youprO: Eine Vollversammlung für unser Klima

Das youprO „Public Climate School“ an der Martin-Luther-Universität Halle war „ein energetisches Brodeln voll Tatendrang und Aufbruchsstimmung“ auch, wenn dies leider nicht alle mitgerissen hat.

Wir, eine Ortsgruppe der Students For Future AG von Fridays For Future, haben eine Woche lang über 30 Veranstaltungen zum Thema Klima und der daraus resultierenden Verantwortung unserer Universität auf die Beine gestellt. Diese gingen von Informationsveranstaltungen in Form von Vorträgen, Podiumsdiskussion bis hin zu Kinoabenden, einer Party, Workshops, einer studentischen Vollversammlung und abschließend drei Demonstrationen mit und ohne Fahrrad. All dies ist logistisch und organisatorisch basierend auf unermüdlicher Bereitschaft und Improvisationsvermögen bis auf wenige Raumwechsel einwandfrei verlaufen. Zudem sollten wir das Begleitprogramm definitiv mehr geisteswissenschaftlich ausbauen, da uns die Woche nochmal deutlich gezeigt hat, dass die Klimaherausforderung schon lange nicht mehr technischer oder wirtschaftlicher, sondern vor allem kultureller und politischer Art ist.

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Wie geht es weiter? Eine deutschlandweite Public Climate Schoo?

Nach unserem Projekt reflektieren wir nun, inwiefern wir unseren Zielen, der Umsetzung der deutschlandweiten Public Climate School in Halle und der Veränderung des global-politischen Systems des menschlichen Daseins, dass es zukunftstauglich ist, nähergekommen sind. Ich denke, dass es definitiv ein Schritt in die richtige Richtung war, allerdings hätte dieser größer ausfallen können. Doch wo sind die Hebelpunkte des Systems? Wie kann man am effektivsten darauf Einfluss nehmen? Wen muss eine soziale Bewegung wie FFF außerdem ansprechen? Und wie funktioniert dies am effektivsten? Auf diese Fragen erste Antworten zu finden, erhoffe ich mir während den folgenden Wintermonaten unter anderem in den kostenlosen Büchern der

Smart CSOs, auf welche wir durch den Verein für Bildungsarbeit „Mohio“ aufmerksam geworden sind.  Diese haben im Rahmen unseres Projektes auch zwei Workshops gegeben. All diese Fragen fordern mit Sicherheit einiges Durchhaltevermögen, aber wir sind jetzt an einem Punkt angekommen, an dem wir nicht mehr auf unsere Eltern oder traditionelle Autoritäten, wie auch die Universität eine ist, setzen können, da die Umstände zeigen, dass wir genau diese sowie alte Denkmuster in Zukunft ändern müssen.

Wir brauchen eine alternative Kultur mit ALLEN und dafür werden wir uns weiterhin einsetzen und brauchen jede helfende Hand für einen nachhaltigen Wandel.

Der Bericht (gekürzt) wurde von Arian verfasst, die das Projekt mitgeplant hat.

Jugend mischt auf bei erster KMK-BMZ-Fachtagung mit Jugendbeteiligung

Auf Initiative von Engagement global und mit Unterstützung des SV Bildungswerks (http://sv-bildungswerk.de) haben 20 junge Menschen, darunter auch Noura, Clara und Elena aus dem youpaN, die KMK-BMZ-Fachtagung  zum Orientierungsrahmen BNE besucht. Wer jetzt wegen der GROSSBUCHSTABEN verwirrt ist, KMK-BMZ steht für „Kultusministerkonferenz – Bundesministerium für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit“ (Das sind die staatlichen Institutionen, welche diese Tagung veranstaltet haben.)

Engagement Global, 10. Fachtagung zum Orientierungsrahmen Globale Entwicklung, Leipzig
Foto: Alexander Schmidt

Wir hatten die Möglichkeit, als junge Menschen viele unserer Gedanken im Plenum aber auch in spannenden Einzelgesprächen oder Open Space-Formaten zu äußern. Das Programm wurde sogar extra so angepasst, dass auch junge Menschen das Fachchinesisch verstehen und sich nicht völlig im Abkürzungsjungle verirren. Viele wichtige Menschen haben betont wie wichtige Jugendbeteiligung ist. Dementsprechend passend war unsere Forderung nach einer Jugendpartizipation auf Augenhöhe und die Einrichtung von Jugendzukunftsräten in den Bundesländern. Da die Fachtagung in Leipzig stattfand, konnte das Land Sachsen seine Landesstrategie BNE vorstellen, in der jedoch keine strukturelle Jugendbeteiligung in Entscheidungsprozessen vorgesehen ist.  Wir haben auf diesen „Missstand“ aufmerksam gemacht und hoffen, dass die Staatsregierung Sachsen der Forderung der vielen jungen, engagierten Menschen nach Jugendbeteiligung in BNE nachkommt!

Der Artikel wurde von Clara aus dem youpaN verfasst.

Wie politisch ist Bildungsarbeit?

Akteure des Netzwerks Bildung für nachhaltige Entwicklung in und um München treffen sich zweimal jährlich bei den Netzwerk-Treffen Umweltbildung. Die Mitglieder sind Kolleg*innen aus Bildungseinrichtungen, Verbänden, Institutionen, Initiativen und Verwaltung, sowie selbständig Tätige mit den Schwerpunkten Natur, Umwelt und Nachhaltigkeit. Diesmal war auch Simeon aus dem youpaN mit dabei.

Das Vernetzungstreffen am 17.10. stand unter dem Thema „Jugend bewegt Zukunft & Politische Bildung und Bildung für nachhaltige Entwicklung“ und wurde von Steffi Kreuzinger (Ökoprojekt MobilSpiel e.V.) moderiert.

Wie politisch soll-darf-kann-muss Bildungsarbeit sein?

Der erste Programmslot: „Wie politisch soll-darf-kann-muss Bildungsarbeit sein?“ Impuls und Austausch war mit Christoph Rössler von der Arbeitsgemeinschaft Friedenspädagogik e.V., Die Pastinaken. Inhalt: Viele rechtsorientierte Organisationen springen zurzeit auf den Trend auf, sich den Umweltschutz mit der Begründung “Umweltschutz ist Heimatschutz” auf die Agenda zu setzen. So ist auf der Homepage der AFD zu lesen: “Artenschutz ist Umweltschutz. Umweltschutz ist Heimatschutz. Heimatschutz ist blau, blau ist die AfD.“

Foto: Simeon Timmer

Selbstverständlich sind Rechtpopulisten ebenso vom Klimawandel betroffen wie auch alle anderen, doch Umweltschutz ist schwer mit faschistischen Ansichten vereinbar. Kurzerklärt: Rechtsradikale haben den Umweltschutz als Tätigkeitsfeld entdeckt. Nicht aus Überzeugung, sondern um einen weiteren Krakenarm in die Gesellschaft zu strecken. Dieses Unterfangen ist aber ebenso durchschaubar wie in seiner Substanz lächerlich. Denn wie kann mensch Leben schützen wollen, aber gleichzeitig einen starken Hass auf andere Ethnien und Kulturen haben und diesen das Recht auf ein sicheres Leben verwehren?
Mehr zum Thema: “wie politisch darf Bildung sein?” gibt es auf der Website der Bpb unter zu lesen.

Wie kann BNE das Engagement der jungen Generation unterstützen?

Der zweite Programmslot “Wie kann BNE das Engagement der jungen Generation unterstützen?” wurde durch Jule Müller vom Cambio eV. (Dresden) angeleitet. Unsere aktuelle Ausganslage: weltweite multiple Krisen; ineffektive politische Bearbeitung der Krisen in den letzten Jahrzehnten; Fridays for Future und Extinction Rebellion zeigen, dass ein großes Aktivierungspotential da ist. Gemeinhin bekannt ist bereits, dass es bereits zahlreihe Ansätze für die Aktivierung von jungen Menschen gibt. Der erste Schritt sollte sein, Lösungen anzubieten, die Politik und Wandel abseits des Parlaments und des Wahlzettels erfahrbar machen. Eine der bekanntesten Kampagnen sind die „Social Development Goals“, kurz SDG´s. Sie bieten einen schönen Einstieg, allerdings basieren diese auf problematischen Grundannahmen, die oftmals als alternativlos dargestellt werden:

  • Alternativlosigkeit von Wirtschaftswachstum
  • Verständnis von Umwelt und Natur als ökonomische Ressource
  • Eurozentrische Vorstellung von Entwicklung

Foto: Simeon Timmer

Doch laut Beutelsbacher Konsens ist es unsere primäre Aufgabe, Kontroversität und Denkräume zu eröffnen – unter dem Konsens – dass Bildung und Wissen nie neutral sind. Dies heißt als Konsequenz für die Bildungslandschaft: Kritische Selbstreflektion von den Bildungsakteur*innen; Sichere Lernräume, um sich auf das Hinterfragen gewohnter Denk- und Handlungsweisen einzulassen; Angst- und Ohnmachtserfahrungen Raum geben, gehört genauso dazu, wie die Gestaltung berührender und ermutigender Lernräume; Einbringung von Bewegung, Emotionen und Kunst; Abkehr von Expert*innentum, Schaffung gemeinsamer Denkräume mit reger Diskurskultur; Jugendliche und ihr Wissen &Können ernstnehmen, einbinden!; Neues Verständnis schaffen, was Politik //Demokratie bedeutet.

Dies sollte zukünftig in der Arbeit mit jungen Menschen beachtet werden um eine gelingende und qualitative Jugendpartizipation zu ermöglichen.
Im Anschluss an die Programmslots wurde noch über die vorgestellten Ideen und Ansichten ausführlich diskutiert und Kontakte ausgetauscht.

Der Artikel wurde von Simeon aus dem youpaN verfasst.

 FF Kommunen und eine spannende Randnotiz

Ich war für das youpaN auf der letzten Sitzung des Fachforums Kommune unterwegs. Dort wurde berichtet, dass die Gremienstruktur weitgehend erhalten bleibt und wir freuen uns, weiter an Bord zu sein. Trotzdem habe ich diese Sitzung (und das nicht als einzige*r) wieder als zu passiv und wenig gestalterisch wahrnehmen können. Deshalb machen wir uns auf den Weg, in Zukunft auch beim Partnernetzwerk Kommunen mitwirken zu können und noch tiefer einzusteigen. Fingers crossed!

Bildung für nachhaltige Entwicklung

P.S.: Eine spannende Randnotiz, die ich von dieser Sitzung mitgenommen habe, liest, dass sich im neuen „Klimaschutzpaket“ der GroKo noch keinerlei BNE finden lässt. Das könnten wir ändern, finde ich!

Der Artikel wurde von Noura aus dem youpaN verfasst.

Brandenburg macht BNE!

Unter dem Slogan „Brandenburg macht BNE“ fand am 12. September 2019 im Haus der Natur in Potsdam die Auftaktveranstaltung der „Servicestelle Bildung für Nachhaltige Entwicklung“ Brandenburg statt, die im Frühjahr diesen Jahres ihre Arbeit aufnahm.

Die Servicestelle, die unter der Trägerschaft von drei brandenburgischen Institutionen läuft (der Arbeitsgemeinschaft Natur- und Umweltbildung Brandenburg e.V. (ANU), dem Verbund entwicklungspolitischer Nichtregierungsorganisationen Brandenburgs e.V. (VENROB) und der Hoschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde (HNEE)), hat die Zielsetzung, brandenburgische Akteur*innen aus dem Bereich BNE zu qualifizieren und miteinander zu vernetzen.

Bild: Laura Rupenow

Bildungsangebote für BNE

Der Fokus der Servicestelle liegt auf Bildungsangeboten im nonformalen Bereich, die zukünftig auch von der Servicestelle zertifiziert werden können. Wer sich das Logo der neuen BNE-Anlaufstelle mal genau anschaut, der entdeckt darin die Farben der 17 Nachhaltigkeitsziele (engl.: Sustainable Developemnt Goals, SDGs). Auf die stützt sich nämlich das konzept der     Bildung für nachhaltige Entwicklung – konkreter auf das SDG 4: Hochwertige Bildung.

Bild: Laura Rupenow

Beim Auftakt in Potsdam hat sich Laura aus dem youpaN mit verschiedensten BNE-Multiplikator*innen ausgetauscht und die jugendliche Perspektive in die Diskussionsrunden miteingebracht. Mal schauen, was sich da in nächster Zeit noch so bewegen wird in Brandenburg…

Dieser Artikel wurde verfasst von Laura aus dem youpaN.

Wenn Jugend Bildung für nachhaltige Entwicklung verändert

Im Rahmen des Freitalkformats der Grünen Jugend Hamburg war ich (Marcel) für das youpaN eingeladen, einen Vortrag über die Umsetzung von Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) in Bezug auf junge Menschen zu halten.

Eine wichtige Voraussetzung um BNE überhaupt umsetzen zu können, ist die richtige Auffassung von BNE. Es ist nicht irgendeine Bildung, sondern eine gute, effiziente Bildung. Sie bedeutet sich nachhaltig zu bilden und sich ein breites Wissen anzueignen, welches Menschen dazu befähigt, die Auswirkungen ihres eigenen Handelns zu verstehen, um verantwortungsvolle Entscheidungen treffen zu können. Das ist echte Bildung für nachhaltige Entwicklung.

Nun gilt es als große Herausforderung diese Art von Bildung umzusetzen. Doch wie?

Foto: Marcel Kupfer

UNESCO Weltaktionsprogramm für 17 Ziele

Im Rahmen des Weltaktionsprogramms Bildung für nachhaltige Entwicklung verfolgen wir 17 Ziele, die Sustainable Development Goals (SDGs), welche 2015 von den Vereinten Nationen beschlossen worden sind und bis 2030 erreicht werden sollen.

Zur Erreichung der Ziele muss eine nachhaltige Entwicklung flächendeckend, auf Deutschland bezogen bundesweit umgesetzt werden. Dafür muss sich BNE in Strukturen verankern, wie beispielsweise in den Bildungsplänen der Länder. Daneben sollte auch die Art und Weise des Lernens reflektiert werden und überdacht werden. Wichtig ist, dass die Menschen nachhaltig lernen, und so agieren, damit das morgen und übermorgen noch genauso lebenswert sein wird, wie das heute ist!

Junge Menschen ändern Bildung

Ein wichtiger Faktor für die Umsetzung einer guten Bildung ist die Beteiligung junger Menschen. Um unsere Welt nachhaltig zu verändern, müssen wichtige Entscheidungen getroffen werden, und darauf geachtet werden, dass der Veränderungsprozess zielführend gestaltet wird. Dazu braucht es die Meinungen und Ideen aller Altersgruppen. Auch der Jugend!

Als Jugendgremium youpaN setzen wir uns für eine gute Jugendbildung ein. Mit guter Jugendbeteiligung meinen mir den Einbezug junger Menschen im gesamten Prozess der Bildungstransformation in Deutschland. Also von der Ideenfindung, über die Diskussion bis hin zur Entscheidung und mit einem bestimmten Quorum! Gleichzeit müssen Jugendbeteiligung und freiwilliges Engagement für junge Menschen auch möglich gemacht werden. Das heißt, bei guter Jugendbeteiligung muss das Engagement mit der Schule, dem Studium, der Ausbildung etc. gut vereinbar sind. Dafür setzen wir uns ein!

BNE muss noch viel bekannter werden

Während des Freitalks bei der Grünen Jugend Hamburg wurde durch die Teilnehmenden festgestellt, dass BNE noch nicht das Maß an Bekanntheit hat, welches sie eigentlich haben müsste. Diese Feststellung muss ernsthaft behandelt werden, denn es muss gewährleistet sein, dass die Menschen darüber informiert werden, was Bildung für nachhaltige Entwicklung eigentlich ist und warum dieser Bildung ein hohes Maß an Wichtigkeit zugeschrieben wird.

Nun gilt es die aktuellen Gegebenheiten aufzugreifen und zu analysieren und dabei zu schauen, wie die Umsetzung einer guten BNE angegangen werden kann, möglichst zeitnah!

Auch 2020 soll es Jugendbeteiligung geben

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung hatte uns in den letzten Monaten seine Pläne für die Zukunft der Umsetzung von BNE mitgeteilt. Genauer: Die Zukunft der Nationalen Plattform, der Fachforen und auch des youpaN. Denn die UNESCO hat ein neues Weltaktionsprogramm für BNE versprochen, dass eng an dem bisherigen Programm angeleht ist.

Und für uns ist klar: natürlich braucht es hier eine starke und gelungene Jugendbeteiligung.
Neben vielen Hintergrundgesprächen veröffentlichen wir dazu auch eine Stellungnahme. Diese könnt ihr hier lesen.

Wir hoffen euch bald mehr zu unserer Zukunft sagen zu können. Aber wir sind uns sicher: Ohne Jugend geht es nicht!

youcoN und Bildungsgerechtigkeit

Foto: Carolin Schnelle

Was ist eigentlich Bildungsgerechtigkeit und wie sieht es damit hier bei der youcoN aus? Bildungsgerechtigkeit beschreibt die Gerechtigkeit in Bezug auf Bildungschancen. Damit ist insbesondere die Beseitigung von sozial bedingten Bildungsschranken gemeint. Deutschland liegt in Sachen Bildungsgerechtigkeit eher im Mittelfeld globaler Studien, wie bei der Unicef-Studie, die 41 Industrieländer miteinander vergleicht. Deutschland liegt dort auf Platz 23 von 41.

Bezug zur youcoN

Auf der youcoN gab es genau zu diesem Thema einen Workshop: „Workshop 8: Spielplatz Bildung“ befragte die Teilnehmer, inwiefern sie selbst Bildungsungerechtgikeit erfahren haben. Die Workshopleiter spielten dazu mit den Teilnehmern verschiedene Spiele, die den Teilnehmern zeigen sollten, wie Chancenungleichheit aussieht. Bei der Abschlusspräsentation sollten die Teilnehmer*innen versuchen, das auch den anderen youcoN Teilnehmern zu zeigen.

Bildungsungerechtigkeit bei der youcoN?

Einer der Teilnehmer des Workshops sagte, man sähe auch hier bei der youcoN Bildungsungerechtigkeit. Er kritisierte, dass auf der youcoN deutlich mehr Gymnasiasten und Studierende zu finden seien als z.B. Hauptschüler*innen. Aber war das wirklich so?

Ja leider, es waren etwa 81% der youcoN Teilnehmenden tatsächlich Gymnasiasten auf dem Weg zum Abitur oder sie besaßen es bereits. Nur etwa 16% der Teilnehmenden hatten einen anderen oder gar keinen Abschluss. Der Rest waren Studenten. Das Problem: Es werden nicht immer alle angesprochen, die Hürden sind noch zu groß oder das Interesse fehlt. Das Orga-Team bedauerte das, sagte aber, sie hätten schon viel getan um das zu ändern. Zum Beispiel arbeitete das youcoN Team dieses Jahr erstmals mit der Start-Stiftung zusammen, die Leute aus niedrigeren Bildungsschichten erreichen und ihnen Möglichkeiten und Chancen geben, um bessere Bildung zu erreichen. In den nächsten Jahren will das youcoN Team weiter mit ähnlichen Organisationen zusammenarbeiten und eventuell sogar verschiedene Angebote innerhalb der youcoN anbieten, um sowohl Leute einzugliedern, die tiefer in diese Themen einsteigen wollen und trotzdem weiterhin allen anderen ein lehrreich-informatives Seminar zu ermöglichen. Außerdem wurden Hürden abgebaut, wie die Angabe der Beweggründe zur Anmeldung (so war es im letzten Jahr), um den Zugang zur youcoN einfacher zu machen. Geklappt hat das immerhin schon teilweise: Die youcoN 2019 ist die youcoN mit der höchsten Diversität aller Bildungsschichten bisher. Das youcoN Team hat auf jeden Fall Ambitionen, weiterhin sich für Bildungsgerechtigkeit einzusetzen.

Dieser Artikel wurde geschrieben von Simon Porath von der Jugendredaktion der Jungen Presse e.V., die live von der youcoN auf ihrem Magazin www.youthmag.de berichtet und uns diesen Beitrag freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat. Seit über 65 Jahren setzt sich die Junge Presse ehrenamtlich für medieninteressierte Jugendliche ein und ist einer der größten bundesweit aktiven Jugendmedienverbände.

Gesichter der youcoN

Wer sind die Teilnehmer der youcoN, woher kommen sie und auf welche Veranstaltungspunkte freuen sie sich besonders? Wir haben einige von ihnen befragt.

Andy, 17, aus Uffing

„Aus meiner Heimatstadt Uffing bin ich über 800 Kilometer in knapp elf Stunden angereist. Ich freue mich darauf, auf der youcoN neue Leute kennenzulernen und mich deutschlandweit mit ihnen zu vernetzen. In meiner Freizeit engagiere ich mich bei Diversity München e.V. – darüber habe ich auch von der youcoN erfahren und habe mich direkt angemeldet. Das große Angebot an Workshops gefällt mir echt gut. Komm doch auch mal vorbei!“

 

Leon, 19, aus Kaltenkirchen

„Ich habe in einer WhatsApp-Gruppe von der youcoN erfahren und fand das Angebot sehr interessant. Vor allem freue ich mich darauf, hier auf Rügen viel über BNE und Methodenvermittlung zu lernen, also wie ich meine Inhalte an andere weitergebe. Besonders gespannt bin ich auf das Fest der Zukunft am Samstag!“

 

Paula, 16, aus Friedrichsdorf

„Ich freue mich darauf, auf der youcoN neue Leute kennenzulernen, die sich für ähnliche Dinge interessieren wie ich und mit denen ich darüber Gespräche führen kann. Besonders gespannt bin ich auf den Austausch am Samstag und die Workshops, in denen man selber etwas bauen kann.“

 

Silvia, 17, aus Friedrichsdorf

„Ich bin zusammen mit meiner Freundin Paula angereist, mit dem Zug haben wir aus Friedrichsdorf neun Stunden gebraucht. Auf der youcoN möchte ich auch vor allem neue Leute kennenlernen. Ich bin sehr gespannt auf das Fest am Samstag und darauf, die Ergebnisse aus allen Workshops zu sehen, die ich selber nicht besuchen konnte.“

Dieser Artikel wurde geschrieben von Marie Haase von der Jugendredaktion der Jungen Presse e.V., die live von der youcoN auf ihrem Magazin www.youthmag.de berichtet und uns diesen Beitrag freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat. Seit über 65 Jahren setzt sich die Junge Presse ehrenamtlich für medieninteressierte Jugendliche ein und ist einer der größten bundesweit aktiven Jugendmedienverbände.

Jugendbeteiligung 2030: Wie kann man sich beteiligen?

Foto: Nele Kälberloh

Was ist eigentlich Jugendbeteiligung? Sich zu beteiligen, also sich einbringen, bedeutet aktive Teilnahme an den Prozessen des öffentlichen Lebens, in der Schule, Vereinen, der Gemeinde oder in der Familie. Es gibt unterschiedliche Beteiligungsformate, wie zum Beispiel Jugendforen, youcoN und die Mitbeteiligung in Gremien. Beteiligung bedeutet nicht nur eine Stimme zu haben, sondern sich in allen Bereichen einzusetzen.

Videodreh in 3 Tagen

Foto: Nele Kälberloh

Wie werden sich junge Menschen im Kontext von „Nachhaltigkeit 2030“ beteiligen? Am Donnerstag fing die Erstellung eines Szenarios an. „Erforsche die Zukunft und entwickle Szenarien in Videos“ lautete das Motto dieses Workshops. Dabei gibt es bei der Erstellung der Szenarien fünf Phasen.

  1. Problemanalyse (Problem beschreiben)
  2. Einflussanalyse (Einflussfaktoren, die im Zusammenhang mit dem Problem stehen)
  3. Deskriptorenanalyse (Wie stell ich mir das vor?)
  4. Entwicklung von Szenarien
  5. Entwicklung von Strategien und Maßnahmen zur Problemlösung

Diese wurden bis Samstag bearbeitet, wobei tolle Endergebnisse entstanden.

Julius Grund (Institut Futur) berichtet, dass es im Workshop darum geht, dass sich die Leute beteiligen. Jeder Einzelne müsse sich Ziele setzen und sich überlegen, wie er sein eigenes Umfeld mitgestalten kann. Jeder solle dahinter stehen, was er oder sie will. Die Aufgabe der Erwachsenen sei es, die Jugendlichen dort abzuholen, wo sie sind und dort hinzuführen, wo sie sich beteiligen möchten.

„Jugendliche wünschen sich eine Verdreifachung von Nachhaltigkeit in der Bildung, das ist ein Ist-Stand […]. Da sie aber in der Gestaltung der Lerninhalte nicht beteiligt sind, können sie solche Entscheidungen nicht treffen. Wir sollten die Jugendliche selbst aussuchen lassen, um eine verbesserte Zukunft zu gestalten.“ – Julius Grund

Dieser Artikel wurde geschrieben von Seyma Erdogan und Seyed Hosseini von der Jugendredaktion der Jungen Presse e.V., die live von der youcoN auf ihrem Magazin www.youthmag.de berichtet und uns diesen Beitrag freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat. Seit über 65 Jahren setzt sich die Junge Presse ehrenamtlich für medieninteressierte Jugendliche ein und ist einer der größten bundesweit aktiven Jugendmedienverbände.