youprO: Eine Vollversammlung für unser Klima

Das youprO „Public Climate School“ an der Martin-Luther-Universität Halle war „ein energetisches Brodeln voll Tatendrang und Aufbruchsstimmung“ auch, wenn dies leider nicht alle mitgerissen hat.

Wir, eine Ortsgruppe der Students For Future AG von Fridays For Future, haben eine Woche lang über 30 Veranstaltungen zum Thema Klima und der daraus resultierenden Verantwortung unserer Universität auf die Beine gestellt. Diese gingen von Informationsveranstaltungen in Form von Vorträgen, Podiumsdiskussion bis hin zu Kinoabenden, einer Party, Workshops, einer studentischen Vollversammlung und abschließend drei Demonstrationen mit und ohne Fahrrad. All dies ist logistisch und organisatorisch basierend auf unermüdlicher Bereitschaft und Improvisationsvermögen bis auf wenige Raumwechsel einwandfrei verlaufen. Zudem sollten wir das Begleitprogramm definitiv mehr geisteswissenschaftlich ausbauen, da uns die Woche nochmal deutlich gezeigt hat, dass die Klimaherausforderung schon lange nicht mehr technischer oder wirtschaftlicher, sondern vor allem kultureller und politischer Art ist.

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Wie geht es weiter? Eine deutschlandweite Public Climate Schoo?

Nach unserem Projekt reflektieren wir nun, inwiefern wir unseren Zielen, der Umsetzung der deutschlandweiten Public Climate School in Halle und der Veränderung des global-politischen Systems des menschlichen Daseins, dass es zukunftstauglich ist, nähergekommen sind. Ich denke, dass es definitiv ein Schritt in die richtige Richtung war, allerdings hätte dieser größer ausfallen können. Doch wo sind die Hebelpunkte des Systems? Wie kann man am effektivsten darauf Einfluss nehmen? Wen muss eine soziale Bewegung wie FFF außerdem ansprechen? Und wie funktioniert dies am effektivsten? Auf diese Fragen erste Antworten zu finden, erhoffe ich mir während den folgenden Wintermonaten unter anderem in den kostenlosen Büchern der

Smart CSOs, auf welche wir durch den Verein für Bildungsarbeit „Mohio“ aufmerksam geworden sind.  Diese haben im Rahmen unseres Projektes auch zwei Workshops gegeben. All diese Fragen fordern mit Sicherheit einiges Durchhaltevermögen, aber wir sind jetzt an einem Punkt angekommen, an dem wir nicht mehr auf unsere Eltern oder traditionelle Autoritäten, wie auch die Universität eine ist, setzen können, da die Umstände zeigen, dass wir genau diese sowie alte Denkmuster in Zukunft ändern müssen.

Wir brauchen eine alternative Kultur mit ALLEN und dafür werden wir uns weiterhin einsetzen und brauchen jede helfende Hand für einen nachhaltigen Wandel.

Der Bericht (gekürzt) wurde von Arian verfasst, die das Projekt mitgeplant hat.

Hacken fürs Klima

Vom 29.11 bis zum 01.12. haben wir, Christopher und Clara, am Klimahackathon der Stiftung der deutschen Wirtschaft teilgenommen. In der entspannten Arbeitsatmosphäre, welche das Umspannwerk Kreuzberg uns bot, konnten wir drei Tage lang sehr konzentriert an unserem Online-Tool „Sustain-ABILITY – du hast die Fähigkeit, unsere Welt zu retten“ arbeiten.

Klimahackaton in Berlin-Kreuzberg

Dabei haben wir zahlreiche hilfreiche Inputs in Form von kurzweiligen Vorträgen zur Umweltpsychologie, zur Lausitz und zur Fairness von CO2-Steuern erhalten. Außerdem standen uns „Expert*innen“ zur Seite, welche unsere Fragen zu Gaming, Motivationstheorie und der Implementierung des Tools in den schulischen Unterricht beantworten konnten. Insgesamt war es ein produktives und sehr inspirierendes Wochenende, das uns dazu ermutigt hat, unser Online-Spiel weiter zu verbessern.

Der Artikel wurde von Clara aus dem youpaN verfasst.

youprO-Reportage: Klimawandel – ganz dünnes Eis

Zumindest seit Fridays for Future kommt jede*r mit dem Thema Klimawandel in Kontakt. Aber es wirkt oft abstrakt und weit weg von unserer Lebensrealität. „Was genau passiert mit unserer Erde? Welche Folgen spüren wir direkt vor unserer Haustür? Und was kann jeder von uns tun, um das Klima zu schützen?“  Diesen Fragen sind wir in unserem youprO  „Klimawandel – ganz dünnes Eis“ in einer Reportage auf der Spur.

Hier findest du den ganzen Film.

Antworten suchen statt Halbwissen haben

In unserem Umfeld herrschte mehr Halbwissen als Verständnis, so auch bei uns. Deshalb begannen wir, eine Gruppe junger Menschen, Mitte 2018 nach Antworten zu suchen und nutzten die Gelegenheit, um andere Menschen in unserem Alter zu informieren. Wir zeichneten unsere Recherche und Gespräche auf. In unserer Schule lernten wir das technische Know-how, um selbstständig zu schreiben, filmen und schneiden.

Wir recherchierten einige Monate und kontaktierten Wissenschaftler um unsere Fragen zu klären. In der Reportage sprechen wir mit Frau Dr. Martin vom „Potsdam Institut für Klimafolgenforschung“. Sie redet mit uns über über ihre Sorge in die Zukunft, aber auch die Hoffnung die sie als Wissenschaftlerin antreibt. Außerdem treffen wir die Feuerwehr, die über eine Zunahme von Rettungseinsätzen spricht, reden mit einem Förster über tote Wälder und mit Aktivist*innen aus dem youpaN über Spaß an Nachhaltigkeit.

Fridays for Future macht auch uns Beine

Während unseren Dreharbeiten begann die Fridays for Future Bewegung, inspiriert von Greta Thunberg. Wir liefen mit und interviewten sowohl Demonstrant*innen, als auch Organisator*innen. Die Moderatorin Sarah kommt zu dem Schluss:

„Fridays for Future hat mich echt inspiriert. Ich helfe bei der Mobilisierung der Demos und will in Zukunft noch mehr bei der Organisation helfen.“

Generell haben wir alle viel von dem Projekt mitgenommen. Jafet, der zweite Moderator unserer Reportage meint: „Es tut gut zu hören, dass wir etwas unternehmen können und damit tatsächlich etwas verändern.“  Dieses Potenzial möchte er verantwortungsvoll nutzen und hofft, andere dazu inspirieren zu können, das gleiche zu tun. Außerdem haben wir bei der Recherche und den Dreharbeiten unglaublich viel gelernt und konnten tolle Menschen kennenlernen. Am meisten Spaß hat der Kontakt zu Aktivist*innen gemacht, die alle voller Tatendrang und Hoffnung waren.

Der Artikel (gekürzt) wurde von Sarah aus dem Projektteam geschrieben.

Veranstaltungshinweis – komm zum BNE-Facebooktag und triff das youpaN

Facebook öffnet am 3. Dezember 2019 im Sony-Center in Berlin seine Türen, um über eine nachhaltige Bildung zu tagen. Auf der 1. BNE-Tagung zur Nachhaltigkeitsbildung gibt es Vorträge und jede Menge spannende Workshops, in denen wir lernen, wie wird die Welt nachhaltiger, gerechter und vielfältiger machen können.

Auch du bist eingeladen! Denn auch junge Menschen und ihre Meinungen dazu sind wichtig!

Bild: https://facebooknachhaltigebildung.splashthat.com/

Junge Menschen als Changeagents

Mit dabei ist auch unser youpaN. Es wird von seiner Arbeit für BNE berichten und gibt euch Tipps für gelungene Jugendbeteiligung.

Die UN-Jugenddelegierte für Nachhaltigkeit Rebecca Freitag wird über nationale- und internationale BNE-Fortschritte berichten.

Hier kannst du dich kostenlos anmelden: https://facebooknachhaltigebildung.splashthat.com/

 

 

Die Welt retten im Unterricht

Die Welt retten im Unterricht – Workshop an der Gerda-Taro-Schule

Am 08.11.2019 konnte ich (Clara) anlässlich des „Fest der Demokratie“, welches als Projekttag der Gerda-Taro-Schule in Leipzig stattfand, in einem Workshop das vom youpaN entwickelte Onlinespiel „Sustain-ABIILITY: die Fähigkeit, die Welt zu retten“ vorstellen. Neben 17 Schüler*innen, welche die 7. bis 9. Klasse besuchten, nahmen auch einige Lehrer*innen der Schule teil.

Von 10 bis 14 Uhr spielten sich die Schüler*innen durch die ersten zwei Level des Spiels und setzten auch vier Challenges des Spiels in Kleingruppen um: So entwarfen sie ein nachhaltiges Menü für die Mensa, überlegten sich ein Zero-Waste-Konzept für ihre Schule, recherchierten über Schulpartner­schaften in Ecuador und stellten fest, dass wir von Erdöl umgeben sind – von unserem Federmäppchen über die Computer bishin zu unserer Kleidung.

Foto: Christopher Zentgraf

Das Feedback der Schüler war sehr hilfreich: Sie äußerten nicht nur Dinge, die ihnen gefallen haben – so etwa das Prinzip, dass sich die Spielenden gegenseitig grüne Daumen schenken können und das futuristische Design – sondern machten auch viele konstruktive und konkrete Verbesserungsvorschläge, die wir versuchen werden, so gut es geht in das Spiel zu integrieren. Auch von den Lehrern erhielt ich hilfreiche Tipps, wie das Spiel bei den Lehrkräften noch besser ankommt und dass man unterschiedliche Ansätze je nach Bundesländern wählen sollte. Mit diesem Wissen ausgestattet, werden wir versuchen, finanziellen Support und weitere engagierte Menschen zu finden, um das Spiel noch besser zu machen und in den deutschen Schulen zu verbreiten.

Hier geht es zum Spiel: https://planet-n.de/

Der Artikel wurde von Clara aus dem youpaN verfasst.

La page verte – Die grüne Seite

Trotz Digitalisierung steigt der Papierverbrauch in Deutschland (Quelle:
Verbraucherservice Bayern). Mit einem Verbrauch von 250 kg Papier befindet sich Deutschland weltweit auf Platz 4 (Quelle: Bundesumweltamt 2015). Diese Zahlen sind bedenklich, denn die Papierindustrie hat einen nicht unerheblichen Effekt auf Klima und Umwelt – nicht zuletzt durch die Abholzung von Wäldern, die Entstehung von Monokulturen, das damit einhergehende Artensterben oder die Freisetzung von Chemikalien.

Auch an der Universität des Saarlandes wird nicht an Papier gespart: Jedes Jahr werden an der Universität des Saarlandes ca. 160 Tonnen Papier entsorgt (Quelle: Dezernat ZBD – Zentrale Beschaffung und Dienste, Universität des Saarlandes) . Daher haben wir im April 2019 beschlossen, auf direktem Wege etwas gegen diesen Ressourcenverbrauch zu unternehmen.

Foto: La page verte

Papier retten und neues Leben schenken

Und so wurde La page verte – Die grüne Seite geboren. Die Grundidee ist simpel: Einseitig bedrucktes Papier (z. B. Fehldrucke, Flyer oder Plakate) werden gesammelt, um daraus mit einer einfachen Leimbingung neue Notizblöcke herzustellen. Das Papier wird also „gerettet“, um ihm ein neues Leben zu schenken. Durch die Verwendung unserer Blöcke kann so jede*r einzelne Ressourcen einsparen: Holz, das vor allem bei der Herstellung von Frischfaserpapier gebraucht wird sowie Wasser und Energie, aber auch Chemikalien, die für die Herstellung von Papier eingesetzt werden.
Durch das „direkte“ Recycling wird sich außerdem der energieaufwendige Prozess, in dem aus Altpapier Recyclingpapier hergestellt wird, gespart. Somit kann CO2 eingespart werden. Während ein normaler DIN A4-Block mit 80 Seiten aus Frischfaserpapier 1,2 kg Holz, 20,8 l Wasser und 4,3 kWh Energie verbraucht, ein gleicher Block aus Recyclingpapier 0,4 kg Holz, 8,2 l Wasser und 1,7 kWh Energie (Quelle: IPR – Initiative Pro Recycling, Nachhaltigkeitsrechner), verbrauchen unsere Blöcke so gut wie keine Ressourcen.

Gleichzeitig versteht sich das Projekt als Nachhaltigkeitskampagne und will für einen verantwortungsvolleren Umgang mit Ressourcen sensibilisieren. Dafür befindet sich auf der ersten Seite eines jeden Blocks ein Factsheet zum Thema Papierverbrauch, auf dem Informationen rund um das Thema Papier und Tipps für einen verantwortungsvolleren Umgang damit zu finden sind.

Von der Idee zum Block

Der erste Schritt war die Kontaktaufnahme zu 2nd Page in Lüneburg, die uns die wichtigsten Aspekte rund um ihr Papier-Retten-Projekt erklärten. Darauf folgte die Findung eines Namens sowie die Entwicklung eines Logos. Als wir diese festgelegt hatten, konnten wir auf verschiedene Akteure an der Universität zugehen: So gewannen wir z. B. das Studentenwerk im Saarland e. V. Als Projektpartner, das uns unter anderem einen Raum zur Lagerung des gesammelten Papiers zur Verfügung stellte. Weiterhin sprachen wir mit
dem neuen Verantwortlichen für die Stabstelle Nachhaltigkeit und Digitalisierung der Universität des Saarlandes, um ihm das Projekt zu präsentieren und über bereits vorhandene Nachhaltigkeitsstrategien an der Universität zu sprechen.

Foto: La page verte

 

Dann veranstalteten wir ein Infotreffen, um das Projekt vorzustellen und Freiwillige zu finden, die uns bei der weiteren Umsetzung helfen würden. Werbung dafür haben wir u. a. im Rahmen der Hochschulwahlen gemacht. Rund 20 Personen kamen zur Infoveranstaltung, von denen, gemeinsam mit uns drei Initiatorinnen, ca. 10 heute das Kernteam ausmachen. Ende Juli folgte ein weiteres Treffen, bei dem wir damit begannen, Sammelboxen zu basteln (auch diese ausschließlich aus Altpapier).

Über Datenschutz und Inklusion

Wir haben daraufhin an verschiedenen Orten an der Universität Sammelboxen aufgestellt, u. a. Im Studentenwerk, in der Zentralbibliothek und einigen Teilbibliotheken sowie beim AstA. Während wir manche Standorte selbst angefragt haben, haben sich andere von sich aus an uns gewendet, um eine Box zu „bestellen“, da sie auf das Projekt aufmerksam geworden waren und uns unterstützen wollten.

Diese Boxen werden nun regelmäßig geleert und es findet ca. alle zwei Wochen Treffen statt, bei dem das Papier gemäß  Datenschutzgrundverordnung vorsortiert wird. Ein Freiwilliger hat sich dafür im Voraus an die Datenschutzbeauftragte der Universität des Saarlandes gewandt, um in Erfahrung zu bringen, welche Art von Daten nicht im Block
auftauchen darf.

Foto: La page verte

 

Da wir am 14.10.2019 die Blöcke zum ersten Mal an der Universität präsentieren wollten, ließen wir dann in der letzten Septemberwoche die erste Ladung Blöcke mit dem bis dahin gesammelten Papier in der Behindertenwerkstatt Reha GmbH herstellen (die Papiermenge ergab 186 Blöcke). Die Werkstatt hatten wir zuvor für einen Probedruck bereits besucht. Die Mitarbeiter dort waren sehr freundlich und entgegenkommend und haben uns im Detail gezeigt, wie genau die Blöcke gebunden werden würden.

Infokampagne zu Ressourcenverbrauch

In der Aufbauphase haben wir es geschafft, die Infrastrukturen für das Sammeln und Lagern von Papier an der Universität des Saarlandes aufzubauen, ein Team von engagierten Freiwilligen aufzubauen und schließlich die ersten Blöcke herstellen zu lassen.

Die Blöcke wurden schließlich zu Semesterbeginn bei einem Infostand am Erstsemester-Infotag präsentiert. Das Interesse an unserem Projekt war groß
und die Rückmeldungen zu den Blöcken sehr positiv. Darüber freuten wir uns und es motivierte uns weiterhin. Zusätzlich konnten wir ein paar neue Interessent*innen und sogar weitere Mithelfer*innen rekrutieren, die beim ersten Treffen in diesem Semester sofort kamen, um die Boxen zu leeren und Papier zu sortieren. Aktuell führen wir weitere Gespräche mit dem Studentenwerk, die uns dabei unterstützen, weitere Kooperationspartner*innen zu finden und gemeinsam mit uns zusätzliche Designs für das Cover erarbeiten.

Foto: La page verte

 

In den kommenden Wochen sollen weitere Infostände stattfinden, um die Studierenden über das Projekt zu informieren und somit für das Thema Ressourcenverbrauch zu sensibilisieren. Die Initiative „Faire Uni Saar“, die ein Mal wöchentlich einen Infostand in der Mensa der Universität des Saarlandes hat, hat sich außerdem bereiterklärt, unsere Blöcke an ihrem Stand anzubieten.

Papier retten 2.0

Unser Ziel ist es, dass das Projekt sich in Zukunft selbst tragen kann, also dass wir mittels der Spenden, die wir für die Blöcke erhalten, weitere Blöcke in Auftrag geben können. Wir wünschen uns, dass es La page verte – Die grüne Seite dauerhaft als studentische Initiative an der Universität des Saarlandes geben wird, denn es wird immer Fehldrucke geben, die gerettet werden können. Gleichzeitig verstehen wir die Blöcke als Nachhaltigkeitskampagne. Wir hoffen, dass wir die Studierenden und Mitarbeiter*innen der UdS auf diesem Wege für die Problematik der Papierverschwendung sensibilisieren
können, sodass in Zukunft weniger oder zumindest doppelseitig gedruckt wird. Außerdem möchten wir mit der Universität in den Dialog treten, um z. B. anzuregen, an den universitären Computern das doppelseitige Drucken als Voreinstellung festzulegen und mehr Recycling-Papier zu nutzen.

Foto: La page verte

 

Verfasser*innen des Berichts (gekürzt) sind Dariah , Elisa , Ronja und Ylva

youprO: Inseln der Bildung

Schwimmende Bildung

Von Mai bis Oktober schwammen Bildungsinseln im Rahmen
unseres Projektes „Flow-Garden“ auf dem Maschteich in Hannover, direkt am Neuen Rathaus der Landeshauptstadt.

Foto: FlowGarden

Die Konstruktion aus Recyclingmaterialien

Auf Grundlage des Open-Source Bauplans modularer Schwimminseln der
makers4humanity wurde der FlowGarden als zusammengesetzte Insel konzipiert.

Foto: FlowGarden

 

Der Bauworkshop dieser Plattform wurde auf dem Gelände des Schulbiologiezentrum Hannover als Jugend-MakerCamp durchgeführt, bei dem Jugendliche verschiedener Altersstufen und mit unterschiedlichen Interessen mitarbeiteten. Unter fachmännischer Anleitung entstanden hier Anfang Mai, hauptsächlich aus Recyclingmaterialien, die vorgefertigten Bausätze zur anschließenden Wasserung und Endmontage auf dem Maschteich Hannover.

Neben dem Bau der Inseln gehörte zu dem Bauworkshop auch die Upcycling-Kisten für die Schwimmbeete sowie ein Vertikalgarten, der vor Ort als Infobord diente. Die Jugendlichen waren beim Bau so engagiert und begeistert, dass sie in wechselnden Konstellationen auch an den folgenden Veranstaltungen wieder teilnahmen.

Die Bildungs-Insel wird bezogen und steht im Mittelpunkt

Durch den Flow-Garden entstanden Direktkontakte engagierter Jugendgruppen wie fridays-for-future und Links-Jugend zu Bildungsexpert*innen im schulischen, univeritären und politischen Bereich. Zudem drehte das ndr-Fernsehn eine kleine Dokumentation zum Bau und Nutzung des Flow-Gardens und die Printmedien berichteten mehrfach.

Foto: FlowGarden

So modular wie die Bauweise, war auch die gesamte Projektplanung
konzipiert, um in einem fachübergreifenden Team ein
gemeinsames, optimales Ergebnis mit großer Wirkung zu erreichen.

Die Insel schwimmt weiter

Auch nachdem unser erfolgreiches Projekt beendet wurde, möchten wir die Insel weiter nutzen und werden sie schon bald wieder an einem anderen Ort ins Wasser lassen: als schwimmende Bildungsplattform und vielleicht brütet ja wieder ein Wasservogel darauf.

Foto: FlowGarden

BNE für eine friedliche Gesellschaft

Nutzen wir BNE zur Gestaltung einer friedlichen Gesellschaft!

BNE ist ein ganzheitlicher Ansatz für Bildung, Frieden und Friedensbildung. Und genau diese sind auch ein großer Teil von BNE. Nur eine friedliche Gesellschaft kann eine nachhaltige sein – dabei geht es bei Frieden um so viel mehr, als die bloße Abwesenheit von Krieg. Frieden bedeutet ein gutes Zusammenleben der Menschen einer Gesellschaft, die Konflikte ohne verbale oder physische Gewalt lösen kann. Nachhaltigkeit eben.

Um all diese Themen drehte sich der IPB-ITUC-Youth Summit 2019 auf dem ich (Nicolas) für das youpaN unterwegs war. Zusammen mit Personen aus über 25 Ländern diskutierte ich über Frieden, soziale Gerechtigkeit und ökologische Nachhaltigkeit und wie wir diese erreichen können. Dabei wurde auch immer wieder die Wichtigkeit von (Friedens-) Bildung betont – einem wichtigen Aspekt von BNE.

Nicolas aus dem youpaN beim IPB Youth Summit

Neue Narrative gestalten

Ein großer Bestandteil von Friedensbildung sind gesellschaftliche Narrative, die wir erzählen. Gut festmachen lässt sich das Problem der aktuellen Narrative am „Sicherheitsbegriff“. Auf Englisch beschreibt man dieses Problem als Safety vs. Security. Ca. seit den Anschlägen von 9/11 hat sich unsere Konnotation des Begriffes „Sicherheit“ stark gewandelt. Heutzutage hat er sehr viel mit Polizei und Militär zu tun, mit Kontrolle, Angst und Abschirmung, eine klassische Konnotation des Begriffes „Security“ eben. Dass diese Konnotation problematisch ist und keine friedliche Gesellschaft fördert, ist wohl relativ offensichtlich. Doch was wäre ein besseres Narrativ von Sicherheit? Es ist das Narrativ von „Safety“, einer Besetzung des Sicherheitsbegriffes, welche sich von Polizei und Militär entfernt. Bei dieser Konnotation geht es um Wohlstand, Glück und ein „sicheres“ Umfeld, d.h. um die Sicherheit, ein glückliches und erfülltes Leben zu führen, welches frei ist von Gewalt, materiellen und/oder anderweitigen Sorgen. Nur ein solcher Sicherheitsbegriff kann eine nachhaltige Gesellschaft gestalten, da Menschen, die ein erfülltes Leben führen, nicht zu Gewalt zur Lösung von Konflikten greifen werden.

Das Militär uncool machen

Ein zweites Narrativ, welches wir verändern müssen, ist die „Coolness“ von Kriegen und Militär. Doch woher kommt diese überhaupt? Ganz einfach – Kriege und Militär bieten einfache und schnelle Lösungen; sie unterteilen die Welt in Schwarz und Weiß, Gut und Böse, Terrorist*in und Held*in. Frieden dagegen ist deutlich komplexer und somit auch langweiliger. Es geht um Verhandeln, viel stumpfes Gerede, lange Abkommen und eine langwierige und tiefgehende Analyse von Konflikten. Und genau hier müssen wir ansetzen, um Narrative und damit auch die Gesellschaft zu verändern.

Wir brauchen diese Narrative, um eine friedliche Gesellschaft zu schaffen – ganz im Sinne einer BNE und einer nachhaltigen Entwicklung. Denn wenn die Transformation hin zu einer gewaltlosen Gesellschaft scheitert, dann scheitert mit ihr auch eine nachhaltige Entwicklung als Ganzes.

Der Artikel wurde von Nicolas aus dem youpaN verfasst.

Ein Hotel für Insekten

Vor einem Jahr hat sich an unserer Schule eine Klimagruppe gegründet, die nur so vor Tatendrang zur Rettung der Umwelt strotzte. Im Kleinem haben wir schon tolle Projekte durchgeführt. Leider blieben die aber ein bisschen im Verborgenem. Daher war die Idee, ein Insektenhotel zu bauen. Denn damit wollten wir unser Projekt auf dem Schulgelände sichtbar machen. Und das Interesse unserer Mitschüler*innen am Engagement für Klimaschutz wecken.

Der Zeitpunkt war gut gewählt. Die schockierenden Lebensperspektiven standen uns durch den Workshop noch vor Augen und motivierten.

Bauplan des Insektenhotels

In unserer Klimagruppe sind alle Altersstufen unserer Schule vertreten, da die Sensibilisierung für das Klima nie zu früh anfangen kann. Das Insektenhotel war eine gute Möglichkeit, um alle Altersgruppen leicht zu beteiligen. Beim Insektenhotel konnte jede/r altersunabhängig praktisch Hand anlegen.

Alle Altersgruppen bauen gemeinsam an dem Hotel

Bei der Konzeption des Hotels war uns Stabilität und eine einfache, schnelle Konstruktion wichtig. Daher entschieden wir uns, Europaletten als Grundmaterial für das Gestell zu benutzen und aufeinander zu schichten. Wir haben bei der Materialauswahl darauf geachtet, dass die Baumaterialien aus einer nachhaltiger Forstwirtschaft kommen.

Wie wir es uns vorgenommen hatten, ging der Aufbau (nach anfänglichem Chaos) zügig voran (1 Nachmittag) und war für alle Bauarbeiter*innen sehr zufriedenstellend. Bei Projekten für den Klimaschutz, welche oft aus vielen Dialogen mit anderen Mitschüler*innen, Eltern und Schulpersonal bestehen, ist ein Ergebnis oft nicht sofort sichtbar. Daher ist es zur Abwechslung erfreulich gewesen, nach einer Projektdurchführung sofort ein real existierendes Resultat vor sich stehen zu haben.

Die Zukunftsperspektive unserer Erde ist mit dem Temperaturanstieg und Artensterben (allen voran Insekten) schockierend. Deshalb haben wir uns zwei Tage damit in einem Workshop auseinandergesetzt. Mit einer Mischung aus Ernst und Humor brachten uns die Klimabotschafter*innen des SV-Bildungswerkes den Klimawandel näher. Aber wir wollten die Diskussionen nicht nur Worte sein lassen, sondern direkt handeln: Wir wollten ein Hotel für Insekten bauen.

Es sind noch nicht alle geplanten Füllmaterialien im Hotel platziert, da wir diese möglichst selbstständig in der Natur sammeln wollen, weshalb die Bestückung peu à peu vorangeht. Dennoch haben wir die weitere Bestückung organisiert, weshalb wir schon bald ein voll bestücktes Insektenhotel erwarten können.

Es sind noch nicht alle geplanten Füllmaterialien im Hotel platziert, da wir diese möglichst selbstständig in der Natur sammeln wollen, weshalb die Bestückung peu à peu vorangeht. Dennoch haben wir die weitere Bestückung organisiert, weshalb wir schon bald ein voll bestücktes Insektenhotel erwarten können.

Fragen folgen

Was passiert, wenn junge Menschen ihren Fragen folgen? Wenn es einen Ort gibt, wo nicht für Creditpoints gelernt wird, sondern aus inneren Antrieb? Von November bis Mai kamen im youprO „Fragezeichner“ 14 junge Menschen zu einem Raum der Fragen zusammen: Ein Ort an dem eine ungebremste Auseinandersetzung mit gesellschaftskritischen und zukunftsrelevanten Themenfeldern möglich ist.

Foto: www.manofaktur.com

14 junge Menschen, 180 Tage, 1000 Ideen

Was bringt 14 junge Menschen dazu, sich für sechs Monate in und um ein Haus auf eine Suche zu begeben und was ist ihre gemeinsame Ausrichtung? Vielleicht: Die Ahnung, dass eine schönere Welt möglich ist. Die Suche nach einem Leben und einer Kultur, die in Einklang mit dem Leben ist. Das Gefühl, dass in der Welt, in der wir leben, dies noch nicht der Fall ist. Dass es einiges zu wandeln gibt.

Was die jungen Menschen auf ihrer Suche erlebt und herausgefunden haben, erzählt uns einer der Teilnehmenden aus seiner Perspektive auf das Projekt. Es gibt aber mindestens 13 weitere.