youprO: Eine Vollversammlung für unser Klima

Das youprO „Public Climate School“ an der Martin-Luther-Universität Halle war „ein energetisches Brodeln voll Tatendrang und Aufbruchsstimmung“ auch, wenn dies leider nicht alle mitgerissen hat.

Wir, eine Ortsgruppe der Students For Future AG von Fridays For Future, haben eine Woche lang über 30 Veranstaltungen zum Thema Klima und der daraus resultierenden Verantwortung unserer Universität auf die Beine gestellt. Diese gingen von Informationsveranstaltungen in Form von Vorträgen, Podiumsdiskussion bis hin zu Kinoabenden, einer Party, Workshops, einer studentischen Vollversammlung und abschließend drei Demonstrationen mit und ohne Fahrrad. All dies ist logistisch und organisatorisch basierend auf unermüdlicher Bereitschaft und Improvisationsvermögen bis auf wenige Raumwechsel einwandfrei verlaufen. Zudem sollten wir das Begleitprogramm definitiv mehr geisteswissenschaftlich ausbauen, da uns die Woche nochmal deutlich gezeigt hat, dass die Klimaherausforderung schon lange nicht mehr technischer oder wirtschaftlicher, sondern vor allem kultureller und politischer Art ist.

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Wie geht es weiter? Eine deutschlandweite Public Climate Schoo?

Nach unserem Projekt reflektieren wir nun, inwiefern wir unseren Zielen, der Umsetzung der deutschlandweiten Public Climate School in Halle und der Veränderung des global-politischen Systems des menschlichen Daseins, dass es zukunftstauglich ist, nähergekommen sind. Ich denke, dass es definitiv ein Schritt in die richtige Richtung war, allerdings hätte dieser größer ausfallen können. Doch wo sind die Hebelpunkte des Systems? Wie kann man am effektivsten darauf Einfluss nehmen? Wen muss eine soziale Bewegung wie FFF außerdem ansprechen? Und wie funktioniert dies am effektivsten? Auf diese Fragen erste Antworten zu finden, erhoffe ich mir während den folgenden Wintermonaten unter anderem in den kostenlosen Büchern der

Smart CSOs, auf welche wir durch den Verein für Bildungsarbeit „Mohio“ aufmerksam geworden sind.  Diese haben im Rahmen unseres Projektes auch zwei Workshops gegeben. All diese Fragen fordern mit Sicherheit einiges Durchhaltevermögen, aber wir sind jetzt an einem Punkt angekommen, an dem wir nicht mehr auf unsere Eltern oder traditionelle Autoritäten, wie auch die Universität eine ist, setzen können, da die Umstände zeigen, dass wir genau diese sowie alte Denkmuster in Zukunft ändern müssen.

Wir brauchen eine alternative Kultur mit ALLEN und dafür werden wir uns weiterhin einsetzen und brauchen jede helfende Hand für einen nachhaltigen Wandel.

Der Bericht (gekürzt) wurde von Arian verfasst, die das Projekt mitgeplant hat.

youprO-Reportage: Klimawandel – ganz dünnes Eis

Zumindest seit Fridays for Future kommt jede*r mit dem Thema Klimawandel in Kontakt. Aber es wirkt oft abstrakt und weit weg von unserer Lebensrealität. „Was genau passiert mit unserer Erde? Welche Folgen spüren wir direkt vor unserer Haustür? Und was kann jeder von uns tun, um das Klima zu schützen?“  Diesen Fragen sind wir in unserem youprO  „Klimawandel – ganz dünnes Eis“ in einer Reportage auf der Spur.

Hier findest du den ganzen Film.

Antworten suchen statt Halbwissen haben

In unserem Umfeld herrschte mehr Halbwissen als Verständnis, so auch bei uns. Deshalb begannen wir, eine Gruppe junger Menschen, Mitte 2018 nach Antworten zu suchen und nutzten die Gelegenheit, um andere Menschen in unserem Alter zu informieren. Wir zeichneten unsere Recherche und Gespräche auf. In unserer Schule lernten wir das technische Know-how, um selbstständig zu schreiben, filmen und schneiden.

Wir recherchierten einige Monate und kontaktierten Wissenschaftler um unsere Fragen zu klären. In der Reportage sprechen wir mit Frau Dr. Martin vom „Potsdam Institut für Klimafolgenforschung“. Sie redet mit uns über über ihre Sorge in die Zukunft, aber auch die Hoffnung die sie als Wissenschaftlerin antreibt. Außerdem treffen wir die Feuerwehr, die über eine Zunahme von Rettungseinsätzen spricht, reden mit einem Förster über tote Wälder und mit Aktivist*innen aus dem youpaN über Spaß an Nachhaltigkeit.

Fridays for Future macht auch uns Beine

Während unseren Dreharbeiten begann die Fridays for Future Bewegung, inspiriert von Greta Thunberg. Wir liefen mit und interviewten sowohl Demonstrant*innen, als auch Organisator*innen. Die Moderatorin Sarah kommt zu dem Schluss:

„Fridays for Future hat mich echt inspiriert. Ich helfe bei der Mobilisierung der Demos und will in Zukunft noch mehr bei der Organisation helfen.“

Generell haben wir alle viel von dem Projekt mitgenommen. Jafet, der zweite Moderator unserer Reportage meint: „Es tut gut zu hören, dass wir etwas unternehmen können und damit tatsächlich etwas verändern.“  Dieses Potenzial möchte er verantwortungsvoll nutzen und hofft, andere dazu inspirieren zu können, das gleiche zu tun. Außerdem haben wir bei der Recherche und den Dreharbeiten unglaublich viel gelernt und konnten tolle Menschen kennenlernen. Am meisten Spaß hat der Kontakt zu Aktivist*innen gemacht, die alle voller Tatendrang und Hoffnung waren.

Der Artikel (gekürzt) wurde von Sarah aus dem Projektteam geschrieben.

Proteste auch in den Sommerferien

Ferienziel Dortmund – aber nicht zum Entspannen, sondern um für eine andere Klimapolitik zu kämpfen. Fünf Tage dauerte der Sommerkongress von „Fridays for Future“ und das youpaN war mit dabei.

Bild: Simeon Timmer

Die Klimakrise ist in den vergangenen Wochen wieder in den Fokus gerückt, dank Fridays for Future. Oftmals kamen höhnische Anmerkungen seitens der Kritiker*innen, doch der Sommerkongress in Dortmund beweißt das Gegenteil. Den Schüler*innen geht es nicht darum, die Schule zu schwänzen. Dies sollte inzwischen allen klar sein.

Doch worum ging es auf dem Sommerkongress?

Es ging um die Bilanz: Was hat die Bewegung geschafft und was ist ihre Vision: Wo soll es hingehen? Da sich viele bisher nicht persönlich getroffen hatten, stand in Dortmund ein weiterer Punkt auf dem Plan: „Dass sich alle besser kennenlernen und auch außerhalb der WhatsApp-Gruppen und Telefonkonferenzen miteinander ins Gespräch kommen“, erklärt der Dortmunder Schüler Hanno Merschmeyer.

Bisher organisierte sich „Fridays for Future“ online. In unzähligen Chatgruppen, häufig unterteilt nach Ortszugehörigkeit, tauschen sich die Aktivist*innen über Aktionen aus. Auch die Beratungen darüber, wie sie ihre Forderungen gegenüber der Lokal- aber auch Bundespolitik mehr Druck verleihen können, finden hauptsächlich dort statt.

Die letzten Tagen geschah das nun komplett analog – zumindest für die rund 1.500 Kongressteilnehmenden. „Hauptsächlich sind das die Jeningen, die in den gut 600 Ortsverbänden für Aktionen und Demonstrationen vor Ort die Hauptorganisation vorantreiben“, sagt Merschmeyer.

An dieser Struktur soll sich auch trotz des Kongresses nichts ändern. Die Haupt-organisation verläuft weiterhin dezentral. „Die Bewegung ist so besonders, weil wir inklusiv sind: Jede und jeder kann mitstreiken“, erklärt Marschall. „Wir sind eine basisdemokratische, offene Bewegung.“

Bild: Simeon Timmer

Doch es ging auch um Inhalte, Fortbildung und Forderungen der Fridays wurden ausführlich diskutiert und besprochen. In den Workshops in zwei Schulgebäuden – direkt neben dem Dortmunder Revierpark mit Camping, Bühne und Kochstellen – ging es vor allem um Fortbildung zu Themen wie „„Veränderungen auf Landes- und Bundesebene erreichen“ oder auch „Biodiversität: Paar Käfer weniger – na und?“. In Podiumsdiskussionen diskutieren mit Wirtschaftsweisen und Klimawissenschaftler*innen. Politiker*innen waren nicht eingeladen. Die Debatte an sich ist sehr wertvoll, doch nun sind wir an einem Punkt in der Geschichte angelangt, an dem wir gemeinsam entscheiden müssen, wie es von hier an weitergehen wird. Doch nicht nur Inhaltliches stand auf der Agenda, verschieden Prominente wie Joko Winterscheid, Eckart von Hirschauen (Scientist for Future) u.a. haben die jungen Aktivist*innen motiviert und für ihr Engagement gelobt.

Voller Motivation geht es am Sonntag für die Teilnehmer*innen wieder nach Hause und in den kommenden Wochen werden wir sehen, was sie vom Sommerkongress mitgenommen haben und wie sie es umsetzen werden. Wir sind gespannt!

Der Bericht ist von Simeon Timmer aus dem youpaN

Bild: Simeon Timmer