Lies die Jugendfassung des Global Education Monitoring Reports

Die UNESCO gibt jährlich einen Bericht heraus, in dem sie Entwicklungen und Empfehlungen zu Nachhaltiger Entwicklung in der Bildung thematisieren.

Gerade ist die Jugendversion dieses Berichtes erschienen. Mehr Informationen zum Bericht und den Methoden und Zielen, die dahinter stehen findest du hier.

Der Bericht ist auf Englisch, aber extra für Jugendliche gemacht. Das finden wir wichtig und auch unser youpaN hat für den BNE-Prozess in Deutschland gefordert, dass die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung im NAP BNE festgehaltenen Ziele und angedachten Maßnahmen bis 2021 in einer zusammengefassten Form veröffentlicht, die für die Zivilgesellschaft, insbesondere Jugendliche aller Bildungsgrade, verständlich und ansprechend ist.

 

 

 

81 Initiativen zu nachhaltiger Bildung ausgezeichnet

Initiativen zur Stärkung von Bildung für nachhaltige Entwicklung ausgezeichnet

Am 28.11.2018 wurden in Bonn 32 Lernorte, 43 Netzwerke und sechs Kommunen für ihr herausragendes Engagement im Rahmen des Nationalen Aktionsplanes Bildung für nachhaltige Entwicklung vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und der Deutschen UNESCO-Kommission ausgezeichnet. Mit ihrer Arbeit tragen die Ausgezeichneten zur Umsetzung des UNESCO-Weltaktionsprogramms BNE bei. Die Initiativen haben eine hohe gesellschaftliche Bedeutung, um das Bewusstsein für einen schonenden Umgang mit Ressourcen und der Notwendigkeit eines nachhaltigen Lebens zu vermitteln. Die ausgezeichneten Initiativen leisten einen wichtigen Beitrag zur Umsetzung des Nationalen Aktionsplans Bildung für nachhaltige Entwicklung und unterstützen die Verankerung einer nachhaltigen Entwicklung im deutschen Bildungssystem.

Die 81 ausgezeichneten Initiativen, kommen zu all den tollen Initiativen die es in Deutschland schon gibt hinzu.

Quelle: bne-portal

Informationen zu allen Initiativen findest du hier!

GemüseAckerdemie unter den Ausgezeichneten

Unter den ausgezeichneten Initiativen befindet sich die GemüseAckerdemie Ackerdemia e.V., die zum Ziel hat die Wertschätzung für Lebensmittel in der Gesellschaft zu steigern und dem Wissens- und Kompetenzverlust im Bereich Lebensmittelproduktion, der Entfremdung von der Natur, gesunder Ernährung und Lebensmittelverschwendung entgegen zu wirken. Nur wenige Kinder und Jugendliche wissen, wo unsere Lebensmittel herkommen. Die GemüseAckerdemie ist ein Bildungsprogramm bei dem bundesweit individuell an Schulen und Kitas, Kinder und Jugendliche in kleinen Teams über eine Saison Gemüse produzieren. Sie bekommen so landwirtschaftliches Fachwissen und Zusammenhänge praktisch vermittelt. Durch die selbstständige Vermarktung des Gemüses lernen die Kinder zusätzlich eine nachhaltige und direkte Form des Wirtschaftens kennen.

Dringender Handlungsbedarf

Die neusten Warnungen des Weltklimarates und Weltbiodiversitätsrat zeigen, wie wichtig schnelle und weitreichende Veränderungen sind.

Nachhaltige Entwicklung bedeutet Menschenwürde und Chancengerechtigkeit für alle in einer intakten Umwelt zu verwirklichen. Bildung ist für eine nachhaltige Entwicklung zentral. Sie versetzt Menschen in die Lage, Entscheidungen für die Zukunft zu treffen und abzuschätzen, wie sich eigene Handlungen auf künftige Generationen oder das Leben in anderen Weltregionen auswirken.

Weltbildungsbericht 2019: erschwerter Zugang zu Bildung für Geflüchtete

UNESCO Weltbildungsbericht 2019 zeigt weltweit Benachteiligungen beim Bildungszugang für Geflüchtete und Migrant*Innen auf

Am 20.11.2018 wurde der UNESCO Weltbildungsbericht 2019 zu Flucht und Migration in Berlin vorgestellt, in dem auf die Benachteiligung von Migrant*Innen und Geflüchteter in der Bildung aufmerksam gemacht wurde.

In vielen Teilen der Welt wird Kindern von geflüchteten Menschen sowie Migrant*Innen das Recht auf hochwertige Bildung nur unzureichend gewährt. Insgesamt verpassten geflüchtete Kinder in den letzten 2 Jahren 1,5 Milliarden Schultage. Ohne die Chance auf Bildung nimmt man diesen Kindern die Zukunft weg und verpasst zudem eine wichtige Möglichkeit die Gesellschaft als Ganzes weiterzuentwickeln.

Deutschland hat bei der Integration von geflüchteten Menschen in das Bildungssystem bereits viel erreicht. Vor allem die Sprachförderung spielt dabei eine zentrale Rolle. Viele andere Länder schließen Geflüchtete jedoch aus Bildungssystemen aus. Asylsuchende Kinder, die in Ländern wie z. B. Australien, Ungarn oder Mexiko leben, haben allenfalls nur eingeschränkten Zugang zu Bildung. Einige Länder bieten Geflüchteten nicht einmal Sprachkurse an.

Das Autor*Innenteam des UNESCO Weltbildungsberichts fordert daher unter anderem;

  • das Recht auf Bildung von Migrant*Innen und Geflüchteten zu gewährleisten und in die nationalen Bildungssysteme einzubinden.
  • Migration und Flucht im Unterricht zu thematisieren, um Vorurteile abzubauen und Lehrkräfte von Migrant*Innen und Geflüchteten auf Diversität vorzubereiten
  • das Potential von Migrant*Innen und Geflüchteten zu nutzen

Bildung findet nicht nur in der Schule und an Universitäten statt, sondern auch außerhalb. Wenn Ihr euch einbringen wollt und Geflüchteten helfen wollt, sprecht doch einfach mal eure Lehrer*Innen oder Fördervereine an und fragt, wie ihr Geflüchteten am besten helfen könnt. Der direkte Kontakt mit Geflüchteten ist eine super Gelegenheit zum Erlernen der Sprache und damit zu guten Bildungschancen. Ein tolles Beispiel hat unser youprO thinktank geliefert, bei dem wir Bildung für nachhaltige Entwicklung für Menschen mit Migrationshintergrund gemacht haben.

Den Weltbildungsbericht findest du hier auch als Video!

BNE 2030 – Die Jugend fordert Mitsprache

Weil Bildung wichtig für eine nachhaltige Entwicklung der Welt ist, wird die UNESCO das Weltaktionsprogramm BNE nach 2019 in einem Folgeprogramm fortführen. Das youpaN und die Stiftung Bildung gestalten diesen Prozess mit und fodern eine starke Jugendbeteiligung.

Wie das Folgeprogramm für BNE aussehen kann, hat die UNESCO in einem Papier aufgeschrieben. Zentral ist die zunehmende Bedeutung von BNE als fester Bestandteil des Ziels für nachhaltige Entwicklung in Bezug auf eine qualitativ hochwertige Bildung und als Schlüsselelement für alle anderen SDGs. Das Papier wurde nach viel Brainstorming, mit Blick auf laufende BNE-Aktionen sowie mit Ideen von Interessengruppen und Menschen aus 116 UNESCO-Mitgliedstaaten erarbeitet.

Die jungen Menschen der youcoN fordern Jugendbeteiligung in allen Zukunftsfragen!

Danach konnte die Öffentlichkeit bis zum 19. November den Entwurf des Papiers kommentieren und eigene Ideen einfließen lassen. Das haben wir von der Stiftung Bildung und dem youpaN auch gemacht!

Wir fordern vom UNESCO-Weltaktionsprogramm zu „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ für die Jahre 2020-2030: Junge Menschen müssen in allen Phasen und Formaten seiner Planung und Umsetzung ihre Ideen einbringen und eigene Projekte umsetzen können.

Nachdem die Kommentare alle gesichtet wurden, wird der endgültige Entwurf des Papiers 2019 der Generalversammlung der Vereinten Nationen vorgelegt. Wenn die das Papier beschließen, wird es in ein Programm umgewandelt. Das soll dann von 2020 bis 2030 laufen. Wir sind gespannt, wie die Jugendbeteiligung dabei aussehen wird, denn ohne wird es nicht gehen.

Auf dem Markt der Möglichkeiten mit der Deutschen UNESCO-Kommission

Auf dem Markt der Möglichkeiten stellt sich unter anderem die Deutsche UNESCO-Kommission vor. Der Stand wird von Juliane betreut, die für den internationalen Jugendfreiwilligendienst „Kulturweit“ der Deutschen UNESCO Kommission in Berlin arbeitet. Wir haben ein kurzes Interview mit ihr geführt.

youthmag: Was machst Du hier?

Juliane: „Ich bringe den Marktbesuchern den Freiwilligendienst der Deutschen UNESCO-Kommission näher. Mein persönliches Hauptinteresse ist es, zu sehen, wie die youcoN organisiert ist und über welche Themen die Leute im youpaN diskutieren.“

Wie kann man Teil des Freiwilligendienstes werden?

„Grundsätzlich fängt alles mit einer Bewerbung an. Die Freiwilligendienste laufen über sechs oder 12 Monate und finden im Ausland statt. Aktuell kann man sich bis Ende Oktober für den Natur-Freiwilligendienst bewerben und für den Kulturweit-Dienst bis Anfang Dezember. Kommt man vom Auslandsdienst zurück geht unsere Arbeit im aktiven Almuninetzwerk weiter. Im Ausland arbeitet man an Schulen und unterstützt dort beispielsweise den Deutschunterricht, leitet Arbeitsgemeinschaften, macht Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Nationalvertretung, organisiert Kulturveranstaltungen des Goethe-Instituts und so weiter. Wir bieten also ein breites Kulturangebot an, in dem man sich vielfältig einbringen kann. In der Zeit des Dienstes befindet man sich an einem Ort in einer festen Stelle. Uns ist der Fokus auf die Teilnehmenden wichtig: Jeder und jede bringt sich und die eigenen Fähigkeiten ein.“

Was ist euer Beitrag zur nachhaltigen Bildung?

„Nachhaltige Bildung verstehen wir als lebenslanges Lernen. Ja, wir haben einen zeitlich begrenzten Freiwilligendienst. Freiwilliger sein hört aber nicht in Deutschland auf. Kommt man aus dem Ausland zurück, wird man Teil des Alumninetzwerks und der damit verbundenen Arbeit. Unser Beitrag zum BNE sieht darüber hinaus so aus, dass die Freiwilligen vor ihrem Dienst 10 Seminartage bei uns durchführen müssen. In dieser Vorbereitung ist BNE ein großes Thema, vor allem der Umgang mit BNE im Ausland.

Wenn ich Kritik an uns selbst äußern darf, möchte ich anbringen, dass unser ökologischer Fußabdruck deutlich zu groß ist. Wir schicken jährlich 400 Freiwillige ins Ausland, die meistens Langstrecken fliegen. Das ist fatal. Das können wir nicht ändern, das liegt in der Natur des Freiwilligendienstes. Im Alumninetzwerk haben wir eine Arbeitsgemeinschaft gegründet, die an Lösungen arbeitet – beispielsweise Bus und Bahn bevorzugen, wenn es möglich ist. Wir können leider keinen CO2-Ausgleich bezahlen, da wir öffentlich finanziert sind und die Gelder dafür nicht verwendet werden dürfen.“

Was gefällt dir an der youcoN?

„Mir gefällt auch, dass hier ein kritischer Weg in der Autostadt gegangen wird. Im ersten Augenblick widerspricht es sich, die youcoN hier stattfinden zu lassen. Aber die Diskussion wird so auf beiden Seiten angeregt. Ich finde positiv, dass sehr viele junge Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen versammelt sind. Leider findet die BNE auf einer kognitiv-abstrakten Ebene statt. Da ist es wichtig Personen einzubinden mit Deutsch als Zweitsprache sprechen oder kein Abitur haben. Es wird versucht, alle Personen einzubeziehen – das ist schwer, aber ein interessanter Ansatz. Wir müssen es schaffen, die Komplexität runter zu brechen. Hier wird der inklusive Umgang gelebt.“

Welche drei Dinge wünschst du dir für eine nachhaltige Zukunft?

„Ich wünsche mir erstens, dass Nachhaltigkeit ganzheitlich in allen Dimensionen, und nicht nur aus einer ökologischen Perspektive gesehen wird. Zweitens wünsche ich mir privat persönlich, dass alle Vegetarier werden und drittens, dass der Fahrradverkehr in Berlin gestärkt wird.“

Vielen Dank für das Interview und einen erfolgreichen Messestand.

Dieser Artikel wurde geschrieben von Jana Jansen von der Jugendredaktion der Jungen Presse e.V., die live von der youcoN auf ihrem Magazin www.youthmag.de berichtet und uns diesen Beitrag freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat. Seit über 65 Jahren setzt sich die Junge Presse ehrenamtlich für medieninteressierte Jugendliche ein und ist einer der größten bundesweit aktiven Jugendmedienverbände.