Christoph Pennig

Was wir noch zur Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie sagen wollen

Wie ihr wisst, gehört das youboX-Team zur Stiftung Bildung. Wir sind eine Spendenorganisation und setzen uns für eine gute Bildung in Deutschland ein. Deshalb möchten wir, dass Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) überall wichtig wird. Und wir möchten auch, dass junge Menschen wie ihr mitbestimmen können. Denn ihr werdet in der Zukunft leben.

Die Deutsche Strategie für Nachhaltigkeit

Damit BNE und Jugendbeteiligung gut funktioniert, mischen wir uns in der Politik ein. Dort geben wir Tipps. Zum Beispiel wenn es darum geht, die Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie besser zu machen.

In dieser Strategie werden Maßnahmen aufgeschrieben, um die 17 Ziele nachhaltiger Entwicklung in Deutschland zu erreichen. Wir von der Stiftung Bildung haben dazu ein paar Ideen. Diese Ideen haben wir in einem Brief an die Bundesregierung geschickt.

Unsere Tipps und Forderungen

Für die Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie 2018 wünschen wir uns, …

  • dass der Nationale Aktionsplan BNE als Leitperspektive aufgenommen wird. Es sollen also alle den Plan kennen und ähnlich wie darin vorgeschlagen handeln.
  • dass dort vom youpaN erzählt wird. Denn damit wird gezeigt, dass die Beteiligung von jungen Menschen wichtig ist.
  • dass BNE wichtiger wird und es dafür mehr Geld gibt. Mit rund 14 Milliarden Euro können Strukturen, Arbeitsplätze und Projekte bezahlt werden, die gute Arbeit für BNE machen . Das sind zum Beispiel ein Bundeselternrat, eine Bundesschüler*innenkonferenz und ein Bundesverband der Kita- und Schulfördervereine.
Christoph Pennig

„Lebensmittel zum Zweck“ – Ein Seminarrückblick

„Lebensmittel zum Zweck. Wie das Wirtschaftssystem im Ernährungssektor wirkt.“ So heißt das Seminar des Vereins Kulturweiter, an dem Marcel und Clara vom 29. Juni bis 01. Juli für das youpaN teilnehmen.

Chaoskochen und ständiges Wachstum

Der Freitagnachmittag beginnt mit einem interessanten Input über die Notwendigkeit und Folgen des Wirtschaftswachstums, dann folgt das „Chaoskochen“: Wir zaubern ein leckeres Abendessen aus den Lebensmittelresten, die jeder von Zuhause mitgebracht hat und probieren direkt aus, wie effektiv Resteverwertung sein kann.

Auch Samstag und Sonntag sind eine bunte Mischung aus theoriereichem und praxisorientierten Programm. Wir lernen, wie der „Wachstumszwang“ auch in der Lebensmittelbranche wirkt: Einerseits werden Löhne und andere Sozialleistungen durch das Profitstreben gedrückt, andererseits werden ständig neue Produkte, eines fragwürdiger als das Nächste, entwickelt, um Marktnischen zu füllen.

Prinzessinengarten Berlin

BNE ganz praktisch

Aus dem Seminar nehmen wir viele kreative Methoden mit, die wir auch in unseren Workshops einsetzen können. Höhepunkt des Wochenendes ist meiner Meinung nach auf jeden Fall die Führung in den Prinzessinengärten Berlins: Hier wird biologisch angebaut, es gibt ausgeklügelte Kompost-Systeme, Wildkräuter die nach Wasabi schmecken und kerngesunde, lebensfrohe Bienen. Und Bildung für nachhaltige Entwicklung wird dabei ganz natürlich mitbetrieben!

Prinzessinengarten Berlin

Der Artikel wurde von Clara verfasst. Die Bilder sind von Marcel.

Christoph Pennig

Warum redet niemand über Geld? Vorschläge zur Finanzierung von BNE in Schule

Damit Nachhaltigkeit in einer Gesellschaft verankert wird, sind zwei Dinge wichtig: Erstens muss Nachhaltigkeit Teil der Bildung sein, damit jede*r lernt, was Nachhaltigkeit ist und wie er*sie sich nachhaltig verhalten kann. Zweitens muss Nachhaltigkeit zu einem unverzichtbaren Ziel unserer Gesellschaft erklärt werden.

Damit dies gut gelingen kann, ist es wichtig, dass Schulen, Universitäten und alle anderen Bildungsinstitutionen genügend Geld, Wissen und Mitarbeitende erhalten. Was dabei genau gemacht werden muss und was das kostet, hat die Forschungsstätte der Evangelischen Studiengemeinschaft e.V. im Auftrag von Bündnis ZukunftsBildung in einer Studie berechnet.

Acht Maßnahmen für BNE in der Schule

Quelle: Abbildung aus Teichert 2018:22

Insgesamt wurden in dieser Studie acht verschiedene Maßnahmen (M) entwickelt. Diese können teilweise alleine umgesetzt werden, manchmal gehören sie aber auch zusammen. Sie sollen in dem Zeitraum zwischen den Jahren 2018 und 2030 umgesetzt werden und kosten insgesamt 13,7 Milliarden €. Ab dem Jahr 2031 kosten die Maßnahmen pro Jahr 2,2 Milliarden €.

Zum Vergleich: Die durchschnittlichen Ausgaben einer Schule lagen im Jahr 2014 in Deutschland bei 7.400 € pro Schüler*in. Um BNE praktisch umzusetzen und zu verankern, wären zusätzlich 270 € pro Schüler*in notwendig. Das entspricht einer Erhöhung der Bildungsausgaben um 3,5%. €.

  • M1: Konzeption einer BNE-Strategie
    Jedes Bundesland entwickelt in einem dreijährigen Projekt eine eigene für das Bundesland passende BNE-Strategie. Dafür braucht es eine Vollzeitstelle, die neben der Strategieentwicklung auch Workshops und Veranstaltungen plant. Zusätzlich gibt es auf Bundesebene ein Projekt, welches den Austausch zwischen den Bundesländern unterstützt. (Kosten: 5 Mio. €)
  • M2: Verankerung von BNE in Schulgesetzen und Curricula
    In allen Bundesländern muss BNE in das Schulgesetz kommen und in dem Lehrplan stehen. (Kosten: 0 €)
  • M3: Integration von BNE in und Austausch von Lehrmaterialien
    BNE soll in Lehrmaterialien enthalten sein. Lehrmaterialien ohne BNE als Thema sollen ausgetauscht werden, sodass Schulbuchverlage in Zukunft BNE als Thema aufgreifen. (Kosten: 0 €)
  • M4: Befähigung der Schulen zur Umsetzung von BNE
    Jede Schule in Deutschland soll in jedem Jahr die Möglichkeit erhalten, ein BNE-Projekt durchzuführen, welches durch das Bundesland bezahlt wird. (Kosten: 973 Mio. €)
  • M5: Einführung von BNE-Koordinatoren
    Jede Schule soll mindestens eine*n BNE-Koordinator*in bekommen. Das sind Menschen, die an der Schule Lehrer*innen und Schüler*innen darin unterstützen, Unterricht oder Projekte zu BNE zu entwickeln. (Kosten: 2.432 Mio. €)
  • M6: Befähigung der Lehrer/innen zur Umsetzung von BNE
    Alle Lehrer*innen sollen sich 1-2 Tage weiterbilden und lernen, wie sie BNE in ihrer Schule gut umsetzen können. (Kosten: 7.070 Mio. €)
  • M7: Erhöhung der personellen Kapazitäten für BNE in Behörden
    In den Kultusministerien und Schulbehörden sollen mehr Menschen angestellt werden, die die Umsetzung von BNE durch Betreuung oder Entwicklung von Projekten (wie diese 8 Maßnahmen) unterstützen. In ganz Deutschland müssten dafür 264 Stellen geschaffen werden. (Kosten: 157,3 Mio. €)
  • M8: Erhöhung der öffentlichen Mittel zur Umsetzung von BNE
    Öffentliche Gelder sind wichtig und ein guter Anreiz, damit viele Menschen BNE-Projekte machen. Damit immer mehr BNE-Projekte gemacht werden, müssen die zur Verfügung stehenden Gelder erhöht werden. (Kosten: 920 Mio. €)

Hier findest du alle Kosten einzeln in einer Tabelle. Wenn du mehr über die Berechnung der Kosten erfahren möchtest, kanns du die Studie komplett lesen.

Quelle: Abbildung aus Teichert 2018:24
Christoph Pennig

Mitgestalter*innen der youcoN gesucht

Die Jugendkonferenz youcoN geht in die 2. Runde und sucht nach querdenkerischen und zukunftsfähigen Beiträgen für Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE).

Vom 4. bis 7.10.18 treffen sich in der Autostadt in Wolfsburg 150 junge Menschen, um miteinander zu diskutieren, Neues zu erleben und mit Spaß an BNE zu arbeiten. Die Teilnehmenden sind zwischen 14 und 27 Jahre jung, kommen aus unterschiedlichen Kontexten und haben verschiedene Vorerfahrungen.

BNE für und durch junge Menschen

Die youcoN orientiert sich in ihrer Theamtik an der Umsetzung des Nationalen Aktionsplans BNE. In ihm wurden Maßnahmen für eine umfassende nationale BNE-Strategie benannt. Die Beiträge der Mitgestalter*innen sollten sich daran anlehnen und am besten zu einem der 4 Themenfeldern gehören:

  • Gemeinsam für BNE aktiv sein
  • Digitalisierung und Nachhaltigkeit
  • globale Verantwortung
  • Jugendbeteiligung nachhaltig stärken

Mit einem bunten Programm mitgestalten!

Für die youcoN suchen wir folgende Beitragsformate:

  • Workshop: Sachverhalte praxisnah dargestellt und in Trainings oder Rollenspielen erfahrungsbasiertes Lernen ermöglichen
  • Vortrag: Informationen aus Theorie, Praxis oder Forschung medial aufbereitet und verständlich präsentieren und diskutieren
  • Projektebar: in One-on-One-Situationen Initiativen oder Projekte vorstellen,  sinnhafte Beispiele herausarbeiten und Tipps zum Nachahmen geben
  • Markt der Möglichkeiten: an einem Informationsstand eigene Anliegen, Praxistipps, Hilfen und Werkzeuge präsentieren

Die Einreichung von Formatsvorschlägen erfolgt bis zum 17.08. über unser Online-Formular.

Christoph Pennig

Gemeinsam.Zukunft.Leben! – Die youcoN 2018

Die youcoN geht in die zweite Runde

Endlich ist es soweit: Unsere BNE-Jugendkonferenz geht in die zweite Runde. Vom 4. bis 7. Oktober laden wir 150 junge Menschen wie dich in die Autostadt Wolfsburg zur youcoN ein, um coole Ideen für die Umsetzung des Nationalen Aktionsplans Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) aus der Sicht junger Menschen zu entwickeln.

youcon 2018

Vielfältiges Programm für BNE

Wie im letzten Jahr erwartet dich wieder ein buntes Programm. Auf unserer Konferenz kannst du vier Tage lang spannende Workshops erleben, hitzige Diskussionen führen oder informativen Vorträgen lauschen und damit Teil der großen Bewegung für eine nachhaltige Welt werden. Außerdem triffst du das Jugendpanel youpaN sowie viele weitere Initiativen, die sich für eine Bildung im Sinne der Nachhaltigkeit einsetzen.

Als Themen stehen dieses Jahr im Mittelpunkt:

  • Gemeinsam für BNE aktiv sein
  • Digitalisierung und Nachhaltigkeit
  • globale Verantwortung
  • Jugendbeteiligung nachhaltig stärken

Daneben gibt es ein Kino, ein „Zocken-für-Nachhaltigkeit-Space“, Musik, Theater und vieles mehr. Lass dich überraschen.

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Gemeinsam unsere Zukunft leben

Ganz nach dem Motto der Konferenz „Gemeinsam.Zukunft.Leben!“  wird es in diesem Jahr einen Besuchertag geben. An diesem sind alle BNE-Akteure in Deutschland dazu eingeladen, zusammen mit den jungen Teilnehmenden der youcoN einen ganzen Tag lang zur Umsetzung von BNE zu tagen und sich zu vernetzen. Denn nur gemeinsam kann die Transformation gelingen, damit Bildung in Deutschland zur Bildung für nachhaltige Entwicklung wird.

youcoN-konferenz

Die youcoN-Fakten

Wann: 4. bis 7. Oktober

Wo: Autostadt Wolfsburg

Wer: junge Menschen zwischen 14 und 27 Jahren, die Lust
haben, sich mit anderen auszutauschen, ihre Meinung zu sagen und etwas ändern wollen

Was: Workshops, Diskussionen, Vorträge

Was kostet das?: Nichts, denn wir zahlen Anreise, Verpflegung und Unterkunft.

Anmeldung: Melde dich hier an!

Ronja Hallerbach

youpaN Tagung in Hattingen

Von -20 auf 30°C in unter drei Monaten

Machten auf dem letzten youpaN-Treffen noch Wollsocken und Pullis den allgemeinen Dresscode aus, so waren es diesmal kurze Hosen und weder Socken noch Schuhe. Stattdessen liefen wir meistens barfuß herum und waren in den Pausen damit beschäftigt, draußen zu sein und danach alle Zecken von unseren Beinen zu schnippen. Außerdem ermöglichte uns das sommerliche Wetter ein paar Programmpunkte unter freiem Himmel und zwei Abende in gemütlichem Zusammensein unter dem Sternenhimmel. Ehrengast war am ersten Abend ein Hirschkäfer, den Simeon gefunden hatte.

Mitarbeit in den Fachforen

Ein großes Thema des Treffens war die Mitarbeit des youpaNs in den Fachforen. In den Fachforen sitzen vom Bundesministerium für Bildung und Forschung berufene Expert*innen zu sechs verschiedenen  „Bildungslandschaften“.

  • Frühkindliche Bildung
  • Schule
  • Berufliche Bildung
  • Hochschule
  • Non-formales und informelles Lernen/Jugend
  • Kommunen

In jedem dieser Fachforen arbeiten seit September 2017 auch Mitglieder des youpaNs mit. Zunächst einmal tauschten wir uns über unsere bisherigen Erfahrungen und Erlebnisse aus den bisherigen Treffen der Fachforen aus. Manche von uns hatten schon viele Treffen und konnten sich gut einbringen, andere staden durch organisatorische Dinge oder der fehlenden Möglichkeit sich zufriedenstellend einzubringen, vor Herausforderungen.

Im Gespräch

Über diese Dinge sprachen wir dann mit vier Gästen: Katja Hinze (Vorstandsvorsitzende der Stiftung Bildung), Johannes Domnick (Mitarbeiter der Stiftung Bildung), Dr. Manfred Beck (Stadtdirektor in Gelsenkirchen) und Thomas Hohn (Kampaigner für Umwelt- und Bildungspolitik bei Greenpeace). Alle Vier sind auch Mitglieder eines Fachforums. In mehreren Gesprächsrunden konnten wir so einen tieferen Einblick in die Arbeit und Struktur der Fachforen gewinnen. Außerdem entwickelten wir Lösungsansätze für die Dinge, die bisher noch nicht so gut klappten. Inhaltlich tauschten wir uns zudem über die Potentiale unserer Mitarbeit in den Fachforen aus und sammelten Ideen für Forderungen, die wir als youpaN zukünftig vertreten wollen.

An dieser Stelle nocheinmal ein großes Danke an Katja, Johannes, Manfred und Thomas für ihre Zeit und Unterstützung!

Treffen mit den Projektcoaches

Nicht nur das youpaN tagte an diesem Wochenende in Hattingen. Auch ein paar der Projektcoaches trafen sich und so hatten wir die Möglichkeit uns gegenseitig auszutauschen. Die Projektcoaches begleiten die Umsetzung der Projekte über die das youpaN abgestimmt hat. Eine konkrete Sache, die wir gemeinsam besprachen, war außerhalb der Treffen in näheren Austausch zu kommen und  Einblicke der Projektcoaches zu den laufenden Projekten in die Öffentlichkeitsarbeit des youpaNs einzubauen.

5 Forderungen

Last but definitely not least kommen hier nun die 5 Forderungen, die wir an diesem Wochenende ausarbeiteten. Für diese werden wir uns ab jetzt in den Fachforen und der Nationalen Platform einsetzen.

-> Jugendzukunftsräte in allen Bundesländern <-

-> BNE für Alle – Der NAP in leichter Sprache <-

(BNE=Bildung für nachhaltige Entwicklung
NAP=Nationaler Aktions Plan)

-> Global Goals als Bildungsleitbild – SDGs in alle Curricula <-

(SDGs=Sustainable Development Goals
auf Deutsch=17 Ziele für eine nachhaltige Entwicklung)

-> Deutschland als BNE Vorreiter – Finanzierung eines UNESCO-Programmes über 2019 hinaus <-

-> Freiräume schaffen – Engagement in Bildungssystemen ermöglichen <-

 

 

 

Christoph Pennig

Auf der Suche nach Gerechtigkeit

Am ersten Juniwochenende nahm ich (Marcel) gemeinsam mit Clara an dem BNE-Seminar „Wider der Ungerechtigkeit“ von Kulturweit teil. An drei Tagen wurde intensiv über „Gerechtigkeit“ gesprochen und diskutiert. Dabei wurden Gerechtigkeitsmodelle angeschaut, die Zivilgesellschaft befragt und überlegt, wie sich Gerechtigkeit in Deutschland umsetzen lässt.

Insgesamt war es ein sehr gelungenes Seminar mit vielen neuen Ideen und Denkanstöße durch die Teilnehmenden. Ich persönlich werde viel davon mit in die Arbeit des youpaN nehmen und bei  all den Aufgaben hinterfragen, an welcher Stelle die Möglichkeit besteht, einen Teil beizutragen, damit was es in Deutschland gerechter zugeht.

youprO: BNE für die ganz Kleinen

Wie man schon die ganz Kleinen für Nachhaltigkeit begeistern kann!

Bildung für nachhaltige Entwicklung ist ein ganz schön sperriger Begriff – dabei geht uns alle das Thema an. Dass auch die ganz Kleinen verstehen, was sich dahinter verbirgt, hat der Tag der offenen Tür in der Stiftung Bildung gezeigt.

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Berufliche Zukunftsperspektiven

Am Tag der offenen Tür waren 23 Kindergartenkinder im Alter von 4-5 Jahren mit ihren Betreuer*innen zu Besuch, unter dem Motto „Zukunft“, denn sie wollten verschiedene Berufe kennenlernen. Dass wir im Rahmen eines youprOs eine kleine Überraschung für sie vorbereitet haben, wussten sie noch nicht!

So begleiteten wir sie auf ihrem Rundgang mit dem Hausmeister durch das Palais am Festungsgraben, in dem die Stiftung sitzt, während er von seinen Aufgaben und der Verantwortung als Hausmeister erzählte. Zurück im Büro erzählten Mitarbeitende der Stiftung, was es heißt, Öffentlichkeitsarbeit zu machen oder zu schauen, dass es dem Team gut geht – und die Kleinen wiederum erzählten, was sie selbst gerne werden möchten, von der Fußballerin bis hin zum Forscher.

Was heißt denn Nachhaltigkeit?

Im Sitzkreis wurde es schließlich spannend, denn ich wollte den Kindern zusammen mit Christoph von der youboX vermitteln, was BNE bedeutet und dafür erst einmal hören, was sie zum Thema Nachhaltigkeit schon gehört haben.

Wir waren sehr erstaunt, dass sie bereits Atomkraftwerke kennen und verstehen, dass Abgase der Umwelt schaden und viele weitere Ideen kannten, die ausdrücken, dass sie sich über unsere Umwelt Gedanken machen. Da ist der Sprung zur BNE gar nicht mehr weit.

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Um nachhaltig etwas Gutes zu tun, können die Kinder zum Beispiel Samen einpflanzen, damit auch in Zukunft Pflanzen und Blumen blühen, die einen Lebensraum für Tiere und Insekten darstellen. Dafür bekamen sie dann auch Samentüten von uns.

Und Bildung für nachhaltige Entwicklung?

Um den Bildungsgedanken darin zu verankern, haben wir den Kindern jedoch nicht nur eine, sondern jeweils drei Samentüten geschenkt – nun können sie zwei verschenken und anderen erzählen, was man damit für eine nachhaltigere Welt tun kann. Viele haben ein Tütchen ganz begeistert an die Kindergärtnerin weitergegeben, um den Kindergarten zu begrünen und sich überlegt, wem sie noch eine Freude machen können.

BIldungsforderungen der Kinder

3 Wochen nach dem youprO bekam die youboX dann ein großes Paket mit selbstgemalten Bildern der Kinder, welche mit ihren Wünschen nach „mehr Erzieherinnen“ oder „nach Bäume pflanzen für mehr Papier“ versehen waren. Seht selbst:

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Voila – Bildung für eine nachhaltige Entwicklung von und für die ganz Kleinen!

Christoph Pennig

youprO – REducationCLAIM

Unsere Projektidee

Wir schaffen mit einem vielfältigen Workshop-Programm und verschiedenen Lernstationen ein etwas anderes Bildungsangebot. Und zwar auf einem Festival, das für junge Menschen ausgerichtet wird, die gerne tanzen und feiern. Lernen findet hier also ganz anders statt, als in der Schule oder in der Universität.

Kunst und Kultur sollen auf dem Festival ebenso viel Platz haben, wie Übungen zum Thema Demokratie, Privilegien oder ein Training zur Argumentation gegen rechte Parolen. In unserer Siebdruckwerkstatt und der Nähstation kann Kleidung redesigned oder recycelt und dabei über Konsum und Ressourcenverwertung sinniert werden. Neben inhaltlichen Workshops und festen Stationen, darunter auch ein „female Hackerspace“, gibt es auch einen Markt der Möglichkeiten, bei dem sich alle Akteure vorstellen und für eine Mitarbeit im Bereich BNE werben können.

Projektdaten

Ort: Kieskuhle Broock ist in Mecklenburg-Vorpommern

Zeit: 08.06. bis 10.06.18

Mitmachen: Das Festival steht allen Interessierten offen. Kommt gerne vorbei.

Ronja Hallerbach

youprO: 17 Studis, 8 Klassen, 1 Insel – Das war „Let´s play Schule“

Das erste youprO ist abgeschlossen!

Im März waren 17 Lehramtsstudierende aus Berlin auf Borkum und haben dort an der Grundschule eine Projektwoche zu den globalen Nachhaltigkeitszielen durchgeführt. So wurde gleichzeitig Zeit und Raum für die Lehrenden geschaffen, sich mit Unterstützung der Initiative neues Lernen Gedanken zur Schulentwicklung zu machen.

Dorothea Doerr (Doro), Mitglied der studentischen Bewegung Kreidestaub, hat das youprO ins Leben gerufen. Im Interview mit ihr sprachen wir über die Herausforderungen, Überraschungen und Highlights der Projektwoche.

„Es hat sehr gut funktionert, es war eine richtig, richtig tolle Woche!“

So hörte sich Doro’s erste Antwort an, als ich zu Beginn unseres Telefonats fragte, wie das Projekt gelaufen sei.

Worum ging es bei dem Projekt?

Der Titel „Let´s play Schule“ war für die teilnehmenden Studierenden aus den Bereichen Lehramt und Bildungswissenschaften Programm.  Eine Woche lang übernahmen sie den Unterricht der Borkumer Grundschule im Rahmen einer Projektwoche. Dazu bereiteten sie sich innerhalb ihres Studiums an der Freien Universität Berlin ein halbes Jahr lang vor und planten in Teams insgesamt 6 Projekte, auf die die Grundschüler*innen aufgeteilt wurden. Thematisch ging es um den Umgang mit Müll, die Meeresverschmutzung, die Flora und Fauna auf Borkum, Kinderrechte, nachhaltige Farbenherstellung  und nachhaltigen Konsum.

„Praxisschock“ für Studierende

Eines der Ziele von „Let´s play Schule“ war es, den angehenden Lehrer*innen die Möglichkeit zu geben, Praxiserfahrung zu sammeln – vor allem im Bezug auf Unterrichtsgestaltung unter den Leitkriterien von „Bildung für nachhaltige Entwicklung“. Dabei ist es ganz normal, dass Studierende am ersten Tag der Projektwoche einen, wie Doro es formuliert, „Praxisschock“ erleben.
Da ist zum Einen die Schwierigkeit spontan und situationsbedingt auf die Reaktionen und das Verhalten der Schüler*innen zu reagieren. Denn bei der davor geleisteten Unterrichtsplanung kannten die Studierenden ihre Klasse ja noch nicht. Andere Faktoren, wie bspw. organisatorische Absprachen mit dem Hausmeister, hätten allerdings vorher eingeplant werden müssen, um Ärger zu vermeiden.

„Aber genau das sollten sie ja lernen: Was für Strukturen gibt es in einer Schule, die außerhalb meines Unterrichts bestehen und die ich beachten und mitbedenken muss? Und da haben sie die Erfahrungen gemacht, die sie machen sollten.“

Schulentwicklung

Das Konzept von „Let´s play Schule“ sieht neben der Unterrichtsübernahme durch die Studierenden vor, dass die Lehrenden der Projektschule in der so gewonnenen Zeit darin unterstützt werden, über Schulentwicklung zu sprechen. Denn auch strukturelle Veränderungen sind zur Umsetzungvon „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ nötig. Auf Borkum wurde dieser Prozess zusammen von Doro und Nils Reubke von der Initiative Neues Lernen zwei Tage lang unterstützt und zwei weitere Tage selbstständig von den Lehrenden weitergeführt. Dazu wurde die Methode des „Design thinking“ genutzt, um das Schulprofil 2020 zu entwickeln. Die Einführung eines neuen Stundenmodells, die Weiterentwicklung eines Konzeptes für einen offenen  Ganztag und Möglichkeiten, um Raum für Methoden wie bspw. das sog. „teamteaching“ oder Projektarbeit zu schaffen, wurden besprochen.

„Diese riesen Schritte haben die Lehrenden in einem so kurzen Zeitraum zusammen gemacht, das war richtig schön zu sehen!“

Inselluft

Das Projekt auf einer Nordseeinsel durchzuführen, die allein durch Fährverkehr Kontakt zum Festland hat, brachte am Ende weniger Herausforderungen mit sich, als zuvor gedacht. Im Vorhinein wurde mit allen Supermärkten der Insel Kontakt aufgenommen und gefragt, inwiefern es bei ihnen möglich ist, Lebensmittel zu retten. Bis auf manche Kleinigkeiten konnten so 10 Tage lang alle 17 Studierende durch das Retten der Lebensmittel versorgt werden. Durch die kurzen Kommunikationswege auf der Insel und den festen Zusammenhalt der Inselgemeinschaft, erfuhr das Projekt sehr viel Unterstützung. Das Klischee vom mürrischen und verschlossenen Insulaner können Doro und ihre Truppe absolut nicht bestätigen.

Weiterführung des Projekts

Es sollen in Zukunft weitere Projekte nach dem „Let´s play Schule“ Konzept folgen. An der Freien Universität Berlin wird ein nächster Durchgang für das kommende Wintersemester geplant. Dies auch an anderen Hochschulen zu erreichen und so das Konzept von „Let´s play Schule“ deutschlandweit zu verbreiten ist festgeschriebenes Ziel. Außerdem wird das Konzept im nächsten Semester weitestgehend unabhängig von Kreidestaub von Studierenden des Bayerischen Lehrerinnen- und Lehrerverbands umgesetzt.

Doro’s persönliches Highlight

„Die Studierenden zu sehen wie sie wachsen und aufblühen, von Tag zu Tag sicherer werden, miteinander kommunizieren und Probleme lösen, füreinander da sind und gemeinsam versuchen für alle Beteiligten das Beste rauszuholen, weil sie merken: ‚hey, wir machen das hier zusammen und das ist geil, weil´s uns hilft!‘ .“