Auch 2020 soll es Jugendbeteiligung geben

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung hatte uns in den letzten Monaten seine Pläne für die Zukunft der Umsetzung von BNE mitgeteilt. Genauer: Die Zukunft der Nationalen Plattform, der Fachforen und auch des youpaN. Denn die UNESCO hat ein neues Weltaktionsprogramm für BNE versprochen, dass eng an dem bisherigen Programm angeleht ist.

Und für uns ist klar: natürlich braucht es hier eine starke und gelungene Jugendbeteiligung.
Neben vielen Hintergrundgesprächen veröffentlichen wir dazu auch eine Stellungnahme. Diese könnt ihr hier lesen.

Wir hoffen euch bald mehr zu unserer Zukunft sagen zu können. Aber wir sind uns sicher: Ohne Jugend geht es nicht!

Die Welt ist voller Möglichmacher

Wenn sich die youprO den Fördervereinen nähert, bleibt der Raum leer. Johannes Domnick und Christoph Pennig von der Stiftung Bildung wollen gemeinsam in Aktion treten und mit den Teilnehmenden ihres Workshops erarbeiten, wie Fördervereine als Möglichmachende für junge Leute in Aktion treten können. Die Idee ist simpel: Jungen Menschen soll unter die Arme gegriffen werden mittels Beratung, finanzieller Förderung oder Weiterbildung. Diese Maßnahmen sollen nicht im luftleeren Raum stattfinden, sondern eingebunden sein in eine vorhandene Struktur: einem Förderverein. Dieser kann ein Jugendclub, die freiwillige Feuerwehr oder ein Sportverein mit zehn Mitgliedern sein. Das BNE knüpft so an vorhandene Strukturen an und schafft so eine langfristige Verbindung in den Förderverein, die Möglichmacher sind. Vielleicht liegt es an der Uhrzeit oder am abgelegenen Ort des Mobilitätsdecks, denn der Raum bleibt leer.

Wer wird heute schon ein Superheld?

Unter dem Motto „Superheld*innen mit Idee gesucht!“ werden Jugendliche mit einem Projekt für eine nachhaltige Welt gefördert. Im Kern gibt es vier Anforderungen, die dazu führen, dass ein Mikroprojekt gefördert wird

  • Gefördert werden Projekte von Personen, die zwischen 14 und 27 Jahren alt sind.
  • Das Projekt braucht einen lokalen Partner vor Ort, beispielsweise einen kleinen Sportverein oder eine Institution wie eine Schule. Diese fungieren dann als Möglichmachende vor Ort.
  • Das youpaN stimmt über die Umsetzung ab. In einem demokratischen Prozess werden die zu fördernden Projektideen festgelegt.
  • Das Projekt macht die Zukunft nachhaltiger, egal ob im großen oder kleinen Umfang.

Der Plan ist es, auch jungen Menschen, die nicht in privilegierten Verhältnissen sozialisiert sind eine Stimme zu geben. Vereine sind gute Ansprechpartner um viele verschiedene Personenkreise anzusprechen. Auf dem Fußballplatz ist es egal wo du herkommst, man spielt für das gemeinsame Team. Das langfristige Bestreben ist, den Kreis der Personen, die staatliche Förderungen für Projekte erhalten, zu vergrößern und bunter zu gestalten. Johannes „Man muss sich immer wieder fragen, wie der Zugang zu solchen Angeboten gestaltet ist. Je einfacher der Zugang zum Angebot ist, desto mehr Personen werden sich auch bewerben. Partner vor Ort, wie Fördervereine, nehmen dann die Funktion ein, das Angebot auch denen näher zu bringen, die im ersten Moment nicht davon erfahren haben.“ Also also all jenen, die nicht einer elitären Mittelschicht angehören.

Christoph: „Auch wenn wir nicht alle Projekte fördern können, vielen Initiatoren kann man durch ein Telefonat schon beratend zur Seite stehen.“

Es ist ein guter Ausgangspunkt, seine Idee als zu förderndes Projekt bei der Stiftung Bildung einzureichen. Schon die Auseinandersetzung mit einem möglichen Förderverein kann Wege zur Umsetzung oder Verbesserung ebnen. Wenn es dann im zweiten Schritt noch einen Zuschlag für die Förderung gibt, steht dem Erfolg nur noch wenig im Weg. Fördervereine sollen Möglichmacher für junge Leute werden, um so Bildung für nachhaltige Entwicklung in die bestehenden Strukturen zu tragen. Durch das youpaN entscheiden Jugendliche für Jugendliche über die Projekte. Ein Verein kann die Barrieren ein Projekt zu entwickeln niedrig halten, um so gemeinsam an einer nachhaltigen Zukunft zu arbeiten. Beim nächsten Vortrag ist der Raum wird der Raum wieder gefüllt sein mit Interessenten.

Dieser Artikel wurde geschrieben von Jana Jansen von der Jugendredaktion der Jungen Presse e.V., die live von der youcoN auf ihrem Magazin www.youthmag.de berichtet und uns diesen Beitrag freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat. Seit über 65 Jahren setzt sich die Junge Presse ehrenamtlich für medieninteressierte Jugendliche ein und ist einer der größten bundesweit aktiven Jugendmedienverbände.

BNE… Wieso eigentlich bei VW?

Der Autokonzern VW steht aktuell bei Umweltschützern nicht sehr hoch im Kurs. Die Diskussionen um Pfusch am Autobau wollen nicht aus Medien und Politik verschwinden, der Autokonzern verweigert aus ökonomischen Gründen eine Nachrüstung. Das Totschlagargument Arbeitsplätze zieht in Deutschland schließlich immer.

Die Entscheidung, die youcoN 2018 in der Autostadt, dem mehrere hundert Millionen Euro teuren Prestigebau von VW in Wolfsburg, stattfinden zu lassen, war auch unter den Organisatoren umstritten, sagt Christoph Pennig von der Stiftung Bildung. Schließlich habe man sich sogar entschieden, die Autostadt als Partner zu nehmen. Sie trägt einen großen Teil der Kosten für die youcoN mit.

Getreu dem Motto „Gemeinsam“

„Unser Motto für die zweite youcoN ist aber ‚Gemeinsam.Zukunft.Leben‘. Letztes Jahr waren wir für uns alleine und hatten eine Wohlfühlatmosphäre. Es bringt aber nichts, wenn die wenigen Menschen, die Nachhaltigkeit schon gut können, noch besser darin werden.“ – Christoph Penning

Deshalb wurden in diesem Jahr Vertreter von Wirtschaft, Politik und Wissenschaft eingeladen, sich die Ergebnisse der youcoN anzuschauen. Der Veranstaltungsort bringt beide Seiten zusammen – so unterschiedlich sie auch sein mögen. Und wirklich treffen zwei Welten aufeinander.  Einige Teilnehmer laufen Barfuß und leger gekleidet über das Gelände und fallen damit zwischen den Angestellten und Gästen auf, von denen viele im Anzug unterwegs sind. Die Umgebung sieht aus wie sprichwörtlich geleckt. Kein Wunder, schließlich fahren hier täglich Mähroboter und abends röhren nach 23 Uhr die benzinbetriebenen Laubbläser und blasen die Blätter der Bäume in den Kanal. Wenigstens das Essen ist nach eigenen Angaben zu 97,8% nachhaltig, vegetarisch, Bio und aus der Region, sogar mit Gütesiegel.

Hört keiner zu?

Anonymes Statement eines/r Teilnehmenden

Wie viel Aufmerksamkeit in Wolfsburg durch die youcoN generiert wurde, lässt sich erst einmal schwer bemessen. Durch die Diskussionsrunde zum Thema „Sei kein Lauch! – BNE gemeinsam anpacken für eine zukunftsfähige Gesellschaft“ bot sich jedoch die Möglichkeit, sich kritisch mit dem Veranstaltungsort auseinander zu setzen. Dabei anwesend war nämlich unter anderem auch Claudius Colsmann aus der Geschäftsführung der Autostadt. Obwohl die Diskussion schnell vom Thema Bildung zum Thema Volkswagen und Umwelt wechselte, bemühte sich Herr Colsmann, alle Fragen zu beantworten und gab auch unumwunden zu, seine persönliche Meinung auf dem Podium nicht äußern zu dürfen. Katja Hintze von der Stiftung Bildung, die auch auf dem Podium stand, dankte ihm am Ende der Diskussion für seinen Mut. Die Verbesserungsvorschläge aus dem Publikum nahm Herr Colsmann dankend an und notierte sich alle. Inwiefern sie umgesetzt wurden wird dann vielleicht bei der youcoN 2019 deutlich.

Raus aus der Blase

Anonymes Statement eines/r Teilnehmenden

Aktionismus ist notwendig, um die eigenen wichtigen Ziele schnell zu erreichen. Das zeigt jüngst das Beispiel des Hambacher Waldes, der nach der Entscheidung des Oberverwaltungsgerichtes Münster und einer eigenen Einschätzung von RWE nun bis 2020 erst einmal sicher zu sein scheint. Um aber langfristig etwas zu verändern müssen in unserer vielschichtigen Gesellschaft Entscheidungstragende überzeugt werden, indem das eigene Anliegen in deren Lebens- und Arbeitswirklichkeiten hineingetragen wird – mit Argumenten und Diskussionen.

Die youcoN 2018 hat dafür einen ersten, kleinen Schritt getan und sich zusammen mit der Autostadt kritisch mit dem Thema Bildung für nachhaltige Entwicklung auseinander gesetzt. Ist noch mehr möglich? Natürlich. Aber nicht innerhalb von vier Tagen.

Dieser Artikel wurde geschrieben von Pascal Bucksteeg von der Jugendredaktion der Jungen Presse e.V., die live von der youcoN auf ihrem Magazin www.youthmag.de berichtet und uns diesen Beitrag freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat. Seit über 65 Jahren setzt sich die Junge Presse ehrenamtlich für medieninteressierte Jugendliche ein und ist einer der größten bundesweit aktiven Jugendmedienverbände.

Was wir noch zur Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie sagen wollen

Wie ihr wisst, gehört das youboX-Team zur Stiftung Bildung. Wir sind eine Spendenorganisation und setzen uns für eine gute Bildung in Deutschland ein. Deshalb möchten wir, dass Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) überall wichtig wird. Und wir möchten auch, dass junge Menschen wie ihr mitbestimmen können. Denn die Entscheidungen, die jetzt getroffen werden, bestimmen unsere Zukunft. Und in der lebt ihr am längsten!

Die Deutsche Strategie für Nachhaltigkeit

Damit BNE und Jugendbeteiligung gut funktioniert, mischen wir uns in der Politik ein. Dort geben wir Tipps. Zum Beispiel wenn es darum geht, die Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie besser zu machen.

In dieser Strategie werden Maßnahmen aufgeschrieben, um die 17 Ziele nachhaltiger Entwicklung in Deutschland zu erreichen. Wir von der Stiftung Bildung haben dazu ein paar Ideen. Diese Ideen haben wir in einem Brief an die Bundesregierung geschickt.

Unsere Tipps und Forderungen

Für die Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie 2018 wünschen wir uns, …

  • dass der Nationale Aktionsplan BNE als Leitperspektive aufgenommen wird. Es sollen also alle den Plan kennen und ähnlich wie darin vorgeschlagen handeln.
  • dass dort vom youpaN erzählt wird. Denn damit wird gezeigt, dass die Beteiligung von jungen Menschen wichtig ist.
  • dass BNE wichtiger wird und es dafür mehr Geld gibt. Mit rund 14 Milliarden Euro können Strukturen, Arbeitsplätze und Projekte bezahlt werden, die gute Arbeit für BNE machen. Das sind zum Beispiel ein Bundeselternrat, eine Bundesschüler*innenkonferenz, ein Bundesverband der Kita- und Schulfördervereine und die Stiftung Bildung.