youprO: Inseln der Bildung

Schwimmende Bildung

Von Mai bis Oktober schwammen Bildungsinseln im Rahmen
unseres Projektes „Flow-Garden“ auf dem Maschteich in Hannover, direkt am Neuen Rathaus der Landeshauptstadt.

Foto: FlowGarden

Die Konstruktion aus Recyclingmaterialien

Auf Grundlage des Open-Source Bauplans modularer Schwimminseln der
makers4humanity wurde der FlowGarden als zusammengesetzte Insel konzipiert.

Foto: FlowGarden

 

Der Bauworkshop dieser Plattform wurde auf dem Gelände des Schulbiologiezentrum Hannover als Jugend-MakerCamp durchgeführt, bei dem Jugendliche verschiedener Altersstufen und mit unterschiedlichen Interessen mitarbeiteten. Unter fachmännischer Anleitung entstanden hier Anfang Mai, hauptsächlich aus Recyclingmaterialien, die vorgefertigten Bausätze zur anschließenden Wasserung und Endmontage auf dem Maschteich Hannover.

Neben dem Bau der Inseln gehörte zu dem Bauworkshop auch die Upcycling-Kisten für die Schwimmbeete sowie ein Vertikalgarten, der vor Ort als Infobord diente. Die Jugendlichen waren beim Bau so engagiert und begeistert, dass sie in wechselnden Konstellationen auch an den folgenden Veranstaltungen wieder teilnahmen.

Die Bildungs-Insel wird bezogen und steht im Mittelpunkt

Durch den Flow-Garden entstanden Direktkontakte engagierter Jugendgruppen wie fridays-for-future und Links-Jugend zu Bildungsexpert*innen im schulischen, univeritären und politischen Bereich. Zudem drehte das ndr-Fernsehn eine kleine Dokumentation zum Bau und Nutzung des Flow-Gardens und die Printmedien berichteten mehrfach.

Foto: FlowGarden

So modular wie die Bauweise, war auch die gesamte Projektplanung
konzipiert, um in einem fachübergreifenden Team ein
gemeinsames, optimales Ergebnis mit großer Wirkung zu erreichen.

Die Insel schwimmt weiter

Auch nachdem unser erfolgreiches Projekt beendet wurde, möchten wir die Insel weiter nutzen und werden sie schon bald wieder an einem anderen Ort ins Wasser lassen: als schwimmende Bildungsplattform und vielleicht brütet ja wieder ein Wasservogel darauf.

Foto: FlowGarden

BNE für eine friedliche Gesellschaft

Nutzen wir BNE zur Gestaltung einer friedlichen Gesellschaft!

BNE ist ein ganzheitlicher Ansatz für Bildung, Frieden und Friedensbildung. Und genau diese sind auch ein großer Teil von BNE. Nur eine friedliche Gesellschaft kann eine nachhaltige sein – dabei geht es bei Frieden um so viel mehr, als die bloße Abwesenheit von Krieg. Frieden bedeutet ein gutes Zusammenleben der Menschen einer Gesellschaft, die Konflikte ohne verbale oder physische Gewalt lösen kann. Nachhaltigkeit eben.

Um all diese Themen drehte sich der IPB-ITUC-Youth Summit 2019 auf dem ich (Nicolas) für das youpaN unterwegs war. Zusammen mit Personen aus über 25 Ländern diskutierte ich über Frieden, soziale Gerechtigkeit und ökologische Nachhaltigkeit und wie wir diese erreichen können. Dabei wurde auch immer wieder die Wichtigkeit von (Friedens-) Bildung betont – einem wichtigen Aspekt von BNE.

Nicolas aus dem youpaN beim IPB Youth Summit

Neue Narrative gestalten

Ein großer Bestandteil von Friedensbildung sind gesellschaftliche Narrative, die wir erzählen. Gut festmachen lässt sich das Problem der aktuellen Narrative am „Sicherheitsbegriff“. Auf Englisch beschreibt man dieses Problem als Safety vs. Security. Ca. seit den Anschlägen von 9/11 hat sich unsere Konnotation des Begriffes „Sicherheit“ stark gewandelt. Heutzutage hat er sehr viel mit Polizei und Militär zu tun, mit Kontrolle, Angst und Abschirmung, eine klassische Konnotation des Begriffes „Security“ eben. Dass diese Konnotation problematisch ist und keine friedliche Gesellschaft fördert, ist wohl relativ offensichtlich. Doch was wäre ein besseres Narrativ von Sicherheit? Es ist das Narrativ von „Safety“, einer Besetzung des Sicherheitsbegriffes, welche sich von Polizei und Militär entfernt. Bei dieser Konnotation geht es um Wohlstand, Glück und ein „sicheres“ Umfeld, d.h. um die Sicherheit, ein glückliches und erfülltes Leben zu führen, welches frei ist von Gewalt, materiellen und/oder anderweitigen Sorgen. Nur ein solcher Sicherheitsbegriff kann eine nachhaltige Gesellschaft gestalten, da Menschen, die ein erfülltes Leben führen, nicht zu Gewalt zur Lösung von Konflikten greifen werden.

Das Militär uncool machen

Ein zweites Narrativ, welches wir verändern müssen, ist die „Coolness“ von Kriegen und Militär. Doch woher kommt diese überhaupt? Ganz einfach – Kriege und Militär bieten einfache und schnelle Lösungen; sie unterteilen die Welt in Schwarz und Weiß, Gut und Böse, Terrorist*in und Held*in. Frieden dagegen ist deutlich komplexer und somit auch langweiliger. Es geht um Verhandeln, viel stumpfes Gerede, lange Abkommen und eine langwierige und tiefgehende Analyse von Konflikten. Und genau hier müssen wir ansetzen, um Narrative und damit auch die Gesellschaft zu verändern.

Wir brauchen diese Narrative, um eine friedliche Gesellschaft zu schaffen – ganz im Sinne einer BNE und einer nachhaltigen Entwicklung. Denn wenn die Transformation hin zu einer gewaltlosen Gesellschaft scheitert, dann scheitert mit ihr auch eine nachhaltige Entwicklung als Ganzes.

Der Artikel wurde von Nicolas aus dem youpaN verfasst.

Ein Hotel für Insekten

Vor einem Jahr hat sich an unserer Schule eine Klimagruppe gegründet, die nur so vor Tatendrang zur Rettung der Umwelt strotzte. Im Kleinem haben wir schon tolle Projekte durchgeführt. Leider blieben die aber ein bisschen im Verborgenem. Daher war die Idee, ein Insektenhotel zu bauen. Denn damit wollten wir unser Projekt auf dem Schulgelände sichtbar machen. Und das Interesse unserer Mitschüler*innen am Engagement für Klimaschutz wecken.

Der Zeitpunkt war gut gewählt. Die schockierenden Lebensperspektiven standen uns durch den Workshop noch vor Augen und motivierten.

Bauplan des Insektenhotels

In unserer Klimagruppe sind alle Altersstufen unserer Schule vertreten, da die Sensibilisierung für das Klima nie zu früh anfangen kann. Das Insektenhotel war eine gute Möglichkeit, um alle Altersgruppen leicht zu beteiligen. Beim Insektenhotel konnte jede/r altersunabhängig praktisch Hand anlegen.

Alle Altersgruppen bauen gemeinsam an dem Hotel

Bei der Konzeption des Hotels war uns Stabilität und eine einfache, schnelle Konstruktion wichtig. Daher entschieden wir uns, Europaletten als Grundmaterial für das Gestell zu benutzen und aufeinander zu schichten. Wir haben bei der Materialauswahl darauf geachtet, dass die Baumaterialien aus einer nachhaltiger Forstwirtschaft kommen.

Wie wir es uns vorgenommen hatten, ging der Aufbau (nach anfänglichem Chaos) zügig voran (1 Nachmittag) und war für alle Bauarbeiter*innen sehr zufriedenstellend. Bei Projekten für den Klimaschutz, welche oft aus vielen Dialogen mit anderen Mitschüler*innen, Eltern und Schulpersonal bestehen, ist ein Ergebnis oft nicht sofort sichtbar. Daher ist es zur Abwechslung erfreulich gewesen, nach einer Projektdurchführung sofort ein real existierendes Resultat vor sich stehen zu haben.

Die Zukunftsperspektive unserer Erde ist mit dem Temperaturanstieg und Artensterben (allen voran Insekten) schockierend. Deshalb haben wir uns zwei Tage damit in einem Workshop auseinandergesetzt. Mit einer Mischung aus Ernst und Humor brachten uns die Klimabotschafter*innen des SV-Bildungswerkes den Klimawandel näher. Aber wir wollten die Diskussionen nicht nur Worte sein lassen, sondern direkt handeln: Wir wollten ein Hotel für Insekten bauen.

Es sind noch nicht alle geplanten Füllmaterialien im Hotel platziert, da wir diese möglichst selbstständig in der Natur sammeln wollen, weshalb die Bestückung peu à peu vorangeht. Dennoch haben wir die weitere Bestückung organisiert, weshalb wir schon bald ein voll bestücktes Insektenhotel erwarten können.

Es sind noch nicht alle geplanten Füllmaterialien im Hotel platziert, da wir diese möglichst selbstständig in der Natur sammeln wollen, weshalb die Bestückung peu à peu vorangeht. Dennoch haben wir die weitere Bestückung organisiert, weshalb wir schon bald ein voll bestücktes Insektenhotel erwarten können.

Fragen folgen

Was passiert, wenn junge Menschen ihren Fragen folgen? Wenn es einen Ort gibt, wo nicht für Creditpoints gelernt wird, sondern aus inneren Antrieb? Von November bis Mai kamen im youprO „Fragezeichner“ 14 junge Menschen zu einem Raum der Fragen zusammen: Ein Ort an dem eine ungebremste Auseinandersetzung mit gesellschaftskritischen und zukunftsrelevanten Themenfeldern möglich ist.

Foto: www.manofaktur.com

14 junge Menschen, 180 Tage, 1000 Ideen

Was bringt 14 junge Menschen dazu, sich für sechs Monate in und um ein Haus auf eine Suche zu begeben und was ist ihre gemeinsame Ausrichtung? Vielleicht: Die Ahnung, dass eine schönere Welt möglich ist. Die Suche nach einem Leben und einer Kultur, die in Einklang mit dem Leben ist. Das Gefühl, dass in der Welt, in der wir leben, dies noch nicht der Fall ist. Dass es einiges zu wandeln gibt.

Was die jungen Menschen auf ihrer Suche erlebt und herausgefunden haben, erzählt uns einer der Teilnehmenden aus seiner Perspektive auf das Projekt. Es gibt aber mindestens 13 weitere.

Zelten für die Zukunft

Gemeinsam mit 80 anderen jungen Menschen setzten wir uns auf unserem  yourpO „Zeltlager für eine Nachhaltige Entwicklung“ ein Wochenende zusammen und beschäftigen uns in unterschiedlichen und bunten Formaten mit Themen der Nachhaltigkeit.

Natur pur – volle Konzentration auf Nachhaltige Entwicklung

Mitte Juli war es endlich so weit, rund 80 Jugendliche gemischten Alters kamen an einem kleinen See im schönen Oberschwaben zusammen, um ihre Zelte aufzuschlagen. Das Zeltlager war am perfekten Ort, denn weit und breit war keine Stadt zu sehen, nicht mal ein Haus in erreichbarer Nähe. So konnten sich alle voll und ganz dem Programm widmen und Nachhaltigkeit leben.

Von Tierethik zur Europäischen Energiewirtschaft

Am Freitag startet dann für alle das Programm mit einem Workshop über Tierethik. „Warum klassifizieren wir Tiere in Haus-, Nutz-, und Schädlingstiere?“. Nach der Mittagspause und sehr leckerem, veganen Bio-Mittagessen ging es in die zweite Workshop-Phase. Das Demokratiezentrum Oberschwaben erklärte sich dazu bereit, einen Input mit Diskussion zum Thema „Europäische Energiewirtschaft“ anzuleiten.

Der Abend ließen wir mit Gesang und Tanz ausklingen. Und trotz Regen fanden sich Menschen, die Lust hatten, ein Feuer anzuzünden und so die Teilnehmenden aus den Zelten zu locken.

Was macht eigentlich so eine Kuh?

Am Samstag starteten wir den Tag mit Gruppenspielen. Hierbei verwandelten wir uns spontan in Kühe und ihre Ställe.

Danach ging es spannend weiter mit einer Auswahl an Workshops. Parallel gab es die Möglichkeit, etwas über Permakultur, Gemeinwohlökonomie oder Klimafolgen und Gewitter zu lernen.

Während des ganzen Zeltlagers gab es die Gelegenheit, sich kreativ auszuleben und eine der Leinwände oder Steine zu bemalen. Zeitweise wurden sogar Autos oder Menschen zu Leinwänden umfunktioniert. Außerdem wurde viel geschwommen und Sport gemacht. Ebenfalls entstand ein spontaner Schnitzkurs, in welchem viele Löffel und Schüsseln, sogar ein Krug, geschnitzt wurden.

Nach einer langen Lagerfeuerlied-Nacht und einer Menge Spaß, fing am Sonntagmorgen schon der Abbau an. Da alle tatkräftig mithalfen, war vor der Abreise noch genug Zeit für eine ausgiebige Abschiedsrunde.

Mehr Projekte für eine bessere Welt

Das Zeltlager für Nachhaltige Entwicklung ist eins von ganz vielen Projekten junger Menschen, die wir vom youpaN unterstützen, um die Welt nachhaltiger machen.

Drei Wochenenden für die Umwelt – die Umweltwerkstatt

„Umweltschutz“ und „Nachhaltigkeit“ ist in aller Munde. Aber was ist „Umwelt“ und wieso ist es wichtig, sie zu schützen? Welche Rolle spielt dabei das Smartphone? Diese und ähnliche Fragen stellten wir uns mit insgesamt 100 Jugendlichen an drei Wochenenden in unserem youprO „Umweltwerkstatt“.

Drei Wochenenden für die Umwelt

Anfang August war es soweit. Nach wochenlanger Vorbereitung konnte die erste von drei Umweltwerkstätten beginnen. Die Materialien waren vorbereitet und wir warteten ganz gespannt. Dann kamen die wissbegierigen Kinder im Alter von 10 bis 14 Jahren. Nach einem Kennlernabend mit Spielen, Gesprächsrunden und einem gemütlichen Lagerfeuer ging es endlich los.

Foto: Umweltwerkstatt

 

Drei Wochenenden für die Umwelt

Der nächste Morgen brach an und an verschiedenen Stationen legten die Teilnehmer*innen los. Es wurden Nistkästen zum Mitnachhausenehmen gebaut, Kerzen gezogen und nebenbei über Vögel und Bienen, ihre Bedeutung in der Natur sowie ihre Lebensweise gesprochen. Das Sammeln von Wasserproben in der Havel war besonders spannend, da man erst später unter dem Mikroskop erblickte, was man da eigentlich in den Händen hielt.

Foto: Umweltwerkstatt

Nach dem selbst geschnippelten Mittagessen ging es weiter. Beim Umweltseminar rauchten die Köpfe, an „Wissensstationen“ wurde diskutiert und die Ergebnisse in der „großen Runde“ vorgestellt. Dabei wurde besonders auf moderne Technik, wie Handys oder das Internet eingegangen. Viele der Kinder waren verblüfft, wie eng Umwelt und Technik miteinander verknüpft sind.

Den Spuren im Wald folgen

Später war es dann soweit, die Teilnehmer*innen begaben sich auf eine Waldwanderung. Sie entdeckten Ameisenhaufen, Tierspuren, Singvögel und Pilze. Bei einem gemütlichen Picknick mitten im Wald, wurde jeder*m die Schönheit unserer Natur klar.

Foto: Umweltwerkstatt

Nun neigte sich der Tag schon dem Ende, nach einem spielerischen Ausklang und einer Sinneswanderung durch den nächtlichen Wald ging es ins Bett. Am nächsten Morgen, setzten sich alle zusammen und diskutierten über eigene Ideen und Pläne zum Schutz der Umwelt. Die Ideen waren weitgestreut und kreativ. Wir waren verblüfft, wie sehr die Teilnehmenden an dem Thema interessiert waren. Schließlich wurden Nistkästen, Kerzen, Bilder und Infoblätter zusammengepackt. Dann ging es auch nach Hause.

Direkt im Anschluss an die erste Werkstatt saßen wir als Team zusammen und waren rundum zufrieden. Wir hatten die Umweltwerkstatt zusammen wahrwerden lassen und dem ein oder anderen jungen Menschen ein neues Bild unserer Umwelt gegeben.Orga-Team der Umweltwerkstatt

Die Umweltwerkstätten 2 und 3 im Spetember und November liefen immer besser. Wir merkten, wie wir immer besser zusammenarbeiteten und lockerer in der Umsetzung des Projektes wurden. Insgesamt sind wir uns als Team einig, das Projekt Umweltwerkstatt war ein voller Erfolg, mit allen Aktionen konnte 100 Kindern und Jugendlichen Umweltschutz vermittelt werden.

Die Umweltwerkstatt geht weiter

Zusätzlich zu unseren Wochenenden führt unser Projektteam eine Reihe von vielfältigen Tagesveranstaltungen durch. Z.B. Exkursionen zur Naturschutzstation Zippelsförde, Wanderungen in der Natur, Unterstützung beim Bau von Krötenzäunen oder Beobachtungen auf Streuobstwiesen, denn  unsere Umweltwerkstatt soll weitergehen, um mit kleinen Aktionen Kinder und Jugendliche von der Natur zu begeistern.

Mehr Projekte für eine bessere Welt

Die Umweltwerkstatt ist eins von ganz vielen Projekten junger Menschen, die wir vom youpaN unterstützen, um die Welt nachhaltiger machen.

Ernährung & Konsum in der Bildungswerkstatt

138 Teilnehmer*innen, 2 Einstiegsredner*innen, 8 Workshops, knapp 30°C und eine Menge gerettete LebensmittelDas und noch viel mehr ist die Bildungswerkstatt Ernährung & Konsum!

Foodsharing vs. Lebensmittelverschwendung

Am Samstagmorgen können wir dank fleißigen Lebensmittelretter*innen mit einem ausgiebigen Frühstück im Jugendkulturzentrum Linse in Berlin-Lichtenberg starten. Monika Hansen von Foodsharing hatte mit einigen Teilnehmer*innen am Vorabend bei einer lokalen Bäckerei mehrere Körbe voll Backwaren abgeholt. Uns allen ist unerklärlich, dass all diese Lebensmittel sonst auf dem Müll gelandet wären. Auch nach dem Frühstück ist unser Buffet noch nicht erschöpft und man kann sich daran noch in den Pausen zwischen den Workshops bedienen. 

Direkt danach starten wir mit einem Warm-Up und dem ersten Vortrag im Plenum: Monika fasst die aktuelle Situation rund um Lebensmittelverschwendung in Deutschland zusammen und veranschaulicht die Funktionsweise von Foodsharing, als eine von vielen Lösungen.

Die weltweite Verschwendung von Lebensmitteln beläuft sich jährlich auf rund 1,3 Mrd. Tonnen, davon ist Deutschland für etwa 18 Mio. Tonnen verantwortlich.

Über 60 % aller verschwendeten Lebensmittel fallen in der Wertschöpfungskette an und fast 40 % beim Endverbraucher. Als Foodsharer*in kann man nach der Online-Registrierung, einem kleinen Quiz und einer Probephase, in der man von jemandem Erfahrenen begleitet wird, nach Ladenschluss verbliebene Lebensmittel retten – kostenlos und nachhaltig. In vielen Zuhörer*innen keimt der Wunsch auf, selbst zu handeln und aktiv zu werden. Dirk Hennig greift genau dort mit dem zweiten Vortrag des Morgens an: Er ermutigt zum Engagement im Bereich Gesellschaft und Umwelt. Gemeinsam werden außerdem aktuelle Jugendbewegungen, wie z.B. Fridays For Future analysiert und dabei der eigene Blick dazu hinterfragt.

Schnippeldisko und Ergebnisse zum Anfassen

Gleichzeitig beginnen einige Teilnehmer*innen vom Markt gerettetes Gemüse zu schnippeln, um daraus ein Mittagessen zu zaubern. In der Mittagspause stärken wir uns nicht nur, sondern diskutieren über das zuvor Erfahrene und knüpfen untereinander neue Kontakte. 

In der anschließenden zweiteiligen, interaktiven Workshopphase erweiterten, vertieften und konkretisierten wir unser bisheriges und neu gesammeltes Wissen. Eine bunte Mischung an Referent*innen bietet Einblicke vom Umgang mit Tieren als Nahrung im Kapitalismus über das Konzept des RettermarktesSirPlus“ bis hin zu alternativen Lebensstielen, die z.B. das Containern beinhalten und begleitet das eigenständige Brainstormen, Lernen und Diskutieren der Teilnehmer*innen. Bei einigen Angeboten gibt es sogar Ergebnisse zum Anfassen und Mitnehmen: So wird am Beispiel von Rhabarbermus das Einkochen als Möglichkeit um Lebensmittel haltbar zu machen erlernt, anderswo werden gemeinsam nachhaltige Stullen geschmiert.

Dank des guten Wetters können wir die Workshops auf dem gesamten Gelände des Jugendkulturzentrums verteilen, trotzdem kann man die Nachbargruppe immer gut sehen, mal spitzeln und sich inspirieren. Soweit das Auge reicht rauchende Köpfe, spannende Präsentationen und hitzige Diskussionen. 

Am Lagerfeuer lassen wir den Tag ausklingen und reflektieren: Wir haben erfahren, wie man Lebensmittel haltbar macht, Initiativen kennengelernt, die gegen Lebensmittelverschwendung vorgehen, gemeinsam diskutiert, welche Wege wir als Konsument gehen können und über unseren eigenen Tellerrand geschaut. Bei einer der Lebensmittelspenden war (als wäre es vorbestimmt gewesen) Hefeteig dabei, aus dem wir nun Stockbrot machen.

 Wenn du unser genaues Programm nochmal nachlesen möchtest, dann guck doch mal hier:

Einstiegsvorträge: 

  • „Welt gestalten“ (Anregungen für Engagement und Partizipation)
    – Referent: Dirk Hennig, FÖF e.V. & Forstliches Bildungszentrum RLP 
  • Überblick über den aktuellen Lebensmittel – Wegwerfwahn und Foodsharing
    – Referentin: Monika Hansen, Foodsharing Berlin  

 

Workshopliste: 

  • „Wie kam das Preisschild auf das Tier?
    – Referent: Tobias Blase, Student Erziehungswissenschaften, Uni Bielefeld 
  • Lebensmittel richtig verwerten: Einkochen
    – Referentin: Katharina Eck, Diderot: Kultur & Essen 
  • „Meine beste Stulle – Wege durch ein komplexes Lebensmittelsystem“
    – Referentinnen: Louise Duhan und Annica Cochu, SlowFood Youth Berlin 
  • Eine Lösung für Verschwendung- ökologisch nachhaltig und gut für den Geldbeutel: SirPlus
    – Referentin: Sarah Kirstein, FÖJlerin bei Sirplus & Teammitglied 
  • „Volle Bäuche statt volle Tonnen! Nachhaltigkeit in der Ernährung“
    – Referent*innen: Jonas Gramp und Lea Rodewald, Vertreter eines nachhaltigen und funktionalen Lebensstiels 
  •  „Umgang mit rechtsextremen Tendenzen in der Ökoszene
    – Referentin: Therese Stephan, BUNDjugend Berlin 
  • WG-Utopien für mehr Lebensmittel-Wertschätzung
    – Referentin: Hanna Vogel, Gemüse Ackerdemie 
  • Planspiel: globale Zusammenhänge von Ernährung
    – Referent*innen: Dinah Stratenwerth und Jonas Ressel, BLUE 21 e.V. 

Mehr Projekte für eine bessere Welt

Die Bildungswerkstatt ist eins von ganz vielen Projekten junger Menschen, die wir vom youpaN unterstützen, um die Welt nachhaltiger machen.

youprO: Podcast zum öffentlichen Raum

Wir befinden uns tagtäglich im öffentlichen Raum wie unserem Kiez. Dort begegnen wir der Umwelt und anderen Menschen, es gibt Regeln und Interessenskonflikte. Doch selten denken wir darüber nach, was der öffentliche Raum eigentlich alles ist und dass wir ihn nach unseren Ideen gestalten können.

Studierendenpodcast (3)
Studierendenpodcast (5)
Studierendenpodcast (4)
Studierendenpodcast (1)
Studierendenpodcast (2)

Deshalb haben wir dem Podcast Raumcast gegründet. In vier Folgen gucken wir uns an, was der öffentliche Raum eigentlich ist, wie er sich entwickelt hat und wie wir ihn in Zukunft ausgestalten können. Gerade junge Generationen können z.B. vor dem Hintergrund des Klimawandels erfahren, wie die Funktionen des öffentlichen Raumes neu bzw. anders durchdacht werden können, damit wir ökologische Gefahren ausgleichen und gleichzeitig so viele Menschengruppen wie möglich einbeziehen.

Höre dich durch unsere Podcast-Folgen

  • Berliene Maja
    Zeit zu handeln: Insekten sterben in den Städten aus. In den letzten 30 Jahren ist die Biomasse von Fluginsekten über 75% zurückgegangen. Deutschlandweit sind ein Viertel der Insektenarten vom Aussterben bedroht. Brauchen wir Menschen überhaupt Insekten? Ein Gespräch mit Wildbienenexperten Dr. Schmid – Egger und der Geoökologin Sonja Knapp.
  • Carsharing
    We are sure you have heard of car sharing before! Especially living in big cities car sharing is everywhere and in the 21st century it is almost as common as using public transport. So letʼs get into it and take a closer look at car sharing and itʼs history.
  • In Deutschland muss niemand auf der Straße leben
    Wie kann es passieren, dass so viele Menschen in einem Sozialstaat wie Deutschland auf der Straße leben? Wieso gehen wir im Alltag so ignorant mit obdachlosen Menschen um? Welche Fragen müssen wir uns stellen, um etwas zu verändern? Was genau muss sich eigentlich verändern? Wer trägt welche Verantwortung?
  • Fahrradstadt
    Berlins Straßen sind auf den Autoverkehr ausgerichtet. Motorisierte Fahrzeuge haben Vorrang vor allen anderen Verkehrsteilnehmern. Insgesamt 58% der Verkehrsflächen in Berlin sind für das Autos reserviert. Davon entfallen 19% auf parkende Flächen. Mit unseren Gästen Prof. Andreas Knie und Prof. Oliver Schwedes reden wir über Chancen, Möglichkeiten und die aktuellen Defizite der Stadt Berlin auf dem Weg zu einer Fahrradstadt.

Übrigens

Zur offiziellen Raumcast-Seite geht es hier entlang.

Als sogenanntes „tu project“ können Studierende mit uns das Projekt ohne Lehrkraft selbstständig durchziehen und bekommen dafür auch noch Creditpoints. Das ist mal eine partizipative Bildung!

Mehr Projekte für eine bessere Welt

Der Podcast zum öffentlichen Raum ist eins von ganz vielen Projekten junger Menschen, die wir vom youpaN unterstützen, um die Welt nachhaltiger machen.

youprO: Rechtsruck in Europa!? – Vom Umgang mit rechtsextremen Vorurteilen in Bildungskontexten

(Der Text ist von einer Teilnehmenden geschrieben)

Ich und die meisten anderen Teilnehmenden haben schon Erfahrungen mit rassistischen und anderen diskriminierenden Äußerungen und Vorurteilen im Seminarkontext gemacht. Anfang März haben wir uns im Rahmen des youprOs Umgang mit Rechtsextremismus“ damit beschäftigt, wie wir mit solchen Situationen umgehen können. Dabei habe ich eins besonders gemerkt: das ganze Seminar wurde viel persönlicher als gedacht. Ob wir uns mit unseren eigenen Erfahrungen mit Diskriminierung in Workshops, aber auch im Alltag beschäftigt oder unsere Privilegien reflektiert haben, dieses Wochenende hat alles andere als nur an der Oberfläche gekratzt.

Als besonders bestärkend habe ich das Argumentationstraining im Kopf. In der ersten Runde, ohne bestimmte Taktik, habe ich mich sehr verloren auf der Seite der Gegenargumentation gefühlt. Da ich nicht einfach nur mit unbelegten Phrasen um mich werfen konnte. Es war laut und durcheinander und ich hatte nicht das Gefühl bei dem Menschen mir gegenüber anzukommen. Dies änderte sich in der zweiten Runde, in der wir verschiedene Strategien anwendeten. Natürlich war dies nicht komplett real getreu, trotzdem habe ich mich danach schon sicherer im Umgang mit rechten Aussagen gefühlt.

Vor allem sind mir aber die Fragen im Gedächtnis geblieben, die ich für mich selbst, aber auch in Gesprächen mit Anderen im Laufe des Seminars gestellt habe: Wo unterscheide ich mich im Privaten und in meiner Rolle als Moderation? Was sind meine klaren Grenzen? Wo ist es auch okay mal nicht einen Dialog zu suchen, sondern mich rauszuziehen? Kann ich eigentlich Dinge im Vorhinein des Workshops wirklich einschätzen und wie kann ich spontan reagieren? Welche Privilegien habe ich und wo erfahre ich selbst Diskriminierung?

Das Seminar war ein sehr intensives und bereicherndes Wochenende für mich. Ich habe mein theoretisches Wissen erweitert und weiß jetzt zum Beispiel was der Ausdruck Antiziganismus bedeutet, habe aber auch besonders im Austausch mit den Anwesenden viel gelernt. Das Thema ist noch viel umfangreicher, als wir an drei Tagen besprechen konnten, trotzdem fand ich es sehr schön, dass wir uns die Zeit für ein so sensibles Thema genommen haben und ich habe viel für zukünftige Workshops mitgenommen.

Ein Interview mit Eindrücken dreier Seminarteilnehmer*innen: von Ohnmachtsgefühlen, Rationalität und Lernräumen

    • Was war deine Motivation, dich zu dieser Fortbildung anzumelden?

N: Als ich die Ausschreibung im Netzwerk las, dachte ich mir, dass ich eine Person bin, die Konfrontation meidet und mir viel öfter wünschen würde anderen Menschen Paroli zu bieten. Leider habe ich in der Schule viele Diskriminierungen um mich herum, es war schwer irgendwas zu sagen, da diese Aussagen dominant waren, ich ging also mit der Motivation rein mich nach der Fortbildung mehr zu trauen der allgemeinen Diskriminierung entgegen zu argumentieren.

J: Ich wollte meinen Wissensstand erweitern und lernen, wie ich in schwierigen Situationen mit einer gewissen Rationalität antworten und reagieren kann.

V: In Seminaren kam es schon vor, dass ich mir Sexismus anhören musste. Ich möchte aber als Individuum mit Stärken und Schwächen wahrgenommen werden. Wenn z.B. jemand nach meiner Handynummer fragt statt inhaltlich auf das, was ich gesagt habe, einzugehen, macht mich das wütend und in mir kommt ein gewisses Ohnmachtsgefühl auf. Das wollte ich nicht mehr, deshalb habe ich mich angemeldet.

    • Welche Situation ist dir besonders im Kopf geblieben?

J: Besonders hängen geblieben ist mir die Mitte-Studie zu den verschiedenen diskriminierenden Aussagen und die Nachbesprechung der Flower Power. Aber auch die Nachbesprechung am Ende des Tages fand ich sehr einprägend.

V: Mir ist eine Situation im Kopf geblieben, als wir alle im Kreis saßen und eine Person etwas gesagt hat, womit eine andere überhaupt nicht einverstanden war. Das zeigt mir, dass es ein ganz bewusster Prozess ist, diskriminierende Äußerungen weniger im Sprachbild erscheinen zu lassen. Es ist nicht immer ganz einfach – zum Glück haben wir uns einen fehlerfreundlichen Lernraum geschaffen.

N: Eine besondere Situation war es wie wir in einer Gruppenarbeitsphase Lösungsprozesse für schon erlebte Momente von Rassismus oder Diskriminierung entwickelt haben und ich die mit zwei weiteren tollen Teilnehmer*innen eine sehr schöne Arbeitsphase hatte.

    • Was bleibt von diesem Wochenende?

N: Eine Art von Argumentationsstrategie, die ich seitdem immer mal wieder im Kopf hin und herschiebe und auch anwende. Ein sehr großer und wichtiger Teil, der mir in Erinnerung geblieben ist, wäre die des eigenen Klarmachens unserer Privilegien! Ein Thema was mir und auch anderen vorher klar war, durch die tiefe Beschäftigung damit aber mir auf jeden Fall nochmal präsenter wurde.

V: Was bleibt ist ein wunderschönes, lernreiches Wochenende in einer kleinen Gruppe, der ich mich anvertrauen konnte. Mein Learning? Ich darf mich schon mal aufregen, das ist wichtig. Doch ich werde auch immer versuchen, nicht zu sehr aus der Rolle der Moderation zu geraten.

J: Mir bleibt die Gewissheit, dass ich mich nicht alleine gegen all den Hass wehren muss und ich nicht immer dagegen ankämpfen muss, wenn ich nicht in der Lage bin.

Seminar: Umgang mit rechten Positionen

Am ersten Märzwochenende habe ich an dem youprO „Umgang mit rechten Positionen“ in Berlin teilgenommen.

Was bedeutet eigentlich Rechtspopulismus?

Zu Beginn des Seminars wurden verschiedenen Begriffen wie Rechtspopulismus, Homophobie, Antisemitismus, etc. Definitionen zugeordnet. Hierbei wurde deutlich, dass es eine klare und für alle Menschen passende Definition für diese Begriffe nicht gibt.

Zudem wurden sich mit aktuellen Fakten und Zahlen zu diesem Thema auseinandergesetzt.

Im nächsten Schritt erhielten die Teilnehmenden ein Blatt Papier, auf dem eine Blume mit Blüten abgedruckt war. Die einzelnen Blüten waren in zwei Bereiche untergliedert: dem inneren Bereich, in dem es um privilegierte Eigenschaften ging und den äußeren Bereich, der den weniger privilegierten Eigenschaften zugeordnet war. Die Teilnehmenden sollten hier ihren entsprechenden Bereich markieren.

Argumentationstraining gegen Rechts

Ein weiterer Programmpunkt des Seminars war ein Argumentationstraining. Den Teilnehmenden wurden hier Parolen ausgehändigt und sie sollten mit anderen Teilnehmenden einmal dafür und einmal dagegen argumentieren.

Nach dem Argumentationstraining haben die Teilnehmenden verschiedene Szenarien aufgestellt und überlegt, wie jede*r mit einzelnen Situationen umgehen kann.

Nach einer Reflektierung der Ergebnisse, wurde nochmal festgehalten, was in einem Seminar geht, und was nicht:

 

Das Braune Quiz zum Schluss

Abgerundet wurde das Seminar durch das sogenannte braune Quiz, in dem verschiedene Fragen über den Seminarinhalt aufgegriffen wurden.

Ich selber fand es ein sehr spannendes Wochenende. Ich habe viel dazugelernt und finde solche Seminare sollten vermehrt an Schulen stattfinden.

Dieser Artikel wurde von Marcel aus dem youpaN verfasst.