Abgehängt! – Das youpaN bei dem „Chancen-Hackathon“ 2019

Hannes Jähnert vom Deutschen Roten Kreuz, Max Strohmeyer von der VILLA Leipzig, Julia Bousboa von der Hospiz-initiative Kiel und Christopher Zentgraf vom youpaN

Am Wochenende war Christopher bei dem „Chancen-Hackathon“ des BMFSFJ! Dabei ging es hauptsächlich um die Frage, wie alle von der Digitalisierung profitieren können.

Unterschiedlichste Vertreter*innen aus sozialen Vereinen, den Sozialwissenschaften, Verwaltung und der Software-Entwicklung, haben zuerst in fünf Großgruppen mögliche Ideen gesammelt:

  • Familien mit geringem Einkommen helfen
  • Mit offenen Daten Teilhabe stärken
  • Gleichstellung fördern und sichtbar machen
  • Den Helfern helfen
  • Offener Track

Anschließend haben sich diese Gruppen weiter unterteilt, um schlussendlich zwölf ausgewählte Ideen zu Ende zu denken und auszuarbeiten.

Die Idee, die in Christophers Team entstanden ist, ist ein Kartenspiel: „Abgehängt – das Diversity-Spiel“. Ziel ist es, Vereinen und Organisationen aufzuzeigen, welche Chancen Diversität für sie selbst haben kann, und welche Hürden vielleicht noch im Weg stehen.

Dazu schlüpft der Verein in die Rolle einer Person, die sich engagieren möchte. Jede*r Mitspieler*in zieht dafür drei Merkmale, beispielsweise „Rollstuhlfahrer*in“, „ALG II-Empfänger*in“, „homosexuell“. Zusätzlich zieht jede*r eine Ressourcen-Karte, beispielsweise „kann Gebärdensprache dolmetschen“, sowie eine Hilfe-Karte.

Anschließend werden Challenges gezogen, die beim Engagement auftreten können, beispielsweise: „Es werden keine Fahrtkosten erstattet“. Dann wird reihum gegangen und geschaut, ob eine Person mit der Challenge ein Problem hat, oder nicht; das wird auch in der Gruppe diskutiert.

Spieler*innen können sich gegenseitig durch Einsatz einer Hilfe-Karte helfen, sofern das durch die Persönlichkeitsmerkmale der einsetzenden Person plausibel möglich ist. Die Karte wandert dann zur geholfenen Person und kann von dieser wieder verwendet werden. Falls eine Person eine Challenge nicht überwinden und ihr auch nicht geholfen werden kann, wird sie abgehängt und bekommt eine „abgehängt“-Karte. Bei drei „abgehängt“-Karten fliegt ein*e Spieler*in raus.

Bei den Challenges gibt es zusätzlich noch einen QR-Code, der zu Best Practices führt, wie diese Challenge in anderen Vereinen/Organisationen gelöst wurde oder gelöst werden kann.

Insgesamt war es ein sehr produktiver Hackathon, mit vielen Ideen, die hoffentlich auch in Zukunft umgesetzt werden können!

youcoN 2019 – 150 junge Menschen berieten auf Rügen über die Zukunft

Seit Monaten demonstrieren weltweit Jugendliche für ihre Zukunft. Noch einen Schritt weiter gingen sie bei der youcoN 2019, einer der größten Jugendkonferenzen für Nachhaltigkeit bundesweit. Organisiert hat sie die spendenfinanzierte Stiftung Bildung auf Rügen.

Gruppenbild der Teilnehmenden an der youcoN 2019

Die Teilnehmenden der youcoN 2019

Bei der youcoN kamen aus ganz Deutschland 150 junge Menschen zwischen 14 und 27 Jahren zusammen. Als Schlüssel für eine nachhaltige Zukunft wollen sie den Unterricht in Schulen und Universitäten verändern. Denn umwelt- und sozialbewusstes Verhalten kann man lernen – davon sind die Konferenzgäste überzeugt. In Prora berieten sie vom 29. Mai bis 2. Juni 2019 über kreative Wege dafür. Im Angebot waren über 40 Workshops, Vorträge und Diskussionen finanziert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung.

youcoN 2019: Klima, Plastik und mehr

Workshop-Ideen für eine nachhaltige Zukunft

Workshop-Ideen für eine nachhaltige Zukunft

Die großen Überschriften der Veranstaltung erstreckten sich von hochaktuellen Themen wie Klimaschutz und Plastikvermeidung bis hin zu digitaler Bildung, umweltverträglicher Mobilität und Ernährung. Die zentrale Frage: Wie kann man selbst einen persönlichen Beitrag dazu leisten und vor allem andere Menschen bewegen, aktiv zu werden? Dazu haben die jungen Konferenzgäste fünf Tage lang diskutiert, Spiele und Apps getestet, Konzepte entwickelt und sogar Solarlampen selbst zusammengelötet. Ein Team der „Jungen Presse“ hat dazu im Blog des youpaN laufend vor Ort berichtet.

Ökologische und soziale Probleme zusammen sehen

Lötarbeiten für den Bau einer Solarlampe

Löten für eine Solarlampe

Fachleute nennen das „Bildung für nachhaltige Entwicklung“. Dabei vermittelt man Schülern, Schülerinnen und Studierenden Wissen darüber, wie ökologische und soziale Probleme auf der ganzen Welt zusammenhängen. Zum Beispiel, wie die Klimakrise durch den steigenden Meeresspiegel dazu führt, dass Menschen in Küstenregionen ihre Existenzgrundlage verlieren. Im nächsten Schritt lernen die jungen Menschen, welche Lösungen es gibt – und setzen in Projekten und Aktionen eigene Ideen dazu um. Spenden für deren Realisierung sammelt bundesweit die Stiftung Bildung, die auch die youcoN organisiert hat.

Höhepunkt der youcoN 2019: Fest der Zukunft

Strampeln auf dem Smoothie-Rad

Strampeln auf dem Smoothie-Rad

Das Besondere bei der jährlichen stattfindenden Jugendkonferenz ist: Hier kommen junge Leute zusammen, die ihre Ideen auch an Lehrkräfte und die Politik weitergeben. Denn nur so lässt sich Bildung für nachhaltige Entwicklung flächendeckend verankern. Dazu stellten die Konferenzgäste ihre Ergebnisse am vorletzten Tag der Öffentlichkeit vor. Bei diesem “Fest der Zukunft” fanden an verschiedenen Ständen Mitmach-Aktionen und Informationsaustausch statt. Neben einer Kleidertauschparty, konnten die Teilnehmer*innen Bienenwachstücher als Alternative zu Frischhalte- oder Alufolie herstellen und Smoothies aus lokalen Produkten mixen. Der Strom dafür kam nicht aus der Steckdose, sondern von einem Tretfahrrad.

Forderung: Fortbildungen in Nachhaltigkeit für Lehrkräfte und Politik

Ergebnisse der youcoN 2019 als Theaterstück

Ergebnisse der youcoN 2019 als Theaterstück

Am Abend zeigten die Workshop-Gruppen, was sie in drei Tagen erarbeitet hatten. In Form von Filmen, auf Instagram und bei Theater-Aufführungen wurden Ergebnisse zu Themen wie „Sozialraum Kommune“, „Spielplatz Bildung“ und „Jugendbeteiligung 2030“ präsentiert – von Ideen und Vorschlägen bis hin zu konkreten Wünschen und Lösungen. Erst unlängst hatten zudem einige der Teilnehmenden gefordert, dass sich Politik und Lehrkräfte grundlegend in Nachhaltigkeit fortbilden lassen sollen. Nur so könnten sie in ihrer Vorbildfunktion zukunftsweisend vorangehen.

Aufbruch in eine andere Zukunft

Forderung: Systemwandel statt Klimawandel

Klares Ziel: Systemwandel statt Klimawandel

Mit ihren Vorstellungen stehen die jungen Menschen bei der youcoN 2019 für einen Aufbruch in eine andere Zukunft. Ganz so wie die gesellschaftskritische Hip-Hop-Band Loopmilla aus Rostock, die den finalen Abschluss des Abends bildete – und deren Beats auch die letzten Tanzmuffel auf die Tanzfläche lockten.

Mehr zu den Forderungen nach Fortbildungen

Weitere Artikel zu youcoN 2019 im Blog des youpaN

Rückblick: youcoN-Konferenzprogramm

Autor: Jan Bruns (Stiftung Bildung)

youprO: Podcast zum öffentlichen Raum

Das youprO Podcast Raumcast ist ein Studierendenprojekt an der TU Berlin, das im Oktober 2018 gestartet ist. Ziel ist die gemeinsame Entwicklung eines Podcast zum Thema „Öffentlicher Raum“ mit Bezug zur Nachhaltigkeit.

Im Projekt schufen 15 Studierende zusammen mit den Projektgründer*innen Ana Teresa Burgueno Hopf und Bjarne Lotze die ersten vier Episoden und bauten damit die Grundlagen für nachfolgende Semester auf. Die Themenvielfalt der ersten Folgen geht von „Insektenfreundlichen Städten“ über „Fahrradstadt und Carsharing“ bis zu „Obdachlosigkeit“. Die Teilnehmenden lernten neben dem tiefen inhaltlichen Input ein breites Feld zwischen selbstständigem Projektmanagement, Interviewführung, Tonaufnahmen im Tonstudio, Tonschnitt kennen. Gemeinsam wurden neben der eigentlichen Podcastproduktion viele Arbeitspakete wie Logo, Internetseite und Öffentlichkeitsarbeit gemeinsam diskutiert und erste Schritte gemacht. Herausragend und gelobt im Vergleich zu anderen Lehrveranstaltungen ist die offene Partizipation der Veranstaltung, sodass alle Teilnehmenden Entscheidungen mitgestalten und eigene Stärken und Motivation miteinbringen.

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Der Podcast ist als Raumcast bei Spotify zu finden sowie bald auf der eigenen Website. Im Rahmen der tu projects wurde das Projekt eine Lehrveranstaltung der TU Berlin und kann somit mit ECTS-Punkten im freien Wahlbereich der Studierenden angerechnet werden. Die Studierenden kamen jedoch auch von anderen Universitäten und waren interdisziplinär vertreten z.B. mit den Studienfächern Biotechnologie, Soziologie, Verkehrsplanung, Architektur und weiteren. Das Projekt läuft aktuell bereits im zweiten Semester und wird voraussichtlich bis Mitte 2020 fortgeführt. Neben der Fortführung des Podcast wird die Öffentlichkeitsarbeit weiter in den Fokus gestellt und die Zusammenarbeit mit anderen Lehrveranstaltungen.

Forschung für unsere Zukunft

Am 13. und 14. Mai habe ich, Clara, am15. BMBF-Forum für Nachhaltigkeit teilgenommen. Dort haben sich Menschen aus der Wirtschaft, Politik, Zivilgesellschaft aber vor allem aus der Wissenschaft getroffen und insbesondere zum großen Thema Artenvielfalt und Biodiversität gearbeitet.

Eröffnet wurde die Veranstaltung von einer Rede der Ministerin des BMBFs, Anja Karliczek, die neben der Dringlichkeit und Wichtigkeit des Handelns gegen das Artensterben auch den Nationalen Aktionsplan Bildung für Nachhaltig Entwicklung erwähnte, der junge Menschen dazu befähige, nachhaltig zu denken und zu handeln. Ich konnte das youpaN bei vielen Menschen bekannter machen und habe ausschließlich positive Rückmeldungen dazu bekommen, dass junge Menschen auf Veranstaltungen wie diesen präsent sind, sich einbringen können und diese Erfahrungen schließlich wieder zurück in ihre eigene Lebensrealität bringen. Neben Maßnahmen zum Schutz der Biodiversität war auch die Digitalisierung und die Kommunikation von wissenschaftlichen Ergebnissen ein wichtiges Thema der Veranstaltung.

Drei Botschaften sind mir dazu besonders in Erinnerung geblieben:

  • Der Staat muss viel mehr Geld in Projekte zum Schutz und zur Erforschung der Biodiversität tun und diese langfristig fördern.
  • Die Digitalisierung muss sich Nachhaltigkeit und die SDGs als Ziel setzen, damit wir mithilfe von Digitalisierung und Künstlicher Intelligenz eine nachhaltige Gesellschaft aufbauen können.
  • Damit die Erkenntnisse aus der Wissenschaft tatsächlich durchgesetzt werden, braucht es „ÜbersetzerInnen“, die den wissenschaftlichen Jargon in kurze und verständliche Formate (z.B. Vidoes) packen 😉

Aus der Veranstaltung gehe ich bestärkt heraus, denn ich habe gemerkt: Sich als junger Mensch einzubringen macht Spaß und die übergroße Mehrheit der „älteren“ Leute findet es toll, dass es uns gibt!

Der Artikel wurde von Clara verfasst.

Das youpaN ist wichtig für eine echte Jugendbeteiligung – Stellungnahme zur Weiterentwicklung der BNE-Gremien

Das youpaN ist wichtig für eine echte Jugendbeteiligung in den BNE-Gremien. Das und weitere Vorschläge und Meinungen der youboX zur „Weiterentwicklung der Gremien BNE“ des BMBF vom 09.04.2019 findest du in unserer folgenden Stellungnahme.

  • Jugendbeteiligung gleicher Stellenwert wie Fachforen

Mit Freude haben wir gelesen, dass unserer Empfehlung gefolgt wird, der Jugendbeteiligung ab 2020 den gleichen Stellenwert wie den Fachforen zu geben.

  • Engere Mitarbeit von und Zusammenarbeit mit Jugendverbänden im Gesamtprozess

Ebenso begrüßen wir eine engere Mitarbeit von und Zusammenarbeit mit Jugendverbänden innerhalb des Gesamtprozesses.

  • Fortführung der Mitarbeit von Jugendvertretungen in allen Fachforen

Wir gehen bei dem Vorschlag natürlich davon aus, dass Jugendvertreter*innen auch weiterhin in allen Fachforen vertreten sein werden, da sich die junge Perspektive in den Diskussionen bewährt hat.

  • Fortführung einer offenen und ernst gemeinten Jugendbeteiligung, sowie Beibehaltung des youpaN

Mehr als verwundert hat uns die Formulierung, welche darauf hinweist, dass das youpaN zu Gunsten des Fachforums Jugend aufgelöst werden soll, sprich dies „ersetzen“ soll, so die genaue Formulierung im Diskussionspapier. Darin sehen wir das Ende einer offenen und ernst gemeinten Jugendbeteiligung. Wir empfehlen sowohl aus pädagogischer als auch Jugendbeteiligungsperspektive, die nun etablierte Gruppe youpaN (unter eben diesem Namen) beizubehalten. Wir möchten Ihnen gerne darlegen, warum wir Ihnen diesen Vorschlag dringend anraten sowie aufzeigen, was für eine echte Jugendbeteiligung benötigt wird.

  • Der derzeitige Diskussionsvorschlag – wie wir ihn verstehen – verhindert Partizipation und erteilt Jugendbeteiligung eine Absage
    Es ist schön, dass Jugend im Vorschlag ein gleichwertiger Rang zugewiesen wird. Jedoch ist für uns klar, dass eine Mitarbeit von jungen Menschen bei den für sie relevanten Themen auch direkt gewährleistet sein muss. Insofern sehen wir die Einrichtung des Fachforums Jugend als Ergänzung zu der Mitarbeit in einzelnen Fachforen. Sollte diese Mitarbeit wegfallen, gehen wir von einer Verschlechterung der Beteiligungsmöglichkeiten aus.
    Ebenso ist eine engere Verzahnung mit Jugendverbänden gut und wünschenswert. Wir weißen jedoch darauf hin, dass eine fokussierte Beteiligung der Verbände oft zu Lasten einer Beteiligung von unabhängigen Jugendlichen geht.
  • Zusammenspiel von Jugendverbänden und youpaN

Für uns stellt die Beteiligung von Jugendverbänden sowie des youpaNs ein sich ergänzendes Miteinander dar, welches schon jetzt stattfindet.

  • Beteiligung und Erreichbarkeit von unabhängigen Jugendlichen und Erfolg der Jugendnachhaltigkeitskonferenz youcoN

Die Erfolge unserer Jugendkonferenzen (youcoNs) zu BNE zeigen auf, wie wichtig es ist, unabhängige Jugendliche zu erreichen und zu beteiligen. Auf den youcoNs kommen jährlich rund 150 Jugendliche zusammen, die meisten ohne Verbandsangehörigkeit viele aus freien Jugendbewegungen wie z.B. Fridays for Future.

  • Den besonderen Lebensumständen Jugendlicher Rechnung tragen

Bisher hat die Arbeit – unabhängige sowie vielfältigste Jugendliche zu erreichen und zu beteiligen – das Team der youboX übernommen. Im vorliegenden Diskussionspapier ist lediglich angedacht „aktive Jugendliche aus dem youpaN einzubeziehen“, nicht aber das youpaN selbst. Dies lässt vermuten, dass damit keine echte Jugendbeteiligung gewollt ist und den besonderen Lebensumständen Jugendlicher keine Rechnung getragen wird, obwohl wir und die jungen Menschen selbst seit Beginn unserer Arbeit darauf hinweisen.

  • Jugendbeteiligungsbüro notwendig, um adäquate Begleitung der jungen Menschen zu gewährleisten – youboX ist etabliert

Für uns steht fest: Unabhängige Jugendliche werden sich nicht durchgängig am Fachforum „Jugend“ und dem BNE-Gesamtprozess beteiligen (können), wenn sie keine adäquate Begleitung bekommen.

Unsere Begleitungsleistungen umfassen: Vorbereitung und Nachbereitung von Sitzungen, politisches Coaching, Hilfe bei der Erstellung von Materialien, pädagogische und politische Begleitung sowie die Organisation der Veranstaltungen und Reisen. Diese Aufgaben übernehmen wir als Unterstützung, weil der Hauptjob der jungen Menschen ihre schulische, universitäre oder berufliche Ausbildung ist. Diese Ausbildung stellt ein freies Engagement oft herausfordernd dar und niemand vergütet die ehrenamtliche Arbeitszeit dieser jungen Menschen. Eine solche Arbeit im Rahmen der Bildungssettings ist nicht vorgesehen. Ohne die vor- sowie nachbereitenden und politischen Arbeiten der youboX (zu denen auch zusätzliche Treffen zählen) haben die unabhängigen Jugendlichen nicht die gleichen Chancen, wie Akteur*innen, die seit Jahren berufstätig sind oder Mitarbeitende und Verbände haben, die für sie einstehen.

Der Vorschlag des BMBFs würde bedeuten, dass unabhängige Jugendliche nicht länger beteiligt werden. Wir halten dies für einen erheblichen Rückschritt.

  • BNE-Jugendbeteiligung in Deutschland für die internationale Gemeinschaft nachahmenswert und von der UNESCO, dem WAP sowie dem Bundestag formuliert

Auch aus einer internationalen Blickweise betrachtet, bestärken wir, dass Deutschland seine herausragende Jugendbeteiligung weiterführen und ausbauen sollte, zumal sie doch explizit von der UNESCO formuliert ist. Ferner ist Jugendbeteiligung als Handlungsfeld im Weltaktionsprogramm verankert wie auch im Beschluss des Bundestages zu BNE festgeschrieben. (Bundestags Drucksache BT 18/4188. „Sie [Anmerkung: Die Jugend ..] soll als aktiver Gestalter eine Schlüsselrolle in den zukünftigen nationalen Strukturen zur Umsetzung des Weltaktionsprogramms einnehmen.“).

Ein Aufgeben des youpaN ist daher für uns keine Option, jedoch der Ausbau der Jugendbeteiligung höchst erstrebenswert.

  • Die Alternative ist schon da – das youpaN zeichnet enorme Erfolge

Wer die Mitglieder des youpaN und ihre Arbeit erlebt hat, weiß, welche Auswirkung Jugendbeteiligung in dieser Form auf den BNE-Prozess hatte: engagierte Mitarbeit, (un)bequeme Fragen, neue Blickwinkel, frischer Wind, die Einbeziehung der Jugend, ihrer Ideen, Sorgen und Energie. Die Jugendbeteiligung durch das youpaN wurde vor nicht einmal zwei Jahren gestartet und wurde Teil eines schon länger laufenden BNE-Prozesses. Die notwendige Phase der Selbstfindung des Gremiums musste daher parallel zum Aufholen der Wissenshierarchie sowie der sofortigen Mitarbeit in den BNE-Gremien stattfinden. Wir in der youboX und vor allem die beteiligten Jugendlichen haben dafür ihr Möglichstes gegeben und sehen ganz klar, dass unsere Form der echten Jugendbeteiligung enorme Erfolge verzeichnet.

Aus diesem Grund fordern wir die Beibehaltung der Finanzierung für das unabhängige Jugendgremium youpaN, ihrer zusätzlichen Treffen und eines Begleitorgans, angelehnt an die Arbeit der youboX. Gerne kann das youpaN weiterhin im Austausch mit anderen Jugendverbänden stehen, hierfür würde sich ein Fachforum Jugend sehr gut eignen. Die Jugendperspektive sollte darüber hinaus auch in den einzelnen Fachforen vertreten bleiben. Mit der Wortschöpfung youpaN sollte weitergearbeitet werden, um das bestehende Engagement der Jugendlichen zu würdigen.

Unsere Stellungnahme gibt es auch hier als Download: https://youpan.de/wp-content/uploads/2019/05/Stellungnahme-der-youboX-zur-Weiterentwicklung-der-BNE-Gremien.pdf

4 Tage, 13 junge Menschen, eine Mission: Mehr und bessere Jugendbeteiligung für BNE!

Von Donnerstag bis Sonntag hat sich das youpaN im beschaulichen Bad Emstal in Hessen getroffen, zum ersten Mal selbst organisiert und ohne externe Moderation. Und das hat erstaunliche Früchte getragen!

Im gemütlichen Naturfreundehaus, mit atemberaubenden Blick über die Landschaft, begannen wir das Treffen mit dem obligatorischen WUP – einem Warm-up-Spiel. Nach einer ausführlichen Reflexion der bisherigen Arbeit, der Erfolge aber auch des ein oder anderen Misserfolgs, durften wir ein bisschen träumen: Was ist unsere Vision für das youpaN in der Zukunft? Zweifellos gingen die Vorstellungen hier auseinander. Aber das macht es ja erst so richtig spannend. Denn genau so bunt und vielfältig wie die youpaN-Mitglieder selbst, sind auch ihre Erwartungen an das Gremium und den BNE-Prozess in Deutschland.

Foto: Christopher Zentgraf

Ein ganz spezielles Projekt begleitete uns das ganze Wochenende über bis spät in die Nacht: Wir haben Erklärvideos zum youpaN, zu BNE und zu unseren Forderungen gedreht. Mit Filmklappe und professionellem Equipment kamen wir uns dabei wie an einem richtigen Filmset vor und hatten eine Menge Spaß. Anfängliche Schüchternheit war meistens nach den ersten paar Takes verflogen und wir wuchsen schauspieltechnisch alle über uns hinaus.

Foto: Christopher Zentgraf

In einer intensiven Arbeitsphase entwickelten wir schließlich konkrete Umsetzungsstrategien für unsere Forderungen, die wir in den kommenden Wochen und Monaten angehen werden.

Da wir uns über die vier Tage hinweg selbst verpflegt haben, dienten Koch- und Abwaschsessions als zusätzliches Teambuilding und machten das verlängerte Wochenende zu einer tollen und produktiven Erfahrung. Die Aussicht auf das in drei Wochen stattfindende reguläre Treffen und die baldige youcoN erleichterten den Abschied am Sonntagvormittag.

Dieser Artikel wurde von Elena und Laura geschrieben.

Lies die Jugendfassung des Global Education Monitoring Reports

Die UNESCO gibt jährlich einen Bericht heraus, in dem sie Entwicklungen und Empfehlungen zu Nachhaltiger Entwicklung in der Bildung thematisieren.

Gerade ist die Jugendversion dieses Berichtes erschienen. Mehr Informationen zum Bericht und den Methoden und Zielen, die dahinter stehen findest du hier.

Der Bericht ist auf Englisch, aber extra für Jugendliche gemacht. Das finden wir wichtig und auch unser youpaN hat für den BNE-Prozess in Deutschland gefordert, dass die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung im NAP BNE festgehaltenen Ziele und angedachten Maßnahmen bis 2021 in einer zusammengefassten Form veröffentlicht, die für die Zivilgesellschaft, insbesondere Jugendliche aller Bildungsgrade, verständlich und ansprechend ist.

 

 

 

youprO: Rechtsruck in Europa!? – Vom Umgang mit rechtsextremen Vorurteilen in Bildungskontexten

(Der Text ist von einer Teilnehmenden geschrieben)

Ich und die meisten anderen Teilnehmenden haben schon Erfahrungen mit rassistischen und anderen diskriminierenden Äußerungen und Vorurteilen im Seminarkontext gemacht. Anfang März haben wir uns im Rahmen des youprOs Umgang mit Rechtsextremismus“ damit beschäftigt, wie wir mit solchen Situationen umgehen können. Dabei habe ich eins besonders gemerkt: das ganze Seminar wurde viel persönlicher als gedacht. Ob wir uns mit unseren eigenen Erfahrungen mit Diskriminierung in Workshops, aber auch im Alltag beschäftigt oder unsere Privilegien reflektiert haben, dieses Wochenende hat alles andere als nur an der Oberfläche gekratzt.

Als besonders bestärkend habe ich das Argumentationstraining im Kopf. In der ersten Runde, ohne bestimmte Taktik, habe ich mich sehr verloren auf der Seite der Gegenargumentation gefühlt. Da ich nicht einfach nur mit unbelegten Phrasen um mich werfen konnte. Es war laut und durcheinander und ich hatte nicht das Gefühl bei dem Menschen mir gegenüber anzukommen. Dies änderte sich in der zweiten Runde, in der wir verschiedene Strategien anwendeten. Natürlich war dies nicht komplett real getreu, trotzdem habe ich mich danach schon sicherer im Umgang mit rechten Aussagen gefühlt.

Vor allem sind mir aber die Fragen im Gedächtnis geblieben, die ich für mich selbst, aber auch in Gesprächen mit Anderen im Laufe des Seminars gestellt habe: Wo unterscheide ich mich im Privaten und in meiner Rolle als Moderation? Was sind meine klaren Grenzen? Wo ist es auch okay mal nicht einen Dialog zu suchen, sondern mich rauszuziehen? Kann ich eigentlich Dinge im Vorhinein des Workshops wirklich einschätzen und wie kann ich spontan reagieren? Welche Privilegien habe ich und wo erfahre ich selbst Diskriminierung?

Das Seminar war ein sehr intensives und bereicherndes Wochenende für mich. Ich habe mein theoretisches Wissen erweitert und weiß jetzt zum Beispiel was der Ausdruck Antiziganismus bedeutet, habe aber auch besonders im Austausch mit den Anwesenden viel gelernt. Das Thema ist noch viel umfangreicher, als wir an drei Tagen besprechen konnten, trotzdem fand ich es sehr schön, dass wir uns die Zeit für ein so sensibles Thema genommen haben und ich habe viel für zukünftige Workshops mitgenommen.

Ein Interview mit Eindrücken dreier Seminarteilnehmer*innen: von Ohnmachtsgefühlen, Rationalität und Lernräumen

    • Was war deine Motivation, dich zu dieser Fortbildung anzumelden?

N: Als ich die Ausschreibung im Netzwerk las, dachte ich mir, dass ich eine Person bin, die Konfrontation meidet und mir viel öfter wünschen würde anderen Menschen Paroli zu bieten. Leider habe ich in der Schule viele Diskriminierungen um mich herum, es war schwer irgendwas zu sagen, da diese Aussagen dominant waren, ich ging also mit der Motivation rein mich nach der Fortbildung mehr zu trauen der allgemeinen Diskriminierung entgegen zu argumentieren.

J: Ich wollte meinen Wissensstand erweitern und lernen, wie ich in schwierigen Situationen mit einer gewissen Rationalität antworten und reagieren kann.

V: In Seminaren kam es schon vor, dass ich mir Sexismus anhören musste. Ich möchte aber als Individuum mit Stärken und Schwächen wahrgenommen werden. Wenn z.B. jemand nach meiner Handynummer fragt statt inhaltlich auf das, was ich gesagt habe, einzugehen, macht mich das wütend und in mir kommt ein gewisses Ohnmachtsgefühl auf. Das wollte ich nicht mehr, deshalb habe ich mich angemeldet.

    • Welche Situation ist dir besonders im Kopf geblieben?

J: Besonders hängen geblieben ist mir die Mitte-Studie zu den verschiedenen diskriminierenden Aussagen und die Nachbesprechung der Flower Power. Aber auch die Nachbesprechung am Ende des Tages fand ich sehr einprägend.

V: Mir ist eine Situation im Kopf geblieben, als wir alle im Kreis saßen und eine Person etwas gesagt hat, womit eine andere überhaupt nicht einverstanden war. Das zeigt mir, dass es ein ganz bewusster Prozess ist, diskriminierende Äußerungen weniger im Sprachbild erscheinen zu lassen. Es ist nicht immer ganz einfach – zum Glück haben wir uns einen fehlerfreundlichen Lernraum geschaffen.

N: Eine besondere Situation war es wie wir in einer Gruppenarbeitsphase Lösungsprozesse für schon erlebte Momente von Rassismus oder Diskriminierung entwickelt haben und ich die mit zwei weiteren tollen Teilnehmer*innen eine sehr schöne Arbeitsphase hatte.

    • Was bleibt von diesem Wochenende?

N: Eine Art von Argumentationsstrategie, die ich seitdem immer mal wieder im Kopf hin und herschiebe und auch anwende. Ein sehr großer und wichtiger Teil, der mir in Erinnerung geblieben ist, wäre die des eigenen Klarmachens unserer Privilegien! Ein Thema was mir und auch anderen vorher klar war, durch die tiefe Beschäftigung damit aber mir auf jeden Fall nochmal präsenter wurde.

V: Was bleibt ist ein wunderschönes, lernreiches Wochenende in einer kleinen Gruppe, der ich mich anvertrauen konnte. Mein Learning? Ich darf mich schon mal aufregen, das ist wichtig. Doch ich werde auch immer versuchen, nicht zu sehr aus der Rolle der Moderation zu geraten.

J: Mir bleibt die Gewissheit, dass ich mich nicht alleine gegen all den Hass wehren muss und ich nicht immer dagegen ankämpfen muss, wenn ich nicht in der Lage bin.

Social Media braucht Medienkompetenz

Welche Rollen spielt Social Media für den gesellschaftlichen Frieden? Wie werden demokratische Prozesse durch Social Media manipuliert? Und wie kann „Media Literacy“ in Schulen gelehrt werden?

Um Antworten auf diese Fragen zu finden, habe ich (Clara) am 19./20. März 2019 am „Dresdner Forum für internationale Politik“ teilgenommen, das von der Stiftung Entwicklung und Frieden organisiert wurde. Neben zahlreichen interessanten Pannel-Diskussionen gab es viele Gelegenheiten, sich mit engagierten Akteur*innen aus der internationalen Zivilgesellschaft auszutauschen.

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So konnte ich viele hoch motivierte und kompetente Personen kennenlernen, die mit ihren Projekten – seien es Fact-checking in sozialen Medien in Georgien oder israelisch-palästinensische Begegnungen über Facebook – mit Leidenschaft daran arbeiten, die positiven Seiten von Social Media zu nutzen, und ihre negativen Erscheinungen zu bekämpfen.

Medienkompetenz kommt in die Schule

Besonders interessant war, dass auch die Gerda-Taro-Schule Leipzig zu der Veranstaltung eingeladen wurde und ihr zukunftsfähiges Konzept von Medienkompetenz und Demokratiebildung in der Schule vorgestellt hat. Gerade für die Nutzung von Social Media im YoupaN hat mir die Veranstaltung viele neue Impulse gegeben.

Dieser Artikel wurde von Clara aus dem youpaN verfasst.

Seminar: Umgang mit rechten Positionen

Am ersten Märzwochenende habe ich an dem youprO „Umgang mit rechten Positionen“ in Berlin teilgenommen.

Was bedeutet eigentlich Rechtspopulismus?

Zu Beginn des Seminars wurden verschiedenen Begriffen wie Rechtspopulismus, Homophobie, Antisemitismus, etc. Definitionen zugeordnet. Hierbei wurde deutlich, dass es eine klare und für alle Menschen passende Definition für diese Begriffe nicht gibt.

Zudem wurden sich mit aktuellen Fakten und Zahlen zu diesem Thema auseinandergesetzt.

Im nächsten Schritt erhielten die Teilnehmenden ein Blatt Papier, auf dem eine Blume mit Blüten abgedruckt war. Die einzelnen Blüten waren in zwei Bereiche untergliedert: dem inneren Bereich, in dem es um privilegierte Eigenschaften ging und den äußeren Bereich, der den weniger privilegierten Eigenschaften zugeordnet war. Die Teilnehmenden sollten hier ihren entsprechenden Bereich markieren.

Argumentationstraining gegen Rechts

Ein weiterer Programmpunkt des Seminars war ein Argumentationstraining. Den Teilnehmenden wurden hier Parolen ausgehändigt und sie sollten mit anderen Teilnehmenden einmal dafür und einmal dagegen argumentieren.

Nach dem Argumentationstraining haben die Teilnehmenden verschiedene Szenarien aufgestellt und überlegt, wie jede*r mit einzelnen Situationen umgehen kann.

Nach einer Reflektierung der Ergebnisse, wurde nochmal festgehalten, was in einem Seminar geht, und was nicht:

 

Das Braune Quiz zum Schluss

Abgerundet wurde das Seminar durch das sogenannte braune Quiz, in dem verschiedene Fragen über den Seminarinhalt aufgegriffen wurden.

Ich selber fand es ein sehr spannendes Wochenende. Ich habe viel dazugelernt und finde solche Seminare sollten vermehrt an Schulen stattfinden.

Dieser Artikel wurde von Marcel aus dem youpaN verfasst.