Drei Wochenenden für die Umwelt – die Umweltwerkstatt

„Umweltschutz“ und „Nachhaltigkeit“ ist in aller Munde. Aber was ist „Umwelt“ und wieso ist es wichtig, sie zu schützen? Welche Rolle spielt dabei das Smartphone? Diese und ähnliche Fragen stellten wir uns mit insgesamt 100 Jugendlichen an drei Wochenenden in unserem youprO „Umweltwerkstatt“.

Drei Wochenenden für die Umwelt

Anfang August war es soweit. Nach wochenlanger Vorbereitung konnte die erste von drei Umweltwerkstätten beginnen. Die Materialien waren vorbereitet und wir warteten ganz gespannt. Dann kamen die wissbegierigen Kinder im Alter von 10 bis 14 Jahren. Nach einem Kennlernabend mit Spielen, Gesprächsrunden und einem gemütlichen Lagerfeuer ging es endlich los.

Foto: Umweltwerkstatt

 

Drei Wochenenden für die Umwelt

Der nächste Morgen brach an und an verschiedenen Stationen legten die Teilnehmer*innen los. Es wurden Nistkästen zum Mitnachhausenehmen gebaut, Kerzen gezogen und nebenbei über Vögel und Bienen, ihre Bedeutung in der Natur sowie ihre Lebensweise gesprochen. Das Sammeln von Wasserproben in der Havel war besonders spannend, da man erst später unter dem Mikroskop erblickte, was man da eigentlich in den Händen hielt.

Foto: Umweltwerkstatt

Nach dem selbst geschnippelten Mittagessen ging es weiter. Beim Umweltseminar rauchten die Köpfe, an „Wissensstationen“ wurde diskutiert und die Ergebnisse in der „großen Runde“ vorgestellt. Dabei wurde besonders auf moderne Technik, wie Handys oder das Internet eingegangen. Viele der Kinder waren verblüfft, wie eng Umwelt und Technik miteinander verknüpft sind.

Den Spuren im Wald folgen

Später war es dann soweit, die Teilnehmer*innen begaben sich auf eine Waldwanderung. Sie entdeckten Ameisenhaufen, Tierspuren, Singvögel und Pilze. Bei einem gemütlichen Picknick mitten im Wald, wurde jeder*m die Schönheit unserer Natur klar.

Foto: Umweltwerkstatt

Nun neigte sich der Tag schon dem Ende, nach einem spielerischen Ausklang und einer Sinneswanderung durch den nächtlichen Wald ging es ins Bett. Am nächsten Morgen, setzten sich alle zusammen und diskutierten über eigene Ideen und Pläne zum Schutz der Umwelt. Die Ideen waren weitgestreut und kreativ. Wir waren verblüfft, wie sehr die Teilnehmenden an dem Thema interessiert waren. Schließlich wurden Nistkästen, Kerzen, Bilder und Infoblätter zusammengepackt. Dann ging es auch nach Hause.

Direkt im Anschluss an die erste Werkstatt saßen wir als Team zusammen und waren rundum zufrieden. Wir hatten die Umweltwerkstatt zusammen wahrwerden lassen und dem ein oder anderen jungen Menschen ein neues Bild unserer Umwelt gegeben.Orga-Team der Umweltwerkstatt

Die Umweltwerkstätten 2 und 3 im Spetember und November liefen immer besser. Wir merkten, wie wir immer besser zusammenarbeiteten und lockerer in der Umsetzung des Projektes wurden. Insgesamt sind wir uns als Team einig, das Projekt Umweltwerkstatt war ein voller Erfolg, mit allen Aktionen konnte 100 Kindern und Jugendlichen Umweltschutz vermittelt werden.

Die Umweltwerkstatt geht weiter

Zusätzlich zu unseren Wochenenden führt unser Projektteam eine Reihe von vielfältigen Tagesveranstaltungen durch. Z.B. Exkursionen zur Naturschutzstation Zippelsförde, Wanderungen in der Natur, Unterstützung beim Bau von Krötenzäunen oder Beobachtungen auf Streuobstwiesen, denn  unsere Umweltwerkstatt soll weitergehen, um mit kleinen Aktionen Kinder und Jugendliche von der Natur zu begeistern.

Mehr Projekte für eine bessere Welt

Die Umweltwerkstatt ist eins von ganz vielen Projekten junger Menschen, die wir vom youpaN unterstützen, um die Welt nachhaltiger machen.

Wie nachhaltig ist die youcoN eigentlich?

Foto: Carolin Schnelle

Mit dem Anlaufen der diesjährigen youcoN auf Rügen ist nur noch eins Thema: Nachhaltigkeit.

Doch wenn man genau hinsieht, können einige Fragen aufkommen. Wenn es um Nachhaltigkeit geht, warum dann der ganze Aufwand? Warum eigentlich diese Veranstaltung – und dann noch auf der Insel Rügen, die ja nun wirklich nicht mitten in Deutschland und damit für jeden problemlos zu erreichen, sondern tief im Norden Deutschlands ist, umgeben von kleineren Dörfern. Die neu renovierte „Umweltjugendherberge“ scheint ja wenigstens zum Thema Nachhaltigkeit zu passen. Doch was genau ist eine Umweltjugendherberge eigentlich? Und wie rechtfertigen die Veranstalter den Müll, der entsteht und die hohen CO² Emissionen der Anreise?

Warum Prora?

Es hat einen ganz bestimmten Grund, warum sich die youcoN dieses Jahr als Veranstaltungsort die Jugendherberge Prora ausgesucht hat: Neben der Möglichkeit, die über 150 Teilnehmenden aufzunehmen, gibt es hier auch – anders als beispielsweise in Großstädten – die Möglichkeit, direkt vor der Jugendherberge zu zelten, Lagerfeuer zu machen und die Natur zu erkunden. Doch auch sonst passt das Konzept der Umweltjugendherberge Prora  zur youcoN und dem Thema Nachhaltigkeit. Die Jugendherberge verzichtet von sich aus schon zum größten Teil auf Plastik, z.B. bei Verpackungen.

Doch „Umweltjugendherberge“ heißt nicht nur Vermeidung von Abfällen wie Einwegverpackungen, sondern beinhaltet auch den Bereich der Pädagogik. Mit der Umweltpädagogin direkt im Haus beschäftigen sich Schulklassen in Workshops mit Umweltverschmutzung, bedrohten Arten, aber auch mit Teambuilding. Doch durch die Lage der Jugendherberge, das Equipment, das mitgebracht wurde und viele andere mögliche Kritikpunkte, lässt sich doch die Frage stellen, inwiefern die youcoN denn jetzt akut für Nachhaltigkeit sorgt oder wie sie sich darum kümmert. Da hier nicht nur Menschen aus Bayern, mit mehr als 10 Stunden Anfahrtszeit, sondern auch einzelne  Teilnehmende extra angereist aus Russland, dabei sind, kann man schon mal ins Grübeln kommen, was für einen ökologischen Fußabdruck man hinterlässt. Doch wenn man dann bei den Veranstaltern von der Stiftung Bildung und dem youpaN  hier auf der youcoN nachfragt, so bekommt man Antworten.

Die Veranstalter achten auf nachhaltig produzierte „Giveaways“:

Foto: Nele Kälberloh

Neben der Tragfähigkeit von mindestens 200 Personen war den Veranstaltern auch sehr wichtig, dass vegetarisches bzw. veganes Essen serviert werden kann. Das Essen ist außerdem durch Bio Qualität der Lebensmittel ausgezeichnet. Auch die schöne Umgebung mit Meer und Strand passt perfekt. Doch wie lassen sich die Beutel, Flaschen etc. erklären? Inwiefern hilft so etwas der Umwelt?

Nun, die Beutel sind erst einmal ebenso bio und sind neben der Praktikabilität auch noch Werbung. Ganz genau so ist es mit den Armbändern, die für Essensausgabe, aber auch als Erinnerung wie Festivalbänder genutzt werden. Man verbreitet den Namen der youcoN. Die Flaschen sind einfach nur praktisch. Sie sind immer wiederverwendbar, aus Glas und geben echt prima Tipps für Mischungen mit Apfelsaft und anderen Säften. Damit es keine übrig gebliebenen Flaschen oder Beutel gibt, hat der Veranstalter sich für eine bewusste Unterproduktion entschieden. Andere Dinge, wie unsere anpinnbaren Namensschilder, sind zwar aus Plastik, werden aber genau wie Whiteboards und anderes Equipment immer wieder verwendet und an andere Organisationen verliehen.

Das wahrscheinlich größte Problem ist die Anreise und die damit verbundenen CO²-Emissionen. Es wurde zwar vereinbart, dass alle Teilnehmer bis auf wenige Ausnahmen mit der Bahn kommen, doch selbst dann entstehen Treibhausgase. Das ist nicht optimal, doch leider auch nicht änderbar bei einem so besonderen Veranstaltungsort wie Prora. Die Veranstalter sind sich der Problematik bewusst und versuchen daher im Ausgleich die CO²-Emissionen so gut es geht auszugleichen. Genau das ist es auch, was sie sich für die Zukunft der youcoN wünschen. Sie wollen mehr Reichweite und 100% der CO²-Emissionen ausgleichen. Die Veranstalter wünschen sich im Allgemeinen eine größere Kapazität der Veranstaltung und bauen auf die Reichweite und Netzwerke der Teilnehmer, durch die der Gedanke der Nachhaltigkeit verbreitet wird.

Dieser Artikel wurde geschrieben von Florian Ring von der Jugendredaktion der Jungen Presse e.V., die live von der youcoN auf ihrem Magazin www.youthmag.de berichtet und uns diesen Beitrag freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat. Seit über 65 Jahren setzt sich die Junge Presse ehrenamtlich für medieninteressierte Jugendliche ein und ist einer der größten bundesweit aktiven Jugendmedienverbände.

Nur noch kurz die Welt retten

Foto: Nele Kälberloh

Rügen ist mit seinen kilometerlangen Sandstränden, Alleenstraßen, Kreidefelsen oder auch dem Kurhaus von Binz eines der beliebtesten Urlaubsziele Deutschlands. Und diese Woche nun auch Standort der youcoN 2019. Fünf Tage wird in der Jugendherberge Prora, einem mehr als geschichtsträchtigen Ort, über Möglichkeiten diskutiert, die Bildung zukünftig nachhaltig zu gestalten.

Besser hätte das Wetter für den Kick-Off nicht sein können: Strahlend blauer Himmel und frische Meeresluft passen perfekt zu der allgemein lebendigen Stimmung. Etwas gequält lustig eröffnen die Moderatoren die Jugendkonferenz und präsentieren allen zu Beginn kleinere Clips von youcoN-Konferenzen der letzten Jahre. Gesellige und erfrischend neue Kennenlernspiele stärken gleich im Anschluss die Gruppengemeinschaft. Besonders witzig: die etwas verzerrte Deutschlandkarte mit den Herkunftsorten aller Teilnehmer.

Gastrednerin Prof. Dr. Stoltenberger informiert an diesem Abend über die „Bildung für nachhaltige Entwicklung“, kurz BNE, und allgemein die Brennpunkte der deutschen Bildungspolitik. All das wirkt wie eine Art Unterricht bzw. Vorlesung in einer Scheune – bei offenen Türen und Fenstern fühlt sich das fast wie ein Klassenzimmer unter freiem Himmel an. Wichtig ist für Frau Stoltenberger das globale Verständnis, dass nachhaltige Zukunftskonzepte in den Bildungssystemen erklären können, wie Jugendliche weltweit ihre Kompetenzentwicklung selbstständig verbessern können. Dabei ist für sie Kommunikation das entscheidende Medium. Außerdem sei es die Aufgabe der Bildungsinstitutionen, nachhaltige Entwicklung als Konzept und langfristigen Prozess greifbar zu machen und neue Sicht- und Denkweisen zu vermitteln. Ein Selbstverständnis für die Existenz von Menschenrechten und der Natur als Lebensgrundlage aller Dinge hat für sie hierbei oberste Priorität. Als Fazit nennt Prof. Dr. Stoltenberger einige NGOs, ohne die all das nicht möglich wäre.

In einem Fragenhagel werden Experten und Expertinnen aus der UNESCO, dem Bundesministerium für Bildung und Forschung, dem Institut futur und der Stiftung Bildung zu allen möglichen Themen befragt. Sehr sympathisch verkündet hierbei Rabea Willers, dass das youpaN-Team zu einer Gesprächsrunde ins Ministerium für Bildung und Forschung eingeladen ist.

Insgesamt wirkte die ganze Eröffnungsveranstaltung sehr entspannt, manchmal aber auch sehr aufgesetzt. Allgegenwärtig ist ein besonders starkes „Wir-finden-uns-alle-sehr-cool-Gefühl“ und „gemeinsam-retten-wir-die-Welt“.

Dieser Artikel wurde geschrieben von Sebastian Schroth von der Jugendredaktion der Jungen Presse e.V., die live von der youcoN auf ihrem Magazin www.youthmag.de berichtet und uns diesen Beitrag freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat. Seit über 65 Jahren setzt sich die Junge Presse ehrenamtlich für medieninteressierte Jugendliche ein und ist einer der größten bundesweit aktiven Jugendmedienverbände.