Wie politisch ist Bildungsarbeit?

Akteure des Netzwerks Bildung für nachhaltige Entwicklung in und um München treffen sich zweimal jährlich bei den Netzwerk-Treffen Umweltbildung. Die Mitglieder sind Kolleg*innen aus Bildungseinrichtungen, Verbänden, Institutionen, Initiativen und Verwaltung, sowie selbständig Tätige mit den Schwerpunkten Natur, Umwelt und Nachhaltigkeit. Diesmal war auch Simeon aus dem youpaN mit dabei.

Das Vernetzungstreffen am 17.10. stand unter dem Thema „Jugend bewegt Zukunft & Politische Bildung und Bildung für nachhaltige Entwicklung“ und wurde von Steffi Kreuzinger (Ökoprojekt MobilSpiel e.V.) moderiert.

Wie politisch soll-darf-kann-muss Bildungsarbeit sein?

Der erste Programmslot: „Wie politisch soll-darf-kann-muss Bildungsarbeit sein?“ Impuls und Austausch war mit Christoph Rössler von der Arbeitsgemeinschaft Friedenspädagogik e.V., Die Pastinaken. Inhalt: Viele rechtsorientierte Organisationen springen zurzeit auf den Trend auf, sich den Umweltschutz mit der Begründung “Umweltschutz ist Heimatschutz” auf die Agenda zu setzen. So ist auf der Homepage der AFD zu lesen: “Artenschutz ist Umweltschutz. Umweltschutz ist Heimatschutz. Heimatschutz ist blau, blau ist die AfD.“

Foto: Simeon Timmer

Selbstverständlich sind Rechtpopulisten ebenso vom Klimawandel betroffen wie auch alle anderen, doch Umweltschutz ist schwer mit faschistischen Ansichten vereinbar. Kurzerklärt: Rechtsradikale haben den Umweltschutz als Tätigkeitsfeld entdeckt. Nicht aus Überzeugung, sondern um einen weiteren Krakenarm in die Gesellschaft zu strecken. Dieses Unterfangen ist aber ebenso durchschaubar wie in seiner Substanz lächerlich. Denn wie kann mensch Leben schützen wollen, aber gleichzeitig einen starken Hass auf andere Ethnien und Kulturen haben und diesen das Recht auf ein sicheres Leben verwehren?
Mehr zum Thema: “wie politisch darf Bildung sein?” gibt es auf der Website der Bpb unter zu lesen.

Wie kann BNE das Engagement der jungen Generation unterstützen?

Der zweite Programmslot “Wie kann BNE das Engagement der jungen Generation unterstützen?” wurde durch Jule Müller vom Cambio eV. (Dresden) angeleitet. Unsere aktuelle Ausganslage: weltweite multiple Krisen; ineffektive politische Bearbeitung der Krisen in den letzten Jahrzehnten; Fridays for Future und Extinction Rebellion zeigen, dass ein großes Aktivierungspotential da ist. Gemeinhin bekannt ist bereits, dass es bereits zahlreihe Ansätze für die Aktivierung von jungen Menschen gibt. Der erste Schritt sollte sein, Lösungen anzubieten, die Politik und Wandel abseits des Parlaments und des Wahlzettels erfahrbar machen. Eine der bekanntesten Kampagnen sind die „Social Development Goals“, kurz SDG´s. Sie bieten einen schönen Einstieg, allerdings basieren diese auf problematischen Grundannahmen, die oftmals als alternativlos dargestellt werden:

  • Alternativlosigkeit von Wirtschaftswachstum
  • Verständnis von Umwelt und Natur als ökonomische Ressource
  • Eurozentrische Vorstellung von Entwicklung
Foto: Simeon Timmer

Doch laut Beutelsbacher Konsens ist es unsere primäre Aufgabe, Kontroversität und Denkräume zu eröffnen – unter dem Konsens – dass Bildung und Wissen nie neutral sind. Dies heißt als Konsequenz für die Bildungslandschaft: Kritische Selbstreflektion von den Bildungsakteur*innen; Sichere Lernräume, um sich auf das Hinterfragen gewohnter Denk- und Handlungsweisen einzulassen; Angst- und Ohnmachtserfahrungen Raum geben, gehört genauso dazu, wie die Gestaltung berührender und ermutigender Lernräume; Einbringung von Bewegung, Emotionen und Kunst; Abkehr von Expert*innentum, Schaffung gemeinsamer Denkräume mit reger Diskurskultur; Jugendliche und ihr Wissen &Können ernstnehmen, einbinden!; Neues Verständnis schaffen, was Politik //Demokratie bedeutet.

Dies sollte zukünftig in der Arbeit mit jungen Menschen beachtet werden um eine gelingende und qualitative Jugendpartizipation zu ermöglichen.
Im Anschluss an die Programmslots wurde noch über die vorgestellten Ideen und Ansichten ausführlich diskutiert und Kontakte ausgetauscht.

Der Artikel wurde von Simeon aus dem youpaN verfasst.

Brandenburg macht BNE!

Unter dem Slogan „Brandenburg macht BNE“ fand am 12. September 2019 im Haus der Natur in Potsdam die Auftaktveranstaltung der „Servicestelle Bildung für Nachhaltige Entwicklung“ Brandenburg statt, die im Frühjahr diesen Jahres ihre Arbeit aufnahm.

Die Servicestelle, die unter der Trägerschaft von drei brandenburgischen Institutionen läuft (der Arbeitsgemeinschaft Natur- und Umweltbildung Brandenburg e.V. (ANU), dem Verbund entwicklungspolitischer Nichtregierungsorganisationen Brandenburgs e.V. (VENROB) und der Hoschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde (HNEE)), hat die Zielsetzung, brandenburgische Akteur*innen aus dem Bereich BNE zu qualifizieren und miteinander zu vernetzen.

Bild: Laura Rupenow

Bildungsangebote für BNE

Der Fokus der Servicestelle liegt auf Bildungsangeboten im nonformalen Bereich, die zukünftig auch von der Servicestelle zertifiziert werden können. Wer sich das Logo der neuen BNE-Anlaufstelle mal genau anschaut, der entdeckt darin die Farben der 17 Nachhaltigkeitsziele (engl.: Sustainable Developemnt Goals, SDGs). Auf die stützt sich nämlich das konzept der     Bildung für nachhaltige Entwicklung – konkreter auf das SDG 4: Hochwertige Bildung.

Bild: Laura Rupenow

Beim Auftakt in Potsdam hat sich Laura aus dem youpaN mit verschiedensten BNE-Multiplikator*innen ausgetauscht und die jugendliche Perspektive in die Diskussionsrunden miteingebracht. Mal schauen, was sich da in nächster Zeit noch so bewegen wird in Brandenburg…

Dieser Artikel wurde verfasst von Laura aus dem youpaN.

Große Ziele erreichen – mit Jugendbeteiligung

 

Foto: Nele Kälberloh

„We don´t need hope – We need action!“ Unter diesem Motto gestalteten Thomas Hohn von Greenpeace und Elena Keil vom youpaN, beide vom Bündnis Zukunftsbildung, einen Workshop am Freitag auf der youcoN. Sie gestalteten den Workshop, um junge Menschen Konzepte für eine bessere Zukunft entwickeln zu lassen. Zu Beginn des Workshops erklärten sie, welche Ziele das Pariser Abkommen verfolgt und was SDGs sind, damit alle Teilnehmenden eine gute Informationsgrundlage hatten.

Pariser Abkommen

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie beschreibt das Pariser Abkommen als ein neues, globales Klimaschutzabkommen. Im Dezember 2015 einigten sich bei den UN-Klimakonferenz 197 Staaten für das Pariser Abkommen auf zentrale Ziele, die die Europäische Kommission zusammenfasst: Die Regierungen sollen jeweils Wege finden, um die Erderwärmung „deutlich unter“ zwei Grad Celsius zu begrenzen. Zudem sollen sich die Staaten bemühen, zeitnah die Emissionswerte zu senken.

Die Staaten haben vor und nach der Konferenz nationale Klimaschutzpläne vorgelegt. Diese Pläne sollen dazu beitragen, dass die Ziele err

eicht werden. Die Staaten, die sich auf das Abkommen geeinigt haben, treffen sich alle fünf Jahre beginnend mit dem Jahr 2018, um strengere Ziele festzulegen, wenn nötig. Außerdem verpflichten sie sich mit dem Pariser Abkommen dazu, öffentlich Bericht darüber zu erstatten, welche Fortschritte sie bei der Umsetzung der Pläne verzeichnen können.

Sustainable Development Goals (SDGs)

 

Die SDGs sind 17 Ziele, die für eine erstrebenswerte und nachhaltige Zukunft bis 2030 erreicht werden sollen, und wurden von allen UN-Mitgliedsstaaten beschlossen. Sie berücksichtigen laut dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung erstmals drei Dimensionen der Nachhaltigkeit gleichermaßen: Soziales, Umwelt und Wirtschaft. Die UN schreiben, dass die Ziele ausgerichtet an den globalen Herausforderungen unserer Zeit sind und Themen wie Hunger, Armut, Gleichberechtigung, Frieden, Klima und Bildung umfassen.

Die SDGs bilden das Kernstück der Agenda 2030. Die Agenda 2030 bestehe aus einer Präambel, einer politischen Deklaration, den Sustainable Development Goals, einem Abschnitt zu Umsetzungsmitteln und zur globalen Partnerschaft sowie einem Abschnitt zu Nachbereitung und Überprüfung, erklärt das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nuklearer Sicherheit. Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung schreibt über die Agenda 2030: „Die Agenda 2030 gilt für alle Staaten dieser Welt: Entwicklungsländer, Schwellenländer, Industriestaaten: Alle müssen ihren Beitrag leisten“

Unser optimales 2030

Die Referenten forderten die jungen Teilnehmenden nach dem Input auf, sich in Gruppen Gedanken über eine erstrebenswerte Zukunft in 2030 zu machen. Die Jugendlichen sollten diskutieren, in welcher Welt sie 2030 leben wollen, ohne sich bei ihren Überlegungen davon einschränken zu lassen, was sie für möglich oder unerreichbar halten. Die zentrale Fragestellung war: Wie sieht dein optimales 2030 aus?

In zwei Gruppen stellten die Jugendlichen ihre Ergebnisse vor. Die Jugendlichen wünschen sich einen Fortschritt durch Digitalisierung und keine Massentierhaltung mehr. Sie setzen voraus, dass die Ziele des Pariser Abkommens erreicht wurden und wollen, dass Urban Gardening eine große Bedeutung in Städten gewonnen hat. Straßen sollen ein Ort für und mit Menschen sein. Damit geht für sie auch einher, dass Städte frei von Autos sind. Dafür wollen sie teils alternative Arten der Fortbewegung finden, aber auch den ÖPNV stärken und ausbauen.

Zudem ist diese Gruppe der Teilnehmenden sich einig: Im Bildungssektor soll sich einiges ändern. Sie tauschten sich über eine Bildungsreform aus, in der das Thema Nachhaltigkeit mit eingebunden wird und Bildung insgesamt eine höhere Relevanz in der Gesellschaft hat. Einige der Jugendlichen sprachen sich für Wahlen ab 16 aus, um die Jugendbeteiligung zu stärken und politische Einflussnahme für die Jugend zu ermöglichen.

Andere Teilnehmende hatten sich für drei zentrale Werte entschieden, die sie schon in der frühkindlichen Bildung vermitteln wollen: Respekt, Wertschätzung und Gleichberechtigung. 2030 wollen sie eine offene und bewusste Gesellschaft.

Youth for Change: Von Utopien zum konkreten Projekt

Thomas Hohn und Elena Keil beauftragten daraufhin die Jugendlichen, sich konkret zu überlegen, wie man die Ziele erreichen kann und welche Wege man dafür gehen kann. Hier äußerten die Jugendlichen unterschiedliche Möglichkeiten. Zum einen könne man selbst aktiv werden, meint die Teilnehmende Laura Rupenow. Sie hatte mit ihrer Gruppe über kreative Straßenaktionen gesprochen. Marcel Kupfer hingegen sagte, dass man erst auf politischer Ebene seine Ziele langfristig erreichen könne. Teilweise hatten die Teilnehmenden Schwierigkeiten, sich auf konkrete Ideen zur Umsetzung ihrer Ziele zu fokussieren und wägten unterschiedliche Herangehensweisen ab.

Initiative ergreifen für mehr Jugendbeteiligung

Die beiden Referenten unterstützten die Jugendlichen, gaben Tipps und brachten ihre Gedanken mit in die Gespräche ein. Thomas Hohn ist seit den 80ern für Greenpeace aktiv, arbeitet seit vier Jahren für den Verein und ist Sprecher des Bündnis Zukunftsbildung. Das Bündnis Zukunftsbildung nennt sich selbst eine Initiative deutscher Nichtregierungsorganisationen aus den Bereichen Jugend, Umwelt- und Naturschutz, Entwicklung und Menschenrechte. Das Bündnis hat sich in einem offenen Brief an die Bundeskanzlerin und verschiedene Ministerien gewendet und gefordert, Bildung konsequent an einer nachhaltigen Entwicklung auszurichten und Jugend aktiv mit einzubinden. Deshalb setzt er sich auch speziell mit dem vierten SDG auseinander: „Inklusive, gerechte und hochwertige Bildung gewährleisten und Möglichkeiten des lebenslangen Lernens für alle fördern“. Der Schwerpunkt liegt für ihn in der Stärkung und Mobilisierung der Jugend.

Thomas Hohn sprach zudem mit uns über Jugendbeteiligung und darüber, wie man selbst Veränderung schaffen kann.

„Ich glaube, wir brauchen Utopien. Wir müssen uns Ziele setzen, die momentan vielleicht für uns unmöglich erscheinen.“ – Thomas Hohn

Er sagt, wir müssten aus unserer Box kommen, die uns ohnehin im Alltag einschränke, um eine Lösung für die Probleme zu finden, mit denen wir zu kämpfen haben. „Utopien sind absolut notwendig, damit wir aus unserem eingeschränkten Denken kommen“, sagt Hohn. „Das, was zu Beginn unmöglich erscheint, kommt irgendwann zu dem Punkt, an dem es als völlig selbstverständlich angenommen wird. Das war auch schon in der Vergangenheit so.“

Hohn sagt, für den persönlichen Einsatz müsse jeder für sich selbst ausloten, was machbar sei. Jeder könne Veränderung in seinem ganz persönlichem Rahmen für sich selbst anfangen. Es gebe sehr viele verschiedene Möglichkeiten, wie man sich engagieren könne, und hierbei müsse jeder für sich selbst herausfinden, wo das Herz brenne und was man selbst gerne verändern wolle.

Ein Statement zu Fridays for Future

An den Fridays for Future gehen zahlreiche Menschen jeden Freitag auf die Straße, um für Klimaschutz zu demonstrieren. Thomas Hohn sieht, wie sich hier die Jugend beteiligt.

Das ist Bildung. Das ist genau das, was mit Partizipation und handlungsorientiertem Ansatz gemeint ist. Das ist gemeint, wenn wir davon sprechen, dass sich Jugend komplexen Inhalten nähern und für ihre Ziele eintreten soll. – Thomas Hohn

Sein Eindruck sei, dass die Fridays for Future jetzt schon maßgeblich politische Debatten mitgestalten. Das macht er daran fest, dass bei der diesjährigen Europawahl Klimawandel und Umwelt eine große Rolle gespielt haben. Er sieht Fridays for Future als einen Impuls, auf den noch mehr folgen kann. „Wenn die Politik die Jugend weiter ignoriert, dann wird die Jugend nur lauter. Wie lange das geht, bleibt meiner Meinung nach offen“, sagt Hohn.

Dieser Artikel wurde geschrieben von Johanna Dörrie von der Jugendredaktion der Jungen Presse e.V., die live von der youcoN auf ihrem Magazin www.youthmag.de berichtet und uns diesen Beitrag freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat. Seit über 65 Jahren setzt sich die Junge Presse ehrenamtlich für medieninteressierte Jugendliche ein und ist einer der größten bundesweit aktiven Jugendmedienverbände.

Nachhaltigkeit in jedes Studium

Auch an den Hochschulen wird fleißig mitgemischt, um die Welt der nachhaltigen Entwicklung mit den eigenen Gedanken und Tagen zu gestalten. Anastasia und Jannik leiten gemeinsam den Workshop zum Thema “BNE an Hochschulen”, um am Besuchertag klare Forderungen an die Hochschulpolitik zu äußern. Rund zwanzig engagierte Teilnehmer entwickeln gemeinsame Ideen für die nachhaltige Hochschulbildung von morgen.

Die Universitäten selbst waren nicht untätig bisher. In vielen Curricula wurden die drei Säulen der Nachhaltigkeit bereits übernommen und fest eingebunden: In so genannten “Commitments” –  Strategien – haben sich die Hochschulen bereits zu Nachhaltigkeitszielen und deren Umsetzung verpflichtet. So existieren an Unis bereits Preisausschreibungen, die nachhaltige Projekte von Studierenden fördern, ein “nachhaltiger Monat” pro Jahr mit wöchentlichen Themenschwerpunkten oder ein “Klimateller” in der Mensa, der regionale Produkte auftischt. Ein gemeinsames nationales Konzept fehlt hingegen. Ebenso wie ein klares Bekenntnis der Hochschulen, wie sie Nachhaltigkeit definieren.

Nachhaltigkeit gehört dazu

Aus Sicht der Teilnehmenden spricht nichts gegen die individuelle Ausarbeitung von Strategien zur Umsetzung der Sustainable Development Goals. Auffällig ist, dass die Erfahrungswelten sich von den verschiedenen Universitäten und Studiengängen der Teilnehmer stark unterscheiden. Die Dringlichkeit der Umsetzung wurde offenbar noch nicht in jedem Fachbereich und jeder Uni erkannt. Was fehlt ist der feste Wille, die BNE integral in jeden Studiengang einzubinden. So lautet die Forderung der Arbeitsgruppe, dass Nachhaltigkeit in jedes Studienfach integral eingebunden sein muss.

„Nachhaltigkeit muss verpflichtender integraler Bestandteil in jedem Studienfach werden – macht Nachhaltigkeit unausweichlich!“

Für die Umsetzung dieser Forderungen wurden Bereiche und konkrete Themen erarbeitet. Bei guter Musik und konstruktiven Diskussionen wurden Handlungsvorschläge in vier Themengebieten ausgearbeitet: Lehrpläne beziehungsweise Module innerhalb der Studiengänge, Organisationsstrukturen an den Hochschulen, Kooperationen der Universitäten mit der Außenwelt und die Umsetzung konkreter Projektideen. Der Wunsch der Teilnehmer ist klar: Nachhaltigkeit ist zu fundamental, als dass es aus den Vorlesungen herausgehalten werden kann. Es gehört in die Mitte des universitären Alltags, unter anderem als Pflichtmodul mit Creditpoints und auf die Mensateller. Egal ob angehender Ingenieur, Betriebswirt oder Pädagoge – Nachhaltigkeit geht alle an.

Green Offices, studentische Nachhaltigkeitsgremien, Ringvorlesungen

Die Liste konkreter Ideen der Teilnehmenden ist lang. Klar ist: Je mehr sich organisch aus dem Uni-Standort heraus eigenständig entwickelt, desto individueller ist das Angebot auf die örtliche Nachfrage angepasst. Die Erfolgschancen für das Projekt steigen, gemeinsame Leitlinien können dabei helfen. Ein weiteres Augenmerk liegt auf der Kommunikation. Erst wenn eine Begründung hinter einer umweltfreundlichen Maßnahme erklärt wird, kann das Verständnis bei den Betroffenen dafür enstehen. Und sei es die verdünnte Seife auf den Uni-Toiletten, die nun schaumig aus dem Spender kommt. Sie ist CO2-neutraler und effizienter und so ein Beitrag zu einem lebenswerteren Morgen. Darüber hinaus wird die Verantwortung der Studierenden selbst nicht aus den Augen verloren, denn Skripte gehören nicht zwangsläufig ausgedruckt auf den Tisch.

Alle müssen anpacken

Unverzichtbar zur Nachhaltigkeit gehört auch der Bereich der Ökonomie. Universitäten arbeiten in vielen Bereichen mit Drittmitteln. Für Kooperationen der Unis mit Unternehmen schlagen die Teilnehmenden vor, dass es es einen Fokus auf die lokale Einbindung des nachhaltigen Potenzial der Studierenden geben soll. Ambitionierte Firmen, die Nachhaltigkeit in ihre Beschaffung oder ähnliches einbinden, könnten für Kooperationen bevorzugt und gefördert werden. Auch für die Studierenden selbst können sich daraus Vorteile für die spätere Jobsuche ergeben: Weg von dem Zwang, ein Auslandssemester zu absolvieren, muss die lokale Zusammenarbeit gestärkt werden. Durch die Vermittlung von Praktika oder Nebenjobs in nachhaltigen Firmenbereichen können beide Seiten profitieren.

Innovative Ideen und Vorschläge sind da, jetzt geht es an die Umsetzung. Mit dem gemeinsamen Wunsch, Nachhaltigkeit unausweichlich in die Bildung zu integrieren, geht der Workshop heute in den Besuchertag. Denn eine lebenswerte Zukunft beginnt in unserem Alltag – auch an den Hochschulen.

Dieser Artikel wurde geschrieben von Jana Jansen von der Jugendredaktion der Jungen Presse e.V., die live von der youcoN auf ihrem Magazin www.youthmag.de berichtet und uns diesen Beitrag freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat. Seit über 65 Jahren setzt sich die Junge Presse ehrenamtlich für medieninteressierte Jugendliche ein und ist einer der größten bundesweit aktiven Jugendmedienverbände.

youpaN Tagung in Hattingen

Von -20 auf 30°C in unter drei Monaten

Machten auf dem letzten youpaN-Treffen noch Wollsocken und Pullis den allgemeinen Dresscode aus, so waren es diesmal kurze Hosen und weder Socken noch Schuhe. Stattdessen liefen wir meistens barfuß herum und waren in den Pausen damit beschäftigt, draußen zu sein und danach alle Zecken von unseren Beinen zu schnippen. Außerdem ermöglichte uns das sommerliche Wetter ein paar Programmpunkte unter freiem Himmel und zwei Abende in gemütlichem Zusammensein unter dem Sternenhimmel. Ehrengast war am ersten Abend ein Hirschkäfer, den Simeon gefunden hatte.

Mitarbeit in den Fachforen

Ein großes Thema des Treffens war die Mitarbeit des youpaNs in den Fachforen. In den Fachforen sitzen vom Bundesministerium für Bildung und Forschung berufene Expert*innen zu sechs verschiedenen  „Bildungslandschaften“.

  • Frühkindliche Bildung
  • Schule
  • Berufliche Bildung
  • Hochschule
  • Non-formales und informelles Lernen/Jugend
  • Kommunen

In jedem dieser Fachforen arbeiten seit September 2017 auch Mitglieder des youpaNs mit. Zunächst einmal tauschten wir uns über unsere bisherigen Erfahrungen und Erlebnisse aus den bisherigen Treffen der Fachforen aus. Manche von uns hatten schon viele Treffen und konnten sich gut einbringen, andere staden durch organisatorische Dinge oder der fehlenden Möglichkeit sich zufriedenstellend einzubringen, vor Herausforderungen.

Im Gespräch

Über diese Dinge sprachen wir dann mit vier Gästen: Katja Hinze (Vorstandsvorsitzende der Stiftung Bildung), Johannes Domnick (Mitarbeiter der Stiftung Bildung), Dr. Manfred Beck (Stadtdirektor in Gelsenkirchen) und Thomas Hohn (Kampaigner für Umwelt- und Bildungspolitik bei Greenpeace). Alle Vier sind auch Mitglieder eines Fachforums. In mehreren Gesprächsrunden konnten wir so einen tieferen Einblick in die Arbeit und Struktur der Fachforen gewinnen. Außerdem entwickelten wir Lösungsansätze für die Dinge, die bisher noch nicht so gut klappten. Inhaltlich tauschten wir uns zudem über die Potentiale unserer Mitarbeit in den Fachforen aus und sammelten Ideen für Forderungen, die wir als youpaN zukünftig vertreten wollen.

An dieser Stelle nocheinmal ein großes Danke an Katja, Johannes, Manfred und Thomas für ihre Zeit und Unterstützung!

Treffen mit den Projektcoaches

Nicht nur das youpaN tagte an diesem Wochenende in Hattingen. Auch ein paar der Projektcoaches trafen sich und so hatten wir die Möglichkeit uns gegenseitig auszutauschen. Die Projektcoaches begleiten die Umsetzung der Projekte über die das youpaN abgestimmt hat. Eine konkrete Sache, die wir gemeinsam besprachen, war außerhalb der Treffen in näheren Austausch zu kommen und  Einblicke der Projektcoaches zu den laufenden Projekten in die Öffentlichkeitsarbeit des youpaNs einzubauen.

5 Forderungen

Last but definitely not least kommen hier nun die 5 Forderungen, die wir an diesem Wochenende ausarbeiteten. Für diese werden wir uns ab jetzt in den Fachforen und der Nationalen Platform einsetzen.

-> Jugendzukunftsräte in allen Bundesländern <-

-> BNE für Alle – Der NAP in leichter Sprache <-

(BNE=Bildung für nachhaltige Entwicklung
NAP=Nationaler Aktions Plan)

-> Global Goals als Bildungsleitbild – SDGs in alle Curricula <-

(SDGs=Sustainable Development Goals
auf Deutsch=17 Ziele für eine nachhaltige Entwicklung)

-> Deutschland als BNE Vorreiter – Finanzierung eines UNESCO-Programmes über 2019 hinaus <-

-> Freiräume schaffen – Engagement in Bildungssystemen ermöglichen <-

 

 

 

youprO: Das war „Let´s play Schule“ – 17 Studis, 8 Klassen, 1 Insel

Das erste youprO ist abgeschlossen!

Im März waren 17 Lehramtsstudierende aus Berlin auf Borkum und haben dort an der Grundschule eine Projektwoche zu den globalen Nachhaltigkeitszielen durchgeführt. So wurde gleichzeitig Zeit und Raum für die Lehrenden geschaffen, sich mit Unterstützung der Initiative neues Lernen Gedanken zur Schulentwicklung zu machen.

Dorothea Doerr (Doro), Mitglied der studentischen Bewegung Kreidestaub, hat das youprO ins Leben gerufen. Im Interview mit ihr sprachen wir über die Herausforderungen, Überraschungen und Highlights der Projektwoche.

„Es hat sehr gut funktionert, es war eine richtig, richtig tolle Woche!“

So hörte sich Doro’s erste Antwort an, als ich zu Beginn unseres Telefonats fragte, wie das Projekt gelaufen sei.

Worum ging es bei dem Projekt?

Der Titel „Let´s play Schule“ war für die teilnehmenden Studierenden aus den Bereichen Lehramt und Bildungswissenschaften Programm.  Eine Woche lang übernahmen sie den Unterricht der Borkumer Grundschule im Rahmen einer Projektwoche. Dazu bereiteten sie sich innerhalb ihres Studiums an der Freien Universität Berlin ein halbes Jahr lang vor und planten in Teams insgesamt 6 Projekte, auf die die Grundschüler*innen aufgeteilt wurden. Thematisch ging es um den Umgang mit Müll, die Meeresverschmutzung, die Flora und Fauna auf Borkum, Kinderrechte, nachhaltige Farbenherstellung  und nachhaltigen Konsum.

„Praxisschock“ für Studierende

Eines der Ziele von „Let´s play Schule“ war es, den angehenden Lehrer*innen die Möglichkeit zu geben, Praxiserfahrung zu sammeln – vor allem im Bezug auf Unterrichtsgestaltung unter den Leitkriterien von „Bildung für nachhaltige Entwicklung“. Dabei ist es ganz normal, dass Studierende am ersten Tag der Projektwoche einen, wie Doro es formuliert, „Praxisschock“ erleben.
Da ist zum Einen die Schwierigkeit spontan und situationsbedingt auf die Reaktionen und das Verhalten der Schüler*innen zu reagieren. Denn bei der davor geleisteten Unterrichtsplanung kannten die Studierenden ihre Klasse ja noch nicht. Andere Faktoren, wie bspw. organisatorische Absprachen mit dem Hausmeister, hätten allerdings vorher eingeplant werden müssen, um Ärger zu vermeiden.

„Aber genau das sollten sie ja lernen: Was für Strukturen gibt es in einer Schule, die außerhalb meines Unterrichts bestehen und die ich beachten und mitbedenken muss? Und da haben sie die Erfahrungen gemacht, die sie machen sollten.“

Schulentwicklung

Das Konzept von „Let´s play Schule“ sieht neben der Unterrichtsübernahme durch die Studierenden vor, dass die Lehrenden der Projektschule in der so gewonnenen Zeit darin unterstützt werden, über Schulentwicklung zu sprechen. Denn auch strukturelle Veränderungen sind zur Umsetzungvon „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ nötig. Auf Borkum wurde dieser Prozess zusammen von Doro und Nils Reubke von der Initiative Neues Lernen zwei Tage lang unterstützt und zwei weitere Tage selbstständig von den Lehrenden weitergeführt. Dazu wurde die Methode des „Design thinking“ genutzt, um das Schulprofil 2020 zu entwickeln. Die Einführung eines neuen Stundenmodells, die Weiterentwicklung eines Konzeptes für einen offenen  Ganztag und Möglichkeiten, um Raum für Methoden wie bspw. das sog. „teamteaching“ oder Projektarbeit zu schaffen, wurden besprochen.

„Diese riesen Schritte haben die Lehrenden in einem so kurzen Zeitraum zusammen gemacht, das war richtig schön zu sehen!“

Inselluft

Das Projekt auf einer Nordseeinsel durchzuführen, die allein durch Fährverkehr Kontakt zum Festland hat, brachte am Ende weniger Herausforderungen mit sich, als zuvor gedacht. Im Vorhinein wurde mit allen Supermärkten der Insel Kontakt aufgenommen und gefragt, inwiefern es bei ihnen möglich ist, Lebensmittel zu retten. Bis auf manche Kleinigkeiten konnten so 10 Tage lang alle 17 Studierende durch das Retten der Lebensmittel versorgt werden. Durch die kurzen Kommunikationswege auf der Insel und den festen Zusammenhalt der Inselgemeinschaft, erfuhr das Projekt sehr viel Unterstützung. Das Klischee vom mürrischen und verschlossenen Insulaner können Doro und ihre Truppe absolut nicht bestätigen.

Weiterführung des Projekts

Es sollen in Zukunft weitere Projekte nach dem „Let´s play Schule“ Konzept folgen. An der Freien Universität Berlin wird ein nächster Durchgang für das kommende Wintersemester geplant. Dies auch an anderen Hochschulen zu erreichen und so das Konzept von „Let´s play Schule“ deutschlandweit zu verbreiten ist festgeschriebenes Ziel. Außerdem wird das Konzept im nächsten Semester weitestgehend unabhängig von Kreidestaub von Studierenden des Bayerischen Lehrerinnen- und Lehrerverbands umgesetzt.

Doro’s persönliches Highlight

„Die Studierenden zu sehen wie sie wachsen und aufblühen, von Tag zu Tag sicherer werden, miteinander kommunizieren und Probleme lösen, füreinander da sind und gemeinsam versuchen für alle Beteiligten das Beste rauszuholen, weil sie merken: ‚hey, wir machen das hier zusammen und das ist geil, weil´s uns hilft!‘ .“

 

 

In drei Tagen um die Welt – The Global Festival of Action

Zugegeben, ich bin nicht wirklich ein Weltenbummler. Zum Unverständnis vieler meiner Mitmenschen scheine ich auf irgendeine Weise gegen das allgemein verbreitete Reisefieber relativ immun zu sein.
Trotzdem habe ich letztens so etwas wie eine Weltreise unternommen. Mit dem kleinen Unterschied, dass über 1.000 Vertreter aus mehr als 150 Ländern gleichzeitig an einem Ort zusammenkamen.

Das „Global Festival of Action for Sustainable Development“

Vom 21. – 23. März fand im World Conference Center Bonn das „Global Festival of Action for Sustainable Development“ statt und ich (Ronja) war für das youpaN mit dabei. Übersetzt man den Titel auf Deutsch könnte er folgendermaßen lauten: Weltweites Festival der Taten/Aktionen/Maßnahmen für nachhaltige Entwicklung.
Organisiert wurde das Ganze von der „UN SDG Action Campaign“. Eine Sonderinitiative des UN-Generalsekretärs, welche es sich zur Aufgabe gemacht hat, die 2015 von den Vereiten Nationen verabschiedeten „Sustainable Development Goals“ (SDGs) bekannt zu machen und die Umsetzung dieser Ziele zu unterstützen. Auf deutsch heißen die SDG´s „17 Ziele für eine nachhaltige Entwicklung„.

Aber was genau haben die Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen mit dem youpaN zu tun?

Eine ganze Menge! Sie bieten den globalen Rahmen, in dem auch wir uns als youpaN bewegen, wenn wir auf nationaler, regionaler und lokaler Ebene „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ mitgestalten und umsetzen. Dabei liegt unser Schwerpunkt vor allem auf dem vierten Ziel „Hochwertige Bildung“. Genauer auf dem Unterpunkt 4.7 „Bildung für nachhaltige Entwicklung“. Da Bildung aber so etwas wie ein Schlüsselfaktor für nachhaltige Entwicklung ist – denn wie kann etwas verändert werden, wenn man nicht weiß wie? – bestehen viele Verbindungen und Bezüge zwischen Ziel 4 und den anderen Zielen.

Ein paar SDG´s als Sitzklötze

Zu meinen Erlebnissen in Bonn:

Als ich am Mittwochmorgen in das World Congress Center Bonn eintrete, begrüßen mich erstmal drei Sicherheitsleute und unterziehen mich einer Flughafen-mäßigen Sicherheitskontrolle.  Ich muss ein bisschen perplex gewirkt haben, denn einer der Männer grinst mich an und fragt: „Du bist das erste Mal hier, was?“
Ein paar Minuten später sitze ich dann in einem großen Saal, der mich sehr an den Plenarsaal des Bundestags erinnert und fühle mich ganz schön fancy. Nach ein paar Reden von verschiedenen Menschen mit beeindruckenden Titeln werden alle dazu aufgefordert, sich ihrem Sitznachbarn vorzustellen. Mit zunächst noch etwas holprigem Englisch versuche ich zu erklären, was das youpaN so macht. Zum Glück dauerte es aber nicht allzu lange bis ich mich in Sachen Englisch eingegroovt hatte.

Ich wie ich versuche vor der Fotowand nicht ganz so gestellt zu wirken (hat fast geklappt…)

Über die drei Tage besuchte ich viele verschiedene Workshops und Vorträge, wobei es bei bis zu 6 parallel stattfindenden Veranstaltungen manchmal wirklich schwierig war sich zu entscheiden .
Ulla Lohmann, Journalistin und Canon Botschafterin, gab ein paar Tipps für erfolgreiches Storytelling. Außerdem besuchte ich einen Workshop in dem man den Umgang  mit einer bestimmte Software kennenlernte mit der es möglich ist Erklärvideos zu erstellen. Vielleicht ist demnächst ja mal eines hier auf der Seite zu finden!  😉
Zwei Vertreterinnen des Projektes „Save the world“ vom Theater Bonn sprachen über ihre Erfolge die SDG´s zusammen mit Künstlern auf eine spannende, kreative Weise in die Öffentlichkeit zu tragen, wie z.B. ein Projekt zusammen mit Jugendlichen im Rahmen der Weltklimakoknferenz Bonn oder etwas für Ironiefreunde.

Mein persönliches Highlight

Das war der Workshop von zwei Mitgliedern der amerikanischen Organisation BEATGlobal. Sie hat es sich zur Aufgabe gemacht, durch die Zusammenarbeit mit Künstlern und aktiv gelebte HipHop Kultur, die Selbstentfaltung junger Menschen zu fördern. Mit einer solchen Bildung durch künstlerischen Ausdruck arbeiten sie daran mit jungen Menschen eine respektvolle, gemeinschaftliche und freie Kultur zu schaffen.

Kaila und Y? von BEATGlobal in Aktion bei der Auftaktveranstaltung

Wir begannen den Workshop indem wir uns in einen Kreis stellten, die Augen schlossen und zu einer bestimmten Situation (Meer, Festival, Stadt) zusammen eine „Tonlandschaft“ (soundlandscape) kreierten. Das heißt jeder machte die Geräusche, die er mit dieser Situation verband und das Ergebnis war wirklich richtig cool! Danach wurden wir von Kaila (World Beatbox Champion 2015) in die Grundlagen des Beatboxing eingeführt und Y? (Yogi Guyadin) erklärte uns kurz wie man es schafft, sich gereimte Lyrics mit Inhalt zu überlegen.
Nun war es an uns in Gruppen einen kurzen Song zu „komponieren“. Thema sollte eines der SDG´s sein. Wir bekamen eine halbe Stunde Zeit, um zusammen eine Performance aus Gesang, Rap, Beatboxing oder was auch immer uns einfällt mit Anfang, Mittelteil und Ende zu entwerfen.

„Who put that „in“ on equality?“

Nach dieser halben Stunde stand ich dann mit meiner Gruppe vor den anderen Teilnehmern und rappte  über Gender Equality während ein Australier (der einzige Mann unserer Gruppe) beatboxte, eine Libanesin sang und der Rest der Gruppe einen flippigen Samba Rhythmus imitierte. Als wir fertig waren, griffen unsere Zuhörer den Chorus spontan auf und wir improvisierten noch ein bisschen gemeinsam weiter, bevor wir der anderen Gruppe lauschen.
Es hat einfach unglaublich viel Spaß gemacht zusammen Musik zu machen und es entstand ein unvergleichlich lebensfroher und motivierender Spirit! Außerdem war es superschön wie alle Teilnehmer aus dem doch eher seriösen Anzug-Hemd-oder-Blazer-Modus herauskamen, einander absolut auf Augenhöhe begegneten und gemeinsam kreativ wurden.

Was es sonst noch so zu berichten gibt

Neben den vielen Workshops und Vorträgen gab es noch viele andere Dinge zu entdecken: Im Foyer präsentierten sich jeden Tag andere Initiativen und Organisationen, die ihre Arbeit zu den SDG´s vorstellten. Außerdem gab es ein „SDG Studio“: Eine kleine Bühne mitten im Festivalgeschehen auf der TED-Talk ähnliche Kurzvorträge, aber auch Interviews und Diskussionsrunden stattfanden, die per Livestream übertragen wurden. Zusammen mit weiteren Videos vom Festival sind sie jetzt auf der Homepage zu finden. Dort ist es auch möglich sich nachträglich die Verleihung der UN SDG Action Awards anzuschauen, die am ersten Abend des Festivals stattfand und besonders erfolgreiches und innovatives Engagement für die SDG´s auszeichnete.
Außerdem konnte man eine Virtual Reality Zone besuchen und sich von 360° Kurzfilmen in andere Welten entführen lassen oder in einem anderen Raum verschiedene Filme auf Leinwand anschauen. Gegen eventuell aufkommen Langeweile in der Mittagspause wurde jeden Tag einen Percussion Workshop im Plenarsaal angeboten und durch gemeinsames Trommeln Energie für den Nachmittag getankt.
Die meiste Zeit zwischen den verschieden Sessions verbrachten ich aber damit im Foyer bei Kaffee und Kuchen mit verschiedensten Leuten ins Gespräch zu kommen, von ihren Projekten zu erfahren und bei Gelegenheit Visitenkarten auszutauschen, um mit ihnen in Kontakt zu bleiben.

Sehen wir uns in Bonn?

Puh, so ein langer Blogeintrag…Dabei habe ich immernoch nicht alles erzählt! Ich kann abschließend nur noch sagen, dass  es wirklich ein tolles Erlebnis war bei einem so internationalen Festival dabei zu sein. Es war sehr motivierend zu sehen, wie viele Menschen sich rund um den Globus für Nachhaltigkeit engagieren, auch wenn es natürlich noch unendlich viel zu tun gibt!
Das Datum für das nächste Global Festival of Action ist der 6.-8. März 2019 wieder im WCCB in Bonn. Jeder kann mitmachen also melde dich an und geh selber auf dreitägige Weltreise. Wir seh´n uns! 🙂

 

 

 

 

Die SDGs und Bildung in Deutschland

Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) ist unser Thema. Mit dem youpaN, der youcoN und Projekten (youprOs) setzen sich bei uns junge Menschen dafür ein, dass BNE in Deutschland immer wichtiger wird. Damit wir das gut machen, sollten wir aber das Folgende wissen: Wo funktioniert BNE in Deutschland schon gut? Und wo nicht? Denn dann können wir aus guten Beispielen lernen. Und wir erkennen Herausforderungen und sehen, an welchen Stellen wir etwas verändern müssen.

17 Ziele der nachhaltigen Entwicklung

Die SDGs und Bildung in Deutschland – eine aktuelle Studie

Unsere Fragen zu beantworten ist aber gar nicht so leicht. In Deutschland gibt es Tausende von Bildungseinrichtungen. Schulen, Kindergärten, Universitäten – und und und. Über alle Bescheid zu wissen, ist schwer. Helfen kann uns eine aktuelle Studie der Universität Bremen. In ihr fragen die Autor*innen Georg Müller-Christ, Bror Giesenbauer und Merle Katrin Tegeler: Inwiefern die SDGs im deutschen Bildungssystem angekommen sind? Also: Wie wichtig sind die SDGs in der Schule? Oder gibt es Nachhaltigkeits-Projekte im Kindergarten?

Um das herauszufinden, haben die Autor*innen viele Fachbücher gelesen. Sie haben eine Umfrage im Internet gemacht. Und sie haben Expertinnen für BNE interviewt. Das haben sie herausgefunden:

  • Über die SDGs wird wenig geredet. In vielen Bereichen sind sie kein Teil der Bildung.
  • Die SDGs werden vor allem dort besprochen, wo es Umwelt- und Naturbildung gibt. Die Themen Globales Lernen und BNE befassen sich auch viel mit den SDGs.
  • Die SDGs haben bisher keinen großen Einfluss auf Bildungspläne in Deutschland.
  • Durch die Festlegung der 17 SDGs arbeiten Menschen, die schon lange für nachhaltige Entwicklung engagiert sind, mit neuem Schwung.
  • Viele Aktionen für Nachhaltigkeit sehen sich durch die 17 SDGs nun als Teil eines großen Ganzen. Sie haben an Bedeutung gewonnen. Und sie sind leichter zu sehen.
  • Viele SDG-Projekte beziehen sich nur auf ein Ziel, wie zum Beispiel keinen Hunger auf der Welt.
  • In der Schule und Hochschule werden auch die Beziehungen mehrerer SDGs untereinander besprochen. Und es werden Zielkonflikte thematisiert. Kann zum Beispiel der Ozean geschützt werden, wenn gleichzeitig alle Menschen satt sein sollen und dafür Fische aus dem Meer gefischt werden müssen?
  • Nur ganz selten werden die SDGs als Ganzes besprochen. Selten wird sich überlegt, wie unsere Gesellschaft in der Zukunft alle Ziele auf einmal umsetzen kann.
  • Besonders in der beruflichen Bildung, beim non-formalen und informellen Lernen sowie in der Fort- und Weiterbildung ist noch viel zu tun, um die SDGs wichtiger zu machen.

Doppeltes Fazit

Mehr als zwei Jahre nach der Bekanntgabe der SDGs gibt also insgesamt ein gemischtes Bild:

  • Einerseits gibt es noch ganz viele Möglichkeiten, um die SDG in das deutsche Bildungssystem zu bringen.
  • Andererseits gibt es ganz viele gute SDG-Projekte. Und sie bringen unsere Gesellschaft in Richtung einer nachhaltigen Entwicklung.

 

Quellenangabe

Wenn du mehr wissen willst, dann findest du hier die Studie zum Download. Und du kannst da noch viel genauer und mehr über die SDGs in allen Bildungsbereichen nachlesen (Seiten 18 bis 24). Außerdem lernst du spannende Projekte zum Thema Nachhaltigkeit kennen (Seiten 25 bis 36).

Spiele, Material und mehr

Unser Büro füllt sich so langsam. Täglich kommen Spiele, Material und mehr für die YoucoN – Wir l(i)eben Zukunft! an.

Heute halten wir die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDG) in den Händen. Mit einigen von diesen Zielen kannst du dich auf unserer Konferenz in Workshops, Vorträgen oder auch Spielen und Filmen beschäftigen. Mehr über unser Programm erfährst du schon im nächsten Blogbeitrag und natürlich auf der Seite:

Superhelden für SDGs

Nachhaltigkeit und die SDGs sind wichtige Themen. Und du hast so viele Möglichkeiten etwas darüber zu erfahren. Du kannst Bücher wälzen und Texte über soziale Gerechtigkeit lesen. Es gibt Videos und Filme über den Klimawandel und das Artensterben. Oder du zockst mit Apps und Computerspielen für eine bessere Welt und jagst zum Beispiel Zombies.

Mighty Girl und Chakra der Unbesiegbare

Aber das ist noch nicht alles! Im Projekt Everyone (Projekt Jede*r) des Filmemachers Richard Curtis wurden 11 Comics für die SDGs entwickelt. In diesen kämpfen „Chakra der Unbesiegbare“ und „Mighty Girl“, die Powerfrau, für eine nachhaltige Welt. Darin zeigen sie Kindern wie wichtig Bildung und Schule ist oder retten Elefanten, die wegen ihrer Stoßzähne gejagt werden.

Wenn du die Comics kostenlos runterladen möchtest, dann KLICK HIER.

Mehr coole Ideen für Nachhaltigkeit!

Die youboX findet die Idee mit den Comics ziemlich cool. Und wer weiß, was es noch so alles gibt, damit die SDGs bekannter werden. Wir sind ständig auf der Suche nach lustigen, kreativen und verrückten Ideen. Kennt ihr vielleicht auch was?