Forum Bits & Bäume: Von Commerce zu Commons

Auch wenn uns das Internet ungeahnte Freiheiten, Vernetzungsmöglichkeiten etc. bietet, so ist es doch in den letzten Jahrzehnten zu einem durch und durch kommerzgetriebenen Raum geworden. Unter den 50 meistbesuchten Webseiten im Internet ist einzig die Wikipedia nicht profitgetrieben.

Doch wie kann insbesondere die Politik ein Internet, das sich am Gemeinwohl ausrichtet, fördern? Das war die zentrale Frage beim Forum „Bits & Bäume: Von Commerce zu Commons – ein gemeinwohlorientiertes Internet gestalten“. Dieses fand digital am 15.06.2020 statt. Mithilfe der gemeinfreien Konferenzsoftware Big Blue Button konnten die Teilnehmenden einerseits die Vorträge verschiedener Experten mitverfolgen und sich andererseits direkt per Ton und Video an der Diskussion beteiligen. Mehrere Gebärdendolmetschende sorgten dafür, dass die Veranstaltung auch gehörlosen Menschen zugänglich war.

Eine Einführung in die Thematik gab es zunächst durch Maike Gossen vom Institut für ökologische Wirtschaftsforschung und Prof. Dr. Tilman Santarius vom Einstein Center Digital Future. Prof. Sarah Spiekermann und Tabea Rößner lieferten zur Anregung für die darauf folgenden Diskussionen zwei Impulse. Spiekermann, Dozentin an der Wirtschaftsuniversität Wien, gab einen Einblick in den Überwachungskapitalismus, der sich bspw. hinter digitalen Sprachassistenten wie den Google Assistant verbirgt. Rößner, Sprecherin für Netzpolitik und Verbraucherschutz in der Bundestagsfraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, zeigte auf, wie Digitalpolitik ein gemeinwohlorientiertes Internet fördern kann – sowohl auf Bundes- als auch auf europäischer Ebene – und veranschaulichte dies an aktuellen Projekten wie GAIA-X, einem „Projekt zum Aufbau einer leistungs- und wettbewerbsfähigen, sicheren und vertrauenswürdigen Dateninfrastruktur für Europa“ (s. Wikipedia).

Nach den Impulsen diskutierten die Teilnehmenden in mehreren Gruppen zu fünf Themen, die jeweils ihren eigenen kurzen Input bekamen:

  • Regulierung von Online-Werbung, Datenschutz und Tracking (Vivian Frick, Zentrum Technik und Gesellschaft der TU Berlin)
  • Nachhaltige Geschäftsmodelle für digitale Plattformen (Jonas Pentzien, Institut für ökologische Wirtschaftsforschung)
  • Nachhaltige Geschäftsmodelle für digitale Medien (Oliver Moldenhauer, Investigate Europe)
  • Datenschutzfreundliches und nachhaltiges Micropayment (Leon Schumacher, GNU Taler)
  • Souveräne digitale Infrastruktur (Dominik Piétron, Humboldt-Universität zu Berlin)

Jede Gruppe entwickelte daraufhin Lösungsansätze und formulierte teilweise auch konkrete Forderungen an die Politik. Anschließend präsentierten die Gruppen ihre Ergebnisse im digitalen Plenum.

Zum Abschluss diskutierten Rena Tangens, Gründerin und Vorstandsmitglied von Digitalcourage e.V. sowie Dr. Miika Blinn, Referent Team Digitales und Medien beim Verbraucherzentrale Bundesverband zusammen mit den Teilnehmenden, wie politischen Gestaltungsoptionen für ein gemeinwohlorientiertes Internet aussehen können.

Letztendlich ist es wichtig, dass wir als Gesellschaft auf unsere digitale Infrastruktur achten und insbesondere die Politik kontinuierlich an ihre Verpflichtung gegenüber dem Gemeinwohl erinnern, findet Tabea Rößner, „damit diese sich nicht nur an den Interessen der Wirtschaft ausrichtet.“

Das Festival der Taten – Küche, äh, Wohnzimmer-Edition!

Ein Herz für Actiforms?

Eine Konferenz in der Küche – das ist auch für mich etwas Neues. Doch auf Grund noch nicht geliefertem Schreibtischs ist das mein Ort der Wahl, um am ersten Festival der Taten – Wohnzimmer-Edition teilzunehmen.

Zu Beginn gibt es einige technische Schwierigkeiten, das ist man bei den ganzen verschiedenen Videokonferenzen schon gewöhnt, jedoch geht es schnell voran und alle finden sich in ihren jeweiligen digitalen Räumen, um an den über fünfzig Herausforderungen zu arbeiten, die an das Festival der Taten gestellt wurden.

Ich selbst beschäftige mich mit dem Thema solidarische Städte – SDG11, zusammen mit drei anderen Teilnehmer*innen und einer Teamerin überlegen wir uns in unserem Zoom-Raum, wie man Städte solidarischer gestalten kann. Diese Idee soll dann auch noch in einem kurzen Video fest gehalten werden, ein stressiges Unterfangen für gerade einmal anderthalb Tage. Doch wie so oft bei solchen Konferenzen sprudelt der Erfindergeist, schon bald haben wir eine (unserer Meinung nach) tolle Idee und nehmen ein Video auf, sogar mit eigens dafür aufgenommener Musik!

Am Abend spielt es nach getaner Arbeit über den Livestream eine Band, das ist zwar sehr schön, es fehlt jedoch sehr die Geselligkeit einer Konferenz mit persönlicher Anwesenheit, alles in allem sind Videokonferenzen doch nicht sonderlich kommunikativ.

Als Fazit kann man wohl festhalten, dass ich wirklich beeindruckt bin, was bei dem Festival der Taten – Wohnzimmer-Edition alles online per Videokonferenz auf die Beine gestellt wurde. Die Erfahrung einer Konferenz in persona ist jedoch damit nicht vergleichbar, meine Sehnsucht nach solchen Konferenzen kann diese Erfahrung wohl leider nur spärlich verdrängen…

Geschrieben von Nicolas aus dem youpaN

sustainABILITY wird weiterentwickelt!

sustainABILITY

„Um die dringend notwendige Energiewende in die Tat umzusetzen, müssen sich Einstellungen und Gewohnheiten der Menschen ändern“ – davon ist das „Think Lab 2.0 – Transformation gestalten“ der innogy Stiftung für Energie und Gesellschaft und der Stiftung der Deutschen Wirtschaft überzeugt. Im Dezember 2019 rief das Lab junge Menschen dazu auf, eigene Ideen für diese Transformation zu entwickeln und daraus im Rahmen eines Hackathons Projekte zu entwerfen, die einen Beitrag zur Umsetzung der Energiewende leisten. Ein Hackathon ist ein intensiver, meist mehrtägiger Workshop zu einem bestimmten Thema bzw. einer Problemstellung, zu der nach anfänglichen Impulsen kollaborativ und interdisziplinär Lösungen ausgearbeitet werden. Oft entstehen auch erste Prototypen, welche die Machbarkeit der erarbeiteten Lösung zeigen.

Christopher (25) und sein Team arbeiten ständig daran, ihr Umfeld von Nachhaltigkeit, insbesondere nachhaltigem Handeln zu überzeugen. Als Mitglieder des youpaN sind er und Clara (20) ständig im Dienste der Zukunft unterwegs. Mit ihrer Idee für eine App, mithilfe derer nachhaltiges Verhalten spielerisch erlernt werden kann, haben sie es beim hackathon geschafft: “ sustainABILITY  – die Fähigkeit, die Welt zu retten“ kam gut an. Clara, Nathan und Christopher sicherten sich im Anschluss eine finanzielle Förderung von bis zu 7.500 Euro und werden von Expert*innen bei der Umsetzung ihres Vorhabens unterstützt.

Dieser Beitrag wurde von Christopher aus dem youpaN verfasst.

BNE-Umsetzungskonferenz mit Landesschueler*innenvertretungen & dem youpaN

Vom 13. Bis 15. Dezember veranstaltete das youpaN die erste bundesweite Vernetzungskonferenz zum Thema BNE für junge Menschen, die sich in den Landesschüler*innenvertretungen der Länder engagieren: In der Jugendherberge Berlin wurde drei Tage lang intensiv diskutiert, zugehört und an Projekten gearbeitet. Bereichernde und informative Inputs zu BNE kamen von Thomas Hohn (Greenpeace), Elena Keil (youpaN) sowie Harald Willert (Fachforum Schule): Wir hoffen, dass die Teilnehmenden das neu erlangte Wissen dazu nutzen, um sich noch mehr mit BNE und der Rolle von jungen Menschen in diesem Prozess zu beschäftigen!

Unterstützt wurden wir zudem von einer sehr engagierten Moderation: Annalena und Johannes vom SV Bildungswerk. Dieser Mix aus engagierten Leuten und vielfältigem Inhalt hat dazu geführt, dass ganz viel Motivation für BNE entstehen konnte, die zu vielen neuen Ideen verhalf: Wir haben darüber nachgedacht, wie Schule nachhaltiger werden kann, aber auch über die Notwendigkeit, dass dafür die gesamte Infrastruktur, am besten gleich die gesamte Stadtverwaltung nachhaltig wird.

Mehr BNE-Ausbildung fuer Lehrkraefte!

Wir fordern, dass es mehr BNE-Ausbildungen für Lehrer- und Schulleiter*innen gibt – denn wie sollen junge Menschen etwas über BNE lernen, wenn die Lehrpersonen bzgl. BNE unwissend und/oder unmotiviert sind? Wir werden weiterhin für mehr Jugendbeteiligung in der Schule und im BNE-Prozess einstehen, da junge Menschen der Schlüssel zur Transformation unserer Gesellschaft sind. Den Teilnehmenden und uns hat es sehr gefallen und wir hoffen, dass wir uns alle an der nächsten youcoN wiedersehen, um an die Arbeit anzuknüpfen und BNE sowie Jugendbeteiligung in den Bundesländern weiter zu stärken!

Dieser Artikel wurde von Clara aus dem youpaN verfasst.

youprO: Eine Vollversammlung für unser Klima

Das youprO „Public Climate School“ an der Martin-Luther-Universität Halle war „ein energetisches Brodeln voll Tatendrang und Aufbruchsstimmung“ auch, wenn dies leider nicht alle mitgerissen hat.

Wir, eine Ortsgruppe der Students For Future AG von Fridays For Future, haben eine Woche lang über 30 Veranstaltungen zum Thema Klima und der daraus resultierenden Verantwortung unserer Universität auf die Beine gestellt. Diese gingen von Informationsveranstaltungen in Form von Vorträgen, Podiumsdiskussion bis hin zu Kinoabenden, einer Party, Workshops, einer studentischen Vollversammlung und abschließend drei Demonstrationen mit und ohne Fahrrad. All dies ist logistisch und organisatorisch basierend auf unermüdlicher Bereitschaft und Improvisationsvermögen bis auf wenige Raumwechsel einwandfrei verlaufen. Zudem sollten wir das Begleitprogramm definitiv mehr geisteswissenschaftlich ausbauen, da uns die Woche nochmal deutlich gezeigt hat, dass die Klimaherausforderung schon lange nicht mehr technischer oder wirtschaftlicher, sondern vor allem kultureller und politischer Art ist.

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Wie geht es weiter? Eine deutschlandweite Public Climate Schoo?

Nach unserem Projekt reflektieren wir nun, inwiefern wir unseren Zielen, der Umsetzung der deutschlandweiten Public Climate School in Halle und der Veränderung des global-politischen Systems des menschlichen Daseins, dass es zukunftstauglich ist, nähergekommen sind. Ich denke, dass es definitiv ein Schritt in die richtige Richtung war, allerdings hätte dieser größer ausfallen können. Doch wo sind die Hebelpunkte des Systems? Wie kann man am effektivsten darauf Einfluss nehmen? Wen muss eine soziale Bewegung wie FFF außerdem ansprechen? Und wie funktioniert dies am effektivsten? Auf diese Fragen erste Antworten zu finden, erhoffe ich mir während den folgenden Wintermonaten unter anderem in den kostenlosen Büchern der

Smart CSOs, auf welche wir durch den Verein für Bildungsarbeit „Mohio“ aufmerksam geworden sind.  Diese haben im Rahmen unseres Projektes auch zwei Workshops gegeben. All diese Fragen fordern mit Sicherheit einiges Durchhaltevermögen, aber wir sind jetzt an einem Punkt angekommen, an dem wir nicht mehr auf unsere Eltern oder traditionelle Autoritäten, wie auch die Universität eine ist, setzen können, da die Umstände zeigen, dass wir genau diese sowie alte Denkmuster in Zukunft ändern müssen.

Wir brauchen eine alternative Kultur mit ALLEN und dafür werden wir uns weiterhin einsetzen und brauchen jede helfende Hand für einen nachhaltigen Wandel.

Der Bericht (gekürzt) wurde von Arian verfasst, die das Projekt mitgeplant hat.

Jugend mischt auf bei erster KMK-BMZ-Fachtagung mit Jugendbeteiligung

Auf Initiative von Engagement global und mit Unterstützung des SV Bildungswerks (http://sv-bildungswerk.de) haben 20 junge Menschen, darunter auch Noura, Clara und Elena aus dem youpaN, die KMK-BMZ-Fachtagung  zum Orientierungsrahmen BNE besucht. Wer jetzt wegen der GROSSBUCHSTABEN verwirrt ist, KMK-BMZ steht für „Kultusministerkonferenz – Bundesministerium für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit“ (Das sind die staatlichen Institutionen, welche diese Tagung veranstaltet haben.)

Engagement Global, 10. Fachtagung zum Orientierungsrahmen Globale Entwicklung, Leipzig
Foto: Alexander Schmidt

Wir hatten die Möglichkeit, als junge Menschen viele unserer Gedanken im Plenum aber auch in spannenden Einzelgesprächen oder Open Space-Formaten zu äußern. Das Programm wurde sogar extra so angepasst, dass auch junge Menschen das Fachchinesisch verstehen und sich nicht völlig im Abkürzungsjungle verirren. Viele wichtige Menschen haben betont wie wichtige Jugendbeteiligung ist. Dementsprechend passend war unsere Forderung nach einer Jugendpartizipation auf Augenhöhe und die Einrichtung von Jugendzukunftsräten in den Bundesländern. Da die Fachtagung in Leipzig stattfand, konnte das Land Sachsen seine Landesstrategie BNE vorstellen, in der jedoch keine strukturelle Jugendbeteiligung in Entscheidungsprozessen vorgesehen ist.  Wir haben auf diesen „Missstand“ aufmerksam gemacht und hoffen, dass die Staatsregierung Sachsen der Forderung der vielen jungen, engagierten Menschen nach Jugendbeteiligung in BNE nachkommt!

Der Artikel wurde von Clara aus dem youpaN verfasst.

Wie politisch ist Bildungsarbeit?

Akteure des Netzwerks Bildung für nachhaltige Entwicklung in und um München treffen sich zweimal jährlich bei den Netzwerk-Treffen Umweltbildung. Die Mitglieder sind Kolleg*innen aus Bildungseinrichtungen, Verbänden, Institutionen, Initiativen und Verwaltung, sowie selbständig Tätige mit den Schwerpunkten Natur, Umwelt und Nachhaltigkeit. Diesmal war auch Simeon aus dem youpaN mit dabei.

Das Vernetzungstreffen am 17.10. stand unter dem Thema „Jugend bewegt Zukunft & Politische Bildung und Bildung für nachhaltige Entwicklung“ und wurde von Steffi Kreuzinger (Ökoprojekt MobilSpiel e.V.) moderiert.

Wie politisch soll-darf-kann-muss Bildungsarbeit sein?

Der erste Programmslot: „Wie politisch soll-darf-kann-muss Bildungsarbeit sein?“ Impuls und Austausch war mit Christoph Rössler von der Arbeitsgemeinschaft Friedenspädagogik e.V., Die Pastinaken. Inhalt: Viele rechtsorientierte Organisationen springen zurzeit auf den Trend auf, sich den Umweltschutz mit der Begründung “Umweltschutz ist Heimatschutz” auf die Agenda zu setzen. So ist auf der Homepage der AFD zu lesen: “Artenschutz ist Umweltschutz. Umweltschutz ist Heimatschutz. Heimatschutz ist blau, blau ist die AfD.“

Foto: Simeon Timmer

Selbstverständlich sind Rechtpopulisten ebenso vom Klimawandel betroffen wie auch alle anderen, doch Umweltschutz ist schwer mit faschistischen Ansichten vereinbar. Kurzerklärt: Rechtsradikale haben den Umweltschutz als Tätigkeitsfeld entdeckt. Nicht aus Überzeugung, sondern um einen weiteren Krakenarm in die Gesellschaft zu strecken. Dieses Unterfangen ist aber ebenso durchschaubar wie in seiner Substanz lächerlich. Denn wie kann mensch Leben schützen wollen, aber gleichzeitig einen starken Hass auf andere Ethnien und Kulturen haben und diesen das Recht auf ein sicheres Leben verwehren?
Mehr zum Thema: “wie politisch darf Bildung sein?” gibt es auf der Website der Bpb unter zu lesen.

Wie kann BNE das Engagement der jungen Generation unterstützen?

Der zweite Programmslot “Wie kann BNE das Engagement der jungen Generation unterstützen?” wurde durch Jule Müller vom Cambio eV. (Dresden) angeleitet. Unsere aktuelle Ausganslage: weltweite multiple Krisen; ineffektive politische Bearbeitung der Krisen in den letzten Jahrzehnten; Fridays for Future und Extinction Rebellion zeigen, dass ein großes Aktivierungspotential da ist. Gemeinhin bekannt ist bereits, dass es bereits zahlreihe Ansätze für die Aktivierung von jungen Menschen gibt. Der erste Schritt sollte sein, Lösungen anzubieten, die Politik und Wandel abseits des Parlaments und des Wahlzettels erfahrbar machen. Eine der bekanntesten Kampagnen sind die „Social Development Goals“, kurz SDG´s. Sie bieten einen schönen Einstieg, allerdings basieren diese auf problematischen Grundannahmen, die oftmals als alternativlos dargestellt werden:

  • Alternativlosigkeit von Wirtschaftswachstum
  • Verständnis von Umwelt und Natur als ökonomische Ressource
  • Eurozentrische Vorstellung von Entwicklung

Foto: Simeon Timmer

Doch laut Beutelsbacher Konsens ist es unsere primäre Aufgabe, Kontroversität und Denkräume zu eröffnen – unter dem Konsens – dass Bildung und Wissen nie neutral sind. Dies heißt als Konsequenz für die Bildungslandschaft: Kritische Selbstreflektion von den Bildungsakteur*innen; Sichere Lernräume, um sich auf das Hinterfragen gewohnter Denk- und Handlungsweisen einzulassen; Angst- und Ohnmachtserfahrungen Raum geben, gehört genauso dazu, wie die Gestaltung berührender und ermutigender Lernräume; Einbringung von Bewegung, Emotionen und Kunst; Abkehr von Expert*innentum, Schaffung gemeinsamer Denkräume mit reger Diskurskultur; Jugendliche und ihr Wissen &Können ernstnehmen, einbinden!; Neues Verständnis schaffen, was Politik //Demokratie bedeutet.

Dies sollte zukünftig in der Arbeit mit jungen Menschen beachtet werden um eine gelingende und qualitative Jugendpartizipation zu ermöglichen.
Im Anschluss an die Programmslots wurde noch über die vorgestellten Ideen und Ansichten ausführlich diskutiert und Kontakte ausgetauscht.

Der Artikel wurde von Simeon aus dem youpaN verfasst.

 FF Kommunen und eine spannende Randnotiz

Ich war für das youpaN auf der letzten Sitzung des Fachforums Kommune unterwegs. Dort wurde berichtet, dass die Gremienstruktur weitgehend erhalten bleibt und wir freuen uns, weiter an Bord zu sein. Trotzdem habe ich diese Sitzung (und das nicht als einzige*r) wieder als zu passiv und wenig gestalterisch wahrnehmen können. Deshalb machen wir uns auf den Weg, in Zukunft auch beim Partnernetzwerk Kommunen mitwirken zu können und noch tiefer einzusteigen. Fingers crossed!

Bildung für nachhaltige Entwicklung

P.S.: Eine spannende Randnotiz, die ich von dieser Sitzung mitgenommen habe, liest, dass sich im neuen „Klimaschutzpaket“ der GroKo noch keinerlei BNE finden lässt. Das könnten wir ändern, finde ich!

Der Artikel wurde von Noura aus dem youpaN verfasst.

Brandenburg macht BNE!

Unter dem Slogan „Brandenburg macht BNE“ fand am 12. September 2019 im Haus der Natur in Potsdam die Auftaktveranstaltung der „Servicestelle Bildung für Nachhaltige Entwicklung“ Brandenburg statt, die im Frühjahr diesen Jahres ihre Arbeit aufnahm.

Die Servicestelle, die unter der Trägerschaft von drei brandenburgischen Institutionen läuft (der Arbeitsgemeinschaft Natur- und Umweltbildung Brandenburg e.V. (ANU), dem Verbund entwicklungspolitischer Nichtregierungsorganisationen Brandenburgs e.V. (VENROB) und der Hoschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde (HNEE)), hat die Zielsetzung, brandenburgische Akteur*innen aus dem Bereich BNE zu qualifizieren und miteinander zu vernetzen.

Bild: Laura Rupenow

Bildungsangebote für BNE

Der Fokus der Servicestelle liegt auf Bildungsangeboten im nonformalen Bereich, die zukünftig auch von der Servicestelle zertifiziert werden können. Wer sich das Logo der neuen BNE-Anlaufstelle mal genau anschaut, der entdeckt darin die Farben der 17 Nachhaltigkeitsziele (engl.: Sustainable Developemnt Goals, SDGs). Auf die stützt sich nämlich das konzept der     Bildung für nachhaltige Entwicklung – konkreter auf das SDG 4: Hochwertige Bildung.

Bild: Laura Rupenow

Beim Auftakt in Potsdam hat sich Laura aus dem youpaN mit verschiedensten BNE-Multiplikator*innen ausgetauscht und die jugendliche Perspektive in die Diskussionsrunden miteingebracht. Mal schauen, was sich da in nächster Zeit noch so bewegen wird in Brandenburg…

Dieser Artikel wurde verfasst von Laura aus dem youpaN.

Wenn Jugend Bildung für nachhaltige Entwicklung verändert

Im Rahmen des Freitalkformats der Grünen Jugend Hamburg war ich (Marcel) für das youpaN eingeladen, einen Vortrag über die Umsetzung von Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) in Bezug auf junge Menschen zu halten.

Eine wichtige Voraussetzung um BNE überhaupt umsetzen zu können, ist die richtige Auffassung von BNE. Es ist nicht irgendeine Bildung, sondern eine gute, effiziente Bildung. Sie bedeutet sich nachhaltig zu bilden und sich ein breites Wissen anzueignen, welches Menschen dazu befähigt, die Auswirkungen ihres eigenen Handelns zu verstehen, um verantwortungsvolle Entscheidungen treffen zu können. Das ist echte Bildung für nachhaltige Entwicklung.

Nun gilt es als große Herausforderung diese Art von Bildung umzusetzen. Doch wie?

Foto: Marcel Kupfer

UNESCO Weltaktionsprogramm für 17 Ziele

Im Rahmen des Weltaktionsprogramms Bildung für nachhaltige Entwicklung verfolgen wir 17 Ziele, die Sustainable Development Goals (SDGs), welche 2015 von den Vereinten Nationen beschlossen worden sind und bis 2030 erreicht werden sollen.

Zur Erreichung der Ziele muss eine nachhaltige Entwicklung flächendeckend, auf Deutschland bezogen bundesweit umgesetzt werden. Dafür muss sich BNE in Strukturen verankern, wie beispielsweise in den Bildungsplänen der Länder. Daneben sollte auch die Art und Weise des Lernens reflektiert werden und überdacht werden. Wichtig ist, dass die Menschen nachhaltig lernen, und so agieren, damit das morgen und übermorgen noch genauso lebenswert sein wird, wie das heute ist!

Junge Menschen ändern Bildung

Ein wichtiger Faktor für die Umsetzung einer guten Bildung ist die Beteiligung junger Menschen. Um unsere Welt nachhaltig zu verändern, müssen wichtige Entscheidungen getroffen werden, und darauf geachtet werden, dass der Veränderungsprozess zielführend gestaltet wird. Dazu braucht es die Meinungen und Ideen aller Altersgruppen. Auch der Jugend!

Als Jugendgremium youpaN setzen wir uns für eine gute Jugendbildung ein. Mit guter Jugendbeteiligung meinen mir den Einbezug junger Menschen im gesamten Prozess der Bildungstransformation in Deutschland. Also von der Ideenfindung, über die Diskussion bis hin zur Entscheidung und mit einem bestimmten Quorum! Gleichzeit müssen Jugendbeteiligung und freiwilliges Engagement für junge Menschen auch möglich gemacht werden. Das heißt, bei guter Jugendbeteiligung muss das Engagement mit der Schule, dem Studium, der Ausbildung etc. gut vereinbar sind. Dafür setzen wir uns ein!

BNE muss noch viel bekannter werden

Während des Freitalks bei der Grünen Jugend Hamburg wurde durch die Teilnehmenden festgestellt, dass BNE noch nicht das Maß an Bekanntheit hat, welches sie eigentlich haben müsste. Diese Feststellung muss ernsthaft behandelt werden, denn es muss gewährleistet sein, dass die Menschen darüber informiert werden, was Bildung für nachhaltige Entwicklung eigentlich ist und warum dieser Bildung ein hohes Maß an Wichtigkeit zugeschrieben wird.

Nun gilt es die aktuellen Gegebenheiten aufzugreifen und zu analysieren und dabei zu schauen, wie die Umsetzung einer guten BNE angegangen werden kann, möglichst zeitnah!