Das youpaN bei der Search Conference BBNE

Neulich waren Marcel und ich zusammen in Berlin bei der 1. Search Conference für Berufliche Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BBNE). Zahlreiche Expert*innen aus der Beruflichen Bildung kamen zusammen und wir sprachen über die Entwicklung eines Systems von Indikatoren, anhand dessen sich die Umsetzung der BBNE bemessen lässt. Leider waren keine jugendliche Expert*innen aus der Beruflichen Bildung da, also keine Menschen, die gerade eine Ausbildung machen und mitten drin stecken.
Das fanden wir sehr schade und wünschen uns eine solche Beteiligung für die nächste Search Conference!
Foto: Christopher Zentgraf
Trotzdem waren wir froh, jugendliche Perspektiven einbringen zu können. Dabei haben wir vor allem betont, dass uns für ein nachhaltiges Lernen auch besonders das Wie des Lernens und nicht nur das Was, die ganzheitliche Nachhaltigkeit, und eine gute Partyzipation wichtig sind.
Für mich war es interessant in das Feld einzusteigen und wir freuen uns auf die nächste Konferenz, hoffentlich mit mehr Beteiligten von der lernenden Seite der Beruflichen Bildung.
Der Artikel wurde von Noura aus dem youpaN verfasst.

Das youpaN – Aktiv für den Klimaschutz

Der Klimawandel mit seinen Folgen ist eine der größten globalen Heraus­forderungen. Wir müssen die Erderwärmung auf maximal 1,5 Grad begrenzen. Nur so können wir die Lebensgrundlagen für unsere Zukunft erhalten.

Das ist nicht nur wissenschaftlicher Konsens, sondern auch das Ziel der Bundesregierung. „Aktiv für Klimaschutz“ heißt daher der neue Flyer des Bundesbildungsministeriums. In ihm wird der Beitrag von Bildungs- und Forschungsprojekten für die Lösung der Klimakrise dargestellt. Als Vorzeigeprojekt wird auch das Jugendforum youpaN vorgestellt. Denn es setzt sich auf vielfältige Weise dafür ein, dass junge Menschen die Zukunft mitentscheiden dürfen. Und es ist dafür da, dass Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) in Deutschland umgesetzt wird. Damit lernen Menschen durch Bildung, nachhaltig zu denken und zu handeln.

Das youpaN in Aktion auf der youcoN in Rügen

Neben Jugendbeteiligung geht es auch um grüne Berufe und Energiespartipps. Außerdem kannst du mehr über Forschungsprojekte zu Radfahren in der Stadt oder der Zukunfststadt lesen.

Insgesamt fördert das Ministerium für Bildung und Forschung in der laufenden Legislaturperiode Projekte zu Nachhaltigkeit, Klima und Energie mit 2 Milliarden Euro. Auch damit soll das Ziel eines klimaneutralen Deutschlands bis zum Jahr 2050 erreicht werden.

Hier kannst du dir den Flyer durchlesen und downloaden:

Das youpaN beim Markt der Utopien!

Am 23.06.19 war das youpaN auf dem „Markt der Utopien“ in Dresden vertreten, der vom Dresdener BNE-Verein „Sukuma e.V.“ organisiert wurde.

Standbetreibende waren verschiedene Nachhaltigkeits-Akteur*innen wie etwa Cradle to Cradle, die BUND Jugend Dresden oder „Arche noVa“, die aktiv im Bereich BNE und Globales Lernen sind.

Etwa 200 interessierte Besucher*innen jeglichen Alters hatten die Möglichkeit an diversen Ständen regionales und nachhaltiges Essen zu genießen und sich auf dem Markt interaktiv zu Nachhaltiger Entwicklung zu informieren.

Wir konnten unsere Arbeit auf Bundesebene und unseren Versuch, auch in Sachsen Beteiligungsstrukturen im Bereich BNE für Jugendliche zu schaffen, ausführlich erläutern. Wenn ihr euch auch dafür einsetzen möchtet, könnt ihr uns hier mit eurer Unterschrift unterstützen: https://weact.campact.de/petitions/jugendbeteiligung-in-der-umsetzung-von-bildung-fur-nachhaltige-entwicklung-in-sachsen

Das youpaN konnte sich mit diversen BNE-Akteur*innen in Dresden vernetzen und sich über viele positive Reaktionen der Marktbesucher*innen freuen.

Abgehängt! – Das youpaN bei dem „Chancen-Hackathon“ 2019

Hannes Jähnert vom Deutschen Roten Kreuz, Max Strohmeyer von der VILLA Leipzig, Julia Bousboa von der Hospiz-initiative Kiel und Christopher Zentgraf vom youpaN

Am Wochenende war Christopher bei dem „Chancen-Hackathon“ des BMFSFJ! Dabei ging es hauptsächlich um die Frage, wie alle von der Digitalisierung profitieren können.

Unterschiedlichste Vertreter*innen aus sozialen Vereinen, den Sozialwissenschaften, Verwaltung und der Software-Entwicklung, haben zuerst in fünf Großgruppen mögliche Ideen gesammelt:

  • Familien mit geringem Einkommen helfen
  • Mit offenen Daten Teilhabe stärken
  • Gleichstellung fördern und sichtbar machen
  • Den Helfern helfen
  • Offener Track

Anschließend haben sich diese Gruppen weiter unterteilt, um schlussendlich zwölf ausgewählte Ideen zu Ende zu denken und auszuarbeiten.

Die Idee, die in Christophers Team entstanden ist, ist ein Kartenspiel: „Abgehängt – das Diversity-Spiel“. Ziel ist es, Vereinen und Organisationen aufzuzeigen, welche Chancen Diversität für sie selbst haben kann, und welche Hürden vielleicht noch im Weg stehen.

Dazu schlüpft der Verein in die Rolle einer Person, die sich engagieren möchte. Jede*r Mitspieler*in zieht dafür drei Merkmale, beispielsweise „Rollstuhlfahrer*in“, „ALG II-Empfänger*in“, „homosexuell“. Zusätzlich zieht jede*r eine Ressourcen-Karte, beispielsweise „kann Gebärdensprache dolmetschen“, sowie eine Hilfe-Karte.

Anschließend werden Challenges gezogen, die beim Engagement auftreten können, beispielsweise: „Es werden keine Fahrtkosten erstattet“. Dann wird reihum gegangen und geschaut, ob eine Person mit der Challenge ein Problem hat, oder nicht; das wird auch in der Gruppe diskutiert.

Spieler*innen können sich gegenseitig durch Einsatz einer Hilfe-Karte helfen, sofern das durch die Persönlichkeitsmerkmale der einsetzenden Person plausibel möglich ist. Die Karte wandert dann zur geholfenen Person und kann von dieser wieder verwendet werden. Falls eine Person eine Challenge nicht überwinden und ihr auch nicht geholfen werden kann, wird sie abgehängt und bekommt eine „abgehängt“-Karte. Bei drei „abgehängt“-Karten fliegt ein*e Spieler*in raus.

Bei den Challenges gibt es zusätzlich noch einen QR-Code, der zu Best Practices führt, wie diese Challenge in anderen Vereinen/Organisationen gelöst wurde oder gelöst werden kann.

Insgesamt war es ein sehr produktiver Hackathon, mit vielen Ideen, die hoffentlich auch in Zukunft umgesetzt werden können!

Große Ziele erreichen – mit Jugendbeteiligung

 

Foto: Nele Kälberloh

„We don´t need hope – We need action!“ Unter diesem Motto gestalteten Thomas Hohn von Greenpeace und Elena Keil vom youpaN, beide vom Bündnis Zukunftsbildung, einen Workshop am Freitag auf der youcoN. Sie gestalteten den Workshop, um junge Menschen Konzepte für eine bessere Zukunft entwickeln zu lassen. Zu Beginn des Workshops erklärten sie, welche Ziele das Pariser Abkommen verfolgt und was SDGs sind, damit alle Teilnehmenden eine gute Informationsgrundlage hatten.

Pariser Abkommen

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie beschreibt das Pariser Abkommen als ein neues, globales Klimaschutzabkommen. Im Dezember 2015 einigten sich bei den UN-Klimakonferenz 197 Staaten für das Pariser Abkommen auf zentrale Ziele, die die Europäische Kommission zusammenfasst: Die Regierungen sollen jeweils Wege finden, um die Erderwärmung „deutlich unter“ zwei Grad Celsius zu begrenzen. Zudem sollen sich die Staaten bemühen, zeitnah die Emissionswerte zu senken.

Die Staaten haben vor und nach der Konferenz nationale Klimaschutzpläne vorgelegt. Diese Pläne sollen dazu beitragen, dass die Ziele err

eicht werden. Die Staaten, die sich auf das Abkommen geeinigt haben, treffen sich alle fünf Jahre beginnend mit dem Jahr 2018, um strengere Ziele festzulegen, wenn nötig. Außerdem verpflichten sie sich mit dem Pariser Abkommen dazu, öffentlich Bericht darüber zu erstatten, welche Fortschritte sie bei der Umsetzung der Pläne verzeichnen können.

Sustainable Development Goals (SDGs)

 

Die SDGs sind 17 Ziele, die für eine erstrebenswerte und nachhaltige Zukunft bis 2030 erreicht werden sollen, und wurden von allen UN-Mitgliedsstaaten beschlossen. Sie berücksichtigen laut dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung erstmals drei Dimensionen der Nachhaltigkeit gleichermaßen: Soziales, Umwelt und Wirtschaft. Die UN schreiben, dass die Ziele ausgerichtet an den globalen Herausforderungen unserer Zeit sind und Themen wie Hunger, Armut, Gleichberechtigung, Frieden, Klima und Bildung umfassen.

Die SDGs bilden das Kernstück der Agenda 2030. Die Agenda 2030 bestehe aus einer Präambel, einer politischen Deklaration, den Sustainable Development Goals, einem Abschnitt zu Umsetzungsmitteln und zur globalen Partnerschaft sowie einem Abschnitt zu Nachbereitung und Überprüfung, erklärt das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nuklearer Sicherheit. Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung schreibt über die Agenda 2030: „Die Agenda 2030 gilt für alle Staaten dieser Welt: Entwicklungsländer, Schwellenländer, Industriestaaten: Alle müssen ihren Beitrag leisten“

Unser optimales 2030

Die Referenten forderten die jungen Teilnehmenden nach dem Input auf, sich in Gruppen Gedanken über eine erstrebenswerte Zukunft in 2030 zu machen. Die Jugendlichen sollten diskutieren, in welcher Welt sie 2030 leben wollen, ohne sich bei ihren Überlegungen davon einschränken zu lassen, was sie für möglich oder unerreichbar halten. Die zentrale Fragestellung war: Wie sieht dein optimales 2030 aus?

In zwei Gruppen stellten die Jugendlichen ihre Ergebnisse vor. Die Jugendlichen wünschen sich einen Fortschritt durch Digitalisierung und keine Massentierhaltung mehr. Sie setzen voraus, dass die Ziele des Pariser Abkommens erreicht wurden und wollen, dass Urban Gardening eine große Bedeutung in Städten gewonnen hat. Straßen sollen ein Ort für und mit Menschen sein. Damit geht für sie auch einher, dass Städte frei von Autos sind. Dafür wollen sie teils alternative Arten der Fortbewegung finden, aber auch den ÖPNV stärken und ausbauen.

Zudem ist diese Gruppe der Teilnehmenden sich einig: Im Bildungssektor soll sich einiges ändern. Sie tauschten sich über eine Bildungsreform aus, in der das Thema Nachhaltigkeit mit eingebunden wird und Bildung insgesamt eine höhere Relevanz in der Gesellschaft hat. Einige der Jugendlichen sprachen sich für Wahlen ab 16 aus, um die Jugendbeteiligung zu stärken und politische Einflussnahme für die Jugend zu ermöglichen.

Andere Teilnehmende hatten sich für drei zentrale Werte entschieden, die sie schon in der frühkindlichen Bildung vermitteln wollen: Respekt, Wertschätzung und Gleichberechtigung. 2030 wollen sie eine offene und bewusste Gesellschaft.

Youth for Change: Von Utopien zum konkreten Projekt

Thomas Hohn und Elena Keil beauftragten daraufhin die Jugendlichen, sich konkret zu überlegen, wie man die Ziele erreichen kann und welche Wege man dafür gehen kann. Hier äußerten die Jugendlichen unterschiedliche Möglichkeiten. Zum einen könne man selbst aktiv werden, meint die Teilnehmende Laura Rupenow. Sie hatte mit ihrer Gruppe über kreative Straßenaktionen gesprochen. Marcel Kupfer hingegen sagte, dass man erst auf politischer Ebene seine Ziele langfristig erreichen könne. Teilweise hatten die Teilnehmenden Schwierigkeiten, sich auf konkrete Ideen zur Umsetzung ihrer Ziele zu fokussieren und wägten unterschiedliche Herangehensweisen ab.

Initiative ergreifen für mehr Jugendbeteiligung

Die beiden Referenten unterstützten die Jugendlichen, gaben Tipps und brachten ihre Gedanken mit in die Gespräche ein. Thomas Hohn ist seit den 80ern für Greenpeace aktiv, arbeitet seit vier Jahren für den Verein und ist Sprecher des Bündnis Zukunftsbildung. Das Bündnis Zukunftsbildung nennt sich selbst eine Initiative deutscher Nichtregierungsorganisationen aus den Bereichen Jugend, Umwelt- und Naturschutz, Entwicklung und Menschenrechte. Das Bündnis hat sich in einem offenen Brief an die Bundeskanzlerin und verschiedene Ministerien gewendet und gefordert, Bildung konsequent an einer nachhaltigen Entwicklung auszurichten und Jugend aktiv mit einzubinden. Deshalb setzt er sich auch speziell mit dem vierten SDG auseinander: „Inklusive, gerechte und hochwertige Bildung gewährleisten und Möglichkeiten des lebenslangen Lernens für alle fördern“. Der Schwerpunkt liegt für ihn in der Stärkung und Mobilisierung der Jugend.

Thomas Hohn sprach zudem mit uns über Jugendbeteiligung und darüber, wie man selbst Veränderung schaffen kann.

„Ich glaube, wir brauchen Utopien. Wir müssen uns Ziele setzen, die momentan vielleicht für uns unmöglich erscheinen.“ – Thomas Hohn

Er sagt, wir müssten aus unserer Box kommen, die uns ohnehin im Alltag einschränke, um eine Lösung für die Probleme zu finden, mit denen wir zu kämpfen haben. „Utopien sind absolut notwendig, damit wir aus unserem eingeschränkten Denken kommen“, sagt Hohn. „Das, was zu Beginn unmöglich erscheint, kommt irgendwann zu dem Punkt, an dem es als völlig selbstverständlich angenommen wird. Das war auch schon in der Vergangenheit so.“

Hohn sagt, für den persönlichen Einsatz müsse jeder für sich selbst ausloten, was machbar sei. Jeder könne Veränderung in seinem ganz persönlichem Rahmen für sich selbst anfangen. Es gebe sehr viele verschiedene Möglichkeiten, wie man sich engagieren könne, und hierbei müsse jeder für sich selbst herausfinden, wo das Herz brenne und was man selbst gerne verändern wolle.

Ein Statement zu Fridays for Future

An den Fridays for Future gehen zahlreiche Menschen jeden Freitag auf die Straße, um für Klimaschutz zu demonstrieren. Thomas Hohn sieht, wie sich hier die Jugend beteiligt.

Das ist Bildung. Das ist genau das, was mit Partizipation und handlungsorientiertem Ansatz gemeint ist. Das ist gemeint, wenn wir davon sprechen, dass sich Jugend komplexen Inhalten nähern und für ihre Ziele eintreten soll. – Thomas Hohn

Sein Eindruck sei, dass die Fridays for Future jetzt schon maßgeblich politische Debatten mitgestalten. Das macht er daran fest, dass bei der diesjährigen Europawahl Klimawandel und Umwelt eine große Rolle gespielt haben. Er sieht Fridays for Future als einen Impuls, auf den noch mehr folgen kann. „Wenn die Politik die Jugend weiter ignoriert, dann wird die Jugend nur lauter. Wie lange das geht, bleibt meiner Meinung nach offen“, sagt Hohn.

Dieser Artikel wurde geschrieben von Johanna Dörrie von der Jugendredaktion der Jungen Presse e.V., die live von der youcoN auf ihrem Magazin www.youthmag.de berichtet und uns diesen Beitrag freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat. Seit über 65 Jahren setzt sich die Junge Presse ehrenamtlich für medieninteressierte Jugendliche ein und ist einer der größten bundesweit aktiven Jugendmedienverbände.

„UN(ist)möglich“ – Jugendbeteiligung bei den Vereinten Nationen

Foto: Franziska Metzner

Nikolas ist Jugenddelegierter der Vereinten Nationen (UN) und ist auf der youcoN mit seinem Workshop „UN(ist)möglich – It’s up to youth“ vor Ort. Da die Jugendbeteiligung auch eines der großen Themen auf der youcoN ist, haben wir vom Youthmag uns einmal angeschaut, was Nikolas als UN-Jugenddelegierter macht.

Was sind eigentlich UN-Jugenddelegierte?

UN-Jugenddelegierte beraten die deutschen Diplomaten und Diplomatinnen in Jugendfragen. Jedes Jahr werden dafür zwei neue junge Menschen ausgewählt, die dann auch mit nach New York zur Generalversammlung der Vereinten Nationen kommen. Dieses Jahr sind dies Josephine Hebling und Nikolas Karanikolas. Sie sind dort die Stimme der deutschen Jugend.

Um alle in Deutschland lebenden Jugendlichen auch entsprechend vertreten zu können, reisen die Jugenddelegierten vor der UN-Versammlung durch das ganze Land. Sie versuchen während ihrer Deutschlandtour so viele Meinungen, Visionen und Forderungen wie möglich einzufangen. Das ist wichtig für die Jugenddelegierten, um sich als Repräsentanten der Jugendlichen zu legitimieren und sich ein Bild von den Meinungen der Jugendlichen machen zu können.

Auch haben die Jugenddelegierten ein Rederecht im dritten Ausschuss der UN-Generalversammlung, um den Stimmen der Jugendlichen Gehör zu verschaffen. Ziele des UNO-Jugenddelegierten-Programmes sind es unter anderem, die Jugend mehr bei Entscheidungen mit einzubeziehen und auch die Arbeit und Werte der UNO für Jugendliche in Deutschland nachvollziehbarer zu machen.

Nikolas Karanikolas engagiert sich gegen Not und Armut, seit er zehn Jahre alt ist . Deshalb haben wir vom Youthmag gefragt, wie man denn eigentlich Jugenddeligierter wird und was für die Deutschlandtour geplant ist.

Youthmag: Muss man, so wie du, jahrelanges ehrenamtliches Engagement mitbringen, um sich für das Amt als UN-Jugenddeligierter zu bewerben?

Nikolas: Nein, man muss kein jahrelanges Engagement mitbringen, um sich zu bewerben. Es kommt sehr auf die Persönlichkeit und auf deine Einstellung an. Ich hatte mich tatsächlich für das Amt 2018 schon beworben und wurde in der ersten Phase aussortiert und hatte mich dann für 2019 nochmal beworben.

Youthmag: Woran glaubst du, lag es, dass du 2018 nicht genommen wurdest?

Nikolas: Ich denke, ich hatte damals noch die falsche Einstellung, weil ich dachte: Ich bringe meine Werte dort ein. Aber das ist nicht der Sinn, die Aufgabe ist es, die Werte und Themen der Jugendlichen in ganz Deutschland zu sammeln und diese weiter zu tragen.

Youthmag: Kann man irgendwo sehen, wo du und deine Amtspartnerin Josephine auf eurer Deutschlandtour hinkommen werden?

Nikolas: Demnächst wird es einen öffentlichen Kalender geben, der ist nur noch nicht veröffentlicht, weil wir dieses Jahr sehr viel Zeit für die Auswahl der Orte aufwenden, da wir dieses Jahr die Priorität auf Orte legen wollen, die noch nicht so oft besucht wurden.

Youthmag: Welche Einrichtungen und Orte habt ihr dann vor zu besuchen, wenn ihr neue Stimmen hören wollt?

Nikolas: Wir möchten auf jeden Fall auch viele Communities besuchen, zum Beispiel die „People of Color Communities“, […], Hauptschulen, Jugendpsychiatrien oder auch Jugendstrafgefängnisse.

Als UN-Jugenddeligierter vertritt man die Meinung aller in Deutschland lebenden Jugendlichen.

Eine gewaltige Aufgabe ist das. Deshalb ist es eine super Idee von den diesjährigen Amtsinhabern, junge Menschen zu besuchen, die noch nicht so häufig gehört wurden, anstatt immer die selben Einrichtungen zu besuchen. Wenn ihr euch jetzt fragt, wo ihr Nikolas und Josephine eure Meinung über bestimmte politische Fragen weitergeben könnt, sodass diese vielleicht in die Rede bei der UN-Generalversammlung mit einfließt, könnt ihr ihnen zum Beispiel auf  der Facebook Seite der UN-Jugenddelegierten schreiben.

Dieser Artikel wurde geschrieben von Franziska Metzner von der Jugendredaktion der Jungen Presse e.V., die live von der youcoN auf ihrem Magazin www.youthmag.de berichtet und uns diesen Beitrag freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat. Seit über 65 Jahren setzt sich die Junge Presse ehrenamtlich für medieninteressierte Jugendliche ein und ist einer der größten bundesweit aktiven Jugendmedienverbände.

Jugendpolitik als Ehrenamt

Foto: Carolin Schnelle

“Ich habe das Gefühl, Erwachsene vergessen manchmal, was junge Menschen im Ehrenamt alles leisten”, sagt die 20-jährige Elena Keil, die sich seit einem Jahr aktiv im Jugend-Panel “youpaN” einbringt. Das youpaN beteiligt junge Menschen im Alter von 14 bis 23 Jahren an der Umsetzung des Nationalen Aktionsplans. Im Gespräch stellt Elena ihr ehrenamtliches Engagement im youpaN vor und weiß, was Jugendliche erreichen können.

Ann-Kathrin: Was macht das youpaN?
Elena Keil: Im youpaN arbeiten wir auf zwei Ebenen: Politisch und zivilgesellschaftlich. Es gibt eine nationale Plattform BNE, die beratende Funktionen in der Politik übernimmt und auf der wir stimmberechtigt sind. Sie besteht aus Fachforen, in denen unglaublich viele Expertinnen und Experten sitzen und tagt zweimal im Jahr. Das sind alles Erwachsene. Die haben ihren Blick und das Fachwissen für ihre Bereiche, aber sie reden über Bildung, das geht uns Jugendliche an. Es ist deshalb ganz wichtig, dass wir als youpaN junge Perspektiven mit einbringen und hier vertreten sind. Das wird erst durch Jugendprojekte, wie die youcoN und youprO möglich.

Was ist nachhaltige Bildung für dich?

Foto: Carolin Schnelle

Der Nachhaltigkeits-Gedanke muss in Kindergärten und Schulen getragen werden, damit Menschen so früh wie möglich lernen, nachhaltig auf diesem Planeten zu leben. Der ganze Lernort muss nachhaltig gestaltet werden. Mit Nachhaltigkeit meine ich nicht nur ökologische Aspekte, sondern auch nachhaltiges Lernen. Ich bin gegen dieses typische Bulimielernen, sich ganz viel Wissen aneignen, das kotze ich dann später in der Prüfung wieder aus und es ist vorbei. Es gilt für das Leben zu lernen und nicht für den Schreibtisch.

Was fordert das youpaN?

In allen Forderungen geht es darum, Jugendbeteiligung und das BNE voranzubringen. Es gilt die Strukturen der Jugendbeteiligung zu verbessern und passende Formate zu schaffen, damit sich noch mehr junge Menschen beteiligen können. Wir fordern, dass es in jedem Land einen Jugendzukunftsrat gibt, in dem Jugendliche zusammenkommen und politische Entscheidungen mitberaten und entscheiden können. Es ist auf Bundesebene möglich; warum nicht auch in den Ländern.

Was sind deine Aufgaben?

Ich mache die Öffentlichkeitsarbeit, weil ich darin eine große Chance sehe, viele Menschen zu erreichen. Viele Menschen kennen BNE nicht. Sie wissen nicht genau, was sie sich darunter vorstellen können. Außerdem unterstütze ich ab und  zu unsere Bildungsprojekte, die youprOs. Wir als youpaN können frei über ein Budget entscheiden, das für nachhaltige Projekte vorgesehen ist und junge Ideen mit bis zu 5.000€ fördern.

Welches Projekt ist dir in Erinnerung geblieben?

Letztes Jahr hat ein Team zur Weihnachtszeit einen Workshop zum nachhaltigen Schenken gemacht, das fand ich richtig schön. Sie haben gemeinsam überlegt, welche Geschenke sie nachhaltig verschenken können und ob wir diesen Konsum-Wahnsinn überhaupt brauchen. Das finde ich ganz cool, denn ich beschäftige mich auch persönlich viel mit Konsum. Auch soziale Nachhaltigkeit ist wichtig. Das vergessen viele allerdings. Deshalb haben wir auch einen Workshop für Seminarleitungen gefördert: Was machst du, wenn du selbst einen Kurs leitest und mit jemandem konfrontiert bist, der rechte Thesen vertritt? Auch die vielen kleinen Projekte mag ich sehr: Da waren zum Beispiel Schülerinnen, die Green-Boxen in ihrer Schule aufbauen wollen und dabei Förderung benötigen und  es gibt viel weitere Ideen.

Was ist dir bei deinem Ehrenamt wichtig?

Anerkennung und Wertschätzung! Ich mache das super gern, aber es muss eine gute Balance gefunden werden. Im youpaN haben wir eine totale Akzeptanz-Haltung. Wenn da jemand sagt, er schafft es diesen Monat nicht, dann ist das auch total in Ordnung.

Wir sind eine Schnittstelle zwischen jungen Menschen und Erwachsenen. Auf der youcon sammeln wir viele junge Stimmen und versuchen das in einen politischen Prozess, der langwierig und vielleicht an vielen Stellen eingefahren ist, mit einzubringen. Politische Sitzungen sind immer gleich aufgebaut: Es wird kurz geredet, dann wird eine Entscheidung gefällt und das war’s dann. Es gibt aber doch so viele coole Formate, schau dir unsere Workshops an, bei denen sich jeder beteiligen darf und soll.

Was kann das youpaN bewegen?

Wir, als Akteure jugendpolitischer Beteiligung, lösen bei den Erwachsenen ein Umdenken aus, weil wir in den Sitzung mit drin sitzen. Die Politiker haben gemerkt, dass sie etwas verändern müssen, weil viele Jugendliche auf die Straße gehen. Wir müssen aufpassen, dass das Interesse der jungen Menschen nicht zu einer Scheinbeteiligung wird oder Jugendliche ausgestellt werden: “Hey wir machen jetzt auch etwas mit Jugendlichen!” Das Stimmrecht des youpaN auf politischer Ebene ist etwas Einzigartiges. Auch auf internationaler Ebene hat es das noch nie gegeben, dass Jugendliche ein Stimmrecht haben. Andere politische Strukturen können sich darauf berufen, um selber Jugendliche zu beteiligen.

Zum Ende ein Statement…

Mir ist soziale Nachhaltigkeit sehr wichtig, weil ich denke, dass es durch die Technik und den Fortschritt schnell verloren geht. Ich finde gerade das Zwischenmenschliche ist das, was uns besonders macht und das sollten wir uns alle erhalten.

Dieser Artikel wurde geschrieben von Ann-Kathrin Hegger von der Jugendredaktion der Jungen Presse e.V., die live von der youcoN auf ihrem Magazin www.youthmag.de berichtet und uns diesen Beitrag freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat. Seit über 65 Jahren setzt sich die Junge Presse ehrenamtlich für medieninteressierte Jugendliche ein und ist einer der größten bundesweit aktiven Jugendmedienverbände.

Jugendbeteiligung 2030: Wie kann man sich beteiligen?

Foto: Nele Kälberloh

Was ist eigentlich Jugendbeteiligung? Sich zu beteiligen, also sich einbringen, bedeutet aktive Teilnahme an den Prozessen des öffentlichen Lebens, in der Schule, Vereinen, der Gemeinde oder in der Familie. Es gibt unterschiedliche Beteiligungsformate, wie zum Beispiel Jugendforen, youcoN und die Mitbeteiligung in Gremien. Beteiligung bedeutet nicht nur eine Stimme zu haben, sondern sich in allen Bereichen einzusetzen.

Videodreh in 3 Tagen

Foto: Nele Kälberloh

Wie werden sich junge Menschen im Kontext von „Nachhaltigkeit 2030“ beteiligen? Am Donnerstag fing die Erstellung eines Szenarios an. „Erforsche die Zukunft und entwickle Szenarien in Videos“ lautete das Motto dieses Workshops. Dabei gibt es bei der Erstellung der Szenarien fünf Phasen.

  1. Problemanalyse (Problem beschreiben)
  2. Einflussanalyse (Einflussfaktoren, die im Zusammenhang mit dem Problem stehen)
  3. Deskriptorenanalyse (Wie stell ich mir das vor?)
  4. Entwicklung von Szenarien
  5. Entwicklung von Strategien und Maßnahmen zur Problemlösung

Diese wurden bis Samstag bearbeitet, wobei tolle Endergebnisse entstanden.

Julius Grund (Institut Futur) berichtet, dass es im Workshop darum geht, dass sich die Leute beteiligen. Jeder Einzelne müsse sich Ziele setzen und sich überlegen, wie er sein eigenes Umfeld mitgestalten kann. Jeder solle dahinter stehen, was er oder sie will. Die Aufgabe der Erwachsenen sei es, die Jugendlichen dort abzuholen, wo sie sind und dort hinzuführen, wo sie sich beteiligen möchten.

„Jugendliche wünschen sich eine Verdreifachung von Nachhaltigkeit in der Bildung, das ist ein Ist-Stand […]. Da sie aber in der Gestaltung der Lerninhalte nicht beteiligt sind, können sie solche Entscheidungen nicht treffen. Wir sollten die Jugendliche selbst aussuchen lassen, um eine verbesserte Zukunft zu gestalten.“ – Julius Grund

Dieser Artikel wurde geschrieben von Seyma Erdogan und Seyed Hosseini von der Jugendredaktion der Jungen Presse e.V., die live von der youcoN auf ihrem Magazin www.youthmag.de berichtet und uns diesen Beitrag freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat. Seit über 65 Jahren setzt sich die Junge Presse ehrenamtlich für medieninteressierte Jugendliche ein und ist einer der größten bundesweit aktiven Jugendmedienverbände.

Jugendbeteiligung stärken – aber wie?

Foto: Carolin Schnelle

Die Teilnehmer der youcoN sind jung und haben das Leben noch vor sich. Dennoch entscheiden oft ältere Menschen über das Leben, das die Jugendlichen jetzt und in den nächsten Jahren führen. Dies spiegelt sich in zahlreichen gesellschaftlichen, sozialen oder (schul-)politischen Aspekten wieder. Gerade bei jugendrelevanten Themen wie Schul- oder Klimapolitik werden die Entscheidungen von einer Generation getragen, die deren langfristige Folgen nicht mehr erleben wird. Doch wie schafft man es, Jugendlichen eine stärkere Beteiligung im öffentlichen Raum zu ermöglichen?

Wichtig ist vor allem: Jeder, der sich an politischen Prozessen beteiligen möchte, soll sich auch beteiligen können, unabhängig vom sozialen Hintergrund oder sonstigen Qualifikationen. Grenzen, denen Jugendliche bei ihrer Initiative für mehr Beteiligung begegnen, müssen überwunden werden. Vor allem Schüler werden in ihrem gesellschaftlichen Engagement oft von Lehrern oder der Schulleitung ausgebremst, wenn sie beispielsweise eine Freistellung während der regulären Schulzeit benötigen.

Weiter wird von Jugendlichen, die sich aktiv für eine bessere Gesellschaft einsetzen, von der Schule die gleiche Leistung wie von allen anderen Schülern erwartet. Dass die engagierten Schüler weniger Zeit für Hausaufgaben, Unterrichtsvor- und Nachbereitung haben, wird dabei nicht bedacht. Eine faire Lösung zu finden, die diesem Problem gerecht wird, ist schwierig, aber hoffentlich möglich: Das youpaN entwirft bereits Ideen, um die Kultusministerkonferenz auf dieses wichtige Thema aufmerksam zu machen. So könnten beispielsweise für gesellschaftliches Engagement oder vergleichbare Jugendbeteiligung Leistungspunkte vergeben werden, die schulische Leistungen ausgleichen.

Gerade diese Punkte sind youpaN-Mitglied Marcel Kupfer sehr wichtig:

„Jugendliche müssen dazu ermutigt werden, sich aktiv an unserer Gesellschaft zu beteiligen und an einer lebenswerten Zukunft zu arbeiten.“

Sie sollen mitreden, Lösungen konzipieren, Ideen einbringen und gemeinsam Ansätze für eine Welt entwickeln, in der wir alle gut und gerne leben können. Es gibt viele Möglichkeiten, sich einzubringen – sei es in der Schülervertretung, dem Sportverein, der Gemeinde oder einem überregionalen Projekt. Das youpaN schafft Möglichkeiten für eine gute Jugendbeteiligung auf politischer Ebene.

Die Weichen dafür werden jetzt gestellt: hier und heute, auch auf der youcoN.

Dieser Artikel wurde geschrieben von Marie Haase von der Jugendredaktion der Jungen Presse e.V., die live von der youcoN auf ihrem Magazin www.youthmag.de berichtet und uns diesen Beitrag freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat. Seit über 65 Jahren setzt sich die Junge Presse ehrenamtlich für medieninteressierte Jugendliche ein und ist einer der größten bundesweit aktiven Jugendmedienverbände.

Pressemitteilung: youpaN fordert bessere Jugendbeteiligung und flächendeckende Implementierung von BNE

14.02.2019. Das youpaN hat auf seiner letzten Klausurtagung seine Forderungen verabschiedet. In diesen verlangt das politische Jugendgremium eine bessere Jugendbeteiligung, eine Implementierung von Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) in der Fläche und einen kritischen Diskurs mit aktuellen Systemen und Institutionen.

Zu diesem Thema erläutert Noura Hammouda, Mitglied des youpaN: „Bessere Jugendbeteiligung ist ein Schlüsselelement in der Umsetzung der Ziele für nachhaltige Entwicklung der UN und von BNE, wird aber nicht als solches behandelt. Junge Menschen werden nach wie vor in unserer Gesellschaft klein gehalten. Dabei sollten gerade sie die Möglichkeit haben, ihre Zukunft mitzugestalten. Die Unzufriedenheit von Jugendlichen über diese Tatsache entlädt sich nun in Bewegungen wie ‚Fridays for Future. ‘“

Nicolas Klasen, ebenfalls Mitglied des youpaN, ergänzt: „Zudem muss BNE endlich flächendeckend umgesetzt werden, um unsere Gesellschaft für die Zukunft fit zu machen. Dabei geht es nicht nur um Lehrpläne, sondern auch darum, wie Lernen stattfindet. Lernorte brauchen neue, nachhaltige Methoden und müssen konsequent barriere- und diskriminierungsfrei sein. Nur so können wir eine nachhaltige Gesellschaft gestalten.“

Die Pressemitteilung steht zum Download zur Verfügung.

Das youpaN steht gerne für Rückfragen, Interviews oder Hintergrundgespräche zur Verfügung.

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