Christoph Pennig

Endlich da: Das Programm der youcoN

Bald ist es so weit. Die youcoN findet vom 4. bis 7. Oktober statt. 150 junge Menschen tagen in der Autostadt Wolfsburg, um coole Ideen für die Umsetzung des Nationalen Aktionsplans Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) zu entwickeln.

Bis jetzt wusstet ihr, dass wir zu den Themen „Gemeinsam für BNE“ ,Digitalisierung und Nachhaltigkeit“ ,globale Verantwortung“ und „Jugendbeteiligung nachhaltig stärken“  zusammenkommen . Was wir aber genau machen, war geheim. Nun möchten wir euch aber unser Programm vorstellen.

Am Donnerstag treffen wir uns alle in der Autostadt Wolfsburg. Dort lernen wir uns kennen, wichtige Menschen begrüßen euch und abends geht es in das Hallenbad Wolfsburg zum … das veraten wir noch nicht. Aber es wird viel Spaß machen und lässt die Konferenz gut starten.

Am Freitag machen wir richtig viel BNE! In Zukunftswerkstätten tagen wir zu den Bereichen „Frühkindliche Bildung“, „Schule“, „Hochschule“, „Berufliche Bildung“ und „Non-formale-Bildung“ und überlegen uns, wie wir da mehr BNE reinbekommen. Dafür gibt es Ideen von Menschen, die mit euch in spannenden Praxisworkshops mehr zu BNE machen.

Am Samstag ist die youcoN für Besucher*innen offen. Denn es ist Tag der offenen Tür. Gemeinsam mit unseren Gästen – und euch – diskutieren wir in einer großen Fishbowldiskussion, wie Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Zivilgesellschaft gemeinsam für BNE aktiv werden können. Außerdem gibt es viele tolle Vorträge, Workshops, Diskussionen und ein Kino.

Am Sonntag heißt es leider schon Abschied nehmen. Wir kommen nochmal zusammen und gucken, was wir die letzten Tage für Ideen gesammelt haben. Und wir schauen, was wir damit in Zukunft so machen werden.

Christoph Pennig

Reden ist gut, umsetzen ist besser!

Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) ist ein Thema, das nicht nur in Deutschland relevant ist. BNE sollte und muss in allen Teilen der Welt von hoher Wichtigkeit sein.

Mir persönlich ist es wichtig, auch darauf zu gucken, was andere Länder machen, dass unsere Welt nachhaltig wird. Wie gehen andere Länder mit begrenzten Ressourcen um? Diese Fragen beschäftigen mich täglich! Warum? Weil wir in der BNE international zusammenarbeiten müssen!

Foto: Marcel

Umweltbildung in Russland

Bei meiner Recherche, was andere Länder im Bereich BNE machen, bin ich auf den DRJUG e.V. gestoßen und sie kontaktiert. Gemeinsam haben wir uns überlegt eine Veranstaltung durchzuführen. Am 8. August haben wir im Rahmen der Hauptstadtgespräche im Roten Rathaus in Berlin eine Podiumsdiskussion zum Thema: „Zivilgesellschaftliche Initiativen zur Umweltbildung in Russland und Deutschland“ veranstaltet. Die Frage dahinter war, wie sich der Energiesektor mit BNE verknüpfen lässt. Braucht es eine andere Bildung, damit Menschen im Energiesektor nachhaltiger und umweltfreundlicher agieren? Teilnehmende dieser spannenden und wichtigen Diskussion waren Sebastian Scholz (NABU), Dmitriy Zakarlukin (russische Lokalinitiative Chelyabinsk) und Vadim Nikolaev (Energieunternehmen Gazprom Russia).

Mir ist wichtig, dass unsere Vernetzung nur ein Anfang ist und in Zukunft weiter ausgebaut wird. Die Welt muss sich vernetzten, für eine bessere BNE in der Welt. Ideen müssen ausgetauscht, verknüpft und umgesetzt werden. Nur so kann eine globale Bewegung erfolgreich sein!

Verfasser: Marcel

Christoph Pennig

Wir suchen Trainer*innen für die youcoN

Die youcoN geht in die zweite Runde! Wieder werden sich 150 engagierte, junge Menschen aus ganz Deutschland für vier Tage treffen. Damit sie sich  am 5. Oktober voll auf Diskussionen und Workshops konzentrieren können, suchen wir Trainer*innen, die die Teilnehmenden auf der Konferenz für einen Tag in Zukunftswerkstaätten als Prozessbegleiter*innen unterstützen.

Vielleicht hast Du ja Lust und Zeit mitzumachen?

Die Aufgaben

  • Prozessbegleitung eines eintägigen Workshops am 5. Oktober 2018 von 10:00 bis 18:00 Uhr (Netto-Workshopzeiten: 11:00 bis 13:00 Uhr und 16:00 bis 18:00 Uhr)
  • Vorbereitung, Durchführung und Sicherstellung der Ergebnisse
  • Erstellung eines Moderationsplans nach Absprache mit der youboX
  • Durchführung der Prozessbegleitung in einem der folgenden Bildungsbereiche: Frühkindliche Bildung, Schulische Bildung, Hochschule, Berufliche Bildung, Außerschulische /Non-Formale Bildung
  • Unterstützung der Teilnehmenden mit Informationen zu einem der oben genannten Bildungsbereichen

Dein Profil

  • Du bist in einem hohen Maße selbständig und flexibel in deiner Arbeitsweise
  • Du weist sehr gute Erfahrung in der Prozessmoderation von (Jugend)-Gruppen vor
  • Du besitzt Erfahrung in min. einem der folgenden Themengebiete: Jugendbeteiligung, Bildung für nachhaltige Entwicklung, Bildungslandschaften gestalten
  • Sie verfügen über eine große methodische Vielfalt in der Moderation von Gruppen.
  • Arbeiten mit dokumentationssicheren Visualisierungen ist für Dich selbstverständlich.

Die Tätigkeit wird mit 500 Euro vergütet (inkl. eventueller Umsatzsteuer). Aus dieser zeitlich begrenzten Honorartätigkeit besteht kein Arbeitsverhältnis. Reisekosten in Anlehnung an das Bundesreisekostengesetz werden von uns übernommen.

Wir freuen uns über Angebote mit Lebenslauf und kurzem Motivationsschreiben .

Hier findest Du die ganze Ausschreibung zum Nachlesen. Deine Bewerbungsunterlagen kannst Du uns bis zum 5. September 2018 an moc.g1537399978nudli1537399978bgnut1537399978fits@1537399978xobuo1537399978y1537399978 schicken.

Christoph Pennig

Das youpaN auf der Utopiekonferenz

Was wäre, wenn die Städte autofrei wären? Was wäre, wenn Produkte so besteuert wären, dass die umweltschädlichen Wirkungen im Preis enthalten sind? Was wäre, wenn Bildung kostenlos, barrierefrei und lebenslang für alle zugänglich wäre?

Diese und weitere Fragen haben wir (Jeanne und Clara) uns mit rund 600 weiteren Teilnehmer*innen auf der Utopie-Konferenz an der Leuphana Universität Lüneburg vom 20. bis 22. August gestellt. Neben interessanten Vorträgen und Diskussionen, u.a. mit Richard David Precht, Daniel Domscheit-Berg, Reinhard Kahl und Maja Göpel haben wir in diversen Workshops konkrete Utopien für eine bessere Welt ausgearbeitet. Die Workshops waren dabei so vielfältig wie inspirierend und reichten von einer Vollgeldreform über ein ökologisch-soziales Steuersystem bis hin zu sozialer Landwirtschaft und „Commonismus“.

Besonders beeindruckend war ein Impuls des Mathematikers und Autors Gunter Duecks, der auf unterhaltsame Weise erklärte, wie man als Multiplikator*in Menschen für Nachhaltigkeit begeistern kann, die noch nie etwas von diesem Begriff gehört haben. Die Anregung, jede Gesellschaftsgruppe mit anderen, auf sie zugeschnittenen Argumenten zu überzeugen, werden wir auf jeden Fall für unsere Arbeit im youpaN mitnehmen.

Es war eine tolle Erfahrung, so viele engagierte Menschen an einem Ort versammelt zu sehen, die sich der Erfüllung ihrer Träume von einer besseren Welt verschrieben haben. Obwohl sie alle unterschiedliche Erfahrungen und Sichtweisen auf die Welt mitbringen, eint sie die Hoffnung durch ihre Initiative zu einer zukunftsfähigen Gesellschaft beizutragen. Auf der Konferenz entstehen Ideen, die heute zwar noch Utopie sind, aber morgen Realität sein können. Die positive Energie, die mitten in unserer Gesellschaft steckt, macht Mut zu träumen und weiterhin an eine Trendwende zu glauben, trotz der Trägheit des Systems, in dem wir funktionieren müssen.

BNE – von der Utopie zur Wirklichkeit?!

In unserer heutigen Zeit scheint es nur noch wenige Leute zu geben, die Utopien erdenken, ausformulieren und für sie einstehen. Zu groß ist die Angst, die Utopie könnte zu einer Dystopie werden und wir könnten unseren jetzigen Wohlstand verlieren. Das ist schade, denn die Menschheit hat sich nur durch ihre Träume weiterentwickelt und es gibt so viele Utopien – eine europäische Republik, ein Bauernhof für jede Schule, eine Gesellschaft der Zeitmillionäre – die es Wert sind, in die breite Gesellschaft getragen zu werden. Auch Bildung für nachhaltige Entwicklung scheint manchmal eine Utopie zu sein, ein schöner Traum, aber in unerreichbarer Ferne. Immer öfter jedoch – und das haben wir auch wieder auf der Konferenz festgestellt – ist BNE schon heute konkrete, gelebte Utopie und vielleicht morgen bereits fester Bestandteil unseres Alltags…

Dieser Artikel wurde von Clara verfasst.

Christoph Pennig

youprO: Das war WeRunTheWorld

Beim Spendenlauf am 23. Juli 2018 des Städt. Bertold-Brecht-Gymnasiums in München warb jede Klasse für ein SDG. Alle 407 Schülerinnen der Mädchenschule waren involviert – jede sollte und konnte und durfte dabei sein, Gemeinschaftsgefühl inklusive. Ein T-Shirt mit passendem Slogan, z. B. „Wir laufen für Hochwertige Bildung“, zeigte dabei, für welches SDG die Klasse wirbt.

Was sind denn die SDGs?

Ein paar Wochen vorher kommen für das youprO  „WeRunTheWorld“ die Jugendlichen von Green City und Munich for SDGs mit einem Referenten an die Schule. Dort erklären sie, was die „Sustainable Development Goals“ sind. Durch Fragen wie „Wer wird schnell sauer, wenn er hungrig ist?“ oder „Wer bringt seine eigene, wiederverwendbare Trinkflasche mit in die Schule?“ können die Schülerinnen ihren Alltag und ihre Erfahrungen mit den SDGs verknüpfen. Gespannt verfolgen die Mädchen, für welches SDG ihre Klasse im Juli laufen wird. Am Ende der Schulstunde gibt es sehr gute und tiefgehende Fragen, die die Schülerinnen an die Vortragenden stellen. Ein gelungener Auftakt!

Laufen für die SDGs

Am Tag des Laufes liegt eine positive Anspannung in der Luft. Treffpunkt ist um 7.45 Uhr. Man hat nicht viel Zeit, um alles vorzubereiten. Eine kleine Gruppe rammt die Absperrleinenhalter („Teufelshaken“) in den Boden und steckt die Laufstrecke ab. Drei Leute verteilen die T-Shirts in die jeweiligen Klassenzimmer, die Restlichen bauen Tische für die Zählstation auf und sortieren Laufzettel nach Alphabet. Um 9.00 Uhr steht die erste Klasse im Pausenhof, das T-Shirt mit rotem Icon, das alle tragen, verrät: Die Klasse 5a läuft heute für „Keine Armut“. Startschuss, und los geht’s!
Die Klassen starten versetzt, die Laufstrecke wird immer bunter, bis alle 17 Farben der SDGs auf den Rücken der Mädchen durcheinander laufen. Das Wetter spielt mit, nach kurzem Regen am Morgen bleibt der Himmel bedeckt. Die angenehmen Temperaturen erlauben den Läuferinnen, sich richtig ins Zeug legen zu können. Für jede gelaufene Runde (900 Meter) bekommt man einen Stempel. Manche haben am Ende ihren ganzen Arm voll mit kleinen bunten Bildern.

Lauscht man den Gesprächen der Schülerinnen, merkt man, dass bereits ein Denkprozess angestoßen worden ist. Ganz handfest wird die Wirkung des Projekts dann noch durch die erzielten Spendengelder: Sponsoren zahlen pro gelaufene Runde einen Betrag, der am Ende an den Marie-Schlei-Verein gespendet wird. Der kümmert sich um Bildung und Stärkung von Mädchen und Frauen in Entwicklungsländern. Das ist der Mädchenschule ein besonderes Anliegen – und Ziel 5 „Geschlechtergleichstellung“ wird auch damit bedient.

7.200 Euro für die Bildung für Frauen in Entwicklungsländern

Zwei Tage nach dem Lauf geht Tammy für die Sportlerehrung nochmal an die Schule. Auf die Frage „Habt ihr Muskelkater vom Lauf?“ kommt im Chor ein lautes „Ja!“ zurück – Stolz schwingt in der Stimme mit. Als die großartige Summe von 7.200€ verkündet wird, geht ein unglaubliches Raunen durch die Menge. Das ist mehr als doppelt so viel wie bei den beiden vorherigen Spendenläufen der Schule. Das zeigt: Gibt man den Schülerinnen einen Rahmen – Laufen für die SDGs – wird der Ehrgeiz geweckt. Alle freuen sich, dass junge und engagierte Menschen den Schulalltag aufgemischt haben.

Die Idee hinter „WeRunTheWorld“: Die symbolische Botschaft der Sustainable Development Goals findet über das Laufen einen Weg in die Schulgemeinschaft und regt zum Nachdenken an.

Übrigens: Wenn ihr möchtet könnt ihr euch die T-Shirts bei der youboX ausleihen, um das Projekt nachzumachen.

Christoph Pennig

youprO: Das war ThinkTank

Nachhaltigkeit ist ein Schlüsselwort im politischen und gesellschaftlichen Diskurs, insbesondere in der Zukunftsgestaltung. Doch trotz des inklusiven Anspruches des Nachhaltigkeitkonzepts werden große Bevölkerungsgruppen von diesem Transitionsprozess ausgeschlossen. Betroffen sind davon z.B. Jugendliche aus einem sozio-ökonomisch schwachen Hintergrund oder mit Migrationsgeschichten.

Themen wie Nachhaltigkeit berühren die Lebenswelt dieser jungen Menschen häufig nicht. Sie werden aber auch selten an sie kommuniziert – Initiativen, Stiftungen und Umweltverbände richten ihre Angebote und Projekte häufig an eine ohnehin politisch gebildete Jugendliche. Diese Erfahrung haben wir als junge Menschen mit Migrationshintergrund selber gemacht. Daher haben wir das youprO „ThinkTank „Nachhaltigkeit für Alle?“ gestartet. Es schafft Zugänge zum Thema und gibt jungen Menschen den Raum, kritisch über Nachhaltigkeit zu diskutieren. Uns Interessierte:

  • was sie unter Nachhaltigkeit verstehen
  • welche Relevanz das Nachhaltigkeitskonzept in ihrem Leben einnimmt
  • aber vor allem, wie wir sie für das Thema begeistern können.

Mithilfe dieser Informationen haben wir überlegt, wie wir das Thema Nachhaltigkeit an unsere Zielgruppe vermitteln können und versucht, Werkzeuge und Strategien zu entwickeln. Darüber hinaus haben wir versucht, auch auf der lokalen Ebene zu bleiben: Wir besuchten gemeinsam das Pizza Lab, ein veganes Restaurant eines Hausprojekts und hielten unsere Workshops größtenteils in der Libelle Leipzig und der Universität Leipzig.

„Nachhaltigkeit muss ein inklusiver Prozess sein, an dem alle Jugendlichen beteiligt sind – Schließlich geht es um unsere Zukunft!“

Gemeinsam Ideen sammeln in Workshops

Insgesamt nahmen 11 junge Menschen zwischen 21 und 30 Jahren an unserer Veranstaltung teil. Die Realisierung mehrerer Workshops an verschiedenen Orten ebenso wie die Verpflegung und Unterbringung von 11 Personen haben unser dreiköpfiges Orga-Team herausgefordert, haben aber unglaublich viel Spaß gemacht und uns weitergebracht.

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Am Anfang war die Skepsis groß. Doch dann ließen sich unsere Teilnehmenden auf den Themenkomplex Nachhaltigkeit ein. Bereits bei der ersten Übung, bei der jede*r die ersten Assoziationen mit Nachhaltigkeit aufschreiben sollte, wurde klar, dass viele mit Nachhaltigkeit nichts verbinden konnten. Nach Diskussionen in der Gruppe schrieben alle etwas auf. Auch Begriffe, die wir nicht erwartet haben: Dankbarkeit, lokale Apps zum Foodsharing oder ökologische Konzepte. An einfachen Fragen entbrannten Diskussionen (z.B. über die Existenz des Klimawandels) und so zogen sich die Workshops in die Länge, da wir diesen Eifer nicht dämpfen wollten.

Ein kontrollierender Staat oder doch lieber Eigenverantwortung?

Häufig war die Tendenz zu beobachten, dass eher systematische Lösungsansätze verfolgt wurden. So argumentierten viele Teilnehmenden für mehr staatliche Restriktionen gegenüber Umweltverschmutzung oder sozialer Ungerechtigkeit. Die Eigenverantwortung als Bürger*in und Konsument*in wurden als sehr gering eingeschätzt. Das ist ein wertvoller Indikator für uns, wo wir zukünftig anknüpfen können: z.B. am

Demokratieverständnis und an bewussten Konsum. Andere Teilnehmende hielten dagegen und brachten häufig lokale Beispiele an: Sie schätzen die globale Reichweite ihres Handels gering ein, sehen aber positiven Einfluss in ihrem persönlichen Umfeld. Ihnen ist eine saubere Umwelt und ein bezahlbares, qualitatives Leben wichtig.

„Es war förmlich spürbar, wie sehr manche Teilnehmenden in den Diskussionen darin aufgingen.“

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Es schien, als hätten viele über diese Themen vorher noch nie nachgedacht, aber auch, dass sie noch nie um ihre Meinung gefragt wurden. Wir haben diese Diskussionen als Empowerment wahrgenommen, einfach, weil wir jungen Menschen einen Raum geben konnten, ihre Meinung zu artikulieren und zu vertreten.

Und auch wenn wir vermutlich das Handeln unserer Teilnehmenden kurzfristig nicht ändern konnten, haben wir doch Denkanstöße geben können, wir haben viele mit einem bisher unbekannten Thema in Berührung gebracht und sie mit Menschen zusammengebracht, die versuchen, ein nachhaltiges Leben zu führen.

Aber nicht nur unsere Teilnehmenden haben von dem Workshop profitiert, wir als Vorbereitungsteam haben durch die intensive Befassung mit dem Thema Nachhaltigkeit viel gelernt. Wir mussten uns durch die kritischen Fragen in den Workshops auch immer wieder selbst hinterfragen. Gerade die soziale Dimension des Nachhaltigkeitskonzepts war für viele nicht greifbar, und so mussten wir lange und breit erklären, warum Gleichberechtigung ebenfalls nachhaltig ist.

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Als direkter Output aus dem OpenSpace ist die Idee für ein Planspiel über Globale Gerechtigkeit entstanden, welches wir weiterentwickeln werden. Bald erfahrt ihr mehr!

Weiter geht‘s

Unser ThinkTank, welches als Brainstorming gedacht war, hat unsere Erwartungen übertroffen: Wir konnten engagierte Teilnehmende gewinnen, die rege diskutiert und produktiv gearbeitet haben. Und wir haben auch direkte Outcomes und Impacts sehen können! Wir hoffen, diese Gruppe als Netzwerk etablieren zu können, und noch mehr über Nachhaltigkeit zu machen, z.B. mehr lokale Aktionen oder der Anschluss an größere Gruppen. Es hat uns allen unglaublich viel Spaß gemacht und es war eine wertvolle Lernerfahrung auf allen Ebenen – Wir als Netzwerk fühlen uns gestärkt und inspiriert, unser Engagement für Jugendliche aus sozioökonomisch schwachem Hintergrund zu erweitern!

Christoph Pennig

Schul- und Kitafördervereine auf der youcoN

Dieses Jahr ist es uns ein besonderes Anliegen Engagierte aus Kita- und Schulfördervereine auf die Jugendkonferenz youcoN einzuladen. Denn gemeinsam mit ihnen möchten wir Jugendbeteiligung für Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) durch Partner*innen vor Ort langfristig gestalten und stärken.

BNE ist ein gesamtgesellschaftlicher Prozess, der eine Transformation der Bildung hin zu einer Bildung für nachhaltige Entwicklung bedeutet. Deshalb ist es so wichtig, dass alle Beteiligten diesen Prozess mitgestalten und ihre Expertise einbringen.

Über die wichtige Rolle von Fördervereinen im BNE-Prozess

Kita- und Schulfördervereine zeichnen sich durch ein besonders gutes Verständnis aus, spezifische Herausforderungen vor Ort zu erkennen und mit passgenauen Lösungsansätzen zu begegnen. Gerade für eine erfolgreiche Umsetzung von BNE kann dies ein wichtiger Faktor sein. In unserem Jugendbeteiligungsprojekt für BNE bringen sich beispielsweise viele junge Menschen mit eigenen Projektideen für eine nachhaltige Zukunft ein und suchen sich dabei Partner*innen vor Ort, wie etwa Kita- oder Schulfördervereine, die sie unterstützen können.

Einaldung der Aktiven aus Fördervereinen auf den Besucher*innentag der youcoN

Das Jugendbeteilungsbüro der Spendenorganisation Stiftung Bildung lädt alle Aktiven aus Kita- und Schulfördervereinen herzlich zum Besucher*innentag auf der Jugendkonferenz youcoN am 6.10.2018 in der Autostadt in Wolfsburg ein. Auf der viertägigen youcoN kommen 150 junge Menschen im Alter von 14 bis 27 Jahren zusammen, um Ideen für die Umsetzung des Nationalen Aktionsplans BNE aus der Sicht junger Menschen zu entwickeln.

Am 6.10.2018 steht die Konferenz unter dem Motto „Gemeinsam in Aktion!“. Eingeladen sind dann erwachsene BNE-Akteur*innen, die gemeinsam mit den jungen Menschen in das Gespräch kommen, sich vernetzen und an der Umsetzung von BNE in Deutschland arbeiten können.

Dafür wird es auf der Konferenz besondere Inhalte und Formate geben auf denen Aktive von Fördervereinen:

  • mehr über BNE erfahren,
  • über die Rolle von Fördervereinen diskutieren, z.B. „Wie können Fördervereine BNE in die Breite tragen?“,
  • sich mit jungen und alten BNE-Aktiven vernetzen und
  • unsere BNE-Mikroprojekte kennenlernen, die mit Partner*innen vor Ort (z.B. Fördervereinen) gemeinsam Projekte umsetzen.

Melden Sie sich oder andere Menschen aus Ihrem Förderverein bis zum 16. September 2018 unter https://youpan.de/anmeldung-youcon-besuchertag/ an. Die Anzahl der Plätze ist begrenzt.

Alle Fakten auf einen Blick

  • Was wird gemacht? Workshops, Vorträge, Diskussionen
  • Wann? 10.2018, 11:00–18:00 Uhr
  • Wo? Autostadt in Wolfsburg
  • Wer? Interessierte von Kita-und Schulfördervereinen, aus Politik, Bildung und Zivilgesellschaft
  • Kosten: Teilnahme ist kostenlos, für Verpflegung ist gesorgt
  • Mehr Informationen? youpan.de/besuchertag
Hintergrund: Die youcoN ist Teil des Jugendbeteiligungsprojekt für Bildung für nachhaltige Entwicklung „youpaN“, welches durch die Stiftung Bildung mit Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung umgesetzt wird. In dem Projekt geht es darum,  junge Menschen an der Umsetzung des Nationalen Aktionsplans Bildung für nachhaltige Entwicklung zu beteiligen.

Christoph Pennig

youprO: Das war Youth & Politics – verstehen und verändern

Politisches Engagement von Jugendlichen – Eine Konzeptentwicklung irgendwo im Nirgendwo

Vom 26.06. – 04.07. fand unser Youth&Politics- youprO in der Bildungsstätte „Alter Brunsel“ in Burlage (Ostfriesland) statt. Insgesamt nahmen 21 junge Menschen unterschiedlicher Bildungshintergründe und Herkunft an dem Seminar teil. Unsere Mission: Wir wollten herausfinden, was geschehen muss, um junge Menschen zu mehr politischem Engagement zu motivieren.

Gemeinsam mit ein paar Freunden habe ich das Projekt initiiert und durchgeführt. Dabei hat uns unser Kooperationspartner „Peer Leader International e.V.“ tatkräftig unterstützt. Durch ein parallel stattfindendes internationales Seminar und die in der Organisation beschäftigten Jahresfreiwilligen konnten wir Impulse u.a. aus Nord- und Süd- sowie aus Stadt- und Landperspektive sammeln und einbringen. Um unsere Ideen hinterher im internationalen Netzwerk teilen zu können, fand das Seminar auf Englisch statt.

Was ist politisches Engagement? Und was ist und dabei wichtig?

„Vielen ist gar nicht bewusst, wie umfangreich Politik überhaupt ist. Da geht es nicht nur um Parlamente und Gesetze. Viele handeln schon viel politischer, als sie denken.“ – so sagte mein Mitmoderator Harald.

Deshalb war es am Anfang sehr wichtig, eine Art „Bestandsaufname“ zu machen. Wir sammelten also mögliche Beteiligungsmöglichkeiten und politische Instrumente. Auch machten wir uns unserer eigenen politischen Situation bewusst. Dazu wurden Notizen zur politischen Veränderung als Orientierung für die folgenden Seminartage gemacht.

„Bildung ist der Schlüssel.“ – Da waren sich alle sehr schnell einig

Doch was bedeutet das genau? Um dem mehr auf den Grund zu gehen, luden wir verschiedene Referent*innen und Gäste ein, uns einen Input zu geben: Es ging um globale und koloniale Aspekte der Nachhaltigen Entwicklung, um Kerncurricula und Erfahrungen der politischen Bildung an niedersächsischen Schulen, um Innovationen bei themenorientierten Unterrichtsverfahren, um links-grüne Jugendarbeit (DWARS Groningen, NL), einen Einstieg in die SDGs und unsere Vorstellungen von Bildung für nachhaltige Entwicklung und Globale Bildung (Thomas Hohn, GREENPEACE) und die Arbeit des youpaNs.

Und nun?

Wie kann Schule besser funktionieren als sie es heute tut? Was braucht sie, um SchülerInnen zu handlungsfähigen Menschen auszubilden? – Erst ein mal braucht sie Werte, dann ein Konzept und eine Umsetzung. Unser Prozess dazu ist in den nachfolgenden Bildern dargestellt:

 

Verstanden und jetzt verändern – Erarbeitung eines Folgeprojektes

Auf Grundlage der vorher angeführten Zusammentragungen ging es im letzten Teil des Seminares darum, ein Konzept zu entwickeln, das reif genug ist, um einen großen Projektantrag daraus zu machen. Es entstand das Konzept der „Y-School“ (à „Youth School“), welche nun all die gesammelten Aspekte von Wertvorstellungen, Werkzeugen und Visionen vereinen sollte.

Konkret möchte unser Team gerne 3 Jahre lang (2019-21) versuchen,

  • ENTWEDER 10 Schulen nach diesem Prinzip auf- oder umzubauen
  • ODER 100 Schulen zu motivieren, Essentials schrittweise einzuführen.
  • Dieser Auf- oder Umbau soll im internationalen Verbund des Peer-Leader-Netzwerkes geschehen, weil sich das Team mehr Ideen und andersartige Erfahrungen verspricht, zudem im Sinne einer Nachhaltigen Entwicklung eine Plattform von Problemen, Ideen und Aktionen nötig sei.

Das Vorgehen wird nun so sein:

  1. Sondierungen in den Ländern bei Ministerien, Eltern, SchülerInnen, LehrerInnen, NGOs
  2. Projektplanungsseminar im September (4-5 Tage in UKR, BiH oder GER), ferner Redaktion für einen „Alternativen Orientierungsrahmen“
  3. Formulierung des Projektantrages, Einreichung
  4. Umsetzung 2019-22

Wir wollen in Deutschland die Nationalen „Player“ einbeziehen: Engagement Global, Greenpeace, BUND, Misereor, Brot für die Welt.

Ergebnisse könnten sein:

  • Alternativer Orientierungsrahmen aus globaler Jugendsicht
  • Veränderungen in Modellen in Richtung Beteiligung / Peer-Education / Projekt / Handlungsorientierung

Mein Fazit

Ich bin super zufrieden. Mithilfe unseres Kooperationspartners ist es uns gelungen, ein Seminar zu veranstalten, welches sich bedürfnisorientiert und zieloffen nach den Belangen der Teilnehmenden richtet. Unser einziges Ziel war es, Antworten auf unsere Ausgangsfrage zu finden, daraus Lösungen zu entwickeln und sie soweit auszureifen, dass eine neue, antragsfertige Projektidee entsteht. Das haben wir geschafft und das macht mich stolz, auch wenn es natürlich nicht immer einfach war, alle unter einen Hut zu bekommen. Am Ende verließen wir alle den „Alten Brunsel“ als Freund*innen, mit denen wir auch zukünftig zusammenarbeiten möchten.

Der Artikel wurde von Hannah verfasst.

Aaron

Soziale Ungleichheit – auch in Deutschland?

Wir leben in einer Welt, in der 8 Männer genau so viel besitzen, wie die ärmere Hälfte der Weltbevölkerung zusammen.

Ja genau, Du hast richtig gelesen! Eine Studie von Oxfam listet diese 8 Menschen auf, die so viel verdienen, wie die allermeisten Menschen in ihrem Leben niemals verdienen werden:

Platz Name Unternehmen Vermögen (Mrd. US$)
1 Bill Gates Microsoft 75,0
2 Amancio Ortega Inditex 67,0
3 Warren Buffett Berkshire Hathaway 60,8
4 Carlos Slim Helu Grupo Carso 50,0
5 Jeff Bezos Amazon 45,2
6 Mark Zuckerberg Facebook 44,6
7 Larry Ellison Oracle 43,6
8 Michael Bloomberg Bloomberg LP 40,0
Summe: 426,2

Zum Vergleich: Die ärmsten 50 % der Weltbevölkerung besitzen zusammen 409,1 Milliarden US$.

„Das reichste Prozent der Weltbevölkerung verfügt über mehr Vermögen als der Rest der Welt zusammen“

Allein diese beiden Tatsache sind schon absurd und zeigen in was für einer verrückten Welt wir leben.

Aber so etwas gibt es doch nicht in Deutschland… oder?

Leider doch! (aus der Oxfam Studie „Ein Wirtschaftssystem für die Superreichen“  aus dem Jahr 2016):

  • „Die reichsten 10% der Haushalte in Deutschland besitzen mindestens 63% des Gesamtvermögens. Der größte Anteil dieser Vermögensungleichheit geht auf Erbschaften und Schenkungen zurück.
  • Deutschland weist die höchste Vermögensungleichheit in der Eurozone auf.
  • Die Lohnspreizung hat in Deutschland seit dem Jahr 2000 erheblich zugenommen. Die Löhne der ärmsten 10% der sozialversicherungspflichtig Vollzeit-Beschäftigten sind inflationsbereinigt zwischen 2000 und 2005 um 2% gesunken und zwischen 2005 und 2010 um weitere 6%. Die reichsten 10%in der Einkommensskala haben dagegen enorm hinzugewonnen.“ 

In der ARD: Ungleichland Deutschland

Superreicher Unternehmer Christoph Gröner in seinem Privatjet (Quelle)

Die ARD hat zu dem Thema der sozialen Ungleichheit in Deutschland eine Reportage mit dem Titel „Ungleichland – Wie aus Reichtum Macht wird“ gemacht, die meiner Meinung nach absolut sehenswert ist. Es wird unter anderem ein spannender Einblick in das Leben eines superreichen Unternehmers in Deutschland, Christoph Gröner, gegeben.

Es gibt 3 Teile, die jeweils 45 min lang sind (Teil 1, Teil 2, Teil 3) oder eine kürzere Version, die in 45 min alle 3 Teile zusammenfasst.

Ursache(n) der sozialen Ungleichheit

Nach diesen schockierenden Tatsachen stellt sich direkt die Frage: Wie entsteht soziale Ungleichheit? Wie ist es möglich, dass wir in einer solch ungerechten Welt leben?

Dieselbe Oxfam Studie hat folgende Gründe herausgefunden:

  • „hohe Renditen, die durch Kapitalanlagen erzielt werden und geringer Lohnzuwachs bei Angestellten und Arbeiter/innen                                                  -> Mehrheit der Gesellschaft profitiert immer weniger von den durch wirtschaftliches Wachstum erzielten Wohlstandsgewinnen
  • Kapitalbesitzer/innen vermehren ihr Vermögen stetig, z.B. durch Zinseinnahmen oder Dividenden, mit Steigerungen, die über den Wachstumsraten des Bruttonationaleinkommens lagen.
  • Steuervermeidung
  • Senkung von Steuern auf Kapitalgewinne
  • größer werdende Diskrepanz zwischen dem Verdienst von Angestellten und Arbeiter/innen, der in den vergangenen Jahren stagnierte, und den Salären der Führungskräfte großer Unternehmen, die in den vergangenen Jahren geradezu explodierten“ (Quelle

Auch Thomas Piketty, der mit seinem Buch „Das Kapital im 21. Jahrhundert“ für weltweites Aufsehen gesorgt hatte, unterscheidet zwischen zwei Hauptursachen der immer größer werdenden sozialen Ungleichheit:

  • „Bezieher hoher Einkommen (wie z.B. Manager) haben ihre Macht dazu genutzt, sich selbst hohe Einkommen zu verschaffen. Anders als vielfach behauptet, entspricht die relative Höhe der Einkommen gegenüber niedrigeren Einkommen nicht der jeweiligen Produktivität.
  • Einkommen aus Kapital wachsen im Kapitalismus in der Regel prozentual stärker als die Gesamtwirtschaft.“ (Quelle

Einfach ausgedrückt:

Die soziale Ungleichheit ist neben anderen Problemen, wie Klimawandel, Umweltverschmutzung, Waffenhandel + Krieg, Wasserknappheit etc., ein weiteres Symptom unseres aktuellen Handels- und Wirtschaftssystem mit all seinen Regeln und Mechanismen.

„Oxfam fordert deshalb ein Wirtschafts- und Finanzsystem, von dem alle profitieren – und in dem für Steueroasen kein Platz ist. “ (Quelle)

Auch ich denke, dass wir nicht länger ein paar Spielregeln ändern müssen, sondern das komplette Spiel. Wie das funktionieren könnte, wird ausführlich in dem Buch „Das Geldspiel und darüber hinaus“ erklärt, welches absolut lesenswert ist!

Mein Schlussappell an den Begriff Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE)

Das Ziel von BNE sollte es sein, Ungleichheit zu bekämpfen, denn sie ist alles andere als nachhaltig. Folglich muss BNE die Ursache der Ungleichheit und damit das aktuelle Wirtschafts- und Handelssystem thematisieren, hinterfragen und schließlich über zukunftsfähige Lösungen diskutieren.

Dieser Artikel wurde von Aaron geschrieben.

Christoph Pennig

Generation Nachhaltigkeit?!

„Fragt ihr euch auch, warum in punkto Nachhaltigkeit auf Worte, Zahlen und Bilder so selten Taten folgen? Wollt ihr ans Eingemachte? Wollt ihr lernen, wie ihr euch in die internationale Politik einmischen könnt? Wie man den Trumps dieser Welt Konter gibt? Und wie ihr eine Verkehrswende ankurbeln könnt?“

Mit diesen Fragen wurde mein Interesse an der Konferenz „Generation Nachhaltigkeit?!“ geweckt, die von Student*innen der Humboldt Universität in Berlin organisiert wurde. Voller Erwartungen machte ich mich daher auf den Weg von Lüneburg nach Berlin, um mich ein Wochenende lang (vom 27.-29-7.) mit diesen Fragen auseinanderzusetzen.

Foto: Jeanne

 Bunte Workshops und vielfältige Teilnehmende

Auf der Konferenz lernte ich vielfältige Menschen kennen. Viele kamen aus Berlin, andere aus Jena oder Landau, die meisten waren Student*innen. Wir tauschten uns in lockerer Atmosphäre in spannenden Gesprächen, mit ähnlichen, aber auch sehr unterschiedlichen Perspektiven und Erfahrungen darüber aus, wie sich unsere Generation für Nachhaltigkeit stark machen kann und wie wir mehr Menschen dazu bringen können, sich für eine bessere Welt einzusetzen.

In den vielen spannenden Workshops, die auch zum größten Teil von jungen Menschen geleitet wurden, brach schnell das Eis zwischen uns und aus Fremden wurden Verbündete, die die gleiche Vision von einer nachhaltigen Zukunft teilten.

Wir lernten mehr über verschiedenste Themen kennen: Von Nachhaltigkeit in der Berliner Clubszene bis hin zur Frage, was das Wirtschaftssystem und die Fusion großer Konzerne (Zusammenschluss von zwei oder mehreren großen Unternehmen) mit unserer Ernährung zu tun hat.

Dank der liebevollen Gestaltung, dem leckeren, veganen Essen mit Kräutern, die alle frisch aus dem Garten der Universität kamen und nicht zuletzt der vielen, offenen Menschen, herrschte die ganze Zeit über eine fröhliche und gemeinschaftliche Stimmung.

Warum können die SDG´s nur erfolgreich umgesetzt werden, wenn Jugendliche mitmischen?

Jugendpartizipation war ein wichtiges Thema für die Konferenzteilnehmer*innen. Ich stellte die Arbeit und die Herausforderungen des youpaNs vor, aber auch die UN-Jugenddeligierte für Nachhaltige Entwicklung, Rebecca Freitag(ja sie hat lustigerweise den gleichen Nachnamen wie ich) und der Jugendvertreter für die UN-Biodiversitätskonferenz, Gerrit Öhm, der (leider) auch schon ein Studium abgeschlossen hat,  berichteten von ihren Erfahrungen. Gemeinsam reflektierten wir über Jugendbeteiligung. Wie sollte Jugendbeteiligung aussehen? Wie kann sie verbessert werden? Welche Herausforderungen gibt es? Sind Student*innen oder Menschen mit abgeschlossenem Studium überhaupt noch Jugendliche?

Mehr als Informationen

Darüber hinaus wurden künstlerische, kreative und innovative Lösungsansätze für eine nachhaltige Welt vorgestellt:

Eine Installation der Künstlerin Katrin Hoffmann​ aus Berlin, die mit Pflanzen, nachhaltig und eigenständig Wasser recycelt. (Tut mir leid, dass ich kein Foto gemacht habe, aber ihr könnt die Installation auf der diesjährigen youcoN bestaunen, also meldet euch schnell an!) Ein System aus Algen, das die Luft reinigt, Gas zum Heizen im Winter herstellt und nebenbei schön aussieht wird von dem Start-up SOLAGA entwickelt.

SOLAGA-Installation. Foto: Jeanne

Außerdem eine Plakatreihe über den Zusammenhang von Nachhaltigkeit und veganer Ernährung  von Lea Schmitt.

Plakatreihe von Lea Schmitt. Foto: Jeanne

Was nehmen wir von der Konferenz mit?

Am letzten Tag wurden wir selbst aktiv. Nachdem wir am Samstag in Vorträgen, Workshops oder beim Yogamachen inspiriert wurden, startet wir mit einem Klimafrühstück von den Lebensmittelretter*innen Sirplus und einer no-waste Bastelrunde, bei der Stoffbeutel für Brot und andere nützliche Dinge, die bei der Vermeidung von Plastik helfen, genäht wurden, in den Tag.

Lebensmittel retten mit Sir Plus.Foto: Jeanne

Im Anschluss sammelten wir gemeinsam Ideen für Aktionsformen und machten Pläne, wie wir diese in die Tat umsetzen können. Dafür teilten wir uns in kleine Gruppen auf. In weniger als einer Stunde wurden super coole Projekte entwickelt. Von einer Bordsteinküche, die öffentlichen Raum besetzen will, um politische Aktionen zu planen und dabei auf einem Fahrrad Essen zubreitet und gegen Spende an Passant*innen verkauft, über eine neue GeNa-Konferenz (=Abkürzung für Generation Nachhaltigkeit) mit Schwerpunkt auf Leben in Gemeinschaft, bis zu einem Yogaflashmob mit politischer Aussage und Schwarzfahren in der Bahn, um auf die Notwenigkeit von kostenlosen öffentlichen Nahverkehr aufmerksam zu machen, entwickelten wir umfangreiche und vielfältige Lösungsansätze, um uns den Herausforderungen unserer Generation zu stellen.

Beschwingt von so viel kreativer Energie und fantastischen Ideen stellt wir fest, dass das Fragezeichen in „Generation Nachhaltigkeit?!“ nichts mehr zu suchen hat. Die Konferenz hat für uns ein klares „!“  daraus gemacht!

Wir können die Welt nachhaltig gestalten und haben schon angefangen!

Dieser Artikel wurde von Jeanne verfasst.