Pressemitteilung: youpaN fordert bessere Jugendbeteiligung und flächendeckende Implementierung von BNE

14.02.2019. Das youpaN hat auf seiner letzten Klausurtagung seine Forderungen verabschiedet. In diesen verlangt das politische Jugendgremium eine bessere Jugendbeteiligung, eine Implementierung von Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) in der Fläche und einen kritischen Diskurs mit aktuellen Systemen und Institutionen.

Zu diesem Thema erläutert Noura Hammouda, Mitglied des youpaN: „Bessere Jugendbeteiligung ist ein Schlüsselelement in der Umsetzung der Ziele für nachhaltige Entwicklung der UN und von BNE, wird aber nicht als solches behandelt. Junge Menschen werden nach wie vor in unserer Gesellschaft klein gehalten. Dabei sollten gerade sie die Möglichkeit haben, ihre Zukunft mitzugestalten. Die Unzufriedenheit von Jugendlichen über diese Tatsache entlädt sich nun in Bewegungen wie ‚Fridays for Future. ‘“

Nicolas Klasen, ebenfalls Mitglied des youpaN, ergänzt: „Zudem muss BNE endlich flächendeckend umgesetzt werden, um unsere Gesellschaft für die Zukunft fit zu machen. Dabei geht es nicht nur um Lehrpläne, sondern auch darum, wie Lernen stattfindet. Lernorte brauchen neue, nachhaltige Methoden und müssen konsequent barriere- und diskriminierungsfrei sein. Nur so können wir eine nachhaltige Gesellschaft gestalten.“

Die Pressemitteilung steht zum Download zur Verfügung.

Das youpaN steht gerne für Rückfragen, Interviews oder Hintergrundgespräche zur Verfügung.

Ansprechpartner*innen:

Die UN-Klimakonferenz in Kattowitz ’18 und Jugendbeteiligung

Nach zwei langen Wochen präsentieren die Delegierten ihre Ergebnisse

Dabei soll die Erderwärmung auf höchstens zwei Grad beschränkt werden. Der Sonderbericht des (IPCC) Weltklimarates, der zum verstärkten Einsatz der Erreichung des 1,5-Grad-Zieles mahnt, sollte durch den Gipfel „begrüßt“ werden. Die USA, Saudi-Arabien, Kuwait und Russland lehnten diese Formulierung ab und forderten, dass der Bericht „zur Kenntnis genommen wird“, woraus man sich auf den Kompromiss geeinigt hat, dass die „rechtzeitige Fertigstellung des Berichtes begrüßt wird“. Die Klimaziele sind weiterhin selbstgesetzte Ziele der Staaten und nur wenige Länder zeigten sich bereit ihre Maßnahmen deutlich zu erhöhen. Eine neue Regel für Entwicklungsländer soll die durch den Klimawandel entstanden Schäden mit Unterstützung der Industrieländer abdecken. Ab 2020 sollen 100 Mrd. Dollar für die Entwicklungsländer jährlich bereitgestellt werden. Ab 2024 soll es einheitliche Transparenzregeln zur Erfassung der CO²-Emissionen geben. Dadurch soll sichergestellt werden, dass die einzelnen Länder ihre Maßnahmen anpassen können, falls sie ihre Ziele nicht erreichen sollten.

Die Delegierten sind zufrieden – Die Expert*innen nicht

Kritik hagelt es von oben bis unten. UN-Generalsekretär Antonio Guterres spricht von einem „soliden“ Ergebnis, fordert aber mehr Ehrgeiz, denn der Klimawandel sei „schnell als wir“. Greenpeace-Chefin Jennifer Morgan zeigte sich enttäuscht: „Ein Jahr voller Klima-Katastrophen und einer eindringlichen Warnung von den besten Wissenschaftlern der Welt hätten zu viel mehr führen sollen“, sagte sie. „Anzuerkennen, dass mehr Ehrgeiz nötig ist, und Regeln für den Klimaschutz zu verabschieden, ist nicht mal annähernd genug, wenn ganzen Nationen die Auslöschung droht.“ Michael Schäfer, Leiter Klimaschutz und Energiepolitik beim WWF Deutschland sagte ebenfalls, der Kompromiss greife zu kurz. „Die Regierungen der Welt brauchen viel mehr Druck von ihren Bürgerinnen und Bürgern, endlich mit dem Klimaschutz Ernst zu machen.“

Die Kritik ist berechtigt, denn viele Regeln sind unklar und stellen keine Grundlage für Sanktionen im Falle der Nichteinhaltung. Die finanzielle Unterstützung für Schwellenländer könnte durch Kredite erfolgen und der Emissionsrechtehandel wurde vertagt. Dabei prognostizieren Klimaforscher*innen mit derzeitiger Entwicklung eine Erderwärmung von über drei Grad.

Viele Jugendliche, aber keine Beteiligung

Die Jugenddelegierten der Deutschen Gesellschaft für die Vereinten Nationen (DGVN) hatten auf der Klimakonferenz kein Mitsprache recht und durften noch nicht einmal in Verhandlungsräumen Präsenz zeigen.

Greta Thunberg

Die einzige Beteiligung erfolgte durch Jugendliche, die für Demonstrationen die Schule schwänzten. Die Protestbewegung ging von Greta Thunberg aus. Enttäuscht von der schwachen Klimapolitik setzte sich mit einem Protestbanner jeden Freitag vor ein Parlament. Auf der Klimakonferenz durfte sie eine Rede halten und sprach dabei deutliche Worte: „Ihr sagt, Ihr liebt Eure Kinder über alles. Und doch stehlt Ihr vor ihren Augen ihre Zukunft. Und weiter: „Unsere Umwelt wird geopfert, damit reiche Menschen in Ländern wie meinem in Luxus leben können.“ Die Politiker würden nur darüber sprechen, mit den „immer gleichen schlechten Ideen weiterzumachen, die uns in diese Krise geführt haben…Euch gehen die Entschuldigungen aus. Und uns geht die Zeit aus.“

Aber dann macht Greta deutlich, dass sie Hoffnung hat: „Ich habe gelernt, dass man nie zu klein ist, um etwas zu erreichen. Wir sind hierhergekommen, um Euch wissen zu lassen, dass es Veränderungen geben wird. Ob es Euch gefällt oder nicht. Die echte Macht liegt bei den Menschen. Danke.“

youcoN 2018: Film(e) ab

Die youcoN ist vorbei und was bleibt? Viele Ideen, Projekte und das Wissen, dass ganz viele junge Menschen die Bildung verändern wollen, damit unsere Zukunft ganz schnell nachhaltig wird. In eine Workshop auf der youcoN haben unsere Teilnehmende in drei Kurzfilmen tolle Bilder eingefangen und erzählen …

die youcoN in 111 Sekunden

130 junge Menschen waren auf der Jugendkonferenz zur Bildung für nachhaltige Entwicklung, um die Zukunft zu gestalten. Mehr Bilder, Stimmen und Spaß zeigt das 111-Sekundenvideo.

Jugendbeteiligung zur BNE wirkt!

Immer wieder heisst es, Jugendliche sind wenig engagiert, smartphonesüchtig und unpolitisch. Dabei haben sie so viele Ideen und machen so viele Aktionen für eine nachhaltigere Zukunft! Wir betrachten das Thema Jugendbeteiligung auf eine lustige Weise und zeigen das sie wirkt!

BNE und die Zukunft des Autos

Der Ausstoß von Feinstaub, CO² und Stickstoffoxiden in der Mobilität belastet die Umwelt und Gesellschaft und muss sinken! Doch was bedeutet das für die Zukunft der Automobilindustrie? Junge Teilnehmende der Jugendkonferenz zur Bildung für nachhaltige Entwicklung, der youcoN, haben sich in einem Filmworkshop damit auseinandergesetzt und geben Antworten.

BNE in Kommunen – Zukunftsweisende Projekte und konkrete Umsetzungen

Am Samstag, den 15. September war ich für das youpaN in Gelsenkirchen auf der Veranstaltung „BNE in Kommunen – Zukunftsweisende Projekte und konkrete Umsetzungen“. Auch Julian war da und hat über Jugendbeteiligung bei BNE gesprochen, die leichter gesagt ist, als getan.

„global denken – lokal handeln – global wirken“

In Vorträgen, Interviews und Workshops habe ich gelernt, wie BNE unter dem Motto „global denken – lokal handeln – global wirken“ auf lokaler Ebene umgesetzt werden kann. Meine Erkenntnis: BNE in der Gemeinde zu verankern kostet viel Zeit und ist ein fortdauernder Prozess. Außerdem braucht die Umsetzung von BNE Schlüsselpersonen, die für das Thema brennen und bereit sind, viel Herzblut in Projekte zu stecken und das Thema immer neu weiterzudenken. Auch die Politik – besonders ein*e engagiertere BürgermeisterIn oder GemeinderätIn, der*die sich von einem Projekt überzeugen lassen – spielen eine sehr wichtige Rolle.

Foto: Clara

Gelsenkirchen zeigt, wie es geht

Wenn allerdings drei Dinge vorhanden sind – engagierte AktivistInnen, aufgeschlossene PolitikerInnen und BürgerInnen, die sich auf BNE einlassen – können unglaublich viele nachhaltige Projekte entstehen. Das beweist auch die BNE-Vorreiter-Stadt Gelsenkirchen, u.a. mit der evangelischen Gesamtschule, in der die Veranstaltung stattfindet: Die Schule, die ich je gesehen habe. Es hat eine „Oase“ mit Bäumen im Gebäude, einen Schulteich und Klassenzimmer, die eine „Empore“ haben, in der die SchülerInnen selbstständig lernen können. Im Laufe des Tages erfahre ich, dass das gesamte Gebäude mit den SchülerInnen zusammen geplant und realisiert worden ist. Aha, denke ich, kein Wunder, dass es allen so gefällt! SchülerInnen wissen eben immer noch am besten, wie eine gute Schule auszusehen hat! 😉

Dieser Artikel wurde von Clara verfasst.

Das youpaN auf der Utopiekonferenz

Was wäre, wenn die Städte autofrei wären? Was wäre, wenn Produkte so besteuert wären, dass die umweltschädlichen Wirkungen im Preis enthalten sind? Was wäre, wenn Bildung kostenlos, barrierefrei und lebenslang für alle zugänglich wäre?

Diese und weitere Fragen haben wir (Jeanne und Clara) uns mit rund 600 weiteren Teilnehmer*innen auf der Utopie-Konferenz an der Leuphana Universität Lüneburg vom 20. bis 22. August gestellt. Neben interessanten Vorträgen und Diskussionen, u.a. mit Richard David Precht, Daniel Domscheit-Berg, Reinhard Kahl und Maja Göpel haben wir in diversen Workshops konkrete Utopien für eine bessere Welt ausgearbeitet. Die Workshops waren dabei so vielfältig wie inspirierend und reichten von einer Vollgeldreform über ein ökologisch-soziales Steuersystem bis hin zu sozialer Landwirtschaft und „Commonismus“.

Besonders beeindruckend war ein Impuls des Mathematikers und Autors Gunter Duecks, der auf unterhaltsame Weise erklärte, wie man als Multiplikator*in Menschen für Nachhaltigkeit begeistern kann, die noch nie etwas von diesem Begriff gehört haben. Die Anregung, jede Gesellschaftsgruppe mit anderen, auf sie zugeschnittenen Argumenten zu überzeugen, werden wir auf jeden Fall für unsere Arbeit im youpaN mitnehmen.

Es war eine tolle Erfahrung, so viele engagierte Menschen an einem Ort versammelt zu sehen, die sich der Erfüllung ihrer Träume von einer besseren Welt verschrieben haben. Obwohl sie alle unterschiedliche Erfahrungen und Sichtweisen auf die Welt mitbringen, eint sie die Hoffnung durch ihre Initiative zu einer zukunftsfähigen Gesellschaft beizutragen. Auf der Konferenz entstehen Ideen, die heute zwar noch Utopie sind, aber morgen Realität sein können. Die positive Energie, die mitten in unserer Gesellschaft steckt, macht Mut zu träumen und weiterhin an eine Trendwende zu glauben, trotz der Trägheit des Systems, in dem wir funktionieren müssen.

BNE – von der Utopie zur Wirklichkeit?!

In unserer heutigen Zeit scheint es nur noch wenige Leute zu geben, die Utopien erdenken, ausformulieren und für sie einstehen. Zu groß ist die Angst, die Utopie könnte zu einer Dystopie werden und wir könnten unseren jetzigen Wohlstand verlieren. Das ist schade, denn die Menschheit hat sich nur durch ihre Träume weiterentwickelt und es gibt so viele Utopien – eine europäische Republik, ein Bauernhof für jede Schule, eine Gesellschaft der Zeitmillionäre – die es Wert sind, in die breite Gesellschaft getragen zu werden. Auch Bildung für nachhaltige Entwicklung scheint manchmal eine Utopie zu sein, ein schöner Traum, aber in unerreichbarer Ferne. Immer öfter jedoch – und das haben wir auch wieder auf der Konferenz festgestellt – ist BNE schon heute konkrete, gelebte Utopie und vielleicht morgen bereits fester Bestandteil unseres Alltags…

Dieser Artikel wurde von Clara verfasst.

youcoN ist vorbei, youpaN legt los

Eine ereignisreiche Zeit liegt hinter uns. Vom 15. bis 18. September fand die youcoN – Wir l(i)eben Zukunft! in Bielefeld statt. Weit über 100 junge Menschen haben sich dort getroffen und über Bildung für nachhaltige Entwickung getagt. Workshops, Diskussionen, Vorträge und verschiedene Stationen zum Selbstlernen und Spielen gab es dort. Alles gemischt in einem bunten Programm.

Aber vorallem gab es unglaublich motiverte Teilnehmer*innen. Die kamen aus ganze Deutschland und hatten jede Menge Ideen, Projekte und den Willen, die Welt nachhaltiger zu machen, in ihrem Gepäck mit dabei. Und sie haben uns gezeigt, warum und für wen die youboX die Konferenz eigentlich organisiert hat.

Wir von der youboX hatten auf jeden Fall vier volle Tage einen Riesenspaß alle kennenzulernen. Und mit den jungen Menschen zusammen über BNE zu tagen. Ok, ein bisschen Arbeit war es auch 🙂 Aber wir denken, es hat sich mehr als gelohnt!

Deshalb waren wir auch ein wenig traurig, als am Montag die letzten Konferenzteilnehmenden das Haus verlassen haben, um sich auf den Heimweg zu machen. Aber immerhin konnten sie ihre Heimreise mit einem schönen Radiobeitrag über die youcoN versüßen.

Aber wie sagt man so schön: Nach der Konferenz ist vor der Konferenz. Denn das Jugendbeteiligungsprojekt geht jetzt so richtig los. Auf der youcoN wurde nämlich auch das youpaN gegründet. Ein Jugendforum, welches in den nächsten zwei Jahren Politik und viele coole Aktionen zu BNE macht und das wir darin unterstützen.