Pressemitteilung: youpaN fordert bessere Jugendbeteiligung und flächendeckende Implementierung von BNE

14.02.2019. Das youpaN hat auf seiner letzten Klausurtagung seine Forderungen verabschiedet. In diesen verlangt das politische Jugendgremium eine bessere Jugendbeteiligung, eine Implementierung von Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) in der Fläche und einen kritischen Diskurs mit aktuellen Systemen und Institutionen.

Zu diesem Thema erläutert Noura Hammouda, Mitglied des youpaN: „Bessere Jugendbeteiligung ist ein Schlüsselelement in der Umsetzung der Ziele für nachhaltige Entwicklung der UN und von BNE, wird aber nicht als solches behandelt. Junge Menschen werden nach wie vor in unserer Gesellschaft klein gehalten. Dabei sollten gerade sie die Möglichkeit haben, ihre Zukunft mitzugestalten. Die Unzufriedenheit von Jugendlichen über diese Tatsache entlädt sich nun in Bewegungen wie ‚Fridays for Future. ‘“

Nicolas Klasen, ebenfalls Mitglied des youpaN, ergänzt: „Zudem muss BNE endlich flächendeckend umgesetzt werden, um unsere Gesellschaft für die Zukunft fit zu machen. Dabei geht es nicht nur um Lehrpläne, sondern auch darum, wie Lernen stattfindet. Lernorte brauchen neue, nachhaltige Methoden und müssen konsequent barriere- und diskriminierungsfrei sein. Nur so können wir eine nachhaltige Gesellschaft gestalten.“

Die Pressemitteilung steht zum Download zur Verfügung.

Das youpaN steht gerne für Rückfragen, Interviews oder Hintergrundgespräche zur Verfügung.

Ansprechpartner*innen:

Wir brauchen interkulturelle Kompetenz! Aber…was ist überhaupt Kultur?

Kultur ist weitaus mehr als ein klischeehaftes Abendessen, bei dem jede*r ein nationales Gericht mitbringt, worüber anschließend gestritten wird was das Beste ist. Kultur setzt sich aus unterschiedlichen Bereichen zusammen, wie Musik, Kunst, Sprachen, Moral, Religion, Technik, Wirtschaft und noch vielen Weiteren. Kultur ist zeitlos und reicht von der Vergangenheit bis in die Zukunft, wobei sie ständig im Wandel ist und sie hat dabei einen ganz großen Einfluss auf uns.

Wie beeinflusst Kultur unser Leben?

Unser Denken und Handeln wird von unserer Kultur geprägt, weshalb auch du dich mit dem Thema beschäftigen solltest, um neue Perspektiven zu entdecken. Wenn wir auf das klischeehafte Abendessen zurückgreifen und den Bereich der Ernährung genauer unter die Lupe nehmen, erkennt man Esskulturen, wie in Europa das Verzehren von Fleischprodukten. Für viele Europäer ist es selbstverständlich, dass zum Beispiel Rind auf den Teller gehört.

In religiösen Strömungen wie dem Hinduismus verzichten viele auf den Verzehr von Rind und im Buddhismus wird sogar ganz auf Fleischkonsum verzichtet. Das kleine Meerschweinchen wird in manchen lateinamerikanischen Gebieten für den Verzehr gezüchtet, was für die Europäer wieder unvorstellbar ist. Aber auch chemische Innovationen wie Plastik oder Wirtschaftsordnungen, die heute die Welt stark beeinflussen, gab es nicht schon immer. Vielleicht entdeckst du auch bei dir Angewohnheiten oder Denkmuster, nach denen du schon immer gehandelt hast und es immer noch tust, ohne wirklich darüber nachgedacht zu haben. Dabei entscheiden wir nicht selber, in welche Kultur wir geboren werden und welche Denkweise wir annehmen. Der Philosoph John Locke hielt den Verstand für eine tabula rasa, was so viel bedeutet wie unbeschriebenes Blatt, das erst nach der Geburt mit Inhalt gefüllt wird. Diese These ist sehr umstritten, schaut man aber auf die Entwicklungspsychologie, zeigt diese zu mindestens, dass das Blatt nach der Geburt und bis ins hohe Alter stets durch neue Impulse gewandelt wird.

Was hat Kultur mit BNE zu tun?

Beschäftigen wir uns mit unterschiedlichen Kulturen, kann unser Denkhorizont erweitert werden und wir fangen an selbstverständliche Sachen zu hinterfragen. Im Bezug auf die Vergangenheit gab es schon immer einen kulturellen Austausch, der in der heutigen Zeit der Globalisierung seinen Höhepunkt erreicht. BNE könnte dabei ein Vorreiter einer neuen Epoche werden und unsere Kultur maßgebend verändern. Deswegen ein Appell an dich: Beteilige dich und pack mit an. Lasst uns zusammen den Boden für eine friedliche und nachhaltige Welt säen, im dem sich die Wurzeln der Toleranz und Freiheit verankern und daraus eine Landschaft mit Vielfalt entsteht, die für jede*n eine Frucht des Glückes bereithält.

youpaN auf der Nationalen Plattform Bildung für nachhaltige Entwicklung

Am 13. Dezember 2018 fand die 8. Versammlung der Nationalen Plattform Bildung für nachhaltige Entwicklung statt und das youpaN war die junge Stimme, vertreten von Ronja Hallerbach, stellvertretend von Nikolas Karanikolas, begleitet von Elena Keil.

Mehr Jugendbeteiligung!

Das youpaN setzte sich auf der Nationalen Plattform für mehr Jugendbeteiligung ein. Dabei wurde von Ronja Hallerbach die Wichtigkeit von Jugendbeteiligung stark betont. „Fehlende Partizipationsmöglichkeiten erschwerden es Jugendlichen, sich im Erwachsenenalter in politisches Geschehen einzubinden“, so Ronja. Sie forderte deshalb Jugendzukunftsräte in allen Bundesländern, damit Jugendliche ihre Zukunft mitgestalten können und das richtige Werkzeug dafür in die Hände bekommen. Ein anderes wichtiges Thema war der Fortbestand des youpaNs, da das Projekt 2019 ausläuft. Dafür forderte Ronja die Fortbestehung und Verbesserung der Beteiligungsmöglichkeiten für Jugendliche sowie die Ausweitung zur Funktion als globales Vorbild. Die Reaktionen der Anwesenden der Nationalen Plattform sprachen für eine Zustimmung der genannten Forderungen, weshalb wir mit großen Erwartungen in das kommende Jahr blicken.

Alle Forderungen des youpaNs findest du hier: Forderungen

Der Nachhaltige Adventskalender

Du hast noch keinen Adventskalender? Dann lohnt es sich, einen Blick auf den Nachhaltigen Adventskalender zu werfen, denn hinter jedem Adventstürchen versteckt sich nicht nur ein Stück Genuss für den Moment, sondern auch eine Message, die dein Leben bereichert.

Ein Kalender, der Hoffnung stiftet

„Es ist erstaunlich, dass einzelne Menschen, die sich zusammenschließen, so viel bewegen können!“, erzählt Janna Hoppmann begeistert. Sie hat vor zwei Jahren den Nachhaltigen Adventskalender ins Leben gerufen. Dass sie mit ihrem Team innerhalb von einem Monat mit den 24 Inspirationen für einen nachhaltigen Lebensstil 25.000 Menschen aus 120 Ländern der Welt erreichen könnte, hätte sie niemals gedacht.

Die Idee begann mit dem großen Anliegen, Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE) für alle Menschen der Welt zugänglich zu machen  – und das ohne durch einen erhobenen Zeigefinger abzuschrecken. Der Nachhaltige Adventskalender soll den Nutzer*innen BNE auf eine spaßige Weise näherbringen, damit aus dieser positiven Grundhaltung heraus Hoffnung und Lust zum Handeln entstehen können. Dabei kommt zwar der Begriff „BNE“ auf der Webseite und in den Türchen nicht ein Mal ausgeschrieben vor, steckt aber dafür im gesamten Inhalt des Projektes. Hinter den 24 Adventstürchen verstecken sich Texte und Anregungen, wie du morgen eine bessere Welt erschaffen kannst, – so ruft Türchen 10 dazu auf, Natur zu erleben und sich bei einem Winterspaziergang zu veranschaulichen, wofür es sich lohnt, die Erde zu schützen. Andere Türchen enthalten konkrete Ratschläge, um im alltäglichen Leben Ressourcen zu sparen, ohne dass Verzicht im Vordergrund steht. Und je näher Weihnachten rückt, desto stärker liegt der Fokus auf der Frage, was Nachhaltigkeit für uns alle tun kann. Insbesondere die letzten Türchen regen zu Genuss, Entschleunigung und Achtsamkeit an.

Wie alles begann

Die Idee für den Nachhaltigen Adventskalender entstand auf einem Psychologie-Kongress im November 2016, auf der sich die Gründerin Janna die Frage stellte, wie eine zivilgesellschaftliche Bewegung gegen den Klimawandel entstehen könnte – eine Bewegung, die nicht den Glauben an eine bessere Zukunft verliert und jeden Menschen dazu einlädt, Verantwortung für unsere Welt zu übernehmen. Im letzten Jahr hat das ehrenamtliche Team viel Zeit damit verbracht, den Kalender umweltpsychologisch und wissenschaftlich neu zu denken, ihn auf Sozialen Medien zu etablieren, viele Aktionen zu planen und durchzuführen sowie mit den ersten großen Umwelt-NGOs in Deutschland Kooperationen aufzubauen. Für 2019 plant das Team Kooperationen nach Brasilien und lokale Kalender-Versionen mit ersten internationalen Regionalgruppen in verschiedenen Ländern.

Die Macher*innen

Das Team von rund 15 Menschen vielfältiger Interessen und Fähigkeiten verbindet das Ziel, die Welt nachhaltiger zu machen und dabei schon morgen vor der Haustür zu starten. Dabei setzen sie auf die Stärke der Gemeinsamkeit. Der Nachhaltige Adventskalender wurde von Helfenden aus aller Welt in mehr als 20 Sprachen übersetzt. Die Gründerin und Projektmanagerin Janna, seit kurzem auch Teil des youpaN, ist besonders stolz darauf, dass das Team mit Hilfe des Kalenders in den letzten zwei Jahren schon viele Tausende Menschen inspirieren konnte und wünscht sich, dass es noch viele weitere werden. Das Projekt arbeitet politisch unabhängig und völlig unkommerziell.

Türchen, 2019, öffne dich!

Du hast Lust, im Jahr 2019 Teil der Bewegung rund um den Nachhaltigen Adventskalender zu werden, möchtest lokale Kooperationen aufbauen, Veranstaltungen organisieren, programmieren oder designen? Das Team freut sich auf deine Nachricht an ed.tn1555858470evda-1555858470elban1555858470iatsu1555858470s@ofn1555858470i1555858470.

81 Initiativen zu nachhaltiger Bildung ausgezeichnet

Initiativen zur Stärkung von Bildung für nachhaltige Entwicklung ausgezeichnet

Am 28.11.2018 wurden in Bonn 32 Lernorte, 43 Netzwerke und sechs Kommunen für ihr herausragendes Engagement im Rahmen des Nationalen Aktionsplanes Bildung für nachhaltige Entwicklung vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und der Deutschen UNESCO-Kommission ausgezeichnet. Mit ihrer Arbeit tragen die Ausgezeichneten zur Umsetzung des UNESCO-Weltaktionsprogramms BNE bei. Die Initiativen haben eine hohe gesellschaftliche Bedeutung, um das Bewusstsein für einen schonenden Umgang mit Ressourcen und der Notwendigkeit eines nachhaltigen Lebens zu vermitteln. Die ausgezeichneten Initiativen leisten einen wichtigen Beitrag zur Umsetzung des Nationalen Aktionsplans Bildung für nachhaltige Entwicklung und unterstützen die Verankerung einer nachhaltigen Entwicklung im deutschen Bildungssystem.

Die 81 ausgezeichneten Initiativen, kommen zu all den tollen Initiativen die es in Deutschland schon gibt hinzu.

Quelle: bne-portal

Informationen zu allen Initiativen findest du hier!

GemüseAckerdemie unter den Ausgezeichneten

Unter den ausgezeichneten Initiativen befindet sich die GemüseAckerdemie Ackerdemia e.V., die zum Ziel hat die Wertschätzung für Lebensmittel in der Gesellschaft zu steigern und dem Wissens- und Kompetenzverlust im Bereich Lebensmittelproduktion, der Entfremdung von der Natur, gesunder Ernährung und Lebensmittelverschwendung entgegen zu wirken. Nur wenige Kinder und Jugendliche wissen, wo unsere Lebensmittel herkommen. Die GemüseAckerdemie ist ein Bildungsprogramm bei dem bundesweit individuell an Schulen und Kitas, Kinder und Jugendliche in kleinen Teams über eine Saison Gemüse produzieren. Sie bekommen so landwirtschaftliches Fachwissen und Zusammenhänge praktisch vermittelt. Durch die selbstständige Vermarktung des Gemüses lernen die Kinder zusätzlich eine nachhaltige und direkte Form des Wirtschaftens kennen.

Dringender Handlungsbedarf

Die neusten Warnungen des Weltklimarates und Weltbiodiversitätsrat zeigen, wie wichtig schnelle und weitreichende Veränderungen sind.

Nachhaltige Entwicklung bedeutet Menschenwürde und Chancengerechtigkeit für alle in einer intakten Umwelt zu verwirklichen. Bildung ist für eine nachhaltige Entwicklung zentral. Sie versetzt Menschen in die Lage, Entscheidungen für die Zukunft zu treffen und abzuschätzen, wie sich eigene Handlungen auf künftige Generationen oder das Leben in anderen Weltregionen auswirken.

youcoN 2019 – Eine Robinsonade

Ein täglicher Kampf um das Überleben – isoliert und meilenweit keine Menschenseele in Sicht. Du fühlst die kalten Regentropfen an deinem Körper und merkst wie deine Klamotten durchsickern. Im dichten Gestrüpp hörst du wildes Knurren und auf dem Boden siehst du giftige Insekten rumkrabbeln.

Das können wir dir nicht bieten. Aber dafür kannst du zusammen mit 150 jungen Menschen coole Ideen für die Bildung der Zukunft entwickeln.

youcoN 2019 – Wir.L(i)eben.Zukunft

Vom 29. Mai 2019 bis 02. Juni 2019 geht die youcoN in die dritte Runde. Dieses Mal auf der Insel Rügen. Das Thema dreht sich rund um Bildung: Wie soll Bildung in Zukunft aussehen? Wie macht Bildung die Welt besser? Welche Herausforderungen müssen wir bewältigen und wie kannst DU dabei anpacken?

Auf der youcoN 2019 wird es wieder jede Menge spannende Workshops geben, es werden dynamische Diskussionen geführt und interessante Vorträge gehalten. Für das alles haben wir spannende Referent*innen eingeladen. Das youpaN und viele weitere Initiativen werden vor Ort sein und du kannst mittendrin dein Zelt aufschlagen und mitmachen.

Kann ich mir das leisten?

JA! Definitiv. Denn wir übernehmen all deine Kosten. Wir bezahlen deine Anreise, Verpflegung und Unterkunft.

Save the Date und bleib auf dem Laufenden.

youcoN 2019 – Wir.L(i)eben.Zukunft

youprO: Wegweiser

Die Projektidee

Das Projekt Wegweiser verfolgt das Ziel, junge Menschen bei ihrer Sinnfindung und Selbstverwirklichung zu unterstützen. Indem eine Auseinandersetzung mit zentralen lebensphilosophischen Themen wie Sinn, Glück, Achtsamkeit und Verantwortung gefördert wird, soll zum einen die Idee einer ganzheitlichen und humanistischen Bildung an Schulen begünstigt, zum anderen das Bewusstsein junger Menschen mehr zum bedachten Umgang mit sich selbst und der Umwelt geführt werden.  

Um dies zu erreichen, soll zunächst im ersten Schritt des Projekts eine Studie zum Thema Sinn & Selbstwert an Schulen mit ca. 400 Teilnehmer*Innen durchgeführt werden. Dabei soll an erster Stelle eine Antwort auf die Frage geliefert werden, welchen Sinn Schüler für ihr persönliches Leben sehen bzw. anstreben. Anschließend besteht die Hauptleistung des Projekts, aufbauend auf den Ergebnissen der Studie, aus der Bereitstellung eines gedruckten philosophischen Arbeitshefts, das sowohl an Schüler*Innen als auch an Lehrer*Innen verteilt werden soll.  

Das Arbeitsheft ist dadurch charakterisiert, dass man darin selbst lebensnahe und relevante Themen aus dem Bereich der Philosophie bearbeiten kann und nicht nur philosophische Texte zum Lesen bekommt. Ziel der im Arbeitsheft dargestellten Inhalte soll sein, jungen Menschen dabei zu helfen, herauszufinden, wer sie sind, was ihre Fähigkeiten sind und wie sie mit ihren Fähigkeiten und Talenten etwas in der Welt bewegen können. Die Inhalte des Arbeitshefts werden außerdem vor Ort an Schulen in verschiedenen Klassen und ggf. noch in einer Arbeitsgemeinschaft bearbeitet.

Der Projektpartner vor Ort ist das Heinrich-Heine-Gymnasium in Ostfildern-Nellingen. Das Projekt Wegweiser ist so konzipiert, dass es jederzeit und an jedem Ort wiederholbar ist, da die Materialien einfach reproduzierbar und erweiterbar sind. Das Projekt kann daher auch als Lehreinheit, Workshop oder Arbeitsgemeinschaft durchgeführt werden.

Bildung für Nachhaltige Entwicklung bekannt machen

Das Projekt Wegweiser soll die Welt nachhaltiger machen, indem ein Grundstein für Achtsamkeit und Selbstreflexion im Bewusstsein junger Menschen gelegt wird. Nachhaltigkeit ist hierbei so zu verstehen, dass junge Menschen erkennen, mit welchen ihrer Fähigkeiten sie etwas zur Gemeinschaft beitragen können und dabei sozusagen mit sich selbst im Reinen sind und persönlich Glück sowie Zufriedenheit empfinden können. Die Auseinandersetzung mit konkreten philosophischen Inhalten trägt nicht nur zu einer ganzheitlichen Bildung bei, sondern macht junge Menschen zudem aufmerksamer im Umgang mit sich selbst und der Umwelt, das heißt mit der Natur und anderen Menschen.  

Der Begriff „Nachhaltigkeit“ wird im Projekt Wegweiser in zwei Formen verwendet, die eng miteinander verbunden sind. Einerseits wird Nachhaltigkeit im Sinne einer offenen, sinnstiftenden und lebensbereichernden Bildung für junge Menschen verstanden und andererseits im Sinne eines achtsamen Umgangs mit sich selbst, der Natur und der sozialen Gemeinschaft. Beide Formen der Nachhaltigkeit zu lernen und auch weitergeben zu können, setzt den gedanklichen Umgang mit spezifischen Themen dieses Gebiets voraus, darunter beispielsweise die Themen Verantwortung und Selbstbewusstsein.  

Das philosophische Arbeitsheft liefert als Lehrmaterial eine gute Grundlage dafür, diesen zentralen Schritt zu mehr Nachhaltigkeit in der Welt, zu fördern. Die Machart des Projekts erlaubt es zudem die Grundidee der Förderung von Nachhaltigkeit schnell zu verbreiten. 

Ort: Ostfildern-Nellingen

Zeit: November 2018 bis Novemebr 2019

Sei kein Lauch! – Junge Menschen reden mit, fragen nach und stellen Forderungen

Sei kein Lauch! Das war die große Fishbowl-Diskussion am Samstag auf der youcoN. Auf ihr sprachen junge Menschen mit geladenen Gästen aus Wirtschaft, Zivilgesellschaft und Wissenschaft darüber, wie wir gemeinsam mit BNE eine zukunftsfähige Gesellschaft schaffen können.

Dabei ging es nicht nur darum, wie wir den Klimawandel stoppen können. Es wurde auch ganz konkret gefragt, was jede*r Einzelne jetzt schon dafür macht. Welche Verantwortung die Wirtschaft für eine Nachhaltige Entwicklung spielt. Und warum Bildung dabei so wichtig ist.

Junge Menschen im Gespräch mit Dr. Mandy Singer-Brodowski, Claus Colsman und Katja Hintze (von rechts nach links).

In der Diskussion zeigte sich wieder einmal: Das kritische Hinterfragen und die Forderungen junger Menschen beleben den Prozess hin zu einer Nachhaltigen Entwicklung und bleiben nicht ohne Folgen.

Getreu dem Ratschlag von Katja Hintze, die als Vorstandsvorsitzende der Stiftung Bildung die Zivilgesellschaft in der Diskussion vertrat, „als junger Mensch einfach mal zu machen“, kamen ganz viele der youcoN-Besucher*innen auf das Podium. Sie durchlöcherten die Diskutant*innen mit Fragen und Forderungen. Claus Colsman (Geschäftsführung der Autostadt) vernahm diese „Frische und das große Engagement“ der jungen Menschen und möchte viele der Ideen in die Autostadt einbringen und für sie auch eine Öko-Bilanz erstellen. Und auch Dr. Mandy Singer-Brodowski vom Institut Futur begrüßt die vielen BNE-Aktionen der jungen Menschen. Denn für BNE ist wichtig, dass viele Menschen gemeinsam aktiv werden. Sei also kein Lauch und mach gemeinsam mit uns BNE!

Wir haben die Diskussion mitgezeichnet und dabei ist ein tolles Bild als Ergebnis entstanden. Siehe selbst:

BNE… Wieso eigentlich bei VW?

Der Autokonzern VW steht aktuell bei Umweltschützern nicht sehr hoch im Kurs. Die Diskussionen um Pfusch am Autobau wollen nicht aus Medien und Politik verschwinden, der Autokonzern verweigert aus ökonomischen Gründen eine Nachrüstung. Das Totschlagargument Arbeitsplätze zieht in Deutschland schließlich immer.

Die Entscheidung, die youcoN 2018 in der Autostadt, dem mehrere hundert Millionen Euro teuren Prestigebau von VW in Wolfsburg, stattfinden zu lassen, war auch unter den Organisatoren umstritten, sagt Christoph Pennig von der Stiftung Bildung. Schließlich habe man sich sogar entschieden, die Autostadt als Partner zu nehmen. Sie trägt einen großen Teil der Kosten für die youcoN mit.

Getreu dem Motto „Gemeinsam“

„Unser Motto für die zweite youcoN ist aber ‚Gemeinsam.Zukunft.Leben‘. Letztes Jahr waren wir für uns alleine und hatten eine Wohlfühlatmosphäre. Es bringt aber nichts, wenn die wenigen Menschen, die Nachhaltigkeit schon gut können, noch besser darin werden.“ – Christoph Penning

Deshalb wurden in diesem Jahr Vertreter von Wirtschaft, Politik und Wissenschaft eingeladen, sich die Ergebnisse der youcoN anzuschauen. Der Veranstaltungsort bringt beide Seiten zusammen – so unterschiedlich sie auch sein mögen. Und wirklich treffen zwei Welten aufeinander.  Einige Teilnehmer laufen Barfuß und leger gekleidet über das Gelände und fallen damit zwischen den Angestellten und Gästen auf, von denen viele im Anzug unterwegs sind. Die Umgebung sieht aus wie sprichwörtlich geleckt. Kein Wunder, schließlich fahren hier täglich Mähroboter und abends röhren nach 23 Uhr die benzinbetriebenen Laubbläser und blasen die Blätter der Bäume in den Kanal. Wenigstens das Essen ist nach eigenen Angaben zu 97,8% nachhaltig, vegetarisch, Bio und aus der Region, sogar mit Gütesiegel.

Hört keiner zu?

Anonymes Statement eines/r Teilnehmenden

Wie viel Aufmerksamkeit in Wolfsburg durch die youcoN generiert wurde, lässt sich erst einmal schwer bemessen. Durch die Diskussionsrunde zum Thema „Sei kein Lauch! – BNE gemeinsam anpacken für eine zukunftsfähige Gesellschaft“ bot sich jedoch die Möglichkeit, sich kritisch mit dem Veranstaltungsort auseinander zu setzen. Dabei anwesend war nämlich unter anderem auch Claudius Colsmann aus der Geschäftsführung der Autostadt. Obwohl die Diskussion schnell vom Thema Bildung zum Thema Volkswagen und Umwelt wechselte, bemühte sich Herr Colsmann, alle Fragen zu beantworten und gab auch unumwunden zu, seine persönliche Meinung auf dem Podium nicht äußern zu dürfen. Katja Hintze von der Stiftung Bildung, die auch auf dem Podium stand, dankte ihm am Ende der Diskussion für seinen Mut. Die Verbesserungsvorschläge aus dem Publikum nahm Herr Colsmann dankend an und notierte sich alle. Inwiefern sie umgesetzt wurden wird dann vielleicht bei der youcoN 2019 deutlich.

Raus aus der Blase

Anonymes Statement eines/r Teilnehmenden

Aktionismus ist notwendig, um die eigenen wichtigen Ziele schnell zu erreichen. Das zeigt jüngst das Beispiel des Hambacher Waldes, der nach der Entscheidung des Oberverwaltungsgerichtes Münster und einer eigenen Einschätzung von RWE nun bis 2020 erst einmal sicher zu sein scheint. Um aber langfristig etwas zu verändern müssen in unserer vielschichtigen Gesellschaft Entscheidungstragende überzeugt werden, indem das eigene Anliegen in deren Lebens- und Arbeitswirklichkeiten hineingetragen wird – mit Argumenten und Diskussionen.

Die youcoN 2018 hat dafür einen ersten, kleinen Schritt getan und sich zusammen mit der Autostadt kritisch mit dem Thema Bildung für nachhaltige Entwicklung auseinander gesetzt. Ist noch mehr möglich? Natürlich. Aber nicht innerhalb von vier Tagen.

Dieser Artikel wurde geschrieben von Pascal Bucksteeg von der Jugendredaktion der Jungen Presse e.V., die live von der youcoN auf ihrem Magazin www.youthmag.de berichtet und uns diesen Beitrag freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat. Seit über 65 Jahren setzt sich die Junge Presse ehrenamtlich für medieninteressierte Jugendliche ein und ist einer der größten bundesweit aktiven Jugendmedienverbände.

Tine ohne Worte im Interview

Die Moderatorin der youcoN, Tine Bargstedt, hat unsere Fragen beantwortet – ganz still.

Wie sahst du heute Morgen nach dem Aufstehen aus?
Was hältst du von der Autostadt als Veranstaltungsort?
BNE ist für mich…
Dein bisheriges Highlight der youcoN?
Wie engagierst du dich für Nachhaltigkeit in deiner Freizeit?
Morgen geht es zurück nach Hause – wie findest du das?

Dieser Artikel wurde geschrieben von Palina Tkachonak von der Jugendredaktion der Jungen Presse e.V., die live von der youcoN auf ihrem Magazin www.youthmag.de berichtet und uns diesen Beitrag freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat. Seit über 65 Jahren setzt sich die Junge Presse ehrenamtlich für medieninteressierte Jugendliche ein und ist einer der größten bundesweit aktiven Jugendmedienverbände.