Zelten für die Zukunft

Gemeinsam mit 80 anderen jungen Menschen setzten wir uns auf unserem  yourpO „Zeltlager für eine Nachhaltige Entwicklung“ ein Wochenende zusammen und beschäftigen uns in unterschiedlichen und bunten Formaten mit Themen der Nachhaltigkeit.

Natur pur – volle Konzentration auf Nachhaltige Entwicklung

Mitte Juli war es endlich so weit, rund 80 Jugendliche gemischten Alters kamen an einem kleinen See im schönen Oberschwaben zusammen, um ihre Zelte aufzuschlagen. Das Zeltlager war am perfekten Ort, denn weit und breit war keine Stadt zu sehen, nicht mal ein Haus in erreichbarer Nähe. So konnten sich alle voll und ganz dem Programm widmen und Nachhaltigkeit leben.

Von Tierethik zur Europäischen Energiewirtschaft

Am Freitag startet dann für alle das Programm mit einem Workshop über Tierethik. „Warum klassifizieren wir Tiere in Haus-, Nutz-, und Schädlingstiere?“. Nach der Mittagspause und sehr leckerem, veganen Bio-Mittagessen ging es in die zweite Workshop-Phase. Das Demokratiezentrum Oberschwaben erklärte sich dazu bereit, einen Input mit Diskussion zum Thema „Europäische Energiewirtschaft“ anzuleiten.

Der Abend ließen wir mit Gesang und Tanz ausklingen. Und trotz Regen fanden sich Menschen, die Lust hatten, ein Feuer anzuzünden und so die Teilnehmenden aus den Zelten zu locken.

Was macht eigentlich so eine Kuh?

Am Samstag starteten wir den Tag mit Gruppenspielen. Hierbei verwandelten wir uns spontan in Kühe und ihre Ställe.

Danach ging es spannend weiter mit einer Auswahl an Workshops. Parallel gab es die Möglichkeit, etwas über Permakultur, Gemeinwohlökonomie oder Klimafolgen und Gewitter zu lernen.

Während des ganzen Zeltlagers gab es die Gelegenheit, sich kreativ auszuleben und eine der Leinwände oder Steine zu bemalen. Zeitweise wurden sogar Autos oder Menschen zu Leinwänden umfunktioniert. Außerdem wurde viel geschwommen und Sport gemacht. Ebenfalls entstand ein spontaner Schnitzkurs, in welchem viele Löffel und Schüsseln, sogar ein Krug, geschnitzt wurden.

Nach einer langen Lagerfeuerlied-Nacht und einer Menge Spaß, fing am Sonntagmorgen schon der Abbau an. Da alle tatkräftig mithalfen, war vor der Abreise noch genug Zeit für eine ausgiebige Abschiedsrunde.

Mehr Projekte für eine bessere Welt

Das Zeltlager für Nachhaltige Entwicklung ist eins von ganz vielen Projekten junger Menschen, die wir vom youpaN unterstützen, um die Welt nachhaltiger machen.

Drei Wochenenden für die Umwelt – die Umweltwerkstatt

„Umweltschutz“ und „Nachhaltigkeit“ ist in aller Munde. Aber was ist „Umwelt“ und wieso ist es wichtig, sie zu schützen? Welche Rolle spielt dabei das Smartphone? Diese und ähnliche Fragen stellten wir uns mit insgesamt 100 Jugendlichen an drei Wochenenden in unserem youprO „Umweltwerkstatt“.

Drei Wochenenden für die Umwelt

Anfang August war es soweit. Nach wochenlanger Vorbereitung konnte die erste von drei Umweltwerkstätten beginnen. Die Materialien waren vorbereitet und wir warteten ganz gespannt. Dann kamen die wissbegierigen Kinder im Alter von 10 bis 14 Jahren. Nach einem Kennlernabend mit Spielen, Gesprächsrunden und einem gemütlichen Lagerfeuer ging es endlich los.

Foto: Umweltwerkstatt

 

Drei Wochenenden für die Umwelt

Der nächste Morgen brach an und an verschiedenen Stationen legten die Teilnehmer*innen los. Es wurden Nistkästen zum Mitnachhausenehmen gebaut, Kerzen gezogen und nebenbei über Vögel und Bienen, ihre Bedeutung in der Natur sowie ihre Lebensweise gesprochen. Das Sammeln von Wasserproben in der Havel war besonders spannend, da man erst später unter dem Mikroskop erblickte, was man da eigentlich in den Händen hielt.

Foto: Umweltwerkstatt

Nach dem selbst geschnippelten Mittagessen ging es weiter. Beim Umweltseminar rauchten die Köpfe, an „Wissensstationen“ wurde diskutiert und die Ergebnisse in der „großen Runde“ vorgestellt. Dabei wurde besonders auf moderne Technik, wie Handys oder das Internet eingegangen. Viele der Kinder waren verblüfft, wie eng Umwelt und Technik miteinander verknüpft sind.

Den Spuren im Wald folgen

Später war es dann soweit, die Teilnehmer*innen begaben sich auf eine Waldwanderung. Sie entdeckten Ameisenhaufen, Tierspuren, Singvögel und Pilze. Bei einem gemütlichen Picknick mitten im Wald, wurde jeder*m die Schönheit unserer Natur klar.

Foto: Umweltwerkstatt

Nun neigte sich der Tag schon dem Ende, nach einem spielerischen Ausklang und einer Sinneswanderung durch den nächtlichen Wald ging es ins Bett. Am nächsten Morgen, setzten sich alle zusammen und diskutierten über eigene Ideen und Pläne zum Schutz der Umwelt. Die Ideen waren weitgestreut und kreativ. Wir waren verblüfft, wie sehr die Teilnehmenden an dem Thema interessiert waren. Schließlich wurden Nistkästen, Kerzen, Bilder und Infoblätter zusammengepackt. Dann ging es auch nach Hause.

Direkt im Anschluss an die erste Werkstatt saßen wir als Team zusammen und waren rundum zufrieden. Wir hatten die Umweltwerkstatt zusammen wahrwerden lassen und dem ein oder anderen jungen Menschen ein neues Bild unserer Umwelt gegeben.Orga-Team der Umweltwerkstatt

Die Umweltwerkstätten 2 und 3 im Spetember und November liefen immer besser. Wir merkten, wie wir immer besser zusammenarbeiteten und lockerer in der Umsetzung des Projektes wurden. Insgesamt sind wir uns als Team einig, das Projekt Umweltwerkstatt war ein voller Erfolg, mit allen Aktionen konnte 100 Kindern und Jugendlichen Umweltschutz vermittelt werden.

Die Umweltwerkstatt geht weiter

Zusätzlich zu unseren Wochenenden führt unser Projektteam eine Reihe von vielfältigen Tagesveranstaltungen durch. Z.B. Exkursionen zur Naturschutzstation Zippelsförde, Wanderungen in der Natur, Unterstützung beim Bau von Krötenzäunen oder Beobachtungen auf Streuobstwiesen, denn  unsere Umweltwerkstatt soll weitergehen, um mit kleinen Aktionen Kinder und Jugendliche von der Natur zu begeistern.

Mehr Projekte für eine bessere Welt

Die Umweltwerkstatt ist eins von ganz vielen Projekten junger Menschen, die wir vom youpaN unterstützen, um die Welt nachhaltiger machen.

Ernährung & Konsum in der Bildungswerkstatt

138 Teilnehmer*innen, 2 Einstiegsredner*innen, 8 Workshops, knapp 30°C und eine Menge gerettete LebensmittelDas und noch viel mehr ist die Bildungswerkstatt Ernährung & Konsum!

Foodsharing vs. Lebensmittelverschwendung

Am Samstagmorgen können wir dank fleißigen Lebensmittelretter*innen mit einem ausgiebigen Frühstück im Jugendkulturzentrum Linse in Berlin-Lichtenberg starten. Monika Hansen von Foodsharing hatte mit einigen Teilnehmer*innen am Vorabend bei einer lokalen Bäckerei mehrere Körbe voll Backwaren abgeholt. Uns allen ist unerklärlich, dass all diese Lebensmittel sonst auf dem Müll gelandet wären. Auch nach dem Frühstück ist unser Buffet noch nicht erschöpft und man kann sich daran noch in den Pausen zwischen den Workshops bedienen. 

Direkt danach starten wir mit einem Warm-Up und dem ersten Vortrag im Plenum: Monika fasst die aktuelle Situation rund um Lebensmittelverschwendung in Deutschland zusammen und veranschaulicht die Funktionsweise von Foodsharing, als eine von vielen Lösungen.

Die weltweite Verschwendung von Lebensmitteln beläuft sich jährlich auf rund 1,3 Mrd. Tonnen, davon ist Deutschland für etwa 18 Mio. Tonnen verantwortlich.

Über 60 % aller verschwendeten Lebensmittel fallen in der Wertschöpfungskette an und fast 40 % beim Endverbraucher. Als Foodsharer*in kann man nach der Online-Registrierung, einem kleinen Quiz und einer Probephase, in der man von jemandem Erfahrenen begleitet wird, nach Ladenschluss verbliebene Lebensmittel retten – kostenlos und nachhaltig. In vielen Zuhörer*innen keimt der Wunsch auf, selbst zu handeln und aktiv zu werden. Dirk Hennig greift genau dort mit dem zweiten Vortrag des Morgens an: Er ermutigt zum Engagement im Bereich Gesellschaft und Umwelt. Gemeinsam werden außerdem aktuelle Jugendbewegungen, wie z.B. Fridays For Future analysiert und dabei der eigene Blick dazu hinterfragt.

Schnippeldisko und Ergebnisse zum Anfassen

Gleichzeitig beginnen einige Teilnehmer*innen vom Markt gerettetes Gemüse zu schnippeln, um daraus ein Mittagessen zu zaubern. In der Mittagspause stärken wir uns nicht nur, sondern diskutieren über das zuvor Erfahrene und knüpfen untereinander neue Kontakte. 

In der anschließenden zweiteiligen, interaktiven Workshopphase erweiterten, vertieften und konkretisierten wir unser bisheriges und neu gesammeltes Wissen. Eine bunte Mischung an Referent*innen bietet Einblicke vom Umgang mit Tieren als Nahrung im Kapitalismus über das Konzept des RettermarktesSirPlus“ bis hin zu alternativen Lebensstielen, die z.B. das Containern beinhalten und begleitet das eigenständige Brainstormen, Lernen und Diskutieren der Teilnehmer*innen. Bei einigen Angeboten gibt es sogar Ergebnisse zum Anfassen und Mitnehmen: So wird am Beispiel von Rhabarbermus das Einkochen als Möglichkeit um Lebensmittel haltbar zu machen erlernt, anderswo werden gemeinsam nachhaltige Stullen geschmiert.

Dank des guten Wetters können wir die Workshops auf dem gesamten Gelände des Jugendkulturzentrums verteilen, trotzdem kann man die Nachbargruppe immer gut sehen, mal spitzeln und sich inspirieren. Soweit das Auge reicht rauchende Köpfe, spannende Präsentationen und hitzige Diskussionen. 

Am Lagerfeuer lassen wir den Tag ausklingen und reflektieren: Wir haben erfahren, wie man Lebensmittel haltbar macht, Initiativen kennengelernt, die gegen Lebensmittelverschwendung vorgehen, gemeinsam diskutiert, welche Wege wir als Konsument gehen können und über unseren eigenen Tellerrand geschaut. Bei einer der Lebensmittelspenden war (als wäre es vorbestimmt gewesen) Hefeteig dabei, aus dem wir nun Stockbrot machen.

 Wenn du unser genaues Programm nochmal nachlesen möchtest, dann guck doch mal hier:

Einstiegsvorträge: 

  • „Welt gestalten“ (Anregungen für Engagement und Partizipation)
    – Referent: Dirk Hennig, FÖF e.V. & Forstliches Bildungszentrum RLP 
  • Überblick über den aktuellen Lebensmittel – Wegwerfwahn und Foodsharing
    – Referentin: Monika Hansen, Foodsharing Berlin  

 

Workshopliste: 

  • „Wie kam das Preisschild auf das Tier?
    – Referent: Tobias Blase, Student Erziehungswissenschaften, Uni Bielefeld 
  • Lebensmittel richtig verwerten: Einkochen
    – Referentin: Katharina Eck, Diderot: Kultur & Essen 
  • „Meine beste Stulle – Wege durch ein komplexes Lebensmittelsystem“
    – Referentinnen: Louise Duhan und Annica Cochu, SlowFood Youth Berlin 
  • Eine Lösung für Verschwendung- ökologisch nachhaltig und gut für den Geldbeutel: SirPlus
    – Referentin: Sarah Kirstein, FÖJlerin bei Sirplus & Teammitglied 
  • „Volle Bäuche statt volle Tonnen! Nachhaltigkeit in der Ernährung“
    – Referent*innen: Jonas Gramp und Lea Rodewald, Vertreter eines nachhaltigen und funktionalen Lebensstiels 
  •  „Umgang mit rechtsextremen Tendenzen in der Ökoszene
    – Referentin: Therese Stephan, BUNDjugend Berlin 
  • WG-Utopien für mehr Lebensmittel-Wertschätzung
    – Referentin: Hanna Vogel, Gemüse Ackerdemie 
  • Planspiel: globale Zusammenhänge von Ernährung
    – Referent*innen: Dinah Stratenwerth und Jonas Ressel, BLUE 21 e.V. 

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Die Bildungswerkstatt ist eins von ganz vielen Projekten junger Menschen, die wir vom youpaN unterstützen, um die Welt nachhaltiger machen.

youprO: Podcast zum öffentlichen Raum

Wir befinden uns tagtäglich im öffentlichen Raum wie unserem Kiez. Dort begegnen wir der Umwelt und anderen Menschen, es gibt Regeln und Interessenskonflikte. Doch selten denken wir darüber nach, was der öffentliche Raum eigentlich alles ist und dass wir ihn nach unseren Ideen gestalten können.

Studierendenpodcast (3)
Studierendenpodcast (5)
Studierendenpodcast (4)
Studierendenpodcast (1)
Studierendenpodcast (2)

Deshalb haben wir dem Podcast Raumcast gegründet. In vier Folgen gucken wir uns an, was der öffentliche Raum eigentlich ist, wie er sich entwickelt hat und wie wir ihn in Zukunft ausgestalten können. Gerade junge Generationen können z.B. vor dem Hintergrund des Klimawandels erfahren, wie die Funktionen des öffentlichen Raumes neu bzw. anders durchdacht werden können, damit wir ökologische Gefahren ausgleichen und gleichzeitig so viele Menschengruppen wie möglich einbeziehen.

Höre dich durch unsere Podcast-Folgen

  • Berliene Maja
    Zeit zu handeln: Insekten sterben in den Städten aus. In den letzten 30 Jahren ist die Biomasse von Fluginsekten über 75% zurückgegangen. Deutschlandweit sind ein Viertel der Insektenarten vom Aussterben bedroht. Brauchen wir Menschen überhaupt Insekten? Ein Gespräch mit Wildbienenexperten Dr. Schmid – Egger und der Geoökologin Sonja Knapp.
  • Carsharing
    We are sure you have heard of car sharing before! Especially living in big cities car sharing is everywhere and in the 21st century it is almost as common as using public transport. So letʼs get into it and take a closer look at car sharing and itʼs history.
  • In Deutschland muss niemand auf der Straße leben
    Wie kann es passieren, dass so viele Menschen in einem Sozialstaat wie Deutschland auf der Straße leben? Wieso gehen wir im Alltag so ignorant mit obdachlosen Menschen um? Welche Fragen müssen wir uns stellen, um etwas zu verändern? Was genau muss sich eigentlich verändern? Wer trägt welche Verantwortung?
  • Fahrradstadt
    Berlins Straßen sind auf den Autoverkehr ausgerichtet. Motorisierte Fahrzeuge haben Vorrang vor allen anderen Verkehrsteilnehmern. Insgesamt 58% der Verkehrsflächen in Berlin sind für das Autos reserviert. Davon entfallen 19% auf parkende Flächen. Mit unseren Gästen Prof. Andreas Knie und Prof. Oliver Schwedes reden wir über Chancen, Möglichkeiten und die aktuellen Defizite der Stadt Berlin auf dem Weg zu einer Fahrradstadt.

Übrigens

Zur offiziellen Raumcast-Seite geht es hier entlang.

Als sogenanntes „tu project“ können Studierende mit uns das Projekt ohne Lehrkraft selbstständig durchziehen und bekommen dafür auch noch Creditpoints. Das ist mal eine partizipative Bildung!

Mehr Projekte für eine bessere Welt

Der Podcast zum öffentlichen Raum ist eins von ganz vielen Projekten junger Menschen, die wir vom youpaN unterstützen, um die Welt nachhaltiger machen.

youprO: Rechtsruck in Europa!? – Vom Umgang mit rechtsextremen Vorurteilen in Bildungskontexten

(Der Text ist von einer Teilnehmenden geschrieben)

Ich und die meisten anderen Teilnehmenden haben schon Erfahrungen mit rassistischen und anderen diskriminierenden Äußerungen und Vorurteilen im Seminarkontext gemacht. Anfang März haben wir uns im Rahmen des youprOs Umgang mit Rechtsextremismus“ damit beschäftigt, wie wir mit solchen Situationen umgehen können. Dabei habe ich eins besonders gemerkt: das ganze Seminar wurde viel persönlicher als gedacht. Ob wir uns mit unseren eigenen Erfahrungen mit Diskriminierung in Workshops, aber auch im Alltag beschäftigt oder unsere Privilegien reflektiert haben, dieses Wochenende hat alles andere als nur an der Oberfläche gekratzt.

Als besonders bestärkend habe ich das Argumentationstraining im Kopf. In der ersten Runde, ohne bestimmte Taktik, habe ich mich sehr verloren auf der Seite der Gegenargumentation gefühlt. Da ich nicht einfach nur mit unbelegten Phrasen um mich werfen konnte. Es war laut und durcheinander und ich hatte nicht das Gefühl bei dem Menschen mir gegenüber anzukommen. Dies änderte sich in der zweiten Runde, in der wir verschiedene Strategien anwendeten. Natürlich war dies nicht komplett real getreu, trotzdem habe ich mich danach schon sicherer im Umgang mit rechten Aussagen gefühlt.

Vor allem sind mir aber die Fragen im Gedächtnis geblieben, die ich für mich selbst, aber auch in Gesprächen mit Anderen im Laufe des Seminars gestellt habe: Wo unterscheide ich mich im Privaten und in meiner Rolle als Moderation? Was sind meine klaren Grenzen? Wo ist es auch okay mal nicht einen Dialog zu suchen, sondern mich rauszuziehen? Kann ich eigentlich Dinge im Vorhinein des Workshops wirklich einschätzen und wie kann ich spontan reagieren? Welche Privilegien habe ich und wo erfahre ich selbst Diskriminierung?

Das Seminar war ein sehr intensives und bereicherndes Wochenende für mich. Ich habe mein theoretisches Wissen erweitert und weiß jetzt zum Beispiel was der Ausdruck Antiziganismus bedeutet, habe aber auch besonders im Austausch mit den Anwesenden viel gelernt. Das Thema ist noch viel umfangreicher, als wir an drei Tagen besprechen konnten, trotzdem fand ich es sehr schön, dass wir uns die Zeit für ein so sensibles Thema genommen haben und ich habe viel für zukünftige Workshops mitgenommen.

Ein Interview mit Eindrücken dreier Seminarteilnehmer*innen: von Ohnmachtsgefühlen, Rationalität und Lernräumen

    • Was war deine Motivation, dich zu dieser Fortbildung anzumelden?

N: Als ich die Ausschreibung im Netzwerk las, dachte ich mir, dass ich eine Person bin, die Konfrontation meidet und mir viel öfter wünschen würde anderen Menschen Paroli zu bieten. Leider habe ich in der Schule viele Diskriminierungen um mich herum, es war schwer irgendwas zu sagen, da diese Aussagen dominant waren, ich ging also mit der Motivation rein mich nach der Fortbildung mehr zu trauen der allgemeinen Diskriminierung entgegen zu argumentieren.

J: Ich wollte meinen Wissensstand erweitern und lernen, wie ich in schwierigen Situationen mit einer gewissen Rationalität antworten und reagieren kann.

V: In Seminaren kam es schon vor, dass ich mir Sexismus anhören musste. Ich möchte aber als Individuum mit Stärken und Schwächen wahrgenommen werden. Wenn z.B. jemand nach meiner Handynummer fragt statt inhaltlich auf das, was ich gesagt habe, einzugehen, macht mich das wütend und in mir kommt ein gewisses Ohnmachtsgefühl auf. Das wollte ich nicht mehr, deshalb habe ich mich angemeldet.

    • Welche Situation ist dir besonders im Kopf geblieben?

J: Besonders hängen geblieben ist mir die Mitte-Studie zu den verschiedenen diskriminierenden Aussagen und die Nachbesprechung der Flower Power. Aber auch die Nachbesprechung am Ende des Tages fand ich sehr einprägend.

V: Mir ist eine Situation im Kopf geblieben, als wir alle im Kreis saßen und eine Person etwas gesagt hat, womit eine andere überhaupt nicht einverstanden war. Das zeigt mir, dass es ein ganz bewusster Prozess ist, diskriminierende Äußerungen weniger im Sprachbild erscheinen zu lassen. Es ist nicht immer ganz einfach – zum Glück haben wir uns einen fehlerfreundlichen Lernraum geschaffen.

N: Eine besondere Situation war es wie wir in einer Gruppenarbeitsphase Lösungsprozesse für schon erlebte Momente von Rassismus oder Diskriminierung entwickelt haben und ich die mit zwei weiteren tollen Teilnehmer*innen eine sehr schöne Arbeitsphase hatte.

    • Was bleibt von diesem Wochenende?

N: Eine Art von Argumentationsstrategie, die ich seitdem immer mal wieder im Kopf hin und herschiebe und auch anwende. Ein sehr großer und wichtiger Teil, der mir in Erinnerung geblieben ist, wäre die des eigenen Klarmachens unserer Privilegien! Ein Thema was mir und auch anderen vorher klar war, durch die tiefe Beschäftigung damit aber mir auf jeden Fall nochmal präsenter wurde.

V: Was bleibt ist ein wunderschönes, lernreiches Wochenende in einer kleinen Gruppe, der ich mich anvertrauen konnte. Mein Learning? Ich darf mich schon mal aufregen, das ist wichtig. Doch ich werde auch immer versuchen, nicht zu sehr aus der Rolle der Moderation zu geraten.

J: Mir bleibt die Gewissheit, dass ich mich nicht alleine gegen all den Hass wehren muss und ich nicht immer dagegen ankämpfen muss, wenn ich nicht in der Lage bin.

Seminar: Umgang mit rechten Positionen

Am ersten Märzwochenende habe ich an dem youprO „Umgang mit rechten Positionen“ in Berlin teilgenommen.

Was bedeutet eigentlich Rechtspopulismus?

Zu Beginn des Seminars wurden verschiedenen Begriffen wie Rechtspopulismus, Homophobie, Antisemitismus, etc. Definitionen zugeordnet. Hierbei wurde deutlich, dass es eine klare und für alle Menschen passende Definition für diese Begriffe nicht gibt.

Zudem wurden sich mit aktuellen Fakten und Zahlen zu diesem Thema auseinandergesetzt.

Im nächsten Schritt erhielten die Teilnehmenden ein Blatt Papier, auf dem eine Blume mit Blüten abgedruckt war. Die einzelnen Blüten waren in zwei Bereiche untergliedert: dem inneren Bereich, in dem es um privilegierte Eigenschaften ging und den äußeren Bereich, der den weniger privilegierten Eigenschaften zugeordnet war. Die Teilnehmenden sollten hier ihren entsprechenden Bereich markieren.

Argumentationstraining gegen Rechts

Ein weiterer Programmpunkt des Seminars war ein Argumentationstraining. Den Teilnehmenden wurden hier Parolen ausgehändigt und sie sollten mit anderen Teilnehmenden einmal dafür und einmal dagegen argumentieren.

Nach dem Argumentationstraining haben die Teilnehmenden verschiedene Szenarien aufgestellt und überlegt, wie jede*r mit einzelnen Situationen umgehen kann.

Nach einer Reflektierung der Ergebnisse, wurde nochmal festgehalten, was in einem Seminar geht, und was nicht:

 

Das Braune Quiz zum Schluss

Abgerundet wurde das Seminar durch das sogenannte braune Quiz, in dem verschiedene Fragen über den Seminarinhalt aufgegriffen wurden.

Ich selber fand es ein sehr spannendes Wochenende. Ich habe viel dazugelernt und finde solche Seminare sollten vermehrt an Schulen stattfinden.

Dieser Artikel wurde von Marcel aus dem youpaN verfasst.

youprO: Umgang mit Rechtsextremismus in Seminaren

Die Projektidee

Immer häufiger sehen wir uns mit rechtsextremen und rassistischen Aussagen im Alltag konfrontiert. Dabei stehen wir immer vor der Wahl, ob wir darauf reagieren oder nicht. Doch was ist, wenn wir in der Position sind, in der von uns erwartet wird, die Stimme dagegen zu erheben? Alle, die z.B. im Bereich der Workshopleitung arbeiten, eine Rede halten oder als Team- und Gruppenbetreuer*in tätig sind, werden oft vor diese Herausforderung gestellt.  

Lass uns die Karte mit youprOs füllen

Deswegen machen wir einen Workshop in dem für Jugendliche die Möglichkeit geschaffen wird, sich auszutauschen und konkrete Lösungsansätze zu erarbeiten, wie man schlau und effektiv mit Rechtsextremismus umgeht. Die Fortbildung wird die Teilnehmenden auf rechte bzw. rechtsextreme Zwischenfälle vorbereiten. An einem Wochenendseminar wird sich damit auseinandergesetzt, wie Diskriminierung funktioniert, wie die Bildungsarbeit der Teilnehmenden dazu beitragen kann, diskriminierende Vorurteile abzubauen und wie sie in entsprechenden Situationen als Seminarleiter*in reagieren können, so dass eine klare Linie gegen menschenverachtende Positionen gezogen und zugleich die demokratische Grundlage unserer Gesellschaft gestärkt wird.

Durch den Workshop werden die Teilnehmer*innen auch zu Multiplikator*innen ausgebildet und können als Vorbilder für einen nachhaltigen, friedvollen und gerechten Umgang miteinander stehen.

Projektdaten

Ort: Potsdam

Zeit: Anfang März 2019

Mitmachen: Wenn du mitmachen willst schreib eine Mail an *protected email* !

youprO: Schulung FÖJ-Botschafer*innen

Die Projektidee

Unsere Schulung dient als Multiplikationsort. Junge Menschen werden darin fortgebildet, anderen Jugendlichen die Möglichkeiten aufzuzeigen, wie sie sich in der Gesellschaft für eine nachhaltige Entwicklung engagieren können.

Lass uns die Karte mit youprOs füllen

FÖJ-ler*innen können nämlich im Rahmen ihres FÖJ auf verschiedenste Weise aktiv werden: Sei es als Sprecher*in innerhalb des basisdemokratischen Systems, als Mitglied des FÖJ-Aktiv e.V oder unabhängig von derartigen Strukturen in individuellen Projekten.

Durch unser Projekt soll den jungen Menschen motivierend gezeigt werden, wie sie sich für nachhaltige Themen einbringen können. Und sie beispielsweise selbst auch youprOs machen können.

Dank der Schulung können diese ausgebildeten Botschafter*innen im Herbst 2019 in die Seminargruppen fahren und dort die neuen Freiwilligen des Ökologischen Jahres zur Umsetzung konkreter Projekte ermutigen.

Projektdaten

Ort: Kassel

Zeit: Mai und Juni 2019

Mitmachen: Wenn du mitmachen willst schreib eine Mail an *protected email* !

youprO: Videomagazin zum Klimawandel

Die Projektidee

Oft scheint das Thema Klimawandel für Jugendliche weit weg. Dabei ist gerade unsere Generation ausschlaggebend für unsere Zukunft. Durch einen Videobeitrag von ca. 15 Minuten wollen wir junge Menschen auf den Klimawandel aufmerksam machen, gegen die häufig verbreitete Ignoranz steuern und die Problematik speziell für Jugendliche greifbar machen.

Lass uns die Karte mit youprOs füllen.

Wie betrifft uns der Klimawandel heute?

Diesen Einstig machen wir anhand von ein paar Fällen bei uns in der Region, wie z.B. dem Rheintiefstand, welcher für Tage verhinderte, dass Schüler*innen per Boot zu ihrer Schule auf einer Rheininsel kamen und diese deshalb ausfiel. Diese Beispiele werden wir dann in einem Interview mit Wissenschaftler*innen erklären und mit diesen Informationen den Bogen zu Zukunftsprognosen ziehen: Wie sieht es bei uns im besten/schlimmsten Fall in ein paar Jahren aus?

Danach wollen wir deutlich machen, dass die Problematik zwar dramatisch ist, wir aber (noch) alle etwas tun können und müssen.
Anders als von Erwachsenen, für Erwachsene gedrehte Beiträge, haben wir den Vorteil, unserem Publikum auf einer Augenhöhe zu begegnen und können Jugendliche somit direkter ansprechen.

Zu unserem Projekt gehört außerdem die Verbreitung unseres Filmes. Wir wollen den Film in zwei verschiede Aktionen unserer Schule zeigen, einmal während einer „Schülervollversammlung“ unter dem Motto Klimawandel und dann an einem von uns organisiertem Filmabend. Außerdem wollen wir ihn für alle zugänglich im Internet veröffentlichen, sodass er eine möglichst große Reichweite bekommt.

Projektdaten

Ort: Bonn Bad-Godesberg
Zeit: Januar bis Juni 2019
Mitmachen: Wenn du mitmachen willst oder Ideen zu dem Projekt hast, dann schreib eine Mail an *protected email* !

youprO: Mülltrennung

Die Projektidee

Lass uns die Karte mit youprOs füllen

Das Projekt hat das Ziel Kompost- und Plastikmülltrennung in einem Wohnheim einzuführen. Damit das wieder funktioniert wird es Aufklärungs-, Überzeugungsarbeit und coole Aktionen geben. Wir machen deshalb einen coolen Themenabend über Mülltrennung, um dabei die Student*innen aufzuklären. Auch wollen wir Mülleimer anschaffen und in einem Workshop mit Farbe selbst bemalen und mit Sprüchen gestalten, die die Menschen zum Mülltrennen anleiten.

Zusätzlich bringen wir Plakate und Infotafeln mit Sprüchen und Daten und Fakten in verschiedenen Sprachen (weil auch viele Fremdsprachige in dem Wohnheim wohnen), zwecks Aufklärung an.

Projektdaten

Ort: Halle

Zeit: März 2019

Mitmachen:Wenn du Ideen zu dem Projekt hast, dann schreib eine Mail an *protected email*!