Das Festival der Taten – Küche, äh, Wohnzimmer-Edition!

Eine Konferenz in der Küche – das ist auch für mich etwas Neues. Doch auf Grund noch nicht geliefertem Schreibtischs ist das mein Ort der Wahl, um am ersten Festival der Taten – Wohnzimmer-Edition teilzunehmen.

Zu Beginn gibt es einige technische Schwierigkeiten, das ist man bei den ganzen verschiedenen Videokonferenzen schon gewöhnt, jedoch geht es schnell voran und alle finden sich in ihren jeweiligen digitalen Räumen, um an den über fünfzig Herausforderungen zu arbeiten, die an das Festival der Taten gestellt wurden.

Ich selbst beschäftige mich mit dem Thema solidarische Städte – SDG11, zusammen mit drei anderen Teilnehmer*innen und einer Teamerin überlegen wir uns in unserem Zoom-Raum, wie man Städte solidarischer gestalten kann. Diese Idee soll dann auch noch in einem kurzen Video fest gehalten werden, ein stressiges Unterfangen für gerade einmal anderthalb Tage. Doch wie so oft bei solchen Konferenzen sprudelt der Erfindergeist, schon bald haben wir eine (unserer Meinung nach) tolle Idee und nehmen ein Video auf, sogar mit eigens dafür aufgenommener Musik!

Am Abend spielt es nach getaner Arbeit über den Livestream eine Band, das ist zwar sehr schön, es fehlt jedoch sehr die Geselligkeit einer Konferenz mit persönlicher Anwesenheit, alles in allem sind Videokonferenzen doch nicht sonderlich kommunikativ.

Als Fazit kann man wohl festhalten, dass ich wirklich beeindruckt bin, was bei dem Festival der Taten – Wohnzimmer-Edition alles online per Videokonferenz auf die Beine gestellt wurde. Die Erfahrung einer Konferenz in persona ist jedoch damit nicht vergleichbar, meine Sehnsucht nach solchen Konferenzen kann diese Erfahrung wohl leider nur spärlich verdrängen…

Geschrieben von Nicolas aus dem youpaN

Nachhaltig Reisen – Widerspruch in sich?!

Im Workshop „Fair(er) Reisen“ von Marie Sauß ging es darum, wie nachhaltig Tourismus ist und wie man selbst seine Reisen fairer gestalten kann. Leider war der Workshop sehr streng konzipiert, Diskussionen wurden nicht gefördert, sondern von der Leiterin abgebrochen.

Die Teilnehmer wurden mit Fließtexten empfangen, aus denen in Teams je zwei Personen zu vier Themen Informationen herausgefiltert werden sollten. Ob man sich dabei fühlt wie in der Schule, wenn Lehrende versuchen, den Frontalunterricht durch Gruppenarbeiten aufzulockern? Vielleicht. Die große Begeisterung blieb unter den Teilnehmenden jedenfalls aus.

Neue Erkenntnisse bleiben aus

Obwohl die Teilnehmenden an mehreren Punkten die Diskussion suchten und die Atmosphäre auflockern wollten, war der Ablauf durch die Seminarleitung sehr an ihre Vorstellungen gebunden. So wurden Plakate in den Teams mit den aus den Fließtexten ausgewerteten Inhalten gestaltet und im Nachgang für die Gruppe vorgestellt.

Die Gruppe, die sich mit Siegeln für nachhaltigen Tourismus auseinandersetzten, berichteten in diesem Bereich von fehlender Transparenz und Qualitätskontrollen und einem sehr niedrigen Bekanntheitsgrad. Außerdem führt die Vielfalt der Siegel auch zu einer extremen Unübersichtlichkeit. Zeit, darüber zu sprechen, was man dagegen unternehmen kann und wie man sich einen Überblick verschaffen kann, blieb nicht, schließlich musste es ja direkt mit der nächsten Präsentation einer Zweier-Gruppe weitergehen.

Im Verlauf des Workshops wurde in dieser Form weiter über ökologische Probleme vor Ort in der bereisten Region gesprochenen, wie beispielsweise den Müll, der übermäßig durch den im Tourismus erhöhten Konsum entsteht und für den vor Ort meist keine logistisch sinnvollen Entsorgungssysteme vorhanden sind. Außerdem entstehen durch vermehrten Tourismus in einem Gebiet zahlreiche Probleme, die im Zusammenhang mit Wasser stehen. Denn speziell um Touristen in die Region zu bringen bzw. um den Ansprüchen von Reisenden gerecht zu werden, entstehen oft luxuriöse Poollandschaften, Hotelanlagen mit Brunnen und Pflanzen oder Parkanlagen. Natürlich müssen solche Exklusivitäten auch bewässert und gepflegt werden. Dies gestaltet sich besonders schwierig, wenn für die angepflanzte Flora eigentlich komplett andere klimatische Bedingungen herrschen müssten. Aber Hauptsache, der Tourist kann sich über Blütenprachten und Springbrunnen freuen. Aber ist das wirklich ein Grund zur Freude?

Der Grundwasserspiegel sinkt folglich immer weiter, bis ein Punkt angekommen ist, an dem eine Region über ihre Ressourcen leben muss, um aufrecht zu halten, was für den Massentourismus aufgebaut wurde.

Eine weitere gravierende Auswirkung des Massentourismus ist die Versiegelung großer Landflächen durch den Bau von beispielsweise Flughäfen und die Erweiterung der Infrastruktur. Das gesamte Abwassersystem muss deshalb überholt werden.

Nicht zu vergessen sind allerdings die unglaublich großen Massen an Emissionen, die vor allem bei der An- und Abreise und bei Schifffahrten entstehen. Daran anknüpfend bekam die Gruppe Input zu CO2- Kompensation. Vor allem zu diesem Thema hatten die youcoN-Teilnehmenden alle ihre eigene Meinung. Aber für konstruktive Gedanken zu den einzelnen Themen und Vorschläge dafür, wie man selbst seine Reise nachhaltiger und fairer gestalten könnte, war keine Zeit mehr, schließlich hatte sich die Referentin noch vorgenommen, eine Traumreise mit den Jugendlichen zu machen. Jeder sollte sich hierbei eine kleine Notiz an sich selbst aufschreiben, nach welchem Grundsatz man für sich im Kontext der Nachhaltigkeit seine Reisen in Zukunft gestalten will. Folgendes Zitat teilte einer der Teilnehmenden mit der Gruppe und fasste damit die allgemeine Einschätzung sehr gut zusammen:

Eine Auszeit ist wichtig, das Gewissen aber auch.

Mit diesem Merksatz mache er für sich klar, dass man sich natürlich auch mal eine Auszeit gönnen, aber er diese auch nachhaltig gestalten müsse, damit er mit einem reinen Gewissen danach wieder in den Alltag starten kann.

Dieser Artikel wurde geschrieben von Johanna Dörrie von der Jugendredaktion der Jungen Presse e.V., die live von der youcoN auf ihrem Magazin www.youthmag.de berichtet und uns diesen Beitrag freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat. Seit über 65 Jahren setzt sich die Junge Presse ehrenamtlich für medieninteressierte Jugendliche ein und ist einer der größten bundesweit aktiven Jugendmedienverbände.

Wenn das Wasser in der Flasche mal grau ist…

Der Bau einer nachhaltigen Wasser-Recycling-Installation dauert ungefähr zwei Tage. Der erste Entwurf eines solchen Systems lässt sich aber schon in anderthalb Stunden Workshop-Zeit erarbeiten. Referentin Katrin Hoffmann wohnt, soweit es gesetzlich möglich ist, in einem Tiny House. Ein mobiles Zuhause, das auf zehn Quadratmetern eigentlich alles bietet, was ein Mensch braucht. Damit kann Katrin einfach von Ort zu Ort reisen, um ihre Lebensweise vorzustellen, mit anderen zusammenzuarbeiten und sich auszutauschen.

Doch wie wird das Tiny House wirklich autark und unabhängig von starren Infrastrukturen? Wie kann ein nachhaltiges Wasser-Recycling-System hergestellt werden, dass praktisch in den Alltag passt – an jedem Ort?

Losgelöst von Vorgaben sammeln die Teilnehmenden Inspirationen und Ideen.

Das größte Vorbild ist dabei die Natur. Niederschlagswasser, das im Boden versickert, läuft durch verschieden grobe, teils mineralhaltige Bodenschichten und wird so maschinell gefiltert und mineralisiert, bevor es zum Grundwasser gelangt. Das Mäandern eines Flusses hilft, Wasser zu säubern – in den Kurven liegen große Steine, die für Verwirbelungen sorgen, sodass sich dort Schmutzpartikel ablagern. Der ständige Strom und UV-Einstrahlung durch das Sonnenlicht behindert die Arbeit von bakteriellen Kulturen und hat somit eine desinfizierende Wirkung. In stehenden Gewässern verwerten Sumpfpflanzen und Mikroorganismen organische Materialen wie Tenside.

Wie können diese natürlichen Materialien in einem kompakten System in den Haushalt integriert werden und wo sind ihre Grenzen? Sumpfpflanzen können in geschlossenen Räumen ohne UV-Einstrahlung nicht überleben; Mikroorganismen stoppen ihre Arbeit bei zu kalten Temperaturen. Außerdem nutzen wir Wasser unterschiedlich – im Bad findet sich im Abwasser Seife, in der Küche gelangt das Fett von Essensresten ins Spülwasser. Damit gelten für verschiedene Räume nicht die gleichen Anforderungen an ein Wasser-Recycling-System.

Eine allgemeine Konstruktion kann dennoch funktionieren, wenn entsprechende Substanzen vorher entfernt werden. Fett von Tellern lässt sich mithilfe von getrocknetem Kaffeesatz aufsaugen und dieser lässt sich anschließend als Dünger verwenden – viele Haushaltsabfälle können also durch und durch selbstständig nachhaltig verwertet werden.

Verwirklichte Beispiele, interessante Entwürfe

Katrin Hoffmann zeigt an einem kleinen Holzmodell, wie sie eine Gartenhütte ästhetisch und praktisch mit einem nachhaltigen Wassersystem ausgestattet hat. Durch eine Dachrinne fließt Regen- und Schmutzwasser. Dabei ist in der Rinne ein maschinelles Filtersystem integriert: In Nylonstrümpfen befinden sich Materialien wie Kiesel und Aktivkohle. Nach Säuberung des Wassers kann es zum Gießen der Pflanzen um die Gartenhütte genutzt werden. Ein großer Vorteil ist, dass das Material in den Strümpfen bei Abnutzung leicht auszutauschen ist. Denn müsste man zum Beispiel zur Instandhaltung einer Wasser-Recycling-Konstruktion jedes Mal ein Rohr ab- und wieder anschrauben, würde das einfach den Alltag zu sehr behindern.

Die Teilnehmenden bringen danach ihre Entwürfe und Ideen für verschiedene Elemente zu Papier.

Zum Sammeln von Niederschlag soll eine Trichterform verwendet werden. Der Trichter kann dabei zum Beispiel aus einem Material bestehen, an dem Wasser kondensieren kann, um auch Tauwasser gewinnen zu können. Oder in ihm werden Sumpfpflanzen gesetzt, die das Wasser schon reinigen und durch einen Verschluss wird der Wasserfluss reguliert, damit die Pflanzen überleben. In Rohren, durch die das Wasser natürlicherweise nach unten fließt, können Wasserräder angebracht werden, die wiederum eine Pumpe betreiben, die das Abwasser zurück zum Anfang des Filtersystems bringt. Filtermaterialien und Mineralsteine können einfach ausgetauscht werden, wenn sie in Schubladen im Wasserrohr angeordnet werden.

Es wird deutlich, dass die ersten Entwürfe so nicht direkt umgesetzt werden können. Dennoch sind die Ideen, die entstehen, wenn man sich von klassischen Erwartungen an scheinbar so etwas kompliziertes wie Wasser-Recycling löst, vielleicht wegweisend sind für nachhaltige Veränderungen.

Dieser Artikel wurde geschrieben von Palina Tkachonak von der Jugendredaktion der Jungen Presse e.V., die live von der youcoN auf ihrem Magazin www.youthmag.de berichtet und uns diesen Beitrag freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat. Seit über 65 Jahren setzt sich die Junge Presse ehrenamtlich für medieninteressierte Jugendliche ein und ist einer der größten bundesweit aktiven Jugendmedienverbände.

Feinstaubsensoren selber bauen

Die Diskussion um Autoabgase steht gerade in Politik und Gesellschaft hoch im Kurs. Zurzeit stehen zwar speziell die Stickstoffdioxide der Dieselfahrzeuge in der Kritik, es wird aber davor gewarnt dabei den Feinstaub nicht zu vergessen. Das Projekt „Citizen Science“ gibt Bürgern die Möglichkeit an die Hand, vor ihrer eigenen Haustür zu messen und zusätzlich zu einem großen Datensammelprojekt beizutragen. Auf der youcoN konnte man einen solchen Feinstaubsensor selber bauen.

„Du und Tausende von Paten weltweit installieren selbst gebaute Messgeräte an der Außenwand ihres Hauses. Aus den übermittelten Daten generiert luftdaten.info eine sich ständig aktualisierende Feinstaub-Karte. So wird Feinstaub sichtbar…“ – luftdaten.info

Weltweit messen mittlerweile über 5.000 private Messgeräte die Feinstaubkonzentration in der Luft. In Hamburg gibt es neben elf offiziellen Messstationen über 200 private Geräte. Auch Du kannst deinen Teil dazu beitragen, ein eigenes Messgerät zusammen bauen und es zu Hause aufhängen. Die Kosten dafür liegen bei etwa 26 Euro. Wenn du technisch nicht so versiert bist, such dir ein Team und dann baut die Messstationen zusammen, dann fällt das Verstehen leichter. Und so geht´s:

1. Auf der Internetseite luftdaten.info findet sich eine Einkaufsliste, einfach auf die Links bei den Teilen klicken und man wird auf die entsprechende Internetseite weitergeleitet.
2. Nun muss die Software auf dem Gerät installiert werden. Die Macher von Luftdaten.info haben auch dafür eine Anleitung auf ihrer Website bereitgestellt. Hierfür müsst Ihr Zeit einplanen und bereit sein, euch damit auseinander zu setzten. Aber keine Angst, wenn Ihr Fragen habt, findet Ihr Kontakte auf der Website.

Abbildung: luftdaten.info

3. Der Zusammenbau ist dann ganz einfach. Sieben Kabel müssen mit den drei einzelnen Bauteilen verbunden werden. Dabei ist ein wenig Fingerspitzengefühl nötig, aber wenn Ihr einmal drin seid, ist dieser Schritt kein Problem.
4. Wenn Ihr das Aufspielen der Software hinbekommen habt, ist die Konfiguration kein Problem mehr. Einfach per Laptop oder Smartphone mit dem Wlan der Messstation verbinden, die Internetseite 192.168.4.1 aufrufen und die Daten des Heimwlans eingeben, bestätigen und fertig. Bis euer Sensor auf Luftdaten.info erscheint, kann es einige Zeit dauern. Wenn es so weit ist, könnt Ihr die Feinstaubmessungen eures Sensors dann einsehen.

„Die OK-Lab-Werte [liefern] eine wichtige zusätzliche Information. Die Skala µg/m3 [Mikrogramm pro Kubikmeter] ist bei solchen Lagen jedoch nicht unmittelbar anwendbar, sondern kann nur als Orientierung dienen.“ – luftdaten.info

Es gibt aber bei diesen Messstationen einige Dinge zu beachten. Der eingebaute Sensor, den Ihr bestellt, misst die Feinstaubmenge des PM2,5 , also des kleineren, gefährlicheren Feinstaubs. Der Wert des größeren Feinstaubs PM10 wird dabei nur geschätzt. Außerdem können Fremdstoffe den Messwert mit beeinflussen. Dazu gehören unter anderem auch Pollen. Überlegt also bei der Auswertung der Messungen vor eurer Haustüre genau, welche Umweltfaktoren um euch herum zusätzlich eine Rolle spielen könnten. Und nun: Viel Spaß beim selber bauen!

Dieser Artikel wurde geschrieben von Pascal Bucksteeg von der Jugendredaktion der Jungen Presse e.V., die live von der youcoN auf ihrem Magazin www.youthmag.de berichtet und uns diesen Beitrag freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat. Seit über 65 Jahren setzt sich die Junge Presse ehrenamtlich für medieninteressierte Jugendliche ein und ist einer der größten bundesweit aktiven Jugendmedienverbände.

Frische Früchte und harte Kerne – Kochworkshop in der Autostadt

Es dampft, brutzelt und riecht schon herrlich gut: In der Kochwerkstatt im Herzen der Autostadt sind seit 12 Uhr zehn youcoN Teilnehmer am Herd, um im Rahmen des Workshops „Früchte Geschichten“ für den gemeinsamen Galaabend etwas Besonderes zum Buffet beizutragen: Holunderbeerencreme mit Apfelmus und Buchweizengalettes.

Zwei der Teilnehmer, Moritz und Christian, stehen hinter den Pfannen und backen Galettes, „also flache Buchweizenpfannkuchen“, erklären sie. Eine Kelle nach der anderen wird in die heiße Pfanne gestrichen, von einer Seite gebacken und dann bedächtig umgedreht. Die Buchweizengalettes sind, so wie das ganze geplante Dessert, komplett vegan. „Für den Teig haben wir Buchweizenmehl, Zucker, Salz, Wasser und etwas Ei-Ersatz aus Pflanzenproteinen verwendet“, erzählt Moritz.

Vielfalt statt Verzicht

Beide kochen auch in ihrer Freizeit gerne: Christian experimentiert selbst gerne mit veganen Rezepten und testet sich durch die kulinarische Vielfalt. Statt Einschränkungen durch den Verzicht auf Fleisch eröffnen sich ihm viel mehr ständig neue Möglichkeiten, wie er verschiedene Lebensmittel miteinander kombinieren kann. Moritz hingegen engagiert sich beim Klimaschutz Kochmobil und gibt regelmäßig Kochworkshops für Kinder, in denen er gemeinsam mit ihnen gesunde Gerichte kocht, zum Teil aus selbst angebautem Gemüse.

Während die beiden weiter den Teig für die Galettes ausbacken wird an anderer Stelle fleißig gerührt: Die Holunderbeerencreme wird gerade fertig gestellt und die ersten beginnen damit, die Creme in kleine Dessertgläschen zu dressieren. Die ganze Arbeitsfläche steht voll mit den Gläschen und eins nach dem anderen wird hochkonzentriert mit der süßen Creme gefüllt. Aber nur bis zur Hälfte: Oben drauf portionieren die nächsten Beiden das zuvor hergestellte und fein passierte Apfelmus aus alten Apfelsorten.

„Die Jugendlichen lernen bei uns, wie man klimafreundlich kochen kann“, erzählt Enza, die den Workshop gemeinsam mit zwei Kollegen betreut. Die Teilnehmer sollen dabei selber kreativ werden, die Produkte im Prozess immer wieder probieren, verfeinern, wieder probieren. Es soll ja schließlich den Anderen später auch schmecken.

In der Zwischenzeit haben Moritz und Christian den Rest des unspektakulär aussehenden Buchweizenteiges in herrlich duftende Galettes verwandelt und beginnen damit, diese für die Gläschen kleinzuschneiden. Die letzten Handgriffe werden gemacht, ein Blatt Minze wird als Garnitur auf die Creme gesetzt. Die ersten Gläschen für den Abend sind fertig. Das Fazit der Teilnehmer? Klare Sache, meint Julia: „Ein tolles Erlebnis!“

Dieser Artikel wurde geschrieben von Marie Haase von der Jugendredaktion der Jungen Presse e.V., die live von der youcoN auf ihrem Magazin www.youthmag.de berichtet und uns diesen Beitrag freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat. Seit über 65 Jahren setzt sich die Junge Presse ehrenamtlich für medieninteressierte Jugendliche ein und ist einer der größten bundesweit aktiven Jugendmedienverbände.

Mit und über Medien lernen

In der Schule werden hauptsächlich zwei verschiedene Typen von Filmen verwendet: Spielfilme, die als Lückenfüller vor den Ferien dienen und altmodische Dokumentationen, die eher zum Schlafen als zum Lernen verleiten.

Im Workshop : „Überraschung garantiert! Digitale Berufsorientierung oder: ‚What’s life got to do with it?'“ sehen die Teilnehmenden zum Einstieg einen Erklärfilm zu Berufsorientierung, der diesen Klischees nicht entspricht. Protagonistin Ipek zeigt einen typischen Tag in ihren letzten Ferien. Mit ihrem besten Freund Tomás zieht sie durch die Stadt, dreht lustige Videos und genießt ihren freien Tag. Die Schülerin weiß noch nicht, was sie nach ihrem Abschluss machen möchte oder überhaupt welche Berufe es neben dem der Lehrkraft gibt. Dabei sind für das „Funktionieren“ des normalen Alltags zahlreiche Fachkräfte verschiedener Bereiche notwendig. Ipek fragt die Zuschauenden direkt: „Welchen Talenten oder Ausbildungsberufen habe ich diesen Tag zu verdanken?“

Das Video stoppt – die Teilnehmenden sind gefragt. Mit über 30 Berufen von der Fachkraft für Speiseeis bis zum Zerspanungsmechaniker liegen sogar einige richtig. Das Ende des Films zeigt anschaulich, wo all diese Berufe ihren Einfluss auf den Alltag wirken. Ipek appelliert, dass man diese berufliche Vielfalt entdecken und mit offenen Augen durch die Welt gehen solle, um seine Talente finden und fördern zu können.

Das Start-Up visionYOU, zu dem Referenten  Theresa Keil und Paul Lorenz gehören, zeigt dieses und andere Videos mit unterschiedlichen Konzepten auf ihrer visionTour – einer Projektwoche zur Berufsorientierung an verschiedenen Schulen. Schon im zehnminütigen Film ist deutlich, dass visionYOU die Lernthemen nicht auf altbekannte Weise übermitteln, sondern auf kreativen und modernen Wegen digitale Bildung voran treiben möchte. Das Unternehmen stellt einsatzbereite, multimediale Bildungskonzepte für Bildungsinstitutionen und Unternehmen.

Welche Vorteile die digitalen Lernkonzepte mit sich bringen, erfahren die Teilnehmenden ganz einfach durch Ausprobieren
Apps wie WWF Free Rivers vermitteln durch Augmented Reality anschaulich, wie das komplexe Ökosystem Fluss funktioniert. Die Informationen sind durch dieses Format viel einprägsamer als über lange Fachtexte. Das Material ist über Smartphones und Tablets ständig mobil verfügbar und die Nutzung der Programme an Schulen ist vergleichsweise einfach umsetzen.

Auch einfach umzusetzen, aber sehr wirkungsvoll sind 360°-Videos, die ihre Zuschauer in unbekannte Welten versetzen. Mit einer lustigen Pappbrille und seinem Smartphone befindet man sich im Handumdrehen auf einem Dach und sieht einem Dachdecker bei der Arbeit zu oder erforscht die Pyramiden in Ägypten. Die Videos sind frei zugänglich und bieten eine neue abwechslungsreiche Sichtweise zu verschiedensten Themen.

Digitale Bildung kann Barrieren überwinden. Robo Wunderkind zum Beispiel führt spielerisch Kinder an anspruchsvolle Themen wie Robotik und Informatik heran, wofür sie nicht einmal lesen können müssen. Mit dem Bau eines Roboters aus Bauklötzen und seiner Programmierung werden intuitiv mediale Kompetenzen vermittelt.

Alles zielt auf Interaktion. Allein ein Klick steigert den Lerneffekt im Vergleich zu klassischen Vorträgen. Best Practice-Beispiele zu E-Learning zeigen, dass es digital viele Möglichkeiten gibt, Informationen graphisch umzusetzen und auch, sich individuell an den Lernenden anzupassen. Je nachdem, für welche Antwort sich ein Benutzer beispielsweise in einem Test entscheidet, bekommt er unterschiedliche weiterführende Informationen oder Fragen.

Der Workshop fokussiert sich auf die Vorteile des Lernens mit und über Lernen
Nachteile werden nur nebenbei erwähnt. Warum? visionYOU hat die Erfahrung, dass diese, sobald man neue digitale Projekte umsetzen wolle, sowieso von Lehrkräften/Eltern/“den Entscheidenden“ genannt werden würden. Aber das solle kein Grund sein, sich der Digitalisierung zu verschließen und sich die vielen Vorteile entgehen zu lassen.

Dieser Artikel wurde geschrieben von Palina Tkachonak von der Jugendredaktion der Jungen Presse e.V., die live von der youcoN auf ihrem Magazin www.youthmag.de berichtet und uns diesen Beitrag freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat. Seit über 65 Jahren setzt sich die Junge Presse ehrenamtlich für medieninteressierte Jugendliche ein und ist einer der größten bundesweit aktiven Jugendmedienverbände.

Informell, formal, ganz egal?

Einer der Workshops, der den Freitag auf der youcoN 2018 maßgebend mitgestaltete, beschäftigte sich mit der Frage, wie man Bildung für nachhaltige Entwicklung dauerhaft mit in den Sektor der non-formalen und informellen Bildung integrieren kann.

Schon auf den ersten Blick ist erkennbar, dass einige der youcoN Teilnehmer sich dafür interessieren, wie die beiden Bereiche miteinander kombiniert werden können. Zuerst wurde allerdings in der Gruppe geklärt, was eigentlich non-formale und informelle Bildung ist bzw. wo sie vermittelt wird. Viele Begriffe fallen, darunter „Museen“, „Familie“, „Jugendcamps“, „Fußballvereine“, Begriffe, die inhaltlich nicht unterschiedlicher sein könnten. Doch alle haben eine Sache gemeinsam: Keiner der Bereiche ist staatlich institutioniert oder verfolgt Lehrpläne, die strikt bestimmte Inhalte vorschreiben. Somit ist einer der Schlüsselpunkte der non-formalen und informellen Bildung die Unabhängigkeit.

Dass auch von einer Teilnehmerin der Begriff „Leben“ in den Raum geworfen wird, ist also nicht verwunderlich. Schließlich lernt der Mensch tagtäglich in jedem seiner Lebensbereiche. Tatsächlich werden sogar 60% aller Lernprozesse eines Menschen in seinem Alltag abgeschlossen. Wieder wird an dieser Stelle ein Kernpunkt deutlich: Die non-formale und informelle Bildung ist durch ihre Vielfalt, Freiheit und somit auch Möglichkeit zur kreativen Gestaltung geprägt. 

Daraus leitet sich ein extrem hohes Innovationspotential in dem Bereich ab. Ein natürliches, freiwilliges Lernen und Austauschen wird möglich, da die Auseinandersetzung mit Themen motiviert und gezielt abläuft. Jeder Mensch besucht in seiner Freizeit, die er außerhalb von Anforderungen, Lehrplänen und frei von Bewertungskriterien verbringt, logischerweise vorrangig die Veranstaltungen, die ihn persönlich interessieren.

Jedoch kann das auch zu einem grundlegendem Problem werden. Dieser Zustand wird sehr gut durch das Phänomen der „Öko-Bubble“ beschrieben. In dem Fall isoliert sich der Teil, der sich aktiv für einen nachhaltigen Lebensstil einsetzt, vom Rest der Gesellschaft und hat deshalb kaum Berührungspunkte, an denen Diskussionen zum Thema Nachhaltigkeit entstehen können.

So schön es auch wäre, Erfahrungsberichten und dem obigen Grund zufolge wird das Thema Nachhaltigkeit bei wenigen Menschen im Alltag diskutiert. Dabei stellen die jungen youcoN-Teilnehmer im Laufe des Workshops fest, dass der Austausch mit seinen Mitmenschen in hohem Maße ausschlaggebend für eine flächendeckende Ausbreitung der Bildung für nachhaltige Entwicklung ist. Denn auch in jeder zwischenmenschlichen Beziehung bildet sich der Mensch weiter, sei es in Gesprächen, Diskussionen oder allein durch den Verweis eines Freundes auf eine interessante Veranstaltung.

Das Ziel dahinter

Die stärkere Verbindung zwischen non-formaler und informeller Bildung und der Bildung für nachhaltige Entwicklung ist für die Zukunft unabdinglich, da nur durch ein größeres Bewusstsein für die Thematik auch verantwortungsvolle Entscheidungen gefällt werden können.

So kann langfristig zukunftsfähiges Denken und Handeln gefördert und durchgesetzt werden.

Dieser Artikel wurde geschrieben von Johanna Dörrie von der Jugendredaktion der Jungen Presse e.V., die live von der youcoN auf ihrem Magazin www.youthmag.de berichtet. Seit über 65 Jahren setzt sich die Junge Presse ehrenamtlich für medieninteressierte Jugendliche ein und ist einer der größten bundesweit aktiven Jugendmedienverbände.

Programmteaser 6 der youcoN

Heute ist schon der 6. Teil unserer Reihe: was geht auf der youcoN? In unserem Programmteaser von heute findest du zwei wirklich coole und sehr praktisch orientierte Workshops:
 
*Planspiel Asyl: In dem Workshop befindest du dich in einem spannenden Spiel, indem du die Entscheidungen trifft. Du bist in einem Asylverfahren und du entscheidest, wem du Asyl gewährst und wem nicht. Das ist nicht nur ziemlich aktuell, sondern auch sehr informativ, denn du wirst eine Menge lernen. Versprochen!
*Solarinselanlagen bauen: Nachdem du kurz über die Energiewende in Deutschland gesprochen hast, disktuierst du, was jeder von uns dafür tun kann. Dann geht es praktisch los! Du setzt direkt die Energiwende um und wartest nicht länger. Du baust Solarinselanlagen, um Handys oder andere elektrische Geräte mit erneuerbaren Strom aufladen zu können. Und das beste ist, du kannst dein Wissen mit nach Hause nehmen und die Solaranlagen dort jederzeit nachbauen.
 
PS: Noch 2 Mal schlafen und dann l(i)eben wir Zukunft auf der youcoN.