortdauernder Prozess. Außerdem braucht die Umsetzung von BNE Schlüsselpersonen, die für das Thema brennen und bereit sind, viel Herzblut in Projekte zu stecken und das Thema immer neu weiterzudenken. Auch die Politik – besonders ein*e engagiertere BürgermeisterIn oder GemeinderätIn, der*die sich von einem Projekt überzeugen lassen – spielen eine sehr wichtige Rolle.

Foto: Clara

Gelsenkirchen zeigt, wie es geht

Wenn allerdings drei Dinge vorhanden sind – engagierte AktivistInnen, aufgeschlossene PolitikerInnen und BürgerInnen, die sich auf BNE einlassen – können unglaublich viele nachhaltige Projekte entstehen. Das beweist auch die BNE-Vorreiter-Stadt Gelsenkirchen, u.a. mit der evangelischen Gesamtschule, in der die Veranstaltung stattfindet: Die Schule, die ich je gesehen habe. Es hat eine „Oase“ mit Bäumen im Gebäude, einen Schulteich und Klassenzimmer, die eine „Empore“ haben, in der die SchülerInnen selbstständig lernen können. Im Laufe des Tages erfahre ich, dass das gesamte Gebäude mit den SchülerInnen zusammen geplant und realisiert worden ist. Aha, denke ich, kein Wunder, dass es allen so gefällt! SchülerInnen wissen eben immer noch am besten, wie eine gute Schule auszusehen hat! 😉

Dieser Artikel wurde von Clara verfasst.