youprO: Podcast zum öffentlichen Raum

Das youprO Podcast Raumcast ist ein Studierendenprojekt an der TU Berlin, das im Oktober 2018 gestartet ist. Ziel ist die gemeinsame Entwicklung eines Podcast zum Thema „Öffentlicher Raum“ mit Bezug zur Nachhaltigkeit.

Im Projekt schufen 15 Studierende zusammen mit den Projektgründer*innen Ana Teresa Burgueno Hopf und Bjarne Lotze die ersten vier Episoden und bauten damit die Grundlagen für nachfolgende Semester auf. Die Themenvielfalt der ersten Folgen geht von „Insektenfreundlichen Städten“ über „Fahrradstadt und Carsharing“ bis zu „Obdachlosigkeit“. Die Teilnehmenden lernten neben dem tiefen inhaltlichen Input ein breites Feld zwischen selbstständigem Projektmanagement, Interviewführung, Tonaufnahmen im Tonstudio, Tonschnitt kennen. Gemeinsam wurden neben der eigentlichen Podcastproduktion viele Arbeitspakete wie Logo, Internetseite und Öffentlichkeitsarbeit gemeinsam diskutiert und erste Schritte gemacht. Herausragend und gelobt im Vergleich zu anderen Lehrveranstaltungen ist die offene Partizipation der Veranstaltung, sodass alle Teilnehmenden Entscheidungen mitgestalten und eigene Stärken und Motivation miteinbringen.

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Der Podcast ist als Raumcast bei Spotify zu finden sowie bald auf der eigenen Website. Im Rahmen der tu projects wurde das Projekt eine Lehrveranstaltung der TU Berlin und kann somit mit ECTS-Punkten im freien Wahlbereich der Studierenden angerechnet werden. Die Studierenden kamen jedoch auch von anderen Universitäten und waren interdisziplinär vertreten z.B. mit den Studienfächern Biotechnologie, Soziologie, Verkehrsplanung, Architektur und weiteren. Das Projekt läuft aktuell bereits im zweiten Semester und wird voraussichtlich bis Mitte 2020 fortgeführt. Neben der Fortführung des Podcast wird die Öffentlichkeitsarbeit weiter in den Fokus gestellt und die Zusammenarbeit mit anderen Lehrveranstaltungen.

youprO: Rechtsruck in Europa!? – Vom Umgang mit rechtsextremen Vorurteilen in Bildungskontexten

(Der Text ist von einer Teilnehmenden geschrieben)

Ich und die meisten anderen Teilnehmenden haben schon Erfahrungen mit rassistischen und anderen diskriminierenden Äußerungen und Vorurteilen im Seminarkontext gemacht. Anfang März haben wir uns im Rahmen des youprOs Umgang mit Rechtsextremismus“ damit beschäftigt, wie wir mit solchen Situationen umgehen können. Dabei habe ich eins besonders gemerkt: das ganze Seminar wurde viel persönlicher als gedacht. Ob wir uns mit unseren eigenen Erfahrungen mit Diskriminierung in Workshops, aber auch im Alltag beschäftigt oder unsere Privilegien reflektiert haben, dieses Wochenende hat alles andere als nur an der Oberfläche gekratzt.

Als besonders bestärkend habe ich das Argumentationstraining im Kopf. In der ersten Runde, ohne bestimmte Taktik, habe ich mich sehr verloren auf der Seite der Gegenargumentation gefühlt. Da ich nicht einfach nur mit unbelegten Phrasen um mich werfen konnte. Es war laut und durcheinander und ich hatte nicht das Gefühl bei dem Menschen mir gegenüber anzukommen. Dies änderte sich in der zweiten Runde, in der wir verschiedene Strategien anwendeten. Natürlich war dies nicht komplett real getreu, trotzdem habe ich mich danach schon sicherer im Umgang mit rechten Aussagen gefühlt.

Vor allem sind mir aber die Fragen im Gedächtnis geblieben, die ich für mich selbst, aber auch in Gesprächen mit Anderen im Laufe des Seminars gestellt habe: Wo unterscheide ich mich im Privaten und in meiner Rolle als Moderation? Was sind meine klaren Grenzen? Wo ist es auch okay mal nicht einen Dialog zu suchen, sondern mich rauszuziehen? Kann ich eigentlich Dinge im Vorhinein des Workshops wirklich einschätzen und wie kann ich spontan reagieren? Welche Privilegien habe ich und wo erfahre ich selbst Diskriminierung?

Das Seminar war ein sehr intensives und bereicherndes Wochenende für mich. Ich habe mein theoretisches Wissen erweitert und weiß jetzt zum Beispiel was der Ausdruck Antiziganismus bedeutet, habe aber auch besonders im Austausch mit den Anwesenden viel gelernt. Das Thema ist noch viel umfangreicher, als wir an drei Tagen besprechen konnten, trotzdem fand ich es sehr schön, dass wir uns die Zeit für ein so sensibles Thema genommen haben und ich habe viel für zukünftige Workshops mitgenommen.

Ein Interview mit Eindrücken dreier Seminarteilnehmer*innen: von Ohnmachtsgefühlen, Rationalität und Lernräumen

    • Was war deine Motivation, dich zu dieser Fortbildung anzumelden?

N: Als ich die Ausschreibung im Netzwerk las, dachte ich mir, dass ich eine Person bin, die Konfrontation meidet und mir viel öfter wünschen würde anderen Menschen Paroli zu bieten. Leider habe ich in der Schule viele Diskriminierungen um mich herum, es war schwer irgendwas zu sagen, da diese Aussagen dominant waren, ich ging also mit der Motivation rein mich nach der Fortbildung mehr zu trauen der allgemeinen Diskriminierung entgegen zu argumentieren.

J: Ich wollte meinen Wissensstand erweitern und lernen, wie ich in schwierigen Situationen mit einer gewissen Rationalität antworten und reagieren kann.

V: In Seminaren kam es schon vor, dass ich mir Sexismus anhören musste. Ich möchte aber als Individuum mit Stärken und Schwächen wahrgenommen werden. Wenn z.B. jemand nach meiner Handynummer fragt statt inhaltlich auf das, was ich gesagt habe, einzugehen, macht mich das wütend und in mir kommt ein gewisses Ohnmachtsgefühl auf. Das wollte ich nicht mehr, deshalb habe ich mich angemeldet.

    • Welche Situation ist dir besonders im Kopf geblieben?

J: Besonders hängen geblieben ist mir die Mitte-Studie zu den verschiedenen diskriminierenden Aussagen und die Nachbesprechung der Flower Power. Aber auch die Nachbesprechung am Ende des Tages fand ich sehr einprägend.

V: Mir ist eine Situation im Kopf geblieben, als wir alle im Kreis saßen und eine Person etwas gesagt hat, womit eine andere überhaupt nicht einverstanden war. Das zeigt mir, dass es ein ganz bewusster Prozess ist, diskriminierende Äußerungen weniger im Sprachbild erscheinen zu lassen. Es ist nicht immer ganz einfach – zum Glück haben wir uns einen fehlerfreundlichen Lernraum geschaffen.

N: Eine besondere Situation war es wie wir in einer Gruppenarbeitsphase Lösungsprozesse für schon erlebte Momente von Rassismus oder Diskriminierung entwickelt haben und ich die mit zwei weiteren tollen Teilnehmer*innen eine sehr schöne Arbeitsphase hatte.

    • Was bleibt von diesem Wochenende?

N: Eine Art von Argumentationsstrategie, die ich seitdem immer mal wieder im Kopf hin und herschiebe und auch anwende. Ein sehr großer und wichtiger Teil, der mir in Erinnerung geblieben ist, wäre die des eigenen Klarmachens unserer Privilegien! Ein Thema was mir und auch anderen vorher klar war, durch die tiefe Beschäftigung damit aber mir auf jeden Fall nochmal präsenter wurde.

V: Was bleibt ist ein wunderschönes, lernreiches Wochenende in einer kleinen Gruppe, der ich mich anvertrauen konnte. Mein Learning? Ich darf mich schon mal aufregen, das ist wichtig. Doch ich werde auch immer versuchen, nicht zu sehr aus der Rolle der Moderation zu geraten.

J: Mir bleibt die Gewissheit, dass ich mich nicht alleine gegen all den Hass wehren muss und ich nicht immer dagegen ankämpfen muss, wenn ich nicht in der Lage bin.

Seminar: Umgang mit rechten Positionen

Am ersten Märzwochenende habe ich an dem youprO „Umgang mit rechten Positionen“ in Berlin teilgenommen.

Was bedeutet eigentlich Rechtspopulismus?

Zu Beginn des Seminars wurden verschiedenen Begriffen wie Rechtspopulismus, Homophobie, Antisemitismus, etc. Definitionen zugeordnet. Hierbei wurde deutlich, dass es eine klare und für alle Menschen passende Definition für diese Begriffe nicht gibt.

Zudem wurden sich mit aktuellen Fakten und Zahlen zu diesem Thema auseinandergesetzt.

Im nächsten Schritt erhielten die Teilnehmenden ein Blatt Papier, auf dem eine Blume mit Blüten abgedruckt war. Die einzelnen Blüten waren in zwei Bereiche untergliedert: dem inneren Bereich, in dem es um privilegierte Eigenschaften ging und den äußeren Bereich, der den weniger privilegierten Eigenschaften zugeordnet war. Die Teilnehmenden sollten hier ihren entsprechenden Bereich markieren.

Argumentationstraining gegen Rechts

Ein weiterer Programmpunkt des Seminars war ein Argumentationstraining. Den Teilnehmenden wurden hier Parolen ausgehändigt und sie sollten mit anderen Teilnehmenden einmal dafür und einmal dagegen argumentieren.

Nach dem Argumentationstraining haben die Teilnehmenden verschiedene Szenarien aufgestellt und überlegt, wie jede*r mit einzelnen Situationen umgehen kann.

Nach einer Reflektierung der Ergebnisse, wurde nochmal festgehalten, was in einem Seminar geht, und was nicht:

 

Das Braune Quiz zum Schluss

Abgerundet wurde das Seminar durch das sogenannte braune Quiz, in dem verschiedene Fragen über den Seminarinhalt aufgegriffen wurden.

Ich selber fand es ein sehr spannendes Wochenende. Ich habe viel dazugelernt und finde solche Seminare sollten vermehrt an Schulen stattfinden.

Dieser Artikel wurde von Marcel aus dem youpaN verfasst.

youprO: Umgang mit Rechtsextremismus in Seminaren

Die Projektidee

Immer häufiger sehen wir uns mit rechtsextremen und rassistischen Aussagen im Alltag konfrontiert. Dabei stehen wir immer vor der Wahl, ob wir darauf reagieren oder nicht. Doch was ist, wenn wir in der Position sind, in der von uns erwartet wird, die Stimme dagegen zu erheben? Alle, die z.B. im Bereich der Workshopleitung arbeiten, eine Rede halten oder als Team- und Gruppenbetreuer*in tätig sind, werden oft vor diese Herausforderung gestellt.  

Lass uns die Karte mit youprOs füllen

Deswegen machen wir einen Workshop in dem für Jugendliche die Möglichkeit geschaffen wird, sich auszutauschen und konkrete Lösungsansätze zu erarbeiten, wie man schlau und effektiv mit Rechtsextremismus umgeht. Die Fortbildung wird die Teilnehmenden auf rechte bzw. rechtsextreme Zwischenfälle vorbereiten. An einem Wochenendseminar wird sich damit auseinandergesetzt, wie Diskriminierung funktioniert, wie die Bildungsarbeit der Teilnehmenden dazu beitragen kann, diskriminierende Vorurteile abzubauen und wie sie in entsprechenden Situationen als Seminarleiter*in reagieren können, so dass eine klare Linie gegen menschenverachtende Positionen gezogen und zugleich die demokratische Grundlage unserer Gesellschaft gestärkt wird.

Durch den Workshop werden die Teilnehmer*innen auch zu Multiplikator*innen ausgebildet und können als Vorbilder für einen nachhaltigen, friedvollen und gerechten Umgang miteinander stehen.

Projektdaten

Ort: Potsdam

Zeit: Anfang März 2019

Mitmachen: Wenn du mitmachen willst schreib eine Mail an *protected email* !

youprO: Schulung FÖJ-Botschafer*innen

Die Projektidee

Unsere Schulung dient als Multiplikationsort. Junge Menschen werden darin fortgebildet, anderen Jugendlichen die Möglichkeiten aufzuzeigen, wie sie sich in der Gesellschaft für eine nachhaltige Entwicklung engagieren können.

Lass uns die Karte mit youprOs füllen

FÖJ-ler*innen können nämlich im Rahmen ihres FÖJ auf verschiedenste Weise aktiv werden: Sei es als Sprecher*in innerhalb des basisdemokratischen Systems, als Mitglied des FÖJ-Aktiv e.V oder unabhängig von derartigen Strukturen in individuellen Projekten.

Durch unser Projekt soll den jungen Menschen motivierend gezeigt werden, wie sie sich für nachhaltige Themen einbringen können. Und sie beispielsweise selbst auch youprOs machen können.

Dank der Schulung können diese ausgebildeten Botschafter*innen im Herbst 2019 in die Seminargruppen fahren und dort die neuen Freiwilligen des Ökologischen Jahres zur Umsetzung konkreter Projekte ermutigen.

Projektdaten

Ort: Kassel

Zeit: Mai und Juni 2019

Mitmachen: Wenn du mitmachen willst schreib eine Mail an *protected email* !

youprO: Videomagazin zum Klimawandel

Die Projektidee

Oft scheint das Thema Klimawandel für Jugendliche weit weg. Dabei ist gerade unsere Generation ausschlaggebend für unsere Zukunft. Durch einen Videobeitrag von ca. 15 Minuten wollen wir junge Menschen auf den Klimawandel aufmerksam machen, gegen die häufig verbreitete Ignoranz steuern und die Problematik speziell für Jugendliche greifbar machen.

Lass uns die Karte mit youprOs füllen.

Wie betrifft uns der Klimawandel heute?

Diesen Einstig machen wir anhand von ein paar Fällen bei uns in der Region, wie z.B. dem Rheintiefstand, welcher für Tage verhinderte, dass Schüler*innen per Boot zu ihrer Schule auf einer Rheininsel kamen und diese deshalb ausfiel. Diese Beispiele werden wir dann in einem Interview mit Wissenschaftler*innen erklären und mit diesen Informationen den Bogen zu Zukunftsprognosen ziehen: Wie sieht es bei uns im besten/schlimmsten Fall in ein paar Jahren aus?

Danach wollen wir deutlich machen, dass die Problematik zwar dramatisch ist, wir aber (noch) alle etwas tun können und müssen.
Anders als von Erwachsenen, für Erwachsene gedrehte Beiträge, haben wir den Vorteil, unserem Publikum auf einer Augenhöhe zu begegnen und können Jugendliche somit direkter ansprechen.

Zu unserem Projekt gehört außerdem die Verbreitung unseres Filmes. Wir wollen den Film in zwei verschiede Aktionen unserer Schule zeigen, einmal während einer „Schülervollversammlung“ unter dem Motto Klimawandel und dann an einem von uns organisiertem Filmabend. Außerdem wollen wir ihn für alle zugänglich im Internet veröffentlichen, sodass er eine möglichst große Reichweite bekommt.

Projektdaten

Ort: Bonn Bad-Godesberg
Zeit: Januar bis Juni 2019
Mitmachen: Wenn du mitmachen willst oder Ideen zu dem Projekt hast, dann schreib eine Mail an *protected email* !

youprO: Mülltrennung

Die Projektidee

Lass uns die Karte mit youprOs füllen

Das Projekt hat das Ziel Kompost- und Plastikmülltrennung in einem Wohnheim einzuführen. Damit das wieder funktioniert wird es Aufklärungs-, Überzeugungsarbeit und coole Aktionen geben. Wir machen deshalb einen coolen Themenabend über Mülltrennung, um dabei die Student*innen aufzuklären. Auch wollen wir Mülleimer anschaffen und in einem Workshop mit Farbe selbst bemalen und mit Sprüchen gestalten, die die Menschen zum Mülltrennen anleiten.

Zusätzlich bringen wir Plakate und Infotafeln mit Sprüchen und Daten und Fakten in verschiedenen Sprachen (weil auch viele Fremdsprachige in dem Wohnheim wohnen), zwecks Aufklärung an.

Projektdaten

Ort: Halle

Zeit: März 2019

Mitmachen:Wenn du Ideen zu dem Projekt hast, dann schreib eine Mail an *protected email*!

Projektideen fürs neue Jahr!

Das Jahr 2018 neigt sich dem Ende entgegen und wir haben zusammen mit euch tolle youprOs geplant und umgesetzt. 17 Stück insgesamt! Vielen Dank an alle, egal ob Planer*in oder Teilnehmer*in, die mitgemacht haben!

Was für Projekte gab es?

Um nur ein paar zu nennen: Wir haben mit euch zum Beispiel das youprONachhaltig Schenken – DIY Weihnachtsworkshop umgesetzt. Bei diesem besinnlichen Weihnachtsworkshop habt ihr gelernt, wie man nachhaltige Geschenke selbst herstellen kann.

Oder unser youprOGlobale Partnerschaften für Klimagerechtigkeit.  Im Rahmen dieses Projektes wurden drei Wochenendseminare über den Klimawandel in Malawi und Niedersachsen, souveräne, klimaresiliente Gemeinden in Malawi und Niedersachsen und globale Partnerschaften für Klimagerechtigkeit durchgeführt. 

Unser neuer Projekt-Reader zum Ideenfinden und -planen

Des Weiteren haben wir vor kurzem unseren neuen Projekt-Reader vorgestellt. Mit diesem unterstützen wir dich bei der Umsetzung deiner Idee(n). Und wir zeigen dir Schritt für Schritt, wie du dein Projekt zum Erfolg führst. Blätter dich einfach durch unsere Broschüre und schau dir die unterschiedlichen Tools dafür an. Damit wird es jetzt noch leichter Projektideen umzusetzen.

Mach 2019 zu deinem Projektjahr!

Die Projektideen können ganz unterschiedlich sein. Ganze egal ob du eine Plakatkampagne für Ressourcenschutz an deiner Uni machen möchtest. Ein Jugend-Camp zu den SDGs planst oder YouTube-Videos über Gleichberechtigung in deiner Schule filmen möchtest. Wichtig ist nur, dass dein Projekt etwas mit Nachhaltigkeit zu tun hat und wie wir in Zukunft handeln können. Das kann z.B. Umweltschutz durch Müllvermeidung oder auch Demokratielernen durch Diskussionen sein.

Damit wir auch im neuen Jahr viele neue Projekte umsetzen können, sind wir auf viele Ideen angewiesen. Auf unserer interaktiven Karte kannst du dir anschauen, was es überall für vielfältige Projekte gibt. Schau doch mal was in deiner Nähe umgesetzt wurde oder wo es noch keine Projekte gibt und lass dich dabei inspirieren für neue Projekte!

Wir freuens uns auf deine neuen Projektideen und wünschen dir einen guten Rutsch ins neue Jahr!

youprO: Bildung neu denken

Das aktuelle Bildungssystem

Wie gefällt es dir in der Schule oder Hochschule? Bist du glücklich? Kannst du das lernen/machen, was du möchtest, oder gehst du zu solchen Institutionen, weil du es musst. Weil es alle machen. Weil du später mal einen Arbeitsplatz haben musst, mit dem du überleben kannst. Oder weil du dich vielleicht nicht traust deinen eigenen Weg zu gehen?

Wenn ich diese Fragen beantworte, dann muss ich ehrlich gestehen, dass ich nicht gerne in die Schule gegangen bin. Genauer gesagt mochte ich es überhaupt nicht. Klar, ich habe meine Freunde jeden Tag gesehen, aber für 5-7 Stunden am Tag aus dem Fenster starren in die Schule gehen? Warum?

Natürlich ist das jetzt sehr übertrieben, aber es ist wahr, dass ich oft aus dem Fenster gestarrt und mich gefragt habe, warum das alles? Warum sitze ich hier? Warum muss ich dies und das und jenes lernen, obwohl ich das vielleicht gar nicht möchte? Bin ich in der Schule, um meinen Interessen nachzugehen, verschiedene Dinge auszuprobieren und mein Potenzial zu entdecken und entfalten oder bin ich in der Schule, um Arbeiter zu werden, Befehlen/Aufgaben zu gehorchen und das alles nicht kritisch zu hinterfragen?

Um ein vollständigeres Bild zu bekommen war ich auf einem gewöhnlichen Gymnasium, in der wir Schüler*innen jeden Tag auf unseren Platz sitzen, ruhig sein und dem/der Lehrer*in zuhören mussten. Für manche mag dieses System funktionieren (doch selbst das bezweifle ich), aber für mich und den Großteil meiner Klasse nicht. Fast alle Menschen meiner Klasse gingen nicht gerne zur Schule, lernten für eine Klassenarbeit ein paar Tage davor, um das Gelernte ‚auszukotzen‘ und kurz danach wieder zu vergessen. Deswegen ist dieser Art von Lernen ist obsolet (hinfällig/veraltet). Und was macht man, wenn das der Fall ist?

Ausbrechen!

Um genau solche alternativen Lernwege jenseits der Schule/Hochschule ging es gestern (am 15.12.18) auf dieser Messe im Forum Factory in Berlin, die gleichzeitig im Rahmen eines youprOs umgesetzt wurde. Organisiert wurde die Messe vom Verband freier Bildungsalternativen, deren Vision es ist, dass „jeder Mensch nach seinen Fähigkeiten und Bedürfnissen lernen und leben kann.“ (Quelle)

Ziel der Messe ist/war es, „bestehende Projekte sichtbar zu machen und miteinander zu vernetzen.“ (Quelle) Da war es auch schon keine Frage mehr, dass Marcel und ich vom youpaN dort hingehen, von uns erzählen und Werbung für weitere youprOs machen würden. Nach einer langen Zugfahrt mit wenig Schlaf kam ich morgens an, habe mit Marcel unseren Stand aufgebaut und ich muss sagen, ich bin immer noch ziemlich beeindruckt von den vielen Menschen, die ihre Bildung in die Hand nehmen und individuelle Lernwege jenseits von Schule/Hochschule bestreiten. Sei es die Wanderuni, die ReiseuniProject Peace, die Demokratische Stimme der Jugend e. V., die Akademie für angewandtes gutes Leben, wandlungsträume, das Kollektiv für gelebte Utopie, die Freilerner-Solidargemeinschaft e. V. und viele mehr, sie alle zeigen Wege auf, nicht weiter zur Schule zu gehen oder mal nicht BWL zu studieren, weil man ‚nicht weiß, was man machen soll‘.

Das youpaN wirbt für die youprOs

Marcel, Laura und ich haben viel Werbung für die Projekte gemacht, die wir gemeinsam mit jungen Menschen umsetzen und das kam sehr gut an! Viele schienen interessiert und überlegen es sich, ein youprO mit uns zu machen. Wie viele Projektideen in der nächsten Zeit eintrudeln werden, wird sich zeigen, jedenfalls war es sehr schön auf der Messe zu sein. Vor allem hat sie mich darin bestärkt, auch ‚meinen eigenen Weg weiterhin zu gehen‘, da ich seit meinem Abitur 2015 alternativ lerne (jenseits einer Institution).

Bildung muss tauschlogikfrei sein!

Das besondere an der Messe war, dass sie tauschlogikfrei organisiert wurde.  Friederike Habermann und auch Tobi Rosswog haben dazu am Nachmittag Workshops angeboten. Tauschlogikfrei bedeutet, dass man Dinge bedingungslos bekommt und nicht mehr (so wie heute) etwas dafür geben muss (Geld, Daten, Privatsphäre etc.). Für die Messe musste man also keinen Eintritt zahlen und das Essen war tauschlogikfrei: jede*r durfte etwas mitbringen und teilen, musste es aber nicht. Diesen Gedanken/Ansatz, Dinge außerhalb der Tauschlogik zu organisieren finde ich extrem spannend, weswegen ich auch das Bildungsprojekt TROM übersetze. Dort wird aber nicht der Begriff tauschlogikfrei verwendet, sondern handelsfrei. Schau dir dazu das Buch „Das Geldspiel und darüber hinaus“ und „Die Ursache der meisten Probleme an.

Was denkst du?

Einfach mal ausbrechen und nicht zur Schule/Hochschule gehen – wie fühlt sich das für dich an? Kommen Ängste hoch? Zukunftssorgen? Was könnten die anderen denken?

Oder klingt es auch nach Freiheit, Selbstbestimmtheit und Abenteuer?

Könntest du dir vorstellen nicht mehr zur Schule/Uni zu gehen und Dinge zu lernen, wann, wo, warum, wie und mit wem du willst?

Heutzutage gibt es ein Ding namens Internet, wo Wissen frei zugänglich ist, und Wissensplattformen, wie die Khan Academy, auf der jeder Mensch in seiner Geschwindigkeit lernen kann.

Nelson Mandela hat mal gesagt:

„Bildung ist die mächtigste Waffe, die du verwenden kannst, um die Welt zu verändern.“ (Quelle)

Vielleicht müssen wir jungen Menschen einfach mal ausbrechen, alternative Lernwege jenseits der Schule gehen und Bildung neu denken.

Dieser Artikel wurde von Aaron geschrieben.

youprO: Nachhaltig Schenken – DIY Weihnachtsworkshop

Es ist Dezember, die Tage werden kürzer und die Läden werden voller.  Sie beginnt aufs Neue, die Suche nach dem perfekten Weihnachtsgeschenk. Mit Besinnlichkeit und Bedacht, mit Freude und einer schönen Schenkkultur haben die meisten Dinge, die am 24. unter dem Tannenbaum landen, nicht mehr viel zu tun.
Zeit, dass sich das ändert!

Am 5. Dezember haben wir mit 30 Teilnehmenden aller Altersklassen in Soest gebastelt, gematscht und gerührt: an 7 Stationen haben wir kleine, nachhaltig nützliche Geschenke hergestellt. Unter den Rezepten fanden sich Badesalz, Zahnpasta, Knete und Deo in nicht ganz herkömmlicher Ausfertigung. Mit erstaunen konnten wir zum Beispiel feststellen, dass beinahe all unsere Zutaten essbar waren.

Besonders gut besucht war auch die Bienenwachstücher Station. Bienenwachstücher kann mensch anstatt von Frischhaltefolie verwenden – und das immer wieder! Sie sind mittlerweile hochpreisig in den Bio- und Unverpacktläden des Landes zu finden und dabei so einfach selber zu machen! 

Müllfrei verpackt machen unsere kleinen Geschenke jetzt hoffentlich Freude und verstauben nicht auf dem Wandschrank.

Wir fanden’s super, dass wir das ganze kostenlos und damit niederschwellig  anbieten konnten. Es hat so Spaß gemacht, dass wir noch eine halbe Stunde weitergebastelt haben, als schon alle Teilnehmenden weg waren.