3. Pariser Platz Rede

Prof. Dr. Dr. Ervin Laszlo hielt am 3. Dezember die 3. Pariser Platz Rede und betont die Notwendigkeit der Evolution unseres Bewusstseins, das zu oft egozentrisch und materialistisch geprägt ist.

Bevorstehende Krisen? – Wir sind bereits mittendrin

Laszlo sieht die globalen Krisen nicht als bevorstehende Ereignisse, auf die wir uns in aller Ruhe vorbereiten können, sondern als Krisen, die hier und jetzt stattfinden. Nun liegt es an uns den richtigen Weg zu gehen – und das am besten sofort!

Auf die Frage, ob er angesichts von 7 Milliarden Menschen, die die Erde ausbeuten, wirklich glaube, dass das Ruder noch herumgerissen werden könne, antwortete Laszlo: „Ja, sonst bräuchten wir ja gar nichts mehr tun.“ Laszlo schaut voller Optimismus in die Zukunft und sieht gerade diese Zeit des Umbruchs für die Chance des Wandels – das Potenzial dazu liegt in einem jeden Menschen. Neue Technologien und soziale Medien können dabei neue Möglichkeiten schaffen, die viel mehr Menschen in die Lage versetzen den Wandel zu gestalten, sei es auf lokaler oder globaler Ebene.

Dem Klimawandel die Stirn bieten

Der Klimawandel begleitet uns jeden Tag. Wir hören von schmelzenden Polkappen, CO2-Fußabdrücken, extremen Wetterbedingungen und Ernteausfällen. Diese und viele weitere Faktoren sorgen für den anthropogenen, also den vom Menschen gemachten Treibhauseffekt, der unsere Jahrsmittelwerte der Lufttemperaturen stetig ansteigen lässt und damit fatale Folgen auf unseren Planeten bewirkt.

Im Workshop „Zukunft verändern – Klima wandeln“ beschäftigen sich die Teilnehmer unter Anleitung von Lukas Böhm und Annalena Stöger vom SV-Bildungswerk daher mit der drängenden Frage: Wie kann das Klima geschützt werden? Was können wir konkret machen, um den Wandel zu stoppen?

Die Teilnehmer nähern sich dabei dem Kern des Themas auf mehreren Etappen und sammeln zunächst, welche Akteure den Klimawandel mitgestalten. Sortiert wird nach Problemmachern und Lösungsschaffenden. Neben großen Industrienationen, global agierenden Konzernen und Fabriken finden sich dabei als Problemmacher einige sehr konkrete Beispiele: Fleischesser, Touristen, Flugreisende und Konsumenten im Allgemeinen tauchen in der Sammlung auf. Als Lösungsschaffende werden Umweltverbände, Aktivisten, Hochschulen mit Programmen für Nachhaltigkeit und Schulen genannt.

In einem nächsten Schritt hinterfragt jeder Teilnehmer sein eigenes Tun: Welche klimaschädlichen Dinge tue ich jeden Tag? Reflektiert gibt jeder Auskunft über sein eigenes Handeln: Fleisch essen. Lange duschen. Pflegeprodukte und Make-up nutzen. Strom verbrauchen. Technik besitzen, deren Komponenten klimaschädlich hergestellt werden. Lebensmittel aus Übersee verzehren, deren Anbau Unmengen an Wasser verschlingt. Flug- und Autoreisen. Das Bild, das sich den Teilnehmern bietet, erschreckt.

Selber zum Lösungsschaffenden werden

Das Blatt wird daher gewendet: Es wird nach Lösungen gesucht, um diese Probleme zu vermeiden. Gemeinsam werden zahlreiche Alternativen gefunden: Vegetarisch oder vegan essen. Kein Essen verschwenden und auf saisonale, regionale und biologisch hergestellte Lebensmittel Wert legen. Mehr Fahrrad fahren. Weniger Pflegeprodukte und feste Kosmetik benutzen. Die Liste an Möglichkeiten, um den Herausforderungen zu begegnen, wird deutlich länger als die Liste der Probleme.

Mit den gefundenen Ansätzen überlegen die Teilnehmer anschließend über Chancen, diese Ideen weiterzugeben und damit selber zum Lösungsschaffenden zu werden und entwickeln konkrete Pläne:

Wir wollen Vorbilder sein für andere und ein klimafreundliches Verhalten vorleben. Wir wollen Raum für Gespräche und Diskussionen nutzen, um andere an unseren Gedanken teilhaben zu lassen. Wir wollen kreativ sein und uns weiterentwickeln und dabei neue Möglichkeiten finden, um den Wandel zu leben. Wir wollen offen sein. Wir wollen Handlungsspielräume wahrnehmen und uns einmischen. Wir wollen niemanden bevormunden. Wir wollen Freunde einladen, mit uns gemeinsam die Veränderung zu sein, die diese Welt braucht.

Es wird klar: Jeder ist selber dafür verantwortlich, sein Handeln zu reflektieren und zu überdenken, Probleme zu erkennen und Lösungsansätze zu schaffen. Die Grundlage dafür wurde dank Lukas Böhm und Annalena Stöger gelegt – es liegt nun an den Teilnehmern, diese Veränderung weiterzutragen.

Dieser Artikel wurde geschrieben von  Marie Haase von der Jugendredaktion der Jungen Presse e.V., die live von der youcoN auf ihrem Magazin www.youthmag.de berichtet und uns diesen Beitrag freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat. Seit über 65 Jahren setzt sich die Junge Presse ehrenamtlich für medieninteressierte Jugendliche ein und ist einer der größten bundesweit aktiven Jugendmedienverbände.