Wenn Jugend Bildung für nachhaltige Entwicklung verändert

Im Rahmen des Freitalkformats der Grünen Jugend Hamburg war ich (Marcel) für das youpaN eingeladen, einen Vortrag über die Umsetzung von Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) in Bezug auf junge Menschen zu halten.

Eine wichtige Voraussetzung um BNE überhaupt umsetzen zu können, ist die richtige Auffassung von BNE. Es ist nicht irgendeine Bildung, sondern eine gute, effiziente Bildung. Sie bedeutet sich nachhaltig zu bilden und sich ein breites Wissen anzueignen, welches Menschen dazu befähigt, die Auswirkungen ihres eigenen Handelns zu verstehen, um verantwortungsvolle Entscheidungen treffen zu können. Das ist echte Bildung für nachhaltige Entwicklung.

Nun gilt es als große Herausforderung diese Art von Bildung umzusetzen. Doch wie?

Foto: Marcel Kupfer

UNESCO Weltaktionsprogramm für 17 Ziele

Im Rahmen des Weltaktionsprogramms Bildung für nachhaltige Entwicklung verfolgen wir 17 Ziele, die Sustainable Development Goals (SDGs), welche 2015 von den Vereinten Nationen beschlossen worden sind und bis 2030 erreicht werden sollen.

Zur Erreichung der Ziele muss eine nachhaltige Entwicklung flächendeckend, auf Deutschland bezogen bundesweit umgesetzt werden. Dafür muss sich BNE in Strukturen verankern, wie beispielsweise in den Bildungsplänen der Länder. Daneben sollte auch die Art und Weise des Lernens reflektiert werden und überdacht werden. Wichtig ist, dass die Menschen nachhaltig lernen, und so agieren, damit das morgen und übermorgen noch genauso lebenswert sein wird, wie das heute ist!

Junge Menschen ändern Bildung

Ein wichtiger Faktor für die Umsetzung einer guten Bildung ist die Beteiligung junger Menschen. Um unsere Welt nachhaltig zu verändern, müssen wichtige Entscheidungen getroffen werden, und darauf geachtet werden, dass der Veränderungsprozess zielführend gestaltet wird. Dazu braucht es die Meinungen und Ideen aller Altersgruppen. Auch der Jugend!

Als Jugendgremium youpaN setzen wir uns für eine gute Jugendbildung ein. Mit guter Jugendbeteiligung meinen mir den Einbezug junger Menschen im gesamten Prozess der Bildungstransformation in Deutschland. Also von der Ideenfindung, über die Diskussion bis hin zur Entscheidung und mit einem bestimmten Quorum! Gleichzeit müssen Jugendbeteiligung und freiwilliges Engagement für junge Menschen auch möglich gemacht werden. Das heißt, bei guter Jugendbeteiligung muss das Engagement mit der Schule, dem Studium, der Ausbildung etc. gut vereinbar sind. Dafür setzen wir uns ein!

BNE muss noch viel bekannter werden

Während des Freitalks bei der Grünen Jugend Hamburg wurde durch die Teilnehmenden festgestellt, dass BNE noch nicht das Maß an Bekanntheit hat, welches sie eigentlich haben müsste. Diese Feststellung muss ernsthaft behandelt werden, denn es muss gewährleistet sein, dass die Menschen darüber informiert werden, was Bildung für nachhaltige Entwicklung eigentlich ist und warum dieser Bildung ein hohes Maß an Wichtigkeit zugeschrieben wird.

Nun gilt es die aktuellen Gegebenheiten aufzugreifen und zu analysieren und dabei zu schauen, wie die Umsetzung einer guten BNE angegangen werden kann, möglichst zeitnah!

Engagement für jede*n!

Ermäßigungen für Ehrenamtler*innen. 51 % Jugendquote in Politik. Wahlrecht ab 16. Bildung neu und mit Engagement zusammen denken. All diese Ideen kamen beim #JugendMacht Workshop des Humboldt Institut für Internet und Gesellschaft (HIIG) auf.

Foto: Elena Keil

In dem Workshop setzten Nicolas, Noura und Elena vom youpaN sich mit Jugendvertreter*innen aus Organisationen wie „Jugendhackt“, der „Jugendfeuerwehr“, dem „Jugendrat“, „Lernen durch Engagement“ (…) zusammen, um über unser Engagement zu reden.

Dabei wurde schnell klar: Wir sind alle motiviert, weil uns die Themen am herzen liegen, für die wir uns einsetzen. Doch auch Frust kommt an der einen oder anderen Stelle auf: Es wird immer gesagt, wir seien die Zukunft! Doch sie aktiv mitzugestalten, wird uns nicht immer leicht gemacht.

Termine von Ministerien und Politiker*innen unter der Woche, die wir mit unseren Herzensthemen trotz Schule, Uni oder Arbeit erreichen möchten. Hoher Zeitaufwand, der oft kaum gewürdigt oder gewertschätzt wird. Vor allem aber: Das Gefühl, oft einfach nicht richtig ernst genommen zu werden.

Foto: Elena Keil

Aus diesem Grund konnten wir an mehreren Terminen Forderungen entwerfen, die das Engagement von uns jungen Menschen stärken und uns keine Steine mehr in den Weg legen. Es ist außerdem nicht selbstverständlich, dass wir überhaupt die Möglichkeit haben uns zu engagieren. Oft geht das schon durch den hohen Leistungsdruck in Schulen, der Situation zu Hause oder am Arbeitsplatz nicht.

Wir möchten, dass in Zukunft jede*r das Gefühl hat, sich beteiligen zu können!

Das youpaN beim Markt der Utopien!

Am 23.06.19 war das youpaN auf dem „Markt der Utopien“ in Dresden vertreten, der vom Dresdener BNE-Verein „Sukuma e.V.“ organisiert wurde.

Standbetreibende waren verschiedene Nachhaltigkeits-Akteur*innen wie etwa Cradle to Cradle, die BUND Jugend Dresden oder „Arche noVa“, die aktiv im Bereich BNE und Globales Lernen sind.

Etwa 200 interessierte Besucher*innen jeglichen Alters hatten die Möglichkeit an diversen Ständen regionales und nachhaltiges Essen zu genießen und sich auf dem Markt interaktiv zu Nachhaltiger Entwicklung zu informieren.

Wir konnten unsere Arbeit auf Bundesebene und unseren Versuch, auch in Sachsen Beteiligungsstrukturen im Bereich BNE für Jugendliche zu schaffen, ausführlich erläutern. Wenn ihr euch auch dafür einsetzen möchtet, könnt ihr uns hier mit eurer Unterschrift unterstützen: https://weact.campact.de/petitions/jugendbeteiligung-in-der-umsetzung-von-bildung-fur-nachhaltige-entwicklung-in-sachsen

Das youpaN konnte sich mit diversen BNE-Akteur*innen in Dresden vernetzen und sich über viele positive Reaktionen der Marktbesucher*innen freuen.

Abgehängt! – Das youpaN bei dem „Chancen-Hackathon“ 2019

Hannes Jähnert vom Deutschen Roten Kreuz, Max Strohmeyer von der VILLA Leipzig, Julia Bousboa von der Hospiz-initiative Kiel und Christopher Zentgraf vom youpaN

Am Wochenende war Christopher bei dem „Chancen-Hackathon“ des BMFSFJ! Dabei ging es hauptsächlich um die Frage, wie alle von der Digitalisierung profitieren können.

Unterschiedlichste Vertreter*innen aus sozialen Vereinen, den Sozialwissenschaften, Verwaltung und der Software-Entwicklung, haben zuerst in fünf Großgruppen mögliche Ideen gesammelt:

  • Familien mit geringem Einkommen helfen
  • Mit offenen Daten Teilhabe stärken
  • Gleichstellung fördern und sichtbar machen
  • Den Helfern helfen
  • Offener Track

Anschließend haben sich diese Gruppen weiter unterteilt, um schlussendlich zwölf ausgewählte Ideen zu Ende zu denken und auszuarbeiten.

Die Idee, die in Christophers Team entstanden ist, ist ein Kartenspiel: „Abgehängt – das Diversity-Spiel“. Ziel ist es, Vereinen und Organisationen aufzuzeigen, welche Chancen Diversität für sie selbst haben kann, und welche Hürden vielleicht noch im Weg stehen.

Dazu schlüpft der Verein in die Rolle einer Person, die sich engagieren möchte. Jede*r Mitspieler*in zieht dafür drei Merkmale, beispielsweise „Rollstuhlfahrer*in“, „ALG II-Empfänger*in“, „homosexuell“. Zusätzlich zieht jede*r eine Ressourcen-Karte, beispielsweise „kann Gebärdensprache dolmetschen“, sowie eine Hilfe-Karte.

Anschließend werden Challenges gezogen, die beim Engagement auftreten können, beispielsweise: „Es werden keine Fahrtkosten erstattet“. Dann wird reihum gegangen und geschaut, ob eine Person mit der Challenge ein Problem hat, oder nicht; das wird auch in der Gruppe diskutiert.

Spieler*innen können sich gegenseitig durch Einsatz einer Hilfe-Karte helfen, sofern das durch die Persönlichkeitsmerkmale der einsetzenden Person plausibel möglich ist. Die Karte wandert dann zur geholfenen Person und kann von dieser wieder verwendet werden. Falls eine Person eine Challenge nicht überwinden und ihr auch nicht geholfen werden kann, wird sie abgehängt und bekommt eine „abgehängt“-Karte. Bei drei „abgehängt“-Karten fliegt ein*e Spieler*in raus.

Bei den Challenges gibt es zusätzlich noch einen QR-Code, der zu Best Practices führt, wie diese Challenge in anderen Vereinen/Organisationen gelöst wurde oder gelöst werden kann.

Insgesamt war es ein sehr produktiver Hackathon, mit vielen Ideen, die hoffentlich auch in Zukunft umgesetzt werden können!

Weltkindertag: Für mehr Nachhaltigkeit bringen sich Jugendliche ein

Mit der Bildung für nachhaltige Entwicklung sollen Kinder und Jugendliche lernen, Zukunftsfragen eigenständig zu bewerten und zu beantworten. In einem vom BMBF geförderten Projekt nehmen die jungen Menschen direkt Einfluss.

Jugendliche und junge Erwachsene nicht nur für Politik zu begeistern, sondern sie am besten gleich direkt mit einzubinden, ist eine der größten gesellschaftlichen Aufgaben – das haben die vergangenen Woche einmal mehr gezeigt. Die Klimademonstrationen, an denen freitags viele Kinder und Jugendliche teilnehmen, sind dafür genauso sinnbildlich wie die Debatte um das Video des Influencers Rezo.

Zum ganzen Artikel des BMBF geht es hier entlang.

Forschung für unsere Zukunft

Am 13. und 14. Mai habe ich, Clara, am15. BMBF-Forum für Nachhaltigkeit teilgenommen. Dort haben sich Menschen aus der Wirtschaft, Politik, Zivilgesellschaft aber vor allem aus der Wissenschaft getroffen und insbesondere zum großen Thema Artenvielfalt und Biodiversität gearbeitet.

Eröffnet wurde die Veranstaltung von einer Rede der Ministerin des BMBFs, Anja Karliczek, die neben der Dringlichkeit und Wichtigkeit des Handelns gegen das Artensterben auch den Nationalen Aktionsplan Bildung für Nachhaltig Entwicklung erwähnte, der junge Menschen dazu befähige, nachhaltig zu denken und zu handeln. Ich konnte das youpaN bei vielen Menschen bekannter machen und habe ausschließlich positive Rückmeldungen dazu bekommen, dass junge Menschen auf Veranstaltungen wie diesen präsent sind, sich einbringen können und diese Erfahrungen schließlich wieder zurück in ihre eigene Lebensrealität bringen. Neben Maßnahmen zum Schutz der Biodiversität war auch die Digitalisierung und die Kommunikation von wissenschaftlichen Ergebnissen ein wichtiges Thema der Veranstaltung.

Drei Botschaften sind mir dazu besonders in Erinnerung geblieben:

  • Der Staat muss viel mehr Geld in Projekte zum Schutz und zur Erforschung der Biodiversität tun und diese langfristig fördern.
  • Die Digitalisierung muss sich Nachhaltigkeit und die SDGs als Ziel setzen, damit wir mithilfe von Digitalisierung und Künstlicher Intelligenz eine nachhaltige Gesellschaft aufbauen können.
  • Damit die Erkenntnisse aus der Wissenschaft tatsächlich durchgesetzt werden, braucht es „ÜbersetzerInnen“, die den wissenschaftlichen Jargon in kurze und verständliche Formate (z.B. Vidoes) packen 😉

Aus der Veranstaltung gehe ich bestärkt heraus, denn ich habe gemerkt: Sich als junger Mensch einzubringen macht Spaß und die übergroße Mehrheit der „älteren“ Leute findet es toll, dass es uns gibt!

Der Artikel wurde von Clara verfasst.

Das youpaN ist wichtig für eine echte Jugendbeteiligung – Stellungnahme zur Weiterentwicklung der BNE-Gremien

Das youpaN ist wichtig für eine echte Jugendbeteiligung in den BNE-Gremien. Das und weitere Vorschläge und Meinungen der youboX zur „Weiterentwicklung der Gremien BNE“ des BMBF vom 09.04.2019 findest du in unserer folgenden Stellungnahme.

  • Jugendbeteiligung gleicher Stellenwert wie Fachforen

Mit Freude haben wir gelesen, dass unserer Empfehlung gefolgt wird, der Jugendbeteiligung ab 2020 den gleichen Stellenwert wie den Fachforen zu geben.

  • Engere Mitarbeit von und Zusammenarbeit mit Jugendverbänden im Gesamtprozess

Ebenso begrüßen wir eine engere Mitarbeit von und Zusammenarbeit mit Jugendverbänden innerhalb des Gesamtprozesses.

  • Fortführung der Mitarbeit von Jugendvertretungen in allen Fachforen

Wir gehen bei dem Vorschlag natürlich davon aus, dass Jugendvertreter*innen auch weiterhin in allen Fachforen vertreten sein werden, da sich die junge Perspektive in den Diskussionen bewährt hat.

  • Fortführung einer offenen und ernst gemeinten Jugendbeteiligung, sowie Beibehaltung des youpaN

Mehr als verwundert hat uns die Formulierung, welche darauf hinweist, dass das youpaN zu Gunsten des Fachforums Jugend aufgelöst werden soll, sprich dies „ersetzen“ soll, so die genaue Formulierung im Diskussionspapier. Darin sehen wir das Ende einer offenen und ernst gemeinten Jugendbeteiligung. Wir empfehlen sowohl aus pädagogischer als auch Jugendbeteiligungsperspektive, die nun etablierte Gruppe youpaN (unter eben diesem Namen) beizubehalten. Wir möchten Ihnen gerne darlegen, warum wir Ihnen diesen Vorschlag dringend anraten sowie aufzeigen, was für eine echte Jugendbeteiligung benötigt wird.

  • Der derzeitige Diskussionsvorschlag – wie wir ihn verstehen – verhindert Partizipation und erteilt Jugendbeteiligung eine Absage
    Es ist schön, dass Jugend im Vorschlag ein gleichwertiger Rang zugewiesen wird. Jedoch ist für uns klar, dass eine Mitarbeit von jungen Menschen bei den für sie relevanten Themen auch direkt gewährleistet sein muss. Insofern sehen wir die Einrichtung des Fachforums Jugend als Ergänzung zu der Mitarbeit in einzelnen Fachforen. Sollte diese Mitarbeit wegfallen, gehen wir von einer Verschlechterung der Beteiligungsmöglichkeiten aus.
    Ebenso ist eine engere Verzahnung mit Jugendverbänden gut und wünschenswert. Wir weißen jedoch darauf hin, dass eine fokussierte Beteiligung der Verbände oft zu Lasten einer Beteiligung von unabhängigen Jugendlichen geht.
  • Zusammenspiel von Jugendverbänden und youpaN

Für uns stellt die Beteiligung von Jugendverbänden sowie des youpaNs ein sich ergänzendes Miteinander dar, welches schon jetzt stattfindet.

  • Beteiligung und Erreichbarkeit von unabhängigen Jugendlichen und Erfolg der Jugendnachhaltigkeitskonferenz youcoN

Die Erfolge unserer Jugendkonferenzen (youcoNs) zu BNE zeigen auf, wie wichtig es ist, unabhängige Jugendliche zu erreichen und zu beteiligen. Auf den youcoNs kommen jährlich rund 150 Jugendliche zusammen, die meisten ohne Verbandsangehörigkeit viele aus freien Jugendbewegungen wie z.B. Fridays for Future.

  • Den besonderen Lebensumständen Jugendlicher Rechnung tragen

Bisher hat die Arbeit – unabhängige sowie vielfältigste Jugendliche zu erreichen und zu beteiligen – das Team der youboX übernommen. Im vorliegenden Diskussionspapier ist lediglich angedacht „aktive Jugendliche aus dem youpaN einzubeziehen“, nicht aber das youpaN selbst. Dies lässt vermuten, dass damit keine echte Jugendbeteiligung gewollt ist und den besonderen Lebensumständen Jugendlicher keine Rechnung getragen wird, obwohl wir und die jungen Menschen selbst seit Beginn unserer Arbeit darauf hinweisen.

  • Jugendbeteiligungsbüro notwendig, um adäquate Begleitung der jungen Menschen zu gewährleisten – youboX ist etabliert

Für uns steht fest: Unabhängige Jugendliche werden sich nicht durchgängig am Fachforum „Jugend“ und dem BNE-Gesamtprozess beteiligen (können), wenn sie keine adäquate Begleitung bekommen.

Unsere Begleitungsleistungen umfassen: Vorbereitung und Nachbereitung von Sitzungen, politisches Coaching, Hilfe bei der Erstellung von Materialien, pädagogische und politische Begleitung sowie die Organisation der Veranstaltungen und Reisen. Diese Aufgaben übernehmen wir als Unterstützung, weil der Hauptjob der jungen Menschen ihre schulische, universitäre oder berufliche Ausbildung ist. Diese Ausbildung stellt ein freies Engagement oft herausfordernd dar und niemand vergütet die ehrenamtliche Arbeitszeit dieser jungen Menschen. Eine solche Arbeit im Rahmen der Bildungssettings ist nicht vorgesehen. Ohne die vor- sowie nachbereitenden und politischen Arbeiten der youboX (zu denen auch zusätzliche Treffen zählen) haben die unabhängigen Jugendlichen nicht die gleichen Chancen, wie Akteur*innen, die seit Jahren berufstätig sind oder Mitarbeitende und Verbände haben, die für sie einstehen.

Der Vorschlag des BMBFs würde bedeuten, dass unabhängige Jugendliche nicht länger beteiligt werden. Wir halten dies für einen erheblichen Rückschritt.

  • BNE-Jugendbeteiligung in Deutschland für die internationale Gemeinschaft nachahmenswert und von der UNESCO, dem WAP sowie dem Bundestag formuliert

Auch aus einer internationalen Blickweise betrachtet, bestärken wir, dass Deutschland seine herausragende Jugendbeteiligung weiterführen und ausbauen sollte, zumal sie doch explizit von der UNESCO formuliert ist. Ferner ist Jugendbeteiligung als Handlungsfeld im Weltaktionsprogramm verankert wie auch im Beschluss des Bundestages zu BNE festgeschrieben. (Bundestags Drucksache BT 18/4188. „Sie [Anmerkung: Die Jugend ..] soll als aktiver Gestalter eine Schlüsselrolle in den zukünftigen nationalen Strukturen zur Umsetzung des Weltaktionsprogramms einnehmen.“).

Ein Aufgeben des youpaN ist daher für uns keine Option, jedoch der Ausbau der Jugendbeteiligung höchst erstrebenswert.

  • Die Alternative ist schon da – das youpaN zeichnet enorme Erfolge

Wer die Mitglieder des youpaN und ihre Arbeit erlebt hat, weiß, welche Auswirkung Jugendbeteiligung in dieser Form auf den BNE-Prozess hatte: engagierte Mitarbeit, (un)bequeme Fragen, neue Blickwinkel, frischer Wind, die Einbeziehung der Jugend, ihrer Ideen, Sorgen und Energie. Die Jugendbeteiligung durch das youpaN wurde vor nicht einmal zwei Jahren gestartet und wurde Teil eines schon länger laufenden BNE-Prozesses. Die notwendige Phase der Selbstfindung des Gremiums musste daher parallel zum Aufholen der Wissenshierarchie sowie der sofortigen Mitarbeit in den BNE-Gremien stattfinden. Wir in der youboX und vor allem die beteiligten Jugendlichen haben dafür ihr Möglichstes gegeben und sehen ganz klar, dass unsere Form der echten Jugendbeteiligung enorme Erfolge verzeichnet.

Aus diesem Grund fordern wir die Beibehaltung der Finanzierung für das unabhängige Jugendgremium youpaN, ihrer zusätzlichen Treffen und eines Begleitorgans, angelehnt an die Arbeit der youboX. Gerne kann das youpaN weiterhin im Austausch mit anderen Jugendverbänden stehen, hierfür würde sich ein Fachforum Jugend sehr gut eignen. Die Jugendperspektive sollte darüber hinaus auch in den einzelnen Fachforen vertreten bleiben. Mit der Wortschöpfung youpaN sollte weitergearbeitet werden, um das bestehende Engagement der Jugendlichen zu würdigen.

Unsere Stellungnahme gibt es auch hier als Download: https://youpan.de/wp-content/uploads/2019/05/Stellungnahme-der-youboX-zur-Weiterentwicklung-der-BNE-Gremien.pdf

4 Tage, 13 junge Menschen, eine Mission: Mehr und bessere Jugendbeteiligung für BNE!

Von Donnerstag bis Sonntag hat sich das youpaN im beschaulichen Bad Emstal in Hessen getroffen, zum ersten Mal selbst organisiert und ohne externe Moderation. Und das hat erstaunliche Früchte getragen!

Im gemütlichen Naturfreundehaus, mit atemberaubenden Blick über die Landschaft, begannen wir das Treffen mit dem obligatorischen WUP – einem Warm-up-Spiel. Nach einer ausführlichen Reflexion der bisherigen Arbeit, der Erfolge aber auch des ein oder anderen Misserfolgs, durften wir ein bisschen träumen: Was ist unsere Vision für das youpaN in der Zukunft? Zweifellos gingen die Vorstellungen hier auseinander. Aber das macht es ja erst so richtig spannend. Denn genau so bunt und vielfältig wie die youpaN-Mitglieder selbst, sind auch ihre Erwartungen an das Gremium und den BNE-Prozess in Deutschland.

Foto: Christopher Zentgraf

Ein ganz spezielles Projekt begleitete uns das ganze Wochenende über bis spät in die Nacht: Wir haben Erklärvideos zum youpaN, zu BNE und zu unseren Forderungen gedreht. Mit Filmklappe und professionellem Equipment kamen wir uns dabei wie an einem richtigen Filmset vor und hatten eine Menge Spaß. Anfängliche Schüchternheit war meistens nach den ersten paar Takes verflogen und wir wuchsen schauspieltechnisch alle über uns hinaus.

Foto: Christopher Zentgraf

In einer intensiven Arbeitsphase entwickelten wir schließlich konkrete Umsetzungsstrategien für unsere Forderungen, die wir in den kommenden Wochen und Monaten angehen werden.

Da wir uns über die vier Tage hinweg selbst verpflegt haben, dienten Koch- und Abwaschsessions als zusätzliches Teambuilding und machten das verlängerte Wochenende zu einer tollen und produktiven Erfahrung. Die Aussicht auf das in drei Wochen stattfindende reguläre Treffen und die baldige youcoN erleichterten den Abschied am Sonntagvormittag.

Dieser Artikel wurde von Elena und Laura geschrieben.

Lies die Jugendfassung des Global Education Monitoring Reports

Die UNESCO gibt jährlich einen Bericht heraus, in dem sie Entwicklungen und Empfehlungen zu Nachhaltiger Entwicklung in der Bildung thematisieren.

Gerade ist die Jugendversion dieses Berichtes erschienen. Mehr Informationen zum Bericht und den Methoden und Zielen, die dahinter stehen findest du hier.

Der Bericht ist auf Englisch, aber extra für Jugendliche gemacht. Das finden wir wichtig und auch unser youpaN hat für den BNE-Prozess in Deutschland gefordert, dass die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung im NAP BNE festgehaltenen Ziele und angedachten Maßnahmen bis 2021 in einer zusammengefassten Form veröffentlicht, die für die Zivilgesellschaft, insbesondere Jugendliche aller Bildungsgrade, verständlich und ansprechend ist.

 

 

 

Social Media braucht Medienkompetenz

Welche Rollen spielt Social Media für den gesellschaftlichen Frieden? Wie werden demokratische Prozesse durch Social Media manipuliert? Und wie kann „Media Literacy“ in Schulen gelehrt werden?

Um Antworten auf diese Fragen zu finden, habe ich (Clara) am 19./20. März 2019 am „Dresdner Forum für internationale Politik“ teilgenommen, das von der Stiftung Entwicklung und Frieden organisiert wurde. Neben zahlreichen interessanten Pannel-Diskussionen gab es viele Gelegenheiten, sich mit engagierten Akteur*innen aus der internationalen Zivilgesellschaft auszutauschen.

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So konnte ich viele hoch motivierte und kompetente Personen kennenlernen, die mit ihren Projekten – seien es Fact-checking in sozialen Medien in Georgien oder israelisch-palästinensische Begegnungen über Facebook – mit Leidenschaft daran arbeiten, die positiven Seiten von Social Media zu nutzen, und ihre negativen Erscheinungen zu bekämpfen.

Medienkompetenz kommt in die Schule

Besonders interessant war, dass auch die Gerda-Taro-Schule Leipzig zu der Veranstaltung eingeladen wurde und ihr zukunftsfähiges Konzept von Medienkompetenz und Demokratiebildung in der Schule vorgestellt hat. Gerade für die Nutzung von Social Media im YoupaN hat mir die Veranstaltung viele neue Impulse gegeben.

Dieser Artikel wurde von Clara aus dem youpaN verfasst.