Glücklich zurück im Kindergarten

Foto: Carolin Schnelle/Nele Kälberloh

Gerne erinnere ich mich zurück an meine Zeit im Kindergarten. Unbeschwert und sorgenfrei den ganzen Tag damit verbringen, Bauklötze zu stapeln, Mandalas auszumalen oder sich an Tische zu setzen, die heute selbst als Stuhl zu klein wären. Es war für mich aber vor allem auch eine Zeit, die ich jetzt rückblickend mit dem Auge eines Studenten als unglaublich wichtigen und prägenden Kindergarten-Unterricht bezeichnen würde. Spannender war danach die Grundschule und die ersten Jahre am Gymnasium. Diese Zeit verbinde ich unter anderem auch mit dem Erstellen von Mindmaps und riesigen Post-Its. Das lag unter anderem an den von den Lehrern mit viel Mühe vorbereiteten Flipchart-artigen Tafelbildern mit gefühlten 3000 schon beschrifteten Post-Its.

Lange Zeit habe ich nicht viel von dieser Methode gehalten, zu durchgetaktet war mir der Unterricht. Diskussionsrunden waren immer an eine Art Skript (in dem Fall die beschrifteten Post-Its) gebunden und konnten sich meiner Meinung nach nie wirklich frei entwickeln – meistens im Unterricht von sehr engagierten Referendaren. Anders heute im Workshop „denken, handeln, wandeln – Hochschule transformieren“. Dieser ist einer von vielen thematisch unterschiedlichen Workshops, die bis zum Samstag Nachmittag, also dem inhaltlichen Ende der youcoN 2019, als Blockseminar angeboten werden. Inhaltlich sowie unterrichtstechnisch habe ich überhaupt keine Erwartungen an den Workshop, vielmehr habe ich die Hoffnung, positiv überrascht zu werden, und das werde ich.

Im Workshop beschäftigen wir uns mit der Frage, welche Visionen wir als Studenten für Universitäten im Jahr 2030 in den Bereichen Lehre, Betrieb, Governance und Forschung haben und entwickeln dazu eigene Projekte für eine zukunftsfähige Universität. Allein des Themas wegen habe ich deshalb das Gefühl, die Gesprächsrunden werden anders – mehr altersbezogen. Denn vergleichsweise ist das Publikum der youcoN recht jung und sehr dynamisch.

Kindergarten-Methoden auf Hochschulniveau

Die beiden Leiterinnen Cordelia und Josephin berichten kurz von ihren Aufgaben beim „netzwerk n“ und fangen gleich thematisch an. Sofort fliegt mir viel Sympathie und Einsatz entgegen, weshalb ich es grundsätzlich überhaupt nicht einsehe, die Methodik der Flipcharts und Riesen-Karteikarten als unangebracht zu empfinden. Im Gegenteil – ich bin sogar überzeugt davon, dass dieses Thema, verbunden mit dieser Technik, um einiges anschaulicher dargestellt werden kann. Vor allem werden mir erst dadurch die unnötig komplizierte Hochschulpolitik und Universitätssysteme etc. klarer. Nach der Theorie kommt dann die Praxis: Alle Teilnehmer laufen die nächste halbe Stunde im Raum herum und müssen je nachdem, wo sie stehen, zusammen mit anderen Teilnehmern hochschulbezogene Fragen beantworten, die auf Plakate am Boden geschrieben sind. Danach sammeln kleinere Grüppchen auf Postern ihre Vorstellungen von den einzelnen Universitätsbereichen, ergänzen sie und präsentieren sie später im Plenum. Alles wieder, wie ich es finde, sehr im Stile eines Kindergarten-Unterrichts. Für diese Bezeichnung kann man mich gerne kritisieren – ich sehe keinen Anlass diese Kritik nicht ernst zu nehmen oder an mir abprallen zu lassen.

Sehr entspannend ist das autogene Training, eher bekannt unter dem Namen Traum- oder Fantasiereise. Josephin spricht, während alle anderen die Augen geschlossen haben, zu einer beruhigenden Audiodatei und alle im Raum versuchen sich den vorgelesenen Text bildlich vorzustellen.

Der einzige Moment, bei dem ich ernsthaft überlege, aus Prinzip die mir zugetragene Aufgabe nicht zu erledigen, ist  nach der Traumreise und gegen Ende. In kleineren Teams müssen wir unsere Visionen aus eben diesen Traumreisen zusammentragen und künstlerisch mit einem Bastelkasten umsetzen. Sehr zurückhaltend bringe ich meine Ideen zur Umsetzung ein und setze diese auch genauso minimalistisch um. Trotzdem entstehen daraus recht passable Gesamtergebnisse. Nach der Vorstellung endete der erste Tag des Workshop.

Dieser Artikel wurde geschrieben von Sebastian Schroth von der Jugendredaktion der Jungen Presse e.V., die live von der youcoN auf ihrem Magazin www.youthmag.de berichtet und uns diesen Beitrag freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat. Seit über 65 Jahren setzt sich die Junge Presse ehrenamtlich für medieninteressierte Jugendliche ein und ist einer der größten bundesweit aktiven Jugendmedienverbände.

Nur noch kurz die Welt retten

Foto: Nele Kälberloh

Rügen ist mit seinen kilometerlangen Sandstränden, Alleenstraßen, Kreidefelsen oder auch dem Kurhaus von Binz eines der beliebtesten Urlaubsziele Deutschlands. Und diese Woche nun auch Standort der youcoN 2019. Fünf Tage wird in der Jugendherberge Prora, einem mehr als geschichtsträchtigen Ort, über Möglichkeiten diskutiert, die Bildung zukünftig nachhaltig zu gestalten.

Besser hätte das Wetter für den Kick-Off nicht sein können: Strahlend blauer Himmel und frische Meeresluft passen perfekt zu der allgemein lebendigen Stimmung. Etwas gequält lustig eröffnen die Moderatoren die Jugendkonferenz und präsentieren allen zu Beginn kleinere Clips von youcoN-Konferenzen der letzten Jahre. Gesellige und erfrischend neue Kennenlernspiele stärken gleich im Anschluss die Gruppengemeinschaft. Besonders witzig: die etwas verzerrte Deutschlandkarte mit den Herkunftsorten aller Teilnehmer.

Gastrednerin Prof. Dr. Stoltenberger informiert an diesem Abend über die „Bildung für nachhaltige Entwicklung“, kurz BNE, und allgemein die Brennpunkte der deutschen Bildungspolitik. All das wirkt wie eine Art Unterricht bzw. Vorlesung in einer Scheune – bei offenen Türen und Fenstern fühlt sich das fast wie ein Klassenzimmer unter freiem Himmel an. Wichtig ist für Frau Stoltenberger das globale Verständnis, dass nachhaltige Zukunftskonzepte in den Bildungssystemen erklären können, wie Jugendliche weltweit ihre Kompetenzentwicklung selbstständig verbessern können. Dabei ist für sie Kommunikation das entscheidende Medium. Außerdem sei es die Aufgabe der Bildungsinstitutionen, nachhaltige Entwicklung als Konzept und langfristigen Prozess greifbar zu machen und neue Sicht- und Denkweisen zu vermitteln. Ein Selbstverständnis für die Existenz von Menschenrechten und der Natur als Lebensgrundlage aller Dinge hat für sie hierbei oberste Priorität. Als Fazit nennt Prof. Dr. Stoltenberger einige NGOs, ohne die all das nicht möglich wäre.

In einem Fragenhagel werden Experten und Expertinnen aus der UNESCO, dem Bundesministerium für Bildung und Forschung, dem Institut futur und der Stiftung Bildung zu allen möglichen Themen befragt. Sehr sympathisch verkündet hierbei Rabea Willers, dass das youpaN-Team zu einer Gesprächsrunde ins Ministerium für Bildung und Forschung eingeladen ist.

Insgesamt wirkte die ganze Eröffnungsveranstaltung sehr entspannt, manchmal aber auch sehr aufgesetzt. Allgegenwärtig ist ein besonders starkes „Wir-finden-uns-alle-sehr-cool-Gefühl“ und „gemeinsam-retten-wir-die-Welt“.

Dieser Artikel wurde geschrieben von Sebastian Schroth von der Jugendredaktion der Jungen Presse e.V., die live von der youcoN auf ihrem Magazin www.youthmag.de berichtet und uns diesen Beitrag freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat. Seit über 65 Jahren setzt sich die Junge Presse ehrenamtlich für medieninteressierte Jugendliche ein und ist einer der größten bundesweit aktiven Jugendmedienverbände.

youcoN 2019, was machen wir hier eigentlich? 

Foto: Carolin Schnelle

Die youcoN versucht die „Bildung für Nachhaltige Entwicklung“ (BNE) näher zu bringen. Durch Workshops eignet man sich nicht nur Theorie Erfahrungen an, sondern lernt auch, wie man es praktisch umsetzten kann.

Die youcoN 2019 findet dieses Jahr auf der Insel Rügen, Ostseebad Binz statt. Sie richtet sich an junge Visionär*innen, die Lust haben, ihre Meinung zu sagen und die Zukunft zu ändern. Die youpaN ist das Jugendforum, das junge Menschen dazu anstiftet, sich an der Umsetzung des „Nationalen Aktionsplans Bildung für nachhaltige Entwicklung“ zu beteiligen. Die youpaN wird von der youboX der Stiftung Bildung mit Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung umgesetzt.

Foto: Carolin Schnelle

Luisa Eichhorn ist die Leiterin der Jugendherberge und managt die Unterbringung und Verpflegung aller Teilnehmer und Betreuer. Die Ziele der Veranstaltung decken sich mit den Ansichten der Jugendherberge in ganz vielen Schnittpunkten, weswegen sie die Kombination ideal findet. Sie ist begeistert von der youcoN und findet, dass es ein ganz anderes, neues und modernes Format sei. Junge Leute sollten in jedem Fall daran beteiligt werden, Zukunftsvisionen zu entwickeln, eine eigene Vorstellung von Ihrer Zukunft zu gestalten und die Chance haben, diese dann umzusetzen, so Luisa.

„Ich bin hingerissen, dass es eine solche Convention gibt, wie alles organisiert ist und wie viele unterschiedliche Aspekte unter einen Hut gebracht werden können.“ – Luisa

Für unsere Zukunft sorgen

Svenja und Daniel sind Betreuer der youcoN und wollen der Veranstaltung einen tollen Rahmen schaffen und für gute Laune sorgen. Sie sehen es als ihre Pflicht, den Jugendlichen Wissen über Nachhaltigkeit weiterzugeben und ihnen den Umgang mit der Umwelt in der Zukunft beizubringen.

„Jugendliche sind die Zukunft und wir sollten ein Bewusstsein erlangen mit nachhaltigen Produkten umzugehen.“ – Daniel

Dieser Artikel wurde geschrieben von Seyma Erdogan und Seyed Hosseini von der Jugendredaktion der Jungen Presse e.V., die live von der youcoN auf ihrem Magazin www.youthmag.de berichtet und uns diesen Beitrag freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat. Seit über 65 Jahren setzt sich die Junge Presse ehrenamtlich für medieninteressierte Jugendliche ein und ist einer der größten bundesweit aktiven Jugendmedienverbände.

youcoN 2019 – Eine Robinsonade

Ein täglicher Kampf um das Überleben – isoliert und meilenweit keine Menschenseele in Sicht. Du fühlst die kalten Regentropfen an deinem Körper und merkst wie deine Klamotten durchsickern. Im dichten Gestrüpp hörst du wildes Knurren und auf dem Boden siehst du giftige Insekten rumkrabbeln.

Das können wir dir nicht bieten. Aber dafür kannst du zusammen mit 150 jungen Menschen coole Ideen für die Bildung der Zukunft entwickeln.

youcoN 2019 – Wir.L(i)eben.Zukunft

Vom 29. Mai 2019 bis 02. Juni 2019 geht die youcoN in die dritte Runde. Dieses Mal auf der Insel Rügen. Das Thema dreht sich rund um Bildung: Wie soll Bildung in Zukunft aussehen? Wie macht Bildung die Welt besser? Welche Herausforderungen müssen wir bewältigen und wie kannst DU dabei anpacken?

Auf der youcoN 2019 wird es wieder jede Menge spannende Workshops geben, es werden dynamische Diskussionen geführt und interessante Vorträge gehalten. Für das alles haben wir spannende Referent*innen eingeladen. Das youpaN und viele weitere Initiativen werden vor Ort sein und du kannst mittendrin dein Zelt aufschlagen und mitmachen.

Kann ich mir das leisten?

JA! Definitiv. Denn wir übernehmen all deine Kosten. Wir bezahlen deine Anreise, Verpflegung und Unterkunft.

Save the Date und bleib auf dem Laufenden.

youcoN 2019 – Wir.L(i)eben.Zukunft