Christoph Pennig

Pressemitteilung: youpaN fordert bessere Jugendbeteiligung und flächendeckende Implementierung von BNE

youpaN fordert bessere Jugendbeteiligung und flächendeckende Implementierung von Bildung für nachhaltige Entwicklung

14.02.2019. Das youpaN hat am letzten Wochenende seine Forderungen überarbeitet verabschiedet. In diesen verlangt das politische Jugendgremium eine bessere Jugendbeteiligung, eine Implementierung von Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) in der Fläche und einen kritischen
Diskurs mit aktuellen Systemen und Institutionen.

Zu diesem Thema erläutert Noura Hammouda, Mitglied des youpaN: „Bessere Jugendbeteiligung ist ein Schlüsselelement in der Umsetzung der Ziele für nachhaltige Entwicklung der UN und von BNE, wird aber nicht als solches behandelt. Junge Menschen werden nach wie vor in unserer Gesellschaft klein gehalten. Dabei sollten gerade sie die Möglichkeit haben, ihre Zukunft mitzugestalten. Die Unzufriedenheit von Jugendlichen über diese Tatsache entlädt sich nun in Bewegungen wie ‚Fridays for Future. ‘“

Nicolas Klasen, ebenfalls Mitglied des youpaN, ergänzt: „Zudem muss BNE endlich flächendeckend umgesetzt werden, um unsere Gesellschaft für die Zukunft fit zu machen. Dabei geht es nicht nur um Lehrpläne, sondern auch darum, wie Lernen stattfindet. Lernorte brauchen neue, nachhaltige Methoden und müssen konsequent barriere- und diskriminierungsfrei sein. Nur so können wir eine nachhaltige Gesellschaft gestalten.“

Die Pressemitteilung finden steht zum Download zur Verfügung.

Das youpaN steht gerne für Rückfragen, Interviews oder Hintergrundgespräche zur Verfügung.

 

Ansprechpartner*innen:

Nicolas Klasen:

E-Mail: *protected email*, Tel.: 015908143468

Noura Hammouda:

E-Mail: *protected email*, Tel.: 015738263984

Christoph Pennig

Welches Recht hat die Natur?

Eine Stimme für den Regenwald

In Kolumbien kann der Wald künftig sein Recht selbst einklagen. Seit April 2018 besitzt das Amazonasgebiet die gleichen Rechte wie eine Person. Das oberste Gericht Kolumbiens erkannte nämlich in einem Urteil die Bedeutung des Amazonasregenwalds als lebenswichtiges Ökosystem an. Auch Bolivien und Ecuador haben bereits solche Passagen in ihrer Verfassung verankert. In Kolumbien ging die Initiative von einer Gruppe von Kindern und Jugendlichen aus, die von der NGO „dejusticia“ unterstützt wurden. Sie argumentierten damit, dass die Abholzung des Regenwaldes den Klimawandel beschleunigt und damit ihre Zukunft. Das oberste Gericht forderte zudem, die Emissionen von Treibhausgasen bis 2020 auf Null zu senken und den Kahlschlag zu stoppen.

Neue Rechtsauslegungen

Nach der Rechtsauffassung der allermeisten Länder sind Natur, Tiere, Pflanzen und Steine einfach Objekte, die jede*r besitzen, zerstören oder schützen kann. Das schlägt sich auch in den Umweltgesetzen nieder. Diese regeln wie viel Umweltverschmutzung oder Naturzerstörung in Kauf genommen wird und legalisieren dadurch Umweltschäden. Das ist anders als bei natürlichen oder juristischen Personen. Die können sich zur Wehr setzen bei einer Verletzung ihrer Interessen. Die Natur ist in solchen Konflikten strukturell benachteiligt. Sobald mensch jedoch der Natur Rechte zugesteht, ändert sich die Lage. Umweltverbände, NGOs oder Anwaltskanzleien können dann vor Gericht ziehen und als Stellvertreter dieser Rechtssubjekte auftreten.

Naturrechtssprechung wächst

In vielen Ländern, beispielsweise Brasilien, Bolivien oder den USA, gibt es mittlerweile entsprechende gesetzliche Regelungen. Es bleibt trotzdem eine Frage der Abwägung. So behält sich der bolivianische Staat die Ausbeutung von natürlichen Ressourcen vor, was in Widerspruch zu den Verfassungsrechten steht und zu Spannungen führt. Das bedeutet, dass die Natur nicht immer und automatisch gewinnt. Sie bekommt aber eine eigene Stimme, die vor Gericht bestand hat. Weltweit werden Jurist*Innen ausgebildet, um die Rechte der Natur und der Bürger*Innen zu schützen. Doch allen guten Vorsätzen zum Trotz, ist die Einbettung und Umsetzung der neuen Gesetze nicht immer einfach. Gerade in Lateinamerika basiert die Wirtschaft noch stark auf dem Raubbau an Ressourcen. Trotz vieler Schwierigkeiten hat die neue Rechtsstrategie des biozentrischen Ansatzes in den letzten zehn Jahren auf internationaler Ebene enorm Fahrt aufgenommen.

Ausführlichere Informationen und den ungekürzten Artikel von SPEKTRUM findest du hier.

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Christoph Pennig

Du gegen den Klimawandel!

Umweltbewusste Menschen in Deutschland kaufen Bioprodukte, verzichten öfter auf Fleisch oder essen möglichst regional und saisonal. Sie beziehen Ökostrom und nehmen das Fahrrad anstatt des eigenen Autos. Das Problem ist, dass diese Gruppe ungerne auf (Fern-)Reisen verzichtet und oftmals geräumige und schlecht gedämmte Wohnungen bewohnt. Das Umweltbundesamt bezeichnet diese Menschen daher als „umweltbewusst bei hohem Ressourcenverbrauch“.

Gerade umweltbewusste Menschen verursachen überdurchschnittlich viel CO². Unter den Umweltbewussten befinden sich besonders viele Akademiker*Innen, die mehr verdienen und besonders weltoffen sind, weshalb sie in größeren Wohnungen leben und mehr reisen. Schon ein Flug nach New York und wieder zurück verursacht 4 Tonnen CO². Um jedoch die Erderwärmung unter 2 Grad zu halten, dürften wir nicht mehr als eine Tonne pro Jahr verbrauchen.

Quelle: pixabay

drei Komponenten, mit denen wir gegen den Klimawandel wirken können

  1. Politisch sein: ohne engagierte Bürger*Innen und öffentlichen Druck gibt es keine Umweltschutzgesetze. Das geht z.B. durch den Eintritt in eine Umweltorganisation. Je mehr Mitglieder*Innen diese hat, umso mehr Einfluss hat sie.
  2. Kompensieren: bei Anbietern wie Atmosfair oder myclimate kannst du deinen Flug und deinen CO²-Ausstoß kompensieren. Das Geld wird verwendet, um den CO²-Ausstoß an anderer Stelle tatsächlich zu senken.
  3. Die großen Dinge angehen: hier vor allem Wohnfläche, Dämmung, Fernreisen und Auto. Möglich ist, z.B. den Vermieter*Innen zur energetischen Sanierung zu bringen oder auf Carsharing umzusteigen. Ein Konto bei einer Ökobank zu eröffnen, spart ebenfalls rund 0,2 Tonnen CO² im Vergleich zu konventionellen Banken.

Einzig die Flugreisen zerhauen die CO² Bilanz leider enorm. Allerdings gibt es auch tolle und vielfältige Urlaubsziele in Deutschland. Bei Auslandsreisen könnt ihr auf die Bahn umsteigen, auch wenn das etwas länger dauert, hilft es sehr viel CO² einzusparen.

Quelle: DER SPIEGEL

Lukasz

Wir brauchen interkulturelle Kompetenz! Aber…was ist überhaupt Kultur?

Kultur ist weitaus mehr als ein klischeehaftes Abendessen, bei dem jede*r ein nationales Gericht mitbringt, worüber anschließend gestritten wird was das Beste ist. Kultur setzt sich aus unterschiedlichen Bereichen zusammen, wie Musik, Kunst, Sprachen, Moral, Religion, Technik, Wirtschaft und noch vielen Weiteren. Kultur ist zeitlos und reicht von der Vergangenheit bis in die Zukunft, wobei sie ständig im Wandel ist und sie hat dabei einen ganz großen Einfluss auf uns.

Wie beeinflusst Kultur unser Leben?

Unser Denken und Handeln wird von unserer Kultur geprägt, weshalb auch du dich mit dem Thema beschäftigen solltest, um neue Perspektiven zu entdecken. Wenn wir auf das klischeehafte Abendessen zurückgreifen und den Bereich der Ernährung genauer unter die Lupe nehmen, erkennt man Esskulturen, wie in Europa das Verzehren von Fleischprodukten. Für viele Europäer ist es selbstverständlich, dass zum Beispiel Rind auf den Teller gehört.

In religiösen Strömungen wie dem Hinduismus verzichten viele auf den Verzehr von Rind und im Buddhismus wird sogar ganz auf Fleischkonsum verzichtet. Das kleine Meerschweinchen wird in manchen lateinamerikanischen Gebieten für den Verzehr gezüchtet, was für die Europäer wieder unvorstellbar ist. Aber auch chemische Innovationen wie Plastik oder Wirtschaftsordnungen, die heute die Welt stark beeinflussen, gab es nicht schon immer. Vielleicht entdeckst du auch bei dir Angewohnheiten oder Denkmuster, nach denen du schon immer gehandelt hast und es immer noch tust, ohne wirklich darüber nachgedacht zu haben. Dabei entscheiden wir nicht selber, in welche Kultur wir geboren werden und welche Denkweise wir annehmen. Der Philosoph John Locke hielt den Verstand für eine tabula rasa, was so viel bedeutet wie unbeschriebenes Blatt, das erst nach der Geburt mit Inhalt gefüllt wird. Diese These ist sehr umstritten, schaut man aber auf die Entwicklungspsychologie, zeigt diese zu mindestens, dass das Blatt nach der Geburt und bis ins hohe Alter stets durch neue Impulse gewandelt wird.

Was hat Kultur mit BNE zu tun?

Beschäftigen wir uns mit unterschiedlichen Kulturen, kann unser Denkhorizont erweitert werden und wir fangen an selbstverständliche Sachen zu hinterfragen. Im Bezug auf die Vergangenheit gab es schon immer einen kulturellen Austausch, der in der heutigen Zeit der Globalisierung seinen Höhepunkt erreicht. BNE könnte dabei ein Vorreiter einer neuen Epoche werden und unsere Kultur maßgebend verändern. Deswegen ein Appell an dich: Beteilige dich und pack mit an. Lasst uns zusammen den Boden für eine friedliche und nachhaltige Welt säen, im dem sich die Wurzeln der Toleranz und Freiheit verankern und daraus eine Landschaft mit Vielfalt entsteht, die für jede*n eine Frucht des Glückes bereithält.

Christoph Pennig

Projektideen fürs neue Jahr!

Das Jahr 2018 neigt sich dem Ende entgegen und wir haben zusammen mit euch tolle youprOs geplant und umgesetzt. 17 Stück insgesamt! Vielen Dank an alle, egal ob Planer*in oder Teilnehmer*in, die mitgemacht haben!

Was für Projekte gab es?

Um nur ein paar zu nennen: Wir haben mit euch zum Beispiel das youprONachhaltig Schenken – DIY Weihnachtsworkshop umgesetzt. Bei diesem besinnlichen Weihnachtsworkshop habt ihr gelernt, wie man nachhaltige Geschenke selbst herstellen kann.

Oder unser youprOGlobale Partnerschaften für Klimagerechtigkeit.  Im Rahmen dieses Projektes wurden drei Wochenendseminare über den Klimawandel in Malawi und Niedersachsen, souveräne, klimaresiliente Gemeinden in Malawi und Niedersachsen und globale Partnerschaften für Klimagerechtigkeit durchgeführt. 

Unser neuer Projekt-Reader zum Ideenfinden und -planen

Des Weiteren haben wir vor kurzem unseren neuen Projekt-Reader vorgestellt. Mit diesem unterstützen wir dich bei der Umsetzung deiner Idee(n). Und wir zeigen dir Schritt für Schritt, wie du dein Projekt zum Erfolg führst. Blätter dich einfach durch unsere Broschüre und schau dir die unterschiedlichen Tools dafür an. Damit wird es jetzt noch leichter Projektideen umzusetzen.

Mach 2019 zu deinem Projektjahr!

Die Projektideen können ganz unterschiedlich sein. Ganze egal ob du eine Plakatkampagne für Ressourcenschutz an deiner Uni machen möchtest. Ein Jugend-Camp zu den SDGs planst oder YouTube-Videos über Gleichberechtigung in deiner Schule filmen möchtest. Wichtig ist nur, dass dein Projekt etwas mit Nachhaltigkeit zu tun hat und wie wir in Zukunft handeln können. Das kann z.B. Umweltschutz durch Müllvermeidung oder auch Demokratielernen durch Diskussionen sein.

Damit wir auch im neuen Jahr viele neue Projekte umsetzen können, sind wir auf viele Ideen angewiesen. Auf unserer interaktiven Karte kannst du dir anschauen, was es überall für vielfältige Projekte gibt. Schau doch mal was in deiner Nähe umgesetzt wurde oder wo es noch keine Projekte gibt und lass dich dabei inspirieren für neue Projekte!

Wir freuens uns auf deine neuen Projektideen und wünschen dir einen guten Rutsch ins neue Jahr!

Lukasz

3. Pariser Platz Rede

Prof. Dr. Dr. Ervin Laszlo hielt am 3. Dezember die 3. Pariser Platz Rede und betont die Notwendigkeit der Evolution unseres Bewusstseins, das zu oft egozentrisch und materialistisch geprägt ist.

Bevorstehende Krisen? – Wir sind bereits mittendrin

Laszlo sieht die globalen Krisen nicht als bevorstehende Ereignisse, auf die wir uns in aller Ruhe vorbereiten können, sondern als Krisen, die hier und jetzt stattfinden. Nun liegt es an uns den richtigen Weg zu gehen – und das am besten sofort!

Auf die Frage, ob er angesichts von 7 Milliarden Menschen, die die Erde ausbeuten, wirklich glaube, dass das Ruder noch herumgerissen werden könne, antwortete Laszlo: „Ja, sonst bräuchten wir ja gar nichts mehr tun.“ Laszlo schaut voller Optimismus in die Zukunft und sieht gerade diese Zeit des Umbruchs für die Chance des Wandels – das Potenzial dazu liegt in einem jeden Menschen. Neue Technologien und soziale Medien können dabei neue Möglichkeiten schaffen, die viel mehr Menschen in die Lage versetzen den Wandel zu gestalten, sei es auf lokaler oder globaler Ebene.

Lukasz

youpaN-Treffen

Das youpaN traff sich vom 7. Dezember bis 9. Dezember in der Europäischen Jugendbildungs- und Jugendbegegnungsstätte Weimar. Auf dem Programm standen jede Menge Punkte, die vom youpaN ausgearbeitet wurden, wie zum Beispiel die Nachbesetzung der Fachforen und Vorbereitungen zu wichtigen Gremien.

Mehr zu: Fachforen und Gremien

Bis zum Umkippen

Mit wie viel Leidenschaft das youpaN dabei vorging, sieht man an der freiwilligen Überschreitung des Zeitplans. Am Samstag lag der Zeitplan von 09:00 Uhr bis 18:30 Uhr und wurde bis 22:00 Uhr überschritten. Erholung gab es am Sonntag nicht. Stattdessen traf sich das youpaN eine halbe Stunde vor dem Zeitplan, um möglichst viele Aufgaben auf dem Treffen lösen zu können.

Feiertage

Im Jahr 2018 ist viel passiert und wir haben zusammen viel erreicht, die youcoN 2018, jede Menge youprOs, Neuzugänge beim youpaN und gute Aussichten für Jugendbeteiligung im Jahr 2019. Wir hatten viel Freude und Spaß und freuen uns schon mit euch auf das kommende Jahr 2019!

Das youpaN und die youboX wünschen allen Leser*innen erholsame Feiertage und einen guten Rutsch ins neue Jahr.

Aaron, Christopher, Clara, Daniela, Elena, Emely, Emily, Erdem, Hanna, Hanna, Hannah, Janna, Jeanne, Katharina, Laura, Lorenzo, Marcel, Nicolas, Nikolas, Noura, Reshad, Ronja, Rosanna, Simeon

Christoph, Dilan, Julian, Lukasz, Sophia

Lukasz

youpaN auf der Nationalen Plattform Bildung für nachhaltige Entwicklung

Am 13. Dezember 2018 fand die 8. Versammlung der Nationalen Plattform Bildung für nachhaltige Entwicklung statt und das youpaN war die junge Stimme, vertreten von Ronja Hallerbach, stellvertretend von Nikolas Karanikolas, begleitet von Elena Keil.

Mehr Jugendbeteiligung!

Das youpaN setzte sich auf der Nationalen Plattform für mehr Jugendbeteiligung ein. Dabei wurde von Ronja Hallerbach die Wichtigkeit von Jugendbeteiligung stark betont. „Fehlende Partizipationsmöglichkeiten erschwerden es Jugendlichen, sich im Erwachsenenalter in politisches Geschehen einzubinden“, so Ronja. Sie forderte deshalb Jugendzukunftsräte in allen Bundesländern, damit Jugendliche ihre Zukunft mitgestalten können und das richtige Werkzeug dafür in die Hände bekommen. Ein anderes wichtiges Thema war der Fortbestand des youpaNs, da das Projekt 2019 ausläuft. Dafür forderte Ronja die Fortbestehung und Verbesserung der Beteiligungsmöglichkeiten für Jugendliche sowie die Ausweitung zur Funktion als globales Vorbild. Die Reaktionen der Anwesenden der Nationalen Plattform sprachen für eine Zustimmung der genannten Forderungen, weshalb wir mit großen Erwartungen in das kommende Jahr blicken.

Alle Forderungen des youpaNs findest du hier: Forderungen

Lukasz

Die UN-Klimakonferenz in Kattowitz ’18 und Jugendbeteiligung

Nach zwei langen Wochen präsentieren die Delegierten ihre Ergebnisse

Dabei soll die Erderwärmung auf höchstens zwei Grad beschränkt werden. Der Sonderbericht des (IPCC) Weltklimarates, der zum verstärkten Einsatz der Erreichung des 1,5-Grad-Zieles mahnt, sollte durch den Gipfel „begrüßt“ werden. Die USA, Saudi-Arabien, Kuwait und Russland lehnten diese Formulierung ab und forderten, dass der Bericht „zur Kenntnis genommen wird“, woraus man sich auf den Kompromiss geeinigt hat, dass die „rechtzeitige Fertigstellung des Berichtes begrüßt wird“. Die Klimaziele sind weiterhin selbstgesetzte Ziele der Staaten und nur wenige Länder zeigten sich bereit ihre Maßnahmen deutlich zu erhöhen. Eine neue Regel für Entwicklungsländer soll die durch den Klimawandel entstanden Schäden mit Unterstützung der Industrieländer abdecken. Ab 2020 sollen 100 Mrd. Dollar für die Entwicklungsländer jährlich bereitgestellt werden. Ab 2024 soll es einheitliche Transparenzregeln zur Erfassung der CO²-Emissionen geben. Dadurch soll sichergestellt werden, dass die einzelnen Länder ihre Maßnahmen anpassen können, falls sie ihre Ziele nicht erreichen sollten.

Die Delegierten sind zufrieden – Die Expert*innen nicht

Kritik hagelt es von oben bis unten. UN-Generalsekretär Antonio Guterres spricht von einem „soliden“ Ergebnis, fordert aber mehr Ehrgeiz, denn der Klimawandel sei „schnell als wir“. Greenpeace-Chefin Jennifer Morgan zeigte sich enttäuscht: „Ein Jahr voller Klima-Katastrophen und einer eindringlichen Warnung von den besten Wissenschaftlern der Welt hätten zu viel mehr führen sollen“, sagte sie. „Anzuerkennen, dass mehr Ehrgeiz nötig ist, und Regeln für den Klimaschutz zu verabschieden, ist nicht mal annähernd genug, wenn ganzen Nationen die Auslöschung droht.“ Michael Schäfer, Leiter Klimaschutz und Energiepolitik beim WWF Deutschland sagte ebenfalls, der Kompromiss greife zu kurz. „Die Regierungen der Welt brauchen viel mehr Druck von ihren Bürgerinnen und Bürgern, endlich mit dem Klimaschutz Ernst zu machen.“

Die Kritik ist berechtigt, denn viele Regeln sind unklar und stellen keine Grundlage für Sanktionen im Falle der Nichteinhaltung. Die finanzielle Unterstützung für Schwellenländer könnte durch Kredite erfolgen und der Emissionsrechtehandel wurde vertagt. Dabei prognostizieren Klimaforscher*innen mit derzeitiger Entwicklung eine Erderwärmung von über drei Grad.

Viele Jugendliche, aber keine Beteiligung

Die Jugenddelegierten der Deutschen Gesellschaft für die Vereinten Nationen (DGVN) hatten auf der Klimakonferenz kein Mitsprache recht und durften noch nicht einmal in Verhandlungsräumen Präsenz zeigen.

Greta Thunberg

Die einzige Beteiligung erfolgte durch Jugendliche, die für Demonstrationen die Schule schwänzten. Die Protestbewegung ging von Greta Thunberg aus. Enttäuscht von der schwachen Klimapolitik setzte sich mit einem Protestbanner jeden Freitag vor ein Parlament. Auf der Klimakonferenz durfte sie eine Rede halten und sprach dabei deutliche Worte: „Ihr sagt, Ihr liebt Eure Kinder über alles. Und doch stehlt Ihr vor ihren Augen ihre Zukunft. Und weiter: „Unsere Umwelt wird geopfert, damit reiche Menschen in Ländern wie meinem in Luxus leben können.“ Die Politiker würden nur darüber sprechen, mit den „immer gleichen schlechten Ideen weiterzumachen, die uns in diese Krise geführt haben…Euch gehen die Entschuldigungen aus. Und uns geht die Zeit aus.“

Aber dann macht Greta deutlich, dass sie Hoffnung hat: „Ich habe gelernt, dass man nie zu klein ist, um etwas zu erreichen. Wir sind hierhergekommen, um Euch wissen zu lassen, dass es Veränderungen geben wird. Ob es Euch gefällt oder nicht. Die echte Macht liegt bei den Menschen. Danke.“

Aaron

youprO: Bildung neu denken

Das aktuelle Bildungssystem

Wie gefällt es dir in der Schule oder Hochschule? Bist du glücklich? Kannst du das lernen/machen, was du möchtest, oder gehst du zu solchen Institutionen, weil du es musst. Weil es alle machen. Weil du später mal einen Arbeitsplatz haben musst, mit dem du überleben kannst. Oder weil du dich vielleicht nicht traust deinen eigenen Weg zu gehen?

Wenn ich diese Fragen beantworte, dann muss ich ehrlich gestehen, dass ich nicht gerne in die Schule gegangen bin. Genauer gesagt mochte ich es überhaupt nicht. Klar, ich habe meine Freunde jeden Tag gesehen, aber für 5-7 Stunden am Tag aus dem Fenster starren in die Schule gehen? Warum?

Natürlich ist das jetzt sehr übertrieben, aber es ist wahr, dass ich oft aus dem Fenster gestarrt und mich gefragt habe, warum das alles? Warum sitze ich hier? Warum muss ich dies und das und jenes lernen, obwohl ich das vielleicht gar nicht möchte? Bin ich in der Schule, um meinen Interessen nachzugehen, verschiedene Dinge auszuprobieren und mein Potenzial zu entdecken und entfalten oder bin ich in der Schule, um Arbeiter zu werden, Befehlen/Aufgaben zu gehorchen und das alles nicht kritisch zu hinterfragen?

Um ein vollständigeres Bild zu bekommen war ich auf einem gewöhnlichen Gymnasium, in der wir Schüler*innen jeden Tag auf unseren Platz sitzen, ruhig sein und dem/der Lehrer*in zuhören mussten. Für manche mag dieses System funktionieren (doch selbst das bezweifle ich), aber für mich und den Großteil meiner Klasse nicht. Fast alle Menschen meiner Klasse gingen nicht gerne zur Schule, lernten für eine Klassenarbeit ein paar Tage davor, um das Gelernte ‚auszukotzen‘ und kurz danach wieder zu vergessen. Deswegen ist dieser Art von Lernen ist obsolet (hinfällig/veraltet). Und was macht man, wenn das der Fall ist?

Ausbrechen!

Um genau solche alternativen Lernwege jenseits der Schule/Hochschule ging es gestern (am 15.12.18) auf dieser Messe im Forum Factory in Berlin, die gleichzeitig im Rahmen eines youprOs umgesetzt wurde. Organisiert wurde die Messe vom Verband freier Bildungsalternativen, deren Vision es ist, dass „jeder Mensch nach seinen Fähigkeiten und Bedürfnissen lernen und leben kann.“ (Quelle)

Ziel der Messe ist/war es, „bestehende Projekte sichtbar zu machen und miteinander zu vernetzen.“ (Quelle) Da war es auch schon keine Frage mehr, dass Marcel und ich vom youpaN dort hingehen, von uns erzählen und Werbung für weitere youprOs machen würden. Nach einer langen Zugfahrt mit wenig Schlaf kam ich morgens an, habe mit Marcel unseren Stand aufgebaut und ich muss sagen, ich bin immer noch ziemlich beeindruckt von den vielen Menschen, die ihre Bildung in die Hand nehmen und individuelle Lernwege jenseits von Schule/Hochschule bestreiten. Sei es die Wanderuni, die ReiseuniProject Peace, die Demokratische Stimme der Jugend e. V., die Akademie für angewandtes gutes Leben, wandlungsträume, das Kollektiv für gelebte Utopie, die Freilerner-Solidargemeinschaft e. V. und viele mehr, sie alle zeigen Wege auf, nicht weiter zur Schule zu gehen oder mal nicht BWL zu studieren, weil man ‚nicht weiß, was man machen soll‘.

Das youpaN wirbt für die youprOs

Marcel, Laura und ich haben viel Werbung für die Projekte gemacht, die wir gemeinsam mit jungen Menschen umsetzen und das kam sehr gut an! Viele schienen interessiert und überlegen es sich, ein youprO mit uns zu machen. Wie viele Projektideen in der nächsten Zeit eintrudeln werden, wird sich zeigen, jedenfalls war es sehr schön auf der Messe zu sein. Vor allem hat sie mich darin bestärkt, auch ‚meinen eigenen Weg weiterhin zu gehen‘, da ich seit meinem Abitur 2015 alternativ lerne (jenseits einer Institution).

Bildung muss tauschlogikfrei sein!

Das besondere an der Messe war, dass sie tauschlogikfrei organisiert wurde.  Friederike Habermann und auch Tobi Rosswog haben dazu am Nachmittag Workshops angeboten. Tauschlogikfrei bedeutet, dass man Dinge bedingungslos bekommt und nicht mehr (so wie heute) etwas dafür geben muss (Geld, Daten, Privatsphäre etc.). Für die Messe musste man also keinen Eintritt zahlen und das Essen war tauschlogikfrei: jede*r durfte etwas mitbringen und teilen, musste es aber nicht. Diesen Gedanken/Ansatz, Dinge außerhalb der Tauschlogik zu organisieren finde ich extrem spannend, weswegen ich auch das Bildungsprojekt TROM übersetze. Dort wird aber nicht der Begriff tauschlogikfrei verwendet, sondern handelsfrei. Schau dir dazu das Buch „Das Geldspiel und darüber hinaus“ und „Die Ursache der meisten Probleme an.

Was denkst du?

Einfach mal ausbrechen und nicht zur Schule/Hochschule gehen – wie fühlt sich das für dich an? Kommen Ängste hoch? Zukunftssorgen? Was könnten die anderen denken?

Oder klingt es auch nach Freiheit, Selbstbestimmtheit und Abenteuer?

Könntest du dir vorstellen nicht mehr zur Schule/Uni zu gehen und Dinge zu lernen, wann, wo, warum, wie und mit wem du willst?

Heutzutage gibt es ein Ding namens Internet, wo Wissen frei zugänglich ist, und Wissensplattformen, wie die Khan Academy, auf der jeder Mensch in seiner Geschwindigkeit lernen kann.

Nelson Mandela hat mal gesagt:

„Bildung ist die mächtigste Waffe, die du verwenden kannst, um die Welt zu verändern.“ (Quelle)

Vielleicht müssen wir jungen Menschen einfach mal ausbrechen, alternative Lernwege jenseits der Schule gehen und Bildung neu denken.

Dieser Artikel wurde von Aaron geschrieben.