youprO-Reportage: Klimawandel – ganz dünnes Eis

Zumindest seit Fridays for Future kommt jede*r mit dem Thema Klimawandel in Kontakt. Aber es wirkt oft abstrakt und weit weg von unserer Lebensrealität. „Was genau passiert mit unserer Erde? Welche Folgen spüren wir direkt vor unserer Haustür? Und was kann jeder von uns tun, um das Klima zu schützen?“  Diesen Fragen sind wir in unserem youprO  „Klimawandel – ganz dünnes Eis“ in einer Reportage auf der Spur.

Hier findest du den ganzen Film.

Antworten suchen statt Halbwissen haben

In unserem Umfeld herrschte mehr Halbwissen als Verständnis, so auch bei uns. Deshalb begannen wir, eine Gruppe junger Menschen, Mitte 2018 nach Antworten zu suchen und nutzten die Gelegenheit, um andere Menschen in unserem Alter zu informieren. Wir zeichneten unsere Recherche und Gespräche auf. In unserer Schule lernten wir das technische Know-how, um selbstständig zu schreiben, filmen und schneiden.

Wir recherchierten einige Monate und kontaktierten Wissenschaftler um unsere Fragen zu klären. In der Reportage sprechen wir mit Frau Dr. Martin vom „Potsdam Institut für Klimafolgenforschung“. Sie redet mit uns über über ihre Sorge in die Zukunft, aber auch die Hoffnung die sie als Wissenschaftlerin antreibt. Außerdem treffen wir die Feuerwehr, die über eine Zunahme von Rettungseinsätzen spricht, reden mit einem Förster über tote Wälder und mit Aktivist*innen aus dem youpaN über Spaß an Nachhaltigkeit.

Fridays for Future macht auch uns Beine

Während unseren Dreharbeiten begann die Fridays for Future Bewegung, inspiriert von Greta Thunberg. Wir liefen mit und interviewten sowohl Demonstrant*innen, als auch Organisator*innen. Die Moderatorin Sarah kommt zu dem Schluss:

„Fridays for Future hat mich echt inspiriert. Ich helfe bei der Mobilisierung der Demos und will in Zukunft noch mehr bei der Organisation helfen.“

Generell haben wir alle viel von dem Projekt mitgenommen. Jafet, der zweite Moderator unserer Reportage meint: „Es tut gut zu hören, dass wir etwas unternehmen können und damit tatsächlich etwas verändern.“  Dieses Potenzial möchte er verantwortungsvoll nutzen und hofft, andere dazu inspirieren zu können, das gleiche zu tun. Außerdem haben wir bei der Recherche und den Dreharbeiten unglaublich viel gelernt und konnten tolle Menschen kennenlernen. Am meisten Spaß hat der Kontakt zu Aktivist*innen gemacht, die alle voller Tatendrang und Hoffnung waren.

Der Artikel (gekürzt) wurde von Sarah aus dem Projektteam geschrieben.

Das youpaN – Aktiv für den Klimaschutz

Der Klimawandel mit seinen Folgen ist eine der größten globalen Heraus­forderungen. Wir müssen die Erderwärmung auf maximal 1,5 Grad begrenzen. Nur so können wir die Lebensgrundlagen für unsere Zukunft erhalten.

Das ist nicht nur wissenschaftlicher Konsens, sondern auch das Ziel der Bundesregierung. „Aktiv für Klimaschutz“ heißt daher der neue Flyer des Bundesbildungsministeriums. In ihm wird der Beitrag von Bildungs- und Forschungsprojekten für die Lösung der Klimakrise dargestellt. Als Vorzeigeprojekt wird auch das Jugendforum youpaN vorgestellt. Denn es setzt sich auf vielfältige Weise dafür ein, dass junge Menschen die Zukunft mitentscheiden dürfen. Und es ist dafür da, dass Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) in Deutschland umgesetzt wird. Damit lernen Menschen durch Bildung, nachhaltig zu denken und zu handeln.

Das youpaN in Aktion auf der youcoN in Rügen

Neben Jugendbeteiligung geht es auch um grüne Berufe und Energiespartipps. Außerdem kannst du mehr über Forschungsprojekte zu Radfahren in der Stadt oder der Zukunfststadt lesen.

Insgesamt fördert das Ministerium für Bildung und Forschung in der laufenden Legislaturperiode Projekte zu Nachhaltigkeit, Klima und Energie mit 2 Milliarden Euro. Auch damit soll das Ziel eines klimaneutralen Deutschlands bis zum Jahr 2050 erreicht werden.

Hier kannst du dir den Flyer durchlesen und downloaden:

Escape Climate Change

Foto: Ann-Kathrin Hegger

In dem Workshop „ESCAPE CLIMATE CHANGE – Knack´ den Klima Code!“ auf  der Bildungsveranstaltung youcoN testete eine kleine Gruppe den Escape-Box-Protoypen, mit dem Lehrer der Sekundarstufe II ihre Schüler, als Einstieg in Unterrichtsreihen zum Klimawandel, herausfordern können. In der Box befanden sich verschiedene Rätsel, die die Spieler in einer vorgegebenen Zeit lösen mussten, um den Inhalt der Box zu erschließen und Fragen rund zum Thema zu beantworten. „Dieses Spiel ist nur ein Bestandteil aus zwei Blöcken. Es ist Unterrichtsmaterial, um in das Thema des Klimawandels spielerisch einzusteigen. Als Ergänzung bekommen die Lehrer noch weiteres Material, das die Aufgaben im Spiel aufgreift und vertiefend behandelt.“, erklärte der Projekt- und Spielleiter Oliver Kroos. Die transportable Box soll viele Schüler begeistern und einen spielerischen Zugang zum Thema ermöglichen.

Tick Tack – Ein Rennen gegen die Zeit

Das interaktive Spiel ist mit bis zu 30 Personen spielbar. Bevor er startete, erklärte der Spielleiter Oiver Kroos die Regeln: „Ihr dürft nichts zerstören und nur das nutzen, was ihr auf dem Tisch findet. Weitere Hilfsmittel sind verboten.“ Genau 60 Minuten hatten die Spieler Zeit, um die Rätsel in der Box zu lösen. Die Teilnehmer waren neugierig und drängten sich um den Tisch, auf dem eine große Box positioniert war. Der Schnellste von ihnen schnappte sich einen kleinen Zettel, der auf der Box lag und las ihn der Gruppe vor. Die Nachricht kam aus der Zukunft und forderte die Spieler dazu auf, die Ursachen des Klimawandels zu erforschen, denn er würde verheerende Auswirkungen haben. Schnell fand das Team einen ersten Code, der das Schloss an der großen Box öffnete. Ab diesem Zeitpunkt startete ein Wettlauf gegen die Zeit. Ob die Gruppe das Rätsel um den Klimawandel gelöst hat?

Foto: Nele Kälberloh

Gemeinsam arbeiteten sie sich mit den Rätseln quer über den Globus. Sie sortierten die unterschiedlichen Treibhausgase, markierten Länder auf unterschiedlichen Kontinenten mit Saugnäpfen und spannten Fäden zwischen ihnen auf, um die niedrigste und höchste CO2 Bilanz herauszufinden. Während des Spiels teilten die Spieler sich in Kleingruppen auf. Jedes Team betrachtete einen anderen Kontinent und löste unterschiedliche Rätsel. Kurz vor dem Ende kamen die Gruppen wieder zusammen. Als Team mussten sie noch eine wichtige Entscheidung treffen. In der Mitte des Tisches lagen einige Bauklötze mit Vorschlägen, wie der Klimawandel aufgehalten werden könnte. Es galt zu sortieren, welche Maßnahmen einen positiven und welche einen negativen Effekt auf das Klima haben würden. Schnell war der Gruppe klar: Wälder aufforsten ist die bessere Maßnahme als Brandrodung im Regenwald zu betreiben. Nachdem sie die Maßnahmen sortierten, ergaben die Zahlen und Buchstaben auf der Rückseite ein Lösungswort, das den letzten Tresor öffnete. Was sich in dem letzten Tresor befand, bleibt an dieser Stelle geheim.

Das kritisieren die Teilnehmer

„Ich fand es extrem kreativ und es hat mir viel Spaß gemacht.“, sagte der Privatdozent Dr. Dr. Joerg Tremmel, der als Workshop-Teilnehmer den Escape Room testen konnte. Da er schon viele unterschiedliche Escape Rooms gespielt hatte, brachte er einen Vorschlag mit ein: „Vielleicht müsst ihr über eine Lösung nachdenken, bei der der Spielleiter keine Kommandos während des Spiels geben muss.“ Der Einwand ist berechtigt, denn theoretisch könnten die Spieler direkt zum letzten Rätsel springen, weil es keine „Sperren“ in dem Spiel gibt, die verhindern, dass sie Spieler sich einfach einer anderen Aufgabe annehmen. Einige kleine Fehler müssen die Entwickler noch ausbessern, wie zum Beispiel eine fehlerhafte Rechenaufgabe, über die die Spieler gestolpert sind.

Die 19-jährige Teilnehmerin Nele ist begeistert: „Kompliment zur Aufmachung und Gestaltung. Ich finde das Design total ansprechend und cool.“ Die Spielmaterialien sind mehrfach nutzbar, sehr hochwertig sind sie allerdings nicht. Das gibt auch der Entwickler Oliver Kroos zu. Ihnen stehe ein begrenztes Budget zur Verfügung und sie müssen Kosten und  Nutzen gegeneinander abwiegen. Wenn das Material günstig sei, könnten sie viel mehr Boxen herstellen und kostenlos an den Schulen verteilen. Deshalb sei es in Ordnung, dass Materialien für das Nachhaltigkeits-Spiel, wie beispielsweise die Schlösser aus China, importiert werden und die Materialien möglichst günstig eingekauft wurden.

Auf die kritische Nachfrage, woher die Daten und Fakten aus dem Spiel stammen würden, antwortete Oliver Kroos: „Die Zahlen sind belegt, die Quellen stehen im Begleitmaterial. Abgesichert sind wir über das Bundesministerium. Sogar eine Wissenschaftlerin haben wir damit beauftragt, die Hintergrundinformationen zu recherchieren, weil wir uns auf die Wahrheit berufen wollen.“

Lehrer können das Spiel bereits auf der Website des Projekts Escape Climate Change kostenlos vorbestellen, um sich für ihre Schule ein Spiel zu sichern.

Dieser Artikel wurde geschrieben von Ann-Kathrin Hegger von der Jugendredaktion der Jungen Presse e.V., die live von der youcoN auf ihrem Magazin www.youthmag.de berichtet und uns diesen Beitrag freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat. Seit über 65 Jahren setzt sich die Junge Presse ehrenamtlich für medieninteressierte Jugendliche ein und ist einer der größten bundesweit aktiven Jugendmedienverbände.

youprO: Videomagazin zum Klimawandel

Die Projektidee

Oft scheint das Thema Klimawandel für Jugendliche weit weg. Dabei ist gerade unsere Generation ausschlaggebend für unsere Zukunft. Durch einen Videobeitrag von ca. 15 Minuten wollen wir junge Menschen auf den Klimawandel aufmerksam machen, gegen die häufig verbreitete Ignoranz steuern und die Problematik speziell für Jugendliche greifbar machen.

Lass uns die Karte mit youprOs füllen.

Wie betrifft uns der Klimawandel heute?

Diesen Einstig machen wir anhand von ein paar Fällen bei uns in der Region, wie z.B. dem Rheintiefstand, welcher für Tage verhinderte, dass Schüler*innen per Boot zu ihrer Schule auf einer Rheininsel kamen und diese deshalb ausfiel. Diese Beispiele werden wir dann in einem Interview mit Wissenschaftler*innen erklären und mit diesen Informationen den Bogen zu Zukunftsprognosen ziehen: Wie sieht es bei uns im besten/schlimmsten Fall in ein paar Jahren aus?

Danach wollen wir deutlich machen, dass die Problematik zwar dramatisch ist, wir aber (noch) alle etwas tun können und müssen.
Anders als von Erwachsenen, für Erwachsene gedrehte Beiträge, haben wir den Vorteil, unserem Publikum auf einer Augenhöhe zu begegnen und können Jugendliche somit direkter ansprechen.

Zu unserem Projekt gehört außerdem die Verbreitung unseres Filmes. Wir wollen den Film in zwei verschiede Aktionen unserer Schule zeigen, einmal während einer „Schülervollversammlung“ unter dem Motto Klimawandel und dann an einem von uns organisiertem Filmabend. Außerdem wollen wir ihn für alle zugänglich im Internet veröffentlichen, sodass er eine möglichst große Reichweite bekommt.

Projektdaten

Ort: Bonn Bad-Godesberg
Zeit: Januar bis Juni 2019
Mitmachen: Wenn du mitmachen willst oder Ideen zu dem Projekt hast, dann schreib eine Mail an !

Du gegen den Klimawandel!

Umweltbewusste Menschen in Deutschland kaufen Bioprodukte, verzichten öfter auf Fleisch oder essen möglichst regional und saisonal. Sie beziehen Ökostrom und nehmen das Fahrrad anstatt des eigenen Autos. Das Problem ist, dass diese Gruppe ungerne auf (Fern-)Reisen verzichtet und oftmals geräumige und schlecht gedämmte Wohnungen bewohnt. Das Umweltbundesamt bezeichnet diese Menschen daher als „umweltbewusst bei hohem Ressourcenverbrauch“.

Gerade umweltbewusste Menschen verursachen überdurchschnittlich viel CO². Unter den Umweltbewussten befinden sich besonders viele Akademiker*Innen, die mehr verdienen und besonders weltoffen sind, weshalb sie in größeren Wohnungen leben und mehr reisen. Schon ein Flug nach New York und wieder zurück verursacht 4 Tonnen CO². Um jedoch die Erderwärmung unter 2 Grad zu halten, dürften wir nicht mehr als eine Tonne pro Jahr verbrauchen.

Quelle: pixabay

drei Komponenten, mit denen wir gegen den Klimawandel wirken können

  1. Politisch sein: ohne engagierte Bürger*Innen und öffentlichen Druck gibt es keine Umweltschutzgesetze. Das geht z.B. durch den Eintritt in eine Umweltorganisation. Je mehr Mitglieder*Innen diese hat, umso mehr Einfluss hat sie.
  2. Kompensieren: bei Anbietern wie Atmosfair oder myclimate kannst du deinen Flug und deinen CO²-Ausstoß kompensieren. Das Geld wird verwendet, um den CO²-Ausstoß an anderer Stelle tatsächlich zu senken.
  3. Die großen Dinge angehen: hier vor allem Wohnfläche, Dämmung, Fernreisen und Auto. Möglich ist, z.B. den Vermieter*Innen zur energetischen Sanierung zu bringen oder auf Carsharing umzusteigen. Ein Konto bei einer Ökobank zu eröffnen, spart ebenfalls rund 0,2 Tonnen CO² im Vergleich zu konventionellen Banken.

Einzig die Flugreisen zerhauen die CO² Bilanz leider enorm. Allerdings gibt es auch tolle und vielfältige Urlaubsziele in Deutschland. Bei Auslandsreisen könnt ihr auf die Bahn umsteigen, auch wenn das etwas länger dauert, hilft es sehr viel CO² einzusparen.

Quelle: DER SPIEGEL

Die UN-Klimakonferenz in Kattowitz ’18 und Jugendbeteiligung

Nach zwei langen Wochen präsentieren die Delegierten ihre Ergebnisse

Dabei soll die Erderwärmung auf höchstens zwei Grad beschränkt werden. Der Sonderbericht des (IPCC) Weltklimarates, der zum verstärkten Einsatz der Erreichung des 1,5-Grad-Zieles mahnt, sollte durch den Gipfel „begrüßt“ werden. Die USA, Saudi-Arabien, Kuwait und Russland lehnten diese Formulierung ab und forderten, dass der Bericht „zur Kenntnis genommen wird“, woraus man sich auf den Kompromiss geeinigt hat, dass die „rechtzeitige Fertigstellung des Berichtes begrüßt wird“. Die Klimaziele sind weiterhin selbstgesetzte Ziele der Staaten und nur wenige Länder zeigten sich bereit ihre Maßnahmen deutlich zu erhöhen. Eine neue Regel für Entwicklungsländer soll die durch den Klimawandel entstanden Schäden mit Unterstützung der Industrieländer abdecken. Ab 2020 sollen 100 Mrd. Dollar für die Entwicklungsländer jährlich bereitgestellt werden. Ab 2024 soll es einheitliche Transparenzregeln zur Erfassung der CO²-Emissionen geben. Dadurch soll sichergestellt werden, dass die einzelnen Länder ihre Maßnahmen anpassen können, falls sie ihre Ziele nicht erreichen sollten.

Die Delegierten sind zufrieden – Die Expert*innen nicht

Kritik hagelt es von oben bis unten. UN-Generalsekretär Antonio Guterres spricht von einem „soliden“ Ergebnis, fordert aber mehr Ehrgeiz, denn der Klimawandel sei „schnell als wir“. Greenpeace-Chefin Jennifer Morgan zeigte sich enttäuscht: „Ein Jahr voller Klima-Katastrophen und einer eindringlichen Warnung von den besten Wissenschaftlern der Welt hätten zu viel mehr führen sollen“, sagte sie. „Anzuerkennen, dass mehr Ehrgeiz nötig ist, und Regeln für den Klimaschutz zu verabschieden, ist nicht mal annähernd genug, wenn ganzen Nationen die Auslöschung droht.“ Michael Schäfer, Leiter Klimaschutz und Energiepolitik beim WWF Deutschland sagte ebenfalls, der Kompromiss greife zu kurz. „Die Regierungen der Welt brauchen viel mehr Druck von ihren Bürgerinnen und Bürgern, endlich mit dem Klimaschutz Ernst zu machen.“

Die Kritik ist berechtigt, denn viele Regeln sind unklar und stellen keine Grundlage für Sanktionen im Falle der Nichteinhaltung. Die finanzielle Unterstützung für Schwellenländer könnte durch Kredite erfolgen und der Emissionsrechtehandel wurde vertagt. Dabei prognostizieren Klimaforscher*innen mit derzeitiger Entwicklung eine Erderwärmung von über drei Grad.

Viele Jugendliche, aber keine Beteiligung

Die Jugenddelegierten der Deutschen Gesellschaft für die Vereinten Nationen (DGVN) hatten auf der Klimakonferenz kein Mitsprache recht und durften noch nicht einmal in Verhandlungsräumen Präsenz zeigen.

Greta Thunberg

Die einzige Beteiligung erfolgte durch Jugendliche, die für Demonstrationen die Schule schwänzten. Die Protestbewegung ging von Greta Thunberg aus. Enttäuscht von der schwachen Klimapolitik setzte sich mit einem Protestbanner jeden Freitag vor ein Parlament. Auf der Klimakonferenz durfte sie eine Rede halten und sprach dabei deutliche Worte: „Ihr sagt, Ihr liebt Eure Kinder über alles. Und doch stehlt Ihr vor ihren Augen ihre Zukunft. Und weiter: „Unsere Umwelt wird geopfert, damit reiche Menschen in Ländern wie meinem in Luxus leben können.“ Die Politiker würden nur darüber sprechen, mit den „immer gleichen schlechten Ideen weiterzumachen, die uns in diese Krise geführt haben…Euch gehen die Entschuldigungen aus. Und uns geht die Zeit aus.“

Aber dann macht Greta deutlich, dass sie Hoffnung hat: „Ich habe gelernt, dass man nie zu klein ist, um etwas zu erreichen. Wir sind hierhergekommen, um Euch wissen zu lassen, dass es Veränderungen geben wird. Ob es Euch gefällt oder nicht. Die echte Macht liegt bei den Menschen. Danke.“

Auf dem Markt der Möglichkeiten mit dem SV-Bildungswerk

Zu einer nachhaltigen Bildung gehört Mitbestimmung an Schulen: Lukas vom SV-Bildungswerk vertritt den Verein auf dem Markt der Möglichkeiten. Wir haben ihm ein paar Fragen gestellt.

Was machst du hier?

Aktuell sitze ich hier, betreue unseren Stand für das SV-Bildungswerk und informiere alle Interessenten über unsere Arbeit. Wir setzen uns dafür ein, Beteiligungsstrukturen an Schulen zu stärken, damit Jugendliche ihre Ideen besser umsetzen können und gehört werden.

Wie bringt ihr euch für nachhaltige Entwicklung ein?

Eines unser Kernprojekte ist „Schule-Klima-Wandel“, mit diesem versuchen wir, gemeinsam mit Jugendlichen Strategien zu entwickeln, wie wir dem Klimawandel begegnen können. Dazu besuchen eigens von uns ausgebildete Klimabotschafter Schulen oder Veranstaltungen und geben dort Klimaworkshops. Gemeinsam sprechen wir dann über unsere Rolle und unseren Einfluss auf den Klimawandel und suchen nach Lösungsansätzen.

Wie kann man euch denn unterstützen oder bei euch mitmachen?

Wer Interesse hat, bei uns mitzumachen, hat mehrere Möglichkeiten: Wir bilden junge Menschen zu SV-Beratern und zu Klimabotschaftern aus. Als SV-Berater hilft man Schülervertretungen bei ihrer Arbeit und arbeitet mit ihnen zusammen: Wir beantworten dann Fragen wie „Welche Rechte haben Schülervertretungen?“ oder „Wie können Schülervertretungen ihre Forderungen einbringen?“. Als Klimabotschafter gibt man Workshops für Jugendliche, so wie ich zum Beispiel hier auf der youcoN. Natürlich kann man auch einfach Mitglied bei uns werden und in unseren Strukturen mitwirken.

Was gefällt dir an der youcoN?

Die youcoN ist ein sehr intensiver Kongress. Mir gefällt vor allem, dass die youcoN von jungen Menschen für junge Menschen organisiert wird, das spiegelt sich in sehr vielen Situationen positiv wieder. Einen großen Vorteil sehe ich zudem in der Möglichkeit, kostenfrei an der youcoN teilzunehmen, sodass niemand aus finanziellen Gründen von der Teilnahme ausgeschlossen wird.

Welche drei Dinge wünscht du dir für eine nachhaltige Zukunft?

Auf gesellschaftlicher Ebene wünsche ich mir ein breites Bewusstsein für die Dringlichkeit des Themas – Klimawandel geht uns alle an! Von der Politik erhoffe ich mir Aufmerksamkeit für die Folgen des Wandels, die sich zum Beispiel in Form von Klimaflüchtlingen in den nächsten Jahrzehnten deutlich zeigen werden. Für mich persönlich wünsche ich mir, dass wir alle gemeinsam handeln und zusammen arbeiten, um gegen den Wandel anzugehen.

Lukas, vielen Dank für das Gespräch!

Dieser Artikel wurde geschrieben von Marie Haase von der Jugendredaktion der Jungen Presse e.V., die live von der youcoN auf ihrem Magazin www.youthmag.de berichtet und uns diesen Beitrag freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat. Seit über 65 Jahren setzt sich die Junge Presse ehrenamtlich für medieninteressierte Jugendliche ein und ist einer der größten bundesweit aktiven Jugendmedienverbände.

Dem Klimawandel die Stirn bieten

Der Klimawandel begleitet uns jeden Tag. Wir hören von schmelzenden Polkappen, CO2-Fußabdrücken, extremen Wetterbedingungen und Ernteausfällen. Diese und viele weitere Faktoren sorgen für den anthropogenen, also den vom Menschen gemachten Treibhauseffekt, der unsere Jahrsmittelwerte der Lufttemperaturen stetig ansteigen lässt und damit fatale Folgen auf unseren Planeten bewirkt.

Im Workshop „Zukunft verändern – Klima wandeln“ beschäftigen sich die Teilnehmer unter Anleitung von Lukas Böhm und Annalena Stöger vom SV-Bildungswerk daher mit der drängenden Frage: Wie kann das Klima geschützt werden? Was können wir konkret machen, um den Wandel zu stoppen?

Die Teilnehmer nähern sich dabei dem Kern des Themas auf mehreren Etappen und sammeln zunächst, welche Akteure den Klimawandel mitgestalten. Sortiert wird nach Problemmachern und Lösungsschaffenden. Neben großen Industrienationen, global agierenden Konzernen und Fabriken finden sich dabei als Problemmacher einige sehr konkrete Beispiele: Fleischesser, Touristen, Flugreisende und Konsumenten im Allgemeinen tauchen in der Sammlung auf. Als Lösungsschaffende werden Umweltverbände, Aktivisten, Hochschulen mit Programmen für Nachhaltigkeit und Schulen genannt.

In einem nächsten Schritt hinterfragt jeder Teilnehmer sein eigenes Tun: Welche klimaschädlichen Dinge tue ich jeden Tag? Reflektiert gibt jeder Auskunft über sein eigenes Handeln: Fleisch essen. Lange duschen. Pflegeprodukte und Make-up nutzen. Strom verbrauchen. Technik besitzen, deren Komponenten klimaschädlich hergestellt werden. Lebensmittel aus Übersee verzehren, deren Anbau Unmengen an Wasser verschlingt. Flug- und Autoreisen. Das Bild, das sich den Teilnehmern bietet, erschreckt.

Selber zum Lösungsschaffenden werden

Das Blatt wird daher gewendet: Es wird nach Lösungen gesucht, um diese Probleme zu vermeiden. Gemeinsam werden zahlreiche Alternativen gefunden: Vegetarisch oder vegan essen. Kein Essen verschwenden und auf saisonale, regionale und biologisch hergestellte Lebensmittel Wert legen. Mehr Fahrrad fahren. Weniger Pflegeprodukte und feste Kosmetik benutzen. Die Liste an Möglichkeiten, um den Herausforderungen zu begegnen, wird deutlich länger als die Liste der Probleme.

Mit den gefundenen Ansätzen überlegen die Teilnehmer anschließend über Chancen, diese Ideen weiterzugeben und damit selber zum Lösungsschaffenden zu werden und entwickeln konkrete Pläne:

Wir wollen Vorbilder sein für andere und ein klimafreundliches Verhalten vorleben. Wir wollen Raum für Gespräche und Diskussionen nutzen, um andere an unseren Gedanken teilhaben zu lassen. Wir wollen kreativ sein und uns weiterentwickeln und dabei neue Möglichkeiten finden, um den Wandel zu leben. Wir wollen offen sein. Wir wollen Handlungsspielräume wahrnehmen und uns einmischen. Wir wollen niemanden bevormunden. Wir wollen Freunde einladen, mit uns gemeinsam die Veränderung zu sein, die diese Welt braucht.

Es wird klar: Jeder ist selber dafür verantwortlich, sein Handeln zu reflektieren und zu überdenken, Probleme zu erkennen und Lösungsansätze zu schaffen. Die Grundlage dafür wurde dank Lukas Böhm und Annalena Stöger gelegt – es liegt nun an den Teilnehmern, diese Veränderung weiterzutragen.

Dieser Artikel wurde geschrieben von  Marie Haase von der Jugendredaktion der Jungen Presse e.V., die live von der youcoN auf ihrem Magazin www.youthmag.de berichtet und uns diesen Beitrag freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat. Seit über 65 Jahren setzt sich die Junge Presse ehrenamtlich für medieninteressierte Jugendliche ein und ist einer der größten bundesweit aktiven Jugendmedienverbände.